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Kasematten opening 2010 Programmheft

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Vorwort Die Grazer Spielstätten eröffnen die Saison 2010 auf der Kasemattenbühne des Schloßbergs mit einem musikalischen Streifzug durch Ungarn, Bosnien und Österreich, der von Cimbal- und Schrammelklängen begleitet wird und die Vielfalt von Genres aufzeigt, die oft oberflächlich unter den Begriffen Heurigenklänge, Gipsymusik und Balkanjazz zusammengefasst werden. Wer dies tut, dem entgeht vieles, denn kulturelle Vielfalt zeigt sich gerade in der Betonung der Eigenheit. Genaues Hinhören beim Kasematten-Opening 2010 öffnet die Augen und Ohren für eine breite und bunte Palette musikalischer Eigenständigkeit in diesen drei Ländern am südöstlichen Rand Mitteleuropas. Die frühere staatliche Zusammengehörigkeit unter dem Dach der k. u. k. Monarchie ist Vergangenheit. Der Gegenwart obliegt es, die Zukunft der friedlichen Beziehungen zwischen diesen Ländern zu ermöglichen. Das ist eine wichtige Aufgabe der Kulturpolitik, denn kultureller Austausch ist die Basis für das Verständnis des jeweils Anderen. Dass die Grazer Spielstätten sich mit dem Kasematten-Opening 2010 in den Dienst dieser wichtigen kulturpolitischen Aufgabe stellen, begrüße ich ganz besonders. Noch dazu wenn es mit einem derart exzellenten Programm und mit MusikerInnen geschieht, die sich an der Musik der anderen Länder messen, die die Einflüsse der Nachbarn aufnehmen, ohne ihre eigene Identität zu verlieren. Denn der Balkan beginnt nicht – wie des öfteren abschätzig behauptet wird – am Mexikoplatz in Wien. Dieser Balkan, gedacht als von der Mitte Europas ausgehendes Südost-Gefälle, beginnt in den Köpfen, genauer gesagt an den Brettern, die nicht die Welt bedeuten, sondern die Welt mit Vorurteilen begrenzen. Herzlichst, Ihre

Dr.in Bettina Vollath Kulturlandesrätin

Vorwort

Musik zwischen den Welten Vor einem Jahr konnten wir Ihnen, sehr verehrtes Publikum, eine dank des Engagements von Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl und Finanzstadtrat DI Dr. Gerhard Rüsch renovierte Kasemattenbühne präsentieren. Der Umbau hat sich bewährt und die neuen Kasematten entsprechen heute den Anforderungen einer modernen Freiluftarena, die ein breites Spektrum an Veranstaltungsmöglichkeiten bietet. So konnten wir bereits 2009 große Konzert- und Kabarettabende, Kinderveranstaltungen und Kongresse erleben. Die Eröffnungstage des diesjährigen Kasematten-Sommers stehen ganz im Zeichen von „Musik zwischen den Welten – Weltmusik“: von Musik also, die auch Perspektiven eröffnet, um Kulturen zu begreifen, Menschen zu verstehen und Lebenswelten und -räume zu akzeptieren. Erleben Sie Musik, die ihren Weg zwischen westlicher Klarheit und östlicher Melancholie, zwischen traditionellem Brauchtum und modernem Zugang, improvisierten und konzertanten Lösungen gefunden hat. Musik, welche Raum für Identität bietet und die doch vor allem um ihrer selbst gespielt wird. Dargeboten wird diese Musik auf teils landestypischen Instrumenten mit eigenwilliger Tonfärbung, mit geschichtlichem Kontext oder versetzt mit einem Hauch von Humor. Legitimation von Kunst Die Finanz- und Wirtschaftskrise, Insolvenzen, Konkursanträge, Steuererhöhungen, massive Kürzungen durch die öffentliche Hand, Kommunen, die kurz vor dem Finanzbankrott stehen, aber auch geschürte Ängste vor Migrantinnen und Migranten: Was stimmt von all diesen kolportierten Bedrohungsszenarien? Was kommt in den nächsten Monaten und Jahren auf uns zu? Ist die Förderung von Kunst und Kultur eine freiwillige Leistung seitens der Subventionsgeber? Oder gehört die Bereitstellung von Kunst- und Kulturangeboten zu deren Pflichten? Darauf zu bestehen, dass Kunst- und Kulturförderung eine essentielle Aufgabe der öffentlichen Hand ist, greift bei weitem tiefer, als der vermeintliche Blick aufs eigene Säckel nahe legt. Kulturelle und kreative Partizipation – sei es aktiv im Tun oder passiv im emotionalen Erleben – bereichern das Individuum, stärken die soziale und emotionale Kompetenz und sind daher für eine funktionierende Gesellschaft unumgänglich. Soziale Kompetenz als Basis für das „Miteinander“ Soziale und emotionale Kompetenz befördern auch unser Verständnis für fremde Kulturen. Das Eröffnungsprogramm wird Sie bereichern und Fragen über unsere Nachbarn aufwerfen. Es besinnt sich aber auch auf unsere Identität, die durch das Fremde wieder stärker wahrgenommen werden kann. Die Suche nach dem Miteinander, nicht nach einem Gegenoder Nebeneinander, steht dabei im Vordergrund. Und so schließt sich der Kreis: Mittels Kunst können wir die Sinnhaftigkeit von Persönlichkeitsentwicklung verdeutlichen und einen Beitrag zum Miteinander der Kulturen schaffen. Ich begrüße Sie zu dieser kreativen Auseinandersetzung mit Musik aus Ungarn, Bosnien und Österreich und bin davon überzeugt, dass keine noch so heftige Krise der Welt uns von unserem Weg abbringen wird, Kunst und Kultur als Lebenselixier zu begreifen. Christoph Thoma Intendant der Grazer Spielstätten

Kontakt: 0316 / 8008 – 9000 | www.spielstaetten.at | grazer@spielstaetten.at

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kasematten opening Programm

initiative

Gestärkt in die Zukunft

Ungarn | DO, 06. Mai 2010, 20:00 Uhr

ie Grazer Spielstätten unterstützen mit Beginn der Spielzeit 2010/11 den Verein RAINBOWS und wollen gemeinsam mit dem Publikum Kindern und Jugendlichen Halt in schwierigen Situationen geben.

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RAINBOWS unterstützt die Kinder, die elterliche Trennung / Scheidung besser verstehen zu lernen, um Schuldgefühlen und Gefühlen des Ausgeliefertseins entgegenzuwirken und eine realistischere Einschätzung der eigenen Situation zu entwickeln.

Lebensfreude statt Gefühlschaos Die Trennung bzw. Scheidung der Eltern stellt für Kinder und Jugendliche eine Herausforderung dar. Die vertraute Welt stürzt ein, eine Welle aus Wut, Angst, Schuldgefühlen und Enttäuschung bricht herein und sorgt für ein Gefühlschaos, in dem Ohnmacht und Hilflosigkeit vorherrschen.

RAINBOWS hilft den Kindern, Verhaltens- und Bewältigungsstrategien zur besseren Problemlösung zu entwickeln und stärkt die Kommunikationsfähigkeiten im Umgang mit den Elternteilen.

RAINBOWS setzt diesem Gefühlschaos Hoffnung, Optimismus und Lebensfreude entgegen. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung schaffen wir gemeinsam mit den Kindern Voraussetzungen, die eine positive Neuorientierung ermöglichen. Die Kinder und Jugendlichen gewinnen neues Selbstvertrauen und lernen Schritt für Schritt, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und auszudrücken. Sie gehen gestärkt in die Zukunft. Unterstützung für Kinder und Jugendliche RAINBOWS hat zum Ziel, Kinder und Jugendliche bei der Bewältigung ihrer Trauer zu unterstützen und ihnen zu helfen, mit ihrer neuen Familiensituation besser zurechtzukommen. RAINBOWS bietet den Kindern und Jugendlichen einen sicheren und geschützten Rahmen, in dem diese über ihre Erfahrungen, Gedanken und Gefühle sprechen können. RAINBOWS vermittelt den Kindern und Jugendlichen, dass alle Gefühle – auch Wut, Ängste und Trauer – erlaubt sind. Die Kinder können sich in der Kleingruppe ihrer Gefühle und Gedanken bewusst werden und diese ausdrücken.

Insbesondere soll den Kindern und Jugendlichen ermöglicht werden, in einer Gruppe Gleichaltriger festzustellen, dass es anderen Kindern ähnlich geht, um so dem häufigen Gefühl von Scham, Anderssein und Isolation zu begegnen. Durch die Unterstützung der Kinder und Jugendlichen erfahren auch die Eltern Entlastung in einer Zeit, in der sie selbst sehr belastet sind. 30.000 Kinder sind jährlich in Österreich von einer Trennung ihrer Eltern oder dem Tod eines geliebten Menschen betroffen. Diese Ereignisse stellen für die Betroffenen einen tiefen Einschnitt in ihr Leben dar und sind die möglichen Ursachen für emotionale Wunden, die später nur schwer zu heilen sind. RAINBOWS hilft den Kindern, die neue Familiensituation anzunehmen. Mit Ihrer Spende helfen Sie den Kindern, gestärkt in die Zukunft zu gehen und gestärkt aus der Krise hervorzugehen! Weitere Informationen: www.rainbows.at office@stmk.rainbows.at

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Feuer des Balkans in Pannonien CimbaliBand Kálmán Balogh & the Gipsy Cimbalom Band

Bosnien | FR, 07. Mai 2010
, 20:00 Uhr

Professionelle Begleitung und Unterstützung für Kinder und Jugendliche nach Trennungen und Scheidungen

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Bosnische Nacht ´ Nataša Mirkovic-De Ro & Novi Zacin � Jazzwerkstatt Graz Composers Ensemble

Österreich | Sa, 08. mai 2010, 20:00 uhr

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Wiener Lebensgefühl Wolfgang Böck & Neue Wiener Concert Schrammeln Die Strottern & JazzWerkstatt Wien


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Statement

Chance und Falle

Gedanken über „World Music“ und „Weltmusik“ von Andreas Felber

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ie beginnt man, über Musik zu schreiben, die als solche, im Sinne allgemein verbindlicher Merkmale, gar nicht existiert? Über Musik, welche in ihren individuellen Konkretisierungen oft viele jener Botschaften verkörpert, die der weltoffene Mensch von heute seiner Zeit wünscht – und über die dann ebenso oft ein begriffliches Konstrukt gestülpt wird, das jenen Gedanken diametral zuwiderzulaufen scheint? Nun gut, benennen wir die terminologische Reibefläche, um die man ohnehin nicht herum kommt: Denn das inkriminierte Wörtchen „World Music“, das heute oft synonym mit dem deutschen „Weltmusik“ gebraucht wird, hat sich nachhaltig in der Alltagssprache eingenistet. Doch was bedeutet es? Weltmusik als „Musik aus aller Welt“? Als „Musik zwischen den Welten“? Als „weltliche Musik“? (Was so falsch nicht ist, sehen sich doch die Klänge vielfach aus ihrem funktionalen, auch religiösen Kontext heraus auf eine profane Konzertbühne gehoben.) Die englische Wikipedia-Seite zum Stichwort „World Music“ stellt fest, dass zu jenem ominösen Begriff, der in den 1960er-Jahren vom Ethnomusikologen Robert E. Brown geprägt wurde, mehrere einander widersprechende Definitionen existieren: Ursprünglich wurden damit traditionelle außereuropäische Musikrichtungen beschrieben, die mit westlichen Popularmusik-Stilen kommunizierten, später wurden allerdings auch die (außer- wie innereuropäischen) Traditionsmusiken selbst eingemeindet. Am ehesten könne der Begriff mit „lokale Musik von außerhalb“ umschrieben werden. Was nicht wirklich ergiebig klingt.

des Balkan, westafrikanischer „Wüstenblues“ aus Mali und schmachtende kubanische Boleros: All das und noch viel mehr ist drin im Topf, auf dem „World Music“ steht. So, als wäre jene Musik tatsächlich auf einen Nenner zu bringen, als wiesen diese disparaten Kulturen mehr Gemeinsamkeiten auf als das, was nicht inkludiert ist und damit Ausnahmestellung beansprucht. „World Music“ suggeriert nivellierende Indifferenz gegenüber Herkunft, Geschichte, sozialer Funktion und Struktur musikalischer Traditionen. Im Grunde bezeichnet der Terminus nicht Musik, sondern eine überaus problematische Perspektive. „World Music“ verkörpert den hegemonialen Blick des Westens auf die nichtwestliche Welt. Und schreibt auf diese Weise eine längst überkommen geglaubte neokoloniale Sichtweise fort.

Historischer Exkurs

Neokoloniale Perspektive

„So wie dieser Begriff heute gebraucht wird, macht das für mich überhaupt keinen Sinn. Heute wird z.B. klassische indische Musik oder klassische japanische Musik als World Music bezeichnet, und das ist Blödsinn, obendrein chauvinistisch. Dann müssten wir auch die Orgelkonzerte von Johann Sebastian Bach als World Music bezeichnen, dann wäre alles World Music. Ursprünglich, wie das aufkam, wurde der Begriff für Leute benützt, die sich bemüht haben, so wie ich, die Welt als Ganzes zu sehen und verschiedene Kulturen zusammenzuführen. Da gab es diese Oregon-Gruppe, Don Cherry, Codona – da machte der Begriff Sinn. Später hat sich dann alles verändert, und jetzt ist alles World Music, was nicht aus Europa [und den USA; Anm. d. V.] kommt. Das ist absurd.“ 1

In „World Music“ steckt nicht nur beinahe die ganze Welt, in diesem Begriff stecken viele musikalische Welten: Tanzmusik aus Tahiti ebenso wie die metrisch komplex ineinander verschachtelten Chöre der Aka-Pygmäen aus Zentralafrika; klassische indische und persische Musik, deren Anfänge wesentlich weiter zurückreichen als jene des abendländischen Pendants; westafrikanischer Hip-Hop, pentatonische chinesische Pop-Songs ebenso wie die Fado-Seufzer Portugals; die Roma-Kapellen

So spricht Multiinstrumentalist Stephan Micus, der auch andeutet, dass die Begriffe „Weltmusik“ und „World Music“ ursprünglich nicht deckungsgleich waren. Tatsächlich: Das deutsche „Weltmusik“ hat schon rund 100 Jahre auf dem Buckel. Bereits 1905 brach der Musikwissenschaftler Georg Capellen in seiner Schrift „Ein neuer exotischer Musikstil“ eine Lanze für eine Verschmelzung der Musik des Ostens mit der des Westens – und die Geburt einer daraus resultierenden „Weltmusik“.2 In den

„In ‚World Music‘ steckt nicht nur beinahe die ganze Welt, in diesem Begriff stecken viele musikalische Welten: Tanzmusik aus Tahiti ebenso wie die metrisch komplex ineinander verschachtelten Chöre der Aka-Pygmäen aus Zentralafrika, die Roma-Kapellen des Balkan, westafrikanischer ‚Wüstenblues‘ aus Mali und schmachtende kubanische Boleros .“ Andreas Felber ?????? ??????? Ali Farka Touré und Toumani Djabaté

1960er-Jahren tauchte der Begriff bei Karlheinz Stockhausen auf, der in seiner „Telemusik“ originale Tonaufnahmen aus aller Welt, von den Klängen einer japanischen Tempelzeremonie bis hin zu Gesängen aus dem Amazonas-Gebiet verwob und so „eine Universalität von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, von weit voneinander entfernten Ländern und Räumen“ 3 beschwor. Die Zielrichtung eines übergeordneten, universalen Ganzen, dessen Teile (zumindest in der Theorie) gleichberechtigt miteinander kommunizieren, sie ist dem Terminus „Weltmusik“ auch bei Stephan Micus zu eigen, wenn er – im Booklet zur 2004 erschienenen CD „Life“ (ECM) – schreibt, für ihn wäre 1975, nach jahrelangen Studienreisen, erstmals der Moment gekommen, auf Basis der erlernten und gesammelten Instrumente „meine Vision der Erde als Ganzes zu formulieren, statt sie als Puzzle von widerstrebenden oder feindlichen Teilen zu sehen“. Der Begriff „World Music“, wie wir ihn heute kennen, ist hingegen wesentlich jüngeren Datums. Er stammt aus der Musikindustrie und wurde 1987 in einer konzertierten Aktion von Londoner Labels in Umlauf gesetzt, „die der Ansicht waren, ihre Platten afrikanischer, lateinamerikanischer oder anderer internationaler Künstler fänden deshalb keinen Platz in den Regalen der CD-Geschäfte, weil niemand genau wusste, wo diese einzuordnen seien.“ So wird im Vorwort zum knapp 900 Seiten schweren „Rough Guide Weltmusik/World Music“ „die Geburtsstunde der Marke World Music“ beschrieben.4 Im diesem Buch werden übrigens Volksmusiken aus Europa ebenso abgehandelt wie traditionelle Musikstile aller Kontinente, klassische wie volksmusikalische.

Oumou Sangare

Marktfreuden und Publikumsbedürfnisse „Die so genannte ‚Weltmusik’ ist natürlich der Albtraum jedes Musikfachmanns, aber ein Vergnügen für einen Veranstalter: Das ist eine riesige Kiste, in die du im Prinzip alles hineingeben kannst, was nicht europäische Klassik und westliche Pop- oder Jazzmusik ist. Das Schöne ist, dass das Label offenbar gut funktioniert. Wir sind seit fünf Jahren praktisch ausverkauft“, so erzählte im Jahre 2007 Christoph Lieben-Seutter, damals scheidender Generalsekretär der Wiener Konzerthausgesellschaft, dem Autor dieser Zeilen.5 Und er markiert damit einen wichtigen Punkt: Den Boom des World-Music-Markts in den 1990er- und 2000er-Jahren, hinter dem offensichtlich spezifische Publikumsbedürfnisse stehen. Nur: welche? Die Hochkonjunktur der Weltmusik auf die in der Geschichte immer wieder in Wellenbewegungen aufkommenden Exotismus-Moden zurückzuführen greift hier wohl zu kurz. Vielmehr ist da einerseits ein Bedarf an anspruchsvoller und doch zugänglicher Musik zu beobachten, abseits von „elitärer“ Klassik, abseits des kommerziellen FormatradioPop. Zudem scheint eine immer unübersichtlicher, immer schneller werdende Welt vielfach das Bedürfnis nach „Echtem“, „Authentischem“ erwachen zu lassen, scheint die Globalisierung im Gegenzug das Interesse an Regionalem, an Differenz, an gewachsener Identität wieder zu erwecken.


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STATEMENT

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Taraf de Haidouks

Mozart-Interpretation mit Ahnentafel? Dafür steht nicht nur die Tradition als Ort der Kontinuität, der (vermeintlichen) Beständigkeit, dafür stehen auch die Ursprungskultur repräsentierende MusikerInnen-Typen: der Zigarre rauchende, ergraute kubanische Bonvivant; die in bunte Bauerntracht gekleidete bulgarische Sängerin; der westafrikanische Kora-Spieler, der natürlich einer Griot-Familie mit möglichst langer Ahnenreihe entstammt. Das sind Topoi, die der Sehnsucht nach einer intakten, ursprünglichen, von den Wirren der Moderne unbeeinträchtigen Welt entspringen, romantisierende Wunschbilder oder Bildwünsche, die indessen ganz real bedient werden wollen. Und so die Gefahr in sich bergen, die Musizierenden a priori auf ihre Herkunftskultur zu reduzieren: „Wenn man in Österreich türkischer Musiker ist, erwarten viele, dass man Saz und türkische Musik spielt“, so spricht etwa Alp Bora, der türkischstämmige Wiener Sänger und Gitarrist. „Dass ein Türke Gitarre spielt und mit österreichischen Musikern zusammenarbeitet, ist für sie ein ungewöhnliches Bild. Manchmal habe ich das Gefühl, dass diese Leute einfach nur ihre Klischeevorstellungen bestätigt kriegen wollen .“ 6 Wer sich der Markterfordernissen widersetzt, dessen Chancen, gehört zu werden, sinken. Ein Musiker aus Mali, der Tango und Kasatschock verbindet? Ein Jazz-Trompeter aus Mazedonien, der keine Volksmusikeinflüsse reflektiert? Ein Nepalese, der abstrakte elektronische Musik macht – wen interessiert’s? Wer weiß, vielleicht treibt diese Tendenz zur Ethnisierung der Musikszene in absehbarer Zeit noch ganz andere Blüten, auch

in Bezug auf westliche Musiken: etwa, indem sich Wynton und Branford Marsalis’ konservative Ansicht durchsetzt, dass Jazz nur spielen könne, wer Afroamerikaner sei oder zumindest innerhalb der afroamerikanischen Community gelebt habe. Und vielleicht heißt es in 20 Jahren gar, „authentische“ Mozart-InterpretInnen müssten sich zumindest auf einen Cousin dritten Grades in Salzburg oder eine Wiener Urgroßmutter berufen können.

Musikalische Brücken zu Herrn und Frau Österreicher Natürlich, auch diese Medaille hat eine (positive) Kehrseite: weniger, dass die Musik heute scheinbar den MusikerInnen jener Regionen zurückgegeben wird, aus denen sie stammt – etwa indem ein deutscher Oud-Spieler schon aufgrund seiner Herkunft das Nachsehen gegenüber Kollegen aus dem arabischen Raum hat, auch wenn er sein Instrument gleich gut oder sogar besser spielt als diese. Mit der stärkeren Verfügbarkeit von Musik aus aller Welt kommt die ihr vielfach zugeschriebene Funktion als Mittlerin und Brückenbauerin stärker zum Tragen. Musik wird zum Kompass, mit dessen Hilfe sich neue Kulturen jenseits des bisherigen Horizonts entdecken lassen, und die zwangsläufig immer auch auf den eigenen Standort zurückwirken. Wobei die Erfahrung des musikalischen Reichtums mancher Regionen auch ein Korrektiv zum von Negativschlagzeilen geprägten medialen Bild darstellen kann. Für ein konkretes Beispiel dazu müssen wir gar nicht in die Dritte Welt gehen, wir finden es sozusagen vor der Haustüre: Hat doch hierzulande der Klang des Wörtchens „Balkan“ in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Aufwertung erfahren. Als Musik der Arbeitsmigranten früher bes-

tenfalls scheel beäugt, zumeist gar nicht wahrgenommen, ließ die „World Music“-Welle Herrn und Frau Österreicher die Kultur ihrer zugewanderten Mitbürger entdecken. Graz und Wien betonen heute im Hinblick auf die Musikszene sogar ihre Nähe zum Balkan, Wien begreift sich gar stolz als „nördlichste Balkan-Metropole“.

Ein Begriff als Ort der Reflexion? „Es gibt einerseits einen gewissen Rassismus und ein altes slawophobes Überlegenheitsgefühl dem Osten gegenüber, in den gebildeteren Schichten eine exotische Begeisterung dafür. Die Rechten blicken auf den ‚Balkaneserer’ hinunter, die Linken projizieren Bodenständigkeit und Ekstase, Triebhaftigkeit hinein. Zwischen dem durchzusteuern, ist natürlich auch eine reizvolle Aufgabe gewesen“, so Richard Schuberth, künstlerischer Leiter des Wiener „Balkanfever“Festivals.7 Jene „Balkaneserer“, Projektionsfeld für Ängste einerseits, Sehnsüchte andererseits, existieren überall auf dieser Welt. Schuberths Satz lässt sich direkt auf im „World Music“-Begriff ver-

1 Interview mit Stephan Micus, 8. März 2010. 2 Georg Capellen: Ein neuer exotischer Musikstil. Stuttgart: C. Grüninger 1905. Zitiert nach Jan Reichow: Das Volk der Volksmusik, die Kunst der Kunstmusik, die Welt der Weltmusik. In: NRW KULTURsekretariat (Hg.): „Weltmusik“ – ein Missverständnis. Eine Tagungsdokumentation. Essen: Klartext Verlag 2007; S. 13. 3 Zitiert nach Jan Reichow, a.a.O.

Buena Vista Social Club

packte Kulturen übertragen. Was bedeutet: Der so problematische Terminus hat Potenzial auch in positiver Hinsicht: „World Music“ erweitert den Horizont, sie belohnt den Blick über den Tellerrand, das Interesse am Unbekannten – wofür es in unserer Welt zweifelsohne großen Nachholbedarf gibt. Gleichzeitig birgt der Begriff „World Music“ die Gefahr in sich, Rollen und Bilder festzuschreiben, Klischees und neue Abhängigkeiten zu produzieren. Und Begegnung auf Augenhöhe nur vorzugaukeln, nicht aber einzulösen. Sprache folgt ihren eigenen, dem Bedürfnis nach rascher Kommunikation entspringenden Regeln. „World Music“ und „Weltmusik“ sind heute als Begriffe etabliert. Ob die damit suggerierten Sichtweisen, Assoziationen und Bilder Falle oder Chance sind, liegt an jedem hörenden, kritisch und bewusst die Welt wahrnehmenden Menschen selbst. Vielleicht kann „World Music“, gerade im Wissen über seine problematischen Bedeutungsebenen, ja zu einem besonders wertvollen begrifflichen Ort der Reflexion avancieren.

4 Simon Broughton et alt.: Weltmusik/World Music – Rough Guide. Stuttgart-Weimar: J.B. Metzler 2000, S. XII. 5 Interview mit Christoph Lieben-Seutter, Wien, 23. März 2007. 6 Interview mit Alp Bora, Wien, 7. Jänner 2010. 7 Interview mit Richard Schuberth, Wien, 16. April 2010.


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DO, 06. Mai 2010, 20:00 Uhr

UNGARN

Feuer des balkans in paNnonien

Kálmán Balogh & the Gipsy Cimbalom Band Jazz und Roma-Musik vom Balkan Kálmán Balogh Cimbal Péter Bede Saxofon Mihály György Gitarre Frankie Lato Violine Ferenc Kovács Trompete, Violine Csaba Novák Kontrabass

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CimbaliBand

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er schon die Filme von Emir Kusturica gesehen, die Musik von Taraf de Heidouks, Boban Markovic Orchester, Fanfare Ciocarlea gehört oder Gajdo Dilo erlebt hat, dem wird die Musik der CimbaliBand nicht fremd sein. Die CimbaliBand hat sich im Frühling 2006 in Budapest gegründet. Alle Mitglieder der Gruppe sind Fans der Balkanmusik und spielen diese mit leidenschaftlicher Hingabe. Aus diesem Grund haben sich die Bandmitglieder zum Ziel gesetzt, diese besonders reichhaltige und wertvolle Musiktradition zu bewahren und weiterzupflegen, um sie einem möglichst breiten und interessierten Publikum nahezubringen. In ihrer Musik spielt das Cymbal, das traditionelle Instrument der ungarischen Volksmusik, die Hauptrolle, da es mit seinen rhythmischen und improvisatorischen Möglichkeiten in die musikalische Welt des Balkans und der ungarischen Musik sehr gut hineinpasst. Das andere im Vordergrund stehende Instrument ist das Akkordeon, das in der Musik des Balkans bis heute zu den beliebtesten Instrumenten zählt. Der Großteil der Stücke im vielseitigen Repertoire der CimbaliBand entstammt der Volksmusik aus Rumänien, Ungarn, Bulgarien, Makedonien, Serbien und Kroatien. In der Musikgruppe erklingen außer den beiden zuvor genannten Instrumenten die Geige, die Tambura, die Tamburabratsche, die Großgeige, die Derebuka und auch der Gesang. www.cimbaliband.hu

CimbaliBand Balkan Projekt

Eszter Szita Gesang Balázs Unger Cimbal Szlobodán Wertetics Akkordeon Gergö Unger Gitarre Gellért Boda Violine Krisztián Rodek Tambura, Tamburabratsche Péter Pataj Kontrabass Gergo Princz Tontechnik

CimbaliBand

ie sind inzwischen weltweit unterwegs, in den USA genauso wie in ganz West- und Osteuropa, zu Club-Konzerten und auf allen wichtigen Festivals: Kálmán Balogh & the Gipsy Cimbalom Band gelten als führende Vertreter eines von der Musik der ungarischen Roma beeinflussten Balkan-Jazz. Kálmán Balogh stammt aus einer der berühmtesten Musikerdynastien der Roma. Das Cymbalspiel hat er von seinem Onkel, dem legendären Elemér Balogh, gelernt. Außerdem studierte Balogh bereits in jungen Jahren an der Budapester „Liszt Ferenc Musikakademie“ klassische Musik und erweiterte sein musikalisches Spektrum als Mitglied verschiedener Jazz-Ensembles und Rockbands. International bekannt machte ihn seine Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Klarinettisten Joel Rubin und dessen Joel Rubin Jewish Music Ensemble. In Deutschland macht sich der charismatische Kálmán Balogh in den Jahren 1992/93 bei einem breiten Publikum durch seine Mitwirkung im Rahmen der André Heller-Show „Magneten“ einen Namen. Die Musik von Kálmán Balogh & the Gipsy Cimbalom Band entwickelt eine große Bandbreite. Sie umfasst neben ihren ungarischen Wurzeln Musik des gesamten Balkans – mazedonischer, bulgarischer, rumänischer Provenienz. Perfektes Ensemblespiel, von virtuoser Leichtigkeit getragene solistische Parts und Arrangements mit überraschenden Jazz-, Bossa Nova- und Klezmer-Zitaten machen die Live-Auftritte von Kálmán Balogh & the Gipsy Cimbalom Band zu einem ganz besonderen Erlebnis. www.balogh-kalman.fw.hu

Kálmán Balogh

Gipsy Cimbalom Band


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FR, 07. Mai 2010, 20:00 uhr

Jazzwerkstatt Graz Composers Ensemble

BOSNIEN

BOSNISCHE NACHT

Nataša Mirkovic-De Ro & ´ Novi Zacin ˇ Bosnian Flavours ˇ Novi Zacin: Nataša Mirkovic´-De Ro Gesang Matthias Loibner Drehleier Rina Kaçinari Violoncello Marko Živadinovic´ Akkordeon Sascha Lackner Kontrabass Jörg Mikula Perkussion

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n ihrem neuen Programm „Bosnian Flavours“ unternimmt Nataša Mirkovic�-De Ro einen Streifzug durch die unterschiedlichen Musiktraditionen Bosniens mit seinen Minderheiten und verschiedenen Nationalitäten. Und zeigt damit auch die kulturelle Vielfalt und den Reichtum eines Landes auf, das durch die Einflüsse verschiedener Kulturen über die Jahrhunderte hinweg Integration gelebt und vieschichtige musikalische Perspektiven herausgebildet hat, die besonders stark und in einzigartiger Weise auf ganz Osteuropa ausstrahlen.

Matthias Loibner

Nataša Mirkovic�-De Ro

Nataša Mirkovic-De Ro hat sich durch ihre Zusam� menarbeit mit Regisseur Ernst A. Binder („Gypsy Lullabye“ und „Kassandra“) und mit eigenwilligen Konzeptprojekten („Mountain Wind“, „Ajvar & Sterz“, „Ašik – The Wedding Story“, „Der Knabe und der Schmetterling“, „Mevlud“, Schuberts „Winterreise“ etc.) vielseitige künstlerische Ausdrucksformen erarbeitet. Ihr Bühnendebüt in Österreich gab sie 1996 als Julia in Sergej Dreznins Musical „Romeo & Juliet in Sarajevo“. Die aus Bosnien stammende Künstlerin ist Sängerin, Musikethnologin und Schauspielerin und bedient sich der gesamten Palette aktueller Genres, von Oper, Operette über Musical, Jazz und Rock. Dennoch kehrt sie immer wieder zu den Volksliedern Südosteuropas zurück, für deren Interpretationen sie jenseits von bemühter Authentizität oder brachialer Verjazzung einen glaubwürdigen Weg gefunden hat. Mit ihrer prominent besetzten Band „Novi Zacˇin“ (Neues Gewürz) widmet sich Nataša Mirkovic�-De Ro ausschließlich den Liedern ihrer Heimat Bosnien, in dessen Liedgut nicht nur die kunstvoll melismatische Stadttradition der Sevdalinke einfließt und sich der Balkan besonders orientalisch gebärdet, sondern auch unzählige Nebenströme lokaler Traditionen mit teils archaischen Singtechniken und epischer Wucht enthalten sind.

Bosnien!

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as JWG Composers Ensemble ist das Flaggschiff der Musikerplattform Jazzwerkstatt Graz, die mittels intensivster Belebung der jungen Jazzszene in den vergangenen Jahren in Graz gehörig für Furore gesorgt hat. Seit der Gründung im Jahr 2007 hat die Formation fast ausschließlich Uraufführungen bestritten; zuletzt mit der Musik des Holzbläsers Klaus Dickbauer (Vienna Art Orchestra).  Der Reigen der Uraufführungen findet nun auch beim Kasematten-Opening 2010 seine Fortsetzung; denn speziell für diesen Abend haben die KomponistInnen Angela Tröndle, Johannnes Berauer und Phil Yaeger bosnische Volkslieder bearbeitet, die vom 10-köpfigen Composers Ensemble und fünf bosnischen GastmusikerInnen in einer intensiven Probenphase erarbeitet und am Konzertabend zum allerersten Mal präsentiert werden. Man darf also gespannt sein, wie österreichische KomponistInnen bosnisches Volksliedgut verarbeiten – und auch darauf, wie sich traditionelle bosnische Melodien in neuen harmonischen Gewändern und einem für diese Musik untypisch großen Klangkörper präsentieren. 

Jazzwerkstatt Graz Composers Ensemble: Angela Tröndle Komposition Johannes Berauer Komposition Phil Yaeger Komposition, Posaune Siegmar Brecher, Jan Balaz, Patrick Dunst Saxophone, Klarinetten, Flöte Mario Stuhlhofer, Alfred Lang Trompete, Flügelhorn Bernhard Neumaier Bassposaune Michael Lagger Klavier Valentin Czihak Bass Reinhold Schmölzer Schlagzeug Featuring: Nataša Mirkovic´-De Ro Gesang Vanja Muhovic´ Bosnische Saz Vanja Radoja Geige Edo Krilic Akkordeon Davor Maraus Percussion

www.jazzwerkstattgraz.com

Jazzwerkstatt Graz

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SA, 08. mai 2010, 20:00 Uhr

Österreich

Wiener Lebensgefühl

Wolfgang Böck & Neue Wiener Concert Schrammeln „fon de hausmasda und de möada“

„Die Strottern, die sonst im intimen Duo-Rahmen agieren, finden sich im Umfeld einer kleinen Bigband wieder, die ihrerseits aber gern einmal in Richtung Rock und Blues ausbricht. Wäre Duke Ellington ein Wiener gewesen, er hätte vielleicht Ähnliches von sich gegeben.“ Michael Huber, jazzzeit Die Strottern & JazzWerkstatt Wien

Josef Mayer-Limberg

Die Strottern & JazzWerkstatt Wien

Wolfgang Böck Rezitation Neue Wiener Concert Schrammeln: Peter Uhler, Valmir Ziu Violine Peter Havlicek Kontragitarre Günter Haumer Chromatische Knopfharmonika

Elegant Die Wiener Seele auf den Spuren von Qualtinger, Heller & Co

Neue Wiener Concert Schrammeln

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„Die Neuen Wiener Concert Schrammeln musizieren mit dem „Schmäh“, den wir in dieser Musik so lieben, besonders wenn, wie in ihrem Fall, das nötige „Schmalz“ mit der richtigen Prise Salz und Pfeffer serviert wird!“ Ernst Kovacic Wolfgang Böck

in neues Programm des vielfach ausgezeichneten Schauspielers Wolfgang Böck und der Neuen Wiener Concert Schrammeln, welche mit ihrem originären Wiener Klang ein einzigartiges Zusammenspiel von Wort und Musik erschaffen. Das harmonische Einlassen der Künstler auf das Lebensgefühl dieser Weltstadt verführt in eine zutiefst wienerische, erstaunliche und faszinierende Welt. „Es ist dies die Sprache der Hausmeister, der Taxichauffeure und Tramwayschaffner, der kleinen Greißler und Handwerker und der Betrunkenen, wie ich sie aus meinem langjährigen Aufenthalt in Ottakring genau im Ohr habe“, schreibt der Wiener Mundartdichter Josef Mayer-Limberg über seine Gedichtsammlung „fon de hausmasda und de möada“. Und die Neuen Wiener Concert Schrammeln spielen dazu Schrammelmusik in ihrer ureigensten Form, jedoch im Gewand unserer Zeit – alte, sowie viele neue, eigene Kompositionen. Das ist der Klang von Wien, entstanden in Wiener Heurigenlokalen, geschätzt von den berühmtesten Musikern, heute aufgeführt in den Konzertsälen der Welt.

Die Strottern: Klemens Lendl Gesang, Violine David Müller Gesang, Gitarre, singende Säge JazzWerkstatt Wien: Clemens Salesny Saxophone, Klarinette, Bassklarinette Herbert Walser-Breuss Trompete, Flügelhorn Daniel Riegler Posaune Peter Rom Gitarre Bernd Satzinger Bass Clemens Wenger Piano, Keyboard Lukas König Schlagzeug Werner Angerer Tontechnik Texte von Peter Ahorner, Klemens Lendl, Christiane Beinl, Josef Mayer-Limberg, Karl Stirner und Stefan Slupetzky

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n vino veritas, verspricht Peter Ahorner, der schon kleinsträumig enorme Sprachgewalt entfalten kann, in einem Gedicht von einem Text: „In vino wer i das zaagn, was si versteckt in mir, in vino in Wien …“ Zaagn werden uns das auch die kongenialen, jungen Musiker und Pointierer, die an keine Geringeren als Qualtinger, Heller und Sowinetz anknüpfen. Dem angestrebten Großformat entspricht nicht zuletzt auch die Luxus-Besetzung: Drei Bläser blasen den ewig gleichen Klischees den Marsch, kratzen mit den Streichern am alten Wienerlied und schrammen mit Rambazamba im Bigbandsound an der Wiener Seele vorbei. Denn Wien ist auch Jazzmetropole. Immer gewesen und angesichts der Fülle an hochklassigen jungen MusikerInnen auf Jahrzehnte hinaus garantiert. In der JazzWerkstatt Wien, die mittlerweile weltweit für Aufsehen sorgt und Nachahmer findet, manifestiert sich diese junge Szene. Das Wienerlied-Duo Die Strottern wird gemeinsam mit einem siebenköpfigen Ensemble zur Bigband, die die neuen Wiener Texte zu Songs und Klangcollagen verarbeitet. Sicher nichts für zarte Gemüter, aber echt heavy! www.jazzwerkstatt.at www.diestrottern.at


Programmvorschau der Grazer Spielstätten MO, 10. MAI, 20:00 UHR DI, 11. MAI, 20:00 UHR MI, 19. MAI, 19:30 UHR DO, 27. MAI, 20:00 UHR FR, 28. MAI, 20:00 UHR SA, 29. MAI, 20:00 UHR DI, 7. JUNI, 20:00 UHR MO, 8. JUNI, 20:00 Uhr DO, 10. JUNI, 20:30 Uhr SO, 13. JUNI, 17:00 UHR SO, 20. JUNI, 11:00 UHR SA, 26. JUNI, 20:00 Uhr MI, 30. JUNI, 20:00 UHR DO, 1. JULI, 20:00 Uhr 8. – 31. JULI DO, 30. SEPTEMBER DO, 4. NOVEMBER, 20:00 15. – 21. NOVEMBER

Tindersticks Alfons Haider & Dieter Chmelar MusicAct String Syndicate Bürger Lars Dietrich Andreas Vitasek Juliette Lewis Josef Hader Fat Tuesday | Der Jazzclub im Orpheum Necomer | Das Finale des 40. Bandwettbewerbs Rocky Roccoco | Kinderkonzert Culcha Candela Suzanne Vega Jethro Tull Jazz Sommer Graz 2010 Cordoba - Das Rückspiel | Cornelius Obonya Boris Buckowski Austrian Soundcheck 2010

Weitere Veranstaltungen finden Sie unter www.spielstaetten.at Karten: 0316 / 8008 – 9000 | grazer@spielstaetten.at Das Team der Grazer Spielstätten: Christoph Thoma | Geschäftsführung, künstlerische Leitung Michael Tassis | Prokura, Marketing Heide Spitzer | Sekretariat, Assistenz der Geschäftsführung Ursula Fehle, Barbara Semmler | Betriebsbüro Sascha Sperdin, Eduard Mandl | Kartenverkauf Peter Matscheko | Vertrieb Michael Doubek | Technische Leitung Michael Jabbour, Kurt Schulz | Tontechnik Johann Horwath, Heribert Janzsa | Haustechnik Rolf Schreiber | Lichttechnik Michael Seinitz, Gerhard Siegert | Bühnentechnik Raphael Hammer, Maximilian Mahler | Lehrlinge

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Impressum: Herausgeber: Grazer Spielstätten Orpheum, Dom im Berg und Schloßbergbühne Kasematten GmbH, Orpheumgasse 8, 8020 Graz Für den Inhalt verantwortlich: Christoph Thoma Redaktion: Albert Seitlinger Credits: LR Dr.in Bettina Vollath (Amt der Steiermarkischen Landesregierung) Christoph Thoma (Grazer Spielstätten) Nataša Mirkovii´-De Ro (Cover: Julia Wesely, SW: Michael Reiter) Neue Wiener Concert Schrammeln (Clemens_Fabry) Wolfgang Böck (Manfred Pauker) Die Strottern, Jazzwerkstatt Graz (Johannes Gellner) Die Strottern & JazzWerkstatt Wien (Peter Mayr) Buena Vista Social Club (World Circuit) Ali Farka Touré und Toumani Djabaté Youri (Youri Lenquete / World Circuit) Oumou Sangare (World Circuit) Grafische Gestaltung: onomato gestaltungsgesellschaft Druck: Medienfabrik Graz Änderungen vorbehalten / Redaktionsschluss: 27.04.2010

Kasematteneröffnung 2010  

Programmheft www.spielstaetten.at S2 Christoph thoma Intendant der Grazer Spielstätten Dr.in Bettina Vollath Kulturlandesrätin Herzlichst, I...

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