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DAS MAGAZ IN. M ACHT SINN.

Ausgabe

DER BERG. Dürfen wir uns vorstellen?

Zugestellt durch Post.at

Wir sind der BERG. Wir sind das TAL. Wir sind eine zauberhafte GESCHICHTE. Komm' und lern' uns kennen.

Das Magazin. Wir sind GRIMMING-DONNERSBACHTAL. Eine Region mit Charakter. Mit Herz und Rückgrat. Wir stehen fest auf unseren Beinen, haben viel zu erzählen. Von g ’standenen Mannsbildern, beseelten Frauen, liebgewordenen Schätzen, stillen Helden und gar mächtigen Bewohnern. Und unserer Natur. Ihnen AUFMERKSAMKEIT zu SCHENKEN, ihnen zuzuhören …

MACHT SINN. 1

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DIE REGION.

DIE GESCHICHTEN.

DER BERG.

DAS TAL.

Ich bin's, dein GrimmingDonnersbachtal.

Wie nur der Berg, das Tal und ihre Menschen sie schreiben.

Um den sich alles dreht, der Grimming.

Mundart, Bräuche und Anekdoten.

S. 2 - 3

S. 4 - 13, 16 - 33

S. 14 - 15

S. 34 - 36

DAS TAL. Grimming-Donnersbachtal in der Urlaubsregion Schladming-Dachstein

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Der Grimming

GRI MM ING  -   D O NNE R S BAC H TA L

GOT T GRIASS ENK

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Månnerleut und Fraun aus der u m g e bu n g und von w e i t e r f e r n … PA U L A GR OGGE R

Wie wäre das? Die Zeit hier und jetzt anhalten. Das Ursprüngliche tief einatmen und in genau diesem – nur jetzt und dann nie wiederkehrenden – MOMENT verweilen? Für einen langen Augenblick, Berg und Tal in ihrer fantastischen Weite, aber auch in ihren kleinen WUNDERN wahrnehmen. In Schneekristallen einzigartige Kunstwerke entdecken, in einem Samenkorn den mächtigen Baum sehen, der aus ihm in hundert Jahren gewachsen sein wird. Innehalten. MACHT SINN. Der Berg und das Tal schreiben diese GESCHICHTEN. Jahr für Jahr. Tag für Tag. Von einer Minute auf die andere. Die REGION für ihre BESONDERHEITEN und EIGENHEITEN wertschätzen, das tun wir. Das was sie zu erzählen hat, für alle – aus der Umgebung und von weiter Fern – festhalten und erspürbar machen, das tut dieses Magazin. Viel Freude mit dieser ersten GESCHICHTEN-AUSLESE unserer Heimat Grimming-Donnersbachtal.

JAQUELINE EGGER, GESCHÄFTSFÜHRERIN TOURISMUSVERBAND GRIMMING-DONNERSBACHTAL

in der Urlaubsregion Schladming-Dachstein


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GEMEINDEN

Dort, wo sich weltmeisterliche Skipisten mit ursprünglichen Berghütten ein Stelldichein geben. Wo alpine Wildnis auf gemütliche Sonneninseln trifft.

Du findest hier GESCHICHTEN vom Berg und vom Tal, die uns begeistern, die den Charakter unserer Landschaft einfangen und uns stolz machen. Es sind Geschichten von ersten Schritten junger Mädels, von tiefen Wurzeln alter Bäume und von energischen Querdenkern. Jäger Rene erzählt voller Respekt von der mächtigen Schneeflocke. Wir haben viel von Bio-Bauer Toni gelernt, eine Schlepplift-Ikone besucht und Anekdoten über Gipfelbleistifte, stramme Burschen, stämmige Männer und kuschelige Hochsitze ausgegraben.

S E E N, B A UE R N H ÖF E UN D N US S KI P F E R L W O D E R I NS E LB E RG KU LM M I T P RÄ HI S TO RI S C HE N G RÄ B E RF E LD E R N D A S Z E NTRU M U ND O R TS TE I LE NA M E NS LA NTS C HE RN, G ATS C HE N U ND Q U I LK E I N D RE I LÄ ND E RE C K B I LDE N, D A I S T A I G E N. E I N RO M A NTI S C HE S D O RF I NM I T TE N D E S E NNS TA LS, D A S G LE I C H Z W E I ( U NG LE I C HE ) S C HLÖ S S E R B E HE I M ATE T U ND D A Z U 1 8 ( JE TZ T S C HNE E B E D E C KTE ) LÖ C HE R, 1 23 0 K ÜHE U ND S E I T K U RZ E M S E I NE N JÜ NG S TE N S TA R I M S TA LL: A NTO N, D I E Z W E R G Z I E G E . VO M VO R B E RG A U S G I B T E S W O HL D E N S E NS ATI O NE LLS TE N B LI C K A U F D E N B E R G D E R B E R G E U ND JA , S O I S T E S, D I E KÖ S TLI C HS TE N NU S S KI P F E R L D E R W E LT. G LE I C H M A L Z U R VO RWA RNU NG : A U F S E I TE 1 8 W I RD D I R DA S WA S S E R I M M U ND Z U S A M M E NLA U F E N!

JÅ, WAR I A VOGERL, I FLIAGAT DÅ HIN. N

Wir sind eine Region voller ruhiger ABENTEUER und abenteuerlicher RUHE. Wir sind DER BERG und DAS TAL. In diesem Magazin möchten wir dir unsere BESONDERHEIT zeigen. So, dass du liest, siehst und spürst, dass Grimming-Donnersbachtal eben „EIN BISSCHEN ANDERS“ ist. Es ist gar nicht so einfach, sich von seiner schönsten Seite zu präsentieren, wenn man so viele hat. Die Auswahl an besonderen Geschichten fällt schwer, weil sich in jedem Winkel wieder etwas neues Spannendes eröffnet.

IM ENN AL

Wir sind ein Kleinod inmitten der quirligen Urlaubsregion Schladming-Dachstein, dem Ski-Mekka der Steiermark.

N

ST

Hier ist alles ein bisschen anders. Hier, das ist GrimmingDonnersbachtal.

AIGE

GRI MM ING - D O NNE R S BAC H TA L

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S S KI B E R G E , S KUL P T UR E N UN D W E G B E R E I T E R

Nationalpark Gesäuse

Salzkammergut

Graz

Urlaubsregion Schladming Dachstein

Schladming/Salzburg

Grimming-Donnersbachtal

W I NTE RS C HLA F I N I RD NI NG -D O NNE RS B AC HTA L? W E I T G E F E HLT. D I E F E S TP LÄTZ E D E S W I NTE RS P O RTS B E F I ND E N S I C H G E NA U HI E R. E S W I RD G E RI E S NE RT, G E P LA NNE RT, G E S KI TO U RT U ND M I T S C HNE E S C HU HE N G E WA ND E RT. S C HLA F E N TU N HI E R NU R D I E S KU LP TU RE N I M PA RK . O KAY, U ND D I E M U R M E LTI E RE . S KI FA HR E RHE RZ E N S C HLA G E N HÖ HE R, W E NN S I E A U F D E R P LA NNE R A LM M I T E I NE M P I O NI E R D E R S C HLE P P LI F TS Z E NE D E N G I P F E L E RR E I C HE N. WA HRLI C H E I NZ I G A RTI G I S T E S A U C H, W E NN DI R A U F D E R RI E S NE RA LM RI E S I G E HO LZ TI E RE B E I M S KI FA HR E N Z U S E HE N. A B E R KE I NE S O R G E , S I E S I ND W O HLE RZ O G E N U ND S TE HE N S TI LL W I E S O NS T NI C HTS U ND NI E M A ND A U F D I E S E M B E R G .

Naturpark Sölktaler

B UR G R UI N E , M O OR UN D TA US E N D S A S S A D A S M A LE RI S C HE W Ö RS C HAC H I S T I M W I NTE R E TWA S F Ü R E NTDE C KE R S TI LLE R S C HÖ NHE I TE N. E S LI E G T D I RE KT A M F U S S E DE R RU I NE W O LKE NS TE I N, D I E E S S E I T FA S T 1 000 JA HR E N ( M I T TLE R W E I LE „NU R “ NO C H A RC HI TE KTO NI S C H) B E HE RR S C HT. W Ö RS C HAC H I S T A U C H W O HNO RT F I D E LE R S C HLI TTE NHU ND E U ND HAT E I NE D E R S C HÖ NS TE N KLA M M E N Ö S TE RRE I C HS, D IE S I C H I M W I NTE R I N E I S Z A P F E N HÜ LLT, B E VO R S I E I M S O M M E R W I E DE R Z U M W I LD RO M A NTI S C HE N WA S S E RS P E KTA KE L W I RD.

Wir hoffen, wir können dich mit unseren bescheidenen Pionieren, pulverschneeverwöhnten Hängen und geschichtsträchtigen Hochgenüssen ebenso begeistern wie uns selbst. Nimm dir ZEIT, mehr über unser Grimming-Donnersbachtal zu erfahren.

RU HI G M Ö G E N E S D IE B E W O HNE R D E S RI E S I G E N W Ö RS C HAC HE R HE I LM O O RE S. S I E LA D E N Z U A U S G E D E HNTE N S PA Z I E R G Ä NG E N E NTLA NG D E R E NNS U ND D U RC H VO N M Y S TI K U ND M A G I E U M G E B E NE WÄ LD E R. U ND D A NN G I B T E S HI E R NO C H S O M A NC HE N TA U S E ND S A S S A . VO N E I NE M E RFÄ HR S T D U G LE I C H M E HR .

Du wirst sehen: Das MACHT SINN. in der Urlaubsregion Schladming-Dachstein

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ME INE NATU R

BRA E V BUAM!

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Geschichten aus der Region


MEINE NAT UR

Von Schneeflocke, einem scheuen Sturkopf, der die RUHE sucht – und sie in einsamen WÄLDERN findet.

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Schneeflocke ist i m p o sa n t und m a r k a n t . Ein schöner und stolzer Kerl. Doch damit hofieren geht er nicht. Ganz im Gegenteil: Es bekommen ihn nicht viele zu Gesicht. Das liegt daran, dass er öffentlichkeitsscheu ist und gerne seine ru h e hat. Und die findet er bei uns in den dichten, einsamen Wäldern rund um das Donnersbachtal.

PSST … ES G IB T N OCH M EH R ZU SEH EN ! IM V IDEO, DA S WIR F ÜR EUCH G EDREHT H A BEN. O HN E ZU V IEL ZU V ERRAT EN, A BER … WWW. M ACHT SIN N. AT

Geschichten aus der Region


ME INE NATU R

DAS GEWEIH - NICHT N UR KOP F S CH M UCK.

JÄGER RENE.

JE D E S JA HR I M F E B RU A R W I R D E S A BG E W O RF E N, U M S I C H B I S Z U R PA A R U NG S Z E I T I M HE RB S T W I E D E R VO LLS TÄ ND I G NE U Z U E NTW I C K E LN.

M H H G 'S CH M A CKI G A UCH I M W I N T E R . D I E G RÄ S E R U ND B LÄT TE R, DI E D A S W I LD I M W I NTE R S E LB S T NI C HT F I ND E N K A NN, B E KO M M T E S I N D E R NO TZ E I T B E I D E R W I LDTI E R F Ü T TE RU NG .

D Å S CH A U H E R ! S O NA H KO M M T I HNE N W O HL NU R RE NE . M I T I HM HA B E N S I E A UC H S C HO N VI E LE W I NTE R VE RB RAC HT. I HM VE RTRA U E N S I E .

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Er ist jeden tag im wa l d, oft auch zwei Mal. Seine be ru f s wa h l hat er nie bereut.

EIN SPIESSER IST N I CH T G L E I CH E I N S PI E S S E R … S O ND E RN E I N JU NG E R HI RS C H, D E S S E N G E W E I H NO C H KE I NE VE RÄ S TE LU NG E N A U FW E I S T, W I E E TWA D A S E I NE S Z W Ö LF E ND E R S, E I NE M RO THI R S C H M I T I NS G E S A M T Z W Ö LF S P RO S S E N.

A L L E I N ODE R L I E B E R I M R UDE L ? D A S RO TW I LD IS T E I N RU D E LTI E R. S E HR A LTE HI RS C HE LE B E N JED O C H A LS E I NZ E LG Ä NG E R O D E R M I T E I NE M JÜ NG E RE N B E I HI RS C H. S I E S C HLI E S S E N S I C H D E M K A HLW I LD ( W E I BLI C HE S U ND JU NG E S RO TW I LD ) NU R I N D E R B RU NF T A N.

Geschichten aus der Region


ME INE NATU R

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chneeflocke, das muss ich gestehen, ist in dem Rudel aus g ’standenen Hirschen, Hirschkühen und Kälbern schon etwas BESONDERES für mich. Das liegt zum einen an seinem Erscheinungsbild, seinem majestätischen Auftreten mit dem weißen Haupt und dem mächtigen Geweih. Aber ich mag auch seine Art, seinen Charakter. Er ist bedacht, aber auch bestimmt. Er zeigt klar, welche Rolle ihm als fast 20-jährigen LEITHIRSCHEN zusteht und kann ein richtiger Sturkopf sein. Er ist aber auch sehr aufmerksam und ein guter Beobachter.

ALLES SO STILL HIER. VO LLE R A NM U T S C HRE I TE T S C HNE EF LO C KE D U RC H D A S G LI TZ E RND E W E I S S. E R B E W E G T S I C H I N E INE M TRA D I TI O NE LLE N, S TE I RI S C HE N JA G D G EB I E T. JA , I HM B E HA G T D I E B E D AC HTS A M KE I T, D I E S E I NE F LO C KI G E N " NA M E NS VE T TE R" M I T S I C H G E B RAC HT HA B E N.

Im Sommer ist unser ROTWILD in den höheren Berglagen. Aber wenn sich der Winter ankündigt, wandern sie ins Tal. In den Wäldern rund ums Donnersbachtal haben wir für sie ein RÜCKZUGSGEBIET geschaffen, wo sie ihre Ruhe haben und sich schonen können. Wenn ich zur FUTTERSTELLE komme, spüre ich Schneeflockes Blick durch die dicht stehenden Bäume. Natürlich weiß er, was Sache ist, wenn ich „BRAVE BUAM, BRAVE BUAM“ rufe. Für ihn ist die Fütterung Routine. Dann kommen sie alle an, die Leithirsche im Rudel vorneweg und die Jungen, die Hirschkühe und Kälber hinterher. Die jungen Wilden drängeln sich gern ungestüm vor und stehen mir manchmal auf Augenhöhe gegenüber. Nicht so Schneeflocke. ich weiss, dass er mir vertr aut, aber er hält immer respektvollen abstand.

! ACHTSAMKEIT Schnee hat sich über den Berg und das Tal gelegt. Er hat die Stille mitgebracht. Und Zeit. Zeit, zur Ruhe zu kommen. Zeit, um innezuhalten.

MACHT SINN.

LAUT WIRD'S VON MITTE SEPTEMBER BIS MITTE OKTOBER. DA RÖHREN DIE MÄNNLICHEN HIRSCHE U M DIE W ET TE UND BRINGEN DAMIT IHREN ANSPRUCH AU F EIN BRU NF TRU DEL ZUM AUSDRU CK.

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Er schätzt mich, setzt aber seine Grenzen und mag seinen Freiraum. Vielleicht sind wir uns da ein wenig ähnlich. Das Schöne ist, dass bei uns im Donnersbachtal das harmonische Nebeneinander funktioniert. Es sind ja nicht nur die Tiere, die sich gern in die Stille der Berge und Wälder zurückziehen. Viele von uns Menschen haben das gleiche Bedürfnis. Wir brauchen eine ZUFLUCHT vom lauten ALLTAG, wir sind schließlich auch Naturwesen. Wenn wir durch die Wälder gehen, einatmen, unseren RHYTHMUS finden, dann sind wir keine fremden Störkörper für das Wild. Wir sind ein selbstverständlicher Teil – wir teilen mit Prachtburschen wie Schneeflocke ein besonderes Stück Natur. Aber wir respektieren auch ihre GRENZEN, ihren Raum. Wir Menschen gehen unsere Wege und das Wild genießt sein Revier. Und ich sag es euch: Wenn wir uns durch das Donnersbachtal bewegen, folgt uns Schneeflockes Blick wahrscheinlich aus sicherer Entfernung.

GEHEIMTIPP: HIRSCHLOS’N AUF DER OXENALM IN DONNERSBACHWALD.

Danke, Rene. Danke, Schneeflocke. ORTE DER RUHE UND ERHOLUNG BEWAHREN. MACHT SINN.

Geschichten aus der Region

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MEIN GIPFELGL ÜCK

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MÄDELS ON TOUR Jetzt versteh ich! l o g buc h einer alpinen (Erst-)e r fa h ru n g

Geschichten aus der Region


MEIN GIPFELGL ÜCK

RUNDUM Z’ FRIEDN MI T DER STÄRKEN DEN G I P FEL JAUSE UN D DEM NÄC HS T EN ZIEL SCHON VOR A UGEN.

0 9

Geschafft, Mädels! Gemeinsam den Berg erobern. m ac h t s i n n . 07.10 UHR

0 7. 50 U H R

Oh, no … Schlummertaste!!!

Ach, Kaffee tut gut. Ich mach das jetzt. Immerhin hab ich extra die Tourenausrüstung ausgeliehen. Und die sieht gar nicht so schlecht aus.

07.15 UHR

Nein, ich kann nicht. Wecker sind so grausam. 07.20 UHR

Schon gut, schon gut. Ich kapituliere. Ich Ei. Was hab ich getan? Einfach so zusagen. Eine Skitour. An einem Wochenende! In aller Herrgottsfrüh! Ich bin noch nie auf Tourenskiern gestanden. 07.30 UHR

Ich bin ja fast zu schwach die Zahnbürste zu halten, wie soll ich denn bitte mit Fellen unter den Skiern den Berg hoch? „Eine feste Gaudi“ wird es, haben sie gesagt. Aktuell zieht in mir vielleicht Gähnen auf, aber ganz sicher keine Gaudi. Katrin und Lisa werden ihren Spaß sicher haben – mit mir.

0 8 . 0 2 UH R

Sie sind da. Hochmotiviert und voller Tatendrang. Mir wird es wieder ein bisschen mulmig. Aber die Mädels packen erst meine Sachen ins Auto, dann mich und schon geht’s los Richtung Donnersbachwald. 08.23 UHR

Da wären wir. Donnersbachwald City. Downtown sozusagen. Der Parkplatz ist noch ziemlich leer. Kein Wunder, wer geht denn um diese Uhrzeit auf den Berg? Und wer versteht frühmorgens dieses Bindungssystem?! 08.29 UHR

Ah, okay. So läuft das. Man geht oder besser gleitet, die Ferse hebt sich,

Geschichten aus der Region

zieht den Ski nach. Das ist eigentlich ganz intuitiv. Hm, fühlt sich gut an. 0 8. 3 5 UH R

Unser Ziel ist das Kleine Bärneck. „Klein“ klingt sympathisch für meinen ersten Versuch. Das pack‘ ich. Und schau, der Wald scheint auch gerade erst aufzuwachen. Dann starten wir gemeinsam in den Tag. Guten Morgen! 0 8. 5 4 UH R

Der Schnee knirscht unter den Brettln. Es gleitet sich nicht mehr ganz so easy wie am Anfang. Lisa geht rhythmisch und spurtet nicht davon, aber ich glaube, das Tempo halte ich nicht durch. Ich bitte sie, etwas langsamer zu gehen. Thx, Lisa. 0 9.1 9 UH R

Es geht dahin. Die Sonne steigt gemächlich höher und wir mit ihr. Kehre für Kehre sammeln wir Höhenme-

E I N E DR A UF G A B E GEFÄLLIG? DU WILLST UNBEDINGT M E HR Ü B E R D I E S KITO U R D E R M Ä D E LS E RFA HR E N? D A NN S C HA U M A L HI E R: W W W. M AC HTS I NN. AT


MEIN GIPFELGL ÜCK

Schritt für Schritt ins Glück. Dein w e g . Dein t e m p o . Deine e ro be ru n g .

DEN EI GENEN RHYTHMUS FI NDEN G EHT! I M MÖRSBACHTAL AUF S C HI ER EN DLOSEN A LMBÖDEN UN D SAN FT EN HÄ N GEN.

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Die letzten, luftigen Meter bis zum Ziel. Im gä n s e m a r s c h geht's voran. Jetzt k ä m p f t jede für sich. Und mit sich. Aber Umdrehen ist keine Option. Nicht für uns. Also Zähne z u sa m m e n be i s s e n , Blick aufs Gipfelkreuz, Stock vor und los.

B Ä R I G E R G I PF E L G R A T ! D I E LE TZ TE N S C HRI T TE Z U M Z I E L – K A NN D U RC HATM E N S C HÖ NE R S E I N? M I T WA HNS I NNS R U NDU M B LI C K VO M KLE I NE N B Ä RNE C K ( 2. 03 7 M ) .

Geschichten aus der Region


MEIN GIPFELGL ÜCK

ter. Katrin und Lisa tratschen vorne über ihre Arbeit, während ich hinten mit mir selbst beschäftigt bin. Es ist anstrengend, aber wir kommen voran. Schritt für Schritt. 09.35 UHR

Da vorne ist die Mörsbachhütte. Das heißt, die erste Etappe ist bald geschafft. Mein erster kleiner Erfolg. Wie verlockend wäre jetzt eine Einkehr?! Aber dann würde ich wahrscheinlich nicht mehr in den Tritt kommen. Also kurz durchschnaufen, die Landschaft aufsaugen und den Almkaffee auf später verschieben. 10.09 UHR

Hintere Mörsbachalm. Gipfelkreuz in Sicht. Was für eine Motivation. Ich lasse es nicht mehr aus den Augen. Yeah, ich komme! WI E EI N GROSSES ECHO … HA L L EN DIE ERIN N ERUNG EN AN DIE ERLEBNI S S E A M BERG ÜBER JA HRE HIN WEG. VI ELL EI CHT LIEGT ES DA RA N, DASS DIE EIN DRÜCKE HIER N ICHT A N EI NEM VORBEIHUS C HEN, SON DERN IN RUHI G EM RHYTHMUS A UF EI NEN ZUKOMMEN.

10.21 UHR

Bei der kleinen Holzhütte mit dem “Adlerhorst” machen wir doch Rast. Aber nicht meinetwegen. Die Lisl (so sagen wir zur Sonne) strahlt uns mit voller Kraft ins Gesicht und wir wollen nochmal eine Schicht Sonnencreme auftragen. Nachdem auch die Pläne für den heutigen Abend geschmiedet sind (sofern ich dann überhaupt noch zu irgendetwas fähig bin), schultern wir wieder unsere Rucksäcke. Lisa legt für uns die Spur im Tiefschnee. Sie ist unglaublich. Wie geschmeidig das bei ihr aussieht. Bei mir läuft das schon deutlich uneleganter und der Schweiß rinnt mir den Rücken hinab. 10.54 UHR

Meine Beine sind richtig schwer. Wenn ich jetzt stehen bleibe, werde ich sie womöglich nie wieder in Bewegung bringen, aber ich muss einfach anhalten. Diese schneebedeckten Almböden und sanften weißen Hänge sind einfach zu schön. Hätte ich noch Atem, würden sie ihn mir rauben.

nicht einmal Mittag und mein Tag ist schon so voller Eindrücke. Unglaublich. Nächstes Mal werde ich den Wecker nicht beschimpfen, sondern aus dem Bett hüpfen. Sag ich zumindest jetzt in meiner Euphorie zu den Mädels. Lisa jubelt und zeigt auf den Nachbargipfel. „Das Große Bärneck“, sagt sie, „den machen wir als nächstes“. Katrin reckt den Daumen in die Höhe und ich verspreche den beiden, dass ich dabei bin. Ich bin wohl ein wenig im Gipfelrausch. 12 . 0 4 UH R

Meine erste Skitour. Mit Fellen hinauf auf 2.037 m Höhe. Und die Felle müssen jetzt weg, damit wir runterfahren können. Lisa und Katrin zeigen mir, wie man sie abzieht und zusammenlegt. Dann noch raus aus den nassgeschwitzten Sachen und rein in die frische Wechselwäsche.

BERGWEISHEITEN „K E NNS T D I A U S, W O A S S T, W O S I M O A N? A B E RG IS NI X Å ND E RS, W I A A M O RD S TRU M M S TO A N. Å B A D RO B 'N A U F 'M G I P F E L, D E S S O G I Å LLE M Å L, I S ' VÜ S C HE NA , W I A D R U NT'N I M TÅ L! “

12 . 0 8 UH R

Eintrag ins Gipfelbuch. Das ist Pflicht und jeder soll von meiner sportlichen Höchstleistung erfahren. Auch Pflicht: Das Gipfel-Selfie mit uns Dreien. 12 . 4 2 U H R

Wir stehen abfahrtsbereit an der Kuppe. Ich bin wieder aufgeregt mit den neuen Skiern und den Tourenschuhen. Aber der Hang liegt so verlockend vor uns und den will ich jetzt genießen – genauso wie den Einkehrschwung in die Hütte.

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Ist schon komisch. Das ist meine Heimat. Ich bin hier aufgewachsen. Aber irgendwie erfahre ich sie heute neu. Goodbye Berg. Hello Tal. Danke, Mädels. GEMEINSAM DEN BERG EROBERN. MACHT SINN.

LÅÅÅCHEN! F Ü R’S P E RF E KTE G I P F E LF O TO, D A RF 'S A U C H G E RN E TWA S LÄ NG E R D A U E R N. VO N L. N. R. : LI S A , KATHA RI NA U ND K ATRI N

Katrin steht stumm neben mir. Dann sagt sie etwas, das mich zum finalen steilen Gipfelsturm motiviert: „Schau, wie soft der Schnee ist. Und da fahren wir gleich ab.“ Stimmt. Juche! 11.38 UHR

Da ist er. Okay, nicht ganz. Zähne zusammenbeißen, Blick aufs Gipfelkreuz, Stock vor und los. 11.59 UHR

YESSSSS! Geschafft! Wir sind am Ziel. Ich kann es kaum fassen. Alles lässt nach, die Anstrengung der letzten Stunden, die Schwere in den Beinen – alles mit einem Mal weg. ÜB A N TÅ L

Und plötzlich versteh ich genau, was Lisa immer meinte. Es macht alles Sinn. Die Bewegung, die Anstrengung, wir in der weißen Weite, unsere Spuren im Schnee, das Gefühl jetzt hier oben zu stehen. Es ist noch

A U F F I, HO C H A U F F I ! D Å KÅ NNS T D I F I ND N U ND LE RNS T D I VA B I ND N. B LI C K VO M KLE I NE N B Ä R NE C K .

Geschichten aus der Region


MEINE EMPFEH L UNG

DIE BÄRNECKGIPFEL Irdning

W OH E R KOM M T DI E L I S L ( S ON N E )?

1

Mörsbachspitz 2.020 m

Donnersbachwald 976 m

D I E HA NG R IC HTU NG I S T VO RW I E G E ND NO R D O S T B I S NO RD W E S T.

2

Mörsbachwirt 1.303 m Lammertörlkopf 2.046 m

DIE GÜNSTIGSTE ZEIT FÜR DIESE SKITOUR IST DER HOCHWINTER UND DAS ZEITIGE FRÜHJAHR.

Donnersbach RIESNERALM

SOLIDES LAWINENKUNDLICHES BEURTEILUNGSVERMÖGEN IST ERFORDERLICH.

DIE SK ITOUR EINE GIPFELTOU R RE I CH A N A U S B L IC KEN, DIE SICH JE NACH GESCHMACK U ND KOND IT ION VA R I I E REN L Ä S S T.

Schwarzkarspitz 1.996 m

3

WINT ERB EGEIS T ERT E E RWA R T ET EIN INT EN S I V E S S KITOU RENER L EB N I S. D A S NORD S EIT IGE TO URENGEL Ä ND E HÄ LT G UT E S C H NEEB ED INGU N G E N FÜ R DIC H B ER EIT.

Riesnerkrispen 1.922 m

KLEINES BÄRNECK

GROSSES BÄRNECK

2.037 m

2.071 m

1

2

3

STAR T

PAU SE

ZIEL

DON N ERSBACHWA L D CITY, PA RKPL AT Z N Ä HE HO T EL ST EG ERH O F.

M IT SCHWUN G EIN KEH REN BEIM M Ö RSBACHWIRT A UF 1. 3 00 M.

G RO SS E S B Ä RNE C K ( 2 . 071 M) U ND K LE I NE S BÄ RN EC K ( 2. 03 7 M ) KÖ N N EN KO M B I NI E RT W E RD E N.

IN “T H EO 'S URIG ER H ÜT T E" WERDEN H UN G RIG E TO UREN G EH ER V ERWÖ H N T.

1 2

Im Rucksack:

3 : 30 S TU N DEN

1.1 00 H ÖH E N MET ER

G A N Z ER WI N T ER

KON DI T I ON

KR AF T

E R FA HR U N G

LA N DS CH A F T

Lawinenausrüstung, ein Schäufelchen sportlichen Ehrgeiz, genügend Zeit für Pausen und eine g ’scheite Gipfeljause. Das Auto ist geparkt – am Parkplatz in der Nähe des HOTELS STEGERHOF. Mit den Skiern auf der Schulter geht es zu Fuß über die Brücke in Richtung Rodelbahn. Hier fellt man auf und es geht bergauf. Der Anstieg entlang der RODELBAHN ist gerade richtig zum Warmwerden. Bis zur ersten kurzen Erholung kurbelt sich der Weg bis zur MÖRSBACHHÜTTE hinauf, wo man auf einem kurzen Flachstück durchschnaufen kann. Danach geht’s in südlicher Richtung auf der Forststraße weiter zur HINTEREN MÖRSBACHALM. Jetzt sind die Gipfel bereits im Blickfeld. Es geht vorbei an einer Jagdhütte und nach einer markanten Linkskurve heißt es rechts rein und ab ins freie Gelände. Nun gibt’s für die Augen viel zu tun. Links die Riesneralm (von der du die Tour übrigens auch starten kannst), rechts der Schwarzkarspitz. In Richtung Skispitzen – purer Augenschmaus. Schneebedeckte Almbö-

den und sanfte Hänge. Dazwischen Hütten, weiß-grün gefleckte Wälder und eine Brücke, die über einen Bach führt … und natürlich Berge, Berge, Berge. Nach der Brücke wird es wieder steiler. Nochmal voller Einsatz für die Muskeln. Zackig geht’s Spitzkehre für Spitzkehre bergan, bis man oben die Wahl hat: KLEINES ODER GROSSES BÄRNECK? Beide! MACHT SINN.

Auf zum Himmel! Bergauf und geradeaus. Ob wahre TOURENKLASSIKER wie die Bärneckgipfel in Donnersbachwald, eine GIPFELÜBERSCHREITUNG auf der Planneralm oder die SONNENAUFGANGSTOUR auf den Hochmölbing. Die Bergwelt hält zig himmlische Touren bereit – für den, der sie zum ersten Mal versucht und den, der schon ein Himmelsstürmer ist. NOCH MEHR ENTDECKEN … im Schladming-Dachstein SkitourenFolder.

Skitour aufs Bärneck

D A M I T A L L E S G UT G E H T: U NTE RNI M M K E I NE S KI TO U R A LLE I NE . G E M E I NS A M M AC HT’S O HNE HI N M E HR S PA S S ! Ü B E RP RÜ F E Z U M S TA RT D E R TO U RE NS A I S O N D E N TE C HNI S C HE N Z U S TA ND D E I NE R A U S R Ü S TU NG – U ND HA B E S I E S TE TS D A B E I. B E AC HTE B E I D E R TO U RE NA U S WA HL B E S TE HE ND E RE G E LU NG E N W I E Z B. JA G D S P E RR- U ND W I LD S C HU TZ G E B I E TE , A U F F O RS TU NG S - O D E R JU NG W U C HS F LÄC HE N U S W. AC HTE A U F E I NE RI C HTI G E Z E I TP LA NU NG U ND VE RM E I D E E S, VO R S O NNE NA U F G A NG B Z W. NAC H S O NNE NU NTE RG A NG A U F RÜ C KE N U ND G RATE N U NTE RW E G S Z U S E I N. C HE C KE VO R JE D E R S KI TO U R D I E W E T TE R- U ND LAW I NE NS I TU ATI O N U ND U NTE RNI M M B E I U NS I C HE R E N B E DI NG U NG E N B I T TE KE INE TO U R . PAC KE I N D E N RU C KS AC K NE B E N E S S E N U ND WA R M E N G E TRÄ NKE N A U C H E R S ATZ KLE I D U NG , B I WA K S AC K, E RS TE -HI LF E -S E T U ND NATÜ RLI C H D I E LAW I NE NA U S RÜ S TU NG ( LVS -G E R ÄT A N D E N KÖ R P E R ) . B E G E HE U ND B E FA HRE NU R HÄ NG E , B E I W E LC HE N D U DI R S I C HE R B I S T, D A S S K E I NE LAW I NE NG E FA HR B E S TE HT – U ND S TE I LE HÄ NG E B I T TE I M M E R E I NZ E LN. M AC HE A U S RE I C HE ND PA U S E N U ND TRI NKE RE G E LM Ä S S I G . D U RC HQ U E RE WA LD G E B I E TE M Ö G LI C HS T A U F W E G E N O D E R F O RS TS TRA S S E N. D E R B E RG I S T D I R S E HR VE RB U ND E N, W E NN D U D E I NE TA S C HE NTÜ C HE R, O B S TS C HA LE N E TC. W I E D E R M I T I NS TA L NI M M S T.


Über'n Berg gleich das nächste Skitourenparadies: Die Planneralm.

MEINE AUS ZEIT

AU S Z E I T 1

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Latschen im Winterschlaf


D E R BE R G

2.351 m ragt er, der berg majestätisch gen Himmel. Das weiß man aber erst seit dem Jahr, in dem auch das ABGB kundgemacht wurde, nämlich 1811.

Davor hat man sich damit begnügt, seine höhe von sicherer Basis im Tal herunten zu schätzen. Kein Wunder, dass er bis dahin unbestritten als der hö c hste berg der Steiermark galt. Der höchste fr eistehende Berg europas ist er übrigens heute noch!

Moped Mein Berg. Mein Moped. Dachten sich 17 junge Männer im September 2011 und trugen eine puc h MV50 in einzelteilen auf den Grimming, bauten es dort zusammen und gaben gas ! Jiiichaaa!

Kurzweiliges zum Grimming

G

L EIPZIG 184 0- 41

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V. PAYN E N. M EY ER A US SEIDL "WA N DERUN G EN DURCH T Y RO L UN D ST EYERM A RK"

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WACHT.

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DER ÜBER DAS TAL

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DER BERG,

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Du bist:

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wir nennen dich nicht einen iso lierten Gebirgsstock. Das würde dir in deiner Schönheit, deiner Eleganz, deiner Einzigartigkeit nicht gerecht werden.

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Nein,

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M I T E I NE R L Ä N G E V ON 9. 3 00 M UN D E I N E R B R E I T E V ON 5 . 2 00 M I S T E R S C HO N E I N M U G L VO N E I NE M B E RG . S TE HT D A G A NZ A NM U TI G I M A NG E S IC HT S E I NE S G RO S S E N B RU D E R S, D E S D A CH S T E I N S. D A S S S I E DI E S E L B E N G E N E HA B E N, DA S I S T G E W I S S - B E I D E S I ND S I E D U RC H U ND D U RC H D A CH S T E I N KA L K.

IT

ES STAN D PATE FÜR PAULA GROGGERS HISTORISCHEN FAMILIEN ROMAN, DER M IT SEINEN MU NDARTLICHEN KOSTBARKEITEN IN SAGE U ND SCHREIBE 9 SPRACHEN Ü BERSET ZT WURDE UN D DER DICHTERIN ZU EINER EHRENPENSION DE S LAN DES STEIERMARK VERHALF.

HI E R U ND D A W I R D E R JA S O G E NA NNT.

SP

N EIN, N ATÜRLICH NICHT IRGENDEINE, SONDERN DAS SAGEN UMWOBEN E GRIMMINGTOR.

BERG HEIL.

KALKSTEINMUGL

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EIN E MARKAN TE, 50 M HOHE UND 15 M BREITE FELSNISCHE.

Aber man sagt sich, es waren wohl Einheimische, die möglicherweise bei Jagdunternehmungen den Gipfel erreichten.

Dem Berg ein Ständchen spielen. m ac ht sinn .

RT

WAS DU DA FIN DEST?

Wer war der Erste? Das weiß nur DER BERG und der verrät es nicht.

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ERSTBESTEIGUNG.

Vor 500 Zuhörern gab die Musikkapelle Bad Mitterndorf am 31. August 2013, nachdem sie zuvor zu Fuß aufgestiegen war, in voller Montur am Gipfel ein Platzkonzert.

SC

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LÄNGE: 14°00’40’’ BREITE: 47°30’49’’

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Ein Platzkonzert


D E R BE R G

Der Kaufmann Toni Adam war ein begeisterter Bergsteiger – er liebte ROMANTISCHE NACHTBEGEHUNGEN, suchte immer wieder in den Wänden des Grimmings nach neuen Wegen – von der Haustür auf den Grimming. Als noch nicht FÜNFZEHNJÄHRIGER stieg er 1930 zum ersten Mal auf den Grimming, 1980 ZUM HUNDERTSTEN MAL. Sein Hausberg hielt ihn gefangen . Dieser stand buchstäblich vor seiner HAUSTÜR, vor dem Alpengasthaus Adam in Pürgg. Von dort lief der junge Anton Adam (so nannte er sich damals) mittags weg und schrieb 2 ¾ Stunden später(!) in das Gipfelbuch:

Toni Adam „DER GRIMMINGVATER“ (1915 – 1989)

Auszug aus Beiträgen von Josef Hasitschka und Adolf Mokrejs für die Sonderausstellung „Der grimmige Berg. Mons Styriae altissimus“, Schloss Trautenfels 2011/12

10. Mai 1934: Meine 3. Besteigung an einem Nachmittag ausgeführt. Abmarsch von Pürgg um 12 h Mittag. Heute gelingt mir der Anstieg über Lärchkogel- Gamsspitz-Multereck-Hocheck in 2 ½ Stunden. Abstieg Eiblofen-Untergrimming. Berg Heil! Anton Adam, Pürgg., DÖAV Sekt. Stainach.

G R I M M I N G H ÜT T E A M 1 5 . J U LI 1 95 1 W U RD E D I E S C HU TZ HÜ T TE A M G RI M M I NG F E I E RLI C H M I T E I NE M B E RG F E S T E RÖ F FNE T. S E I T JE HE R NIM M T D I E G RI M M I NG HÜ T TE E I NE W I C HTI G E F U NKTI O N A M F U S S E DE S B E RG E S E I N U ND I S T E I N B E LI E B TE S A U S F LU G S Z I E L F Ü R WA ND E RE R. G E HZ E I T: 1 H A B S C HLO S S TRA U TE NF E LS

Der Lärchkogelweg ist nahezu die direkteste Verbindung zwischen Pürgg und dem Gipfel – nahezu. Denn es geht noch direkter: 19. August 1934: Erstaufstieg durch die Untergrimminger Schütt und den anschließenden Kamin und Rißreihe ins Scharterl unter dem Multereck. Sehr schwierig und außerordentlich brüchig. Landschaftlich schön. Dauer bis zum Multereck 4 St. Sepp Forstner, Anton Adam, Träger-Führer-Anwärter. Der Gipfelbleistift

M UL TE RE

Als BERGRETTUNGSMANN wusste Toni um die Bedeutung eines GIPFELBUCHES bei Rettungseinsätzen. Verantwortungsbew usst schrieb er deshalb in das Grimming-Gipfelbuch:

CK

8. Juni 1939: Bergsteiger! Bitte schont das Gipfelbuch. Es dient nicht dazu durch mehr oder minder geist- und geschmacklose Eintragungen den nachfolgenden Besuchern zu zeigen, wie leer es im Kopfe aussieht. Die Gipfelbucheintragung ist vielmehr einer der wichtigsten Anhaltspunkte für Rettungsmannschaften und hat so manchem Bergsteiger schon das Leben gerettet. Vergiß auch nie, den Bleistift in die Hülse zu stecken und selbst wenn er dir gut gefällt, nimm ihn nicht mit. Du kannst ihn ja im Tal um 10 Pfennig kaufen und nicht jeder, der auf den Gipfel kommt, hat einen Bleistift mit!

G I PF E L KR E UZ E S WA R A M 8. S E P TE M B E R 1 903 , A LS A U F D E R HÖ C HS TE N S P I TZ E D E S G RI M M I NG S, D E M HO C HE C K A U F 2. 3 5 1 M, D A S M ÄC HTI G E KA I S E R KRE U Z A U F G ES TE LLT W U RD E . IN D E R NAC HT D AVO R HAT TE N E S 28 D E R S TÄ M M I G S TE N M Ä NNE R UND S TRA M M S TE N B U RS C HE N A U F I HRE N S C HU LTE RN D E N B E RG HI NA U F TR A NS P O RTI E RT. B E I M F E S TA K T WA RE N F Ü R DI E D A M A LI G E Z E I T REKO RD VE R D ÄC HTI G E 1 0 3 P E RS O NE N A M G I P F E L – D E R E I NE G A S T D A RU NTE R, D E R F Ü R E INE KLE I NE S E NS ATI O N S O RG TE , WA R A B E R NI C HT E TWA D E R KA IS E R – NE I N, D E R WA R NI C HT D A – S O NDE RN, KE I N S C HE RZ , E I NE F RA U. I N W I E N NA HM M A N D I E E RF O LG TE E RRI C HTU NG D E S E I S E RNE N K A I S E RKRE UZ E S A B E R M I T „B E S O ND E RE M W O HLG E FA LLE N Z U R A LLE R HÖ C HS TE N KE NNTNI S “ . D E R VO LLS TÄ ND I G K E I T HA LB E R : 1 95 4 W U RD E DA S KA I S E RK RE U Z D U RC H D A S Ö AV G I P F E LK RE U Z E RS E TZ T.

Berg Heil, Toni Adam. Dazu ergänzte am 15. August 1939 ein Bekannter: Bleistifte dutzendweise zu reellen Preisen nur bei Toni Adam (behördlich konzessionierte Bleistifthandlung). Josef N., Viktor E., Krungl. B I WA KS CH A CH T E L

Das Kaufhaus Adam kam durch diese Bemerkung zu einer Gratiswerbung „von höchster Seite“. Auch die HEIMKEHR von Toni aus dem Zweiten Weltkrieg w urde in der Folge mit „Jubiläumstouren" gefeiert: 25. August 1949: Den vierten Jahrestag meiner Heimkehr aus dem Krieg verbringe ich auf dem Berg, der mir mehr als jeder andere Symbol der Heimat war.

„B E R G S TE I G E R N S O LLE N P LÖ TZ LI C HE W E T TE RU M B R Ü C HE NI C HT Z U M LE B E NS B E D RO HLI C HE N VE RHÄ NG NIS W E RD E N. D I E LATE NTE N G E FA HRE N A M B E RG M Ü S S E N E NTS C HÄ RF T W E RD E N“ , D AC HTE S I C H 1 949 D R . LU D W I G O B E RS TE I NE R , P I O NI E R D E S S TE I RI S C HE N B E RG RE T TU NG S W E S E NS. A M 1 8 . S E P TE M B E R 1 949 W U RD E D I E B I WA KS C HAC HTE L A M G RI M M I NG S C HLI E S S LI C H A U F S E I NE N NA M E N E I NG E W E I HT. 43 JA HRE LA NG , FA S T A U F D E N TA G G E NA U, B O T S I E I N D I E S E R F O RM B E RG S TE I G E R N A M G RI M M I NG S C HU TZ VO R U NE RWA RTE TE N W E T TE RE I NB RÜ C HE N. E RS T 1 992 W U RD E S I E D U R C H E I NE NE U E B I WA KS C HAC HTE L E RS E TZ T. D I E E I NW E I HU NG D E S NU NM E HR I G E N „TO NI A D A M – D R. O B E RS TE I NE R-B I WA K“ W U R D E A M 20. S E P TE MB E R 1 992 G E F E I E RT. S O W U RD E A U C H D E M " G RI MM I NG VATE R“ NAC H S E I NE M TO D E I N E HR E NW E R TE S D E NKM A L G E S E TZ T.

Kurzweiliges zum Grimming

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MEINE KOSTBARKEITEN

GE N USS

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MIT STARKEN WURZELN … standhaft, stark und freigiebig. Vor mehr als hundert Jahren hatte jemand den großartigen Einfall, MICH am GLITSCHNERHOF in Aigen im Ennstal, ganz in der Nähe des Putterersees zu PFLANZEN. Ich nehme an, es waren die damaligen Bauersleut'. Vielleicht dachten sie daran, mich als l e be n s bau m ins Zentrum ihres h o f e s zu setzen – für sich selbst, ihre Kinder, Enkel und Urenkel. Wie ihnen diese Idee aufgegangen ist …

DU WILLST SEHEN, WIE MONIKA DIE NÜSSE IN SAGENHAFTEN GENUSS VERWANDELT? WI R HA BEN IHR ÜBER DIE SCHULTER SCHAUEN DÜRFEN. SIEH SELBST … WWW.MACHTSIN N.AT

Geschichten aus der Region


MEINE KOSTBARKEITEN

E

s war die richtige Wahl, damals. Der Platz ist perfekt, die Sonneneinstrahlung, der Boden, die Menschen . Ich habe es besonders gut hier. Ich bin TIEF VERWURZELT in dieser Erde und unverrückbar eingepflanzt in den Herzen meiner Familie, ihren Gästen und Nachbarn . Das spüre ich in ihren BERÜHRUNGEN und sehe es in ihren Blicken . Und ich höre es. Wenn die Erwachsenen den um mich tobenden Kindern zurufen, ob sie nicht auf den nahen Spielplatz wollen – und die unverrückbare Antwort sofort zurückschießt: „NEIN, WIR SPIELEN LIEBER HIER.“ Das sollen sie. Ich habe sie sehr gerne um mich. An meinem Fuße wird gegrillt und gegessen und auf der Bank in meinem Schatten werden Geschichten erzählt, Aktuelles diskutiert und überlegt, was es zu tun gibt. Aus diesen Gesprächen erfahre ich, was alles passiert da draußen in der Welt – und das scheint viel zu sein. Oft schnaufen die Menschen dann am Ende durch, nicken und betonen , wie ruhig und friedlich es doch hier sei .

LIEBE … MONIKAS GEHEIMZUTAT

ich stehe still, aber wachse stetig. ich bin ein kräftiger baum, stark und standhaft. Inzwischen bin ich ein großes ZUHAUSE geworden . Aus der Krone pfeifen die Vögel, die Eichhörnchen turnen durch meine Äste und die beiden Katzen schlüpfen in meine Löcher, wo sie auf Beute lauern. Meist machen sie jedoch erst einmal ein Schläfchen. ich scheine eine ruhe auszustrahlen. Das flüstert mir auch MONIKA manchmal zu. Sie ist die Bäuerin hier am GLITSCHNERHOF und ich habe das Gefühl, dass sie mich auf eine ganz spezielle Art wahrnimmt. Sie beobachtet mich, berührt mich und sie macht aus mir etwas Besonderes – zumindest aus meinen FRÜCHTEN. Monika ist eine leidenschaftliche und – so höre ich immer wieder – hoch talentierte ZUCKERBÄCKERIN.

Das REZEPT für die einzigartigen Nusskipferl hat uns Monika nicht verraten. Geht auch nicht wirklich. Es ist eine GEFÜHLSSACHE. Und das SCHMECKT man dann auch jedes Mal ein klein wenig anders, aber doch immer HERRLICH - heraus. 1 7

Monika sammelt jedes Jahr fleißig die WALNÜSSE, die noch nicht die Eichhörnchen stibitzt haben. Körbeweise trägt sie sie in die Küche. Sie knackt eine nach der anderen , holt den weichen Kern aus der harten Schale – etwas, das sie übrigens auch bei manch einem ihrer Urlaubsgäste macht … Dann verarbeitet sie meine Früchte in ihre legendären NUSSKIPFERL. Wenn der Duft aus der Küche in der Luft liegt, kommen sie ALLE an. Ja, wirklich alle. Familie, Freunde, Gäste – sie schwärmen aus allen Himmelsrichtungen heran . Ich LIEBE dieses gesellige Treiben und es macht mich stolz, dass ich Teil des GENUSSES bin. Jeder hier mit Kipferl in der Hand (bzw. im Mund) weiß, wo die Füllung herkommt. Von ihrem Nussbaum mit seinen über hundert kräftigen Jahresringen . Ja, diesen Flecken haben sie einst GUT für mich AUSGESUCHT. Hier gehöre ich hin , hier fühle ich mich wohl. Die Sonne und der Boden werden mich weiter stärken. Ich weiß, für wen ich besonders gerne wachse. Und ich denke, sie wissen , spüren und schmecken es auch. Danke, Monika. EINANDER WERTSCHÄTZEN. MACHT SINN.

Geschichten aus der Region


MEINE KOSTBARKEITEN

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Geschichten aus der Region


MEINE KOSTBARKEITEN

10 JAHRE GEDULD. Die brauchte es, bis ich zum ersten Mal früchte trug.

WENN DU GESTATTEST:

167 STÜCK Walnüsse, soviel muss Monika KNACKEN um genügend FÜLLE für ihre Nusskipferl zuzubereiten. Manchmal mehr, manchmal weniger. Das sagt ihr dann ihr G’spür.

MEIN NAME: Walnussbaum DIE ALTEN RÖMER NANNTEN MICH: Juglandaceae MICH GIBT ES IN: sage und schreibe ca. 60 Arten ICH WACHSE IN: Europa, Amerika, Asien und Aigen im Ennstal MEINE FRÜCHTE SIND: braune Walnüsse DU SIEHST MICH BLÜHEN: zwischen April und Mai WO ICH MICH WOHLFÜHLE: werde ich 15-20 Meter hoch und bis zu 150 Jahre alt MEINE RINDE: ist rissig und profilreich DAFÜR IST MEIN HOLZ: richtig hart UND MEINE BLÄTTER: mittelgroß und satt dunkelgrün ICH LIEBE: nährstoffreiche Lehmböden , wie am Putterersee

E I N E H A N D V OL L L E B E N S KR A F T

EI N GANZER TELLER VOLL GENUSS

WA LNÜ S S E S I ND WA HRE W U ND E RW U Z Z I S. E HRLI C H. S I E S I ND KNAC KI G , G 'S C HM AC KI G U ND G E S U ND. S I E Z U KNA B B E RN I S T NI C HT NU R E I N G E NU S S F Ü R D E N G A U M E N, S O ND E RN I HNE N W I RD A U C H E I NE R E I HE P O S I TI VE R W I RKU NG E N A U F LE I B U ND S E E LE NAC HG E S A G T. I HR RE G E LM Ä S S I G E R VE RZ E HR S O LL D A S HE R Z S TÄ RK E N U ND D A S D E NKVE RM Ö G E N A NKU RB E LN.

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IN DER GEMÜTLICHEN STUBE AM GLITSCHNERHOF - MIT BLICK AUF IHREN URSPRUNG.

B E I A LL D E N VO RZ Ü G E N M AC HE N S I E – TR O TZ M E HR FAC H U NG E S ÄT TI G TE R ( A LS O D E N G A NZ G E S U ND E N) F E T TS Ä U RE N – NI C HT E I NM A LD I C K . D A F Ü R LI E F E R N S I E E I NE S C HÖ NE P O RTI O N KA LI U M, M A G NE S I U M, Z I NK, E I S E N U ND KA LZ I U M F RE I M U ND. NJA M M.

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M E INE VOR D E NKE R

GANZ UND GAR BESONDERS

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WER WILL TAUSCHEN? WO KÖN N TE ERWIN BESSER IN SPIRATION SCHÖPFEN ALS AUF "SEIN EM" BERG? N IRGEN DWO. SIEH SELBST … WWW.MACHTSINN.AT

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MEINE VORDENKER

D ONNE R SB ACHWALD, APRIL 2 0 1 7

Mein Freund, ich seh dich vor mir, wie du FRAGEND die Stirn runzelst, wenn du diese Zeilen liest, aber jetzt setz dich hin und lass dir von mir mal was SAGEN: Ich finde nämlich, dass es an der ZEIT ist, mich bei dir zu BEDANKEN …

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Weißt, e rw i n , ich kenn dich jetzt schon eine gute Weile. Ihr ward’s ja noch keine drei Käse hoch, da seid's ihr meine Hänge runter gebrettert wie die Wilden. Wirklich bei jedem Wetter seid’s ihr im r i e s n e r a l m - s c h n e e gewesen.

ERWIN PETZ G ESCH Ä FTS F Ü HRE R D E R RI E S NE RA LM BERG BAHNE N. PA S S I O N I N P E RS O N.

Geschichten aus der Region


ME INE VOR D E NKE R

MEHR SKIFAHREN WENIGER LIFTFAHREN! VON DIESEM CREDO DÜRF EN SICH DIE GÄSTE UND NATÜRLICH ERWIN SELBST TÄGLICH Ü BERZEUGEN. BEIM CARVEN ÜBER DIE PISTEN HOLT ER SICH DEN F RISCHE-KICK FÜ R ZW ISCHENDURCH.

Du bist älter geworden, deine Technik f i l i g r a n e r , deine s k i tag e ein bisserl weniger – und plötzlich 2004 warst du dagestanden. Der Herr bü rg e r m e i s t e r als neuer geschäftsführer. Da hab ich dich schnell von einer a n d e r e n s e i t e kennengelernt. Aber eins war gleich wie auf Skiern: Du hast wieder ein g e h ö r i g e s t e m p o hingelegt … 2 2

H O CH H I N A UF – G E H T ’S F ÜR DI E RIESNERALM! MIT EINEM HOCHMOTIVIERTEN TEAM UND EINEM GESCHÄFTSFÜHRER, DESSEN HERZ FÜR SEINEN BERG SCHLÄGT. SO ENTSTEHT HIER QUALITÄT.

Ich geb zu, ich hab mich schon gefragt: HERRSCHAFT, was hat der denn vor mit mir?

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ME INE VOR D E NKE R Glamour und Gloria geht – oder vielleicht gerade deswegen. Weil sie unsere BODENSTÄNDIGEN Geschichten packen und sie spüren, was uns alle hier antreibt, das ganze Team. Und es ist ein gewaltig STARKES TEAM. Alle packen sie an, alle wollen sie die Riesneralm vorantreiben und meine Besonderheiten zum Scheinen bringen. Ich weiß, dass das keine Selbstverständlichkeit ist. Und so möchte ich mich heute bedanken. Für all die Projekte, von unserer großen Kinderskischaukel über die Waldtiere aus Holz. Auch für deine neueste Idee, das nostalgische „GIPFELBAD ANNO DAZUMAL“ ganz oben am Hochsitz. Ich schüttle so schon gern den Kopf über dich, aber da hast du einen draufgesetzt.

WAS GEHEN WIR ALS NÄCHSTES AN? ERWIN GENIESST W OHL NICHT NU R DIE AUSSICHT VOM HOCHSITZ. SEIN BLICK VERRÄT, ER IST BEIM GRÜBELN.

Wie kommt man bitte darauf, ein SCHWIMMBAD, wie es einst im Ort stand, auf meinen Gipfel auf 1.900 m Seehöhe zu setzen?

HMM … OB DIESE IDEE BEREITS SPRU CHREIF IST?

Was soll ich sagen, jetzt ist es da und es ist einzigartig. Ein Freibad mit 360° GIPFELMEERESBLICK. Ein Bergund Badeerlebnis in einem. Du verrückter Kerl. der klassische weg, lieber erwin, der war noch nie der deine.

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ch war lang entspannt dagelegen und ja, ich hab ein wenig zu viel gerastet, so dass ich zu rosten anfing. Das war mir gar nicht so klar – dir aber schon.

„Du bist was Besonderes“, hast du zu mir gesagt, „also brauchst du auch besondere Ideen und die werden dann besonders geschätzt.“ Da hast du besonders recht gehabt.

Also hast du die ZAHNRÄDER meiner Seilbahn GESCHMIERT, damit sie wieder flüssig laufen (ach nein, stimmt, das war der Siegi, unser unersetzbarer Betriebsleiter). Und du hast dich festgebissen, stur wie du bist.

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Danke, Erwin. Deine Riesneralm. BERG UND MENSCH IM TEAM. MACHT SINN.

Heute sag ich: GOTT SEI DANK. Aber damals hast du ordentlich Überzeugungsarbeit leisten müssen – nicht nur bei mir. dann hast du gesagt: „die riesner alm, das ist mein lebensprojekt.“ Da begann ich aufzuwachen. Die anderen können groß und mächtig sein, hast du mir klargemacht, aber du, du bist was BESONDERES. „Du magst versteckt liegen, aber verstecken brauchst dich nicht“, hast du gesagt. Und dann hast du mir gezeigt, was eigentlich in mir steckt. Es ist mir ein Rätsel, wo du die IDEEN immer her hast. Du sagst, sie kommen dir, wenn du auf Skiern stehst oder auf dem Radl sitzt. Man könnt‘ meinen, du stehst nur auf Skiern oder sitzt nur auf dem Radl. Dass diese Ideen so schlecht nicht sind, das hat sich dann schnell gezeigt. Du hast mich, die kleine Riesneralm, auf TITELSEITEN gebracht. INNOVATIONSPREISE haben wir bekommen, Urkunden wurden uns verliehen. Verrückt. Aber weißt du, was mich besonders STOLZ macht? Wenn ich dich reden höre. Wenn du bei einem Kaffee auf der Hochsitz-Terrasse sitzt und meine Geschichten erzählst. Sie hören dir zu, obwohl es nicht um Prunk,

4 TALABFAHRTEN. und 900 m Höhenunterschied auf 30 variantenreichen Pistenkilometern legt die Riesneralm ihren Gästen zu Füßen. Ein Reich an Möglichkeiten zwischen Berg und Tal.

MACHT SINN. Geschichten aus der Region

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ME INE E MP F E H L UNG

DER MENSCH UND DER BERG. EI NE BESON DERS WERTS C HÄTZEN DE FREUNDSCHAFT, DIE S I C H - IM FALLE VON ERWI N U N D DER RIESNERA LM - GEGEN SEITIG KRA FT ZUM WACHSEN UND RA UM ZUM SEIN G I BT.

Zwei mit be s o n d e r e r Natur. e rw i n und seine r i e s n e r a l m .

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bis zum Sonnenuntergang g i p f e l ba d e n

360 GRAD

Im Sommer …

Der Panoramablick in die bergwelt der niederen Tauern wird dich (auf die sanfteste Art und Weise, die du dir vorstellen kannst) fesseln.

begrüßt dich hier das Gipfelerlebnis der Extraklasse im wohlig warmen GIPFELBAD ANNO DAZUMAL.

STECKBRIEF DES GIPFELBADS: GEÖFFNET Juli bis September zu den Riesneralm Öffnungszeiten EINTRITT ist im Gipfelerlebnis-Ticket inbegriffen, Badebekleidung einpacken! WASSERTEMPERATUR 26 Grad

H M M M H I M M L I S CH G UT S CH L A F E N !

Fühle dich zurückversetzt in die Zeit, als Freibäder überhaupt erst erfunden wurden und tauche dabei ausgelassen in das grüne GIPFELMEER DONNERSBACHWALDS ein . Dieser Traum eines Schwimmbads auf höchster Ebene direkt neben dem Hochsitz ist auf der Riesneralm Wirklichkeit. Ja, es darf sogar noch ein bisserl mehr sein. Mehr Gipfelblicke. Mehr Sommerduft. Mehr Zeit zum Sein . Jeden Freitag, wenn es dunkel wird und die umliegende Bergwelt sich sanft zu Schlafe legt, steht das Gipfelbad bis zum SONNENUNTERGANG für dich offen . Und am Holzkohlegrill brutzelt bereits dein Steak, während der ‚Tschackl‘ auf seiner Heimatzirbe sein Gute-NachtLied wispelt.

B A LD S C HO N … I M G I P F E L[ T] RA U M, E I NE M " P RI VATE N HO C HS I TZ " I N D E M NU R D U ( U ND D E I N S C HATZ ) G E M E I NSAM MIT DEM BERG E I NS C HLA F E N U ND TRÄ U M E N D Ü RF T.

Den Tag am Berg au s k l i n g e n lassen und inmitten des g i p f e l m e e r e s die Sommersonne bis zum Schluss au s ko s t e n .

Gipfelerlebnisse auf der Riesneralm

m ac h t s i n n .


ME INE S TIL LE

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T I L

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Berg in Kältestarre


ME INE S C HÄTZ E

MONOLOG EINES SCHLEPPLIFTES

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Geschichten, die nur der 45-JÄHRIGE Gläserbodenlift zu erzählen weiß.

Das war es. Schon wieder ein Winter auf der PLANNERALM vorbei. Es war eine SCHÖNE SAISON, aber auch ganz schön ANSTRENGEND. Natürlich, ich bin nun auch nicht mehr der Jüngste mit meinen 45 Jahren.

Geschichten aus der Region


ME INE S C HÄTZ E

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hrlich gesagt war ich einer der ERSTEN hier und in der Schleppliftszene überhaupt. Doch – auch wenn ich vielleicht ein wenig knarzen und knarren mag – ich laufe noch immer wie geschmiert. Das liegt auch daran, dass meine Jungs ein besonderes Auge auf mich werfen und mich liebevoll pflegen. Früher habe ich dazu Wartung gesagt, doch da ich mit der Mode gehe, bezeichne ich es heute als Wellness-Behandlung. Gut geölt werde ich jetzt am Saisonende, bis ins kleinste Schräubchen kontrolliert, geschrubbt und gereinigt, bis auch meine treuen Bügel wieder glänzen. Das ist meine Einstimmung auf die warmen Monate, in denen ich mich ganz wunderbar regenerieren und all die GESCHICHTEN Revue passieren lassen kann… 45 Jahre. Wird da die Arbeit nicht zur Routine? Keineswegs. Ich laufe zwar immer meine gleiche Runde, ein zirkelndes Auf und Ab, aber ich werde dem Kreiseln, trotz meines Alters, nicht müde. Die Planneralm ist eines der schönsten Arbeitsgebiete, die man sich nur wünschen kann. Bei solchen AUSSICHTEN kann man sich nicht beschweren! Wir sind eine der schneesichersten Regionen und der Anblick, wenn die dicken Flocken fallen und die dichten, meterhohen Latschenkiefern langsam unter sich bedecken, bringt jedes Jahr auf 's Neue ausreichend Motivation. Natürlich weiß ich, was der Nachwuchs so zu bieten hat – ich lebe auf der Planneralm, nicht hinter dem Berg. Sie heißen Jet und Express, sind superschnell und hocheffizient. Ich habe gehört, was sie alles drauf haben. im gegensatz zu ihnen kann ich den leuten (bzw. ihren popos) nicht einheizen. Ich lasse sie nicht in höchste Höhen schweben. Bei mir geht es anders zu. Nach mir muss man GREIFEN, ich bin einer zum FESTHALTEN und bei mir bleiben die Skifahrer mit beiden Skiern auf dem Boden. Doch ich bin ganz entspannt. Schließlich weiß ich, dass sehr viele mich genauso haben wollen wie ich bin. Sie wollen nicht abheben. Sie wollen nicht, dass sich Türen schließen oder Hauben herabsenken. Sie wollen die Natur auf ihrer Haut SPÜREN, den anderen auf der Piste nachsehen oder schauen, welche Tierspuren sich da zwischen den Bäumen verlaufen. Sie wollen die Planneralm mit mir erfahren und nicht über ihr schweben.

KLACK KLACK … KLACK KLACK

Die NÄHE ZUR NATUR ist das eine, aber was fast noch wichtiger ist, das ist die Nähe zwischen den Menschen. Bei mir geht es INTIMER zu. Bei mir steht man zu zweit zusammen. Bei

ICH BIN'S. ES IST EINER DIESER KLIRREND KALTEN WINTERTAGE. VÄTERCHEN FROST IST ZU BESUCH. OB WIR FREUNDE SIND? ABER JA DOCH! SIEH SELBST … WWW.MACHTSINN.AT

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M E INE S C HÄTZ E

Fröhliches Treiben auf zünftigen h ä n g e n , wo sich die Sportler zum s k i l i f t hin drängen zur w i n t e r s z e i t . J OS E F L A MP R E C H T ( E I NHE IM IS C H E R U M 1 95 0 ) ÜBE R D ONNE RS BAC H

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ME INE S C HÄTZ E

mir werden Gespräche geführt, die hört man in keiner Großraumgondel. Ich könnte da Geschichten erzählen. Und obwohl sich seit meinen Anfängen 1972 die Welt so gewaltig verändert hat, kreist das Leben – so wie ich – im Grunde immer um das Gleiche. ich erfahre von ängsten und tr äumen. es wird getr atscht und gelästert, geschwärmt und getr äumt.

IN DA FRIAH ZEIGT DIE PLANNERALM IHRE PURE N AT UR. ZUM WARM ANZIEHEN IST ES AU F JEDEN FA L L , WEIL KNACKIG WIRD’S ÅLLEWEIL!

Die Eltern vorne diskutieren die Zukunft der Kinder, die ich hinten ziehe. Die sind damit beschäftigt zu überlegen, welchen Jump sie fahren werden und ob der Felix jetzt cooler ist als der Marcel. Einige der Eltern kenne ich seit sie noch kleiner waren als ihre Junioren heute. Anfangs habe ich sie zwischen den Beinen ihrer Eltern hochgeschleppt. Dann ihre ersten eigenen Versuche erlebt, wo sie frustriert rausfielen. Ich erinnere mich an ihr stolzes Grinsen, als sie ihre erste Fahrt mit mir geschafft hatten. Ich habe es ihnen anfangs nicht einfach gemacht, aber durch mich haben sie dazu gelernt. Ich habe sie zu sichereren Skifahrern gemacht und ihnen SELBSTBEWUSSTSEIN geschenkt. Als erfahrene Kids haben sie sich nicht mehr festgekrallt, sondern souverän rumgealbert. Ich habe gesehen, was sie heimlich so getrieben haben: rückwärtsfahren, hinten dranhängen, zu viert fahren. Sie haben den Spaß von der Piste bei mir weitergeführt – und ich hab’s heimlich genossen.

Z' MITTÅG IST DER ERSTE ANSTURM VORBEI. JET ZT WÄ RM EN SICH DIE MEISTEN SKIFAHRER IN DEN H ÜT T EN A UF. DIE BESTE CHANCE ALSO, DEN BLICK ZUM G RIMM ING GANZ F ÜR SICH ALLEIN ZU GENIESSEN.

Ja und dann haben sie in späteren Jahren gemerkt, dass das ANBANDELN in einem Schlepplift ganz hervorragend funktioniert. Die drei Minuten zu zweit kann man gut überbrücken, ohne dass es peinlich wird. Man ist ganz NAH BEIEINANDER, aber das ist ja ganz normal. Es folgen weitere drei Minuten und ich merke, dass man sich womöglich mehr auf die nächste Fahrt mit mir freut als auf die Abfahrt. und irgendwann hält man sich nicht mehr an meinem bügel, sondern aneinander fest. Manchmal blieb’s tatsächlich bei der Person, manchmal hat man sich im nächsten Winter an jemand anders festgehalten.

AUF D’ NÅCHT BEI MEINER SEEL, ERLEBT JEDER AU F DER L ET ZT EN FAHRT MIT DEM GLÄSERBODENLIF T, DEN BERG , WIE ER LEIBT U ND LEBT!

Ich habe SPRACHEN gelernt, viel über unterschiedliche Kulturen erfahren. Und egal, ob die Leute zu den Krokusferien bei mir sind oder Christmas auf der Planneralm verbringen, sie alle sind sich so ähnlich. Sie alle bringt der Schnee zum Strahlen, sie alle schwärmen von der AUSSICHT auf das gewaltige GIPFELMEER – und sie alle diskutieren, was man wohl zum Einkehrschwung am besten be-

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stellt. Die Bernerwürstel mit Pommes stehen hoch im Kurs. Aber die Germknödel, gebettet in warmer Vanillesoße und getoppt mit ausreichend Mohn, kommen so wenig aus der Mode wie ich. Am zweiten Tag haben die meisten Gäste schon ihre Latschenkiefer-Erfahrung gemacht. Und es wird besprochen, welchem Onkel oder Schwager man einen Schnaps mitbringen soll und ob sich die Cousine, die ja bald Geburtstag hat, mehr über Latschen-Zuckerl oder die Salbe freuen würde. In den WARMEN MONATEN, wenn die Latschenkiefern in Schwerstarbeit geerntet werden, habe ich ausreichend Zeit, den Winter Revue passieren zu lassen. So viele Erlebnisse, so viele Geschichten, so viele Eindrücke. Man braucht seine Zeit, um all das zu verarbeiten, vor allem als 45-jähriger Schlepplift. Doch wenn die Tage kürzer werden, spüre ich auch wieder dieses VORFREUDIGE JUCKEN. Ich genieße die letzten ruhigen Tage, atme tief ein beim ersten Schneefall und jauchze beim Anblick vom FRANZ, MEINEM LIEBLINGSLIFTLER. Er drückt als Erster auf den roten Startknopf und ich setze mich wieder langsam in Bewegung. Alles wird wieder rund laufen. Alte Bekannte werden nach mir greifen, neue Gesichter werden sich einreihen. Ich werde wieder Fahrt aufnehmen und mein Geräusch wird vertraut in der klaren Winterluft hallen – KLACK KLACK ... KLACK KLACK. Danke, Gläserbodenlift. DEINEN TAUSEND GESCHICHTEN ZU LAUSCHEN. MACHT SINN.

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ME INE L E I D E NS C HA F TE N

DA GIBT’S NOCH MEHR VOM TONI! WIR HABEN TONI AM WÖRSCHACHBERG BESUCHT UN D SEIN TÜFTELN FÜR DICH FESTGEHALTEN. WAS ER ALLES GEMACHT HAT? SIEH SELBST … WWW.MACHTSINN.AT

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ME INE L E I D ERUHE NS C HA F TE N GEMEINSAM FINDEN

ES GEHT MIR

DÅ NIX ÅB. 3 1

Toni Kerschbaumer führt ein Leben im LUXUS – so sieht es zumindest der Ennstaler BIO-BERGBAUER selbst.

Was ist das für ein Mann, der ein einfaches Leben führt, täglich harte Arbeit verrichtet und das als Luxus definiert? Es ist ein r e f l e k t i e rt e r m a n n . Ein Bio-Bauer und Bergführer. Einer, der

hat von der Welt und bei dem „ da h oa m “ Kopf und Herz ü be r e i n s t i m m e n .

viel gesehen

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ME INE L E I D E NS C HA F TE N

HOIZ

- so vielfältig und fantasievoll, wie die Menschen, die ihre Ideen damit verwirklichen. Scho ehnters Zeitn!

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Der

ZU ALLERERST … IM WALD SPITZT TONI DIE STECKEN, DIE ER ANSCHLIESSEND AM HOF IN DIE VORGESCHLAGENEN LÖCHER FÜ R DEN ZAU N FEST HINEINSTECKT. IMMER ZW EI GEGENÜ BER.

Bretter Koag (Zaun)

ennsta ler

Aus ein paar Stecken, Ästen und Brettern ist bald ein stabiler Zaun gebaut. tr a ditionell und funk tionell . Macht Sinn.

DANACH BRAUCHT'S IMMER ZWEI … ZWEI L EUT E PA A R'N DIE F ICH T EN Ä ST E. ÜBER'M F EUER WERDEN ZWEI Ä ST E ZU EIN EM RIN G EIN G EDREHT UN D DA N N M ÜSSEN SIE A USKÜH L EN, DA M IT SIE WIEDER F EST WERDEN. DA BRA UCH T ’S EIN BISSCH EN ÜBUN G .

Geschichten aus der Region

F E H L E N N UR N O CH DI E BRETTLN! D I E W E R D E N Z W I S C HE N D E N S TE C K E N HI NE I NG E S C HO B E N U ND M I T E I NE M RI NG Z W I S C HE N JE D E M B R E T T S TA B I LIS I E RT. U ND F E RTI G I S D E R E NNS TA LE R KO A G À LA TO NI !


ME INE L E I D E NS C HA F TE N

Es ist früh am Morgen und wir sitzen bei Kaffee und Butterbrot vor Toni Kerschbaumers Hof am WÖRSCHACHBERG. Der freie Blick von hier oben ins Ennstal ist überwältigend. Toni nickt. „Den genieße ich jeden Morgen sehr “, sagt er. „PURER LUXUS.“ Das Wort Luxus soll noch einige Male fallen in unserem Gespräch – und es schlägt auch generell eine andere Richtung ein als geplant. Ursprünglich wollten wir mit Toni über seine Arbeit als BERGFÜHRER sprechen . Doch irgendwie rückt das Thema in den Hintergrund. Vielmehr fasziniert uns die Person Toni und die Art, wie er das Leben wahrnimmt und BEWUSST gestaltet.

M ITAN ÅN D A JUN G UN D O IT A M BA UERN H O F. WO A LT H ERG EBRACH T ES N ID V ERG ESSEN WIRD. M EIN A SÖ L IS DES A F REID. WIRD V Ü WEIT ER G EB'N DEN JUN G EN L EIT.

Vielleicht liegt es daran, dass der Wörschacher von Kindheitstagen an selbstverständlich in die VERANTWORTUNG genommen wurde. Am elterlichen Hof galt es seit jeher mitanzupacken. Und obwohl er wusste, was auf ihn zukommen w ürde, empfand er die Hofübernahme nicht als auferlegten Zwang. „Für mich war es eine Chance, ganz nach meinen Vorstellungen zu leben“, sagt er und blinzelt in die Morgensonne. „Wir genießen hier eine extrem hohe LEBENSQUALITÄT, die ich durch meine Arbeit auch mitgestalten möchte.“ Seit bereits 25 Jahren ist Toni Biobauer. Dass seine Rinder und Schafe es gut haben, das spürt und sieht man sofort.

8 KÄLBER kommen jedes Jahr zur Welt. SO LIAB. Und ein Augenaufschlag … zum VERLIEBEN.

„und das schmeckst du dann in den lebensmitteln, das kann ich dir sagen.“ Einige der Kühe haben bereits ihren 20. Geburtstag am Wörschachberg gefeiert. Und jeden Sommer geht’s für sie drei Monate zur „SOMMERFRISCHE“ auf die Bärenfeichten Alm. Ungedüngte Wiesen, kräftige Kräuter – „für die Tiere so was wie die Malediven…“ Ein Hof umfasst aber mehr als nur Tier. Es heißt schließlich Landwirtschaft und so geht Toni auch sehr bewusst mit Grund und Boden um. Er könnte sich viel Arbeit ersparen , wenn er auf moderne Methoden setzen w ürde. Aber das ist nicht sein Weg und – so findet er – auch generell nicht der richtige Weg. Er will, sagt er, die TRADITION erhalten. Nicht, weil er alles Neue verteufelt, sondern weil sie Sinn macht. Er will die eigene KULTUR ehren und trotzdem ein modernes, selbstbestimmtes Leben mit persönlichem FREIRAUM führen . 3

Was zeichnet dieses Leben denn genau aus? Er denkt kurz nach und meint: „Ich liebe die vier Jahreszeiten, wie wir sie hier erleben dürfen . Das Positive wie das Negative. Das SANFTE und das HARTE. Man wird sensibel für das, auf was es ankommt. "Und“, ergänzt er, „der Hof ist ein so vielfältiger Arbeitsplatz, für den es keine fixe Gebrauchsanweisung gibt."

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es geht um geschick, kreativität und viel g‘spür. Vielfalt prägt Tonis Leben generell. Er ist ein Handwerker mit viel Herzblut. Egal ob Werkzeugschuppen oder Vogelhaus, alles ist HANDGEFERTIGT und maßgeschneidert, in jeder Ecke überraschen kleine Details. Wer 08/15 sucht, wird hier nicht fündig. der mann ist ein tüftler und kein handgriff ist weniger wichtig als der andere. er mag, was er tut. Und da wären noch die BERGE. Die haben es ihm angetan . Als Bergführer, sagt er, kann er nicht nur die Natur erleben, sondern seine Wertschätzung auch anderen mitgeben oder sie mit ihnen teilen. „Mich interessieren Menschen und es ist unglaublich schön, ihnen ganz neue Blicke und ERLEBNISSE zu ermöglichen . Ich will sie zum Staunen bringen und nicht nur zum nächsten Gipfel.“ Seine LEIDENSCHAFT hat ihn weit gebracht. Er hat viel von der Welt gesehen und dabei seine Heimat noch stärker schätzen gelernt. Das Wetter, die Luft, die BEWEGUNG draußen . „Wir sind hier von Massentourismus verschont und das tut nicht nur der Natur, sondern auch uns Menschen gut.“ Tonis Luxus ist, dass ‚Dahoam’ Kopf und Herz übereinstimmen. Ganz einfach: „Es geht mir då nix åb.“ Danke, Toni.

DR A UF S CH A UN ! D IE LIE BE , D IE TONI D E N TIE RE N U ND D E M E IGE NE N GRU ND U ND BOD E N E NTGE GE N BRINGT, BE KOMMT E R IN D E R QU ALITÄT D E R PROD U KTE ZU RÜ CK. SO GIBT E S ZWISCHE N KÖSTLICH U ND KOSTBAR E INE N D IRE KTE N ZU SAMME NHANG. E IN FLE ISCH IST IMME R NU R SO GU T U ND WE RTV OLL, WIE D AS FU T TE R, V ON DE M SICH D AS RIND E RNÄHRT.

ETWAS GERN MACHEN. MACHT SINN.

U ND BE IM FU T TE R SE INE R TIE RE GE HT TONI KE INE N KOMPROMISS E IN. NU R D AS BE STE IST GU T GE NU G U ND D AS BE STE FIND E T SICH SE IT JE HE R AU F U NGE D Ü NGTE N WIE SE N U ND FE LD E RN. D ORT LASSE N SICH TONIS SCHÜ TZLINGE D ANN V ON IHRE R NASE D U RCH D IE ABWE CHSLU NGSRE ICHE BLU ME N- U ND KRÄU TE RWE LT LE ITE N U ND E RFRE U E N SICH WAHRE R GAU ME NFRE U D E N. JA, SO E INFACH KANN D AS MANCHMAL SE IN.

Geschichten aus der Region


ME INE BR Ä U C HE

SITT‘ und BRAUCH der Alten wollen wir erhalten.

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PAULA GROGGER: Am Werktag die Arbeit, am Sonntag die Ruh, und schau im Verweilen dem Bergvolk zu, bei fröhlichem Brauch und heiligem Fest.

MACHT SINN.

Traditionen der Region


ME INE BR Ä U C HE

FRISCH UND G’SUND. 28. Dezember Am 28. Dezember, dem „UNSCHULDIGE KINDER TAG“, stehen am Berg und im Tal die Kinder gern früh auf.

LATERNENFEST. 11. November Eifrig basteln die Kindergartenkinder an ihren bunten Laternen und üben fleißig ihr Lied: „Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Da oben da leuchten die Sterne, da unten da leuchten wir.“ Am 11. November, dem Festtag des HL. MARTIN von Tours, kommt dann ihr großer Auftritt. Die kleinen Knöpfe erleuchten mit ihren Laternen und Liedern ganz aufgeregt den Abend. Eines der Kinder darf den Martin spielen und seinen Mantel mit dem Schwert teilen. Herz erwärmend.

S' MARTINIG AN SL IST IN VIEL EN G A STHÖFEN ZU DIESER ZEIT EIN KULIN A RISCHER F IXPUNKT IN DER SAISONAL EN SPEISEKARTE.

Mit gebundenen Ruten rücken sie aus und „streichen“ den Erwachsenen (meistens eh nur leicht) auf den Hintern – damit sie frisch und g ’sund bleiben. Und natürlich, damit sie das eine oder andere „GURZERL“ dafür kriegen, eh klar.

"F R I S CH UN D G ’S UN D … F R I S C H U ND G ’S U ND, L Å NG LE B ’N U ND G ’S U ND B LE I B N. “ DIE S E S S P R Ü C HE RL G E HT S O G A R NO C H WE I TE R, A B E R F Ü R DE N S C HLU S S G I B T E S A L LE RLE I VA R I A NTE N.

4. Dezember Wenn die Schneeflocken tanzen und die Adventzeit beginnt, werden am Namenstag der Hl. Barbara Zweigerl vom Kirschbaum abgeschnitten und in eine Vase mit Wasser ins Fenster gestellt. Und dann wird GEHOFFT. Blühen sie bis Weihnachten auf, dann ist das Glück im kommenden Jahr gewiss. Manche Eltern einer Tochter im „heiratsfähigen“ Alter stellen übrigens besonders gerne die Zweigerl ins Wasser, sagt man den „Bliah“ doch auch nach, dass sie eine Braut im Haus verheißen.

KERSCHB L IAH KEM M AN SCH O ! WÅNNST D’ H O F F N UN G NUR HÅST. DRU M SCHN EID SIE NUR FLEISSIG , DIE ASTLN VO M BA M.

Auf seinem Rückweg geriet er wohl vom Weg ab und soll ein bärtiges Männchen getroffen haben, das froh war, nicht mehr allein zu sein. Daher wollte es auch den Bauern nicht weiterziehen lassen und verlangte, er solle Silvester mit ihm verbringen. Der Bauer täuschte das Männchen aber und behauptete, Silvester sei bereits am kommenden Tag, dem 30. Dezember. So konnte er früher weg und zum echten Silvester bei seiner FAMILIE sein. Sagt zumindest eine Legende …

G UA T S N E I G S DA S A LTE JA HR A U S KLI NG E N U ND D A S N E U E E I NLÄ U TE N. M IT M U S I K U ND TA NZ . DA I S T D I E G A U D I G 'W I S S.

Krampal, Krampal Besnstüh, bet'n kånn i eh nit vü … Die Glocken scheppern und die Kinder laufen im Dorf zum Kramperltratzn herum. Eines der ältesten Krampusspiele des Ennstals wird um den Nikolotag von der Brauchtumsgruppe Erlsberg in Donnersbach aufgeführt. Es ist ein Spiel zwischen GUT UND BÖSE, in dem geistliche, lustige aber auch schicksalhafte Geschichten erzählt werden. Ganz großes Kino!

Wenn in der letzten Rauhnacht vom 5. auf den 6. Jänner Besuch in dunklen Kleidern oder Dirndln mit Strümpfen über dem Gesicht und Kopftüchern vermummt ins Haus kommt, ist das Grund zur Freude. Ja, richtig gelesen! Die Perchtln besuchen nach Einbruch der Dunkelheit die Häuser, wo sie alle „BÖSEN GEISTER“ fortfegen und für Sauberkeit und Ordnung sorgen. Im übertragenen Sinn versteht sich. Sie machen dabei übrigens keinen Mucks und verraten auch auf Biegen und Brechen nicht, wer sich hinter der Maske verbirgt. Als Dankeschön wird den großen Perchtln dafür in manchen Häusern noch eine „staubige Perchtlsuppn“ serviert, nach der schon so mancher Perchtl einen richtigen „FETZN“ mitgenommen hat. Traditionen der Region

U M DI E JA H R E S WE N DE G E I S T E R FOR T JA G E N … T U T M A N Z U B E RG U ND ZU TA L TRA D I TI O NE LL IN D E N RA U HNÄC HTE N. DA Z I E HT D A S FA M IL IE NO B E RHA U P T M I T DE M R Ä U C HE RP FA NDL, IN D E M S I C H G LU T M I T WE I HRA U C H, PA LMZW E I G E N VO N O S TE RN UND S P E I K VE RM I S C HT, DU RC H HA U S U ND STA LL, U M U NHE I L A B Z U HA LTE N.

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2. Februar

5. Jänner

5. Dezember

Die Passen (Glöcklergruppen) verkünden, dass die langen Nächte des Winters allmählich zu Ende gehen und die Sonne langsam wiederkehrt.

MARIA LICHTMESS. PERCHTLN.

KRAMPUS.

Sage und schreibe bis zu 15 Kilogramm schwere KAPPEN auf dem Kopf, oft sind es jahrzehntealte „Erbstücke“, werden jedes Jahr am 5. Jänner im abendlichen Dunkel durch die Gassen von Stainach getragen.

Die Figuren sind aus buntem PAPIER und kunstvollen SCHERENSCHNITTMUSTERN gefertigt und werden durch Kerzenlicht beleuchtet. Mit ihren Lichterkappen laufen die Glöckler in weißen Leinengewändern und einem Ledergürtel um die Mitte, an dem eine oder mehrere Kuhglocken hängen, in der Dunkelheit durch den Ort. Die Motive zeigen große bunte Sterne, Szenen aus dem Kirchen- und Bauernjahr, Tierkreiszeichen sowie Regionales wie natürlich DEN BERG.

30. Dezember

BARBARAZWEIGERL.

5. Jänner

Die Kappen der „Glöckler “ – manche nennen sie auch „Schönperchten“– sind IMPOSANTE Holzgestelle, die Sternformen und andere Gebilde darstellen.

BAUERNSILVESTER.

Ob es wirklich stimmt, das weiß man nicht, aber es könnte ja so gewesen sein, dass ein vor 200 Jahren ins Schneetreiben geratener Bauer, der Grund dafür war, dass Bauernsilvester schon am 30. Dezember gefeiert wird.

GLÖCKLERLAUF.

Zu Maria Lichtmess, genau 40 Tage nach Weihnachten, werden die Tage am Berg und im Tal schon wieder spürbar länger. „Zu Weihnachten wia a Håhntritt, zu Neujahr wia a Månnsschritt, zu Heiligdreikönig wia a Hirschsprung und zu Liachtmess um a gånze Stund“, sagt ein altes Sprichwort. In den Kirchen werden alle Kerzen gesegnet, die in den Familien das Jahr über gebraucht werden. Traditionellerweise wird spätestens jetzt das KRIPPERL ABGEBAUT und der CHRISTBAUM aus dem Haus ENTFERNT. Und nicht zuletzt sagt man dem Lichtmess-Termin nach, ein Lostag für das Wetter zu sein: "Wenn‘s zu Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nimmer weit!". Fragt sich nur, was man sich jetzt mehr wünscht …


ME INE MU NDA RT

Dass wir uns richtig gut verstehen …

MACHT SINN. A

EHNTER früher

H

LOS N horchen

S IT Z Z UWA dazu setzen

ÅFT dann

F

HA S N fast, nahezu

M

S TA D still

ÅNHABIG zudringlich

F ETZN Rausch, Putzlappen

HIA Z jetzt

MA S N Glück (gehabt)

S T IB IT Z N stehlen

ÅNDERSCHT anders

F OTZHOBL Mundharmonika

HUS IG fleißig, quirlig

MUGL Anhebung

T

ÅNZIAGN anziehen

F RIAH Früh

HOIZ Holz

MOR D S T R UM M Riesenstück

T R ÖFÜN plaudern

APER schneefrei

G

I

N

T E R R IS C H schwerhörig

ASCHLING rückwärts

GACH plötzlich

IR MA OA MÅ I öfter, hie und da

N ÅC HA N D nachher

T R AT Z N sekkieren

B

GAUDI Spaß

J

N ÅC HB E I später

U

BACHT Gebäck

GF RIESS (abschätzig) Gesicht

JESSAS um Gottes willen

N Å A MÅ I noch einmal

K

UM A S IE S T umsonst, gratis

O

K A MP LN kämmen

OD R A HN abdrehen

K E P P LN schimpfen

ON GHE B T angefangen

K RÅ MP N Spitzhacke

P

K A IX N Saustall

P FOA D Hemd

KOAM harmlos

PÅ S C HN in die Hände klatschen

BLAHD aufgebläht, dick BEINÅND zusammen BESNS TÜH Besenstiel

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JA Q UE L I N E E G G E R I D E E , KO NZ E P T & TE X T G E S C HÄ F TS F Ü HRE RI N TV

BLIAH Blüten BUAM Buben

C CALMIERN beruhigen

D DENNA doch DONGLN Sense schärfen DRENT drüben DUCHANT dicke Bettdecke

GSCHATZIG gesprächig GF RET T dauernder Ärger GLA nur GNACK Genick GNEDIG eilig GNEISSN verstehen

GRA US N ekeln

GODN Taufpatin GOA aus, leer GOSCHAT vorlaut, frech GRANTSCHERM Griesgram

L

R A UN Z N klagen, nörgeln

LA HN Lawine, Erdrutsch

R OA N Hang

LE IT N Bergabhang

S SAAN säen

LA N Z IN G Frühjahr

GSCHAMIG schüchtern

S C HAC HE R L kleiner Wald

LE IB IG eher dick

GSPUSI Liebschaft

DUSAD dämmrig

GSCHMACKIG wohlschmeckend

LE T Z schlecht, schwach

E

GURZERL Süßigkeiten

LIS L Sonne

GSCHATZIG gesprächig

LOATA Leiter

EPPA vielleicht

R

Der Berg und das Tal sind auch auf Instagram @DERBERG.DASTAL

KA R I N A W E I CH B OL D, M A R I N A W E I S L , B A R B A R A L UI D OL D TE XT, M I TA R B E I TE RI NNE N TV

UM M I hinüber UM A D UM LA F N herumlaufen UN GUS T L unangenehmer Mensch

A R M I N WA L CH E R KO NZ E P T & F O TO G RA F IE W W W. A RM I NWA LC HE R. AT

UR N D LIG ordentlich

V VA P LE MP E RT vergeudet VA P FUS C HT verhaut VA S PA UK E N verjagen V UIGO gemeinhin so genannt

L I S A -M A R I E R E I T E R KO O RD I NATI O N & TE XT W W W. LI S A M A RI E RE I TE R. AT

W WA RAT wäre

S C HAT Z N plaudern, tratschen

WE IB A R A Mann mit vielen Frauen

S C HE IT L K LIA B N Holz spalten

Z

S C HLE IN IG schnell

Z E RS C HT zuerst

S E GN sehen

Z UWI hinzu

M E L A N I E KR A X N E R LAYO U T & G E S TA LTU NG W W W. M E LA NI E KRA XNE R . C O M

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Originelle ideen , viel her zblu t und einsatz haben das Magazin für Berg und Tal entstehen, reifen und werden lassen. Zum leben erw ec k t hat es – neben dem "Erfinder" der erzählenden Region Folke Tegetthoff – dieses Team. IM P RE S S UM: HE RA U S G EB ER: TO UR IS M US VER BA ND G R IMMING - D ONNERSBACHTAL, TRAUTENFELSERSTRASSE 220, 8952 IRDNING-DONNERSBACHTAL, ÖSTERREICH, T: +43 3682 23999, WWW.GRIMMING-DONNERSBACHTAL.AT; DRUCK: OFFSETDRUCK BERND DORRONG E.U., KÄRNTNER STRASSE 96, 8053 GRAZ, WWW.DORRONG.AT; ALLE ANGABEN SIND NACH BESTEM WISSEN UND GEWISSEN ERSTELLT. FÜR ÄNDERUNGEN VOR ORT, FÄLSCHLICHE ANGABEN UND DARAUS RESULTIERENDE SCHÄDEN WIRD KEINE HAFTUNG ÜBERNOMMEN. KEINE HAFTUNG FÜR DRUCK- UND SATZFEHLER.

Pfiat enk - bis boid!

S I S S I PÄ R S CH TE X T W W W. S I S S I -PA E RS C H. D E

Das Magazin  

Das Magazin der Tourismusregion Grimming-Donnersbachtal.

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