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W채lder in Kanada: Die bedrohte Heimat der Indianer Auf Spurensuche mit Greenpeace und den Cree

www.greenpeace.de


Kanadischer Wald vor ...

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...und nach einem Kahlschlag

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durch die Holzindustrie.

Nur ein schmaler Streifen Wald bleibt am Ufer des Flusses stehen.

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Auf nach QuÉbec

Québec ist die größte kanadische Provinz. Hier zerstört die Holzindustrie Urwälder in gigantischem Ausmaß. Betroffen sind davon auch die Cree-Indianer. Sie leben seit Jahrhunderten von und mit dem Wald. Zusammen mit einem Kollegen von Greenpeace-Kanada reist Oliver Salge in das Gebiet. Er will sich vor Ort ein Bild machen.

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liver Salge ist seit 1993 bei Greenpeace aktiv. Ein großer Erfolg seiner Arbeit: In Finnland ist 2009 nach zehn Jahren Kampagne eine Fläche viermal so groß wie der bayerische Wald vor der Säge geschützt worden. Jetzt will Salge in Kanada ähnlich erfolgreich sein. Auch dort sind Holzschnipsel das Problem. Sie sind der Grundstoff für die Papier- und Zelluloseproduktion. Rund um die Fabriken finden sich ganze Berge aus gehäkseltem Wald. Mit dem Wald verschwindet auch die Lebensgrundlage vieler Tierarten wie Karibu, Bär und Wolf. Der Wald und die Tiere bilden die Grundlage der Kultur der Cree. Rund 80 Prozent der Ureinwohner Kanadas leben noch immer vom Wald und sind auf eine intakte Natur angewiesen.

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Kahlschl채ge durchziehen das Land. 10 Kanada


Raubbau, der fassungslos macht. Kanada  11


Die Kamera hat Oliver Salge immer dabei. F체r seine A und die Kahlschl채ge der Holzindustrie dokumentiert. O Politik und Wirtschaft z 12 Kanada


Arbeit ist es wichtig, dass er die SchĂśnheit des Waldes Oft sind es erst diese Bilder, die die Verantwortlichen in zum Handeln bewegen. Kanada  13


Wie Geschwüre liegen Holzfabriken in der Landschaft

Von einem Hügel aus dokumentiert Oliver Salge eine von vielen Holzfabriken in Kanada. Hier werden die uralten Bäume innerhalb von wenigen Minuten in Holzschnipsel verarbeitet für die Papier- und Zelluloseindustrie. Auch deutsche Verlage kaufen Papier aus Kanada. 2008 wurden in ganz Kanada ca. 700.000 Hektar Urwald gefällt. Reiht man die Bäume aneinander, ergibt sich geschätzt eine Strecke von 8,4 Millionen Kilometer. Rund 20 mal die Strecke von der Erde zum Mond. 14 Kanada


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„Das Dokumentieren der zerstörten Natur hilft bei unserer Arbeit in Deutschland.“

Oliver Salge kennt die Kunden der Papierindustrie. Seit seiner Arbeit zum Schutz der finnischen Wälder steht er in engem Kontakt mit den Papiereinkäufern und Umweltbeauftragten deutscher Verlagshäuser. Auch für seine Arbeit zum Schutz der kanadischen Wälder hofft Salge auf deren Unterstützung.

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Die Kollegen von Greenpeace-Kanada begleiten Salge auf stellen den Kontakt her. Ăœber endlose Schotterpisten geh zum Schutz der Wäld 18 Kanada


seiner Recherchereise. Sie kennen die Cree Indianer und ht es in die Camps der Cree. Gemeinsam sollen Strategien der diskutiert werden. Kanada  19


Die Cree Simon Saganash ist Cree. Sein Wald liegt im Broadback Valley und ist seit Jahrhunderten in Familienbesitz. Immer st채rker dringt die Holzindustrie in das Gebiet vor.

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imon Saganash empfängt Oliver Salge in der Nähe eines Camps. Der Wald ist seit vielen Generationen im Besitz der Familie Saganash. Kerben im Baum zeugen davon, dass bereits sein Großvater hier war und das Land markierte. Jetzt ist Simon Saganash der ‚Tallyman‘ vor Ort. Das heißt er stellt Lizenzen für die Jagd aus und überwacht die Jäger auf seinem Gebiet. Simon hat den Wald vor vier Jahren von seinem Vater geerbt. Verantwortung zu übernehmen, ist Simon wichtig. Er will den Wald und damit seine Kultur vor der Holzindustrie schützen und für künftige Generationen bewahren.

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„Wenn Du Dein Land respektierst, respektiert Dein Land auch Dich.“

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Canada Vancouver

Das Broadback Valley Rund 800 Kilometer nordöstlich von Québec liegt das Broadback Valley. Dort findet sich einer der letzten großen Urwälder der Provinz Quebéc.

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Quebec Toronto

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Zusammen mit Cree f채hrt Oliver Salge tags체ber durch ki nur mit Vierradantrieb passierbar. Oft m체ssen die Fahr Manchmal hilft nur noch ein Abschleppseil, wen 26 Kanada


ilometerlange Kahlschläge. Die Straßen sind schlecht und rzeuge aus Schneeverwehungen freigeschaufelt werden. nn sich ein Wagen bis zur Achse festgefahren hat. Kanada  27


„Mit den Bäumen fällt die Industrie auch unsere Heimat.“

Abends informiert sich Oliver Salge bei langen Gesprächen mit Cree über deren Situation. Er erfährt von erfolglosen Versuchen der Cree, die Kahlschläge zu stoppen. Und er berichtet von seinen Erfahrungen im Kampf gegen die finnische Holzindustrie. Zuhören, Informationen erhalten und Mut machen. Salge weiß, wie wichtig ein langer Atem ist. Der Kampf um die finnischen Urwälder dauerte zehn Jahre. 28 Kanada


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500 Kilometer bis zur n채chsten Stadt.

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Wald ist leben

Im Camp der Cree stehen rund ein dutzend Jagdhütten um das Haupthaus des Tallyman. Kurz nach Sonnenaufgang geht es hinaus auf die zugefrorenen Seen. Fischfang ist Teil der Cree Kultur. Nur in einem intakten Wald können die Cree überleben.

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as Camp liegt mitten im Wald. Zusammen mit Kolle bei den Cree. Der Tag beginnt kurz nach Sonnenaufg Veranda ersetzt das Bad.

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egen aus Kanada und Deutschland ist Oliver Salge Gast gang. Geschmolzener Schnee ersetzt Leitungswasser – die Kanada  35


„Ohne Fischfang ohne Jagd sind wir nichts wert. Wir brauchen den Wald, seine Flüsse und Seen.“

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Die Cree respektieren die Natur. Knochen landen nicht auf dem Müll sondern werden vor den Hütten an Pfählen aufgehängt. So bleiben Karibu, Elch oder Bieber ein Teil des Waldes. Jeder Cree erinnert sich genau an den ersten selbsterlegten Elch. Es ist der Moment, der aus einem Jungen einen Mann macht. Dabei werden Tiere über ihren Tod hinaus geehrt.

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Simon Saganash zeigt Oliver Salge einen Teil seiner Kultur: Eisfischen. Die Arbeit ist anstrengend und zieht sich über Stunden hin. Während sie warten, erzählen sich die Männer Geschichten von erfolgreichen Fischzügen und machen sich übereinander lustig. Doch nicht jeder Fischzug endet erfolgreich. Diesmal blieb das Netz leer.

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„Wer unsere Kultur verstehen will, muss mit uns auf die Jagd gehen.“

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Hoffnung Mit einer Schotterpiste f채ngt es an. Auf dieser ersten Schneise dringen die Maschinen der Holzindustrie in den Wald vor. Dann werden die B채ume gef채llt und zur체ck bleibt der blanke Boden. Doch diesmal stellen sich Greenpeace Aktivisten und Cree der Industrie in den Weg.

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ie Aktivisten von Greenpeace kämpfen gegen den Wind. Auf den kahlen Flächen bietet kein einziger Baum mehr Schutz vor den Böen. Es dauert lange, bis die Buchstaben richtig platziert sind. Dann zeigt sich aus der Luft das Protestbild.

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Eine klare Botschaft an die Holzindustrie: ‚Stopp‘ auf engli schlags. Der gemeinsame Kampf von Cree und Greenpeace 48 Kanada


isch und auf cree. Das Banner markiert das Ende eines Kahlum die letzten Urwälder im Broadback Valley hat begonnen. Kanada  49


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„Nur zusammen mit den Menschen vor Ort kann es Greenpeace gelingen, den Wald zu schützen.“

Einen ersten Erfolg haben die Umweltschützer in 2011 errungen: Eine kleiner Teil von 300.000 Hektar Wald des Broadback Valleys ist unter Schutz gestellt worden. Ein Abkommen mit der Holz- und Papierindustrie sieht zudem vor, dass bis 2013 gemeinsam eine Lösung für den Schutz der Wälder und eine nachhaltige Nutzung gefunden wird.

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Videos zum E-Paper Oliver Salge spricht über Kahlschläge der Holzindustrie, Fabriken und deren Kunden.

Flug über das Broadback Valley und die Greenpeace Aktion.

Simon Saganash erzählt, weshalb der Wald für seine Familie wichtig ist.

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Und machen sie mit auf www.greenaction.de Die Community für alle, die aktiven Umweltschutz leisten wollen.

Spenden Greenpeace kämpft weltweit für den Schutz der letzten Urwälder und ihrer Bewohner. Bitte helfen Sie uns dabei auch mit ihrer Spende. Kanada  53


Credits Redaktion und Produktion: Björn Jettka Fotos: Gordon Welters, außer S. 20-21: Oliver Salge, alle Fotos © Greenpeace V.i.S.d.P.: Björn Jettka Grafiken: plan p. GmbH, Hamburg Fotoredaktion: Sonja Umhang Kamera/Schnitt: Björn Jettka Gestaltung: plan p. GmbH, Hamburg


Wälder in Kanada: Die bedrohte Heimat der Indianer