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Die Deutsche Nationalbibliothek – CIP-Einheitsaufnahme. Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet dieses Buch in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Erste Auflage 2017 © Größenwahn Verlag Frankfurt am Main www.groessenwahn-verlag.de Alle Rechte vorbehalten. ISBN: 978-3-95771-174-8 eISBN: 978-3-95771-175-5

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Michalis Patentalis

Der Mozart Code Roman noir

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IMPRESSUM

Der Mozart Code Autor Michalis Patentalis Seitengestaltung Größenwahn Verlag Frankfurt am Main Schrift Constantia Covergestaltung Marti O´Sigma Coverbild Marti O´Sigma Lektorat Lisa Scheffler, August-Paul Sonnemann Druck und Bindung Print Group Sp. z. o. o. Szczecin (Stettin) Größenwahn Verlag Frankfurt am Main August 2017 ISBN: 978-3-95771-174-8 eISBN: 978-3-95771-175-5 Alle Personen in diesem Buch sind frei erfunden. Etwaige Namensähnlichkeiten sind reiner Zufall.

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In Gedenken an Prokopis Armen der im Juli 1984 an eine Motorradunfall starb. Dank ihm habe ich Dostojewski kennengelernt. Seit ich die »Weißen Nächte« gelesen habe, bin ich ein Traumtänzer geworden.

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atsächlich fühlte sich Alexis Vellis seit jenem merkwürdigen Tag, dem fünften Dezember, nicht wohl. Er verstand kein Wort von dem, was ihm der Arzt sagte. Stattdessen verspürte er ein eigenartiges Stechen in den Beinen, wie Stromschläge, die ihn schubweise durchfuhren. In seiner Brust spannte sich ein fester Seemannsknoten, an dem jemand vergeblich zu zerren schien, ohne ihn lösen zu können. Da war auch das verdammte Zimmer in der Reichensteingasse 10, das an diesem Morgen von lauter fleischfressenden Ameisen befallen war. Er hatte die Ameisen beobachtet, wie sie allmählich in sein Bett krochen, auf seine Hände, sein Gesicht. Tausende winzige scharfe Kieferzangen hatte er gespürt, die ihn diszipliniert und beharrlich marterten. Sie schälten seinen Körper und brachten die abgetragenen Stücke unbeirrt in ihre Höhle. Er schlug um sich wie ein Epileptiker, der einen Anfall hat, aber die Ameisen wichen nicht von seinem Körper. So blieb er liegen, unfähig zu schreien oder nach Hilfe zu rufen. Er startete einen letzten Versuch, ein Tier nach dem anderen von seinem zerschundenen Körper zu entfernen, aber sie wurden immer mehr. Schließlich lief er vor irrsinnigem Schmerz ins Bad. Er öffnete die Dusche und ließ heißes Wasser über seinen ganzen Körper laufen, bis auch die letzte Ameise verschwunden war. »Junger Mann! Junger Mann! Hören Sie mich?«  Er hob seinen Kopf, der sich leer anfühlte. Ein warmer Hauch umhüllte seinen Körper. Er drückte die Handflächen

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fest ans Gesicht, als wollte er sich vor einer drohenden Attacke schützen. Er konnte hören, doch er wusste nicht, wie viel Zeit er reglos auf dem abgewetzten Bett gelegen hatte. »Sie befinden sich in einem sehr ernsten Zustand. Die Krankenschwester wird Ihnen eine Spritze zur Beruhigung geben und morgen entscheide ich, wie es mit Ihnen weitergeht.« »Morgen ...«, brachte er mit Mühe hervor. Er vermied, dem Arzt dabei in die Augen zu schauen. Die Krankenschwester schob abrupt seinen Ärmel hoch und schnürte seinen Oberarm mit einem Gummiband ab. Sie klopfte die Innenseite der Armbeuge mit dem Mittelfinger nach einer geeigneten Vene ab. Dann hielt sie inne und stach mit der Nadel ein. Er spürte, wie sich in seinem linken Arm ein Brennen breitmachte. Plötzlich durchströmte ihn eine unvertraute Flüssigkeit, stieg direkt zu seinem Herzen und ergoss sich von dort aus ins Hirn. Sein Kopf fühlte sich an wie ein Fernseher, der zwei Programme gleichzeitig auszustrahlen versuchte. Bilderrauschen. Im nächsten Moment die Empfindung, dass jemand den Knopf einer Fernbedienung betätigt. Das Bild wurde klar, sein Inneres lahmgelegt. Dann schlief er ein … Stimmen aus den Nebenräumen weckten Alexis aus einem tiefen Schlaf. Er öffnete mit Mühe seine Lider, zwei schwere eiserne Vorhänge. Es war ihm, als sei er seit Wochen ans Bett gekettet. Sprachlos begriff er zum ersten Mal, an welchem Ort er sich befand. Ein feuchtes, dämmriges Zimmer, das nach Schimmel roch. Unweit ein zweites eisernes Bett und ein Tisch mit zwei Stühlen, die eher an Kaserne-Ausstattung erinnerten. An der Wand eine Uhr, die ein merkwürdiges

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Ticken von sich gab und etwas weiter ein Waschbecken dessen Hahn, tropfte, als wolle er die tickende Uhr übertönen. Daneben ein mit brauner Ölfarbe gestrichener Holzschrank. Das Licht fiel düster und verstreut durch das einzige, vergitterte Fenster ins Zimmer. Er stütze sich auf den Ellbogen ab. Jemand auf dem Flur rief »Frühstück«. Ein seltsames Gebrüll wurde lauter, dann herrschte wieder völlige Ruhe. Er stand auf. Der Teppichboden mit seinen versteckten Flecken – von Jahre altem, krankhaftem Schweiß – verschluckte seine Schritte. Er wusch sich ohne in den Spiegel zu schauen und versuchte sich zu erinnern wie er in der Wiener Psychiatrischen Klinik gelandet war. »Letzte Tür links«, sagte der Pfleger, dessen Schlüssel demonstrativ am Gürtel hingen, um sich von den Patienten zu unterscheiden. Alexis setzte sich auf den erstbesten Stuhl. Auf dem Tisch standen hier und da Marmeladengläser; dazwischen lag ein Teller mit Butter, das wie ein Regenbogen aussah. Die anderen Patienten hatten ihre Messer zuerst in die Marmelade getaucht und dann in die Butter. Er warf einen verstohlenen Blick auf seinen Nachbarn, der düster und abweisend wirkte und eine Hakennase unter zwei kleinen Erbsenaugen hatte. Der Mann kratzte sich genüsslich an der Leistengegend. Danach schob er seine gelblichen Finger in die Nase und von dort aus in das Marmeladenglas. Alexis Magen war aufgewühlt. Er konnte keinen Bissen herunterkriegen. Seine Eingeweide brodelten wild wie ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch. Und dann explodierte sein Gehirn. Dadrin erbrach sich das Märchen, das ihn in der Kindheit gequält hatte: den König des Tages mit seinem gedämpften Licht, Paminas Kleid, das an ihr wie Brei hing, das Ohr einer tauben Fliege, Taminos aufwallende Leidenschaft. Die Erlösung. Der Aufschrei seiner Seele.

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Nach dem Frühstück begleitete ihn der Pfleger mit den vielen Schlüsseln ins ärztliche Sprechzimmer. »Wann haben Sie zum ersten Mal gespürt, dass sich etwas verändert hat bei Ihnen?« Er sah dem Arzt zum ersten Mal in die Augen. »Ich weiß nicht genau ...« Alexis vergrub das Gesicht in den Händen. »Sie sollten sich erinnern. Das würde uns helfen, besser zu verstehen und mit der richtigen Therapie zu beginnen.« Er rieb sein Gesicht und drückte die Finger an seine geschlossenen Lider. Das Bild der dörflichen Nachbarschaft stieg in ihm auf. Die Straßen, die in Felder ausliefen, gezeichnet von Kutschenrädern. Die aus rotem Backstein erbauten Häuser und die Dachziegel, auf denen lauter Steine lagen. Einige der Steine hatten die Bewohner gelegt, damit der Wind die Ziegel nicht davontragen konnte, andere hatten die Kinder der Nachbarschaft nach ihren Steinschlachten hinterlassen. In der Mitte der Hof mit dem Nussbaum und dem trockenen Brunnen. Die Sonne schien mittags. Abends leuchteten mal der Mond, mal die Sterne. Nach der Schule nahm er stets seinen Rucksack und ging schnurstracks zur Karosseriewerkstatt von Herrn Jannis. Der bucklige Alter, der an Kinderlähmung erkrankt war, hatte einen runden, rasierten Kopf, war schweißgebadet und seine Augen sahen aus wie zwei offene Gräber. Seine Finger schienen verwachsen zu sein mit dem Hammer, den er hielt. »Darf ich mich ein wenig setzen, Herr Jannis?«, fragte er neugierig und machte die eiserne Tür hinter sich zu, in der Gewissheit, keine Antwort zu erhalten. Dann stapfte er über die auf dem Boden liegenden Blechteile, setzte sich auf einen hölzernen Hocker neben dem Herd, der aus einem halben Eisenfass gemacht war, und wartete. Der Alte legte kurz seinen Hammer aus der Hand und ging, ohne ein Wort zu sa-

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gen, zu ihm hin. Er nahm die Teekanne vom Herd, holte von der Bank einen Blechbecher und füllte ihn mit Jasmintee. Danach setzte er den Becher auf einem kleinen runden Tisch ab, in dessen Mitte sich eine Vertiefung befand, die Wasser und frischen Basilikum enthielt, stellte die Teekanne wieder auf den Herd und ging zur Bank zurück, wo der Hammer und die Blechteile auf ihn warteten. Den Blechbecher, der dem verschwitzten Kopf des buckligen Alten teuflisch ähnlich war, vergrub Alexis in seinen Fäusten und nachdem er zweimal vorsichtig hineingepustet hatte, nahm er einen Schluck. Wie Lava lief ihm das Gebräu die Gurgel hinunter, doch als es seinen Magen erreichte, verflog es und hinterließ das Gefühl einer warmen Umarmung. Er stellte den Becher auf den Tisch und achtete auf die Geräusche, die das Blech von sich gab, wenn der Hammer darauf traf. Tiefe Basstöne entstanden, wenn der geschickt geführte Hammer des Schmieds dicke Blechteile berührte; wenn feines Metall bearbeitet wurde, ertönte es schrill. »Warum schlägst du mit dem Hammer abwechselnd drei und vier Mal auf ’s Blech, Herr Jannis?«, fragte er, während er genüsslich seinen Tee schlürfte. Der Alte unterbrach seine Arbeit und ging zum Ofen. Dann nahm er den Schürhaken, wirbelte ein wenig die hungrige Glut auf, fütterte sie mit einem dicken Eichelstamm und setzte sich zu ihm. »Zum Abrunden schlägst du das Blech zweimal stark und einmal leicht. Die Kanten brauchen vier starke Schläge und einen halben gestreichelten. Den Halben darfst du nie vergessen«, sagte er und kehrte wieder stumm zu seiner Blechbank zurück. Das war Alexis’ erste Begegnung mit der Welt der Musik. Die zweite sollte zu Weihnachten desselben Jahres folgen, als der Großvater ihm seine erste Geige schenkte.

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»Nun, erinnern Sie sich?«, fragte ihn erneut der Arzt. Ein Fragezeichen setzte sich auf Alexis’ Stirn. Dort wurde es durch die Poren der Haut aufgesogen und wie von einem Waggon auf Schienen zum Gehirn befördert. »Das Geheimnis ...«, antwortete er einsilbig. »Welches Geheimnis?« Das Interesse des Arztes stieg enorm. Er holte aus seiner Tasche einen Block hervor, in dem er sich mit Großbuchstaben das Wort GEHEIMNIS notierte. »Das ... von Mozart ...« Alexis’ hob seinen Kopf, um den Raum zu erkunden. Stillschweigend fügte der Arzt das Wort MOZART in dem Block hinzu. Danach begann er mit seinem Stift horizontale und vertikale Linien zwischen den beiden Wörtern zu ziehen. Es entstand ein kariertes Muster auf dem Papier, so als ob er die graphische Darstellung von Herztönen vorbereitete. Dann zeichnete er einen Kreis, in dem er »Musikalische Halluzinationen« notierte. Er streckte seinen Arm aus und sagte mit leiser Stimme: »Können Sie mir sagen, was das Geheimnis Mozarts ist?« »Nein«, antwortete Alexis schroff. Er stand langsam auf, verabschiedete sich und ging zum Flur hinaus. In seinem Zimmer näherte er sich dem Fenster. Die Sonne peitschte gegen die Mauern der Gebäude. Etwas von der gelben Farbe streifte seine Augen. War es die Reflexion der Sonne oder vielleicht der Geist eines Schwindsüchtigen, der gerade seinen letzten Atem gelassen hatte? Er konnte nicht weiterdenken. Plötzlich öffnete sich die Tür und es erschien der Kopf eines jungen Mannes mit langem Haar und kantigem Gesicht. Zwei Pfleger zogen ihn an den Händen, so als führten sie ihn zur Kreuzigung. Sie warfen ihn aufs Bett, das gegenüber von Alexis stand. Danach fesselten sie ihn um den

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Bauch mit einem weißen Gurt, der fest am Bettrahmen angebracht war und schnürten seine Handgelenke in zwei Stoffschlingen. »Wer, sagen die Leute, soll ich sein?« Alexis schaute den Mann sprachlos an. »Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.« Es schien ihm, als kannte der Mann das Neue Testament auswendig. »Hast du immer noch nicht begriffen, wer ich bin?«, sagte er jetzt leicht verärgert und fuhr fort: »Weg mit dir, Satan! Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.« Der Mann drehte er sich mit dem Gesicht zur Wand und blieb reglos liegen. Alexis nahm eine Decke aus dem Schrank und deckte ihn vorsichtig zu. In dem fremden Blick lag ein stummer Schrei. Trümmer. Er spürte, wie ihm Tränen hochkamen. Fast engleiste sein Herz, das keinen Rhythmus mehr fand. Wie war er in Wien gelandet? Wie war er in der Psychiatrie eingesperrt worden?? Was war geschehen an diesem Tag, an dem er ›Mozarts Geheimnis‹ entdeckt hatte? Warum war er überhaupt nach Wien gekommen? Und wo war jetzt die, die er liebte?

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B I O G R A P H I S C H E S


© Foto: privat

MICHALIS PATENTALIS

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Michalis Patentalis wurde in Düsseldorf geboren. Er studierte unter anderem Musiktheorie und – Harmonie und Europäische Kultur. Zeitweise Arbeitete als Radio Journalist im Radio Sender »To Proto«, und als Redakteur in viele Kulturzeitschriften u.a. ZIPP, Polis und Antilogos. Er beschäftigt sich auch mit Fotografie, hatte zwei Ausstellungen im Stadtmuseum Düsseldorf und in vielen Galerien. Im Jahr 2004 bekam er die Auszeichnung vom Literatur Wettbewerb »Antonis Samarakis« für seine Erzählung »Rotkäppchen eines Hochhaus«. 2002 vertrat er, mit Sarah Kirsch und anderen Autoren, Deutschland und Griechenland in der »Internationale Poesie« in Dornbirn. Seit 2002 ist er Vorsitzender der Gesellschaft Griechischer Autoren in Deutschland e.V. Seit 2013 Vorstandsmitglied vom »We are Europa«.

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Aus dem Verlagsprogramm Michalis Patentalis Das bezaubernde Lächeln der Ann Ewill Surrealistische Geschichten ISBN: 978-3-942223-14-0 eISBN: 978-3-942223-58-4 Nicole Kidman besucht eine dunkle Gefängniszelle – mit fatalen Folgen für den Inhaftierten; ein polnischer Gastarbeiter entdeckt, dass das Jenseits keineswegs frei von Rassismus ist, und ein naives Rotkäppchen erfährt, dass böse Wölfe auch in modernen Zeiten ihr Unwesen treiben. Nachbarschaftsgeheimnisse, verlorene schwarze Ohrringe, oder Augen, die aus dem Aquarium heraus den Raum beobachten sind nur einige Zutaten für diese hintergründig-provokative Lektüre – die mit zielgenauer Metaphorik und zugleich beschwingter Leichtigkeit mal ein entzücktes Lächeln, und mal ein amüsiertes Gelächter auslöst und mit einem ganz neuen Blick auf unsere absurde Gesellschaft verblüfft. Liebe Freunde des Surrealen, willkommen in der Welt des kultivierten Wahnsinns.

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Aus der Reihe Appetit Michalis Patentalis Naives Rotkäppchen Ein Märchen über Ziegen, Wölfe und Süßigkeiten eISBN: 978-3-95771-154-0 Rotkäppchen lebt: In einer Plattenbausiedlung – in einem Hochhaus – zusammen mit der alleinerziehenden Mutter. Sie ist ein naives, süßes Mädchen, gutgläubig, geht zur Schule und Bockspringen ist ihr Lieblingsspiel. »Nimm’ keine Süßigkeiten von Fremden an!«, betont die Mutter und erzählt ihr von den gefährlichen Wölfen in der Stadt, die sich in Menschen verwandeln können. Rotkäppchen ist alarmiert, ihre Fantasie außer Rand und Band, denn nun glaubt sie hinter jedem unausstehlichen Menschen einen Wolf zu wissen – das bleibt nicht ohne Folgen. Michalis Patentalis liefert hier eine moderne Version des Rotkäppchen Märchens und inszeniert es inmitten einer sozialbenachteiligten Gesellschaft, die durch Arbeitslosigkeit und Ängsten gekennzeichnet ist. Eine Geschichte für den Nachmittagstisch, mit dem verführerischen Rezept: »Rotkäppchen-Kuchen«, wenn wieder Freunde zu Besuch kommen und man in den alten Zeiten schwelgt: Es war ein Mal …

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Thomas Pregel Kaltsommer Kriminalroman ISBN: 978-3-95771-083-3 eISBN: 978-3-95771-084-0 An einem nasskalten Sommermorgen kommen unerwartet viele Fremde ins Dorf. Es sind Beamte der Mordkommission Neumünster, denn Annelie Faller, die Matriarchin des Faller-Clans, der die ortsansässige Schlachterei betreibt, ist brutal ermordet worden. Für Hauptkommissar Hans-Peter Arnstedt und seinen neuen Partner und Kollegen, Oberkommissar Daniel Freiwald, der aus Kaltsommer stammt, steht schnell die Familie der Toten im Fokus der Ermittlungen. Die sippeninternen Spannungen und der desolate wirtschaftliche Zustand des Betriebs bieten reichlich Motive für den Mord. Die ersten Verhöre schaffen es aber nicht, die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen, bis unerwartet Tobias Faller, der älteste Enkelsohn des Opfers, auftaucht. Doch kann er, der vor Jahren in Schimpf und Schande wegen seiner Homosexualität vom Hof gejagt worden und in Amerika mit dem Dreh von Schwulenpornos reich geworden ist, Licht in die Finsternis der zerrütteten Familiengeschichte bringen? Dieser Roman ist der Auftakt zu seiner Holsteiner-Trilogie, rund um die (fiktive) Ortschaft Kaltsommer, irgendwo zwischen Neumünster, Plön und Bad Segeberg gelegen.

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Olaf Jahnke Patientenrache Krimi Ein Fall für Roland Bernau ISBN: 978-3-95771-104-5 eISBN: 978-3-95771-105-2 Im Frankfurter Bahnhofsviertel und in Bad Homburg werden Männer auf offener Straße zusammengeschlagen und auf die Intensivstation gebracht. Obwohl beide Opfer Sachbearbeiter bei der gleichen Wiesbadener Versicherung tätig waren, glaubt die Polizei nicht an einen Zusammenhang. Doch dem Zufall bleibt bei der Abteilungsleiterin selten etwas überlassen und somit beauftragt sie Privatermittler Roland Bernau mit dem Fall. Während seiner Recherchen in den Akten der Versicherung wird dem agilen Ex-Polizist schnell klar, dass es sich bei den Schadensfällen, an denen die beiden Männer zuletzt gearbeitet hatten, um Probleme in Kliniken handelte, und zwar hauptsächlich im Taunus. Olaf Jahnke liefert eine spannende Geschichte über Vertrauen, Betrug und Gesundheit, basierend auf Ereignissen, die er im Rahmen seiner jahrelangen Arbeit für Fernseh- und Zeitungsreportagen erlebt hat. Seine Erfahrungen und Kontakte ermöglichten ihm, diesen packenden Krimi zu schreiben. Privatermittler Roland Bernau durchstreift bereits zum zweiten Mal das Rhein-Main-Gebiet und gerät ins Kreuzfeuer von Versicherungsinteressen, medizinischen Schadensfällen, Patientenbedürfnissen und den Mächten der Justiz. Die menschlichen Schicksale, die hier beschrieben werden, sind – leider – bittere Realität.

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Leif Tewes Alternativen Roman noir ISBN: 978-3-95771-162-5 eISBN: 978-3-95771-163-2 Thomas führt ein normales Leben. Bis er eines Abends auf dem Weg nach Hause von Asylbewerbern überfallen wird. Durch einen Arbeitskollegen angeregt, besucht er eine Bürgerversammlung und ist von den These der neuen Partei »Die besseren Deutschen« begeistert. Thomas lässt sich auf die Verführung der Rechten ein. Als er Zeuge eines vermeintlichen Mordanschlags auf ein Parteimitglied wird, befördert ihn der Kreisvorsitzende als Schweigegeld zu seinem Referenten für Berlin. Die Zukunft seines Landes mitzubestimmen macht ihn stolz, doch je mehr Einblick er in die Moral der Parteifunktionäre bekommt, desto größer werden seine Zweifel. Dann passiert ein blutiger Anschlag in Frankfurt und alles deutet auf islamistische Terroristen hin. Doch Thomas hat die wahren Hintergründe erkannt. Kann er das Wahlergebnis durch Aufklärung rechtzeitig beeinflussen? Leif Tewes liefert zu aktuellen Themen ›Fake-News‹, ›rechte Propaganda‹ und ›islamistischer Terror‹ eine verschlungene Reise durch Macht, Verführung und Lüge, die vom Rhein-Main-Gebiet über das Ruhrgebiet bis nach Syrien führt. Kommissar Berg und seine Ermittler haben es im zweiten Fall mit den Machenschaften von Politikern und Meinungsmanipulation zu tun.

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Antonia Pauly Lügenblau Kommissarin Mylona und die lieben Konkurrenten ISBN: 978-3-95771-140-3 eISBN: 978-3-95771-141-0 Die Finanzkrise ist nach wie vor überall auf Zakynthos zu spüren. Das neue geplante Hotelprojekt verspricht viele, dringend benötigte Arbeitsplätze. Als einer der sechs Bewerber um die Stelle des Architekten tot aufgefunden wird, ist die ganze Insel in Aufruhr. Das Opfer, ein alteingesessener Zakynther, wurde hinterrücks erstochen. Ganz klar: Mord. Für Kommissarin Eleni Mylona präsentieren sich mehr als genug Verdächtige. War es einer seiner Konkurrenten? Oder vielleicht seine, von den ständigen Seitensprüngen ihres Mannes abgebrühte Ehefrau? Zum dritten Mal lädt Antonia Pauly auf die griechische Insel Zakynthos ein. In einer Geschichte um die Gnadenlosigkeit der Finanzkrise und deren verheerenden Auswirkungen auf die Menschlichkeit ist Kommissarin Eleni Mylona erneut gefragt. Korruption, Rache und Konkurrenzkampf vermischen sich in das Blau des Ionischen Meeres, eine Farbe, die verführerisch zum Baden lockt. Bis zum Ertrinken.

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Antonia Pauly Blut am Schuh Ein Eifel-Hundekrimi ISBN: 978-3-95771-047-5 eISBN: 978-3-95771-048-2 Ein wunderschöner Herbstmorgen in der Eifel. Emil durchstreift mit seinem Frauchen Lisa den Wald rund um den Elefantenkopf, als ihm plötzlich ein verdächtiger Duft in die Nase steigt. Er nimmt die Spur auf, folgt ihr in das Dickicht und entdeckt die Leiche von Melanie Pütz. Wer hat die Frau ermordet? Das muss Kommissar Josef Kolvenbach mit seinen Kollegen herausfinden. War es ihr Exfreund? Oder einer ihrer Kunden, die sie beim Jobcenter zu betreuen hatte? Einer der Beteiligten hat den richtigen Riecher und weiß auch, wie er ihn einsetzen muss: Emil! Aber bevor er helfen darf, muss er den Menschen erst einmal begreiflich machen, wie überlegen seine Nase dem Riechorgan der Zweibeiner ist. Und dabei ist er noch nicht einmal ein Polizeihund! Mit ihrem neuen Buch taucht Antonia Pauly tief ein in den Lebensalltag der Eifel, eine Gegend, die ihr mindestens so vertraut ist wie ihrem vierbeinigen Helden. Mit großer Sympathie für Land, Leute und Tiere erzählt sie von einer spannenden Tätersuche – ein kriminalistischer Leckerbissen nicht nur für Hundeliebhaber!

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Peter Pachel Süßes Wasser Kommissarin Waldmann ermittelt auf Paros ISBN: 978-3-95771-138-0 eISBN:978-3-95771-139-7 Auf der griechischen Insel Paros neigt sich die Urlaubssaison ihrem Ende zu. Katharina Waldmann freut sich auf die wohlverdiente Entspannung nach einem langen Arbeitstag. Zu später Stunde soll noch eine Vermisstenanzeige für einen ausgebüchsten Ehemann aufgenommen werden – ein Routinefall, dem sie keine große Beachtung schenkt. Als jedoch die Leiche des Vermissten kurz darauf in einer Zisterne gefunden wird, sehen sich Katharina und ihr Team plötzlich in ein Netz aus mysteriösen Mordfällen und Schmiergeldern verstrickt. Korruption, Fahrlässigkeit und unendlicher Gier – von Paros über Amsterdam und bis nach Thailand. Die einzige scheinbare Gemeinsamkeit scheint die Firma AquaTop zu sein. Aber was kann Meerwasserentsalzung mit Mord zu tun haben? Peter Pachel verführt den Leser zum dritten Mal nach Paros – diesmal mit Katharina Waldmanns internationalsten Fall. Zwischen zwei Kontinenten baut sich eine Verwicklung aus emotionalen Charakteren auf, mit der Idyllischen Insel Paros als Hauptschauplatz. Passend zur Spannung gibt es leckere Rezepte die den Griechenland-Krimi zu einem kulinarischen Erlebnis machen.

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Thomas Bäumler Frauengrund Gerti Zimmermann recherchiert in der Schwangerschaft ISBN: 978-3-95771-136-6 eISBN:978-3-95771-137-3 Gerti ist am Ende ihrer Kräfte. Ihr Freund hat mit ihr Schluss gemacht, weil eine Abtreibung für sie nicht in Frage kommt. Auf Kommilitone Max ist jedoch Verlass und somit zieht sie in seine Studenten-WG ein. Journalistenstudium, Schwangerschaft, neue Bekannte und dann passiert noch das: Ein Mitbewohner der WG wird in Rom getötet. Gerdi recherchiert und ihre Forschungen bringen sie an die Ufer des Tiber. Währenddessen werden in Italien immer mehr ausländische Mordopfer gefunden, die alle eins gemeinsam haben: Vor ihrem Tod wurden sie grausam gefoltert. Commisario Fabrese, der die Ermittlungen leitet, tappt im Dunkeln. Da kommt für ihn die Hilfe der deutschen Journalistin genau richtig. Ein Fall, der sich weit ins Darknet zieht und ein Netzwerk dunkler Machenschaften verbirgt. Eine gefährliche Situation für Gerdi und das Kind in ihrem Bauch. Thomas Bäumler lässt die angehende Journalistin Gertti Zimmermann zum zweiten Mal in Aktion treten. Diese Mal muss sie gleich zwei Aufgaben bewältigen: Vergeben lernen und dazu die eigene Schwangerschaft. Eine spanende, moderne Geschichte wie ein flächiges Bild, gemalt mit dem Pinsel des Lebens. Starke Frauen in den Hauptrollen, die selbst Entscheidungen darüber treffen, wem sie das Leben schenken und wem sie es nehmen. Kein Krimi für Weicheier.

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Astrid Keim Die Schönheit und der Tod Frankfurter Kriminalroman ISBN: 978-3-95771-039-0 eISBN: 978-3-95771-040-6 Ausgerechnet auf dem Frankfurter Hauptfriedhof stößt die pensionierte und seit einem Jahr verwitwete Anwältin Laura Mahler auf – eine Leiche. Ein schönes, junges Mädchen ist tot, eingewickelt in durchsichtige Folie, mit einer blutroten Rose im Haar. Die konservierte Schönheit weckt Lauras Interesse und ist zugleich Anlass, mit ihrem alten Freund Thomas wieder Kontakt aufzunehmen. Der ist Kommissar bei der Mordkommission, und Laura beginnt, auf eigene Faust ein paar überraschende Ermittlungsergebnisse beizusteuern. Dabei zeigt sich schnell, dass bei der Zusammenarbeit nicht allein kriminalistische Interessen im Spiel sind. Die beiden kommen sich näher – da wird eine zweite Mädchenleiche gefunden ... Laura Mahler ist eine Schöpfung der Frankfurter Autorin Astrid Keim, vielen bekannt als kompetente Führerin durch die Geheimnisse der Gastronomie. In ihrem neuen Roman geht es nicht nur um die Frage nach dem Täter, sondern auch um Schönheit, Alter, Begehren, gutes Essen – und Liebe. Ein sinnlicher und spannender Frankfurter Roman voll überraschender Wendungen.

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Nicolas Cenway Badetage Thriller ISBN: 978-3-95771-134-2 eISBN: 978-3-95771-135-9 Anwalt Tom Wolfert hat eine vielversprechende Zukunft vor sich: Eine luxuriöse Wohnung, den beruflichen Aufstieg und eine feste Beziehung. Als jedoch seine Schwester Jenny in Texas zum Tode verurteilt wird, stellt sich seine ganze Welt auf den Kopf. Sie ist unschuldig – dessen ist sich Tom sicher und begibt sich auf die Suche nach dem wahren Mörder. Doch die Geheimnisse, die er aufdeckt, katapultieren ihn mitten in ein Netzwerk aus Kindesmissbrauch, Gewalt, Erpressung – und mehreren Milliarden Dollar. Als wäre das nicht genug, begegnet er auch noch der mysteriösen Lena, die ihm auf Anhieb den Kopf verdreht. Mit fatalen Folgen. Nicolas Cenway liefert ein fesselnder Thriller über Selbstjustiz, das Schicksal von missbrauchten Kindern und den verzweifelten Versuch eines Bruders die Unschuld seiner Schwester zu beweisen. Nach eine wahre Begebenheit.

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Leif Tewes Blutzucker Roman noir ISBN: 978-3-95771-132-8 eISBN: 978-3-95771-133-5 WorldFood ist eine globale Lebensmittelfirma, die einen Pharmakonzern für Diabetesmedikamente angekauft hat. Doch als sich der Markt verändert und der Absatz von Zucker stockt, hat der Konzernmanager Meininger eine teuflische Idee, wie er den Umsatz ankurbeln kann: Diabetes durch versteckten Zuckerkonsum. Bei der Umsetzung seines Planes soll ihm der Lebensmittelchemiker Paul Hartmann helfen: Eine einfache Laborratte, glaubt der Manager. Doch Paul hat eine bewegte Vergangenheit und als Meininger auch noch seine Zukunft zerstört, schwört er auf Rache. Die Ermittler Kommissar Berg und Landers werden in den tödlichen Kampf verwickelt, bis letztlich auch ihr Leben in Gefahr gerät. Leif Tewes führt den Leser hinter die Kulissen von modernen Großkonzernen. In seiner gesellschaftskritischen Auseinandersetzung mit Foodherstellern, Pharmaunternehmern und Lobbyismus verarbeitet er das aktuelle Thema »Zucker in Lebensmitteln«. Ein brillanter Roman Noir für starke Nerven um die brutale Frage: Was genau essen wir eigentlich? »Leif Tewes beweist, dass er nicht nur feine Psychologie beherrscht und Spannung aus der Täterperspektive heraus erzeugen kann: Hier kommt ein politischer Thriller mit brisantem Inhalt.« Alf Haubitz, hr2-kultur

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Maria Skiadaresi Venezia Roman Aus dem Griechischen von Brigitte Münch ISBN: 978-3-95771-128-1 eISBN: 978-3-95771-129-8 Am Morgen des 7. September 1943, wurde Franco Solerti tot am Strand von Péra Meriá zwischen den Tamarisken aufgefunden. In seinem nackten Rücken steckte die lange Klinge eines Messers – eines von denen, die zum Häuten von Schweinen benutzt werden. Je weiter die Ermittlungen fortschritten, desto undurchsichtiger wurde die Sache. Ein Fetzen Frauenunterwäsche sowie Spuren von Pumps im Sand wiesen darauf hin, dass Franco kurz vor seinem Tod mit einer Frau zusammen gewesen war. In den offenen, gläsernen Augen schimmerte noch so etwas wie Ekstase. Doch wer war im Stande das Leben eines Menschen im Augenblick der Liebe zu vernichten? Und warum? Maria Skiadaresi erzählt das außergewöhnliche Schicksal der aristokratischen Familie Daponte. Ihre bewegte Geschichte ist auch gleichzeitig die der Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die nicht nur ihre Rechte, sondern auch ihre Freiheit gegen Besatzer, Verrat und Krieg erkämpfen mussten.

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Heny Ruttkay Somerset Maughams Traum Roman ISBN: 978-3-95771-180-9 eISBN: 978-3-95771-181-6 Anfang der 1960er Jahre in Côte d’Azur. Der Schriftsteller und früherer Geheimdienstagent William Somerset Maugham schreibt an seiner Autobiografie »Looking Back« und wird von Erinnerungen an seinen verstorbenen Bruder Henry geplagt. Um Henry, den »Versager und homosexuellen Selbstmörder« zu rehabilitieren und posthum zum Ruhm zu verhelfen, beschließt er das Schicksal seines Bruders nach so langer Zeit zu klären. Er engagiert Madame Dewaere von der gleichnamigen populäre Privatdetektei an, um nachzuweisen, dass der Selbstmord Henry Maughams in Wirklichkeit ein Mord war. Doch sie deckt eine eingefädelte Verschwörung auf, über verletze Gefühle und ruinierten Ruf. Heny Ruttkay hat einen vielschichtigen und berührenden Kriminalroman über den größten englischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts geschrieben. Sie lässt William Somerset Maugham als greisen Mann auftreten, und so gar nicht wie den kalten Zyniker erscheinen, als der er gemeinhin gilt. Im Mittelpunkt ihrer Geschichte steht die Akzeptanz von Schwulen, die selbst in so modernen Gesellschaften wie Englands oder Frankreichs schwer zu leiden hatten. Politische und gesellschaftliche Umstürze der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts beleuchten Europas wegweisende Geschichte. Eine Zeit, in der die Partys noch Stil hatten und der Kalte Krieg jederzeit heiß werden konnte.

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Mohamed Leftah Der letzte Kampf des Kapitän Ni’mat Roman Aus dem Französischem von Laura Viktoria Skipis ISBN: 978-3-95771-188-5 eISBN: 978-3-95771-189-2 Ni’mat hatte schon immer fortschrittliche Ansichten: Er studierte Literatur, befürwortete marxistische Ideen und kämpfte für die Gleichstellung der Frau in der arabischen Welt. In der Nasser-Ära kämpfte er sogar als Pilot. Zuerst gegen religiösen Kräfte, dann gegen Israel. Er schied früh aus dem Militärdienst, heiratete und verbrachte seit dem eine scheinbar glückliche Ehe im Kairos Nobelviertel Maadi. Dreißig Jahre danach wird Ni´mat immer noch von einem Gefühl der Machtlosigkeit und des Versagens übermannt. Gemeinsam mit seinen ehemaligen Mitstreitern aus der Armeezeit, besucht er täglich das exklusivste Schwimmclub für reiche, aber gelangweilte Rentner. Und dann passiert das Unmögliche. Er verliebt sich in seinen Diener. Ein innerer Kampf beginnt, der Ni´mats letzter Kampf werden soll. Der populäre Französisch-Marokkanischer Schriftsteller Mohamet Leftah, der 2008 in Kairo verstarb, liefert einen Roman, der bis heute in Marokko nicht erscheinen darf. Denn der Inhalt ist ein Plädoyer für das Recht auf Freiheit, für das Recht auf Meinungsfreiheit, für das Recht auf Liebe. Rechte, die auch von radikal-islamischen Kräften eines patriarchalischen Systems bean-sprucht werden: moralische Wertstäbe festlegen und jegliche Form von Individualität brutal unterdrücken. Mohamet Leftah hat auf Französisch geschrieben und in Frankreich veröffentlicht. Dies ist die erste Übersetzung eines Werkes in Deutscher Sprache. Ein aktuelles Thema über Toleranz und gesellschaftliche Moral.

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Yiannis Xanthoulis Der Weihnachtstango Roman Eine Liebe in der Zeiten der Junta Aus dem Griechischen von Brigitte Münch ISBN: 978-3-95771-190-8 eISBN: 978-3-95771-191-5 Im Jahr 1970, in der finsteren Zeit der Junta in Griechenland, verliebt sich Oberleutnant Stefanos Karamanidis in die Ehefrau des Oberst. Die einzige Möglichkeit, sich ihr zu nähern, besteht auf einer Weihnachtsfeier in der Kaserne, zu der auch die Gattinnen der Offiziere geladen sind. Karamanidis will die Chance nutzen und sie zum Tanz auffordern, doch er hat nie tanzen gelernt. In seiner Verzweiflung befiehlt er seinem Untergebenen Soldaten Lazaros, es ihm in geheimen Nachtstunden beizubringen. Lazaros, der wegen seine linksorientiere Gedanken in gefährlichen Zeiten lebt, nimmt ungern das Angebot an. Mit verehrenden Folgen. Er verliebt sich, ausgerechnet in den Oberleutnant. Yiannis Xanthoulis ist der bedeutendste Zeitgenössischer Schriftsteller Griechenlands und wird zum ersten Mal in der deutsche Sprache übersetzt. Der Roman sorgte schon bei seiner Veröffentlichung für heftiger Diskussion, denn er thematisiert das mächtige Militär-Apparat Griechenlands und hinterfragt deren Bedeutung. Die Verbindung der Geschichte mit Homoerotik in einer Macho-dominierten Welt brachte gesellschaftliche Tabufragen auf. Der Weihnachtstango wurde erfolgreich verfilmt.

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Der Mozart Code_Leseprobe  

Alexis Vellis ist der beste Student der Wiener Musikakademie. Als Abschlussarbeit soll er das Geheimnis um Mozarts letzte Requiem entschlüss...

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