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Ausgabe 2

Schutz für Schutzgebiete Die bisherigen Meeresschutzgebiete in der Europäischen Union existieren überwiegend auf dem Papier. Was von den Politikern in Brüssel mit dem klangvollen Namen „NATURA 2000“-Gebiet bezeichnet wird, schützt bislang wenig und muss selber geschützt werden. Greenpeace zeigt vor Ort wer die Gebiete zerstört und was sich ändern muss damit Meeresbewohner einen sicheren Rückzugsraum bekommen.


12

Meter breit ist das Schleppgestell, das die Kutter über den Grund ziehen. Die Baumkurrenfischerei auf Schollen und Krabben produziert dabei bis zu 80 Prozent Beifang. Zurück bleibt ein zerstörter Meeresboden.


55

Kilogramm wiegt durchschnittlich e Schweinswal. Meist leben die Tiere in kleinen Gruppen in K체stenn채he. Schweinswale kommen im gesamte Nord- und Ostseebereich vor.


ein e

en


320

Über Felsbrocken haben Greenpeace-Aktivisten bisher in deutschen und niederländischen „NATURA 2000“-Gebieten versenkt. Zum Schutz der Meere und deren Bewohner vor den Schleppnetzen.


Rainer Borcherding betreut 20 Schu


utzstationen im deutschen Wattenmeer


Auf internationalem Parkett setzen s für den Schutz der Wale ein. Vor der In den bestehenden „NATURA 2000“ und Kies darf dort mit riesigen Sau Strecke bleibt oft der Schweinswal. E nicht genug zu fressen. Die Gemeinsa Union (GFP) wird derzeit reformiert. der Fangflotten, um die Fangquoten u wohner wie den Schweinswal. Green Nord- und Ostsee wirksam geschützt

Greenpeace


sich die Regierungen der EU-Länder eigenen Haustür sieht es anders aus. “-Schutzgebieten wird gefischt. Sandugbaggern abgebaut werden. Auf der Er verfängt sich in Netzen oder findet ame Fischereipolitik der Europäischen Dabei geht es um die künftige Größe und um Schutzgebiete für Meeresbenpeace fordert, dass 40 Prozent von werden.

e schützt die Schutzgebiete


Felsen bieten Schutz Seit drei Jahren liegen 320 tonnenschwere Felsbrocken vor Sylt auf Grund. Die Felsen sind inzwischen Teil des natürlichen Riffs geworden und schützen das dortige Schutzgebiet vor den zerstörerischen Schleppnetzen der Fischer. Greenpeace-Taucher dokumentieren jedes Jahr, wie sich die Natur erholt.


M

it dem Aktionsschiff „Beluga 2“ erreichen die Greenpeace-Aktivisten das Schutzgebiet vor Sylt. Das Schiff ist technisch auf dem neuesten Stand. Der Klipper ist speziell als kombiniertes Flussund Küstenschiffe konzipiert. Die „Beluga 2“ hat einen Tiefgang von 1,40 Meter und kann mit ihren Segeln CO2-sparend auf Fahrt gehen.


Die Taucher müssen sich beeilen. Wegen der starken Strömu Moment zwischen den Gezeiten. Wenn sich Ebbe und Flut, F haben die Frauen und Männern von Greenpeace rund 60 Mi


ung bleibt ihnen für den Tauchgang jeweils nur der kurze Flut und Ebbe ablösen, steht das Wasser. Alle sechs Stunden inuten für ihre Arbeit.


Das Greenpeace-Tauchteam ist eingespielt -jeder Handgriff sitzt.


Die GPS-Daten der Steine sind den Tauchern bekannt. Doch es bleibt immer eine letzte Ungenauigkeit. Bis zu sechzig Meter kann die Abweichung betragen. Die Sichtweite unter Wasser liegt bei f端nf Meter. Das Auffinden der Steine ist schwierig.

20 bis 30 Meter geht es in die Tiefe. Die Sicht ist gering, das Wasser kalt.

Tauchen f端r Greenpeace ist Schwerstarbeit.


Seit drei Jahren bieten die Steine Zuerst kamen Krebse. Inzwischen


e Meeresbewohnern ein zu Hause. n sind die Felsen reich bewachsen.


Zur Arbeit der Taucher gehรถrt auch das Dokument bestimmt, wie viele verschiedene Arte


tieren der Artenvielfalt. Mit einem Messrahmen wird en auf einer definierten Fl채che existieren.


Greenpeace ist eine unabh채ngige un Der Schutz der europ채ischen Meere


nd international t채tige Organisation. darf nicht vor Grenzen halt machen.


Seepferd gegen Kutter Auch in Holland ist Greenpeace aktiv. Mit selbstgebauten Seepferden und Steinen sch체tzen die Aktivisten ein Schutzgebiet in der Nordsee. Die holl채ndische Klaverbank


Erfolgreiche Kampagnen haben starke Symbole.

I

n der Werkstatt von Greenpeace Holland in Amsterdam bauen Aktivisten riesige Seepferdchen. Die Holzpferde haben eine Mission ...


Die hölzernen Tiere sollen mit einem Felsbrocken verseh schützen. Die Klaverbank ist ein holländisches Seegebie steht. Trotzdem ist auch dort das Fischen mit Schleppne


hen ihre lebendigen Vorbilder in der Klaverbank et, das ebenfallsunter „NATURA 2000“ „Schutz“ etzen erlaubt.


Felsen halten die Seepferde am Grund der Klaverbank.


Die Seepferde von Greenpeace in Holland haben viel erreicht. Henk Bleker ist nicht nur bekennender Pferdefreund sondern auch niederl채ndischer Landwirtschaftsminister. Unmittelbar nach der Aktion von Greenpeace-Holland in der Klaverbank hat sich Breker erstmals f체r echte Meeresschutzgebiete ausgesprochen. Ein riesiger Erfolg in den Niederlanden.

Henk Bleker, Niederl채ndischer Landwirtschaftsminister


Gemeinsam f端r de

Meeresschut

Rainer Borcherding von der Schutzstation Wattenmeer Deutschland eint ein Ziel: Sie wollen wirksame Schutzg Kooperation ist wichtig, wenn politische Ziele erreicht w


en

tz

und Thilo Maack von Greenpeacegebiete f체r die europ채ischen Meere. werden sollen.


Die jährliche Dokumentation der Steine ist wichtiger Teil der Greenpeace-Kampagne.

A

n Bord der „Beluga 2“ informiert sich Rainer Borcherding bei Thilo Maack über die Felsen vor Sylt. Maack ist gerade von einem Tauchgang zurück und präsentiert die jüngsten Ergebnisse: Die 2008 versenkten Steine sind inzwischen mit Meeresorganismen überwachsen und Teil des natürlichen Riffs vor Sylt geworden.


Biologen wie Maack und Borcherding hält es nicht lange auf den Weg ins Wattenmeer. Borcherding ist Artenschu Wattenmeer“. Die Organisation hat ein Netzwerk von 20 wig-Holsteinischen Nordseeküste und auf den Inseln un


e in geschlossenen Räumen. Gemeinsam machen sie sich utz-Experte bei der Naturschutzgesellschaft „Schutzstation 0 Stationen und Informationszentren entlang der Schlesnd Halligen.


Die Kegelrobbe „Willy“ im Hafenbecke Hörnum gehört zu den Promis auf Sylt


en von t.


Durch Salzwiesen f端hrt der Weg ins Watt.


Borcherding kam als Zivildienstleistender zur Schutzstation Wattenmeer in den Norden Deutschlands. Er ist geblieben. Jetzt arbeitet er zusammen mit rund 100 Kollegen an verschiedenen wissenschaftlichen Beobachtungsprogrammen mit: Sie zählen Rast- und BrutvÜgel sowie Wattbodentiere und dokumentieren Meeresverschmutzungen.


Muscheln, Strandkrabben und W


W端rmer. Das Wattenmeer lebt.


Im Watt vor Sylt gibt es Muschelb채nke


Barfuß fühlen sich Meeresbiologen am wohlsten. Die Schutzstation Wattenmeer in Hörnum liegt etwas abseits vom Trubel zwischen den Dünen. Touristen können sich hier über das Wattenmeer informieren. Während der Saison kommen viele Dutzend Besucher pro Tag.


Das Meerwasseraquarium, und die Stra


andgutsammlung sind zwei Highlights.


Schweinsw

sind die kleinsten Zahnwale in europ채ischen Gew채sse Ostsee sind sie nach wie vor anzutreffen. Doch die Tie Umweltgifte, Fischernetze und Unterwasserl채rm mach T체mmler in unseren Meeren das Leben schwer.


wale

ern. In Nord- und ere sind bedroht. hen dem kleinen


S

chweinswale leben in kleinen Gruppen. Sie fressen 端berwiegend Fisch aber auch Schnecken, Krebstiere und W端rmer. Da sich die Wale gerne in K端stenn辰he aufhalten, sind sie manchmal auch von Land aus zu sehen. Bereits in der Steinzeit haben Menschen den kleinen Wal beobachtet. Davon zeugen noch heute Felszeichnungen in Norwegen.


I

n Europa stehen Schweinswale unter Schutz. Tr Jahr Ăźber hundert Tiere tot aufgefunden. Dann vermessen und anschlieĂ&#x;end die Todesursache un


Trotzdem werden an der Nordseek端ste jedes wird der Fundort protokolliert, der Kadaver ntersucht.


Eine möglichst lückenlose Dokumentation der Funde bietet wichtige Argumente im Kampf für Schutzgebiete. Oft zeigt sich den Experten bereits auf den ersten Blick, woran das Tier gestorben ist: Netzspuren auf der Haut sind leicht zu erkennen.


Tote Schweinswale werden in ganz Europa an die Kü zurückgehen, sind wirkliche Schutzgebiete für das Üb kleine Wal sichere Rückzugsräume bekommt, wird er fordert deshalb, dass in 40 Prozent von Nord- und Os


üsten geschwemmt. Da die Bestände insgesamt berleben des Schweinswales nötig. Nur wenn der r auch künftig Teil unserer Küsten sein. Greenpeace stsee echte Schutzgebiete entstehen.


Der Schweinswal braucht sichere Gebiete denen die Natur sich selber 端berlassen bl


e, in leibt.


Credits Redaktion und Produktion: Bjรถrn Jettka Webmanagement:

Claudia Sommer

Fotos:

Michael Lรถwa (31), Wolf Wic Alain Greig (2), Ralf Kreuels (

Fotoredaktion:

Sonja Umhang

Kamera:

Bjรถrn Jettka, Wolf Wichman

Schnitt:

Bjรถrn Jettka

Gestaltung:

plan p. GmbH, Hamburg

Umsetzung:

kontor eins digital GmbH, Ha


chmann (14), Cris Toala Olivares (13), Fred Dott (5), (1); alle (c) Greenpeace, Harald Benke (1)

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amburg


Schutz für Schutzgebiete