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© Alpiq E-Mobility AG

Von Daniel Chardon

SICHERES LADEN INKLUSIVE So könnte ein Schnellladenetz an einer Autobahnraststätte in Zukunft aussehen.

Interview mit Peter Arnet, Geschäftsführer Alpiq E-Mobility AG. Herr Arnet, wie entstand das Unternehmen Alpiq? Das Unternehmen ging aus dem Zusammenschluss der Atel Holding AG (Aare-Tessin AG für Elektrizität) und der EOS S.A. (Energie Ouest Suisse) hervor und ist heute in 33 Ländern tätig. Alpiq ist mit rund 38% Marktanteil der größte Energiekonzern der Schweiz. 48% entfällt auf Wasserkraft, ein weiterer großer Anteil auf Atomkraft und ein noch geringer Anteil stammt aus erneuerbaren Energien. In genau diesen Bereich werden aber immer mehr Investitionen getätigt. Wie kam Alpiq zur E-Mobilität? Der Start zu Alpiq E-Mobility entstand vor rund 4 Jahren mit der Vision 2020. Die darin – oft falsch zitierte – Zahl von 720‘000 Elektrofahrzeugen entspricht dabei nicht unserer Prognose, sondern diese Zahl entstammt der Umrechnung des im Kyoto-Protokoll formulierten Zieles, dass der CO2-Ausstoß 2020 48 | Clean and Green

demjenigen von 1990 minus 20% entsprechen sollte. Überträgt man diesen Ansatz auf den Schweizer Straßenverkehr, müsste ein Anteil von rund 15% auf Elektro-Automobile entfallen. Worin sehen Sie die Herausforderung der E-Mobilität? Interessanterweise stiege der Strombedarf bei 720‘000 E-Fahrzeugen nur um 1,8 bis 2,6 %. Der Großversuch der Firma Protoscar im Tessin hat zudem gezeigt, dass die Nutzer überwiegend zu Hause laden. Das bestätigen auch neuere Feldversuche. Andere Firmen, welche sich mit öffentlichen Ladestationen beschäftigt haben, schwenken nun immer mehr zu den Heimladestationen um, bei uns Home Charge Devices genannt. Die Herausforderung liegt aber nicht im Standort des Ladens, sondern im richtigen Laden. Die Herausforderung ist nicht der Strombedarf von 720‘000 E-Fahrzeugen, sondern dass diese gleichzeitig ans Netz gehen, nämlich abends um 18 bis 19 Uhr. Zu einer Zeit, wo man nach Hause kommt, dann noch Wäsche

macht, kocht, also ein enormer Energie-Peak entsteht, den es abzufangen gilt. Wie sieht die E-Mobilitätsstrategie von Alpiq aus? Wir sind nicht nur ein führendes Energieunternehmen, sondern auch eines der großen Elektroinstallationsunternehmen. Das ist unser großer Vorteil, Steckdosen montieren, Kabel verlegen, ist das Tagesgeschäft der Alpiq InTec und unserer ausländischen Tochter- und Partnergesellschaften. Personal und Infrastruktur haben wir bereits in diesem Bereich. Ein ganz wichtiger Partner ist heute die Firma Protoscar von Marco Piffaretti, da diese gegenüber Großkonzernen einen Know-how Vorsprung besitzt. In wenigen Jahren wird sich der Angebotsmarkt aber rasch verändern. Wir sind nicht der Hersteller von Ladesäulen, sondern die Installationsfirma und können uns langfristig die besten Produkte aussuchen. Wie könnte man die E-Mobilität besser sichtbar machen? Ein Schnellladenetz an den Autobahnrast-

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Das Magazin für Nachhaltigkeit,Energie und Mobilität

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