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PERNAMBUCO / BAHIA / RIO / SÃO PAULO / PANTANAL / SÜDBR A SIL IEN

Brasilien

Sofort zugreifen und teilnehmen!

Magazin 2012

Gewinnen Sie edle Tropfen unseres Partners Wein-Brasilien. Die Verlosung finden Sie auf Seite 2.

© Stephen Meese, istock

6. Jahrgang / Empf. Verkaufspreis: 4,90 ¤


Fliegen Sie mit uns zu den schönsten Zielen Brasiliens

Rio de Janeiro | Brasilien Reisen Sie nach Brasilien und erleben Sie ein abwechslungsreiches sowie faszinierendes Land mit wunderschönen Stränden, atemberaubender Natur, fröhlichen und gastfreundlichen Menschen sowie wichtigen Finanzplätzen und Geschäftszentren. Wir fliegen Sie nonstop ab Frankfurt nach Rio de Janeiro und São Paulo und von dort weiter zu mehr als 40 Zielen innerhalb Brasiliens. Für weitere Informationen besuchen Sie uns auf www.tamairlines.com und www.passiontoflyandserve.com, rufen Sie uns unter 0800 0001165 an oder fragen Sie Ihr Reisebüro.


Auf Augenhöhe Brasilien ist Gastgeber kommender Großereignisse: 2012 steht der UN-Umweltgipfel „Rio+20“ an, für 2013 hat Papst Benedikt seinen Besuch angekündigt. 2014 zelebriert das größte Land Südamerikas mit Gästen aus der ganzen Welt die Fifa-FussballWeltmeisterschaftTM . Für 2015 ist eine Neuauflage des Open-Airs „Rock in Rio“ angekündigt und 2016 steht die Zuckerhutmetropole ganz im Zeichen der XXXI. Olympischen Spiele und Paralympics. Rampenlicht und Medieninteresse wird Brasilien in den kommenden Jahren also sicher sein. Der wirtschaftliche Aufstieg des Landes wird vom Rest der Welt bislang weit weniger bemerkt: Im Dezember 2011 hat Brasilien Großbritannien als sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt überholt! Was vielleicht aber noch beeindruckender ist: 28 Millionen Brasilianer sind der Armut entflohen – mehr als 50 Prozent der brasilianischen Bevölkerung werden heute bereits zum unteren Mittelstand gezählt, dem 2003 nur rund ein Drittel der Bevölkerung angehörte. Schlafender Riese? Das war gestern! Die Welt wird sich an ein Brasilien „auf Augenhöhe“ dauerhaft gewöhnen müssen. „Brasilien hat von allem viel“, weiß ein Sprichwort – wir wollen Ihnen im Brasilien Magazin 2012 wieder ein paar der schönsten Facetten des Landes vorstellen. Viel Spaß beim Lesen und Reisen, Ihr Robin Daniel Frommer

Besonderes bewusst erleben

Afrika Amerika Asien Ozeanien

15-Tage-Reise Brasilien

»Amazonas« Rio de Janeiro und Salvador. Manaus und Paraty. Amazonas-Regenwald und Iguaçu-Wasserfälle. Und Brasilien auch abseits üblicher Touristenwege. Besonderes bewusst erleben Auf Seilbahnfahrt Rio überblicken ... Auf Dschungelpfaden eine fantastische Welt erkunden ... Auf dem Teufelsrachen mit dem Donner des Wassers erbeben ... Auf einem Favelaspaziergang Berührendes erleben ... Auf der Ilha Grande paradiesisch schlummern ...

Impressum Das Brasilien Magazin ist urheberrechtlich geschützt. Jede urheberrechtswidrige Verwertung ist ohne Zustimmung des Herausgebers Grafenstein Freizeitund Tourismuswerbung GmbH unzulässig und strafbar. Alle Informationen in dem Magazin sind unverbindlich. Für die genannten Produkte, Preise, Leistungen, eventuelle Druckfehler und Irrtümer kann leider keine Haftung übernommen werden. Änderungen können jederzeit ohne Vorankündigung erfolgen. Verantwortlich für den Inhalt: Grafenstein Freizeit- und Tourismuswerbung GmbH, Berlin / www.grafenstein.net Projektleiter: Jedrzej Marzecki, j.marzecki@grafenstein.net Chefredakteur: Robin Daniel Frommer, Tel.: 07231-42 54 122, rdfrommer@grafenstein.net Grafik: Jana Hiebsch für Grafenstein Freizeit- und Tourismuswerbung GmbH

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Fotos: Embratur, Fotolia, Red Bull, SP Turis, Robin Daniel Frommer, iStockphoto, Shutterstock und viele andere Anzeigenleitung: Charles Pattipeilohy, c.pattipeilohy@grafenstein.net Druck: Möller Druck, März 2012

Pro Reiseteilnehmer kaufen wir 100 m2 Regenwald und stellen diesen unter Schutz.


SÃO LUíS

4OO Jahre São Luís Vieles in São Luís, der Hauptstadt von Maranhão, unterscheidet sich vom restlichen Brasilien: Man hört Reggae statt Samba, feiert den Karneval gleich doppelt – im Januar und im Oktober – und gibt sich ganz und kollektiv einem Straßenspektakel mit Pappmaschee-Ochsen hin, das hier deutlich populärer ist als Fußball. 2012 feiert São Luís das 400-jährige Stadtjubiläum. von Robin Daniel Frommer

Zugegeben, die nordbrasilianische Hafenstadt São Luís hat so ihre Eigenarten. Gegründet wird sie 1612 von den Franzosen. Drei Jahre darauf bringen die Portugiesen den Stützpunkt vorsichtshalber an sich. Eine holländische Invasion verebbt nach 33 Jahren – als deutlich langlebiger erweist sich hingegen ein musikalischer Eindringling: relaxt schlurfender Roots-Reggae! Der gelangt in den 1970erJahren an Bord jamaikanischer Handelsschiffe nach Maranhão – und bleibt. Heute kennen selbst Brasilianer, die noch nie bis nach São Luís gereist sind, Maranhãos Kapitale unter ihrem Beinamen: „Brasilianische Hauptstadt des Reggae“. Und noch etwas ist anders: Der in ganz Nordbrasilien beliebte Amazonas-Trunk „Guaraná“ wird hier – nur in São Luís – mit rosa Farbstoff und Zimtaroma gebraut und getrunken. Elvis‘ Lieblingsfarbe geht gerade noch durch, doch der katholische Klerus in São Luís ist absolut „not amused“, als der ohnehin nicht gerade für seine Bibelfestigkeit bekannte Apotheker Jesus Norberto Gomes seinen pinken Krafttrunk 1920 auch noch „Guaraná Jesus“ tauft. Klar, der Erfinder wird flugs exkommuniziert. Doch der Name bleibt. Dem Erfolg des

schrillen Getränks kann die Kurie nichts anhaben: Um dessen regionalen Markt kümmert sich seit 2001 sogar die ansonsten bekanntermaßen global aufgestellte US-Company einer hinlänglich bekannten koffeinhaltigen Brause... Maranhão und São Luís kommen mit ihrer geographischen Randlage in Brasiliens tropischer Peripherie traditionell gut zurecht – und wen interessiert schon die Fußball-WM 2014, wenn bereits zwei Jahre zuvor das eigene 400-JahreJubiläum ansteht? Den „runden“ Stadtgeburtstag wird man gebührend feiern, © R.D. Frommer natürlich mit Reggae, Papp-Stier, pinker Gauraná Jesus und Folklore, aber auch mit der nationalem Tourismusmesse BNTM (9.-13 Mai), mit dem Kongress des SKAL Club Internacional do Brasil (29. Mai bis 1. Juni) und der Zieleinfahrt der 4x4-Geländewagen bei der „Rally dos Sertões“ (www.sertoes.com) am 7. September 2012.

Verlosung des Brasilien Magazins 2012

Wein-Brasilien Argentinien und Chile mögen als Exportnationen südamerikanischen Weins bekannter sein als Brasilien. Nun ja: noch! Denn die Zahl der Liebhaber brasilianischer Still- und Schaumweine steigt stetig. Darauf hat sich auch der gut sortierte Fachhandel in Deutschland längst eingestellt: Brasilianischen Wein führen das KaDeWe in Berlin, der WeinFischer in Cottbus, H.F. von Melle in Lübeck, die Galerie Kaufhof am Münchner Marienplatz, die Villa-del-Vino in Halle, Feinkost Böhm in Stuttgart und die CITTI Märkte in Kiel und Lübeck. Gemeinsam mit dem wichtigsten Importeur Wein-Brasilien (www.weinbrasilien.de) und dem Online-Shop Weinkanzlei (www.weinkanzlei.com) verlosen wir folgende Wein-Präsente:

1. Preis: hochwertiges 3-er Geschenk-Set brasilianischer Qualitäts- und Schaumweine; 2. Preis: hochwertiges 2-er GeschenkSet brasilianischer Qualitätsweine; 3. Preis: eine Flasche ausgezeichneten Weins aus Brasilien. Teilnahme (bis zum 30. November 2012): Senden Sie eine Postkarte an die Brasilien Magazin-Redaktion – R.D. Frommer, Oberer Wingerweg 70, 75177 Pforzheim – und schreiben Sie uns, wie der wichtigste Importeur brasilianischer Weine heißt. Viel Glück!


Foto: © Celsio Diniz, istock

Inhalt

Allgemeines

01 ....... 04 ....... 47 ....... 48 .......

Vorwort + Impressum Kurzmeldungen: Hotel Glória, TAP-Verbindung ab Berlin u.a. Verzeichnis der Reiseveranstalter + Brasilienexperten Brasilien Know-How: Reiseinformationen für Sie

Kultur + Musik

02 ....... 17 ....... 22 ....... 27 ....... 36 ....... 37 .......

São Luís / Maranhão: 400-Jahr-Feier Maritimer Pop von Bê Ignacio Samba-Portrait: Viviane de Farias Stefan Zweig: 130.Todestag São Carlos: Stipp-Visite im TAM-Museum São Paulo: Wenn der Stadtteil Liberdade feiert

Sport

Badeurlaub + Wellness

12 ....... 25 .......

Salvador + Bahia: Praia do Forte, Imbassaí, Peninsula de Mauá Armação dos Búzios: Hotelkapazität erhöht

Städte

20 ....... 28 ....... 33 ....... 44 .......

Rio de Janeiro: Logenplatz am Atlantik Viracopos: Check-in am TAP-Zielflughafen São Paulo: Interview mit Luciane Leite, SP Turis Porto Alegre: Interview mit Frank Zehle, TAP

Spitzengastronomie

26 ....... Petrópolis / Rio de Janeiro: Chef Barão + die Krokodile 34 ....... São Paulo: Kleiner Gastro-Führer Ökotourismus

+ Tierbeobachtung

38 ....... Pantanal: Auf der Spur des Jaguars 40 ....... Urubici / Santa Catarina: 04 ....... Haras Clarion / Minas Gerais: Fotos von Ismar dos Santos Gestüt der Mangalarga Marchadores 42 ....... Praia do Rosa / Santa Catarina: 06 ....... Arena de Amazônia / Manaus: Interview Wale, zum Greifen nah mit Hubert Nienhoff, GMP 30 ....... Interlagos / São Paulo: Die Rennstrecke Brasilianischer Wein + Weinbau und der Formel-1-Zirkus 02 ....... Verlosung brasilianischer Wein-Sets 44 ....... Rio Grande do Sul: Reit Safari 45 ....... Rio Grande do Sul: Weine und Schaumweine

08 ....... Pernambuco: Interview mit Bernard van Steen, Ideia Tours

Was macht eigentlich...

46 ....... Ingrid Trost

!"#$%&'&($)*#&($+#,-.'/0#1.2&($&"($3&/"4*05 www.miller-reisen.de

B R A S I L I E N M A G A Z I N 2 0 1 2 03


BRASILIEN

Gateway Brazil

News, Meldungen, Notizen...

DIE QUADRATUR DES KREISES Mit dem Jahreswechsel 2011/2012 hat der Reiseveranstalter Gateway Brazil seinen Umzug nach Leipzig vollzogen. Das Besondere daran? Die vom Unternehmen und seiner Belegschaft dabei gezeigte Kontinuität: Alle Reiseberater/Innen sind dem Ortswechsel von Gateway Brazil gefolgt und bleiben somit für ihre Stammkunden/Innen auch an neuer Wirkungsstätte telefonisch unter der Rufnummer: (0341) 3928-13020 erreichbar. Weitere Infos: www.gateway-brazil.de

Reit Safari Mangalarga Marchadores zählen zu den weltweit größten Pferderassen. Mehr als 380.000 dieser gutmütigen Gangpferde sind heute in Brasilien registriert. Sie sind ausdrucksstark, elegant, willig und vielseitig einsetzbar, besitzen die Qualitäten echter Familienpferde und sind für Anfänger und versierte Reiter © Fonsecsa (unter 100 kg Körpergewicht) bestens geeignet. Das private Gestüt Haras Clarion liegt 300 Kilometer nördlich von Belo Horizonte. Die Fazenda mit 50 Pferden, 350 Rindern, Sauna und Pool mit Kinderbecken ist ein gemütliches Landhaus mit Pferde- und Rinderzucht – für die unvergleichliche brasilianische Gastfreundschaft sorgt Besitzerin Alice C. Fonseca persönlich. Unterrichtet werden allererste Lektionen, aber auch Dressur, Springreiten und natürlich die „Marcha“, die nahezu erschütterungsfreie Gangart der Mangalarga. Weitere Infos: www.reit-safari.de

Amazon Clipper HUMORVOLLE ENTERTAINER Die Kais des Tropical Hotels bei Manaus sind Ausgangs- und Endpunkt mehrtägiger Fluss-Exkursionen, die Amazon Clipper mit traditionellen Amazonasbooten oder mit den komfortablen Schiffen der Premium-Flotte anbietet. Den Passagieren – es sind sowohl Chartergruppen als auch Individualreisende willkommen – eröffnet sich an Bord der wendigen Flussboote ein nicht zu übertreffender Einblick in die Flora und Fauna des brasilianischen Regenwalds: Nachtfalken, Kaimane, Affen, Faultiere, Papageien und Schopfhühner kann man von den Wasserläufen besonders gut beobachten. Besucht werden außerdem der Janauaca-See und seine rosa Delfine, [Grafik à FOTO vorh.] der aus einem weit verzweigten Insellabyrinth bestehende Anavilhanas National Park und der Lago Janauary Ecological Park. Weitere Infos: www.amazonclipper.com.br © Probst

FAMILIENGERECHTES PFERDE-GESTÜT

Miller Reisen NORDOSTEN AUF EIGENE FAUST Atlantische Traumstrände und pittoreske Kolonialstädte säumen die brasilianische Nordostküste. Miller Reisen bietet mit dem 8-tägigen „Nordost Spezial“ eine flexible Mietwagen-Rundreise entlang dieses Küstenabschnitts an. Bei individuell dosiertem Tempo lässt sich so die wohltuende Balance zwischen Unabhängigkeit und perfekter Urlaubsorganisation genießen. Zu den Highlights entlang der angebotenen Route zählen: Schnorcheln in den Korallenriffs vor Porto des Galinhas, Stippvisiten der 22 Lagunen um Maceió und natürlich ein Besuch der einzigartigen Altstadt von Salvador de Bahia. Reiserichtung und damit die Reihenfolge der Reiseziele können bei Buchung abgestimmt werden; individuelle Verlängerungen sind möglich. Weitere Infos: www.miller-reisen.de © Miller Reisen


TAP fliegt ab Berlin DER ZUCKERHUT RÜCKT NÄHER Am 3. Juni 2012 wird der neue Airport Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ eröffnet. Nur zwei Tage darauf sorgt TAP Portugal mit fünf Flugpaaren für die Anbindung ans Drehkreuz Lissabon – und mit 74 Flügen wöchentlich an alle zehn brasilianischen TAP-Destinationen: Belo Horizonte, Brasília, Fortaleza, Natal, Porto Alegre, Recife, Rio de Janeiro, Salvador, São Paulo (Guarulhos und Viracopos). Bei Verbindungen, die eine Übernachtung in Lissabon erfordern, übernimmt die Airline die Hotelkosten inkl. Frühstück sowie die Transfers ihrer Passagiere. . Weitere Infos: www.flytap.com

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RuppertBrasil

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NEUE KATALOG-PERLE: SANTOS Santos ist der wichtigste brasilianische Anlaufhafen für Kreuzfahrtpassagiere. Jeden Landgang belohnen hier zahlreiche urbane Sehenswürdigkeiten, beispielsweise die in ein modernes Museum verwandelte Kaffee-Börse, die wieder in Betrieb genommene Trambahn oder die Kunstsammlung der Pinacoteca Bendito Calixto. „Viele unserer Gäste“, unterstreicht Veranstalter Dieter Ruppert, „treten von hier aus einen ausgiebigen Südamerika-Urlaub an – Amazonas und Patagonien eingeschlossen“. Gleichzeitig bietet RuppertBrasil Reisenden ab São Paulo die Gelegenheit, dem Atlantik bei Santos eine mehrtägige Stippvisite abzustatten. Es werden Transfers ab/zu den Airports Guarulhos und Congonhas angeboten. Weitere Infos: wwww.ruppertbrasil.de

Hotel Glória Rio W I E D E R E R Ö F F N U N G 2013 G E P L A N T Das Grandhotel Glória Palace ist aus Rio nicht wegzudenken: 1922 ist es das erste 5-Sterne-Haus Brasiliens. Eine gesellschaftliche Drehscheibe und dekorative Bühne, die Prominente aus Politik und Boheme zu nutzen wissen – und im Selbstverständnis der Einwohner Rio de Janeiros ein Wahrzeichen der Stadt. 2008 wird der Prachtbau des französischen Architekten Joseph Gire geschlossen und seither mit einem geschätzten Aufwand von knapp 85 Mio. Euro renoviert – die Wiedereröffnung ist unter dem Namen Hotel Glória Rio für 2013 vorgesehen. Nach den Plänen des brasilianischen Architekten Paulo Casé wird die majestätisch über den Flamengo-Strand blickende historische Fassade erhalten. Wohingegen im Innern des Komplexes 194 Apartments und 37 Suiten allen innovativen Komfort bieten werden. Weitere Infos: www.hotelgloriario.com.br

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Für aktive Lerner: 2 Audio-CDs mit topaktuellen Sprachaufnahmen, Kursbuch und komplettem Audiomaterial als Download für den MP3-Player.

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Die 4.000 häufigsten Wörter aus der aktuellen Alltagssprache, gegliedert nach Themengebieten und unterteilt in Grund- und Aufbauwortschatz. Dazu Übersetzungen und Beispielsätze.

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Die portugiesische Grammatik im Überblick – übersichtlich, verständlich, mit vielen Beispielsätzen und ausführlichem Stichwortregister. Bestens geeignet für unterwegs.

Außerdem erhältlich: Sprachlernblock, Grundwortschatz, Übungsbuch, Turbokurs (Standardportugiesisch)

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MANAUS

Foto: © Timmo Schreiber

Arena da Amazônia: Fußball-WM & More Manaus ist ein ganz besonderer Standort. Für ein Opernhaus wie für ein ultramodernes Fußballstadion. Das technische Know-how für die prächtigsten Gebäude der quirligen Hafenstadt am Amazonas stammt aus Europa – heute, wie schon in der Zeit des Kautschuk-Booms. Zu den Fußball-Weltmeisterschaften 2014 entsteht hier mit der Arena da Amazônia ein neues Schmuckstück. Nach FIFARichtlinien und den Plänen des international renommierten und weltweit tätigen deutschen Architekturbüros gmp ∙ von Gerkan, Marg und Partner. Wir sprachen mit Hubert Nienhoff, dem verantwortlichen Partner für das Projekt.

H. Nienhoff, CEO gmp Architekten

Interview: Robin Daniel Frommer

In wie weit unterscheiden sich die Bedingungen für Planung und Bau des Stadion-Komplexes in Manaus von den Projekten, die Ihr Unternehmen 2006 und 2010 geplant und realisiert hat? Hubert Nienhoff: Während sowohl die Stadien in Köln, Frankfurt und Berlin für die Fußball-WM in Deutschland,

Fotos: ©gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner

als auch alle drei WM-Stadien für Südafrika direkt aus Wettbewerbserfolgen unseres Büros hervorgingen, wurden wir in Südamerika zunächst als Berater herangezogen und erst später beauftragt. Dabei spielten unsere konzeptionellen Erfahrungen und unser FIFA Know-how eine wesentliche Rolle. Das bedeutet auch, dass der Planungsprozess in Südamerika umfassender ist als in Südafrika, wo die wesentlichen Rahmenbedingungen bereits mit den Wettbewerbsausschreibungen feststanden. Außerdem steht die WM in Südamerika unter dem Zeichen der Nachhaltigkeit. Dieses Thema war bereits für die Planung der Stadien in Südafrika maßgeblich, wird aber in Brasilien, dessen moderne Gesellschaft dem Schutz der natürlichen Ressourcen einen zunehmend wichtigeren Stellenwert einräumt, zu einer zentralen Aufgabe. Das Stadion in Manaus wird eines der ersten Stadien weltweit sein, das nach den strengen Kriterien des US Green Building Council LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) zertifiziert wird. Welche Bedeutung hat das Stadion aus Ihrer Sicht für Manaus und den brasilianischen Bundesstaat Amazonas? Hubert Nienhoff: Die mediale Übertragung der WM-Fußballspiele rückt auch Amazonien ins globale Rampenlicht. Dies hat sicherlich einen aktivierenden Effekt auf die Region und ihr Selbstbewusstsein. Die beginnt schon im Vorfeld der Spiele. So hat beispielsweise der Griff auf vorhandene


lokale Kompetenzen der brasilianischen Bauindustrie wie das Bauen mit Betonfertigteilen einen positiven ökonomischen Effekt auf die gesamte Region. Darüber hinaus ist Manaus eines der wichtigsten Zentren des Ökotourismus in Südamerika. Mit der Arena da Amazônia erhält die Stadt ein charakteristisches Wahrzeichen, das den Anspruch an einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen für die Region verkörpert. Wie wird die Bausubstanz gegen das tropische Klima geschützt? Hubert Nienhoff: Die Dachkonstruktion des Stadions leitet sich aus der Formenvielfalt des tropischen Regenwalds ab. Zugleich bildet sie ein funktionales Regenauffangsystem. Die sich gegenseitig aussteifenden Kragarme, deren Stahlhohlkastenträger als große Rinnen dienen, nehmen die enormen Wassermassen der tropischen Niederschläge auf. Damit wird die Gebäudesubstanz vor der Feuchte des tropischen Klimas geschützt. Mit dem gesammelten Regenwasser werden alle Toiletten gespült, wodurch sich der Trinkwasserverbrauch im Gebäude um 45% minimiert. Für uns steht aber bei einem Gebäude im heißen tropischen Klima Amazoniens nicht nur der Schutz der Gebäudesubstanz, sondern auch das Schaffen angenehm kühler Innenraumtemperaturen im Vordergrund. Um trotz klimatischer Extrembedingungen die Kühllasten mit möglichst geringem energetischem und technischem Aufwand zu reduzieren, haben wir mit der Gebäudeform günstige Voraussetzungen für behagliche Raumtemperaturen geschaffen: Das Dach geht in die Fassade über. Diese gekrümmte Geometrie erzeugt einen Selbstverschattungseffekt der Fassade, die mit ihrer Innenhaut eine klimatische Pufferzone bildet. Dachund Fassadenfelder bestehen aus lichtdurchlässigem Glasfasergewebe, das einerseits die öffentlichen Erschließungsbereiche wirksam verschattet und andererseits eine maximale Tageslichtnutzung ermöglicht. Im Zusammenspiel mit den Fassadenöffnungen entsteht eine natürliche Ventilation, die für ein angenehmes Mikroklima sorgt. Unsere Planungen haben wir selbstverständlich anhand klimatechnischer Computersimulationen, die neben klimatischen Bedingungen auch Sonnenstand bzw. Tageszeit berücksichtigen, überprüfen lassen. Was die Widerstandsfähigkeit dieser textilen Membrane angeht, können wir auf Erfahrungswerte beispielsweise vom Bau des Stadions in Durban zurückgreifen.

bindet. Integriert in einen Sportpark, der auch eine Samba-Arena, Leichtathletikanlagen, Mehrzweckhallen und ein Schwimmzentrum beinhaltet, kann auf die bestehende Infrastruktur zurückgegriffen werden, ohne dass es einer neuen großflächigen Erschließung bedarf. Dies ist sehr ökonomisch. Das Prinzip, bestehende Infrastruktur zu nutzen, greift schon im Bauablauf. Transportwege werden nicht nur durch Verwendung vornehmlich lokal vorhandener Baumaterialien, sondern auch durch die Entscheidung für eine Betonfertigteilkonstruktion abgekürzt. Die Bauteile für die Stadionschüssel werden nämlich im direkt benachbarten Fertigteilwerk produziert. So verringert sich der gesamtCO2-Abdruck des Gebäudes. Welche Events und Veranstaltungen werden – nach Abschluss der FIFA-Weltmeisterschaften 2014 – die ca. 45.000 Plätze der Arena da Amazônia nach Ihrer Kenntnis füllen? Wird die Kapazität beibehalten? Gibt es multifunktional ausgelegte Bereiche? Hubert Nienhoff: Das Stadion bietet natürlich über das sportliche Großereignis einer Weltmeisterschaft hinaus vielfältige Möglichkeiten für kulturelle Veranstaltungen wie zum Beispiel im Rahmen des Karnevals. Es ist der einzige Ort weit und breit in der Region, an dem sich so viele Menschen vor der Witterung geschützt versammeln können. Die Arena da Amazônia kann somit als Veranstaltungszentrum von der gesamten Region künftig genutzt werden.

Wie viele Menschen arbeiten gegenwärtig an dem Bau? Hubert Nienhoff: Nahezu alle Arbeitskräfte auf der Baustelle kommen direkt aus der Region. Auf brasilianischer Seite arbeiten momentan ungefähr 750 Menschen am Stadion. Wie wichtig ist die Verkehrsanbindung des Stadions und der umgebende Park mit Sambódromo und weiteren Sportanlagen? Hubert Nienhoff: Das Stadion liegt direkt an der zentralen Verkehrsachse, die den Flughafen mit der Innenstadt ver

BRASILIEN MAGAZIN 2012

07


NORDOSTBRASILIEN

Pernambuco: Kurzweiliges Kaleidoskop Kaum ein brasilianischer Bundesstaat ist bunter, vielfältiger als Pernambuco. Neben indianischen, afrikanischen und portugiesischen Einflüssen haben auch die Holländer im 17. Jahrhundert unter dem Feldmarschall Johann Moritz Fürst von Nassau-Siegen dem Staat und insbesondere seiner Kapitale Recife ihren Stempel aufgedrückt. Für uns lag es daher nahe, das touristische Potential Pernambucos mit dem Niederländer Bernard van Steen auszuleuchten, der in Recife seit mehr als 18 Jahren eine erfolgreiche Incoming-Agentur betreibt. von Robin Daniel Frommer

© RDF

Niederländisches Engagement hat in Pernambuco eine lange Tradition. Sie haben holländische Wurzeln und leben seit geraumer Zeit in Recife, von wo aus Ihre Agentur „Ideia Tours“ in ganz Brasilien aktiv ist. Welche Leistungen können deutschsprachige Gruppen und individuelle Brasilienreisende von Ihrem Team erwarten? Bernard van Steen: Die Holländer haben in der Tat eine lange Geschichte in Recife und im Nordosten Brasiliens. Recife und Olinda sind allerdings nicht nur für den niederländischen Markt interessant – beide Städte verdienen allgemein weit

8 BLeite, R A S istock ILIEN MAGAZIN 2012 © Eduardo

mehr Aufmerksamkeit. Wir haben hier das ganze Jahr über Sonne, es gibt fantastische Strände, die weit über den Brasilienaufenthalt hinaus im Gedächtnis bleiben, und ein vielseitiges Angebot an Kultur und Geschichte. Pernambuco ist die Ursprungsregion von so beliebten Tänzen und Rhythmen wie Maracatu, Frevo und Forró und bietet jedes Jahr den wohl farbenfrohsten und größten Straßenkarneval der Welt. Außerdem sind für unsere Gäste einzigartige Naturparadiese wie die Trauminsel Fernando de Noronha jederzeit erreichbar, wo sich gleich drei der fünf schönsten Strände Brasiliens befinden.


Glockenturm: Barockes Olinda © gfadel, istock

Meine Frau und ich haben Ideia Tours vor fast 18 Jahren gegründet, und obwohl Holland der erste Markt war, den wir bedienten, betreuen wir nun schon seit Jahren den gesamten deutschsprachigen Markt mit Mitarbeitern, deren Muttersprache Deutsch ist. Das hat für unsere Deutschen, Österreichischen und Schweizer Kunden enorme Vorteile: Einerseits kennen unsere Mitarbeiter die mitteleuropäischen Denkweisen und die Erwartungen an einen Brasilienaufenthalt und andererseits beherrschen sie parallel dazu Portugiesisch und können – im Interesse unserer Kunden – aus ihrer profunden Kenntnis des brasilianischen Tourismusmarktes schöpfen. Eine perfekte Mischung, um wirklich attraktive Reisevorschläge machen zu können. Ideia Tours ist übrigens eine Full Service Destination Management Company. Wir bieten unseren Kunden die komplette Produktpalette in ganz Brasilien, arbeiten also nicht nur in Recife oder Nordostbrasilien. Wir erfüllen höchste Qualitätsansprüche und stehen für einen persönlichen Touch in der Kundenbetreuung. Die Altstadt von Olinda steht seit 1982 unter Schutz der UNESCO – und ist schon deshalb für viele Besucher Nordostbrasiliens ein gefragtes Reiseziel. Kann die Altstadt Recifes da mithalten? Bernard van Steen: Der historische Altstadtkern Olindas ist eine dieser seltenen Perlen, die der Welt ganz einfach gezeigt werden müssen: Ein in sich geschlossener Komplex voll bunter Kolonialhäuser, barocker Kirchen und zahlreicher anderergeschichtsträchtiger Gebäude. Durch seine erhabene Lage bietet Olinda den Besuchern außerdem einen Panoramablick auf Recife und den Atlantik, denn die Stadt wurde auf sieben Hügeln erbaut, den sogenannten Sete Colinas. Recife, übrigens nur sechs Kilometer entfernt, kann durchaus mithalten, was die Stadtgeschichte und die Anzahl der Sehenswürdigkeiten anlangt. Dennoch gibt es Unterschiede


NORDOSTBRASILIEN

zu Olinda: Ein Spaziergang durch Recifes Altstadt führt den Besucher durch verschiedene Jahrhunderte, während die architektonischen Sehenswürdigkeiten in Olinda viel enger miteinander verknüpft sind und aus ein und derselben Epoche stammen. Recife besitzt beispielsweise mehr Kirchen und Museen als Olinda. Zu nennen wäre die Franziskus-Kirche mit ihrer goldenen Kapelle, einem wahren Juwel, sowie das Kloster Santo Antônio oder die soeben ausgesprochen gelungen restaurierten Barockkirchen Igreja do Carmo und Madre de Deus. Recife ist außerdem Standort der ersten Synagoge Amerikas, die ebenfalls stilsicher restauriert wurde. Welche Badestrände, Inseln und Küstenabschnitte würden Sie Gästen in Pernambuco besonders empfehlen? Macht für Individualtouristen ein Mietwagen Sinn – oder raten Sie generell zu anderen Verkehrsmitteln? Bernard van Steen: Die geographische Lage Recifes, seinerzeit Grund für die niederländische Besitznahme, bietet sich unverändert als hervorragende Ausgangsposition an, um den gesamten Nordosten Brasiliens zu entdecken. Und die Strände Pernambucos sind eine große Attraktion, denn sie zählen zu den schönsten der Welt. In unmittelbarer Nähe von Recife sind die Sandstrände von Porto de Galinhas und Carneiros besonders hervorzuheben. Jedoch sind auch Küstenstädte wie Maceió (Fahrzeit: 3 Autostunden), Natal (3,5 Autostunden), Fortaleza oder Salvador (ca. 10 Autostunden)

Olinda, Foto: © Eduardo Leite, istock

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in Reichweite. Ein Leihwagen macht genau aus diesem Grund durchaus Sinn. Wir verkaufen seit vielen Jahren erfolgreich Mietwagenreisen durch Brasilien. Die ausgefeilten Routen kennen wir wie unsere Westentasche. Dennoch testen wir sie auf regelmäßigen Kontrollfahrten, denn kaum ein Straßenverkehrsnetz der Welt verändert sich so rasant wie das brasilianische. Keine Landkarte, geschweige denn GPS, kann mit unserem ständig aktualisierten „Selfdrive Info Kit“ in vier Sprachen mithalten. Der Straßenzustand der von uns vorgeschlagenen Routen ist gut und es herrscht ein vergleichsweise geringes Verkehrsaufkommen. Unsere Gäste können beliebig viele Stopps einlegen, genießen aber trotzdem den Service vorab reservierter Hotels und Pousadas. Außerdem erhalten sie Restaurant- und Strand-Geheimtipps abseits der üblichen touristischen Trampelpfade. Näher als auf einer Selbstfahrertour kommt man den Einheimischen wohl kaum. Wer das wahre Brasilien kennenlernen möchte, wählt das Auto und lässt sich dabei von uns führen. Ihre Agentur ist für unkonventionelle Lösungen bekannt und hat sich u. a. mit der Betreuung einer niederländischen Rollstuhlfahrergruppe – in ganz Brasilien – einen guten Namen gemacht. In welchen Regionen Brasiliens können Kunden Ihr Serviceangebot in Anspruch nehmen? Bernard van Steen: Brasilianer sind für ihr großes Improvisationstalent bekannt; es gibt hier also immer eine Lösung für jedes Problem. Wenn die Anzahl von entsprechenden Sonderapartments für Rollstuhlfahrer nicht ausreicht, dann werden schon mal Türen verschoben und Zimmer angepasst, um dem Kunden entgegenzukommen. Diese Mentalität haben wir uns bei Ideia zu Herzen genommen und auf unsere Mitarbeiter übertragen. Wir schneidern unsere Angebote individuell auf unsere Kunden zu, und achten dabei auf jedes noch so kleine Detail. Unkonventionelle Anfragen bedürfen unkonventioneller Lösungen, das ist ohne Zweifel eine unserer großen Stärken!


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Die gefühlte Mitte Brasiliens

Salvadors jüngere Stadtteile, wie hier die Barra, blicken direkt auf den Atlantik, © Vinicius Tupinamba, shutterstock


Bê Ignacio, Foto: © Holger Hage

Tausend Kilometer smaragdgrüne Tropenküste: Bahias Schokoladenseite flirtet mit dem Atlantik, verwöhnt großzügig mit grandiosen Badebuchten und belohnt mit weiten Palmenstränden. Sonne und die Nähe zur See prägen den Alltag in Bahia. Maritime Leichtigkeit beschwingt – und macht gleichzeitig gelassener. Auflandige Winde fächeln eine angenehm erfrischende Brise herbei. Die Luft schmeckt leise nach Salz. Alles ist wohltuend temperiert und heiter. Genau wie die poppige Sommermusik von Bê Ignacio (kleines Foto), die spielt mit Elementen aus der scheinbar unerschöpflichen Rhythmen- und Klangvielfalt Salvadors – der majestätisch auf die Allerheiligenbucht blickenden Barockstadt. Die Hauptstadt mag portugiesische Baumeister haben und heute spektakulärer Auftakt jeder Reise zu den westafrikanischen Wurzeln Bahias sein, doch für erholungsuchende Genießer ist die Küste gleichermaßen inspirierend: Wer ein paar entspannte Tage in ausgesuchten Strandhotels die Seele baumeln lässt, kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit in der gefühlten Mitte Brasiliens an. Wir nennen Ihnen einige der schönsten Resorts und Pousadas, die rings um Salvador auf Sie warten.

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SALVADOR UND BAHIAS KÜSTE

Brasiliens schwarzes Rom Salvadors barocke Altstadt thront majestätisch auf einem schroffen Felsplateau. Ein markanter Aufzug führt vom Hafen hinauf; gut 70 Meter über die Baía de Todos os Santos. Oben öffnet sich ein rechteckiger Platz, gleich neben dem weiß getünchten neoklassizistischen Kolonialpalast früherer Stadthalter. Die Fernsicht lässt verweilen, reicht über Kais und vorgelagerte Küstenforts, kann den Horizont aber nur vermuten. Das Überraschende dabei? Der Blick über die Allerheiligen-Bucht reicht von hier oben gar nicht zum Atlantik, sondern ist nach Westen gerichtet, also dem „Rest Südamerikas“ zugewandt! von Robin Daniel Frommer

Die exponierte und leicht zu verteidigende Lage der historischen Altstadt erinnert an ihre portugiesischen Bauherren. Wie die gut 120 Kirchen, Klöster und Kapellen aus dem 17. und 18. Jahrhundert: Kaum ein katholischer Missionsorden, der in Salvador – von 1549 bis 1763 Brasiliens Hauptstadt – nicht wenigstens ein Gotteshaus errichtete! Dieses größte zusammenhängende Barockviertel Lateinamerikas nahm die UNESCO bereits 1985 unter ihren Schutz. Für

den Kontrast zur europäischen Architektur und für das Hier und Jetzt sorgt Salvadors buntes Straßenbild: Zimtfarbene Menschen, teils in weiten afrikanischen Gewändern und Glockenröcken wie die fotogenen und längst zum Wahrzeichen der Stadt avancierten Baianas, rufen die westafrikanischen Wurzeln der Einwohner ins Bewusstsein. Experten schätzen, dass der brasilianische Nordosten im Rahmen des „Atlantischen Sklavenhandels“ mehr als 3,6 Millionen

Farol da Barra: Salvadors ältester Leuchtturm wiedereröffnet

Info

81 Stufen gilt es zu erklimmen, will man den Blick von ganz oben genießen: Salvadors ältester Leuchtturm überragt das Fort Santo Antonio da Barra aus dem 17. Jahrhundert. Sein Licht weist den Schiffen vor Salvador den Weg. Nach Renovierung steht der Leuchtturm des kleinen Küstenkastells seit Mitte 2011 Besuchern wieder offen. Zusammen mit dem Schifffahrtsmuseum „Museu Náutico da Bahia“ kann er Di-So zwischen 9.30 und 19 Uhr besucht werden. Erwachsene zahlen umgerechnet etwa 7 Euro Eintritt. © RDF

Afrobahianischer Kochkurs Ein privater Kochkurs mit Degustation bietet in Salvador die Möglichkeit, sich die regionale Küche „aktiv“ zu erschließen. In einem Fahrzeug mit Klimaanlage und begleitet von einem deutschsprachigen Reiseleiter folgt man der Köchin zunächst auf den Markt „Feira de São Joaquim“, wo die exotischen Zutaten gekauft werden. Einkauf, Zubereitung und Verzehr dauern gut vier Stunden. Die Teilnehmerzahl ist auf zwei bis sechs Personen begrenzt, die Teilnahmegebühren schließen zwei Getränke (Bier oder Soft-Drinks) mit ein und sind gestaffelt: 2 Teilnehmer 164 USD p.P., 4 Personen 139 USD p.P. und 6 Gäste 131 USD p.P. Weitere Infos: www.toursbahia.com.br 14 B R A S I L I E N M A G A Z I N 2 0 1 2


Leibeigene, Yorùbá und Bantu aus Afrika „bezog“. Der Strand an dem die Karavellen ihre menschliche Fracht anlandeten, trägt noch heute den Namen „Chega-Nego“.

Kulinarisches aus Afrika Die afrikanischen Elemente der Küche Bahias sind augenfällig: Dendê-Palmöl und Malaguetta-Pfeffer, Kochbananen, Yams und Okra kamen „im Gepäck“ der Sklaven nach Brasilien und stehen bis heute im ganzen Bundestaat Bahia, auch im Hinterland, als feste Größen auf dem Speiseplan. In Salvador und entlang der Küste wird diese außergewöhnlich vielfältige Regionalküche mit fangfrischem Fisch und Meeresfrüchten in zahlreichen Variationen zusätzlich angereichert. Ein seit Jahren exzellentes Restaurant ist das stets gut besuchte „Yemanja“ an der Avenida Otávio Mangabeira 4655 im maritimen Stadtteil „Praia de Jardim Armação“. Voranmeldung über die Rezeption Ihres Hotels ist anzuraten; Tel. 3461-9010. www.restauranteyemanja.com.br

Salvador de Bahia, © Brasil2, istock

Salvador da Bahias afrikanisches Erbe spiegelt sich nicht nur in Architektur, Musik oder Küche wider, sondern auch im Sport: Ein waffenloses Duell, die Capoeira, rangiert in der Beliebtheitsskala vieler einheimischer Jugendlicher gleichrangig neben

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STRANDHOTELS AN BAHIAS KÜSTE

oder sogar noch vor „König“ Fußball. Capoeira entwickelte sich aus überlieferten Stammestänzen der aus Angola nach Brasilien verschleppten Bantu-Sklaven. Die Leibeigenen gestalteten ihre ursprünglich friedlichen Tänze zu einer mit Musik getarnten, von den Sklavenhaltern gefürchteten und lange Zeit strikt verbotenen Verteidigungstechnik um, bei der sich der ganze Körper als Waffe einsetzten lässt. Musikalisch wird der so entwickelte Kampftanz vom Rhythmus des Berimbau begleitet, einem nur mit einer einzigen Saite bespannten Musikbogen mit einer Kalebasse als Resonanzkörper. Mit der Veränderung der Rhythmen konnte und kann man verschlüsselte Warnungen oder Informationen fast unbemerkt verbreiten.

Gäste, die relative Zentrumsnähe mit dem unmittelbaren Zugang zu einem kleinen, ruhigen und wenig frequentierten Badestrand verbinden wollen, werden die Oase der kontrollierten Ruhe, die das Bahia Plaza Resort im Naturschutzgebiet und Wohnviertel „Catu de Abrantes“ in Camaçari umgibt, zu schätzen wissen. Der Strandwinzling „Busca-Vida“ liegt vor dem Komplex, die 95 Zimmer (30 m²) und sechs Suiten (60 m²) können bequem mit drei Personen belegt werden: Paare mit einem Kind bis zum 10. Lebensjahr bezahlen keinen Aufpreis. Selbstfahrer mit Mietwagen dürften außerdem die hoteleigenen Pkw-Stellflächen und der direkte Zugang zur Küstenstraße „Estrada do Coco“ (BA 99) bei Lauro de Freitas zusagen. www.plazahoteis.com.br/bahia/br

Hotels in Bahia: Mittendrin oder ganz nah am Atlantik

Costa dos Coqueiros – die Kokospalmenküste

Salvador bietet eine breite Palette wirklich reizvoller Hotels, die entweder Zugang zum Meer oder die Nähe zu den UNESCO-geschützten Barockvierteln Pelourinho und Carmo bieten, wie beispielsweise das 2001 in einem ehemaligen Karmeliterkloster entstandene Pestana Convento do Carmo im historischen Viertel Santo Antônio Além do Carmo mit 79 Gästezimmern oder das von Schweizer Eigentümern geschmackvoll gestaltete und bestens geführte BoutiqueHotel „Solar dos Deuses“ am Stadtplatz Largo do Cruzeiro de São Francisco 12 mit sieben individuell eingerichteten Zimmern. Das reichhaltige Frühstück wird ins Zimmer gebracht. www.solardosdeuses.com.br

Schlanke Kokospalmen, soweit das Auge reicht: Die gesamte Küste nördlich von Salvador bis an die Grenze zum Nachbarstaat Sergipe trägt ihren Namen. Entlang der „Costa dos Coqueiros“ liegen einige der schönsten Strände Bahias – wie Perlen, die eine verschwenderische Natur auf eine Schnur

Grand Palladium Imbassaí, Foto: © Fiesta Hotels Group

Tivoli Eco BResort, 16 R A S ©I LPraia I E NdoMForte AGAZIN 2012


Bê Ignacio, Foto: © Holger Hage

Bê Ignacio: Aktuelle CD „Azul“

Info

Das jüngste Album von Bê Ignacio schafft genau die sanften, unbeschwert heiteren Klänge, die zu einem relaxten Aufenthalt an Bahias Küste gehören: Berimbau und Cavaquinho sorgen für sonniges Urlaubsfeeling, Percussionist Edmundo Carneiro erzeugt brasilianische Feuer und über allem scheint – federleicht – Bê Ignacios Stimme zu schweben. Bestes Beispiel ist der Titel „Não vou chorar“. Der englische Song „Rhythm Of The Sea“ schaffte es Ende 2011 auch in die Playlists deutscher Sendeanstalten und zauberte etwas brasilianischen Sommer ins hiesige Wintergrau. Der Titel ist in verschiedenen Versionen bei YouTube zu sehen und ihr Album „Azul“ ist beispielsweise bei Amazon erhältlich. Die Künstlerin unterstützt die der WaldorfPädagogik nahestehenden NGO Monte Azul in São Paulo mit Tatkraft und Spenden. Weitere Infos: www.monteazul.org.br und www.be-musica.com

aufgereiht hat. Über die gut ausgebaute Fernstraße BA 099 „Estrada do Coco“ bzw. „Linha Verde“ sind sie mit einem Leihwagen sowohl von Salvador, als auch vom Flughafen ganz einfach zu erreichen und entsprechend beliebt.

Praia do Forte und Imbassaí sind zwei an die Costa dos Coqueiros gebettete Küstenorte mit bemerkenswert familienfreundlicher Infrastruktur. Das Tivoli Ecoresort Praia do Forte (5 Sterne) entstand bereits 1986, als Grund und Boden entlang der Küste Bahais noch für vergleichsweise wenig Geld in ganz großem Maßstab gekauft werden konnten. Entsprechend weitläufig ist die moderne 292 ZimmerAnlage konzipiert: mit acht Schwimmbädern, einem Massagebad, vier Tennisplätzen mit Flutlichtanlage, je einem Fußball- und einem Volleyball-Platz, mit einer Theaterarena sowie mit einem Spa-Bereich und einem Fitness-Zentrum. Das mehrfach mit Umweltpreisen ausgezeichnete Tivoli Ecoresort liegt 90 Kilometer nördlich von Salvador. Kinder und Jugendliche werden im Club „Careta Careta“ von einem einfallsreichen Team bestens ausgebildeter Betreuer vorbildlich unterhalten – Sprachbarrieren werden buchstäblich „im Spiel“ beseitigt. www.tivolihotels.com Die Badestrände von Imbassaí sind ebenfalls über die BA 099 „Linha Verde“ zu erreichen und liegen 14 Kilometer nördlich von Praia do Forte beim Dorf Diogo an der Mündung des Rio Imbassaí in den Atlantik. Dieser ruhige Fluss schlängelt sich durch eine Dünenlandschaft, wo im Rahmen von Kayaktouren Leguane, Pinselohraffen und zahlreiche Vögel, beobachtet werden können. Für Familien ideal: Man hat die Wahl zwischen einem Bad in den Wogen des Atlantiks oder im flachen Süßwasser

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Das Paradies gibt's wirklich!

der Flussmündung. 2011 wurde hier das All-Inclusive Grand Palladium Imbassaí Resort & Spa auf einer Fläche von 57.000 m² eröffnet. Das 5-Sterne-Resort verfügt über 654 großzügig ausgestattete Junior-Suiten, die sich auf 11 Villen mit je 3 Etagen verteilen. Die Suiten verfügen über Badezimmer mit Jacuzzi, W-LAN und Terrasse. Neben einem Fitnessraum steht den Gästen ein hochmoderner Spa-Bereich mit einer breiten Palette an Gesichts- und Körperbehandlungen, Massagen und Peelings offen. Das Hotel bietet außerdem ein komplettes Sportzentrum und eigene Radwege; ein Golfplatz ist nur 10 Minuten entfernt. Shuttle-Service von und zum Flughafen wird auf Anfrage geboten. www.fiestahotelsgroup.com

Tropische Inselchen vor Salvador

Zwischen Atlantik und Lagune

Qualität und Individualität Hier finden Sie und Ihre Familie Ruhe und individuelle Erholung an einsamen Stränden, ohne inmitten unverfälschter und überwältigender Natur auf Komfort verzichten zu müssen. Die Pousada Lagoa do Cassange trägt mehrere Auszeichnungen für sozial gerechten Tourismus und Nachhaltigkeit, beispielsweise von Travelife, London. Die gelebte Gastfreundschaft der Einheimischen lässt den Zugang zur regionalen Kultur ganz einfach werden.

Itaparica, Tinharé und Boipeba sind vor Salvador in den Atlantik gebettete Inseln. Um sie zu erreichen, sind entweder Fähren oder die ein- oder zweimotorigen Turboprop-Maschinen von Addey Aero Taxi (Tel. (+71) 3204-1393; www.addey. com.br) notwendig. Boipeba und Tinharé sind autofrei und bieten kilometerlange Sandstrände für jeden Geschmack. Die Hotel-Pousada Natureza in Morro de São Paulo auf Tinharé verfügt über 16 Gästezimmer, zwei Restaurants und einen eigenen Segelclub; der Unterricht findet vor der Praia da Gamboa statt. www.hotelnatureza.com Auf der Ilha de Boipeba bietet die von zwei nordamerikanischen Brüdern geleitete Pousada Santa Clara elf ansprechende Gästezimmer und ein einfaches, aber sehr gutes Restaurant. Das Haus liegt an der Mündung des Rio Inferno, zehn Minuten hinter dem Strand Boca da Barra (Juni geschlossen). www.santaclaraboipeba.com

Peninsula de Maraú: Robinson-Idyll Wie ein grüner Wall schiebt sich die Halbinsel von Maraú zwischen die Bucht von Camamu und das offene azurblaue Meer. Unberührte Natur soweit das Auge reicht – und den Lidstrich zwischen der tropischen Vegetation und dem Atlantik zeichnet alleine ein feinsandiger Strand. Der naturbelassene Küstenabschnitt südlich von Barra Grande gilt als eine der schönsten Regionen Brasiliens. Die unter Naturschutz stehende Halbinsel liegt 190 Kilometer südlich von Salvador da Bahia und gut 160 Kilometer nördlich der, für ihre Kakaoplantagen berühmten Hafenstadt Ilhéus. Riffs verlaufen parallel vor ihrer von dichten Palmhainen gesäumten Küste. Bei Flut brechen sie knapp unterhalb des Meeresspiegels die Kraft der anbrandenden Wogen, bei Ebbe treten sie auf breiter Front zu Tage und hindern einen Teil des kristallklaren Salzwasser in kleineren Becken am Rückzug: Ein wahres Eldorado zum Tauchen und Schnorcheln, Dank der schillernd bunten Vielfalt der dort eingeschlossenen Fische.


Weißbüscheläffchen leben im Atlantischen Regenwald, © Linda Epstein, istock

Atlantischer Regenwald teilt sich die Halbinsel mit ganzen Hainen von Dendê- und Kokospalmen. Hinter dem hellen, gelblichen Strand von Cassange erstreckt sich eine Süßwasserlagune, Namenspatronin der am Meer liegenden und von zwei Brasilianern und einem Deutschen geleiteten Pousada Lagoa do Cassange mit 14 klimatisierten Bungalows und Restaurant. Die Pousada unterstützt über das „Promar Institut“ die soziale Entwicklung und Bildung der Einheimischen. www.lagoadocassange.com.br Auf der Halbinsel von Maraú besteht zwar eine kleine Landepiste; Propellermaschinen können Passagiere aus Salvador direkt an diesen zum Ausspannen geradezu paradiesischen Ort bringen. An Eindrücken noch vielfältiger ist die mehrstündige Anreise per Fähre und Allradfahrzeug. Die Route führt von Salvador zunächst über die Allerheiligenbucht zur Insel Itaparica: Auf der Landstraße geht es über die verschlafene Hafenstadt Valença nach Camamu; von dort wird per Boot, Schoner oder Katamaran zur Halbinsel überge-

setzt. Die letzten sechs Kilometer zwischen Mangrove und Hotel werden am besten mit einem Offroad-Fahrzeug bewältigt. Von der Kakaostadt Ilhéus führt eine küstennahe Straße zum Städtchen Itacaré, wo man mit einer Fähre über den Rio de Contas übersetzen kann. Auf einer unbefestigten Piste geht es die abschließenden 42 Kilometer zur Halbinsel von Maraú – ein echtes Allrad-Abenteuer.

Strand an der Lagoa do Cassange, Foto: © Flavio Hausser

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Logenplatz am Atlantik Alles soll Spaß machen! Rios lebensbejahende und verspielte Sicht der Dinge kann leicht anstecken. Gleich nach der Landung. Ansatzlos. Einfach so. Am Zuckerhut war und ist schließlich der Stammplatz des Schönen, Kreativen und Heiteren. Kein spontanes Lächeln geht hier sangund klanglos unter – mag der Tag auch noch so überladen scheinen. Und jedes originelle Lob verleiht Flügel. Allen Beteiligten! Im Grunde weiß niemand ganz genau, woher Rios einzigartig beschwingtes Lebensgefühl kommt, aber das spielt auch keine Rolle, denn alle spüren es. Einheimische wie Gäste. Rio ist die Schöne, aber Unfassbare. Und Musik ist hier allgegenwärtig: Bossa Nova, Samba, Chorinho und noch viel mehr. Wer aus Rio kommt, trägt die Stadt im Herzen, hat ihren Rhythmus im Blut und ihre Musik im Ohr – wie Sängerin Viviane de Farias aus Ipanema, die sich selbst als Wanderer zwischen den Welten sieht. Sie schildert uns die vielfältigen Wurzeln ihrer Musik, ihre von der Natur verwöhnte Geburtsstadt und die Anmut der einladenden Region zwischen Corcovado und Búzios.

Rio von der anderen Seite der Guanabra-Buch gesehen, Foto: © shutterstock


Viviane de Farias, Foto © Gerd Löser


MADE IN RIO DE JANEIRO

Viviane de Farias: Botschafterin des Bossa Nova Sie kommt aus Rio de Janeiro. Genauer gesagt, aus Ipanema. Die Liebe zur Musik und die Reiselust wurden Viviane de Farias gleichermaßen in die Wiege gelegt – so erstaunt es kaum, dass neben der Zuckerhut-Metropole auch Chicago, Riva del Garda und Karlsruhe zu den Stationen ihrer umfassenden klassischen Gesangsausbildung zählen. Auch was die musikalischen Stilrichtungen anlangt, ist Viviane da Farias keineswegs festgelegt – sie vereint schlicht das Beste aus Pop, Jazz und Klassik, bleibt auch hier „Wanderer zwischen den Welten“. Ihre charaktervolle Stimme und ihr natürliches Charisma machen es ihr geradezu „spielend“ leicht, jeden Konzertsaal und jedes Publikum für sich und ihre Musik zu erobern. Ganz nebenbei sieht sie schlicht blendend aus, wird immer mal wieder mit Brasiliens berühmter Schauspielerin Sonja Braga verwechselt. von Robin Daniel Frommer

Viviane de Farias lacht, sobald sie auf diese Ähnlichkeit und auf ihren daraus resultierenden Spitznamen „Dona Flor“ angesprochen wird: „Ich kann mit dem Vergleich sehr gut leben: Sonja Braga ist, ganz abgesehen von den bedeutenden internationalen Auszeichnungen, die sie für ihre Filmrollen bekam, eine wunderbar natürlich gebliebene Künstlerin. Sie ist für mich – auch als brasilianische Frau – ein absolutes Vorbild“.

Viviane de Farias, Foto: © Christopher Breithaupt

Zugegeben, Tom Jobims Welthit „The Girl from Ipanema“ wurde zwar nicht für Viviane geschrieben, doch das musikalische Werk des genialen Bossa Nova-Komponisten hat einen ähnlich großen Einfluss auf sie wie ihre klassische Ausbildung als Opernsängerin. Dennoch umfasst ihr Repertoire neben Samba und Bossa Nova auch Frevo, Maracatú und jede Menge Jazz. Sie erzählt: „Mein Vater wurde von der Fluggesellschaft Varig als Pilot für acht Jahre nach Los Angeles entsandt. Natürlich ging die ganze Familie mit; er sammelte Musik schon immer geradezu leidenschaftlich: Jazz, Neapolitanische Musik, Opern und tagesaktuelle Hits. Draußen lief überall Earth, Wind & Fire – und Michael Jackson hab‘ ich mit zwölf live gesehen – aber zuhause hatten wir Bänder von Cartola, João Nogueira, Quarteto En Cy und Samba de Raíz. Er machte uns früh deutlich: Wir leben zwar hier, aber wir müssen brasilianische Musik auch in Hollywood hören.“ Zurück in Rio wird rasch klar: Mit 23 Jahren betrachtet man sie an Rio de Janeiros Staatstheater schlichtweg als zu jung für wirklich große Gesangsrollen. Ungefähr zeitgleich hält sich dort aber eine Delegation der Musikhochschule Karlsruhe auf, die ihr Talent sofort erkennt. Am Institut für Musiktheater der Musikhochschule Karlsruhe erhält sie von 1988 bis 1993 mehrere Stipendien, die es ihr erlauben, sich ganz auf die musikalische Ausbildung zu konzentrieren.

Foto © Paul Yates


Strandleben in Rio, © Luiz Rocha Rocha, istock

Bossa Nova und Samba: Markante Musiker

Info

Cartola (1908-1980) hat mehr als 500 Songs komponiert und gilt als ein Wegbereiter des Sambas. Er wuchs im vornehmen Viertel Laranjeiras auf, doch später zog seine Familie in die gerade entstehende Favela auf dem Hügel Mangueira, wo Cartola zusammen mit anderen Sambistas 1928 eine KarnevalsGruppe gründete, aus der später die berühmte Sambaschule „Mangueira“ hervorging. João Nogueira (1941-2000) ist ein Sänger und Komponist aus Rio de Janeiro, der dem Samba zu seinem charakteristischen Swing verhalf. Bereits mit 17 Jahren wird er Direktor eines Karnevals Blocks in Rios Stadtteil Meier. Im Lauf seiner Karriere nimmt er 18 eigene Alben auf und komponiert für die großen Samba-Schulen „Portela“ und „Tradição“. Quarteto Em Cy Anfang der 1960er-Jahre von den vier Schwestern Cyva, Cynara, Cybele und Cylene de Sá Leite begründete Bossa-Nova-Gruppe. Sie traten zu Beginn ihrer Karriere gemeinsam mit Größen wie Vinícius de Moraes, Dorival Caymmi, Baden Powell und Oscar Castro-Neves in zahlreichen Nachtclubs von Rio de Janeiro auf.

Parallel dazu beschließt Viviane de Farias, einen eigenen musikalischen Weg zu suchen. „Die pure klassische Musik, also ein ganzes Leben nur zu interpretieren, was in den Noten steht, war für mich zu wenig. In Rio hatte ich auch sehr viel experimentelle Musik gemacht und gemeinsam mit Kollegen und Komponisten, die teilweise für mich geschrieben haben, gearbeitet. Da hatte man Raum, da konnte man was Neues aufführen, auch mit dem Komponist selbst arbeiten. Das war ein sehr gutes Gefühl, denn es gilt, dem Publikum etwas Neues, etwas Eigenes zu präsentieren – und eben nicht Mozarts Zauberflöte zum hunderttausendsten Mal…“. Lächelnd fügt sie noch hinzu: „Außerdem trägt man eine Perücke und die verhindert eher, dass bekannt wird, wer man ist und was man kann!“

auch mit eigenen Ohren hören. Und ich bin nicht so austauschbar, ich habe Freiraum und singe außerdem in meiner Muttersprache.“ An den Deutschen schätzt Viviane de Farias das Kunstverständnis und „die Ehrlichkeit, Direktheit und die Zuverlässigkeit – das ist etwas Unbezahlbares!“ Und an den Cariocas, an den Einwohnern Rio den Janeiros? „Die Brasilianer lieben Ausländer. Sie sind jederzeit hilfsbereit und finden es super, wenn ein Gast ein paar Brocken Portugiesisch beherrscht. Oder sie versuchen selbst, dessen Sprache zu lernen. Sie sind freundlich, interessiert und unkompliziert – Wesenszüge, die mich immer wieder aufs Neue begeistern, sobald ich in Rio eintreffe.“

Copacabana Rio Hotel

Inzwischen ist sie ganz sicher: „Heutzutage kommen die Konzertbesucher, weil sie sich für diese Art von Musik oder für die Sängerin interessieren, oder sie haben ein Bild gesehen, eine Kritik gelesen und dann wollen sie die Interpretin Seien Sie willkommen im Copacabana Rio Hotel, einen Block von dem berühmtesten Strand der Welt und drei Blocks von „Ipanema“ entfernt. Das Hotel verwöhnt Sie während Ihrer Businessreise oder Ihrem Urlaub in Rio de Janeiro. Die Zimmer sind mit Klimaanlage, Minibar, Telefon, Kabelfernsehen und Internetzugang ausgestattet. Im obersten Stockwerk befinden sich eine Trocken- und eine Dampfsauna sowie ein Swimmingpool und eine Bar, wo Sie Ihren Lieblingsdrink bei Sonnenuntergang genießen können.

Aktuelle CD: BALAKUMBALA Mit unnachahmlichem Jazz-Feeling poliert das Duo „Balakumbala“ (Viviane de Farias – Vocals und Mauro Martins – Bass) Samba und Bossa Nova auf Hochglanz. Das Ergebnis klingt abwechselnd wunderbar entspannt, zeitlos elegant und geradezu beseelt. Ein ebenso spannendes wie intimes Intermezzo einer erstaunlich vielseitigen Stimme mit einem enorm wandelbaren Saiteninstrument. Die CD ist u.a. bei Amazon.de erhältlich.

Copacabana Rio Hotel Av. Nossa Senhora de Copacabana, 1256 - Copacabana (posto 06) Rio de Janeiro - Brasil Cep.: 220 70-012 Tel.: (+5521) 3043-1111 Fax: (+5521) 2267-2271 www.copacabanariohotel.com, www.copacabanariohotel.com.br

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RIO DE JANEIRO

Viviane de Farias Tipps für europäische Besucher in Rio de Janeiro Alle Gäste Rio de Janeiros sollten – und das gilt, so versichert die Musikerin, ganzjährig – die traumhafte Atlantikküste zwischen dem Stadtflughafen Santos Dumont und dem weiten Sandstrand Recreio dos Bandeirantes mit dem Auto einfach abfahren: „Die Avenida Niemeyer ist das Schönste, was es an Küstenstraßen gibt – und dann weiter, Richtung Parati. Der östlich von Rio gelegene Badeort Búzios ist ebenfalls einmalig! Aber Rio de Janeiro ist auch für sich alleine genommen wunderschön und bietet unweit des Stadtzentrums viel Lohnendes wie den Besuch des Corcovado mit der Zahnradbahn, ein Bad in der Brandung des Strands Praia do Arpoador oder den spektakulären Blick von der Startrampe der Drachen- und Gleitschirmflieger auf der Pedra da Gávea. In Rios Teatro Municipal sollte man das harmonische Zusammenspiel von Marmor, Holzböden und Ausstattung genießen. Ein Besuch des Klosters São Bento, einer typisch brasilianischen Churrascaria in Leme oder an der Copacabana bietet sich ebenso an, wie den Abend mit einem Sonnenuntergang auf dem Zuckerhut ausklingen zu lassen.“

Rio: Dauerhaft im Fokus

den nachhaltigen Unterschied Rios zu vielen anderen Millionenstädten ausmacht. Was allen Neuankömmlingen am berühmtesten Sandkasten der Welt sofort ins Auge springt ist der mit größter Hingabe zelebrierte Fitness- und Körper-Kult der Cariocas. Viele Einwohner Rios sind die geborenen Narzissten und halten sich mit Powerwalking oder per Mountainbike, an Reck und Barren, mit Sit-Ups oder mit Hilfe von Hanteln entlang der Uferpromenaden in meist imponierender Form. Und wer hätte nicht gerne selbst die Möglichkeit, eben mal rasch in Tuchfühlung zum Meer zu Joggen, Fußball, Beachvolley oder Frisbee zu spielen. Neue Strandkioske und moderne Fahrradverleihstationen sind in den letzten Jahren entlang der Copacabana entstanden, die Hotellerie an der Avenida Atlântica wird immer attraktiver und leistungsfähiger, gerade mit Blick auf die anstehenden Großveranstaltungen: UN-Umweltgipfel „Rio+20“ und die fußballaffine Messe „Soccerex“ (2012), Papstbesuch und Confederations Cup (2013), Fußball-Weltmeisterschaften (2014) und die Sommerolympiade (2016).

Copacabana Rio Hotel

Info

Gediegener Treffpunkt oder Refugium für original italienischen Espresso, tropische Cocktails und Speisen à la Carte: Die neu gestaltete Lobby‘s Bar des Copacabana Rio Hotels an der Avenida Nossa Senhora de Copacabana.

In Rio angekommen und zum Stadtteil Copacabana fahren, ist für die meisten Touristen eins. Schließlich drängen sich hier gut drei Viertel aller gehobenen Hotels. Schon der zweite Gang führt viele zum Atlantik, zum Strand, der

© Copa Hotel

Investitionen in Rio und Búzios Im Rahmen der XXXI. Sommerspiele in Rio de Janeiro wird der Golfsport wieder olympische Disziplin – erstmals seit 1904 in Saint Louis, Missouri, USA. Der neue Golf Course wird auf dem Gelände der Reserva de Marapendi, in Barra da Tijuca entstehen. Die Ausschreibungen für das Design der Anlage laufen noch bis zum 28. Oktober, derzeit sind acht Architekten-Teams noch im

Strand in Búzios, © Christophe Schmid, Fotolia


Entspannung im Swimmingpool, © Christophe Schmid,, istock

Wettbewerb, darunter so renommierte Golf-Designer wie Jack Nicklaus, Gary Player, Robert Trent Jones II. oder Peter Thomson. Weiter fortgeschritten ist die Aufwertung und Neugestaltung von Rios Hafen am Pier der altehrwürdigen Praça Mauá mit dem Museums-Prestigeprojekt „Museu do Amanhã“ des spanischen Star-Architekten Santiago Calatrava. Das Dach des auf einer Aufschüttung in die See ragenden Komplexes wird mit beweglichen Photovolatik-Elementen versehen, die dem Stand der Sonne folgen. So erhält die zukunftsweisende Technologie zur regenerativen Energiegewinnung bis 2014 einen besonders markanten Logenplatz in der Zuckerhutmetropole. Kräftig investiert wird auch in den Ausbau der Untergrundbahn Rio de Janeiros. Sowohl die Anbindung des Stadtgebiets von Barra da Tijuca als auch des benachbarten Niterói ans bestehende Streckennetz ist geplant. Rio de Janeiros Hotelkapazität soll bis 2016 um 8.000 Zimmer steigen, neue Häuser der Windsor Gruppe, drei Hyatts und ein Hotel der Accor Gruppe sind vorgesehen.

In Búzios wurde bereits 2010 massiv in die Hotelinfrastruktur investiert. Zuvor bestanden Gästezimmer in dem seit einem Badeaufenthalt von Brigitte Bardot Mitte der 60er-Jahre bekannt gewordenen Badeort fast ausschließlich in kleinen Pousadas. Das Breezes Búzios Resort & Spa ist nicht nur die einzige All-Inclusive-Anlage, sondern „spielt“ mit 329 Apartments und Suiten, einem extrem breit gefächerten Kurs- und Sportangebot – vom Rollschuh-Park bis zum Hochtrapez – in einer für Búzios „ganz neuen Liga“. Nur ein Jahr nach der Eröffnung wurde das an der Praia Tucuns gelegene Hotel wegen seiner Nachhaltigkeit und der Wahrung des Ortscharakters als „Resort des Jahres“ ausgezeichnet. Infos bei Breezes/ Inter-Connect, München: Tel. 089-51703-570.


RIO – PETRÓPOLIS

Keine Angst vorm Krokodil! Die Carioca mögen ihre Strände noch so lieben, manchmal zieht es sie zum Entspannen doch in die kühlen, erfrischenden Berge. Das hat in der besseren Gesellschaft Rio de Janeiros Tradition: schon seit den Tagen des brasilianischen Kaiserreichs. Dom Pedro II. samt Hofstaat suchte im gut 70 Kilometer von der Küste entfernten Petrópolis regelmäßig die Sommerfrische. Bis heute werden hier Regeneration, Ruhe und Tradition, aber auch kulinarischer Genuss ganz groß geschrieben: Die Toprestaurants in Petrópolis sind frenetisch gefeierte Pilgerstätten der Gourmets. Robin Daniel Frommer hat Spitzenkoch Barão in Petrópolis über die Schulter geblickt.

Es hat etwas von Malerei, wenn Chefkoch Barão geduldig Speisen den finalen optischen Schliff verleiht. Der FasanenPatê gibt er mit zwei Löffeln eine ovale Form, bevor er sie mit Kräutern der Provence adelt und mit einem Schnitz frittierter Kochbanane geradezu krönt. Seine nebenbei aufs Porzellan gezauberten Balsamico-Ornamente erinnern an Wiener Hofdamast – und sind doch nur Dekoration für die hellen, gebratenen Krokodil-Filets.

Ich möchte anders kochen. Vor Traditionen fliehen und alles Konventionelle hinter mir lassen.“

Fisch“. Er schränkt aber sogleich lächelnd ein: „Ja, auch Rind, weil ja nicht alle Krokodil essen“. „Studiert“ hat Barão „nie“, aber sein Handwerk von der Pike auf gelernt: Zunächst im renommierten Sterne-Restaurant „Locanda della Mimosa“ unter Chefkoch Danio Braga, „der“, wie er noch heute ohne Einschränkung anerkennt, „Petrópolis auf die kulinarische Landkarte gebracht hat“. Dann durchläuft Barão wichtige Stationen im „Rio Sofitel“ bei Roland Villard und im berühmten Pariser Hotel „Le Crillon“. Die Kunst der Patisserie lernt er im „Rio Palace“ bei Dominic Guerin. Aus der Verbindung brasilianischer und französischer Zutaten, „aber ohne Sahne“, verrät Barão, kreiert er ständig neue, saisonale Gerichte. Wer neugierig geworden ist, muss reservieren – und sollte vor Krokodil in gegartem Zustand keine Angst haben. Es schmeckt himmlisch!

Barão Gastronomia & Eventos Estrada União e Indústria 13581, Itaipava, Petrópolis, Tel.: (024) 2222-2669 und 8803-9387, www.baraogastronomia.com.br

Barão Die Zubereitung exotischer Fleischgerichte ist ein wichtiger Teil seiner in mehr als 20 Jahren Praxis perfektionierten Kochkunst. „Es gibt Gäste, die im Rahmen von Workshops am Kochen aktiv teilhaben wollen oder uns für ihre privaten Feste verpflichten“, erläutert Barão: „Idealerweise verwenden wir bei solchen Events 60 Prozent Wild und 40 Prozent

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Gegrillte Krokodil-Filets an Balsamico, Yams-Püree und karamelisierten Gebirgskräutern. Fotos: © R.D. Frommer


Petrópolis

Info

Petrópolis entstand ab 1843 und ist die erste am Reißbrett geplante Stadt Brasiliens. Der aus Mainz stammende Júlio Frederico Koehler teilte sie entlang der Flussläufe. Die ehemalige kaiserliche Residenzstadt liegt 813 Meter über dem Meer und besitzt ein ganzjährig angenehmes Klima. Heute leben hier 350.000 Einwohner, nicht wenige haben europäische Wurzeln – wie beispielsweise der hier geborene und spätere englische Medizin-Nobelpreisträger Sir Peter Brian Medawar.

Sehenswürdigkeiten: Museu Imperial Der ehemalige Sommerpalast Kaiser Dom Pedros II. ist heute, mit jährlich mehr als 331.000 Besuchern, eines der am stärksten frequentierten Museen ganz Brasiliens. Öffnungszeiten: Di-So 11-17.30 Uhr, Rua da Imperatriz 220, Centro, Petrópolis, Tel.: (024) 2245-5550 www.museuimperial.gob.br Museu – Casa de Santos Dumont Nur über eine steile Außentreppe ist das winzige Wohnhaus des bereits zu Lebzeiten legendären brasilianischen Flugpioniers und Erfinders Alberto Santos Dumont (1873-1932) zu erreichen. Die Ausstellung umfasst eine Reihe seiner persönlichen Gegenstände. Öffnungszeiten: Di-So 9.30-17 Uhr, Rua do Encanto 22, Centro, Petrópolis, Tel.: (024) 2247-3158 Museu de Cera Im September 2011 wurde das überschaubare Wachsfigurenkabinett eröffnet. Albert Einstein, Supermann und Kapitän Jack Sparrow zählen, neben brasilianischen Persönlichkeiten zu den hier in Wachs Verewigten. Öffnungszeiten: Di-So 10-17 Uhr, Rua Barão do Amazonas 35, Centro, Petrópolis, Tel.: (024) 2249-1595, www.museudeceradepetropolis.com.br

Tipp

Hotel-Tipp

Pousada da Alcobaça Das ländliche Herrenhaus aus dem Jahr 1914 verfügt seit 1991 über elf GästeApartments mit Bad/WC und ein erstklassiges Restaurant, in dem Fisch, Geflügel und Wild sowie Beeren, Salate und Gemüse aus eigenem Anbau nach tradierten Familienrezepten perfekt zubePousada da Alcoboça reitet werden. Das Anwesen umgibt ein herrlich weitläufiger Blumengarten englischen Stils, der außerdem einen Pool sowie einen Tennisplatz malerisch umrahmt. Rua Agostinho Goulão 298, Corrêas, Petrópolis, Tel.: (024) 2221-1240 und Fax: (024) 2221-3162, www.pousdadaalcobaca.com.br

Weitere Infos: Turis Rio Fremdenverkehrsamt des Staates Rio de Janeiro, Tel.: 0055 – 21 – 2333-1040, www.turisrio.rj.gov.br

Jack Sparrow

Pousada da Alcoboça

Casa de Stefan Zweig Anlässlich des 130. Todestags von Lotte und Stefan Zweig, (gemeinsamer Selbstmord in der Nacht des 22./23. Februar 1942), wird ihr ehemaliges Wohnhaus nach einem Entwurf des Architekten Miguel Pinto Guimarães in ein Museum integriert. Rua Gonçalves Dias 34, Valparaíso, Petrópolis. www.casastefanzweig.org

Exkursionen Montanha Expedições Jeep-Touren und Bike-Exkursionen; Araras, Petrópolis, Tel.: (024) 2225-2069 u. 9266-8150, www.montanhaexpedicoes.com.br

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Brasiliens Mega-Motor Sao Pãulo ist der wirtschaftliche Dreh- und Angelpunkt Brasiliens. Aus der Vogelperspektive ein beeindruckender Setzkasten voll weißer Hochhäuser. Und ganz nebenbei der Ballungsraum mit der weltweit größte Konzentration deutscher Industrieunternehmen. Die Metropole scheint keinen Schlaf zu kennen, sondern ist permanent in Bewegung, immer auf dem Sprung. Natürlich bringt diese Dynamik und der damit verbundene Erfolg auch Neider auf den Plan: Die gegenseitige Wahrnehmung der Einwohner São Paulos und Rio de Janeiros – und das ist kein Mythos – hat den Charme des ambivalenten Nebeneinanders von Kölnern und Düsseldorfern. Die wirtschaftliche Vormachtstellung São Paulos versieht die Millionenstadt und ihre Gäste jedoch fraglos mit der spannendsten Museumslandschaft Südamerikas, mit dem einzigen Formel Eins-Rennen des Kontinents und mit einer Gastronomie-Szene, die ihresgleichen sucht. Für das Brasilien Magazin Grund genug, einmal einen genaueren Blick zu riskieren.

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São Paulos jüngstes Wahrzeichen: Die spektakuläre Schrägseilbrücke „Ponte Estaiada Octávio Frias de Oliveira“ über den Rio Pinheiros. Foto: © g01xm, istock


Sebastian Vettel, Foto: Š Red Bull


SÃO PAULO – INTERLAGOS

Saisonhöhepunkt ist Interlagos Ende November macht der Formel-1-Zirkus Station in São Paulo. Die 4.309 Meter lange Rennstrecke verlangt den Piloten alles ab. Nicht selten entscheidet sich die Fahrerweltmeisterschaft erst auf dem Rundkurs des Autódromo José Carlos Pace in Interlagos. In der letzten Saison ist Sebastian Vettel zwar bereits Doppelweltmeister, als er hier an den Start geht, muss sich aber beim brasilianischen Grand Prix Teamkollege Mark Webber letztlich geschlagen geben. Das über alle Maßen euphorische Rennsportpublikum in São Paulo feiert den jungen Heppenheimer dennoch frenetisch – und sich selbst gleich mit. Und den lieben Gott, der ja bekanntlich Brasilianer ist, und die mehr als 100 Interlagos-Siege einheimischer Fahrer – von Emerson Fittipaldi bis Felipe Massa. von Robin Daniel Frommer Sebastian Vettel drückt seinen Respekt vor der Rennstrecke so aus: „Interlagos ist eine besondere Herausforderung für die Fahrer. Der Kurs belastet die Nackenmuskulatur, da er, nach einer langen Formel-1-Saison mit Rennen im Uhrzeigersinn, entgegen dem Uhrzeigersinn gefahren wird.“ Daniel Maso vom Autódromo José Carlos Pace betont auch die 46

Meter Höhenunterschied der in ein Tal geschmiegten Rundstrecke: „Das ist ein Hochgeschwindigkeitsrennen bei gleichzeitiger Fahrstuhlfahrt! Auf, ab, wieder auf, wieder ab.“

São Paulos Straßenrennen enden nach Horror-Unfall Anlass für den Bau der Rennstrecke in Interlagos ist ein tragischer Unfall im Jahr 1936: Zu diesem Zeitpunkt wird der brasilianische Grand Prix noch auf den Stadtstraßen São Paulos ausgetragen. Die französische Pilotin Hellé Nice, mit bürgerlichem Namen Mariette Hélène Delangle (19001984), verliert, in zweiter Position hinter dem damaligen brasilianischen Baron und Champion Manuel de Teffé liegend, die Gewalt über ihren Alfa Romeo. Der Bolide überschlägt sich im Flug und kracht in die Haupttribüne. Vier Zuschauer und ein Polizist, auf den die aus dem Wagen geschleuderte Französin stürzt, sterben. Mehr als 40 Menschen werden verletzt. Totgeglaubt erwacht Hellé Nice im Krankenhaus aus dreitägigem Koma. Die Erinnerung an diese Tragödie wird sie nie wieder loslassen, obwohl sie viele Brasilianer wie eine Heldin verehren und nicht wenige Familien seither ihre Töchter „Helenice“ oder „Elenice“ taufen lassen. Der britische Ingenieur Louis Romero Sanson erwirbt das Gelände des späteren Flughafens Congonhas und, beim Billings-Stausee,

Fotos: © Red Bull


das Areal von Interlagos. Um hier seine Vision von einem GP-Kurs zu realisieren, studiert er die bekanntesten Rennstrecken seiner Zeit – etwa Brooklands in England, Indianapolis in den USA und Monthony in Frankreich. „Er sammelt Anregungen in aller Welt“, schwärmt Daniel Maso, „Der Kurs vereint noch heute in vielerlei Hinsicht die besten Elemente anderer Rennstrecken; die 3. Kurve ist beispielsweise eine Replik der Parabolica in Monza.“

Die Strecke ist fantastisch, die Zuschauer sind rennsportbegeistert und die Stadt ist interessant. Die Atmosphäre während des Rennens ist grandios. Oft spielt auch das Wetter eine wichtige Rolle.“ Sebastian Vettel Regen – das Zünglein an der Waage Die ursprüngliche Rennstrecke wird bereits Ende 1939 fertig. Doch plötzlich einsetzende starke Regenfälle verhindern das geplante Eröffnungsrennen. Erst am 2. Mai 1940 fällt der Startschuss – 20.000 Zuschauer verwandeln Interlagos schon damals in einen Hexenkessel. Der Formel-1-Zirkus macht, mit kurzen Unterbrechungen, seit 1972 Station in São Paulo, legendäre Haudegen wie der Argentinier Carlos Reutemann, die Brasilianer Emerson Fittipaldi und José Carlos Pace oder Niki Lauda sind die ersten Gewinner. Der noch heute von den Brasilianern besonders verehrte Ayrton Senna siegt in Interlagos zweimal, Michael Schumacher viermal. Mark Webber im Cockpit eines Red Bull-Renault 2011 und 2009.

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Foto: © R.D. Frommer

Daniel Maso Daniel Maso leitet in Interlagos sowohl eine Schule für Mechaniker, als auch Verkehrserziehungskurse für Jugendliche, wo er auch für eine defensive Fahrweise in der Millionenstadt plädiert.

Ein Jahr zuvor, beim vielleicht spannendsten Formel-1-Finale aller Zeiten ist der Brasilianer Felipe Massa der tragische Held. Er fährt zwar einen unangefochtenen Start-Ziel-Sieg heraus, verliert aber den Kampf um die Weltmeisterschaft, ohne dass er darauf Einfluss nehmen kann: Lewis Hamilton überholt – bei einsetzendem Regen – den auf Slicks fahrenden Timo Glock und wird mit einem einzigen WM-Punkt Vorsprung Champion. Halb Brasilien trauert…

In Interlagos braucht ein Fahrer Talent, ein schnelles Auto und eine exzellente körperliche Verfassung.“ Daniel Maso Das Autódromo José Carlos Pace ist inzwischen Austragungsstätte einer breit gefächerten Vielfalt unterschiedlichster Sport-Events: Fórmula Truck, Off-Road-Rennen, Stockcar-Wettbewerbe, Motorradrennen, sogar ein Laufwettbewerb wird hier (im Rahmen des Ayrton Senna Racing Days im November) ausgerichtet.

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SÃO PAULO

Die Mega-Stadt

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São Paulo sprengt alle urbanen Maßstäbe. In der Metropolregion leben schätzungsweise 20 bis 25 Millionen Menschen, knapp die Hälfte davon im Stadtkern – europäische Weltstädte wie London, Moskau oder Paris wirken im Vergleich zu São Paulo geradezu überschaubar.

Zusätzlich empfängt die Mega-Stadt jährlich mehr als 6,5 Millionen Besucher, zwei Drittel sind Ausländer. Durch die Direktflüge der TAP Portugal von Lissabon nach Viracopos rückt ein dritter Flughafen in der Metropolregion zunehmend in den Fokus europäischer Gäste mit Ziel São Paulo. Zuverlässige Shuttle-Anbindung: Wir haben im Sommer die Probe aufs Exempel gemacht und diesen Airport ganz bewusst im Rahmen eines Gabelflugs gewählt. Fazit: Der von TAP Portugal für eigene Passagiere kostenlos angebotene Bus-Transfer zwischen São Paulos innerstädtischem Zentralflughafen Congonhas und dem gut 100 Kilometer entfernten Airport Viracopos operiert sehr zuverlässig – das Verkehrsaufkommen auf den Zubringerstraßen wird der in Viracopos

DAS?

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wartenden TAP-Crew ebenso gemeldet, wie die jeweils aktualisierten Ankunftsdaten des Shuttlebusses. Viracopos ist der einzige Flughafen der Metropolregion São Paulo, der nicht von Wohngebieten umgeben ist und daher flächenmäßig noch wachsen kann und nach dem Willen der brasilianischen Flughafenverwaltung INFRAERO auch soll – auf bis zu 55 Millionen Passagieren jährlich! Wodurch er zum größten Hub Südamerikas würde.

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„Das Gateway São Paulo“, weiß Johannes Bayer, deutscher Hoteldirektor des Meliá Jardim Europa, „profitiert von jedem Boom. Und der brasilianische Markt hat die jüngsten europäischen Krisen ausgeglichen. Dennoch kommt die Hälfte unserer Gäste aus dem Ausland“. Der niedere Kurs des US-Dollar ist sicher ambivalent, hat aber, so Johannes Bayer, für São Paulo auch den einen oder anderen positiven Effekt: „Madonna, U2, Clapton oder Aerosmith – alle kommen wieder, seit der Real auch für sie attraktiv geworden ist“. Von den an das Meliá Jardim Europa grenzenden Stadtvierteln São Paulos ist der aus Lindenberg im Allgäu stammende Hotelmanager sehr angetan: „Sie bieten einfach alles: vom besten bis zum günstigsten Angebot. Die ganze Restaurantpalette: italienisch bis japanisch. Und sind ganz nah am urbanen Geschehen der Metropole“.

Drei Fragen an Luciane Leite Luciane Leite stammt aus dem Küstenstaat Bahia und ist seit 2005 Direktorin für Tourismus von São Paulos Fremdenverkehrsamt SP Turis. Sie hat sich das Ziel gesetzt, São Paulo international noch stärker als Lateinamerikas führende Kapitale für Kultur und Wissen bekanntzumachen – vor allem aber als eine Stadt, die ihren Besuchern einzigartige und unvergessliche Erlebnisse vermittelt.

Was macht den Standort São Paulo so attraktiv? Luciane Leite: São Paulo ist die Wirtschaftsmetropole Brasiliens. Die Stadt verfügt über die – mit Abstand – beste Infrastruktur und bietet Möglichkeiten, wie man sie sonst landesweit kein zweites Mal findet. Hier sind die meisten großen Firmen längst ansässig; außerdem finden hier gut 75 Prozent aller internationalen Messen und Kongresse statt: auf dem Gelände leistungsstarker multifunktionaler Veranstaltungszentren wie Anhembi Parque, Expo Center Norte, Imigrantes oder Transamérica Expo Center sowie bei einer ganzen Reihe kleinerer Ausstellungs- und Messestandorte wie Rebouças, Frei Caneca oder Fecomercio. São Paulos wirtschaftliche Schlüsselfunktion ist unübersehbar, aber welche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung bietet die Business-Metropole darüber hinaus? Luciane Leite: Mit unserem Programm „Bleibe einen weiteren Tag“ versuchen wir für unsere Gäste eine Brücke vom Event, vom Kongress, von der Messe oder einer anderen Veranstaltung zum individuellen Erleben unserer Stadt zu schlagen: Zu diesem Zweck haben wir eine Landkarte mit den größten Sehenswürdigkeiten São Paulos aufgelegt, mit

den großartigen Museen und ihren international viel beachteten Kunstsammlungen und vielem mehr. Wie kann man sich diese Sehenswürdigkeiten erschließen? Luciane Leite: Hier bieten wir vielfältige Informationsquellen an. Bei all unseren Projekten ist der leichte Zugang für uns von ganz zentraler Bedeutung. Nur ein Beispiel hierfür: In allen städtischen Informationszentren für Touristen („CIT“) liegen speziell für Blinde gestaltete Stadtpläne aus. Wie bereitet sich „ihre“ Stadt auf die Fifa-Weltmeisterschaft 2014 vor? Luciane Leite: Da geschieht natürlich eine ganze Fülle an koordinierten Maßnahmen. In São Paulo wird beispielsweise ein zusätzliches Infozentrum – „CIT“ – am zentralen Stadtflughafen Congonhas errichtet und das bestehende am internationalen Airport von Guarulhos aufgewertet und modernisiert. Mobile Infostände wird es während der Weltmeisterschaft im neuen Stadion Itaquera und auf der Fan-Meile geben. Neue Verkehrszeichen und Hinweisschilder beispielsweise auf Itaquera und Wegweiser für Fußgänger werden bereits 2013 installiert. Außerdem werden die Kapazitäten der U-Bahnen und Busse erhöht, die Ordnungskräfte mehrsprachig geschult und beispielsweise neue Rundreisen zu anderen Städten im Staat São Paulo aufgelegt.

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Bel Coelho, Foto: © André Passos

SÃO PAULO

Der kulinarische Genuss-Faktor

Interview: Robin Daniel Frommer

Foto: © TAM

Helena Rizzo

Gegrillte Shrimps an Pupunha-Spaghetti, Foto: © Dui

Ex-Model und Chefin des Restaurants „Maní“ vermag selbst erklärte Fleischliebhaber von den vielfältigen Möglichkeiten der vegetarischen Küche zu überzeugen. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie 2009/2010, als sie die Bordmenüs der TAM Airlines kreierte.

Vielfältiger als in São Paulos schicksten Stadtteilen – Jardins, Cerqueira César oder Itaim Bibi – ist die brasilianische Küche nirgendwo. Kulinarische Spezialitäten und erlesene Rezepte aus allen Landesteilen werden hier perfektioniert. Genuss und Gastronomie sind Karriereleiter: Gestandene Kü-

chenchefs und experimentierfreudige Nachwuchsköche streben aus ganz Brasilien in die kosmopolitische Metropole. Nach ersten Stationen in den renommierten Restaurants der umtriebigen Riesenstadt sammeln viele Kreativtalente gastronomische Erfahrungen auf internationalem Terrain, bevor sie als neue Trendsetter die kulinarische Szene São Paulos mit eigenen Restaurants, neuen Ideen und überraschenden Gerichten noch heller „strahlen“ lassen. Anders als in Europa, sind viele der neuen Küchenchefs junge, ambitionierte Frauen. Bel Coelho heißt die hübsche Chefin des 2009 eröffneten Restaurants „Dui“. Sie ist gerade einmal 32, hat aber bereits 14 Jahre Berufserfahrung in der internationalen Spitzengastronomie gesammelt. Sie beginnt ihre Ausbildung in São Paulo beim renommierten französischen Chefkoch Laurent Suaudeau. Weitere Stationen sind die Restaurants „Fasano“ und Alex Atalas „D.O.M“, ehe sie am New Yorker Culinary Institute of America (CIA) studiert. 2005 bis 2007 sammelt sie in Europa kulinarische Erfahrungen, beispielsweise im spanischen 3-Sterne-Restaurant „El Cellar Can Roca“. Schonendes Garen bei niedrigen Temperaturen, oder „sous vide“, was übersetzt „unter Vakuum“ kochen bedeutet, sind nur einige der Techniken, die sie aus dem Ausland nach São Paulo mitbringt. Ihr Credo: „Wir möchten den Gästen ein einmaliges Erlebnis bieten“. Das „Dui“, ist ihr erstes eigenes Restaurant. In dessen erstem Stock hat sie inzwischen einen Bereich geschaffen, der „Clandestino“ – also „Geheimnis“ oder „Versteck“ – heißt. Nur donnerstagnachts können hier maximal 15 Gäste reservieren: ein erlesenes Zwölf-Gänge-Menü!

Emmanuel Bassoleil Foto: © RDF

São Paulo ist der innovative Motor Brasiliens. Kulinarische Kreativität und Restaurantvielfalt sind die gastronomischen Kennzeichen des spannenden Schmelztiegels. Essen ist hier Event. Neue Dinner-Locations sind Tagesgespräch; von gesellschaftlichem Interesse. Sterneköche stehen im Rampenlicht. Die neuen Trendsetter sind erfinderisch, sportlich und weitgereist. Sie sind exzellent ausgebildet und sehen aus wie Models. Junge, außergewöhnlich hübsche Frauen wie Bel Coelho, Helena Rizzo oder Isabella Masano sind die Stars und zugleich Trendsetter an der Spitze vieler neuen Gourmet-Tempel. Lust auf eine kulinarische Stipp-Visite? Hier finden Sie eine handverlesene Auswahl von neun Top-Restaurants, die mit ganz neuen, überraschenden Kreationen derzeit den modernen Takt in der brasilianischen Geschmacks-Hauptstadt angeben.

Der französische Chefkoch des trendigen Restaurants „Skye“ im spektakulären Ohtake-Hotel „Unique“ ist Pragmatiker: „In São Paulo leben jeweils zwei Millionen Menschen japanischer und italienischer Abstammung. Deshalb haben wir neben brasilianischen Gerichten Sushi, Pizze und Risotti auf unserer Speisekarte.“


Info

Restaurants Amadeus (Chef: Isabella Masano) Spezialitäten: Kuskus mit Shrimps, Bobó de Camarão, Meeresfrüchte-Risotto im Tontöpfchen, gegrillter Fisch an ManiokPüree u. Palmito-Scheibchen, Crème brulée. Die junge Küchenchefin nimmt sich häufig die Zeit, ihren Gästen die Zutaten der Speisen zu erläutern. Rua Haddock Lobo 807, Jardim Paulista, Tel.: (011) 3061-2859 u. (011) 3088-1792; www.restauranteamadeus.com.br Capim Santo (Chef: Morena Leite) Restaurant mit zwei Gartenterrassen, die mitten in São Paulo ein Ambiente aus Südbahia schaffen. Spezialität: Mittagsbuffet mit Speisen aus Nordostbrasilien wie Baião-de-três, Feijão-fradinho, Zuckererbsen, Rucola, Picadinha u. Kartoffelstroh. Di-Sa 12-15 u. 19.30-24 Uhr, Sa 12.30-17 u. 20-01 Uhr, So 12.30-17 Uhr, Alameda Ministro Rocha Azevedo 471, Foto: © RDF

Cerqueira César, Tel.: (011) 3068-8486; www.capimsanto.com.br D.O.M. Restaurante (Chef: Alex Atala) Zeitgenössische Speisen in Räumen, die Architekt Ruy Ohtake entworfen hat. Spezialität: Robalo an Tucupi und Tapioca, zum Kennenlernen: „D.O.M. Gustacao“, Menü mit vier bis acht individuell zubereiteten Gängen. Mo-Fr 12-15 u. 19-24 Uhr, Sa 19-01 Uhr, Rua Barão de Capanema 549, Cerqueira César; Tel.: (011) 3088-0761; langfristige Reservierung ist ratsam. www.domrestaurante.com.br Dui (Chef: Bel Coelho) Spezialität: Cross-Over brasilianischer, spanischer, portugiesischer und asiatischer Rezepte. Alameda Franca 1590, Jardim Paulista Tel.: (011) 2649-7952; www.duirestaurante.com.br

Rua Joaquim Atunes 210, Jardim Paulistano, Tel.: (011) 3085-4148; www.manimanioca.com.br Marakuthai (Chef: Renata C. Vanzetto) Spezialität: Salate, WokGerichte und Süßes; Filetstreifen in rotem Curry mit Bananen-Maniok. Die gesamte Einrichtung ist recycelt. Mittags: Do+Fr 12-15 Uhr, Sa 13-16 Uhr. Abends: Mo-Do 20-24 Uhr, Fr-Sa 20-01 Uhr Alameda Itu 1618 – Cerqueira César, Tel:. (011) 3062-7556 u. (011) 3061-1015; www.marakuthai.com.br Foto: © RDF

Skye (Chef: Emmanuel Bassoleil) Spezialität: Sushi, Sashimi, Stockfisch, Risotto, Pizze u. brasilianische Gerichte. Im obersten Stockwerk des Hotels Unique, Bar im Bereich von Dachterrasse u. Pool. Mo-Do 12-15 u. 19-24 Maní (Chefs: Helena Rizzo und Daniel Uhr, Fr+Sa 12-16 u. 19-01 Uhr, So 12-16 u. Redondo) Spezialität: Vegetarische Speisen 19-24 Uhr; Avenida Brig. Luís Antônio 4700, und Fisch. Di-Fr 12-15 u. 20-24 Uhr, Sa 13- Jardim Paulista, Tel.: (011) 3055-4702; 16 u. 20-24 Uhr, So 13-16.30 Uhr, www.hotelunique.com.br

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Super Constellation der legendären „Panair do Brasil“

Tipp Sehenswerte Kollektion historischer Flug-Oldtimer Mitte 2010 wurde das TAM Museum wiedereröffnet. Auf nun 20.000 qm Ausstellungsfläche präsentiert es eine 90 Flugzeuge umfassende Sammlung, die vom TAM-Gründer Rolim Adolfo Amaro und seinem Bruder João Francisco Amaro begonnen wurde. Das Museum – auch „Asas de um Sonho“ („Flügel eines Traums“) genannt – bietet sich, auch wegen der Flugsimulatoren im „Kids Space“, gerade für Familien mit technisch interessiertem Nachwuchs an. Es befindet sich bei São Carlos, 250 Km von São Paulo entfernt und ist Mi-So 11-16 Uhr geöffnet.

TAM Airlines Museum

Waco CSO, nur 59 Exemplare wurden gebaut

Água Vermelha, São Carlos, An der Staatsstraße SP-318, km 289, Tel.: (0055) 15 3306-2020, www.museutam.com.br

WW II-Kampfflugzeug Vought F4U-1 „Corsair“, Fotos: © Marcio Jumpei

Info


FOTO-FEATURE SÃO PAULO

Liberdade: São Paulos farbenfroher asiatischer Stadtteil São Paulos Stadtteil Liberdade ist die größte japanische Siedlung außerhalb Nippons. Das weitläufige Viertel um die Rua Galvão Bueno unterscheidet sich deutlich vom Rest der brasilianischen Metropole: Gut eine Million Menschen mit asiatischen Wurzeln leben und arbeiten hier; die Restaurants bieten Sushi, Sashimi und Shabu-Shabu-Suppe stilecht und nach traditionellen Rezepten aus der altehrwürdigen Kaiserstadt Kyoto – oder zu attraktiven Kilo-Preisen von der Warmtheke. Japanische Schriftzeichen strahlen von den Neonreklamen, und lampionförmige Laternen hängen in symmetrisch angeordneten Dreiergrüppchen an Hunderten von Peitschenleuchten beiderseits der Hauptstraßen. Text und Fotos: Robin Daniel Frommer

In ganz besonders farbenprächtigem Zauber erstahlt São Paulos ostasiatischer Stadtteil, sobald seine Bewohner die aus Japan mitgebrachten Feste rings um die Praça da Liberdade begehen: Sehenswerter Höhepunkt ist seit 1979 das große „Tanabata Matsuri“, das Fest der Sterne, welches hier am dritten oder vierten Juliwochenende mit traditionellen Tänzen, Trommel- und Gesangsdarbietungen und in historischen Gewändern zelebriert wird. Mitte und Ende Dezember stehen im Zeichen des nicht minder farbenprächtigen Festivals „Toyo Matsuri“ und der mit weißen Reisküchlein begangenen Neujahrsfeiern „Mochitsuki“. Die Statue eines weißen Elefanten ist im April Mittelpunkt des buddhistischen Blumenfests „Hanamatsuri“ entlang der Rua Galvão Bueno.

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PANTANAL

Regenzeit im Pantanal (Okt.-März), Foto: © Reit-Safari

Naturnaher Tourismus im Tierparadies Das Pantanal ist das größte Feuchtgebiet der Erde: eine von zahllosen Flussläufen und großflächigen Seenplatten durchsetzte Grassavanne mit faszinierendem Tierreichtum. Wegen ihrer enormen Artenvielfalt und in Anspielung auf die alljährlich, während der Regenzeit von Dezember bis März, wiederkehrenden großflächigen Überflutungen wird dieses einzigartige Ökosystem von Einheimischen und Besuchern auch „Arche Noah Südamerikas“ genannt. Die Erträge aus naturnahem Tourismus und Tierbeobachtung haben in der Region auch das Bewusstsein für den Erhalt intakter Flora und Fauna geweckt. Erste Erfolge zeigen sich bereits: Der Bestand der andernorts nahezu ausgerotteten Jaguare steigt hier kontinuierlich. von Robin Daniel Frommer Michael Becker, beim WWF in Brasília Leiter des Cerradound Pantanal-Projekts, ist sicher: „Man schützt nur, was man kennt; schon deshalb ist es aus unserer Sicht gut, dass Besucher ins Pantanal kommen“. Tatsächlich brennt sich die Tiervielfalt der weitläufigen Schwemmlandebene selbst während einer kurzen Stippvisite sofort ins Gedächtnis – und am Wunsch, Flora und Fauna der Region möglichst nachhaltig zu schützen, haben gerade Touristen aus Mitteleuropa großen Anteil, in deren stark industrialisierten Heimatländern jede Beobachtung von Tieren in freier Wildbahn längst erheblich schwieriger ist.

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Ein weiterhin zunehmendes Interesse an Tierbeobachtungen verzeichnet André von Thuronyi, deutschsprachiger Inhaber des ortsansässigen Safari-Unternehmens Pantanal Explorer und Ökotourismus-Pionier im Pantanal. Insbesondere in Bezug auf den Jaguar, der in dieser Urlandschaft aus Süßwasser, Sumpf und Savanne seit Menschengedenken zu Hause ist, nimmt er einen deutlichen Anstieg wahr. „In den letzten vier, fünf Jahren haben wir Anfragen von besonders weitgereisten Tierfreunden, die bereits Löwen und Geparden in Afrika und Tiger in Indien oder Pakistan beobachtet haben“, berichtet er. „Sie haben davon gehört, dass die Populationsdichte der Jaguare im Pantanal steigt und wollen diese Großkatze jetzt mit eigenen Augen sehen und möglichst auch fotografieren.“ Aus diesem Grund bietet André von Thuronyi eine sechstägige Fotosafari ab Mato Grossos Hauptstadt Cuiabá an, welche die Infrastruktur sowohl der Araras Eco Lodge (www.araraslodge.com.br), als auch des Hotels Porto Jofre (www.portojofre.com.br), unweit des Zusammenflusses von Rio Cuiabá und Rio Piquiri nutzt. Zwei der Exkursionstage werden überwiegend im Motorboot verbracht: Auf Wasseradern, die ein Gebiet durchziehen, das ungefähr 40 Jaguare teilen. „Manchmal“, so André von Thuronyi, „gelingt es, sich


den faszinierenden Raubtieren bis auf wenige Meter zu nähern. In den letzten Jahren haben wir Jaguare bei 97 Prozent der Exkursionen beobachten können.“ Neben den Großkatzen leben im Wasserlabyrinth des Pantanal Riesenotter, Tapire, Ameisenbären, Kapuziner- und Brüllaffen, Wasserschweine, Frösche, Fischbussarde, Brillenkaimane, Fledermäuse, Störche, Nachtschwalben und Eulen – um nur eine kleine Auswahl der schätzungsweise 650 Vogel-, 260 Fisch-, 80 Säugetier- und 50 Reptilienarten zu nennen. Mehr als 86 Prozent der ursprünglichen Pflanzendecke sind im Pantanal erhalten geblieben. Die Problemzonen sind hingegen das Hoch- und Hinterland“, unterstreicht Michael Becker, „hier verursacht großflächige Landwirtschaft erhebliche Erosionen: nur 42 Prozent der Vegetation sind dort unberührt. Das Agro-Business schadet dem Pantanal! Nicht der Tourismus.“ Der WWF-Brasilien fördert aus diesem Grund, gerade im Pantanal, die „organische“ Rinderzucht, bei der auf Düngemittel verzichtet wird und bei der Viehhaltung weniger Futterzusätze, keine oder weniger Antibiotika und keine Hormone zum Einsatz kommen. Bei der Fütterung wird auf Gras aus der unmittelbaren Umgebung zurückgegriffen, außerdem werden die Wald- und Savannenflächen und der jeweilige Gewässeranteil in einem Umweltprotokoll dezidiert ausgewiesen. „Eine Fazenda, die sich exakt nach unseren Ratschlägen richtet ist Aguapé“, schließt Michael Becker, „man kann sie von Campo Grande aus erreichen.“

Ebenfalls großen Wert auf minimale Beeinträchtigung der Natur legen die Betreiber der Cristalino Lodge im südlichen Amazonien. Durch ihre abgeschiedene Lage am Rand des großflächigen Nationalreservats „Cachimo“ ist die rustikale, aber dennoch komfortable Lodge ein idealer Standort für Vogelund Tierbeobachtung, nicht zuletzt wegen eines 50 Meter hohen Aussichtsturms. Umweltschutz wird von den Betreibern der Cristalino Lodge ganz groß geschrieben: Warmwasser wird mit Solarenergie erzeugt, Abwasser gefiltert, ausschließlich biologisch abbaubare Reinigungsmittel Jaguar, Foto: eingesetzt und das Kajak dem © André von Thuronyi Motorboot – wann immer möglich – vorgezogen.

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Ökologisches Rundreise-Design Die Möglichkeit, den Besuch des Pantanals mit Abstechern zu zwei anderen Ökosystemen zu verbinden, verfolgt eine von RuppertBrasil, München, angebotene, zehntägige Mato-Grosso-Rundreise: Neben dem Sumpf- und Schwemmland des Pantanal werden die Tafelberge im Nationalpark Chapada dos Guimarães und der südliche Ausläufer des

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Amazonischen Regenwalds im Rahmen einer Fotosafari erkundet – ohne zusätzliche Inlandsflüge mit entsprechendem CO2-Ausstoss!

Klassische Rundreisen Individualreisen Insidertipps

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Locations für Tierbeobachtungen im Pantanal und Süd-Amazonien Jaguare: www.pantanalexplorer.com.br Hyazintharas: www.araraslodge.com.br Cristalino Jungle Lodge: www.gateway-brazil.de Grosse Mato Grosso-Rundreise: www.ruppertbrasil.de

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FOTO-FEATURE URUBICI

Kennen Sie Urubici? Noch zählt das gebirgige Hinterland Santa Catarinas zu den weißen Flecken auf der touristischen Landkarte Südbrasiliens. Und wer sich – wie der brasilianische Fotograf Ismar dos Santos – auf die Gebirgslandschaft der Serra Geral einlässt, sollte sich warm anziehen. Der 1.822 Meter hohe Gipfel des Morro da Igreja hält seit 1996 mit -17,6°C den Allzeitkälterekord Brasiliens. Der Lohn fürs Frieren? Das einzigartige Erlebnis von urzeitlich wirkenden Hochtälern mit weiten Araukarienwäldern und der unverfälschten Gastfreundschaft der Bergler. Fotos von Ismar dos Santos

Für die Anreise nach Urubici bietet sich die Landstraße SC-438 „Serra do Rio do Rastro“ an. Die kurvenreiche Streckenführung zwischen dem Ort Lauro Müller und dem Pass bei Bom Jardim da Serra ist ähnlich spektakulär wie eine hochalpine Gebirgsstraße im Herzen Europas. Das weiße Band der aneinandergereihten Serpentinen der SC-438 schlängelt sich bergan durchs dunkle Flaschengrün der weiten, üppigen Vegetation.

Oben, auf einem Hochplateau der Serra Geral, liegt Urubici. Der winzige Ort am Rand des Nationalparks São Joaquim zählt kaum 12.000 Einwohner; viele einheimische Familien haben europäische Wurzeln. Den Ortskern umgibt ein loser Kranz weit verstreuter Gehöfte: meist Holzhäuser mit spitz aufragenden Giebeldächern, daneben die Stallungen für Reitpferde, Hunde und allerlei Vieh. Der Rhythmus des Alltags hat hier einen merklich langsameren Takt. Hektik ist ein Fremdwort. Der Tierarzt behandelt zunächst die Rinder und dann, ganz unaufgeregt, den Bauer und seine Familie. Subtropische Araukarienwälder bestimmen das Landschaftsbild des Gebirgsidylls – und die schmackhaften Kerne der immergrünen Bäume sind, gekocht und geschält, ein wichtiger Teil des Speiseplans. Auch die leeren Zapfen der Araukarien werden getrocknet und genutzt: Als Anzünder der offenen Kaminfeuer, die hier oben geradezu unverzichtbar sind – in der Wohnstube und in jedem Gästezimmer. Einige Fazendas und Pousadas in Urubici halten für Touristen vier bis acht Chalets bereit – in dieser Überschaubarkeit liegt der besondere Reiz der Region und ihrer Menschen: Mahlzeiten werden gemeinsam mit den Hausherren eingenommen und die Fremden werden ganz selbstverständlich als Gäste behandelt.

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Die „Pedra Furada“ auf dem Morro da Igreja, Nationalpark São Joaquim

Ismar dos Santos Ismar dos Santos stammt aus Curitiba in Paraná. Fotografie und Reisen zählen schon immer zu seinen Leidenschaften. Mittelund Südamerika, die Vereinigten Staaten, Kanada und Alaska hat er bereits durchstreift – die Kamera am Schulterriemen ist immer dabei. Sein fotografisches Interesse gilt anderen Kulturen und Landschaften, die er in herrlichen Fotografien meisterlich einfängt. Inzwischen zählt sein Archiv 30.000 Aufnahmen aus Brasilien und anderen Ländern. Ismar dos Santos hat für seine Arbeit zahlreiche Preise erhalten, mit seinen Fotografien eine ganze Reihe von Ausstellungen erfolgreich bestritten und vielerlei Publikationen bebildert. Mit seiner Fotografie will er, inspiriert von der Schönheit der Natur, für den nachhaltigen Schutz der noch existierenden Ökosysteme werben. Kontakt: Tel. (0055) 41 9977-7337, www.ismarsantos.com.br

Tipp

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Schulz Aktiv Reisen „Südbrasilien multiaktiv“ heißt eine geführte 15-tägige Abenteuerreise zu Santa Catarinas Atlantischem Regenwald, Hochebenen und zu den schönsten Badestränden. Zu den sportlichen Aktivitäten diese Tour zählen Rafting, Trekking, Reiten, Canyoning und eine Wildwasser-Kajakfahrt. Bautzner Str. 39, Dresden, Tel.: (0351) 266-255, Fax: (0351) 266-256

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SANTA CATARINA

Wellen, Wale und Crêpes Es gibt jede Menge gute Gründe, an den weit geschwungenen Strandabschnitt Praia do Rosa bei Imbituba in Santa Catarina zu reisen. Kite- und Windsurfer nennen die Lagoa da Ibiraquera schlicht ihr Eldorado, Wellenreiter schätzen die mächtigen Brecher, auch am weiter südlich gelegenen Sandstrand Praia da Vila, während Naturschützer wie elektrisiert sind, sobald sich Wale entlang der Küste zeigen – und das tun sie zwischen Juli und November ständig. von Robin Daniel Frommer Glattwale und Nordkapper schwimmen nur vergleichsweise langsam. Sie gelten als gutmütig und kommen dem Festland überraschend nah: vor Santa Catarinas Küste sogar bis auf 30 Meter. Bis 1973 waren die bis zu 17 Meter langen und bis zu 50 Tonnen schweren Meeressäuger für die brasilianischen Walfänger eine entsprechend leichte Beute – und eine allzu verlockende, denn gerade Glattwale und Nordkapper bunkern ihren Energievorrat in einer mächtigen Speckschicht, die den Jägern erstklassigen Profit garantiert und außerdem dafür sorgt, dass harpunierte Tiere an der Oberfläche treiben.

Info

Wussten Sie...

…dass Brasilien, wie die meisten lateinamerikanischen Staaten, zur so genannten Buenos Aires-Gruppe zählt, deren Mitglieder Walfang ablehnen und im Südatlantik auf Konfrontationskurs zu den Ländern gehen, die Waljagd mehr oder minder offen befürwortenden, wie beispielsweise Japan?

Als bei Imbituba die letzte Walfangstation an der Küste des südbrasilianischen Bundesstaats Santa Catarina geschlossen wurde, waren die Walbestände so stark dezimiert, dass es nahezu eine Dekade dauern sollte, bis man die mächtigen schwarzen Tiere vor der Praia do Rosa wieder sichten konnte. Im Jahr 1995 stellte Santa Catarinas Landesregierung schließlich Glattwale und Nordkapper unter Naturschutz. Fünf Jahre später wurde der gesamte Küstenabschnitt zwischen der Provinzhauptstadt Florianópolis und dem ca. 25 Kilometer südlich des Kaps von Santa Marta gelegenen Seebad Balneário Rincão zu einer 156.000 Hektar großen Wal- und Umweltschutzzone erklärt. Inzwischen suchen die Meeressäuger das südbrasilianische Schutzgebiet wieder in großer Zahl auf, um sich zu paaren, zu vermehren und um ihre Jungen aufzuziehen, denn Ende 2001 wurde hier das Instituto Baleia Franca (IBF) gegründet. Gemeinsam mit dem Partner Vida Sol e Mar Resort in Praia do Rosa wird konsequent das Ziel verfolgt, die Wale zu erforschen und das öffentliche Bewusstsein für den Schutz der Meeressäuger weiter zu schärfen. Treibende Kraft des Projekts und des Strandresorts ist der Argentinier Enrique Alfredo Litman, der vor 15 Jahren gemeinsam mit seiner Frau Francesca an der Praia do Rosa das Vida Sol e Mar buchstäblich aus dem Boden gestampft hat – heute ist seine Anlage das Hotel mit der besten Infrastruktur zur Walbeobachtung. Teil der Aktivitäten des Instituto Baleia Franca sind Törns zur Walbeobachtung mit speziell ausgestatteten Schlauchboten für bis zu 20 Passagiere. Biologen begleiten die Fahrten, nicht selten ist Enrique Alfredo Litman selbst an Bord – ihn „elektrisieren“ die Wale noch immer. Vom Festland aus unterstützen Beobachter, die entlang des 80 Kilometer langen Küsten-

42 B R A S I L I E N M A G A Z I N 2 0 1 2 Fotos: © Enrique Alfredo Litman


BRASILIEN

abschnitts zwischen Praia da Pinheira und dem Kap Santa Marta postiert sind, die Bootscrew. Jeder auftauchende Meeressäuger wird verzeichnet und per Sprechfunk an den Bootsführer gemeldet. Besonders häufig sind – zur Freude der Passagiere – Walkühe mit einem Kalb.

Weitere Informationen

Info

Walbeobachtung: Vida Sol e Mar Herrlich gelegenes Strandresort mit 17 Chalets und 26 Apartments, erstklassigem Restaurant, Pool und Garten sowie einer Terrasse zur ganz bequemen Walbeobachtung. Estrada Geral da Praia do Rosa, Imbituba, Santa Catarina, Tel.: (0055) 48 3355-61111, www.vidasolemar.com.br

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Schweizer Spezialiäten Crepe Georgette Crêpes werden hier montags, mittwochs und samstags ab 19 Uhr im so genannten Rodízio-System – bis zum Abwinken – in bunter Folge unterschiedlicher Zubereitung aufgetragen. Estrada do Alto do Morro (Camino do Rei), Tel.: (0055) 48 3355-6646, www.crepegeorgette.com.br

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RIO GRANDE DO SUL

Neuer Direktflug, edle Weine, rassige Pferde Tief im Süden Brasiliens pflegt man europäische Traditionen – und liebt Schokolade, rassige Pferde und edle Weine: Rio Grande do Sul „tickt“ etwas anders als der Rest Brasiliens. Seine Einwohner nennen sich stolz „Gaúchos“, wie die verwegenen Cowboys der argentinisch-brasilianischen Pampas. Wir sprachen mit Frank Zehle, TAP-General Manager für Deutschland und Österreich, über die Besonderheiten Rio Grande do Suls und die strategisch günstige Lage der Hauptstadt Porto Alegre. von Robin Daniel Frommer

Herr Zehle, Porto Alegre ist seit Juni 2011 das bislang jüngste Südamerikaziel der TAP-Jets. Welche Bedeutung hat diese Destination? Frank Zehle: Für unsere Passagiere vereinfacht und verkürzt der Direktflug nach Porto Alegre den Zugang zu Südbrasilien in Frank Zehle, Foto: © TAP nachhaltiger und vielfältiger Weise: Eine erhebliche Zeitersparnis ergibt sich durch den Wegfall der bislang notwendigen Umsteigelandungen in Rio oder São Paulo. Und das Gepäck unserer Fluggäste kann ganz bequem bis Porto Alegre durchgecheckt werden. Für die Region ist dies die erste Direktverbindung zwischen Europa und Porto Alegre, der Hauptstadt des leistungsstarken Bundesstaats Rio Grande do Sul. Sie ist schon deshalb von besonderer Bedeutung, weil sie diese südbrasilianisch Region via Lissabon erstmals mit 49 europäischen TAP-Zielen verbindet. Welche Regionen werden durch diese Flugverbindung für Brasilienreisende bequem erreichbar? Frank Zehle: Durch diese Flugverbindung wird Porto Alegre für unsere europäischen Passagiere zum natürlichen Zu-

Naturerlebnis der Extraklasse

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Reit-Safari Canyons & Wasserfälle Der Süden Brasiliens besitzt eine Vielzahl spektakulärer Landschaften mit Bergen, atemberaubenden Schluchten und beeindruckenden Wasserfällen. Die brasilianischen CanyonLandschaften sind im Gegensatz zu den Namensvettern in den Vereinigten Staaten und Nami© Junqueira/Reit-Safari bia von üppigem Grün überzogen: Grasland und Araukarienwälder bestimmen das Bild. Die Region wird von klaren Bächen und Flüssen durchzogen – die siebtägige Reit-Safari wird von einem erfahrenen Guide begleitet und beginnt in Rio Grande do Sul. Sie wendet sich an erfahrene Reiter, die gerne bis zu fünf Stunden im Sattel sitzen und weniger als 90 Kilogramm wiegen. Eingesetzt werden gut geschulte Criollos, südamerikanische Sättel und Zäumung. Weitere Infos: www.reit-safari.de

gangstor zur Südspitze Brasiliens; damit sind auch für die Region vielfache Vorteile verbunden, sowohl in Bezug auf den Tourismus, als auch für den Warenverkehr. Die Aufnahme dieser von unseren Jets bislang viermal wöchentlich bedienten Strecke erhöht die Bedeutung des Zielflughafens Porto Alegre in einem strategischen Umfeld, das im Norden bis zu den Städten Florianópolis und Blumenau in Bundesland Santa Catarina reicht und im Süden die wichtigen Mercosul-Nachbarstaaten Argentinien und Uruguay noch stärker anbindet. Die Landebahn in Porto Alegre wird mit hohem Aufwand und bereits deutlich vor der Fußball-Weltmeisterschaft, verlängert. Welche Auswirkungen sehen Sie?

Valdunga- Rebflächen, Foto: © Dr. Helmut Fritzsche


Foto: © Frank Zehle

Bemerkenswerte brasilianische Weine

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Espumante Brut 2008: Brasilianischer Schaumwein der Casa Valduga, der größten Sektkellerei Lateinamerikas. Selbst Experten erkennen keinen qualitativen Unterschied mehr zu den Produkten aus der Champagne. Kleine Anekdote: Beim Staatsbesuch im September 2009 bedankte sich Frankreichs Staatschef Sarkozy bei seinem Gastgeber, dem damaligen Präsidenten Lula, für diesen „hervorragenden Champagner“ aus Frankreich. Nun, er lag nicht alleine daneben: Bei einer kürzlich im Raum Heidelberg erfolgten Blindverkostung erkannte von zwölf Champagner-Experten keiner den Espumante Brut als Nicht-Champagner! Lote 43-2008: Handlese, Traubenselektion, zwölf Monate Ausbau in französischen Barrique-Fässern: Allesamt Methoden, wie sie nur Spitzen-Weine erfahren. Nur kleinste Erträge und nur in den besten Jahrgängen, wenn die Trauben perfekte Reife erreichen, werden produziert. Der Lote 43 wird inzwischen bei Staatsempfängen in Brasília serviert. Seine Struktur, seine Länge und Komplexität können es mit vielen Weinen aus Bordeaux aufnehmen. Als beratender Önologe ist der „Bordeaux Papst“ Michel Rolland bei diesem Wein beteiligt gewesen. Dieser Wein wird auch im renommierten 3-Sterne-Lokal „Aqua“ in Wolfsburg angeboten.

Frank Zehle: Das hat gleichermaßen vorteilhafte Auswirkungen auf Sicherheit und „payload“ (das höchste zulässige Gewicht bei Start und Landung). Anders gesagt: Unsere Jets werden mit höherem Gewicht abheben oder landen können. Sind die Anforderungen an Maschinen und Personal auf der vergleichsweise langen Strecke zwischen Lissabon und Porto Alegre höher als auf Ihren anderen Strecken nach Brasilien? Frank Zehle: Porto Alegre wird von TAP mit Maschinen des Typs Airbus A 330 angeflogen, aufgrund der noch gegebenen Landepisten nicht mit dem Typ A 340, der auf anderen Flügen zu brasilianischen Destinationen eingesetzt wird.

Talento 2005: Die weltbekannte Weinkritikerin Jancis Robinson und Julia Harding, die Herausgeber des „Wein Weltatlas“, waren bei der ersten Degustation dieses brasilianischen Rotweins schlicht überwältigt von der Qualität. Auf ihrer 20-PunkteSkala war der Talento mit 18 Punkten der erfolgreichste der teilnehmenden brasilianischen Weine. Dieses Ergebnis trug erheblich dazu bei, dass der brasilianische Wein seither im „Wein Weltatlas“ vertreten ist. Dieser vielfach ausgezeichnete Wein wurde 2007 beim Papstbesuch kredenzt.

Foto: Junqueira/Reit-Safari

Brasilien im Sattel entdecken!

Casa Valduga - Cabernet Franc Premium 2008: Dieser Rotwein hat bereits mit seinem ersten Jahrgang 2005 für Furore gesorgt. Er gewann Gold bei Mundus Vini 2009. Man findet die Rebsorte Cabernet Franc relativ selten als eigenständige Rebsorte in einem Wein. Für die Genießer eines etwas kräftigeren Weins. Er wird neun Monate in französischen Barrique-Fässern ausgebaut.

Reit-Safari – Executive Travel Selzer Valleystr. 32 | 81371 München Tel 089 - 89 06 99 66 | Fax 089 - 89 06 99 77 kontakt@reit-safari.de | www.reit-safari.de

Marselan Identidade 2006: Der Top Wein der Casa Valduga. Eine sehr seltene Rotwein-Rebsorte, die früher viel in Frankreich angebaut wurde. Er entstand aus der Kreuzung der Cabernet 09.01.12 Sauvignon und Grenache Trauben. 2009 erhielt er Silber beiAnzeige_Brasilien_final.indd 1 Mundus Vini 2009 und reift ein Jahr im französischen Barrique. Die Flaschen eignen sich ideal als Geschenk, da ihr Etikett die Möglichkeit bietet einen Fingerabdruck (daher die Bezeichnung Führender Spezialist von brasilianischen Weinen und Qualitäts-Schaumweinen „Identidade“), ein Datum oder einen Namen – je nach Anlass und Adressat des Weinpräsents – zu schreiben. Online-Bezug über Weinkanzlei: www.weinkanzlei.com, Vinexus : www.vinexus.de, Genuß 7: www.genuss7.de Sowie direkt beim Importeur: Wein-Brasilien GmbH & Co KG Gerhart-Hauptmann Strasse 7a, D-85567 Grafing bei München Tel.: +49 (0)89 – 3076-2022, Fax: +49 (0)89 – 3076-2021, www.wein-brasilien.de

www.Wein-Brasilien.de Wein-Brasilien GmbH & Co. KG Tel.: +49-89-30762022 | Email: Michele@wein-brasilien.de

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Hiervon unabhängig wird die Crew auf diesem Nachtflug durch einen zusätzlichen Piloten verstärkt. In Porto Alegre selbst verfügt TAP Manutenção & Engenharia Brasil (TAP Maintenance & Engineering) über das in Südamerika größte Flugzeug-Wartungszentrum. An den Standorten Rio und Porto Alegre beschäftigen wir insgesamt ca. 1.800 Ingenieure und Wartungsfachkräfte – 1.100 davon direkt in Porto Alegre. Sie waren unlängst selbst in Rio Grande do Sul. Was gefällt Ihnen dort besonders gut? Frank Zehle: Da gibt es einiges: Das familiengerechte Schokolade-Festival in Gramado oder die zunehmend international beachtete Weinbauregion „Vale dos Vinhedos“, die bei der Kleinstadt Bento Gonçalves beginnt. Die Weinlese findet hier von Januar bis März statt. Die meisten Weingüter haben Besitzer, deren Familien aus Italien stammen – der brasilianische Weinbau hat ja gerade durch den Zuzug von Einwanderern aus dem Trentino und Veneto, vor etwa einhundert Jahren, und durch die von ihnen eingeführten Rebsorten einen ungeheuren Aufschwung erfahren. Ich habe an verschiedenen Weinproben teilgenommen – bei ganz großen Erzeugern wie „Miolo“ und „Salton“, aber auch bei kleinen inhabergeführten Familienbetrieben, wie den Boutique-Weingütern „Dal Pizzol“ oder „Pizzato“. Was mich überall besonders beeindruckt hat: Die Weingüter achten strikt auf Qualität, sie haben beispielsweise eine „Denominação de Origem“, mit der unter strengen Auflagen nur die absoluten Spitzengewächse ausgezeichnet werden dürfen. Von höchster Qualität sind die brasilianischen Schaumweine, die zwar in großer Menge, aber – wie Champagner – mit dem traditionellen Verfahren der Flaschengährung hergestellt werden. Der Weinbau in Brasilien boomt. Selbst die ganz großen Unternehmen wie Miolo – mit einer Jahresproduktion von mehr als 20 Millionen Litern – wachsen und bieten Weine im Mittel- und Premiumsegment an. Sehr gut! 46 B R A S I L I E N M A G A Z I N 2 0 1 2

Was macht eigentlich: Ingrid Trost? In den 90er-Jahren hat sie in Deutschland jeweils zwei Jahre lang die Tourismusbüros von Rio und Brasilien repräsentiert. Bei Bergold Promotions in Frankfurt – zunächst FUNTUR, Brasiliens damalige private Stiftung für Tourismusförderung, später RIOTUR, die Fremdenverkehrsbehörde der Zuckerhutmetropole: damals die private Tourismusstiftung Brasiliens. Effektiv und meist im Alleingang, aber immer mit gewinnendem Lächeln. Wie kamen Sie nach Jericoacoara in Ceará? Ingrid Trost: Im Grunde ist das eine „alte Liebe auf den ersten Blick“: Als ich noch in São Paulo lebte, 1987, kam ich erstmals nach Jericoacoara. Reisen war schon zu dieser Zeit meine Leidenschaft. Aber mein Weg führte mich zunächst für 14 Jahre nach Deutschland. Erst 2004 habe ich mich in Jericoacoara dauerhaft niedergelassen, um hier meinen langgehegten Traum von der Leitung einer eigenen kleinen Hotelpousada zu realisieren. Und das hat geklappt? Ingrid Trost: Ja, auf Anhieb! Ich spreche mehrere Sprachen und was ich meinen Gästen in Jericoacoara biete, ist im Grunde genau das, was ich auf eigenen Reisen zu schätzen gelernt habe: Komfort statt Luxus, eine preiswerte, saubere und gute Unterkunft, mit angenehmer Atmosphäre und persönlichem Touch. Meine Gäste sollen sich in meinem Guesthouse „Jeri Athome“ wie zuhause fühlen und eine tolle Zeit in Jericoacoara haben. Worauf sind Sie besonders stolz? Ingrid Trost: Jeri Athome ist im letzten „Guide Routard“ (Frankreich) und seit einigen Monaten im Internet bei „Trip Advisor“ die Nummer Eins unter 48 Pousadas in Jericoacoara. Außerdem habe ich 2012 mit meiner Pousada eine Auszeichnung von Trip Advisor als eine der 25 besten Pousadas in Brasilien erhalten.

Naturerlebnis der Extraklasse Jeri Athome – Guesthouse Rua Principal, Jericoacoara, Ceará, Brazil Tel.: (0055) 88 3669-2078 und (0055) 88 9943-1094. jeriathome@gmail.com, www.jeriathome.com

Info


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Know-How Allgemeines Die Föderative Republik Brasilien ist das fünftgrößte Land der Erde. Seine 26 Bundesstaaten und der Distrikt um die Hauptstadt Brasília nehmen zusammen eine Fläche von 8,5 Mio. qkm ein; dies entspricht ca. 47 Prozent des südamerikanischen Kontinents. Die Inlandsbevölkerung Brasiliens wird derzeit auf mehr als 200 Mio. Menschen geschätzt.

Klima Gut 93 Prozent des brasilianischen Territoriums liegen auf der südlichen Erdhalbkugel, dadurch scheinen die Jahreszeiten gegenüber denen der nördlichen Hemisphäre "vertauscht". Hält in Europa der Winter Einzug, beginnt in Brasilien gerade der Sommer – herrschen bei uns hochsommerliche Temperaturen, ist es in dem Riesenland zwischen Äquator und dem Wendekreis des Steinbocks etwas kühler.

Einreise + Dokumente Deutsche, Österreicher und Schweizer benötigen für einen Ferienaufenthalt von max. 90 Tagen kein Visum; zur Einreise genügt ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass. Außerdem erhält man vor der Einreise, noch im Flugzeug, zwei unterschiedliche Formulare: ein "Cartão de Entrada / Saída" genanntes Ein- und Ausreiseformular, das ausgefüllt bei der Grenzkontrolle vorgelegt werden muss, und einen "Accompanied Baggage Declaration" genannten Vordruck, auf dem eingeführte Gegenstände mit einem Wert von mehr als 3.000 US-Dollar sowie ggf. mitgeführte Tiere, Pflanzen und Samen aufgelistet werden müssen.

Ärzte und Apotheken Die Kosten für ärztliche Behandlungen und Krankenhausaufenthalte sind teilweise erheblich höher als in Deutschland. Sie werden von gesetzlichen Krankenversicherungen oft nicht oder nur unvollständig abgedeckt. Deshalb ist die Rücksprache mit der zuständigen Versicherung vor Reisebeginn bzw. der Abschluss einer Reisekrankenversicherung grundsätzlich immer zu empfehlen. Brasilianische Apotheker sind berechtigt, selbständig Diagnosen zu stellen, und dürfen Spritzen ("Injeções") geben; auch rezeptpflichtige Medikamente werden meist ohne ärztliche Verordnung abgegeben. Standard-Medikamente ("Remédios") sind verhältnismäßig billig, und Tabletten ("Comprimidos") werden mitunter auch stückweise verkauft. Die gängigen Kreditkarten werden in den großen Apotheken ohne weiteres akzeptiert.

Diplomatische Vertretungen Deutschland Embaixada da Alemanha – Brasília SES - Avenida das Nações, Quadra 807, Lote 25, 70415-900 Brasília, DF Tel.: 0055 (0)61 3442-7000 und 3443-7036 (Rechts- und Konsularangel.) Fax: 0055 (0)61 3443-7508, E-Mail: info@bras.diplo.de Besuchsverkehr: Mo bis Fr 10 –12 Uhr, www.brasilia.diplo.de Zentrale Notrufnummer für alle deutschen Touristen im Ausland: Tel.: 0049 30 5000-2000 Österreich Embaixada da República da Áustria – Brasília SES - Avenida das Nações, Quadra 811, Lote 40, 70426-900 Brasília, DF Tel.: 0055 (0)61 3443-3111, 3443-3373 und 3443-3231, Fax: 0055 (0)61 3443-5233 E-Mail: brasilia-ob@bmeia.gv.at, Besuchsverkehr: Mo bis Fr 9 – 13 Uhr, www.aussenministerium.at/brasilia Schweiz Embaixada da República Federal da Suíça – Brasília SES - Avenida das Nações, Quadra 811, Lote 41, 70448-900 Brasília, DF Tel.: 0055 (0)61 3443-5500, 3443-3922, 3443-3934 und 3443-3969 Fax: 0055 (0)61 3443-5711, E-Mail: vertretung@bra.rep.admin.ch Besuchsverkehr: Mo bis Do 9 – 11.30 Uhr und Fr 7.30 – 12.30 Uhr, www.dfae.admin.ch/brasilia

Gesundheitsvorsorge Entlang der Küste Brasiliens sind keine besonderen Impfungen notwendig. Aber in den nord- und westbrasilianischen Bundesstaaten Amazonien, Amapá, Acre, Maranhão, Mato Grosso, Rondônia, Tocantins, Pará und auch in Piauí sind Gelbfieberimpfung, Malaria-Prophylaxe und tropengerechte Kleidung wichtig. Grundsätzlich sollte man sich vor allen Reisen ins Landesinnere immer von einem Facharzt für Tropenkrankheiten bezüglich der Gesundheitsvorsorge beraten lassen. Bei Reisen an den Oberlauf des Amazonas und ins Grenzgebiet zu Peru oder Venezuela sind Fitness, Gelbfieberimpfung und eine Malaria-Prophylaxe unverzichtbar. Weitere Gesundheitstipps für Tropenreisen findet man im Internet unter: www.fit-for-travel.de.

Leihwagen Alle namhaften Mietwagenunternehmen sind an den wichtigsten Flughäfen und in den Großstädten vertreten. Selbstverständlich kann man auch über das beauftragte Reisebüro einen Mietwagen reservieren lassen. Zur Übernahme des Leihwagens genügt in der Regel (statt Kaution) die Vorlage einer Kreditkarte und eines gültigen Führerscheins. In Brasilien herrscht Rechtsverkehr.

Öffnungszeiten Banken haben ihre Kundenschalter Mo-Fr (meist) durchgehend 10-16 Uhr geöffnet. Die meisten Geschäfte bieten ihre Waren Mo-Fr 9-18 Uhr, Sa 9-13 Uhr zum Kauf an, nur wenige schließen über die Mittagszeit. Die großen Einkaufszentren und viele Apotheken haben an bis zu sieben Tagen/Woche 9-22 Uhr geöffnet. Postämter ("Correios") sind hingegen nur Mo-Fr 8-17 und Sa 8-12 Uhr für den Publikumsverkehr geöffnet.

Orientierungshilfe bei Trinkgeldern Hotels und Restaurants schlagen in Brasilien auf den Rechnungsbetrag bis zu 10 Prozent Steuern und Bedienungsgeld auf. In Restaurants, in denen dies nicht der Fall ist, wird die Rechnung mit den Worten "Nos não cobramos serviço" überreicht oder stillschweigend mit dem Aufdruck "Serviço não incluído" ("Bedienungsgeld nicht inbegriffen") versehen – mit anderen Worten: Hier wird ein Trinkgeld von 10 Prozent des Rechnungsbetrags zwar nicht verlangt, aber durchaus erwartet. Wenn der Service außergewöhnlich gut war, kann man natürlich auch in Brasilien ein höheres Trinkgeld geben.

Die wichtigsten Sicherheitstipps Fotokopien der Reisedokumente reichen für die meisten Erledigungen in Brasilien; Fotokopien der eigenen Tickets sind bei deren Verlust von unschätzbarem Wert; größere Geldbeträge, Originaldokumente und Flugscheine im Hotel-Safe lassen; vorsorglich eine Liste der wichtigsten Adressen (z.B. des Reisebüros) anlegen; vorsorglich eine Kopie der Rechnung des Flugscheins im Reisegepäck mitführen; echten Schmuck und wertvolle Uhren am besten gar nicht mit auf die Reise nehmen; Brasilianer kleiden sich leger; teure Garderobe kann Begehrlichkeiten wecken; Kameras und MP3-Player nur in blickdichten Taschen tragen; Viertel, die selbst Einheimische meiden, gar nicht erst betreten; in Not: Ruhe bewahren und einen zu verschmerzenden Betrag griffbereit halten.

Taxis / Rádio-Taxis In den meisten brasilianischen Innenstädten zirkuliert eine Armada von Taxis. Die Wagen sind je nach Bundesstaat in unterschiedlichen Farben lackiert und müssen die Fahrpreise – per Taxameter – nach gefahrenen Kilometern (in der bras. Währung Real) berechnen. Mo-Fr wird tagsüber der einfache Tarif ("Bandeira Um") berechnet – dann zeigt sich auf dem Taxameter die Ziffer 1. Der Tarif ab Flughäfen, an Wochenenden, Feiertagen oder während der Nacht ("Bandeira Dois" = Ziffer 2) ist höher als der sonst übliche Tagestarif. Die Regelungen, ab welcher Uhrzeit (oder an welchen Tagen) der höhere Tarif zu verwenden ist, unterscheiden sich von Bundesstaat zu Bundesstaat. Es kann beispielsweise im Rahmen von ausgiebigen Stadtbesichtigungen durchaus sinnvoll sein, mit einem (vom Hotel vermittelten) zuverlässigen Taxifahrer eine Tagespauschale (umgerechnet ca. USD 80–100) zu vereinbaren. Rádio-Taxis gelten als besonders sicher. Sie fahren von den meisten Flughäfen zu festgeschriebenen Fahrpreisen in die Innenstädte; bezahlt wird am Verkaufsstand der Unternehmen (meist Taxi-Kooperativen) im Voraus, der Fahrer erhält nur einen Abschnitt der Quittung, ggf. mit dem darauf notierten Zielort. Will man mit einem Rádio-Taxi zum Flughafen zurück, so muss ein Wagen telefonisch angefordert werden.

Telefon Die Vorwahl für Gespräche nach Brasilien lautet 0055; von Brasilien nach Deutschland wählt man 002149, nach Österreich 002143 und in die Schweiz 002141, danach folgen Ortskennzahl (ohne die führende Null) und die individuelle Rufnummer des jeweils gewünschten Teilnehmers.

Währung Die brasilianische Währung heißt Real. 1 EUR = 2,28 BRL; 1 BRL = 0,44 EUR (Stand: 12.02.2012) Geld tauschen kann man in Wechselstuben und Banken mit dem Hinweis „Cambio“. Noch bequemer geht es an Bankautomaten in den großen Städten mit ECKarte, die eines der beiden Logos „Maestro“ oder „Cirrus“ tragen muss.

Zeit Aufgrund seiner kontinentalen Ausdehnung gibt es in Brasilien drei, zählt man die Inselgruppe Fernando de Noronha mit, sogar vier Zeitzonen. Fernando de Noronha: MEZ minus 3 Std.; Norden, Nordosten, Südosten und Süden: MEZ minus 4 Std.; Amazonien, Mato Grosso und Mato Grosso do Sul: MEZ minus 5 Std., Acre und im äußersten Westen Amazoniens: MEZ minus 6 Std. Während der europäischen Sommerzeit vergrößern sich die genannten Zeitdifferenzen um jeweils eine weitere Stunde. © Copyright by Robin Daniel Frommer / 2012


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