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de España

colores

IM TREND Wermut

IM GESPRÄCH Natalie Lumpp

IM WASSER Kunst für Taucher

01/2017

DAS SPANIEN MAGAZIN


Mercado

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Liebe Spanienfreundinnen und –freunde, diesmal haben wir für Sie ganz viel flüssig gemacht: In der aktuellen Ausgabe von colores de España geht es vor allem um Wermut, Wein und Olivenöl. Wir verraten Ihnen, wo Sie edle Tropfen finden und welche Regionen besonders empfehlenswert sind. Natürlich erfahren Sie auch, was Sie dort noch alles unternehmen können – außer dem Weingott Bacchus zu frönen. Einer unserer aktuellen Lieblingskünstler mag es flüssig: Jason deCaires Taylor versenkt seine Werke im Meer. Damit transformiert er seine Kunst – Sie können sich vorstellen, wie Fische, Korallen und Algen sie lieben – und verwandelt einen Tauchgang in einen Museumsbesuch.

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IEN-BLO AN G P S

Apropos Museumsbesuch: Eines der bekanntesten Werke der spanischen Kunstgeschichte feiert doppeltes Jubiläum, Picassos Guernica entstand vor 80 Jahren und ist seit 25 Jahren in Madrid zu sehen. Bei uns erfahren Sie mehr zu seiner Entstehungsgeschichte.

Neben hehrer Kunst geht es schwerpunktmäßig auch um die leichtere Muse: Wir haben spanische Designer interviewt, um herauszufinden, ob es typisch spanisches Design gibt und wie genau das aussieht. Lernen Sie im Dossier neben der Schmuckdesignerin Elisa Pomar den Illustrator Conrad Roset und auch Esther Luesma und Xavier Vega kennen. Die beiden kreieren Bühnen aus Porzellan und Rahmen aus Glas für die größten Köche unserer Zeit.

ADresseN In folgenden Städten stehen wir Ihnen mit unseren Büros zur Verfügung: SPANISCHE BOTSCHAFT Spanisches Fremdenverkehrsamt Berlin Lichtensteinallee 1 10787 Berlin Tel.: +49 (0)30 882 65 43 E-Mail: infoberlin@tourspain.es Mo–Fr 10–14 Uhr Spanisches Fremdenverkehrsamt Frankfurt am Main Myliusstraße 14 60323 Frankfurt am Main Tel.: +49 (0)69 72 50 38 E-Mail: frankfurt@tourspain.es Mo–Do 10–17 Uhr, Fr 9–14.30 Uhr Spanisches Fremdenverkehrsamt München Postfach 15 19 40 Schubertstraße 10 80051 München Tel.: +49 (0)89 530 74 60 E-Mail: munich@tourspain.es Kein Publikumsverkehr. Die Informationsabteilung steht Privatkunden und Reisebüromitarbeitern Mo–Fr von 9 bis 13 Uhr für telefonische Auskünfte zur Verfügung.

Fotos: Titel: ©Damien Roué

Sie sehen: Es gibt wieder eine bunte Mischung. Wir hoffen, diese Melange gefällt Ihnen. Schreiben Sie uns gerne Ihre Meinung, senden Sie uns Ihre Kritik und natürlich freuen wir uns auch über Lob. All das erreicht uns, wenn Sie eine Mail schicken an colores@grafenstein.net. PS: Mehr Infos unter:

Herzlichst,

www.coloresdeespana.de www.twitter.com/SpanienTourism

Julio López Astor, Dr. Manuel Butler Halter, Álvaro Blanco Volmer

www.facebook.com/spain.info.de 3


inhalt

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30 5_ meldungen 6_ menschen, über die man spricht Wir setzen vielleicht mal die Küche unter Wasser, Künstler Jason deCaires ein ganzes Museum: Er versenkt seine Skulpturen vor Lanzarote im Meer

8_ mercado 10_ stadtgespräch Wermut liegt im Trend – als Aperitif, als Zutat für Cocktails, als Begleiter zum Essen. Wir finden: ein toller Trend.

20_ schöne Orte 26_ Naturreisen Abseits der ausgetretenen Pfade wartet das Abenteuer in Form der größten Population von Wölfen in der spanischen Sierra de la Culebra.

30_ Frauenpower Schon im Mittelalter fanden manche Frauen, dass Küche, Kinder und Kirche nicht das Richtige sei. Zumindest um zwei der drei Themen mochte sich auch Theresa von Àvila nicht kümmern. Ihr Erbe lässt sich noch heute in ihrer Geburtsstadt bestaunen.

42_ Wein erleben Deutschlands bekannteste Sommelier Natalie Lumpp liebt spanische Weine. Uns verrät sie ihre Geheimtipps.

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46_ 111 Gründe, spanien zu lieben Natürlich gibt es mehr Gründe, dieses wunderbare Land zu vergöttern. Aber wir haben nun mal nicht so viel Platz. Also müssen 111 fürs Buch und ein einzelner für unser Heft reichen.

48_ ¡Buen provecho! Nur ein ganz kleines Häppchen. Und davon nur ein bisschen. Aber dann noch eines von denen. So funktionieren Tapas. Wir haben drei Restaurants in Deutschland besucht, deren Tapas uns ganz kirre machen.

52_ schönes spanien Wir wollen ja keine Klischees befeuern, aber gibt es typisch spanisches Design? Schön bunt, mit Kastagnetten und Fächer? Wir haben mit Menschen geplaudert, die es wissen müssten. Lesen Sie schnell nach.

62_ Guernica 80 Jahre Ein Meisterwerk feiert Jubiläum. Ob Picasso gewusst hat, welchen Meilenstein der Kunstgeschichte er schuf?

64_ Für alle sinne Bücher, Filme und Musik – frisch für Sie ausgepackt und angehört. Und gelesen. Und angeschaut.

66_ Kalender

Fotos: 123rf©AlexanderIngerman; ©Preferred Hotels & Resorts; shutterstock©Michael Kraus; ©freepik.com; ©Estudio Báltico; ©CACT/Jason deCaires Taylor

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neWS

Freixenet:

Kantabrien:

Pilger-Pfad

Neuzugang

Das Monasterio de Santo Toribio de Liébana ruft zum 73. Mal ein Heiliges Jahr aus. Das Kloster in Kantabrien, nahe der Grenze zu Asturien, im Zentrum der Picos de Europa, öffnet im April die Puerta del Perdón, das Tor zur (umfassenden) Vergebung. Der Camino Lebaniego trägt – wie auch der Jakobsweg – den Unesco-Titel „Kulturerbe der Menschheit“. Ein Pilgerausweis ist in der Kathedrale von Santander erhältlich. An der gesamten Wegstrecke gibt es zahlreiche, z. T. sehr kleine Herbergen. Der Schlüssel ist immer irgendwo im Dorf zu erhalten. www.caminolebaniego.com

Den beliebten Cava Carta Nevada gibt es nun auch in der Geschmacksrichtung extra dry. Hergestellt nach der traditionellen Flaschengärung reift er zwischen zehn und 15 Monaten in den Kellern von Freixenet in der Nähe von Barcelona. Dieser neue fruchtbetont-elegante Cava ist eine Cuvée aus den typischen spanischen Rebsorten Parellada, Macabeo und Xarel-lo. Im Duft erinnert er an filigrane Mirabellen und Zitrusfrüchte; am Gaumen schmeichelt er anhaltend spritzig elegant. Das extra trockene Geschmacksprofil in Kombination mit dem feinblumigem Aroma machen ihn zu einem perfekten Aperitif oder Speisebegleiter zu hellem Fisch oder Geflügel. www.freixenet-onlineshop.de

Fotos: ©Freixenet; ©www.turismodecantabria.com; ©esMADRID.com; ©Turespaña

mADrID: Art-App „Essential Art Walk“ unterstützt Kunstfreunde und potenzielle Museumsbesucher auf unterhaltsame und einfache Weise bei der Entdeckung von 24 großen Meisterwerken. Die App macht einen vollständigen Rundgang durch die westliche Kunstgeschichte mitten im Herzen Madrids möglich. Die Anwendung enthält eine Auswahl von acht repräsentativen Werken aus den Sammlungen des Prados, des Reina-Sofía-Museums und des Museums Thyssen-Bornemisza. Die „Essential Art Walk-App“ kann man kostenlos über die offizielle Tourismus-Website von Madrid downloaden. www.esmadrid.com

sevilla: Murillo-Melange Anlässlich des 400. Geburtstags des Barockmalers Bartolomé Esteban Murillo richtet seine Heimatstadt Sevilla ein großes Fest aus. Dazu zählen sechs Ausstellungen, Symposien, Musik und audiovisuelle Projekte, Straßentheater und vieles mehr. Den Auftakt gibt das Museo Bellas Artes im Spätherbst 2017. Die Hauptaktivitäten der umfangreichen Ehrung sind für das kommende Jahr geplant mit großen Schauen im El Espacio de Santa Clara und der Sala Joaquín Turina. Interessantes und Wissenswertes auf den Spuren des Malers bietet die „Route Murillo“ durch die Stadt. Sie führt u. a. zu seinem Geburtshaus. Information: www.sevilla.org / www.visitarsevilla.es 5


MenSchen Über die Man Spricht

Kunst

in Balance Jason deCaires Taylor transformiert das Meer

D

er Bildhauer Jason deCaires Taylor setzt seine Kunst unter Wasser. Er hat auf Lanzarote ein Museum auf dem Meeresgrund eröffnet, gleich neben dem Yachthafen. Aktuell warten dort 80 Skulpturen auf Taucher, Schnorchler und Fische, weitere 250 kommen hinzu. Im Laufe der Jahre werden sich die Werke transformieren, bedeckt von Korallen, bewachsen von Algen.

Immer wenn ich eine Ausstellung machte, bekam ich das Gefühl, dass die Kunst keinen rechten Sinn hatte. War sie beendet, verstaute ich die Kunstwerke und verkaufte sie. Die Vorstellung, dass die Skulpturen auch eine sinngebende Funktion haben und auf eine Art auch konservieren könnten, begeisterte mich.

Was reizt dich daran, deine Kunst zu wässern? Oh, viele kleine Dinge. Natürlich ist das Interessanteste an meinen Arbeiten die Metamorphose. Mir gefällt die Vorstellung, dass Kunst von Natur in Anspruch genommen wird. Es ist immer die Kunst, die eine Spur in der Landschaft hinterlässt, aber sie auch in der Balance hält. Die Balance ist aus der Fassung geraten und mir gefällt der Gedanke, dass Kunst das wieder gerade biegt.

Hat sich schon etwas transformiert? Riesige Sardinenschwärme sind gekommen und wohnen jetzt in den Skulpturen, was wiederum die Haie anlockt. Es freut mich sehr, dass sich

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hier innerhalb von einem halben Jahr Tausende Fische ansiedeln konnten, Hunderte von Spezies, wo hier doch vorher gar nichts war!

Was gefällt dir an Lanzarote? Die Insel hat eine sehr lange Geschichte der Kunst in der Landschaft. Für mich ist es der perfekte Ort. César Manrique hat viele Attraktionen auf der Insel geschaffen. Er ist hier sehr wichtig. Auch gibt es einige unglaublichen Felsformationen, die Lavaflüsse sind unglaublich. Natürlich ist das Meer wunderschön. Es ist unglaublich blau und es gibt so eine Art sattes Licht – ich habe niemals zuvor so ein Licht gesehen.

Kannst du das Licht beschreiben? Es ist ein sattes, tiefes Kobaltblau. Es ist etwas verschwommen, so dass du die Dinge nicht genau erkennen kannst, ohne nahe an sie heranzugehen. Das gibt ihnen eine spezielle Präsenz und dir als Betrachter das Gefühl einer anderen Dimension. Die Erfahrung ist sehr tiefgreifend und entführt deine Gedanken aus der harten Realität des Lebens hin zu einem anderen Ort.

Weitere Infos: www.underwatermuseumlanzarote.com

im Uhrzeigersinn von l.o. nach l.u.: Langsam nehmen das Meer und seine Bewohner Besitz von den Betonskulpturen. o. Mitte: Jason deCaires Taylor und sein Team inmitten einiger seiner Werke, bevor sie im Meer versenkt werden.

Fotos: ©CACT/Jason deCaires Taylor

Was inspirierte dich zu diesem unglaublichen Unternehmen?


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Mercado

Oh,

live! So schmeckt Spanien

1 Olivenpastete

2 Schokolade mit schwarzer Olive

3 Öl-Kännchen

Als Brotaufstrich, Dip oder zu Gerichten: Olivenpastete aus grünen Oliven von der mallorquinischen Cooperativa Agrícola Sant Bartomeu (einem Zusammenschluss von fast 300 Kleinbauern) gibt es mit Kräutern oder mit Pinienkernen, abgeschmeckt mit Knoblauch und Zitronensaft. www.fetasoller.com

Die Zartbitter-Schokolade von La Chinata ist ein Gedicht aus Kakao, Zucker und fünf Prozent Nativem Olivenöl Extra. Die Balance zwischen den bitter-süßen Nuancen von Kakao und Oliven ist hier sehr gelungen. Zum Nachtisch. Oder Kaffee. Oder einfach so. www.lachinata.es

Wer kennt das nicht? Das Olivenöl läuft an den Rändern der Flasche und die schöne Flasche ist: nun ja - ölig. Abhilfe bieten die kurvig gestalteten Ölkännchen aus recycletem Glas. Das Olivenöl tropft langsam durch die schmale Tülle des Ausgießers auf alles, was das Herz begehrt. www.vinos-barron.de

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Illus: fotolia©lnsdes; ©freepik.com

Klein, rund, lecker und so vielseitig: die Olive. Die Steinfrucht ist ein Wunderwerk der Natur. Spanien ist übrigens der größte Produzent der Welt, hier werden etwa 200 Olivensorten kultiviert. Auch wenn fast 90 Prozent der Produktion zu Öl gepresst werden, gibt es noch viele andere Verwendungszwecke, die allesamt eines gemeinsam haben: Sie tun unheimlich gut.


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Fotos: shutterstock©Ivaschenko Roman; ©www.lachinata.es; ©www.vinos-barron.de; shutterstock©Michael Kraus; ©www.lachinata.es; fotolia©Hayati Kayhan

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4 Duschgel, Peeling und mehr

5 Cerveza Artesana

6 Olivenöl-Seife

Was kann man nicht alles mit Oliven machen: OlivaOlivae stellt nicht nur Naturseife her, sondern auch Gesichtscreme, Handcreme und Körpermilch, PeelingCreme (mit gemahlenen Olivenkernen!) sowie Duschgel und Shampoo – übrigens alles Bio und vegan. www.spanish-oil.com/de/kosmetik/

Seit neuestem aromatisiert die Steinfrucht ein Craft-Beer aus der Extremadura. Neben Malz, Hopfen und Wasser werden Oliven in die Rezeptur gegeben, aber nicht pasteurisiert oder gefiltert, wodurch vitamin-B-haltige Rückstände in der Flasche verbleiben. Ein klassisches Ale, das geschmacklich zu Fisch und Käse passt. www.lachinata.es

Olivenöl ist ein großer Feuchtigkeitsspender und reich an Antioxidantien. Unsere heutigen Seifen haben ihren Ursprung im mittleren Osten im 7. Jahrhundert. Von dort kamen sie nach Europa; Spanien war schon im 9. Jahrhundert eines der größten Produktionszentren Europas. www.holagourmet.com/de

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StadtgeSpräch

n o i t i d a r eine T

k c ü r u z t r keh

oledo T d n u a j o t in La ri

Oben: Das Klima von La Rioja ist trocken mit kontinentalem Einfluss. Unten: Toledo liegt etwa 100 Meter über dem Ufer des Flusses Tajo.

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Fotos: flickr©Mario Quevedo; 123rf©AlexanderIngerman

Wermu


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reco. e von El G eisterwerk M n ge n ä do h ruz in Tole de Santa C Im Museo

Fotos: ©Turespaña; ©La Rioja Turismo; ©Luis Martínez Lacuesta; ©GarciaDeLaCruz

us besteht a k n ä r t e G oholische tischen Kräutern l. Das alk a ma iv v e R . Wir ein d mit aro it n e u z r l, u erstellung o z H h t o r b e lk le d A r n e it e t itif r m u t sten Aper zwei Zen ter Werm ufgerührt e ll a t d e o m t in s s h ls e ü a g r ja , r e “ e io b klich h nd La R n wohl körisiert Handwer Mancha u nd um de in, der „li u a e r L w n . e d iß n e ir io w W azeriert nd Tradit Rot- oder imnisse u senzen m s e e h udert. n e e G m r e lu Welt gepla en üb t r oder B r e e d p x E i zwe haben mit

Im Roman „Auf der Plaça del Diamant“, einem Klassiker der spanischen Nachkriegsliteratur, gehen die Protagonisten oft „einen Wermut machen“ („hacer el vermú“). Diese Tradition, lange Zeit in Vergessenheit geraten, scheint ein bedeutendes Revival zu erleben. Warum kommt die Wermut-Kultur mit so viel Emphase zurück? Manuel García de la Cruz Vega Luis Martínez Lacuesta ist Direktor der Bodega Martínez Lacuesta. Das Familienunternehmen produziert und vermarktet seit 1895 Rotweine, Weißweine und Rosés. Bekannte Marken wie Martínez Lacuesta oder Campeador sind seit Beginn des 20. Jahrhunderts auf dem Markt. Ihren Wermut stellen sie seit 1937 her. www.martinezlacuesta.com

Das goldene Zeitalter des Wermuts ist die Nachkriegszeit gewesen. Damals war es in Mode, nach der Messe an Sonntagen einen Wermut trinken zu gehen. Das Volkstümliche ist wieder en vogue, die alten Bars und Tavernen im Retro-Stil werden immer beliebter.

Luis Martínez Lacuesta Es stimmt: In den letzten zwei, drei Jahren kam es zu einer Wiederentdeckung des Wermuts, dem Aperitif schlechthin. Dafür gibt es zwei Faktoren: zum einen haben die Verbraucher den kommerziellen, standardisierten Wermut satt. Auf der anderen Seite ist es die gute Arbeit von Unternehmen, die im Hintergrund pausenlos arbeiten, um ihre Produkte an die aktuellen Trends anpassen. Dadurch, dass unser Produkt handwerklicher

Manuel García de la Cruz Vega ist Verwalter von Bogarve 1915. Seine Familie stellt seit 1915 in Madridejos (Toledo) exklusive organische und traditionelle Weine her sowie Wermut und Brandys. Den größten Teil davon vertreibt sie unter der Herkunftsbezeichnung Denominación de Origen La Mancha, weltweit eine der wichtigsten Herkunftsbezeichnungen der spanischen Weinindustrie. www.bogarve1915.com 11


StadtgeSpräch

Großes Bild: Viguera ist eine Ortschaft mit bedeutenden Kapellen, darunter insbesondere die Kapelle Ermita de San Esteban. Links von oben nach unten: Fässer in einer Bodega in La Rioja. Süße Verführung: Birnen in Weinsoße. Grenzenlose Kunstgeschichte in La Rioja.

Wonach schmeckt Wermut?

Was ist sein Geheimnis?

Manuel García de la Cruz Vega

Manuel García de la Cruz Vega

Es gibt süßen und trockenen Wermut. Beide haben bittere aromatische Kräuter in höherem oder geringerem Maße. Wermut weckt Erinnerungen an die Natur, an vergangene Zeiten, in denen wir die Familie, die Freunde und das Leben mit mehr Friedlichkeit genießen konnten.

Das Geheimnis des Wermuts ist die Kombination vom Süßen und Bitteren. Das Gleichgewicht zwischen beiden ermöglicht die Vermählung dieses Getränks mit vielen verschiedenen Geschmäckern, wie Tapas.

Luis Martínez Lacuesta

Es liegt im Extrakt. Es kommt auf die Anzahl der Kräuter an, die benutzt werden. Auf ihr Verhältnis. Auf die Zeit, die diese Zutaten in Kontakt mit dem Wein sind. In unserem Fall außerdem auch auf die Reifung und Alterung des Extrakts während der drei Jahre, die eine spektakuläre aromatische Konzentration erreicht. Wichtig sind natürlich auch die Qualität des Grundweins und der Varietät der Traube, die Reifung im Fass, das Holz der Fässer und wie lange der Wermut in ihnen lagert. Es gibt so viele Geheimnisse, die wir Hersteller bewahren, dass es unmöglich ist, sie zu kennen.

Seine Aromen und sein Geschmack haben viel mit den Pflanzen zu tun, die bei der Herstellung benutzt werden. Die wichtigste Zutat ist der Ajenjo (Wermut), der den bitteren Geschmack beiträgt. In unserem Fall fügen wir auch grünen Anis, Vanille, Zimt oder Koriander zu, die einen süßen Geschmack beisteuern. Die Reifung in getoasteten Fässern aus französischer Eiche verleiht unserem Wermut Reserva eine höhere aromatische und geschmackliche Komplexität. Im Mund schmeckt er anfangs süßer, da die Holzzucker durch die Hitze karamelli12

sieren, aber am Ende erinnert uns das getoastete Holz an gerösteten Kaffee. Zweifelsohne hat jeder Wermut seine eigene Persönlichkeit.

Luis Martínez Lacuesta

Fotos: ©La Rioja Turismo; ©La Rioja Turismo; ©La Rioja Turismo; flickr©Antonio Periago Miñarro_Karlos AG

und mit natürlicheren Zutaten hergestellt wird, haben wir die Anerkennung der Verbraucher bekommen.


Fotos: ©Imágenes cedidas por el Ayuntamiento de Toledo. Patronato Municipal de Turismo_sar Sanz; ©Imágenes cedidas por el Ayuntamiento de Toledo. Patronato Municipal de Turismo; flickr©Brad Hammonds; flickr©Brad Hammonds

Großes Bild: San Juan des los Reyes ist ein Franziskanerkloster aus dem 16. und 17. Jahrhundert in Toledo.

Die beste Zeit, um Wermut zu genießen?

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?

Manuel García de la Cruz Vega

Manuel García de la Cruz Vega

Wermut kann man in zwei verschiedenen Formen genießen: Als Aperitif mit Tapas oder Essigkonserven wie Sardellen, Oliven, Miesmuscheln, Anchovis. Oder als Grundelement in der Herstellung von verschiedenen Cocktails. Mir persönlich schmeckt er mehr als Aperitif. In Spanien ist diese Gewohnheit vor dem Mittagessen sehr verwurzelt. Es ist ein Moment, um mit den Freunden und der Familie zusammen zu sein und entspannt die gute Gesellschaft zu genießen, bevor man zu Tisch geht.

Der Wein und alle mit ihm verbundenen Getränke bedeuten Leidenschaft, Liebe, Mühe und Geduld. Liebe bedeutet, an ein Projekt zu glauben. Mühe, denn wir bemühen uns jeden Tag darum, unsere gewünschten Ziele zu erreichen. Geduld benötigen wir von dem Moment an, in dem die Reben gepflanzt werden. Ihr Ausbau, sie zu verwöhnen, bis sie Qualitätsfrüchte tragen, Ernte, Herstellung, Reifungsprozess in Holz und Einfüllung, bis man dieses „spezielle Produkt“ erhält. Und schließlich die Leidenschaft, die in jeden Moment des Arbeitsprozesses fließt. So erreichen wir ein Produkt, das von der Mühe von der Gesamtheit von so vielen Menschen spricht, kondensiert in einer Flasche von hoher Qualität.

Luis Martínez Lacuesta Genau: Wermut ist der Aperitif schlechthin. Aber wir stellen auch einen Wermut her, den „Edición Limitada“, der 14 Monate in neuen Barriken aus sehr getoasteter französischer Eiche reift. Ihn kann man gut als Dessertwein genießen. Er schmeckt besonders gut, wenn man ihn sehr kalt zu Teegebäck, Mandel- oder Schokoladenkuchen serviert.

Rechts von oben nach unten: Fässer in der Sala Tinas. Dekorative Details auch in den Türen der Häuser in Toledo. Heiligenverehrung ist auch in Toledo lebendiger Alltag.

Luis Martínez Lacuesta Wir, die wir uns beruflich der Welt des Weins widmen, können uns sehr glücklich schätzen. Wir haben das Privileg zu sehen, wie Trauben wachsen, die sich zehn Jahre später in ein Vino de Gran Reserva verwandelt haben. Wir sind im ständigen Kontakt zur Natur und nehmen am Wunder der Verwandlung der Traube in Wein teil, ohne etwas zu diesem Prozess hinzuzufügen. 13


kannt. Die Leute sind sehr gastfreundlich, vielleicht weil sie es gewohnt sind Besucher zu empfangen, die wegen unserer Weine und Gastronomie hierherkommen oder unsere Region entlang des Jakobsweges durchqueren. Haro ist eine kleine Stadt mit 12.000 Einwohnern, die stolz von sich behaupten kann, die höchste Konzentration an historischen Bodegas der Welt zu haben. Zusammen mit Jerez war sie die erste Stadt Spanien, die 1886 mit Elektrizität für die öffentliche Straßenbeleuchtung versorgt wurde.

Wir bekleiden dieses Baby mit einem Eichenanzug, damit es sich eigenständig entwickeln kann; wir lassen es in horizontaler Lage in der Flasche ruhen, bis der Wermut seine Reife und Höhepunkt erreicht hat. Am Ende, wenn er fertig ist, genießen wir ihn in Begleitung von den Menschen, die wir schätzen. Kann man mehr verlangen?

Warum sollte man Toledo besuchen? Manuel García de la Cruz Vega Toledo ist für mich die schönste Stadt Spaniens. Einst war sie Hauptstadt des spanischen Imperiums in der Zeit seiner höchsten Blüte. Toledo spiegelt die Mischung der christlichen, jüdischen und muslimischen Kultur wider. Ihr kultureller Reichtum und die verschiedenen architektonischen Juwelen verleihen ihr ihre große Schönheit. Durch Toledos Straßen zu spazieren und ihre kleinen malerischen Plazas und Kunstwerke zu entdecken, ist ein Genuss für die Sinne.

Warum sollte man Haro, warum La Rioja besuchen? Luis Martínez Lacuesta La Rioja ist reich an landwirtschaftlichen Ressourcen und hat ein hohes touristisches Potenzial. Durch die weltweit bekannte Herkunftsbezeichnung der Weine ist unsere Region überall be-

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Von oben nach unten von links nach rechts: Die Weinreben von La Rioja kann man auch von oben aus dem Heißluftballon erleben. Die Kirche El Cristo de la Luz in Toledo war ursprünglich eine Moschee. Dekorativ als Blatt, süffig als Wein: Weinrebe in La Rioja. Unweit von La Rioja liegt Peciña.

Fotos: ©La Rioja Turismo; ©Imágenes cedidas por el Ayuntamiento de Toledo. Patronato Municipal de Turismo_sar Sanz; ©La Rioja Turismo; ©La Rioja Turismo

StadtgeSpräch


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Fotos: ©La Rioja Turismo; flickr©Davidlohr Bueso

StadtgeSpräch

a j o i r a L s p p i T r Inside

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Toledo


Insider-Tipps für La rioja Luis Martínez Lacuesta empfiehlt: Haro sollten Sie nicht verlassen, ohne mindestens eines dieser Gerichte gekostet zu haben: Kartoffeln mit Chorizo, Eintopf aus roten oder weißen Bohnen mit Speck, Gemüseeintopf, auf Weinreben gebratene Lammkoteletts, Kabeljau auf Rioja-Art oder Schnecken. Es wäre sündhaft nach Haro zu kommen und nicht den „Hufeisen“-Pfad zu laufen, die Bar-Route in der Altstadt, auf der Sie die Weine der lokalen Bodegas und die typischen Tapas oder Pintxos kosten können. Beenden Sie die Route mit der Besichtigung der Pfarrei von Santo Tomás, die letztes Jahr 500 Jahre alt wurde. Besuchen Sie den Palast von Bendaña im Plateresco-Stil, den Palast der Grafen von Haro zwischen Barock und Neoklassizismus, den barocken Palast der Sevillanas, das Museum del Torreón, das sich im einzigen Rest der Mauer des 12. Jahrhunderts befindet oder die Basilika der Virgen de la Vega von 1700. Auch die Wallfahrtskirche Ermita de San Felices, in den Riscos de Bilibio ist sehenswert. Hier findet jedes Jahr die Weinschlacht „Batalla del Vino“ statt.

Fotos: ©Luis Martínez Lacuesta; flickr©Martin Stone; ©La Rioja Turismo; ©©La Rioja Turismo

Speisen Sie in einem der guten Restaurants unserer Stadt, wie das Beethoven, El Claustro de Los Agustinos, Arrope, Terete, El Rincón del Noble. Oder entscheiden Sie sich für Restaurants in nahegelegenen Orten wie La Vieja Bodega oder La Cueva de Doña Isabela, in Casalarreina. In Haro gibt es mehrere sehr gute Hotels wie Los Agustinos (****), Luz (***), Ciudad de Haro (***), Arrope (***) oder ETH Rioja (***); Apartments mit Charme wie Beethoven, Señorío de Haro, Los Zapatos Morados und Taranco 5.

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Stadtgespräch

Insider-Tipps für Toledo Manuel García de la Cruz Vega empfiehlt: Kosten Sie unbedingt das Marzipan von Toledo, das in der Weihnachtszeit in keinem Haus fehlen darf. Ein guter Manchego-Käse, die migas (ein traditionelles Bauerngericht mit Weißbrot als Grundlage), gachas (ein weiteres typisches Gericht aus der Mancha, aus getoastetem Platterbsenmehl, Schweinespeck, Knoblauch und Paprika) und carcamusas (ein Gemüseeintopf mit Schweinefleisch) sind einige Gerichte, die Sie probieren sollten.

Übernachten Sie zum Beispiel im Hotel Kris Domenico. Von der Terrasse schauen Sie auf die Stadt, perfekt für Sommernächte! Oder entscheiden Sie sich für das Hostal Santo Tomé mitten in der Altstadt oder das Parador Nacional de Toledo. Auch hier genießen Sie einen spektakulären Blick auf die Stadt. Restaurants: Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll – es gibt Hunderte! Hier eine kleine Auswahl: die vorhin genannten Hotels sowie Tapería El Gallego, Restaurante La Campana Gorda, Cervecería Gambrinus, Restaurante La Cuesta, Restaurante Yerbabuena und Restaurante Acrópolis. Toledo bietet viele Events während des ganzen Jahres. In der Altstadt gibt es Theater und Musiksäle mit Live-Musik, Bars, Diskos. Tagsüber würde ich mich in den Gassen der Stadt verlieren. Toledo ist Weltkulturerbestadt, hier lohnt sich zweifelsohne jeder Winkel.

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Fotos: ©GarciaDeLaCruz; ©Imágenes cedidas por el Ayuntamiento de Toledo. Patronato Municipal de Turismo_sar Sanz; flickr©Chuca Cimas; flickr©Mussi Katz

Besuchen Sie die Altstadt. Sie ist in ihrer Gesamtheit wunderschön, auch der Tajo-Fluss mit seinem spektakulären Blick auf die Stadt.


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Schöne orte 1 Finca Cortesín, Malága Die frische, stilvolle Gestaltung der Finca Cortesín ist von traditioneller andalusischer Architektur inspiriert. Sie wurde um zwei Hauptinnenhöfe von palastartigen Dimensionen erbaut. Hier fühlt sich der Besucher als König. Kein Wunder, dass die Fachzeitschrift Condé Nast Traveller sie als „Best National Resort“ auszeichnete. Buchungen über www.preferredhotels.com

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Schöne Orte Oscar Wilde sagte einmal, er habe einen einfachen Geschmack: Er sei mit dem Besten zufrieden. In diesem Sinne haben wir für Sie eine Auswahl unserer Lieblingsorte für den perfekten Genuss zusammengestellt.

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Foto: ©Preferred Hotels & Resorts

Für unvergessliche Momente


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Fotos: ©David Domingo; ©Ohla Eixample

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2 Café de las Horas, Valencia Seit 1994 bietet das Café den neobarocken Rahmen für stilvollen Nachmittagstee oder extravagante Abend-Dinner, für gepflegte Kaffeestündchen oder Cocktail-Verkostungen. Hier wurden bereits Stars, Sternchen und Promis aller Kategorien gesichtet. Auch wer nicht auf den Seiten der Yellow Press landen muss, wird hier kurzweilige Stunden verleben. www.cafedelashoras.com

3 Ohla Barcelona, Barcelona Das Fünf-Sterne-Boutique-Hotel befindet sich in einem eleganten neoklassizistischen Gebäude, das einst das erste Kaufhaus von Barcelona beherbergte. Während das Äußere den Luxus des 18. Jahrhunderts atmet, ist das Interieur eindeutig mit den luxuriösen Annehmlichkeiten und dem modernen Design des 21. Jahrhunderts gesegnet. Buchungen über www.preferredhotels.com 21


Schöne Orte 4 Parador de Baiona, Monterreal Von der Festung blicken die Gäste auf das Meer, bis hin zur Inselgruppe Islas Cíes. Einst stand hier eine Burg, auf deren Ruinen der Parador errichtet wurde. Die Anlage mit einem großen Park ist vom Meer umgeben und nur über ein Vorwerk zu erreichen. Hochherrschaftliche Gastlichkeit! www.parador.es

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5 Cava and Hotel Mastinell, Vilafranca del Penedes Das beeindruckende 5-Sterne-Hotel Cava & Hotel Mastinelli begrüßt seine Gäste neben den Weinbergen von Mas Tinell etwas außerhalb von Vilafranca del Penedès. Mit innovativer Architektur, einer verblüffenden Struktur, die an eine Sammlung gestapelter Weinflaschen erinnert und einem Dach mit Mosaikfliesen im Stile Gaudís, ist das Hotel ein architektonisches Highlight. Buchungen über www.preferredhotels.com

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6 El Jardín de Salvador Bachiller, Madrid Eine Oase im Trubel der spanischen Hauptstadt ist dieser Garten. Neben diesem Café betreibt Salvador Bachiller noch weitere bezaubernde Orte in Madrid: einen Wintergarten, eine Lounge oder auch El Rincón Secreto, die „geheime Ecke“. So verschieden sie sind: Allen gemeinsam sind perfekte Gastlichkeit und ein bemerkenswertes Gefühl für Atmosphäre. www.jardindesalvadorbachiller.com 24

Foto: ©El Jardín de Salvador Bachiller

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dem Wolf Unterwegs im Schutzgebiet des Lobo Ibérico

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In der spanischen Sierra de la Culebra existiert die größte Population der Raubtiere in Westeuropa. Die Koexistenz mit Mensch und Vieh funktioniert — wenn man ein paar Grundregeln beherzigt.

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itano hat die Ruhe weg. Seine Bewegungen sind dosiert. Der gemessene Schritt und die beherrschten Kopfdrehungen verbreiten die Aura selbstbewusster Autorität. Gitano hat einen gefährlichen Job, doch seine Ausstrahlung macht ihn und seine Schutzbefohlenen nahezu unangreifbar. Gitano ist ein Mastín Español, ein spanischer Hirtenhund, und sein Arbeitsplatz ist tatsächlich das Weidegebiet einer Herde von 300 Schafen in der Sierra de la Culebra, einem Höhenzug in der spanischen Region Kastilien-León. Lämmer springen im hohen Gras herum, kleinere Hunde eilen hechelnd um die Herde. Gitano mustert ungerührt die Szenerie. Hier ist für ihn jetzt nichts zu tun. Zeit für ein Päuschen im Schatten. „Der Wolf ist schlau“, sagt Antonio, der Hirte. „Ich weiß, dass er uns oft beobachtet. Aber man sieht ihn nicht.“ Trächtige Schafe und hopsende Lämmer sind eine mächtige Versuchung. Doch solange ein Mastín Español bei der Herde ist, wird der Wolf sie nicht attackieren. Der Wolf gehört zur Sierra de la Culebra wie die Hirten und ihre Herden. Das ist so seit Jahrhunderten. Während die Raubtiere in Mitteleuropa nahezu vollständig ausgerottet wurden und erst in jüngster Zeit wieder einige Tiere aus Osteuropa den Weg in polnische und deutsche Wälder finden, hat es in dem kastilischen Gebirgszug im Grenzgebiet zu Nordportugal immer Wölfe gegeben. Zwar war der Bestand auch dort stark gefährdet, doch seit den 1970 Jahren stehen die Tiere in der Region unter Schutz. Heute wird die Population in der Sierra auf neun bis zehn Rudel mit jeweils sechs bis acht Tieren − meist aus einer Familie − geschätzt. „Wir leben mit dem Wolf“, sagt Antonio, „das war schon immer so.“

Oben: Fast jeder Glockentrum in der Provinz Zamora beherbergt eine Storchenfamilie. Mitte: In der Sierra de la Culebra im Nordwesten Spaniens ist der Wolf nie ausgerottet worden. Unten: Über dem Fluss Duero thront die Provinzhauptstadt Zamora.

ein Schaf merkwürdig bewegte. Den Wolf habe ich zunächst nicht bemerkt. Aber als ich aufstand, sah ich ihn. Er hatte das Schaf in den Hals gebissen. Ich warf mein Brot weg und hob meinen Stock, da lief der Wolf davon. Das Schaf überlebte zunächst, ist dann aber doch verendet.“ Ein totes Schaf in Jahrzehnten – das klingt nach einem noch verkraftbaren Risiko. Wie ist die Viehzucht möglich in einem Verbreitungsgebiet kampfkräftiger vierbeiniger Jäger? „Die Menschen hier wissen, wie man mit dem Wolf zusammenlebt“, sagt Miguel Ángel Garijo, Naturschützer und Veranstalter von Beobachtungstouren im Schutzgebiet, und klopft Antonio kräftig auf die Schulter. „Entscheidend sind drei Regeln. Erstens: Der Hirte darf seine Tiere niemals allein lassen. Zweitens: Das Vieh muss nachts hereingeholt werden, in den Stall oder einen sonstigen geschützten Unterstand. Drittens: Der Hirte braucht mindestens zwei Hunde.“ Der Perro de Carea führt die Herde, der Guardián steht Wa-

Fotos: ©Daniel Baczyk

Zwei Hunde werden gebraucht Der 61 Jahre alte Schäfer hat fast sein ganzes Leben im Dorf Villadeciervos verbracht. Den Angriff eines Wolfs hat er nur einmal erlebt, vor etwa 20 Jahren: „Ich war mit der Herde unterwegs, habe unter einem Baum etwas gegessen. Rechts von mir waren die Schafe. Es regnete. Plötzlich habe ich wahrgenommen, dass sich

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naturreiSen

Sieben Tiere in den Gehegen

che – ein Hund, der sich gegen den Wolf behaupten kann. Das ist immer ein Mastín Español. Kein kurzbeiniges Muskelpaket, eher ein stämmiger Gigant: Das Risiko einer Kraftprobe mit Gitano oder einem seiner Artgenossen wird der Wolf nicht eingehen. Denn er weiß, dass jede Verletzung seinen Tod bedeuten kann, selbst wenn er zunächst davonkommen mag. Eine Wunde ist in der Wildnis schnell infiziert.

Leider sind die Begleittexte bislang nur in spanischer Sprache zu lesen. Die Mitarbeiter versichern, dass englische und deutsche Versionen in Arbeit seien. Herzstücke des Zentrums sind ohnehin zwei Waldgehege, in denen derzeit insgesamt sieben Wölfe leben. Mit etwas Geduld und Glück können sie beobachtet werden. Dort gibt es auch regelmäßig Nachwuchs.

„Hier in der Sierra gibt es genügend andere Beute für die Wölfe“, sagt Garijo. „Sie jagen Hasen oder Rehe in der Regel allein, Hirsche oder Wildschweine stets in der Gruppe. Die Angriffe im Rudel sind äußerst effizient. Kühe greifen sie normalerweise nicht an - höchstens dann, wenn eine Kuh gerade gekalbt hat und noch geschwächt ist.“

Noch spannender ist es natürlich, mit Miguel Ángel Garijo im Landrover an einen Steilhang im Gebirge zu fahren und von dort oben mit dem Fernrohr den Waldrand nach Wölfen auszuspähen. Eine Sichtung ist dabei keineswegs garantiert.

Nahe der historisch bedeutsamen Ortschaft Puebla de Sanabria ist im vorigen Oktober das Centro del Lobo Ibérico eröffnet worden, ein gut in den Steineichenwald integriertes Informationszentrum. Dort wird Wissen über Wölfe in der Sierra de la Culebra und auf der gesamten Iberischen Halbinsel vermittelt. Der Bestand in Spanien und Portugal wird auf insgesamt 2000 bis 2500 Tiere geschätzt.

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Oben: Stolzer Kirchenbau in Toro: Colegiata de Santa María la Mayor. Mitte: Gewusst wie: Der Schafhirte Antonio lebt mit seinen Herden unter Wölfen. Unten: Chef auf der Schafweide in der Sierra de la Culebra ist der Mastín Español. Auch der Wolf respektiert die Autorität des kräftigen Hütehundes.

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Die Sonne sinkt, der Wind pfeift über die Kante. Oben in der Sierra glitzern letzte Schneereste. Die Teleskope schwenken langsam hin und her, doch auf den Grasflächen und Waldbrand-Schutzschneisen rührt sich nichts. Ob ein „Lobo Ibérico“ aus dem Unterholz seinerseits die naturinteressierte Gruppe beobachtet? Wir denken an Antonio: „Der Wolf ist schlau.“ Und sind dankbar für die Information, dass es über Angriffe auf Menschen seit Jahrzehnten keine Berichte gibt. Autor: Daniel Baczyk

Weitere Reisegeschichten finden Sie hier: www.echo-online.de

Fotos: ©Daniel Baczyk

Falls doch einmal ein Stück Vieh von Wölfen gerissen wird, erhalten die Besitzer einen Ausgleich vom Staat. Es gibt allerdings viele Beschwerden, dass es zu lange dauere, bis das Geld ausgezahlt wird.


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Frauenpower im Mittelalter

Auf den spuren von Teresa von Ávila Als Kind und Teenager konnten sich der streng religiöse Vater und die leidlich geboren in Ávila am 28. märz 1515, einmal eine der angesehensten religionsvertreterinnen werden sollte.

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Illus: ©freepik.com

mithaltende mutter wohl kaum vorstellen, dass aus ihrer wilden Tochter Teresa,


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ine Frau, die alle Ehren der Kirche einheimsen konnte, von der Seligund Heiligsprechung im 17. Jahrhundert bis zur Ernennung (als erste Frau überhaupt) zur Kirchenlehrerin in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, verehrt nicht nur von Katholiken, sondern von Anglikanern und Protestanten ebenfalls. Eine Frau, die so viele Klöster in Spanien gründete wie niemand vor oder nach ihr und die Lust darauf macht, ihr in der Gegenwart nachzureisen. Eine Frau, die mit sieben Jahren ihren Bruder überredete, gemeinsam im Morgenland den Tod zu finden – ihr waren da irgendwelche Kreuzfahrergeschichten zu Kopf gestiegen. Also machten sie sich auf den Weg ins Gelobte Land. Zum Glück gabelte ein Onkel die entsprungenen Kinder noch am selben Tag am Ortsausgang auf.

Fotos: ©Håkan Svensson; ©Turespaña

Nach dem Tod der Mutter 1527 begann Teresa jene Literatur zu lesen, die ihre Mama verschlungen hatte – die vom Vater verachteten Ritterromanzen voller Liebesabenteuer und Leidenschaften. Mit 16 Jahren fand sie schließlich auch Gefallen an den eigenen weiblichen Reizen und lauerte ihren Cousins auf, was dem Vater ebenfalls wenig Freude bereitete. Er steckte sie in das Konvent Nuestra Señora de Gracia. Teresa begann das klösterliche Leben zu schätzen, doch erkrankte sie schwer und musste zurück nach Hause. Nach ihrer Genesung ging sie erneut in ein Konvent – ins Karmeliterkloster La Encarnación in Ávila, diesmal aber mit Missbilligung des Vaters. Da war Teresa 21 Jahre alt.

Weitere Informationen finden Sie hier:

ein und aus, die Nonnen flirteten. Teresa wünschte sich zunehmend einen Orden, in dem www.avilaturismo.com die Sakramente was zählten www.huellasdeteresa.com und in denen der Beruf noch www.pastrana.org ernst genommen würde. In Folge konnte sie durchsetzen, 1562 ihr eigenes Kloster San José in Ávila und den reformierten Orden der „Unbeschuhten Karmelien“ zu gründen. Papst und Bischof gaben ihr Okay und der oberste Karmeliter fand die Idee, einen Eremitenorden innerhalb des eigentlichen Ordens zu gründen, auch ziemlich gut. In den nächsten 20 Jahren gründete Teresa landauf-landab weitere 16 Klöster und tat sich nach 1568 mit Johannes vom Kreuz zusammen, mit dem sie zusammen auch noch 15 weiteOben: Schmuckes re Mönchsklöster gründete. Nebenbei schrieb sie Fenster im Convento de Santa Teresa Bücher, mit denen sie mal eben den neuen christlichen Mystizismus begründete, bevor sie am 14. Unten: Royale Meile: Oktober 1582 starb. Ihr Aktionismus rief natürDie Straße der Kath. Könige lich Gegenwind aus den Reihen der „Beschuhten

Ab 1537 war die burschikose junge Frau geweihte Nonne, aber bald schon erkrankte sie an – vermutlich – Malaria, fiel in ein viertägiges Koma, blieb drei Jahre gelähmt und war 1542 soweit genesen, da schien ihr die Überzeugung für ihren Beruf – der Glaube – abhanden zu gehen. Im Jahr darauf, 1543, starb dann der Vater. Sie veröffentlichte ihre Autobiographie 1556 und outete sich als Mystikerin, was bei den Vorgesetzten nicht immer gut ankam. Ab 1560 änderte sich dann aber alles: Teresa hatte eine Vision der Hölle. Das Karmeliterkloster, in dem sie lebte, war auf 190 Nonnen (von 40 bei Teresas Eintritt) herangewachsen. Herren gingen

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Kultur erleben

Karmeliter“ hervor; 1580 wurde sie gegen ihren Willen zur Leiterin des alten Klosters von Ávila berufen – sämtliche politische Querelen wurden jedoch im Jahr darauf beigelegt. Teresa hatte sich durchgesetzt.

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Oben: Wahrlich wehrhaft: die Stadtmauer von Avila

Das Hauptretabel im Königlichen Kloster Santo Tomás stellt Teresas Vision von Maria und Josef, die ihr Gewand und Kette umlegen, dar. Dort ist auch ihr Beichtstuhl zu sehen. Die Brücke über den Fluss Adaja hat römischen Ursprung und etwas außerhalb liegt Cuatro Postes mit toller Aussicht und einem Schrein.

Figur der heiligen Teresa Unten: Ein Blick auf Avila ist wie ein Blick zurück in die Geschichte.

Fotos: ©Turespaña; ©Gregorio Fernández; ©Turespaña

Und wer die Zeit Teresas vor Ort nachvollziehen möchte, der bereist die Stätten ihrer Arbeit: die Klöster in Südspanien, unter anderem in Granada, Sevilla oder Toledo, oder im Norden von Segovia, Salamanca oder Burgos, wo Teresa ihr letztes Kloster San José y Santa Ana gründete. In Pastrana, auf der südlichwestlichen Route von Madrid nach Valencia, stehen übrigens gleich zwei Klöster: San José für Nonnen und San Pedro (heute El Carmen) für Mönche. Letzteres ist heute ein Museum für Naturkunde – schön auch das Museum über Teresa selbst. Die Stadt Valladolid, nördlich von Madrid, wo Teresa ihr viertes Kloster gründete, hat die Heilige inzwischen zur Ehrenbürgerin ernannt. Hier befindet sich das Originalmanuskript ihres Hauptwerkes „Weg der Vollkommenheit“.

Auch sehenswert in Ávila


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Die Region Madrid wird Sie überraschen …

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Madrid bietet ein breites Angebot für jeden Geschmack und jedes Alter: Kultur, Freizeit, Natur, Einkäufe, Gastronomie und noch viel mehr.

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in Besuch der autonomen Region Madrid ist immer ein Erlebnis. Besucher können eintauchen in großartige Kunst, denn hier erwarten sie viele außergewöhnliche Ausstellungen in Museen wie dem Paseo del Arte mit dem Museo del Prado, dem Museo Thyssen-Bornemisza und dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía. Es erwarten sie eine einmalige Kulturszene mit Angeboten von klassischer Musik (Teatro Real, Auditorio Nacional und andere) über Theater und Musicals der Gran Via bis hin zu vielen Festivals, die während des ganzen Jahres stattfinden

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wie dem Festival de Otoño a Primavera, der Suma Flamenca, der Teatralia, Madrid en Danza und vielen anderen mehr. Mehr als 100 Museen, 150 Galerien und Ausstellungsräume vervollständigen das kulturelle Angebot in seinen verschiedenen Disziplinen: Fotografie, Malerei, Skulpturen und Installationen. In Madrid finden Besucher aber auch angesagte Restaurants, sie genießen Cocktails auf einer Dachterrasse mit Blick auf den Sonnenuntergang und sie entdecken eine der spannendsten Städte der Welt mit Freizeitparks, Live-Veranstaltungen, Livemusik, Diskotheken, Flamenco-Lokalen, Cocktailbars und vielem mehr. Liebhaber feiner Gastronomie können den Moment genießen, wie es die Madrilenen tun! Nationale und internationale Küche, hundertjährige Lokale und

Gastrobars, 20 preisgekrönte Restaurants mit 29 Michelin-Sternen in der gesamten Region und traditionelle Märkte, die in Gourmet-Plätze umgewandelt wurden, warten auf Besucher, um sie mit Tradition und Innovation zu überraschen. Die Region ist weiterhin ein erstklassiges Einkaufsziel mit einem großen Angebot höchster Qualität. Das avantgardistischste Design hat seinen Platz in den Vierteln Malasaña, Chueca, Triball und Salesas; während das Salamanca-Viertel für Luxus steht. Weiterhin gibt es viele Einkaufszentren, in denen sich Shopping, Gastronomie und Freizeit treffen. Es fehlen auch nicht die Outlets, in denen erstklassige Marken zu annehmbaren Preisen zu finden sind, wie Las Rozas Village.


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Sierra de Guadarrama. Photo: Comunidad de Madrid

Königliches Kloster von San Lorenzo de El Escorial. Photo: Czuko Williams. Comunidad de Madrid

Weltkulturerbe in Madrid Ungefähr 50 Kilometer von der Stadt entfernt gibt es drei Enklaven, die auf Grund ihres historisch-künstlerischen Erbes von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden sind: Alcalá de Henares, Aranjuez und San Lorenzo de El Escorial. Alcalá de Henares, Geburtsstadt von Cervantes und Sitz der ursprünglichen Universidad Complutense. Am Ufer des Flusses Tajo war Aranjuez im Frühling Sitz des Reisekönigtums der Bourbonen. Die Stadt besitzt einen großartigen Königlichen Palast. Seine Gärten sind zusammen mit dem Flussufers des Tajo und den historischen Auen und Gärten, die den Ort umgeben, in der Kategorie der Kulturlandschaft in der Liste der UNESCO eingetragen. Sie hat die Enklave zu einem „Ort außergewöhnlichen universellen Wertes“ erklärt, die höchste

Burg von Manzanares El Real. Photo: Hugo Fernández. Comunidad de Madrid

Auszeichnung, die ein WeltkulturerbeOrt erhalten kann. Am Fuße der Sierra de Guadarrama in San Lorenzo de El Escorial ragt das Kloster von Philip II empor, in dem sich der Pantheon der Könige Spaniens befindet. Sehenswert hier: sein künstlerisches Erbe, sein Kulturangebot und die wundervolle Natur um das Kloster herum. La Pedriza del Manzanares und die Städte Madrids Verteilt in der Region befinden sich die Städte Madrids, sechs wunderschöne Orte, die den Besucher mit ihrem reichen historischen und kulturellen Erbe sowie ihrer Ruhe gefangen nehmen: Buitrago del Lozoya, Chinchón, Colmenar de Oreja, Navalcarnero, Nuevo Baztán und Rascafría. In der Nähe befindet sich La Pedriza del Manzanares, ein Naturpark mit außer-

Königlicher Palast von Aranjuez. Photo: Comunidad de Madrid

ordentlichen Felsformationen, der sehr beliebt ist bei Wanderern – nicht nur am Wochenende. Die Region besitzt Orte von hohem ökologischen Interesse wie den Nationalpark der Sierra de Guadarrama und der Sierra del Rincón (beide wurden als Biosphäre-Reservat von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt) sowie den Oberlauf des Flusses Manzanares und andere geschützte Naturplätze.

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Zwischen hohen Gipfeln und einsamen Stränden: Spaniens grüner Norden In die Berge oder ans Meer? Alljährlich wird die Frage nach dem besten Urlaubsziel aufs Neue gestellt. Zum Glück hat der Norden Spaniens beides: idyllische Buchten mit Sandstränden und imposante Bergwelten des Kantabrischen Gebirges. Dazwischen jede Menge Kultur und Tradition, die das übliche Spanienbild auf den Kopf stellen.

Galicien Es ist grün wie in Irland, auf Volksfesten ertönen Dudelsäcke und den Stierkampf im Fernsehen schaltet man lieber ab: Galicien ist anders als das restliche Spanien. Denn die Kultur der Region geht auf die Kelten zurück. Die meisten Besucher zieht es hier an die Rías Baixas: vier fjordartige Meeresbuchten an der Westküste, gesäumt von wunderschönen Stränden, Weinbergen und Kiefernwäldern. Das Klima ist sonniger und milder als im übrigen Nordspanien, viele Strände sind windgeschützt, und das Wasser heizt sich im Sommer bis 20 Grad auf. Das Gegenstück dazu sind die Rías Altas an der Nordküste. Wegen des kühleren und feuchteren Wetters spielt der Badetourismus hier eine geringere Rolle. Dafür begeistert die Nordküste mit rauen Steilküsten und stürmischen Kaps, wobei herrliche Strände auch in diesen Breiten zu finden sind. Asturien Die imposanten Klippen am Kantabrischen Meer und die grandiosen Picos de Europa prägen die Landschaft des „Principado de Asturias“. Das kleine Fürstentum stand

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Tipp OLIMAR Rundreise „Spaniens grüner Norden“ Ab Bilbao mit dem Mietwagen entlang der grünen Küste durchs Baskenland, Kantabrien, Asturien und Galicien in die Pilgerstadt Santiago de Compostela. Zehn Übernachtungen mit Frühstück in Komforthotels oder Paradores inkl. Mietwagen schon ab 813 Euro pro Person. Weitere Informationen unter olimar.de/bior10

nie unter maurischem Einfluss und gehört formell dem spanischen Thronfolger. Seine Hauptstadt Oviedo beherbergt eine der traditionsreichen Universitäten des Landes, und nur wenige Kilometer entfernt befinden sich einige der schönsten präromanischen Bauten Spaniens. Kantabrien Das Blau des Kantabrischen Meeres und das Grün der über 2000 Meter hohen Gebirgszüge der Cordillera Cantábrica prägen die Landschaft der Autonomen Region Kantabrien. Ihre Hauptstadt Santander liegt an einer schönen, von Bergen gerahmten Bucht. Die Playa del Sardinero und die Halbinsel La Magdalena werden von Villen und Schlösschen der Belle Époque gesäumt. Baskenland Das Guggenheim-Museum von Frank O. Gehry in Bilbao ist die neue Ikone des Baskenlandes. Zusammen mit weiteren Bauten internationaler Stararchitekten hat es den Industrieort zu einem Mekka für moderne Architektur und Kunst werden lassen.


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Region Valencia: Die Berge des Mittelmeers Mit Aktivtourismus die versteckten Schätze der Natur entdecken

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leich einem Kaleidoskop, stets überraschend, vielseitig und mannigfaltig erstreckt sich die Region Valencia an der spanischen Mittelmeerküste. Die Landschaft ist vielgestaltig, auf 500 Kilometern ist das Meer ihr Nachbar: Ständig im Wandel und sich selbst erneuernd, voll zauberhafter Gegenden. Die Region Valencia ist ein Land der Kontraste, in dem sich Alt und Neu, Tradition und Innovation begegnen. Zerklüftete Hochgebirgswälder und Salzwiesen sind nur wenige Schritte vom Meer entfernt. Diese ungeheure Vielfalt und diese Kontraste verleihen der Region einen besonderen Reiz. Hier findet der Reisende wirklich alles vor. Eine Vielzahl von Lebensräumen mit hoher Biodiversität erklärte die Regionalregierung zu geschützten Gebieten. Insgesamt gibt es 22 Naturschutzgebiete, darunter Inseln, Feuchtgebiete, Küstengebirge, Gebirge im Landesinnern und mediterranen Auwald. Ein perfekter Ort also, um Natur aktiv zu genießen. In den drei Provinzen Alicante, Valencia oder Castellon kann man sich zu jeder Jahreszeit die Wanderstiefel anziehen, um magische Landschaften zu entdecken, über die Berge zu marschieren und Gebirgsbäche, Flüsse und Wasserfälle zu durchqueren. Hier herrscht ein gemäßigtes Mittelmeerklima mit im Durchschnitt 2.730 Sonnenstunden im Jahr und Tagesdurchschnittstemperaturen zwischen 10 und 18 Grad im Winter sowie zwischen 23 und 30 Grad im Sommer. Etwa 40 Prozent der Landschaft

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liegen auf einer Höhe von mehr als 600 Metern. Castellon, das sich im Norden der Region befindet, ist die Provinz mit dem zweithöchsten Anteil an Bergen in Spanien und somit ideal für jede Art von Gebirgssport. Erfahrene Wanderer oder entspannte Spaziergänger finden gleichermaßen eine exzellente Infrastruktur vor. Die Region verfügt über mehr als 5.000 Kilometer genehmigte Wanderwege. Es gibt Pfade, von denen man das Meer sehen kann und andere, die zu den abgelegensten und einsamsten Orten führen. Es gibt Touren, die aus langen Wegstrecken mit mehreren Tagesetappen bestehen, aber auch solche mit kurzen Strecken und lokalen Wanderwegen. Eine andere Möglichkeit die Region zu entdecken: auf dem Fahrrad. Es ist eine der angenehmsten Formen, um die Landschaft in vollen Zügen zu genießen, sowie die Natur und die Geschichte der Gegend kennen zu lernen. Neben 300 Kilometern umgebauter Bahnstrecke (Vías Verdes) wird dies durch ein weitläufiges und gut ausgebautes Netz lokaler Straßen, Waldwege und Feldwege ermöglicht. Zusätzlich zu den

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zu Radwegen umgebauten Bahnstrecken existieren auch noch mehr als 400 Kilometer Fußgängerwege, die nahegelegene Gemeinden miteinander verbinden. Diese sind mit dem Logo „CR“ gekennzeichnet, ähnlich der Kennzeichnung von Wanderwegen durch ganz Europa, die das Kürzel „GR“ tragen. Auf einigen Wanderwegen können ebenfalls Räder genutzt werden, wie beispielsweise auf der Via Augusta und dem Wanderweg Cid (GR 160). Die erstgenannte Strecke war die wichtigste Verbindung der Iberischen Halbinsel, einst erbaut

vom römischen Kaiser Augustus. Sie führt über die antiken Reste der Via Heracles mit einem Teilabschnitt von Cadiz bis in die Pyrenäen. Die Region ist einfach und unkompliziert zu erreichen über die Autobahn oder mit dem Schnellzug. Flüge von den wichtigsten Flughäfen Deutschlands (u.a. Frankfurt, München, Berlin, Stuttgart, Hamburg, Düsseldorf, Köln) führen direkt über Valencia in die Region Valencia.

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Spanisch im Land lernen und erleben Qualitativ hochwertige Ausbildung und eintauchen in die kulturelle und soziale Realität des Landes mit der spanischen Sprachschulenvereinigung FEDELE

Spanien ist aufgrund seines vielfältigen kulturellen, gastronomischen und landschaftlichen Angebots als Reiseland in Mode. Um all dies voll ausschöpfen zu können, sind Kenntnisse der spanischen Sprache hilfreich. Also warum nicht den Urlaub mit einem Sprachkurs kombinieren und so das Land aktiv von innen heraus kennenlernen? Die Federación Española de Asociaciones de Escuelas de Español como lengua extranjera (FEDELE) ist die Vereinigung spanischer Sprachschulen, die Spanisch als Fremdsprache unterrichten. Sie wurde 1999 mit dem Ziel gegründet, das Qualitätsniveau der spanischen Sprachschulen zu gewährleisten. Die 85 angeschlossenen Zentren in verschiedenen Regionen Spanien unterliegen einer kontinuierlichen Qualitätskontrolle durch das Instituto Cervantes, dem spanischen Pendant zum Goethe-Institut. Die über das ganze Jahr hinweg stattfindenden Sprachkurse beginnen wöchentlich und werden für jedes Sprachniveau und jede Altersklasse sowie zu spezifischen Themen angeboten. Die Vorteile, Spanisch im Land zu lernen, liegen klar auf

der Hand: Das Erlernte kann 24 Stunden am Tag erprobt werden, vor allem wenn man die Unterbringung bei einer spanischen Familie wählt. Doch auch wenn man das Wohnen in einem Appartement vorzieht, findet man im aufgeschlossenen und gastfreundlichen Spanien ausreichend Möglichkeiten, seine Spanischkenntnisse im Alltagsleben anzuwenden. Daüber hinaus bieten die FEDELE angeschlossenen Sprachschulen ein umfangreiches Begleitprogramm, das soziale und kulturelle Aktivitäten wie gemeinsames Kochen, Kulturrouten, Besuche von Museen und vieles mehr umfasst. Auf Wunsch des Schülers kann der Sprachkurs auch mit einer anderen Aktivität wie etwa einem Flamenco-Kurs kombiniert werden. Der Sprachkurs verwandelt sich so in das Sprungbrett, um in alle Aspekte der spanische Realität einzutauchen und das Land auf eine ganz andere Art zu erleben.

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Genussland Spanien

ist eine sehr emotionale

Geschichte

Fotos: ŠArmin Faber; PixabayŠCounselling

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panien besitzt die größte Rebfläche weltweit. Allerdings stehen sie von der Mengenerzeugung erst an dritter Stelle, hinter Frankreich und Italien. Das spricht absolut für die Weine, die Devise lautet: mehr Qualität statt Quantität. Wir haben mit Natalie Lumpp über spanische Weine gesprochen. Deutschlands bekannteste Sommelière ist sich sicher: „Menschen, die nicht genießen können, sind ungenießbar.“ Warum wurden Spaniens Weine so lange unterschätzt? Vor 20 Jahren hatte man Spanien immer nur mit Rioja assoziiert. Dass es so viele andere, gute Weinregionen in Spanien gibt, haben die Spanier lange Zeit nicht wirklich nach Deutschland getragen. Sie waren ein bisschen zurückhaltend im Marketing. Heute hat sich das zum Glück geändert und die Leute sind begeistert, dass es tolle Weiß- und Rotweine aus Regionen gibt, die man früher nicht so auf dem Schirm hatte, wie zum Beispiel aus Rueda, Ribera del Duero oder Bierzo.

Was ist das Besondere an spanischen Weinen? Wodurch zeichnen sie sich aus? Ich bin persönlich ein sehr, sehr großer Fan der spanischen Weine. Im Gegensatz zu anderen Weinregionen bekommt man aus Spanien immer sehr gute Qualitäten bei tollem Preis-Leistungs-Verhältnis. Da kann aus meiner Sicht auch kaum einer mithalten. Das gilt für Cava, der ja immer in Flaschengärung hergestellt wird, egal was er kostet. Oder Weißweine, da gibt es für vier, fünf Euro tolle Qualitäten. Und bei Rotweinen sind die Spanier ja unschlagbar. Es gibt wunderbar kraftvolle Rotweine, da haben die spanischen Winzer ihre Hausaufgaben gut gemacht. Sie haben nicht mehr diesen altbackenen schweren Stil, sondern es sind Rotweine mit viel Eleganz, mit Mineralität, also wirklich geschliffene Rotweine. Und wie gesagt: unschlagbar im Preis-Leistungs-Verhältnis. Oder die Rosados aus Navarra – das kann kaum einer so gut wie die Spanier!

Gibt es überhaupt den spanischen Wein? Keineswegs, jede Region hat ihre Eigenheiten. Wir persönlich mögen zum Beispiel gerne Galicien mit den Albariño-Weinen. Was man sagen kann: Wenn es um die besten Rotweine der Welt geht, dann sind diese drei Regionen mit dabei: Ribera del Duero, La Rioja und Priorat.

Wenn ich in Spanien einen Wein trinke, der mir gut schmeckt und ich kaufe mir ein paar Flaschen für zu Hause, schmeckt er irgendwie ganz anders. Woran liegt das? Das ist sicher schon jedem Weintrinker passiert. Wein ist einfach eine sehr emotionale Geschichte, man lässt sich gerne von Stimmungen leiten, auch Etiketten gehören dazu. Außerdem darf man nicht vergessen: Wenn das Essen dazu passt, schmeckt der Wein immer doppelt so gut. Wir versuchen als Sommeliers, die Verbindung Essen und Wein optimal zu gestalten. In den Regionen können die Köche immer optimal auf ihre Weine zukochen. Zwar gibt es Weine, bei denen ich sagen würde, die solltest du am besten nur vor Ort trinken. Bei den spanischen Weinen ist es aber nicht so. Die schmecken auch bei uns in der Regel noch sehr, sehr gut.

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Weitere Infos über Natalie Lumpp, Infos rund um den Weingenuss und Termine ihrer Weinseminare: www.natalie-lumpp.de

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Genussland Spanien

Wein erleben

Die Weinrouten der Spanischen Vereinigung der Weinstädte (ACEVIN) geben Reisenden die Möglichkeit, die Kultur und den Lebensstil einiger der traditionsreichsten spanischen Weingegenden kennen zu lernen. Sie können Weinkellereien besichtigen, den Herstellungsprozess erleben, mitten in den Weinbergen wohnen, an Weinproben teilnehmen und entdecken, wie die Weine perfekt mit dem Essen kombiniert werden.

Wein- und Cavastraße des Penedès

Die Route führt durch das Weinbaugebiet der Herkunftsbezeichnung Campo de Borja am Fuße der Sierra del Moncayo im Nordwesten der Provinz Saragossa, Aragón. Die Gegend bringt vor allem zwei Produkte hervor: Wein und Olivenöl. Das durch die geografische Lage der Region bestimmte Klima begünstigt den Anbau von vier Rebsorten: Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Garnacha. Diese Reben, darunter über hundert Jahre alte Garnacha-Weinstöcke, teilen sich die Ebene mit Oliven- und Mandelbäumen und ergeben in den historischen Bodegas und kleinen Familienkellereien sorgsam gekelterte Weine. www.larutadelagarnacha.es

Weinstraße von Yecla Die Weinstraße von Yecla bietet die Möglichkeit, anhand der Weinkultur und einzigartiger Erlebnisse diese Stadt in Murcia und seine touristischen Attraktionen zu entdecken. Der Besucher findet eine große kulturelle Vielfalt vor und kann Fiestas, Traditionen, Weinberge, alte Keltern und modernen Weingüter, Weinproben, Besichtigungen von Denkmälern und Naturstätten und vieles mehr genießen. www.rutadelvinoyecla.com/en/

Illus: ©freepik.com

In dieser Gegend von Katalonien, zwischen der Ebene an der Mittelmeerküste und den ihr vorgelagerten Bergen, werden weltweit bekannte Weine von hervorragender Qualität erzeugt. Und auch ein berühmter Schaumwein hat hier seinen Ursprung: der Cava. www.enoturismepenedes.cat/de

Weinstraße der Garnacha

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Mia Cocktails von Freixenet – so modern und sommerlich wie Barcelona! Gloria Collell liebt ihre Heimatstadt Barcelona und sie liebt Wein. Die temperamentvolle Weinmacherin bei FREIXENET ist Impulsgeberin und die weibliche Persönlichkeit hinter der Marke MIA. Ihren Traum fruchtbetonte Weine für lifestyleorientierte Frauen aus typisch spanischen Rebsorten zu erzeugen, konnte sie mit Unterstützung von FREIXENET, einem traditionsreichen spanischen Familienunternehmen, verwirklichen. Inspiriert vom kosmopolitischen Flair der Kulturmetropole Barcelona, kreierte die dynamische Spanierin zunächst drei Mia Weine – Tinto, Blanco und Rosado. Sowohl geschmacklich als auch optisch stimmte sie MIA perfekt auf die Vorlieben von modernen Frauen ab. Collell: „Wir Frauen lieben es, Wein unkompliziert zum Essen zu genießen oder mit unseren Freundinnen spontan das Leben zu feiern.“ Im vergangenen Jahr kreierte Collell die ersten MIA COCKTAILS – MIA MOJITO und MIA SANGRÍA, authentische spanische Sommerdrinks, wie sie in Szenebars immer trendiger wurden. Ihrer anspruchsvollen Qualitätsphilosophie, ausschließlich spanische Rebsorten zu verwenden, blieb sie dabei

treu. In diesem Sommer überrascht sie ihre zahlreichen Fans mit zwei neuen Rezepturen: MIA COLA LIBRE ORANGE und MIA DAIQUIRI STRAWBERRY LEMON. Die beiden innovativen Weinmixes schmecken fruchtig nach saftigen Orangen und begehrten Cola-Noten oder nach reifen Erdbeeren mit spritzigen Zitronennoten. Ob entspannt nach dem Shopping oder beim ausgelassenen Mädelsabend: die neuen MIA COCKTAILS passen einfach immer. Praktisch: Unser Tipp: Es gibt die neuen Mias auch Genießen Sie in einer schicken Mia Dose Mia Cocktails für unterwegs, passt perfekt in jede Pool- oder Picknickauf Eis! tasche. Dabei schmecken die Mia Cocktails nicht nur fruchtig-süß und spritzig sommerlich; mit ihrem strahlend weißen Outfit und frechen bunten Farbmosaik wird jede Party zur mitreißenden Sunshine-Celebration. Ab sofort im Handel erhältlich. www.freixenet-onlineshop.de


Leseprobe

Weil die Tempel des

roten Goldes

außen und innen überraschen Einer von 111 Gründen, Spanien zu lieben

Illus: ©freepik.com

Trinken Sie? In Maßen natürlich. Dann kommen Sie mit in die kleine Rioja, Spaniens Region der großen Rotweine. Wie gerne tanke ich mich durch die Tempel des roten Goldes, tauche ein in die Tiefen der Depots und komme mit Erzeugern ins Gespräch, von denen mir einmal Carmelo ernsthaft versicherte: „Wenn ich eine Flasche Wein verkaufe, schmerzt es mich fast so wie einen Künstler, der sein Bild veräußert.“ Unter diesem Aspekt habe ich in der Rioja bereits für reichlich Leid gesorgt …

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ine ür e uneit f H Z hen a sich ioja D s bissc e R Ein istour? ber di ebertran onü K n L . b s e e n l ne hn Er iete, ega Bod en Sie o sten kön baugeb quell e t n e rd ng der aust , we Spri rum der ten A t eilen cht alles schöns sa. Ein t n r e e ahnv n ni s auf die a Alave , dem Z en „B von o i t i j ta n ro am plan n wir u die Rio um Ha den N ern. Fre r der t e e h d d r s h c e n n c u i r u u ü r ä die zent ja Alta kert in dort du icht ern chte H wie pic e n o n h e u i l r c , d i y e die R ropfen g n Sie s stación tteil, d menfreu vom t lt. E se T ch u ad pü s i a t a r s l e a S e l l G L m e g r ed Alta. o d rische der sich so omen u ei, die i r r r e a s a o Rioj ertel“, B ein hist ionshäu hlt man ruchtar smacher nden F e s it vi s d s e f a t r o hein und r Fa n, fü rs h ht i ndelt: T man ei , Holz- : von de pflich sc leine Ve c i l t t ie t ö h m k i c e Ro en bü h r e w Da ersc a. T oren t, di d rten Freu as Mug us Verg ter einem chier un erwarte t Rebso . Vom a s t i a n eg Bod Geruch t alles u über die r die cat acht m vertrau n, den m n o e r g , e t g n e h ö c a n li h e In ig sch uga eschäft wo Besu Rundga d Graci den Sie mland. e M i b i r e n r , m d e l e e u B e t a w d D a u w o S el un ro Le ch ss. vier bis zum bschlu , Mazu des Eb und S rianzas n aber a c r e A n m Lage ng zum Garnach Becke em Leh ertigen , erfahr arüber m n g d w i u i e t r , t i l e n a e a h n r m h e e kos ranillo Kli sen e die hö rvas k ie Kell i n p e e m d n d sie n Si Te ge ese ewo s kalk- u lernen gran r reift und chen ei g e s r u t d s a R u en s nter s un des en a welt nfas nd u rne Art denen Böd otwein reserva Eiche uziert. u t i t m e n i e R i d den ntropfe Weiße va, pro sönlichk ne mod ation, m onkuri a r r ze Spit dass de wein, c gene Pe tektur. E d Innov on der K Haro: n i , v i m n auch s Schau n ihre e de-Arch schritt u nmarkt nfalls i itektin e t e i h u r r g e hina gas pfle vantga n für Fo ften W spiel, eb Stararc wöhnA e i p e e e e g t h d i h m n B c Bo ilen m s, Zeic kä rintis es eu e t um Ein erst die bri latz ein eils laby ert n r e w a r u e h z r t d arki , de dem Vorp cht. aus hun vierm sich auf n versu Heredia uf dem rwelten 19. Jahr en mir e a n e man abzuheb ópez de avillon en Unt seit dem ht schei . d P L ic n n e n e L i m r hg e e t i renz odegas n s m it d egen i Gä dat nüberse ige r m n B u e e z d e m g i g u u n n d a a di m e r a o a t l u t D i g , b. ter sch Frühze aH Elcie en Ort idete n Zah Note ga 200 Me ben; in i n g t e i e s l i d k e ör liche en, teils en gebli ben aus nd Neu esa geh titanver elwärts h e u v t e l c a i m t s w l l i A d n dm A h A i t n t Han aus ioja beim nspi cal h streb alles he Riese ymbiose m zur R takulär s de Ris rägt die -Muset e c S é k man weitere ie sich d m. Spe Marqu Projekt genheim mfeld, u s S a s e u a k n ga mU G g os Ein äher Augen er Bode uf; d uer des t mit de gas Ysi a N . h r n t e c d a ch i e e d l b ba a r e n l r o p d h ie I truktio blüteng , dem E t kom n B inium niS e d n h s e it n bric ehry Alum s spa sich a m hko Dac lättert nk O. G hitektur aguardi sich das Werk de dschaft b a c t L und t von Fr . Die Ar ch bei hlängel sich das die Lan t beurs c n if li schr n Bilbao er nörd ormat s rten. Ob erfekt i nso selb infach, f i p t e e ä i d „ s b g s e n e e n a m a w r v u ei rort ie sich reitw . We latra ie W en S Weh was tzt. In B durch d iago Ca rt, dürf Tropfen ischen eb, wo t e r e i s forts ebäude ten San propagi rreichen m histo lienbetr er Sitte i i k e t i G e p ä e t m t r i s r a h V e ö e h c F l d omter Arc ie Kel ät der k t, besu einen l a n ngek che e h a t c b , i a l e sch , wie d a i m a n t l hais ig Qu ulis bst “ rrau fügt wie die enständ El Fab im Her Im Vo dezu arc Häu. d a n a en teile und bo Bodeg der Lese werden b in ger liegend estens t e a d i f m n n i n d d i p u i e n l h m a k n re am en eter ardi gest wäh e ich er d ichte Lagu rauben Füßen sieben M ich unt en find ßenans b s u e die T mit den e Trepp ger, die i Innenle ie die A Dieser Text stammt aus dem e a n w h l l i c r e n d e o e t n n r Buch „111 Gründe, Spanien zu en. D lasch sche , füh men r- und F erstreck d überra ur. lieben“ von Andreas Drouve, t e h Fäss hindurc nend un architek n erschienen bei Schwarzkopf & sern nso spa er Wein ern ebe Schwarzkopf. mod 47


¡buen provecho!

Um einen Tisch herum Zu Gast im Txokoa, La Bodega de Torrox und MIURA

Foto: ©Moritz Schmid

Tapas sind viel mehr als nur ein Trend, über den Foodies auf ihren Blogs schwärmen. Die minimalistischen Spezialitäten sind eine gemeinsame Erfahrung, die deutsche Essenstraditionen auf den Kopf stellt. Drei Restaurantbesitzer gewähren einen Blick in ihre Küchen und verraten, warum Tapas so besonders sind.

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Fotos: ©Moritz Schmid; ©La Bodega de Torrox; ©Angeber Konzepte

Ganz links, links: Txokoa Oben: La Bodega de Torrox Unten: Giovanni von Txokoa, hinter ihm: Ager.

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er glaubt, dass Tapas einfach sind, weiß nicht Bescheid. „Tapas sind ehrlich“, erklärt Patrick Bertermann, dem in München das MIURA gehört. „Es lässt sich nichts verstecken. Wenn nur eine Zutat nicht stimmt, leidet der Geschmack darunter. Darum kochen wir nur mit hochwertigen Grundprodukten. Alles wird à la minute zubereitet und serviert.“ Patrick Bertermanns Wurzeln führen nach Santander in Nordspanien und daher kommt auch das extra Quäntchen Leidenschaft, mit dem er versucht, „einfach die besten Tapas zu machen“. Keine Umwege und absolute Hingabe, damit fängt es an. Diesem Grundsatz stimmt auch Ager Urigen Uribe zu, der aus Bilbao kommt und in Berlin zusammen mit Giovanni Gonzalez Miranda das „Txokoa“ betreibt. „Für mich geht es bei Tapas genauso um die Verbindung“, sagt er. „Die Gerichte sind eine Komposition. Erst gemeinsam entsteht etwas. Nicht nur zwischen den Zutaten,

sondern auch zwischen den Menschen, mit denen man sie isst. Den Freunden, der Familie, den Menschen, die man liebt.“ In Deutschland heißt es während des Essens eigentlich: Das ist mein Teller, das ist mein Reich. Tapas sind dazu da, geteilt zu werden, um gemeinsam eine Erfahrung zu machen. „Es kommen viel mehr Frauen als Männer zu uns“, sagt Patrick Bertermanns. „Es geht nicht nur darum, dass sie sich bewusster ernähren und mehr auf die Qualität achten. Sondern, dass Frauen mehr Freude daran haben, etwas mit anderen zu teilen.“ „Genau das ist ja der Kern“, meint auch Paco Cortes, der das La Bodega de Torrox in Bad Homburg führt. „Tapas sind nicht einfach Essen, es ist Ausgehen, etwas von der Welt sehen. Es ist das Versprechen auf eine gute Zeit.“ Alle drei Restaurants waren beim Internationaler Tag der Tapas am 16. Juni 2016 dabei. Ein Tag der offenen Tür, der gezeigt hat, 49


¡buen provecho!

La Bodega de Torrox

MIURA

wie facettenreich diese kulinarische Kultur ist. Ager Urigen Uribe und Giovanni Gonzalez Miranda verwenden für ihre Gerichte auch das arabische Gewürz Ras el-Hanout oder den chinesischen Senfkohl Pak Choi. Paco Cortes, der den ersten Preis des TapasTages in Frankfurt belegt hat, setzt in seinem Restaurant auf traditionelle Gerichte wie Boquerones fritos oder Albóndigas. Aber er veranstaltet auch besondere Events, bei denen er mit Algen und anderen ausgefallen Zutaten und Kochtechniken experimentiert.

Wikiespañol

„Trotz allem“, sagt Ager Urigen Uribe, „spürt man immer noch die Herkunft. Tapas essen hat etwas Informelles, es ist niemals zu chic. Die Atmosphäre ist ungezwungen und die Gerichte nicht teuer. Es geht nicht um Kaviar oder Hummer, sondern darum, mit Freunden um einen Tisch zu sitzen, zu reden, zu scherzen und gemeinsam zu genießen. Anders wären es keine Tapas mehr.“

Txokoa: Der Begriff aus dem Baskenland bedeutet ursprünglich ungefähr Ecke oder Schlupfwinkel. Es handelt sich um Orte, an denen Freunde spontan zusammenkommen, um gemeinsam zu kochen. Eine Küche oder ein Herd, ein Tisch, ein paar Stühle – mehr braucht es dazu eigentlich nicht. Es wird gesagt, dass diese Treffen gern den Mittag, den Abend und dann die Nacht lang dauern.

Tapas: Ihren unprätentiösen Ursprung tragen die Tapas immer noch im Namen. Tapar bedeutet nämlich bedecken.

Miura:

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TXOKOA

LA BODEGA DE TORROX

MIURA

Weserstraße 6 12047 Berlin Tel: 0157 - 875 135 68 www.Txokoa.de info@Txokoa.de

Saalburgstr. 66 61350 Bad Homburg Tel: 06172-22 835 www.bodega-torrox.de info@bodega-torrox.de

Oberanger 32 80331 München Tel: 089-23076775 www.miura-bar.de

Fotos: ©La Bodega de Torrox; ©Sven Neimcke

Miura bezeichnet eine besonders majestätische Stiergattung, die auf einer Farm in der Nähe von Sevilla gezüchtet wurde. Die Tiere sind offensichtlich so beeindruckend, dass sie den Fahrzeughersteller Ferruccio Lamborghini zum Logo für sein Unternehmen inspiriert haben.


Spanische Gastrotipps Der nächste Genuss wartet um die Ecke

In der modernen spanischen Küche geht es um Qualität und Wagnis, um stolze Tradition mit subtilen Zutaten der Gegenwart. Diese vier restaurants gehen ihre eigenen Wege und sind sich doch einig: essen ist die Freude am Leben.

Illus: fotolia©aines; fotolia©FSEID; ©freepik.com; fotolia©JiSign

Langenhagen/Godshorn

Bonn

Hamburg

Leipzig

Tapas Bar Lorenzo Am Moore 10 30855 Langenhagen/ Godshorn

Tapear Bonner Talweg 77 53113 Bonn www.tapear.de

El Iberico Friedensallee 34a 22765 Hamburg (Altona) www.el-iberico.com

Pata Negra Restaurant-Tapas-Bar Karl-Liebknecht-Str. 75 04275 Leipzig

Ehrlich. Eigentlich muss man über das „Lorenzo“ in Lagenhagen kein Wort mehr sagen. Der Slogan lautet: Mi Casa es tu Casa und was bei anderen eine Plattitüde wäre, ist hier gelebte Gastfreundschaft. Es herrscht spanischer Trubel und die Atmosphäre ist unverstellt. Die Tapas sind direkt, jeder Klassiker ist dabei. Das sorgt auf keinen Fall für Überraschungen, aber das ist auch nicht nötig, wenn es so gut schmeckt.

Das „Tapear“ in Bonn bringt ein bisschen spanisches Flair in die ehemalige Hauptstadt. Die Kellner beraten fachkundig und entspannt. Auf der Karte finden Gäste moderne Tapasinterpretationen, die ihrer Tradition treu bleiben. Keine Angst, wer nach der ersten Runde nicht satt ist, kann immer nachbestellen. Das geht natürlich auch, wenn der Abend gar nicht enden soll und die Gäste immer noch ein Glas Wein probieren wollen, bevor sie auf dem Nachhauseweg von Andalusien träumen.

Wie der Name schon ankündigt, ist das Fleisch vorzüglich. Ibérico-Schweine essen ihr Leben lang nur Eicheln und das schmeckt man. Ähnlich wie Champagner, gehört der Schinken zu einer geschützten Ursprungsbezeichnung, das wird streng kontrolliert. Kein Wunder: Der Schinken schmilzt auf der Zunge und schmeckt unnachahmlich nach Wald und Nüssen. Neben diesen Gerichten finden sich auf der Karte noch andere Schätze, die es wert sind, genossen zu werden.

Abschalten, durchatmen und guten Appetit. Es ist tatsächlich ein bisschen wie Urlaub im „Pata Negra“, das von seinen Stammgästen einfach nur DER Spanier genannt wird. Aceitunas, Queso Manchego, Rabas Empanadas, da muss man nichts vermissen. Die Zutaten sind erlesen und kommen oftmals original aus Spanien. Raffiniert und mediterran, auch wenn es nur ein kurzer Urlaub ist, ist die Seele danach entspannt.

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Fotos: ©Estudio Báltico

Schönes Spanien

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ossier D

Designerin Ruth Uve über ihren Widerstand gegen reine Form und Funktion.

Design nach nationaler Herkunft zu kategorisieren ist etwas altmodisch. Designer stellen sich Problemen der Gegenwart und zumindest in Europa­ arbeiten wir heute alle ungefähr in dieselbe Richtung. Die Frage, wie sich Gesellschaft mit Technologie umgeben soll, ist eine globale. Manche Studios­arbeiten direkt mit und für Technologie, andere machen momentan genau das Gegenteil und pflegen das Handwerken.

Früher war das anders: Deutsches Konsumverhalten unterschied sich vom spanischen, ebenso waren Produktionsbedingungen und Nutzungen anders. Wir hier in Spanien haben mit anderen Materialien gearbeitet als, sagen wir, das Bauhaus, und haben auch andere Ansichten gehabt. Heute ist Design globalisiert oder wenigstens europäisiert. Beim Material spielt die Ökonomie noch eine Rolle: Was können sich Gestalter, Hersteller und Konsumenten leisten? Aber bei Gestaltungskonzepten sind sich alle ähnlich. Nationale Kriterien sind deshalb vor allem Marketingstrategien. Wenn heute von spanischem Design gesprochen wird, dann deshalb, weil wieder eine bestimmte handwerkliche Tradition an die Öffentlichkeit gespült wird. Okay, ich könnte sagen, wir sind irgendwie lebensfröhlicher, benutzen grelle Farben und unsere Formen sind nicht so geometrisch – aber ich glaube nicht daran. Design ist aber nicht bloß Gestaltung, sondern befasst sich damit, wie du das Leben siehst. Natürlich gibt es immer Moden: Vor zehn Jahren waren wir alle Funktionalisten. Funktion war alles, Form total unwichtig. Dann kam eine Rückkehr zum Handwerklichen. Jetzt ha-

ben wir mehr Freiheit, mehr Medien und jeder kann zu Hause Designer werden. Das führt dazu, dass es keine Strömungen mehr gibt, sondern dass wir uns mit unseren Ansichten differenzieren. Ich gehe so vor: Es kümmert mich nicht, ob mein Stuhl bequem oder rot ist, sondern wie die Leute jetzt leben und wie ich das verbessern kann. Nicht nur praktisch mit Stuhl, Tisch oder Bett, sondern auch poetisch. Ich glaube, dass Design Leute dahin bringen kann, über menschliche Dinge nachzudenken. Design kann gesellschaftliche Veränderungen herbeiführen. Wenn es das nicht leistet, ist es kein Design, sondern nur ein Produkt. Deshalb interessieren mich Konsumenten auch nur, wenn ihnen meine Frage bei der Gestaltung etwas gebracht hat. Ob sie vielleicht eine Stunde lang darüber nachgedacht haben oder auch nur eine Minute. Ruth Uve (geboren 1978) ist eine spanische Designerin und lebt in Madrid. 2014 gründete sie ihr Estudio Báltico und wurde mit ihrer Stuhlfamilie „Schnitt“ bekannt. www.estudio-baltico.com

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SchöneS Spanien

Insel mit

Magie

Die Schmuckkünstlerin Elisa Pomar lässt sich von Ibiza inspirieren

In einer traditionell von Männern dominierten Welt hat sich Elisa Pomar einen Platz unter den führenden nationalen und internationalen Schmuck-Firmen erkämpft. Die Designerin ist auf wichtigen Modemessen und in internationalen Zeitschriften wie Vanity Fair zu finden. Sie entdeckte und rettete alten Schmuck, den Frauen während des Spanischen Bürgerkriegs versteckten. Diese Designs hat sie in ihren eigenen Stücken weiter verarbeitet, um ihnen neues Leben einzuhauchen und sie modischer denn je zu machen.

Was inspiriert dich? Meine Inspiration stammt aus der Tradition, Stränden, Sonnenuntergängen, den Frauen von Ibiza, aber auch aus dem urbanen Leben, New York, London... Im Wesentlichen liebe ich den kosmopolitischen Flair von Ibiza, das Reisen, die Getränke anderer Kulturen und schließlich, in meinem Atelier zu sitzen und zu arbeiten. Ibiza ist immer gegenwärtig in meiner Arbeit und in meinem Leben. Für mich ist die Insel – ebenso wie auch Formentera – unerlässlich für meine Kreativität. Ibiza hat Magie, Kulturgeschichte und einen besonderen Zauber; Dinge, die für meine Arbeit essentiell sind.

D&G haben einige deiner Arbeiten für ihre Modeshows ausgewählt – wie hat sich das angefühlt? Ich bin sehr dankbar und glücklich. Für mich ist das eine Ehre. Teil der Dolce & Gabanna-Welt zu sein, schätze ich mit Demut und Respekt.

Warum engagierst du dich für Fashion Pride und Krebshilfen? Es ist eine Pflicht für Jeden, mit Wohlfahrtsorganisationen zusammen zu arbeiten. Es gibt viele Menschen, die dank einer solchen Zusammenarbeit ein besseres Leben haben können. Die Dankbarkeit selbst für nur ein geringes Maß an Hilfe übersteigt jeden finanziellen Beitrag.

Wo sind deine Lieblingsorte auf Ibiza? Am schönsten sind die Buchten von Portinatx, Pou des Lleó, Punta Galera und Cala Comte. Zum Einkaufen ist die Umgebung der Marina in Ibiza-Stadt perfekt, dort gibt es ungewöhnliche Geschäfte mit Persönlichkeit sowie den Nachtclub Pacha. Er hat seinen Charme nicht verloren, auch wenn er etwas in die Jahre gekommen ist.

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Hast du einen Lieblingsstil? Der Halsschmuck, der aus Ibiza kommt, „emprendada“ genannt, ist ein unersetzbares Schmuckstück für jede Frau, die sich einzigartig, besonders und magisch fühlen möchte.

Ihre Kollektionen sind in ihren zwei Boutiquen auf der Calle Castellar und im Online Store unter www.elisapomar.es erhältlich.


ossier D

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Fotos: ©Elisa Pomar

Mein Stil vereint Tradition mit Moderne. Die traditionelle Goldschmiedekunst von Ibiza inspiriert mich, weil sie für meine Arbeit, mein Leben und die Geschichte meiner Familie wichtig ist, aber auch für meine Insel und für die Essenz meiner Marke.

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Fotos: ©Marco Delcomune; 6x© Luesma&Vega

SchöneS Spanien

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SS O D R IE

Das Auge isst mit

Esther Luesma und Xavier Vega im Interview

Fotos: © Luesma&Vega; ©Marco Delcomune

Esther Luesma and Xavier Vega sind berühmt für originelles Tischgeschirr, das sie für die renommiertesten Köche der Welt gestalten. Alles begann 2003, als das Team vom El Bulli um Ferrán Adrià ihnen vorschlug, ein Modellstück für sein Menü zu machen. 2010 entschieden Luesma & Vega, ihre Arbeit ausschließlich dem Essgeschirr in Zusammenarbeit mit den Küchenmeistern zu widmen.

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SchöneS Spanien

Das Geschirr der Restaurants, mit denen wir zusammen arbeiten, ist Teil des gastronomischen Erlebnisses. Es agiert auf verschiedenen komplexen Niveaus: Es muss funktionell sein, ist aber zugleich Teil des kommunikativen Aktes des Menüs, des Restaurants und Ausdruck des Chefkochs. Wir sind Teil eines Ganzen.

Was inspiriert euch? So gut wie alles, aber wir haben vor allem eine Schwäche für die Natur. Auch die Aufträge der Köche sind sehr inspirierend und herausfordernd. Sie laden uns beispielsweise dazu ein, einen Untersatz für Mini-Bocadillos zu erschaffen, auf dem sie eine unterschiedliche Anzahl an Häppchen servieren können. So haben wir einen beidseitig benutzbaren Untersatz geschaffen: Auf der einen Seite kannst du einen Mini-Bocadillo servieren und auf der anderen zwei. Wenn dann drei Gäste am Tisch sitzen, kann man zwei dieser Untersätze benutzen. Solche Sachen gefallen uns sehr!

Wie viel Spanien steckt in eurer Arbeit? Die Erschaffung des Verkostungsmenüs in El Bulli kann man als Antwort auf die Tapas-Kultur verstehen, auf ein Essen, bei dem es kein Hauptgericht gibt, wie man es oft an Feiertagen 58

in Barcelona serviert. Ich denke, dass unsere Latino-Kultur uns auf irgendeine Form bei der Entwicklung der Formen des Geschirrs inspirieren kann.

Das Klischee sagt, Chefköche sind dominant, gestresst und brüllen ständig ihr Team an. Stimmt das? Die Chefs, die wir kennen, sind leidenschaftlich, sehr arbeitsam und minuziös. Sie tragen eine hohe Verantwortung und nur die Mutigsten wagen es, ihr eigenes Geschäft zu führen, weshalb sie dann unter hohem Druck stehen. In einem Restaurant mit mehreren Michelin-Sternen gibt es einen extrem hohen Anspruch. Ich bin mir sicher, dass wir auch schreien würden, wenn einer unserer Gehilfen ein wunderbares Produkt zerstört. Chefköche können manchmal kompliziert sein, weil sie rigoros sind, aber nicht, weil sie schlechte Menschen oder antipathisch sind. Sie sind normalerweise sehr respektvoll, freundlich und warmherzig, aber sie wissen, was sie wollen oder benötigen. In manchen Aspekten sind sie wie wir. Wir fühlen uns sehr privilegiert, sie sind sehr dankbare Kunden.

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Mehr Glas- und Porzellankunst: www.luesmavega.eu

Fotos: 2x©Marco Delcomune; 2x© Luesma&Vega

Die Speisen spielen die Hauptrolle, euer Porzellan inszeniert das Essen, bleibt aber selbst im Hintergrund, wie eine Theaterkulisse. Findet ihr das nicht bedauerlich?


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Im Nordosten der Iberischen Halbinsel, zwischen Galicien und Kantabrien, liegt eine kleine Region, die nicht den Stereotypen des Tourismus in Spanien entspricht. Eine Comunidad mit eigener Identität und einer Persönlichkeit, die tief in der echten Tradition verwurzelt und von der Freundlichkeit ihrer Bewohner geprägt ist. Eine Region, die sich rühmt, einer der am besten erhaltenen Landstriche Spaniens zu sein. Deshalb lautet auch Asturiens unvergänglicher Slogan bereits seit 30 Jahren „Asturien, das Naturparadies“.

Willkommen im Naturparadies NUR IN ASTURIEN: EINZIGARTIGE ERLEBNISSE Asturien ist ein überwältigendes Museum unter freiem Himmel mit einer vielfältigen Landschaft: 345 Kilometer Küste mit über 200 Stränden sowie atemberaubenden Klippen- und Meereslandschaften. Das Inland Asturiens ist ein gigantischer Naturpark voller Naturschutzgebiete, Monumente und Reservate, darunter sechs Biosphärenreservate.

DER JAKOBSEWEG Zwei dieser Wege durchqueren Asturien: • Der Camino Primitivo: 13 Etappen und 320 Kilometer liegen zwischen Oviedo, der Hauptstadt des Fürstentums Asturien, und Santiago. Auf diesem Weg können Sie den Schritten von König Alfons II., der Keusche, folgen. Er unternahm im Jahr 813 die erste Pilgerreise.

Somit ist es nicht verwunderlich, dass in knapp 100 Kilometer der Reisende sowohl die Küste als auch das Hochgebirge und zahlreiche Aktivitäten genießen kann: Wandern, Fahrradfahren, im Kantabrischen Meer surfen, den Gipfel Uriellu erklimmen oder sich an einem der über 40 Stränden der Gemeinde von Llanes baden, den Spuren des Braunbärs, des berühmtesten Säugetiers des Kantabrischen Gebirges, folgen oder den Sella-Fluß mit einem Kanu befahren.

• Der Camino de la Costa: 32 Etappen liegen zwischen Hendaya und Santiago. Der nördliche Jakobsweg schlängelt sich über 80 Prozent der Wegstrecke an Stränden, Klippen und Küstendörfer entlang, die zusätzlich die Freiheit und Inspiration am „Camino“ intensivieren. Weitere Informationen unter: www.asturientourismus.de Ab 26. Mai von München aus Direktflug mit Volotea nach Asturien! www.volotea.com/de/


Schönes MercadoSpanien

Conrad Roset begann seinen künstlerischen Werdegang in Terrassa, seiner Geburtsstadt, wo er mit Buntstiften, Farben und Zeichenblocks aufwuchs. In Barcelona entwickelte er sich weiter. Hier studierte er Beaux Arts. Dank der Verbreitung seiner Zeichnungen übers Internet engagierte ihn das Mode­label Zara. Nach einem Jahr begann er als Freelancer und arbeitet seitdem für verschiedene Marken, Werbeagenturen und Verlage.

Illus: ©Conrad Roset

Conrad Roset im Gespräch

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ossier D

Sind deine Bilder eher von Toulouse-Lautrec oder von Mangas inspiriert? Ich bin mit der TV-Serie Dragon Ball und seinen Protagonisten Goku und dem Drachen aufgewachsen. Meine ersten Arbeiten waren daher vom Manga und vom Comic inspiriert. Natürlich sehe ich heutzutage diese Serie nicht mehr. Mit der Zeit hat sich mein Interesse zeitgenössischer Kunst zugewandt, vor allem gefallen mir Künstler wie Klimt und Toulouse-Lautrec, aber vor allem der letztere. In dieser Hinsicht gab es eine Entwicklung als Künstler mit verschiedenen Referenzen, die sich in meinen Zeichnungen wiederspiegelt.

In deinen Zeichnungen benutzt du sehr lebendige und intensive Farben. Ist es deshalb, weil du in der Nähe des Mittelmeeres lebst? Vielleicht das Blau des Meeres, die lebhaften Farben der Küste – aber ich habe niemals darüber nachgedacht, es steckt keine Absicht dahinter. Die Nutzung der Farben hängt sicher mit dem Kontext zusammen, aber folgt keiner bewussten Entscheidung.

Gibt es so etwas wie typisch spanisches oder katalanisches Design? Mehr als eine Stadt oder eine Region sind es die Menschen aus meinem Umfeld, die mich inspirieren; die Beziehung zu Freunden aus der Kunst-Szene, meine Kommilitonen. Wir Künstler beeinflussen uns gegenseitig.

Wie kamst du auf die Idee, Tattoo-Vorlagen zu entwerfen? Eigentlich sind es keine Tattoo-Vorlagen. Ich habe meine Zeichnungen ins Netz gestellt. Dadurch sind die Leute auf sie aufmerksam geworden und haben sich die Zeichnungen tätowiert. Es gibt ungefähr 300 Fotos von Leuten, die sich Vögelchen, Libellen oder meine Musen tätowiert haben. Für meine Freunde allerdings habe ich Tattoo-Vorlagen entworfen, wenn sie mich darum gebeten haben.

Illustratoren hat es ja eigentlich immer gegeben, aber seit wenigen Jahren werdet ihr wertgeschätzt. Worauf ist dieser Boom zurückzuführen? Illustratoren gewinnen eine breite Popularität durch die Verbreitung im Netz, denn es ist allen zugänglich. Früher war die Verbreitung sehr gering, es hatte etwas von Subkultur. Dank der sozialen Netzwerke ist die Diffusion viel breiter. Man braucht nur ein Atelier zum Zeichnen, den Rest übernimmt das Netz.

Welchen Traum in Bezug auf dein Handwerk würdest du gerne realisiert sehen? Seit sechs Monaten arbeiten wir an einem Videospiel für die Playstation, wir sind gerade im kreativen Prozess und dabei, eine Finanzierung zu bekommen. Es dauert mindestens noch ein Jahr, bis wir es vollständig beendet haben. Wir machen es aus Liebe zur Kunst, denn sowohl die vier Gründungsmitglieder als auch unsere acht Praktikanten arbeiten am Projekt ohne Gegenleistung.

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Weitere Infos: www.conradroset.com 61


Pablo Picasso

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Das großformatige Gemälde „Guernica“ ist das Zentrum der Ausstellung. 150 weitere Arbeiten zeigen Phasen seiner Entstehung und zugleich Suche und Ausprägung der Formensprache des Malers. Es geht um das Davor – das in die Arbeit einfloss und das schnelle Entstehen des Bildes in nur fünf Wochen ermöglichte – und auch um das Danach. Das Museum analysiert Picassos künstlerischen Weg hin zu Guernica und darüber hinaus. Die Werke kommen aus 30 internationalen Kulturinstitutionen, u.a. aus dem MoMa und dem Metropolitain Museum, New York, dem Centre Pompidou, Paris, der Tate Gallery, London, und aus privaten Sammlungen. „Guernica“ wird als fundamentale Arbeit in der Evolution des gesamten Werkes von Picasso gesehen. Es ist eine Synthese seiner künstlerischen Formen bis dahin. Der Maler

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Nie wieder Krieg

Picassos „Guernica“ wird 80

„Guernica“ von Pablo Picasso ist sicher eines der berühmtesten Bilder des Museums Reina Sofía in Madrid. Ihm wird ab April eine Sonderausstellung gewidmet: Piedad y terror en Picasso: El Camino a Guernica (Erbarmen und Terror bei Picasso: Der Weg nach Guernica).

Fotos: ©Turespaña

or 80 Jahren gemalt, ist das Bild von Beginn an über den konkreten Anlass seiner Entstehung hinaus – die Bombardierung des baskischen Ortes Guernica am 26. April 1937 durch die deutsche Legion Condor – ein Symbol gegen Krieg und Terror. Es ist die Vision des Malers über den neuzeitlichen Krieg generell.


useum

m International

täglich geöffnet: Mo. - So. 12 - 20 Uhr Juli + August 10 - 20 Uhr

greift auf Szenen anderer Bilder zurück, bedient sich der seit etwa 1925 erarbeiteten Mittel und baut seine Symbole aus. Die Skizzen und Vorarbeiten zeigen, wie aus dem anfänglich noch erkennbaren konkreten Ort des Kriegsverbrechens die generelle Aussage gegen Zerstörung und Gewalt wird; eine Allegorie, allgemein und zeitlos gültig.

Das Reina Sofía vermittelt anhand der Ausstellung nicht nur die detaillierte Entstehung des Kunstwerkes und seinen zeitlichen und künstlerischen Kontext, sondern auch die Geschichte seines „Exils“, denn „Guernica“ kam erst 1981 von New York nach Madrid – der Maler hatte es einem Spanien nach der Rückkehr zur Republik vermacht. Das Bild hatte zahlreiche Stationen hinter sich, bevor es schließlich seinen endgültigen Platz fand. So erinnert die Schau vom 5. April bis 4. September gleichzeitig daran, dass sich „Guernica“ seit nunmehr 25 Jahren im Museo Reina Sofía befindet.

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Weitere Informationen: www.museoreinasofia.es

Potsdamer Platz Eingang:

Leipziger Platz 7

Hômmage á S. Dalí by DaVial

Das Gemälde entstand 1937. Die Republikanische Regierung hatte Pablo Picasso beauftragt, für den Spanischen Pavillon auf der Expo International in Paris ein Bild zu schaffen. Drei Tage nach dem 26. April verwarf er sein ursprüngliches Thema mit der Begründung: „... dass ein Künstler, der mit geistigen Werten lebt und umgeht, angesichts eines Konflikts, in dem die höchsten Werte der Humanität und Zivilisation auf dem Spiel stehen, sich nicht gleichgültig verhalten kann“.

(24.12. geschlossen)

Infos: 0700DaliBerlin (0700 - 325 423 75) | Tickets: www.DaliBerlin.de

(max. 0,14 €/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise abweichend bis zu 0,42 €/Min.)

Mit über 450 Exponaten, aus privaten Sammlungen weltweit, der wohl umfangreichste Einblick in Salvador Dalís virtuose und experimentierfreudige Meisterschaft in nahezu allen Techniken der Kunst direkt in Berlins pulsierender Mitte.

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FÜr die Sinne

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Für die Sinne Augen auf und hingehört!

Bücher sind bekanntlich ein Garten, den man in der Tasche trägt. Ein Garten, der die Sehnsucht bis zum nächsten Urlaub stillt. Gleiches gilt für CDs. Und Videos. Und die Abendessen, die man für Freunde kocht.

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Zum Schmökern 1 Miguelanxo Prado, Ardalén Seiten: 256 Verlag: Egmont Graphic Novel, Köln 2013 Preis: 29,99 € Eigentlich will die junge Sabela etwas über ihren Großvater Francisco herausfinden, auch um eine gerade verronnene Liebschaft zu vergessen, und begegnet dabei einen vermeintlich ehemaligen Bekannten, dem greisen Fidel. Der persönliche, schraffurenreiche Zeichenstil des galicischen Zeichners Miguelanxo Prado unterstützt die Darstellung der individuellen Erfahrungen von Sabela und Fidel von dem Hintergrund der Landschaft Galiciens. Der Naturalismus des Comics paart sich mit realen und beinah surrealen Handlungen, die Wunschbilder und reale Begebenheiten verknüpft – lässt sich aus den Erinnerungen Hoffnung für das eigene Leben schöpfen? 2 Milena Busquets, Auch das wird vergehen Seiten: 170 Verlag: Suhrkamp, Berlin 2016 Preis: 19,95 € Es geht nach Cadaqués an der Costa Brava, wo einst Dalí sein Lebenszentrum fand. Bianca, (das Alter ego der Autorin), fährt in den Ort, um den Tod ihrer jüngst verstorbenen Mutter zu verarbeiten. Die Reise in Begleitung von Freundinnen und Kindern, Ex- und gegenwärtigen Lovern mündet in der Zuschaustellung der gesellschaftlichen Rituale von Mann und Frau der Gegenwart und dienen als Spiegel einer früheren Epoche: den späten Sechziger und Siebziger Jahren des 20. Jahrhundert. „Auch das wird vergehen“ ist in Spanien ein Bestseller, der schon zweite Roman von Milena Busquets, aber der erste in deutscher Übersetzung. 3 Mercè Rodoreda, Der Garten über dem Meer Seiten: 240 Verlag: Mare, Hamburg 2014 Preis: 26,00 € Zwar war ihr 1962 erschienener Roman Auf der Plaça del Diamant ein internationaler Erfolg, auch wurden ihre Bücher auf Deutsch veröffentlicht. Dennoch blieb Mercè Rodoreda dem deutschen Publikum eher unbekannt. „Der Garten über dem Meer“ von 1967 hingegen könnte eine Wiederentdeckung der katalanischen Au-

torin (1908-1983) einläuten: Der alternde Gärtner junger Bohemiens erzählt von den sich über einen Zeitraum von sechs Jahren entwickelnden gesellschaftlichen und privaten Ungemach seiner Arbeitgeber. Erst langsam offenbaren sich die komplizierten Verstrickungen hinter den Fassaden und nach dem tragischen Ende triumphiert einzig noch die Schönheit der Natur.

(Asier Etxeandia als Verlobter und Álex García als Leonardo) und eine Frau (Inma Cuesta), die den einen nicht ehelichen will (aber soll) und mit dem anderen vor der Hochzeit durchbrennt. Melancholische Musik, wunderbare spanische Wüstenlandschaft und wunderbare Schauspieler mit tragischen aber verliebten Blicken − was braucht man mehr.

Zum Schmecken

Für die Ohren

4 Daniel Brühl, Atilano Gonzalez: ¡Tapas!: Die spanische Küche der Bar Raval Seiten: 96, Verlag: Heel, Preis: 18,00 €

7 Silvia Pérez Cruz & Raül Fernández Miró: Granada

Daniel Brühl, der deutsche Superschauspieler, ist in Spanien geboren und schon vor fünf Jahren erschien ein Buch, das den Lesern seine Heimatstadt Barcelona nahe bringen sollte. Nun geht es um die Tapas der Bar Raval in Berlin, deren Besitzer Brühl ebenfalls ist. Das Buch erzählt neben der Geschichte der Bar natürlich vor allem, wie die Tapas zubereitet werden. Das Buch ist durchgängig farbig mit Fotos prall gefüllt und eignet sich prächtig zum Nachkochen.

Das Debut-Album von Silvia Pérez Cruz und Raül Fernández Miró ist eine emotionale Reise. Verhalten vorgetragene Musik und feiner Gesang, der zuweilen in starken emotionalen Ausdruck ausbricht. Die sparsame Produktion weckt Erinnerungen an die Hochphasen amerikanischer Folkmusik der 1960er Jahre: Silvia Pérez Cruz singt zuweilen wie eine spanische Joan Baez. Wäre da nicht Raül Fernández Miró, dessen gelegentlicher Griff zu elektrischen Gitarren die eindringliche Musik in die Gegenwart hebt.

Für die Augen

8 Vicente Amigo: Tierra CD, Sony Music

5 Paco de Lucía: La Búsqueda 2CDs und 1 DVD, Universal Music Group Vielen galt der 2011 verstorbene Flamenco-Gitarrist Paco De Lucia als der Größte überhaupt. In der DVD- und CD-Veröffentlichung „La Búsqueda“ kann man das noch mal nacherleben. Der Dokumentarfilm von Curro Sánchez Varela stellt De Lucias Leben und Werken mit vielen Konzertausschnitten, TV-Auftritte und Interviews mit dem Meister und dessen Kollegen dar.

Vicente Amigos ist der Star des zeitgenössischen Flamencos. Die stimmungsvolle, melancholische Musik des 1967 in Guadalcanal geborenen und in Cordona aufgewachsenen Gitarristen begeistert seit Jahren. 1991 erschien sein erstes Album „De mi corazón al aire“, und sein viertes Album „Ciudad de las Ideas“ erhielt 2001 den Latin Grammy. Auf seinem letzten Album „Tierra“ von 2013 erweitert der Ausnahmegitarrist den Flamenco mit Flötisten, Violinensolisten und verhaltenem Schlagzeug zu einen gefühlsreichen, keltischen-anmutenden Panorama.

6 Paula Ortiz: La Novia 93 Minuten, Betta Pictures 2015. DVD/Blu-Ray/Video on Demand im spanischen Original „La Novia“ (Die Verlobte) von Paula Ortiz hat seit dessen Veröffentlichung 2015 diverse Preise eingesammelt: zu recht, denn die freie Adaption von Federico García Lorcas Theaterstück „Bodas de Sangre“ ist voller Dramatik und visueller Opulenz. Es geht natürlich um Liebe: zwei Männer 65


Events

I will survive

Am Fenster Das Internationale Jazzfestival Jazzaldia von San Sebastián vereint vom 20. bis 25. Juli 2017 unterschiedlichste Stile und Tendenzen, da ist für jeden Geschmack was dabei! Sechs Tage lang finden an acht verschiedenen Lokalitäten über 60 Veranstaltungen statt: Einige der Konzerte sind gratis, z.B. die am Strand von Zurriola oder den Terrassen des Kursaals. heinekenjazzaldia.eus

Die andalusische Stadt Córdoba feiert jeden Mai ihr berühmtes Innenhof-Festival, eine Tradition, die 2012 von der UNESCO zum Immateriellen Weltkulturerbe ernannt wurde. Anlässlich dieser Fiesta de los Patios vom 2. bis zum 14. Mai sind dem Besucher mehrere Tage lang zahlreiche Innenhöfe der Altstadt zugänglich. Das Festival ist ein Wettbewerb, bei dem es um den schönsten Innenhof der Stadt geht. Die Straßen rund um die beliebten „Patios“ füllen sich mit Farben, Jasmin- und Orangenblütenduft und Flamenco-Rhythmen. www.turismodecordoba.org

Was geht ab?! Events, Ausstellungen & Konzerte

Auch 2017 ist wieder einiges los in Spanien. Und weil uns das alles so beschwingt, mussten als Überschrift Liedertitel herhalten. Singen und swingen Sie mit uns mit!

Mein Vater war

ein Wandersmann

Vom 23. bis 27. Mai 2017 lädt das „Teneriffa Walking Festival“ Wanderfreunde aus ganz Europa ein, die Insel zu Fuß zu erkunden. Auf 20 verschiedenen Routen lernen die Teilnehmer die Insel kennen. Es gibt für jede Landschaftsvorliebe entsprechende Angebote: Küstenrouten, vulkanische und Grüne Routen. Jede Wanderung wird von einem ortskundigen Guide begleitet. An diesem Festival können Wandergruppen, Familien oder einzelne Wanderer teilnehmen. www.tenerifewalkingfestival.com/de 66

Vom 23. Juni bis 2. Juli 2017 findet in Madrid der World Pride statt. Das einwöchige Festival bietet hunderte kulturelle, sportliche und politische Veranstaltungen, ein Pride Village, eine Menschenrechtskonferenz, ein Familienprogramm und manches mehr. Zur abschließenden Parade im Zentrum von Madrid werden etwa drei Millionen Besucher erwartet. worldpridemadrid2017.com

Impressum Herausgeber: Spanisches Fremdenverkehrsamt in Zusammenarbeit mit Grafenstein Freizeitund Tourismuswerbung GmbH. Das Magazin ist urheberrechtlich geschützt. Jede urheberrechtswidrige Verwertung ist ohne Zustimmung der Herausgeber unzulässig und strafbar. Die Herausgeber übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben in diesem Magazin. Gestaltung und Produktion: Grafenstein Freizeit- und Tourismuswerbung GmbH, www.grafenstein.net Redaktion: Clemens Glade (c.glade@grafenstein.net), Olga Sanavia (o.sanavia@grafenstein.net), María Fernández Medina Stephan Spielhoff Jörn Ebner Art-Direktorin: Agnieszka Grabowska Anzeigenleitung: Olga Sanavia (o.sanavia@grafenstein.net) Tel.: +49 (0)30 80 58 59 2-70 Ausgabe: 2017 Druck: Möller Druck und Verlag GmbH, Februar 2017 Auflage: 50.000 Exemplare

Fotos: ©freepik.com; ©Turespaña; ©Biniam Ghezai für Madrid Destino ; ©Turismo de Tenerife

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