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Ausgabe 1

Afrika

ernährt Europa Nachdem europäische Fangflotten ihre heimischen Gewässer nahezu leergefischt haben, plündern sie jetzt andere Meere. In Westafrika sind kleine Fischereibetriebe in ihrer Existenz bedroht. In Europa sind die Fischtheken prall gefüllt – in Westafrika bleibt den Menschen immer weniger. Die Europäische Fischereipolitik muss geändert werden.


70

Prozent unseres Planeten sind von Wasser bedeckt. Rund 90 Prozent der kommerziell genutzten Fischbest채nde in Europa sind 체berfischt.


1950

gab es Thunfisch in der Nordsee. Heute ist er weggefischt und die Fangflotten der EU pl端ndern andere Meere.


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europäische Greenpeace Büros arbeiten gemeinsam für nachhaltige Fischereipolitik – für den Schutz der Meere und deren Bewohner.


Wir alle finanzieren als Steue Gemeinsame Fischereipolitik (G Diese Politik wird derzeit reform Ăœberfischung, fehlgeleitete Sub turen. Eine Frau ist angetreten, reikommissarin Maria Damanak Weg bringen. Die Reform biete Fischerei verbindlich festzuschr

Greenp der Me Maria Damanaki EU-Kommissarin fĂźr maritime Angelegenheiten und Fischerei


erzahler mit unserem Geld die GFP) der Europäischen Union. rmiert. Bisher steht die GFP für bventionen und mafiöse Struk, dies zu ändern. Die EU-Fischeki will ein neues Gesetz auf den et die Chance, eine nachhaltige reiben.

peace fordert, dass 40 Prozent eere unter Schutz gestellt werden.

Mehr zur Reform finden Sie hier


Die Täter

Weit vor der Küste plündern sie die Meere. Ein einzige trawler wiegt schnell soviel wie zehn traditionelle westa Besatzung. 2010 spürt Greenpeace europäische Trawl


es volles Netz der Riesenafrikanische Boote mitsamt ler vor West Afrika auf.


„Es ist ein Verbrechen an der Natur. Dieser Raubbau muss aufhören.“ Raoul Monsembula, Greenpeace


„Riesige Fischtrawler sind ein Problem. Sie fangen mehr als nachwachsen kann.“


Ein niederländischer Trawler beim Raubzug vor der westafrikanischen Küste

Greenpeace entdeckt 2010 vor Westafrika zwölf der größten EU-Trawler. Die Schiffe kommen überwiegend aus Spanien und den Niederlanden, sind bis zu 140 Meter lang und können jeden Tag mehrere hundert Tonnen Fisch verarbeiten. Die größten afrikanischen Fischerboote müssen bis zu zwei Wochen auf See bleiben, um 10 Tonnen Fisch zu fangen.


„Die meisten Netze machen keinen Unter Alles wird gefangen. Vieles weggeschmis Mit „Beifang“ wird der Anteil eines Fangs umschrieben, der nicht aus den gewünschten Speisefischarten besteht. Oft sind es Delphine oder Schildkröten, die sich verfangen und in den Netzen ertrinken. Der Beifang wird tot über Bord geworfen.


rschied. ssen“


„Umwe Umwel


eltschutz muss international wirksam sein. ltprobleme kennen auch keine Grenzen.“


Das Greenpeace-Schiff „Arctic Sunrise“ patrouilliert vor Westafrika.

Raoul Monsembula (rechts) ist überzeugter Meeresschützer. Er arbeitet für Greenpeace in Senegal. 2010 ist er an Bord der „Arctic Sunrise“. Gemeinsam mit Kollegen spürt er Trawler auf und dokumentiert vom Schlauchboot aus die zerstörenden Fangmethoden.


Die Verlierer Vor der Westafrikanischen Küste gibt es reiche Fischgründe. Seit Jahrhunderten leben die Menschen mit und vom Meer. Doch gegen die hochgerüsteten Fischfangflotten haben sie keine Chance – sie verlieren.


„Ich arbeite für Greenpeace in Afrika weil ich dazu beitragen will, dass auch künftige Generationen Fisch fangen können.“

R

aoul Monsembula reist von der Hauptstadt Dakar aus zu kleinen Fischerdörfern. Raoul trifft Fischer, informiert sich über deren Situation und organisiert gemeinsame Protestaktionen. Das Ziel: Europäer sollen von den Problemen der Menschen in Westafrika erfahren.


„Wir arbeiten eng mit den örtlichen Fischern zusammen“

Das Dorf Joal liegt weit weg von der Zentralregierung in Dak einer Kooperative aktiv. Die Gemeinschaft bietet eine eigene vermittelt Kleinkredite und hat ein Meeresschutzgebiet gesch denken und handeln nachhaltig. Doch gegen die fremden Fa Küste können sie nichts ausrichten. Es fehlt an allem.


kar. Die Fischer sind in Krankenversicherung, haffen. Die Fischer angflotten vor ihrer


Abdou Karim Sall ist der Pr채sident der lokalen Fisc


chereikooperative. Er lebt seit seiner Geburt in Joal.


Jedes Jahr bleibt weniger Fisch – schlie


eĂ&#x;en mehr und mehr Kleinbetriebe.


Oumy Sene Diouf arbeitet für Greenpeace in Senegal und lebt in Dakar. Sie kennt Joal seit ihrer Kindheit. Hier hat sie ihre Ferien bei ihren Großeltern verbracht. Oumy weiß, wie wichtig Fisch für die Region ist. Fisch ist Nahrung, schafft Arbeitsplätze und bringt Devisen.


Oumy Sene Diouf in Joal


Von Land aus sind die groĂ&#x;en Trawler nicht zu sehen. Doch Traditioneller Fischfang vor Westafrika wird immer unwirt EU profitieren nur die westafrikanischen Regierungen. Es i ihrer falschen Politik konfrontiert werden.


h die Menschen an der K체ste sp체ren ihre Anwesenheit. tschaftlicher. Von unfairen Fischereiabkommen mit der ist an der Zeit, dass europ채ische Politiker mit den Folgen


„Ich fahre nach Europa, um den Menschen dort unsere Geschichte zu erzählen.“

Karim reist als einer von neun Fischern mit Greenpeace von Westafrika nach Europa.


Greenpeace i

Das B체ro liegt im alten Stadtzentrum 체ber den D채chern


in Dakar

n der Hauptstadt.


V

om vierten Stock aus fällt der Blick über die große die hellen Räume weht ein kühler Wind. Der richt und Strategien auszuarbeiten. Hier planen die drei Gree Fischern nach Europa. Das Ziel: Politiker über die Folge


e Metropole Westafrikas. Die Fenster sind geรถffnet. Durch tige Ort, um mit klarem Kopf Kampagnen zu entwickeln enpeacer Raoul, Oumy und Prudence ihre Reise mit den en der Fischereiabkommen zu informieren.


Oumy über Visabestimmungen

Es erfordert Zeit und Nerven, rechtzeitig Visa für die Fischer zu bekommen. Die Reisevorbereitungen dauern länger als geplant. Papiere müssen vorgelegt, Pässe beantragt und Einladungen aus Europa bei den jeweiligen Botschaften eingereicht werden.


Sieben Wochen Europareise liegen vor den drei Greenpeace-Kollegen aus Afrika. Sie werden sich abwechseln und insgesamt neun Fischer aus Senegal, Mauretanien und Cap Verde nach Europa begleiten.


Direkt nach der Ankunft in Europa beginnt der Mara dutzenden Politikern, Journalisten und europ채ischen miert zusammen mit den Fischern 체ber die Situation Fischereipolitik in Europa.


athon. Zehn europ채ische Hauptst채dte, Treffen mit n Fischern sind das Programm. Greenpeace inforn in Afrika und nimmt Einfluss auf die Gemeinsame


Oumy Sene in Berlin


Fazit

Vier Wochen haben Westafrikanische Fischer zusamm Greenpeace in Europa verbracht. Lobbyarbeit in Parla und Recherchen auf Märkten gehÜren dazu.


men mit amenten


S

eine Reise f체hrt Karim 체ber Spanien nach London. Dort entdeckt er auf einem Markt auch Fische aus Westafrika. Insgesamt zieht er jedoch ein positives Fazit: Zehn Hauptst채dte haben er und seine Kollegen besucht. Sie haben mit dutzenden Politikern, Journalisten und Fischern gesprochen. Sie haben von ihren Problemen berichtet.


„Nur gemeinsam können wir unseren Planeten schützen“


Credits Redaktion und Produktion: Bjรถrn Jettka Webmanagement:

Claudia Sommer

Fotos:

Gordon Welters (102), Chri Gavin Newman, Francisco

Fotoredaktion:

Sonja Umhang

Kamera:

Gordon Welters, Jari Stahl

Schnitt:

Bjรถrn Jettka

Gestaltung:

plan p. GmbH, Hamburg

Umsetzung:

kontor eins digital GmbH, H


istian Aslund (18), Paul Hilton, Bjรถrn Jettka, Eric De Mildt, Rivotti, Isadora Tast , alle (c) Greenpeace

Hamburg

Greenpeace-Webzine - Afrika ernährt Europa  

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