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MAGAZIN 2014

in den schรถnsten Farben


Brasilien kickt.

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BRASILIEN 2014 | Brasilien Insider

KARIN DE CARVALHO IST ZURÜCK! „Rechtzeitig zu den großen Events in Brasilien – Fußball-WM und Olympiade – besetzt die brasilianische Tourismusbehörde EMBRATUR die Repräsentanz für den deutschsprachigen Raum. Wir freuen uns außerordentlich, mit Karin de Carvalho, die diese Position bereits in den Jahren 2007 und 2008 innehatte, eine gute, verlässliche Bekannte erneut in Frankfurt begrüßen zu dürfen.”

ROBIN DANIEL FROMMER BR ASILIEN MAGA ZIN

„Gehen Sie einen Pakt mit der Natur ein, besuchen Sie den Atlantischen Regenwald! Obwohl durch die Fußball-Weltmeisterschaft fast überall die Preise steigen, haben wir an den alten Raten festgehalten. Der Besuch bei uns lohnt sich für Sie – und es ist gar nicht weit weg von São Paulo.” www.salvefloresta.com

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„Weltmeisterschaft hin oder her; unsere Boote stehen für Naturfreunde, die den Amazonas näher kennenlernen wollen, ganzjährig bereit. Der Bordservice ist mehrsprachig. Abgelegt wird in Manaus, am Pier vom Hotel Tropical.” www.amazonclipper.com.br

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Impressum

Reiter-Reise-Träume in Brasilien erleben

Herausgeber Grafenstein Freizeit- und Tourismuswerbung GmbH für Embratur Chefredakteur Robin Daniel Frommer, E-Mail: rdfrommer@grafenstein.net Gestaltung Jana Hiebsch für Grafenstein Freizeit- und Tourismuswerbung GmbH Anzeigen Olga Sanavia Alonso, E-Mail: o.sanavia@grafenstein.net Robin Daniel Frommer, E-Mail: rdfrommer@grafenstein.net Druck Möller Druck, März 2014 Das Brasilien Magazin ist urheberrechtlich geschützt. Jede urheberrechtswidrige Verwertung ist ohne Zustimmung des Herausgebers Grafenstein Freizeit- und Tourismuswerbung GmbH unzulässig und strafbar. Alle Informationen im Magazin sind unverbindlich. Für die genannten Produkte, Preise, Leistungen, eventuelle Druckfehler und Irrtümer kann leider keine Haftung übernommen werden. Änderungen können jederzeit ohne Vorankündigungen erfolgen.

Reit-Safari Valleystr. 32 | 81371 München Tel 089 - 89 06 99 66 | Fax 089 - 89 06 99 77 kontakt@reit-safari.de | www.reit-safari.de

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Foto © Bel Pedrosa

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ALLGEMEINES 01 Brasilien Insider + Impressum 03 Kurzmeldungen 08-10 Neue TAP-Flugziele:

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Belém + Manaus Brasilienexperten unter den Reiseveranstaltern + Bildnachweis Tipps und Brasilien Know-how von A–Z

SPORT, FESTIVALS + ARCHITEKTUR 04

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SÜDBRASILIEN Foto © Patrick Wittmann

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Dante – Botschafter der SOS Kinderdörfer Herrlich bunt: Brasiliens Juni-Feste Oscar Niemeyers Architektur

15 Paraná 16/17 Foz do Iguaçu + Rio Grande do Sul 18 Santa Catarina

SÜDOSTBRASILIEN 19 20-22 23

Minas Gerais Espírito Santo + Rio de Janeiro São Paulo

DER WESTEN

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26/27 Brasília, Distrito Federal + Goiás 28/29 Mato Grosso + Mato Grosso do Sul 30/31 Pantanal

NORDOSTBRASILIEN 32 33/34 35 36/37 38/39 40/41

Alagoas Bahia Ceará Maranhão + Paraíba + Piauí Pernambuco Rio Grande do Norte + Sergipe

NORDBRASILIEN 42/43 Acre + Amapa + Amazonas 44/45 Pará + Roraima 46 Rondônia + Tocantins


Karawane Reisen

// NEWS Foto © Felix Bauer

Royaler Strandurlaub in Bahia / Gäste im Kani Resort: Schwedens Königspaar Strandspaziergänge und unerkannt auf Einkaufsbummel: Beide Wünsche konnte sich Königin Silvia unlängst bei Canavieras, Bahia, endlich wieder einmal erfüllen: Gemeinsam mit Ehemann Carl XVI. Gustaf von Schweden blieb sie fünf Tage im Kani Resort, im Norden der Insel Atalaia, und genoss die unberührte Natur sichtlich entspannt. Der König nutze den Aufenthalt am Meer zum Sportfischen, denn an der Küste vor Canavieras kommt der unter Hochseefischern besonders begehrte Blue Marlin vor. Silvia verbrachte die höchst willkommene Zeit ohne Repräsentationsaufgaben mit einer Schulfreundin – die gebürtige Heidelbergerin lebte von 1947 bis 1957 mit ihren Eltern in São Paulo und spricht fließend Portugiesisch. Weitere Infos: www.Kani-Resort.com

Bloß kein Phantom-Tor! / FIFA vertraut auf Schiedsrichter Felix Brych Insgesamt 25 Schiedsrichter-Trios und acht „Support-Duos” hat die FIFA zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien berufen. „Grundlage für die Auswahl”, so unterstrich der Verband bei der Bekanntgabe, seien „die Persönlichkeit und das Fußballverständnis, das heißt, das Vermögen, das Spiel und die Taktik der Teams zu lesen”. Mark Borsch, Stefan Lupp und Felix Brych heißen die aus Deutschland zur WM reisenden Unparteiischen. In der Bundesliga hatte Brych auch mit einer Fehlentscheidung für Aufsehen gesorgt: Ein ans Außennetz geköpfter Bar war durch ein Loch im Netz ins Tor gelangt. Der Tatsachenentscheid wurde vor Gericht bestätigt, obwohl Brych seinen Fehler schon bei Spielschluss öffentlich eingeräumt hatte. Der Einsatz von Torlinienkameras und Bällen mit Chip (System: GoalControl) soll bei der WM den Verdruss durch Wembley- und Phantom-Tore gleichermaßen verhindern. Weitere Infos: www.fifa.com

Brasilien

entdecken – erleben – erholen Unsere Reiseideen:

Brasilianisches Quartett

Reizvolle Selbstfahrer-Touren / Flexible MietwagenReisen bei Karawane Reisen Unabhängiger kann man den reizvollen Küstenabschnitt zwischen Recife und Salvador kaum erleben: Vorgebuchte Übernachtungshotels geben der zehntägigen Tour die notwendige Planungssicherheit; das ungewöhnliche Oneway-Arrangement gewährt jede Menge Raum für individuelle Routenführung und spontane Zeiteinteilung entlang der Nordostküste. Karawane Reisen, Ludwigsburg, hat außerdem eine sechstägige Rundreise im südlichen Pantanal im Angebot: Ausgangsund Endpunkt ist Campo Grande in Mato Grosso do Sul. Weitere Infos: www.karawane.de

Neue Kabinen für die Langstrecke

Foto © Condor

Condor rüstet alle Klassen mit modernen Sitzen auf: Bis zum Sommer 2014 sollen alle auf Langstrecken eingesetzten Boeing B767-300 mit fabrikneuen Sitzen, In-Flight-Entertainment „on demand”, Strom- und USB-Anschlüssen, neuen Toiletten und Bodenbelägen ausgestattet sein. Parallel dazu wird die Condor Comfort Class – gemäß marktüblichem Sprachgebrauch – in Business Class umbenannt. Weitere Infos: www.condor.com

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Fußball und soziales Engagement | BRASILIEN 2014

SYMPATHIETRÄGER – AUCH UBER DIE WM HINAUS

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uf dem Fußballplatz spielt er in der Innenverteidigung – und erzielt wichtige Tore bei internationalen Begegnungen: Dante Bonfim Costa Santos, meist nur kurz Dante genannt, trifft sowohl für die brasilianische „Seleção”, als auch für Bayern München, wie unlängst beim Gewinn der FIFAKlub-Weltmeisterschaft im Stadion von Marrakesch. Der 30-jährige Nationalspieler stammt aus Salvador da Bahia in Nordostbrasilien und ist seit Mitte 2013 Repräsentant der weltweit tätigen SOS-Kinderdörfer.

ROBIN DANIEL FROMMERi

Soziales Engagement ist für brasilianische Fußballstars kein Fremdwort, einige ehemalige Nationalspieler wie beispielsweise Zico engagieren sich als Trainer in Fußballschulen für Talente aus allen gesellschaftlichen Schichten des Landes. Dante erfuhr bereits als aktiver Spieler (seinerzeit im Kader Borussia Mönchengladbachs) vom SOS-Kinderdorf in Salvador, als ihn ein Fan bat, ein Trikot zu signieren, das er zugunsten des SOSKinderdorfs in Dantes Heimatstadt versteigern wollte. „Ich stamme selbst aus einfachen Verhältnissen”, unterstrich Dante im Rahmen seiner Wahl zum Botschafter von „SOS-Kinderdörfer weltweit”. Der Abwehrspieler erinnert sich: „Meine Kindheit war schwierig, wie die der anderen dort auch. Wir konnten uns oft nicht leisten, was wir uns wünschten. Aber die ganze Familie arbeitete hart, um einander zu helfen. So habe ich früh den Wert gegenseitiger Hilfe erlebt”.

„Ein Lächeln auf die Gesichter von Waisenkindern zu zaubern, das ist mit Geld nicht zu bezahlen!” Das Engagement der SOS-Kinderdörfer zugunsten verlassener oder verwaister Kinder hat Dante sofort fasziniert: „Die wundervolle Art und Weise, in der sich diese Organisation um Kinder in Not kümmert, wollte ich auf alle Fälle unterstützen. Die Berufung zum Botschafter der SOS-Kinderdörfer ist eine Ehre für mich – und zugleich die Verpflichtung, nach weiteren Wegen für deren Unterstützung zu suchen”.

Das SOS-Kinderdorf in Salvador besucht Dante Bonfim Costa Santos wann immer Heimaturlaub in Bahia möglich ist. „Ich glaube”, sagt der Fußball-Profi lächelnd, „die Kids freuen sich genauso sehr darauf wie ich selbst. Es ist ein Privileg, ihnen helfen zu können. Ich denke, sie betrachten mich als einen von ihnen und es ist für die Kinder, wie für auch mich, ein riesiger Spaß gemeinsam Fußball zu spielen”. Im Jahr der Fußballweltmeisterschaft in seinem Heimatland hofft Dante natürlich auf weitere Einsätze im illustren Kreis der „Seleção” – denn nicht zuletzt mit seinem Tor beim Confederationscup gegen das Nationalteam von Italien hat er sein Potential gerade Brasiliens Coach Luiz „Felipão” Scolari eindrucksvoll vor Augen geführt. „Alleine schon die Zugehörigkeit zu diesem Team ist ein verwirklichter Traum. Durch das Confed-Turnier konnten wir einen Monat gemeinsam trainieren – dadurch hat sich unsere Mannschaft enorm weiterentwickelt. Ich hoffe, das hält an und wir sind bei Start der Weltmeisterschaft in sehr guter Form”. Dante lebt seit mehr als zehn Jahren außerhalb Brasiliens. Mit breitem Grinsen verrät er noch, wie er in München Heimweh bekämpft: „Hin und wieder gibt’s Reis und schwarze Bohnen – oder ich spiele auf meiner Gitarre etwas Samba. Brasilianische Musik verschiedenster Stilrichtungen höre ich sowieso gerne”.

großes Foto: Dante, Repräsentant der SOS Kinderdörfer International mit Kindern in München

SOS-KINDERDORFER Ein einzigartiges Netzwerk für verlassene Kinder

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SOS-Kinderdörfer wurden 1949, ursprünglich für Kriegswaisen, in Imst, Österreich von Hermann Gmeiner gegründet. In Brasilien gibt es sie seit 1967. Heute haben mehr als 1.138 vernachlässigte oder verwaiste Kinder ihr neues Zuhause an landesweit 16 Standorten gefunden. Geborgenheit

gibt ihnen eine pädagogisch geschulte Kinderdorfmutter – ihre wichtigste Bezugsperson; leibliche Geschwister bleiben zusammen. Zusätzlich gibt es in Brasilien zwölf SOS-Jugendeinrichtungen sowie 17 Sozialzentren und ein Berufsbildungszentrum. Rund 19.400 junge Menschen werden in 46 Einrichtungen insgesamt betreut. Die Kinderdorf-Standorte sind Brasília, Caicó, Campinas, Foz do Iguaçu, Goioerê, Igarassu/Recife, Jacarepaguá,

João Pessoa, Juiz de Fora, Manaus, Porto Alegre, Salvador, Santa María und im Staat São Paulo: Poá, Rio Bonito und São Bernardo. Spenden (ab 6 €/ mtl.) oder Patenschaften (ab 31 €/mtl.) sind jederzeit möglich und willkommen. Weitere Infos: Tel. (0800) 50 30 300 www.sos-kinderdoerfer.de


Foto © Patrick Wittmann

NOCHMAL NACHGEFRAGT Schon im letztjährigen Brasilien Magazin lag Dieter Ruppert im Hinblick auf die FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2014 richtig. Dort hatte er sich für den Nordosten als Standort für europäische Fans ausgesprochen. Mit seinem geografischen Kalkül lag der Münchner goldrichtig: Nicht nur die Austragungsorte der drei Vorrundenspiele des DFBTeams – Salvador, Fortaleza, Recife – befinden sich allesamt in Nordostbrasilien, nimmt man Natal hinzu, so werden insgesamt sogar zehn Spiele europäischer Teams in genau dieser Region Brasiliens ausgetragen. Haben Sie weitere Brasilien-Tipps für reiselustige Fußball-Fans? Dieter Ruppert: Ja, denn was die verkehrsgeographische Logistik betrifft, war die Auslosung für die Deutsche Nationalmannschaft durchaus glücklich. Eine „follow my Team”-Lösung für die Vorrunde und eventuell auch bis zum Viertelfinale ist relativ gut machbar – und sogar zu einem

überschaubaren Preis. Touristische Vorhaben in Zusammenhang mit der WM sollten aber im Vorfeld der Weltmeisterschaft, also spätestens bis zum 12. Juni, geplant werden. Beispielsweise: Rio, Iguaçu-Wasserfälle, Manaus und Amazonas, anschließend Vorrunde: Salvador, Fortaleza, Recife – so wär‘s perfekt. Auf Ihrem Brasilien-Katalog 2014 prangt der gelbe Aufdruck „Mit oder ohne Fußball”. Wird Brasilien aus Ihrer Sicht besonders stark während oder außerhalb des „WM-Zeitfensters” nachgefragt? Dieter Ruppert: Brasilien hatte im vergangenen Jahr lange Zeit ein Image-Problem – nicht zuletzt wegen der Weltmeisterschaft wurde der Eindruck erweckt, Brasilien als Reiseland könne nur teuer sein. Zudem gingen die Anfragen für die WM wegen der Komplexität lange Zeit buchstäblich ins Leere. Das hat sich jetzt gedreht – das erste Mal, seit ich mich erinnern kann, sind wir bei unserem Brasilien-Programm für 2014

(außerhalb des WMZeitraums) weitgehend ohne Preiserhöhungen zurechtgekommen. Außerdem ist die Berichterstattung in den Medien jetzt wieder recht positiv. Die Nachfrage ist enorm angestiegen für Reisen ohne, aber auch mit Fußball. Welche Reise-Tipps legend Sie denjenigen Brasilienbesuchern besonders ans Herz, die 2014 nicht primär wegen des Fußballs ins Land kommen? Dieter Ruppert: Kurz gesagt: die WM meiden – vom 11. Juni bis 13. Juli sind touristisch ausgerichtete Reisen nicht machbar. Für den Rest des Jahres gilt: Bem Vindo – Herzlich willkommen im Pais Tropical. Beste Stimmung garantiert!

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Brasiliens Festas Juninas | BRASILIEN 2014

VOLKSFESTE, SCHWOF UND FORRÓ ROBIN DANIEL FROMMER

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Foto © Frank Hügle

Foto © Pedro Kirilos, Riotur

Foto © Erik Salles


Foto © Pedro Kirilos, Riotur

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arneval? Auch schön. Aber Brasiliens eigentlicher Festmonat ist der Juni! Zumindest im Nordosten des Landes. Von Salvador da Bahia bis São Luís in Maranhão wird auf öffentlichen Plätzen Quadrille getanzt, schwungvolle Forró-Musik gespielt, gelacht, geflirtet, gegessen und – da sich Schnaps und Gottesfurcht nicht ausschließen – viel, manchmal auch sehr viel „Cachaça” getrunken. Sicher, ihren Ursprung haben die „Festas Juninas” (Juni-Feste) im tief verwurzelten Volkskatholizismus, und die drei Schutzheiligen Santo Antônio (13. Juni), São João Batista (24. Juni) und São Pedro (29. Juni) werden bis heute verehrt, aber zumindest im profanen Teil der vom 31. Mai bis zum 30. Juni ausgedehnten Juni-Feste geht es um geselligen Schwof, leckeres Essen und die im Nordosten entstandenen Rhythmen und Songs des Forró. Und Quadrille tanzen die Nordestinas und Nordestinos ohnehin von Kindesbeinen an. Während der Juni-Fest ist das Angebot an Leckereien besonders üppig: „Bolo de Milho” (Maiskuchen), „Cocada” (Kokosgebäck), „Canjica” und „Mingau de Milho” (Maisbrei mit Zimt), „Cuscuz” (Mais und Maniok), „Bolo de Pé de Moleque” (Nusskuchen mit Maniok) oder „Pamonha” (gegarte Kokos-Zuckermischung in einem Maisblatt) sind nur einige der kalorienreichen Speisen, die dann die Herzen höher schlagen lassen. Wahre Epizentren der mit der Sonnenwende zusammenfallenden Juni-Feste sind Salvador, Aracaju und Areia Branca in Ser-

gipe, Maceió in Alagoas, Caruaru in Pernambuco, Campina Grande in João Pessoa, Mossoró und Natal in Rio Grande do Norte, Fortalezas Stadtteil Iracema und – in Gestalt des Straßenspiels „Bumba-Meu-Boi” – in Maranhãos Hauptstadt São Luís. Sehenswert sind aber auch die „Festas Juninas” im Sertão, dem dürren Hinterland der Nordoststaaten – hier blieb ihr Ursprung als Dorf- und Kirchenfeste erhalten. Mit der westwärts gewandten Erschließung Brasiliens durch Menschen aus dem Nordosten entstanden in Parintins, Amazonien, Boa Vista, Roraima, und in Palmas, Tocantins, zeitgleiche, teils spektakuläre Feste, die ebenfalls den gleichen europäischen Ursprung teilen. TIPP! Brasilianische Studenten haben den Forró des Nordostens längst aufgegriffen und kräftig modernisiert – in São Paulo, Belo Horizonte, Rio und im Zuge von Stipendien auch in Deutschland. Die sechsköpfige Formation „Forró de KA” um Sänger Ítalo Nalyson feiert derzeit im Bundesgebiet mit der ansteckend fröhlichen Nordost-Musik ungeahnte Erfolge. Tourneedaten Forró de KA: 26.04.14 im Stuttgarter Kulturwerk /// 24.05.14 in Kaiserslautern /// 31.05.14 in Sinsheim /// 19. bis 22.04. „Forró de Domingo Festival”, Stuttgart /// 28.06.14 Fest der Völkerverständigung, Karlsruhe /// 4.07.14, DAAD, Karlsruhe und 12.07.14 „Samba Festival, Coburg. Weitere Infos: www.forrodeka.com

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Neue TAP-Ziele in Nordbrasilien | BRASILIEN 2014

BELÉM – DAS TOR ZUM UNTEREN AMAZONAS

ROBIN DANIEL FROMMERi

Foto © R. D. Frommer

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um Sommerflugplan erweitert TAP Portugal das Streckennetz in Brasilien und in Deutschland. Ab 1. Juni starten und landen Maschinen der TAP viermal wöchentlich in Hannover – und nur zwei Tage darauf, am 3. Juni, nimmt die portugiesische Airline dreimal wöchentlich die Direktverbindung nach Belém do Pará und nach Manaus im brasilianischen Bundesstaat Amazonas auf. Manaus ist durch seine „Fitzcarraldo”-Oper vielen bekannt, während Parás reizvolle Hauptstadt Belém bislang touristisch eher unterbewertet blieb.

Belém, Markt „Ver-O-Peso”

Cuiarana Strand in Salinópolis

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BACANA TOURS Karin Fricke UG, Berlin

Der alte Stadtkern Beléms, die „Cidade Velha”, erstreckt sich hinter der Hafenzitadelle „Forte do Castelo”. Hier sind sie noch unter sich, die betagten Kolonialhäuschen, deren Fassaden teils von Moos überwuchert, teils farbstrotzend und bunt lackiert sind. Belém ist dem Äquator nahe; kurze tropische Regengüsse, heftig, aber warm, sind am frühen Nachmittag die Regel. Sobald sich die Sonnenstrahlen wieder durchsetzen können, wirkt die Altstadt besonders malerisch. Die Wege auf dem Vorplatz der Kathedrale da Sé trocknen dampfend – und im bereits schräg einfallenden Licht wirkt die Fassade des Jesuitenkollegs „Santo Alexandre” am gegenüberliegenden Ende der freien Fläche der „Praça Frei Caetano Brandão” unwirklich, fast wie hinter einer Milchglasscheibe. Auf den Treppen vor dem dreigeschossigen Kirchenportal, mit seinen in raumgreifendem Tropenbarock geschwungenen Voluten haben Gläubige bereits wieder Dutzende kleiner Kerzen entzündet. Einige weiß gekleidete Frauen harren still, ganz in ihr Gebet versunken, vor dem von einer schweren Flügeltür aus massivem Tropenholz verschlossenen Eingangstor der beeindruckenden Jesuitenkirche aus. Ein Teil des Konvents nimmt heute die sehenswerte Sammlung des „Museu de Arte Sacra” auf, dienstags gratis besucht werden kann, Mi-So gegen eine geringe Eintrittsgebühr. Am gleichen Platz lohnt das Kulturzentrum und Restaurant „Casa das Onze Janelas” („Haus der elf Fenster”) einen Besuch – sein Garten mit herrlichem Blick zum Hafen. Belém war und ist der wichtigste Exporthafen des Amazonasgebiets. Der Name der Stadt lautet ins Deutsche übersetzt Bethlehem: die Kapitale des Bundesstaats Pará wurde am 12. Januar 1616 von den Portugiesen gegründet, ungefähr ein Jahr nach der Vertreibung der Franzosen aus São Luís im später von Pará abgespaltenen Nachbarstaat Maranhão. Keimzelle der 1,4 Millionen Einwohner zählenden Großstadt war das Bollwerk „Forte do Castelo”, auch „Forte do Presépio” genannt. Heute ist die Festung – zusammen mit den zur Gourmet- und Flaniermeile umgestalteten Kais der „Estacao das Docas” und dem berühmten Markt „Ver-O-Peso” an der „Baia do Guajará” – das meistfotografierte Postkartenmotiv Beléms. Diese drei Sehenswürdigkeiten nehmen die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe mit, die im Hafen anlegen, bevor es amazonasaufwärts nach Manaus weitergeht. Doch Belém hat noch weit mehr zu bieten, die entsprechende Zeit vorausgesetzt. Hierzu zählen beispielsweise das erst 2012 eingeweihte Freizeit-Areal „Portal da Amazonia” entlang des Rio Guamá und das benachbarte 40.000 m² große Freigelände „Mangal das Garças” (mit Aussichtsturm, Restaurants, Ibissen und Flamingo-Schwärmen) und die Ausstellung des weltberühmten „Museu Goeldi” (Mo geschl.) im zentral gelegenen Stadtteil Nazaré. (Lesen Sie bitte auf Seite 10 weiter.)


Foto © R. D. Frommer

BRASILIEN 2014 | Neue TAP-Ziele in Nordbrasilien

FUNF FRAGEN AN CARLOS LOURENÇO

TAP Portugal wird ab dem 3. Juni 2014 Belém und Manaus als neue brasilianische Destinationen direkt anfliegen. Welche Flugzeugtypen werden Sie hierfür einsetzen? Und darf man gratulieren? Carlos Lourenço: Ja, danke. Wir freuen uns sehr über die neuen Destinationen im Norden Brasiliens. TAP Portugal bedient Manaus und Belém dreimal pro Woche mit komfortablen Maschinen vom Typ Airbus 330 mit insgesamt 230 Plätzen, darunter 206 Sitze in der Economy und 24 in Business Class. Werden die beiden neuen Destinationen unabhängig voneinander oder mit einem gemeinsamen Flug angesteuert? Carlos Lourenço: Die neuen Circle Flights von TAP Portugal starten jeweils am Dienstag, Freitag und Sonntag um 9.30 Uhr in Lissabon. Ankunft in Ma-

naus ist um 13.40 Uhr. Mit derselben Maschine geht es eine Stunde später weiter nach Belém, wo sie um 17.40 Uhr landet. Unser Ziel ist es, unabhängige Flüge zu beiden Destinationen anzubieten, aber dies setzt natürlich eine gute Akzeptanz des Angebots durch den Markt voraus. Belém (2,3 Millionen Einwohner) ist kein Austragungsort der Fifa-Fußballweltmeisterschaft (vom 12. Juni bis zum 13. Juli) – Manaus hingegen schon. Werden die Maschinen der TAP Portugal dauerhaft nach Manaus fliegen oder nur während der WM? Carlos Lourenço: Der Norden Brasiliens ist wunderschön und bietet nicht nur für den Tourismus ein großes Potenzial. Die neuen Destinationen werden wir langfristig, also auch nach der Weltmeisterschaft 2014 anfliegen. Lassen Sie uns über die notwendigen Investitionen sprechen: Wird Beléms Flughafen „Valde-Cans” bis zum Start der TAP-Flugverbindung modernisiert?

Carlos Lourenço: Wir stehen in engem Kontakt mit dem Flughafen Val-de-Cans in Belém und können versichern, dass bei unserem Jungfernflug am 3. Juni 2014 alle notwendigen Anforderungen erfüllt sein werden und die erforderliche Infrastruktur bestehen wird, die für eine reibungslose und sichere Flugoperation nötig ist. Foto © TAP

Carlos Lourenço (41) leitet seit April 2012 die Frankfurter Niederlassung von TAP Portugal. Zuvor arbeitete er für die portugiesische Fluglinie bereits in Großbritannien, in Brasilien und in Portugal.

Nochmal zu den Investitionen? Gibt es Zuwachs bei Ihrer Flotte? Carlos Lourenço: In Kürze erhält TAP Portugal zwei Maschinen vom Typ Airbus 330, mit denen auch die Flüge nach Belém und Manaus bedient werden. Es erlaubt uns zudem, unsere Präsenz in Brasilien im Allgemeinen zu verstärken und bereits angeflogene Destinationen öfter zu bedienen.

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Neue TAP-Ziele in Nordbrasilien | BRASILIEN 2014

Foto © R. D. Frommer

Belém ist das Tor zum Amazonas und Ausgangspunkt zu den Inseln entlang des „Litoral Paraense”. Deutlich wird das jeden Morgen, in aller Herrgottsfrühe und mitten in der Stadt. Noch vor Sonnenaufgang herrscht an den eisernen Markthallen des Marktes „Ver-O-Peso” (auf Deutsch: „Achte auf das Gewicht”) hektische Betriebsamkeit. Fischer, Kleinbauern, Keramikhändler löschen ihre Ladung. Auf der Insel Marajó gesammelte Früchte der Açai-Palme werden von Dutzenden der typischen Amazonasboote herbeigeschafft, vereinzelt wird sogar Rinde des roten Brasilholzes angeliefert, das der Nation den Namen lieh. Schon gegen 9 Uhr ist es bereits drückend schwül – einer der Gründe, weshalb das Zentrum der Millionenstadt zwischen der parkartig angelegten „Praça da República” und dem sehenswerten „Theatro da Paz” an den Wochenenden oft verwaist. Das „Theatro da Paz” ist der Mailänder Scala nachempfunden und entstand im Jahr 1878, also in Beléms vom Kautschuk befeuerten, aber zu diesem Zeitpunkt bereits angezählten Blütezeit. Führungen können Dienstag bis Samstag ab 9 Uhr vereinbart werden. Viele Einwohner Beléms zieht es an den Wochenenden an die nahen Sandstrände der Flussinseln „Mosqueiro” und „Outeiro”, die mit dem Pkw oder mit preisgünstigen aber spartanischen öffentlichen Bussen erreichbar sind. Paraenses, die mehr Fahrgeld ausgeben können, fahren auf die von Kraftfahrzeugen freie „Baumwoll-Insel” Ilha do Algodoal” oder ins mondäne, aber 220 Kilometer entfernte Strandziel Salinópolis.

WISSENWERTES Wie auch der Reichtum von Manaus in Belém verloren ging Ausgerechnet im Hafen von Belém do Pará fielen die Würfel für das Ende des brasilianischen Kautschuk-Booms. Im Jahr 1874 gelang es dem Engländer Henry Wickham genau hier 70.000 Samen des Gummibaums (Hevea Brasiliensis) unbemerkt durch den Zoll zu schmuggeln. Die Saat ging in den Gewächshäusern der Londoner „Kew Gardens” nicht nur auf, sondern, was aus brasilianischer Sicht und insbesondere für Manaus noch schlimmer war, die flugs ans andere Ende des britischen Weltreichs verfrachteten Setzlinge gediehen in Malaysia sogar auf eigens dafür angelegten Plantagen prächtig, während sie im Amazonas-Dschungel nicht in effizienten Monokulturen gezogen werden konnten. Saus und Braus des brasilianischen Kautschuk-Monopols waren schon ab 1912 Teil der Geschichte – dennoch erinnern an Beléms damalige Blütezeit bis heute zahlreiche Prachtbauten wie beispielsweise das 1904 erbaute Stadtpalais „Palacete Bolonha”, obwohl inzwischen die Bodenspekulation immer mehr Hochhäuser durch den alten Ortskern in den Tropenhimmel treibt.

INFO Flughäfen Val-de-Cans „Júlio Cezar Ribeiro”, der internationale Flughafen von Belém, wird von TAP Portugal (via Lissabon und Manaus) und von Surinam Airways (ab Cayenne) angeflogen. Die brasilianischen Zubringerflüge teilen sich die Airlines Azul, Gol, Sete und Tam. Das Flugfeld des kleinen Aeroporto de Belém „Brigadeiro Protásio de Oliveira” ist touristisch vor allem für die zeitsparende Anreise zur Marajó-Insel interessant: Die „Lufttaxis” („Táxi Áereo”) der Regional-Airlines Marajoara, Tel. +3032-8131; Pilar, Tel. +3031-6067; Brabo, Tel. +3233-4884 und +3244-1258; Dourado, Tel. +3233-0605; Soure, Tel. + 3233-4986; Heiss, Tel. + 3244-0715 und Stilus, Tel. +3254-5151, stehen hier zwischen 6 und 18.30 Uhr für Passagiere bereit. Übernachten Radisson, 78 geräumige Apartments mit iPod-Dock, Pool, Fitness-Raum und Restaurant, 2012 eröffnet, Nazaré, Belém, www.atlanticahotel.com.br; Crowne Plaza, 173 Zimmer, Pool, Restaurant, Fitness-Raum, Nazaré, Belém, www.crownebelem.com.br; Sagres, 268 Gästezimmer, etwas vergilbte Pracht, aber gemäßigte Preise, São Braz, Belém, www.hotelsagres.com Speisen & Getränke La Em Casa, familiengeführtes TraditionsRestaurant unter Leitung von Chef Paulo Martins; SüßwasserFisch und andere exzellente Spezialitäten aus Pará, Estação das Docas, Belém, Tel. +3212-5588, www.laemcasa.com; La Traviata, italienische Gerichte und breites Wein-Sortiment, bezahlbar, Nazaré, Belém; Tel. +3241-3337

Salinópolis, Strand Atalaia

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5 Regionen – alle Staaten | BRASILIEN 2014

NORDEN

Roraima Amapá

NORDOSTEN

Maranhão

Pará

Amazonas

Ceará Rio Grande Do Norte Paraiba Pernambuco Mato Grosso

Acre

Alagoas

Tocantins

Sergipe

Rondônia

Bahia

Distrito Federal Goiás

WESTEN

Minas Gerais

Mato Grosso do Sul

Espirito Santo

São Paulo

5 REGIONEN ALLE STAATEN

Rio De Janeiro

Paraná

SÜDOSTEN Santa Catarina

Rio Grande do Sul

SÜDEN

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DER SÜDEN

Ihr Informationsund Reiseportal

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ie drei Bundesstaaten Rio Grande do Sul, Santa Catarina und Paraná liegen im subtropischen Süden Brasiliens, unterhalb des „Wendekreis des Steinbocks”. Sie unterscheidet sich von allen anderen Landesteilen klimatisch, landschaftlich und durch die Tatsache, dass es hier nie auf die Ausbeutung von Sklaven begründeten Großgrundbesitz gab. Der Süden wurde von Siedlern aus Deutschland, Italien, Polen und aus der Ukraine erschlossen – entsprechend stark sind die drei Staaten von vielfältigen Einflüssen aus Zentraleuropa geprägt.

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PARANÁ Die Hauptstadt Curitiba und die Wasserfälle von Foz do Iguaçu sind die touristischen Highlights des brasilianischen Bundesstaats Paraná.

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BRASILIEN

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r ist die Kornkammer des Landes, nimmt eine Fläche von 199.544 km² ein und ist Lebensraum von mehr als zehn Millionen Einwohnern. Die im Osten Paranás gelegene Kapitale ist ungefähr 90 Kilometer vom Atlantik entfernt. Curitiba gilt seit Jahrzehnten als die fortschrittlichste Großstadt (1,8 Millionen Einwohner) Brasiliens: Sie ist unangefochtener Trendsetter bei Umweltstandards und für urbane Grünflächen, außerdem besitzt sie ein zugleich hocheffizientes und kostengünstiges Nahverkehrssystem, das auf extrem lange Doppelgelenkbusse setzt, statt auf den Bau teurer U-Bahnen. Urbanisten aus aller Welt halten die Infrastruktur der Stadt für vorbildlich. So gesehen war es keine Überraschung, dass die „Arena da Baixada”, Curitibas zwar traditionsreiches, aber technisch fortschrittliches Fußballstadion, von der FIFA als Spielstätte für die WM 2014 ausgewählt wurde. Seine Zuschauerkapazität liegt inzwischen bei mehr als 40.000 Sitzplätzen. Curitibas Flughafen „Aeroporto Internacional Afonso Pena” wird von fast allen brasilianischen Airlines regelmäßig angeflogen. Über die Staatsstraße BR 277 ist Curitiba mit den mehr als 550 Kilometer entfernten Wasserfällen von Foz do Iguaçu, ganz im Westen Paranás, verbunden. TIPP! Curitibas „Ópera do Arame” („Drahtoper”) liegt in einem Park auf dem Gelände des früheren Steinbruchs Paulo Leminski und ist ein bei Einheimischen wie Gästen gleichermaßen beliebtes Ausflugsziel.

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Süden Foz do Iguaçu | BRASILIEN 2014

FOZ DO IGUAÇU Mehr als sieben Millionen Besucher jährlich locken die Wasserfälle von Foz do Iguaçu an: Sie sind das mit Abstand spektakulärste Naturschauspiel, das Brasilien – vielleicht ganz Südamerika – bereithält.

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urch ein internationales Votum wurden die mächtigen Wasserfälle 2012 zu einem der sieben Neuen Naturweltwunder gewählt. Sie liegen im Westen Paranás, direkt an der Grenze zu Argentinien und Paraguay. Hier stürzt der Rio Iguaçu in einem von 272 Kaskaden gebildeten 2,7 Kilometer langen Halbkreis von einem gut 80 Meter hohen Basaltplateau donnernd in die Tiefe. In der Regenzeit prasseln hier bis zu 6.500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde herab und verwandeln das Bett des Grenzflusses in eine brodelnde dunstige Waschküche. Rückschreitende Erosion hat inmitten der Phalanx der Katarakte einen Vförmigen Ausschnitt in die zerklüftete vulkanische Trappdecke gefressen, den die Brasilianer „Garganta do Diabo” („Teufelsrachen”) nennen. Nicht weniger als 14 mächtige Wasserfälle stürzen in diesem von der Natur geformten Kessel nebeneinander in den tiefer liegenden Abschnitt des Iguaçu-Flusses. Sonnenstrahlen werden von dem zu feinstem Nebel zerstäubten Wasser als schillernde Regenbogen reflektiert. Rechts und links der Fälle säumen mächtige Urwaldbäume, Moos, struppiges Dickicht und Felsen das Ufer. Papageien, Reiher und Tukane sind in den angrenzenden Wäldern zuhause, außerdem Fledermäuse und 40 weitere Säugetier-, 700 unterschiedliche Schmetterlings- und 60 Reptilienarten. Flora und Fauna in der Umgebung der Catara-

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tas do Iguaçu stehen seit 1934 auf argentinischer Seite (55.000 ha), seit 1939 auf brasilianischer Seite (185.265 ha) als Nationalparks unter Naturschutz. Schließlich erklärte die UNESCO das gesamte Gebiet 1986 zum Weltnaturerbe. Besucher könne sich den Wasserfällen zu Fuß über Stege, per Schlauchboot oder sogar mit einem Helikopter nähern. TIPP! Papageien im Flug, Flamingos und rote Sichler, Tukane, Eulen und Harpyien: In den von Wegen durchzogenen Volieren des Parque das Aves in Foz do Iguaçu kann man sie bequem und aus nächster Nähe erleben. www.parquedasaves.com.br

INFO Flughafen Aeroporto Internacional de Foz do Iguacu Übernachten Hotel das Cataratas, luxuriöse Anlage, im brasilianischen Nationalpark, www.hoteldascataratas.com; Tabora Express Hotel, im Stadtzentrum, www.hoteltabora.com.br Speisen & Getränke Chef Lopez, Rua Almirante Barroso 1713, im Stadtzentrum, internationale Küche, tgl. geöffnet, Tel. 3025-3334 Exkursionen Macuco Safári, per Schlauchboot zu den Fällen, Tel. 3574-4244; Helisul, 10-minütige Rundflüge, Tel. 3529-7474


BRASILIEN 2014 | Rio Grande do Sul Süden

RIO GRANDE DO SUL Der südlichste Bundesstaat unterscheidet sich vom Rest Brasiliens in vielfacher Weise: Geografisch und kulturell verbindet Rio Grande do Sul und seine – Gaúchos genannten – Einwohner wesentlich mehr mit seinen spanisch geprägten Nachbarländern, als beispielsweise mit dem fernen und auch hier als exotisch empfundenen Ambiente Bahias.

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n Rio Grande do Sul (282.062 km²) leben knapp elf Millionen Einwohner. Der gegenwärtig bekannteste Gaúcho ist Luiz „Felipão” Scolari, der aktuelle brasilianische Fußball-Nationaltrainer, und die mit Abstand am häufigsten fotografierte Gaúcha ist das Top-Model Giselle Bündchen.

TIPP! Wer in Rio Grande do Sul in keiner Churrascaria gegrilltes Fleisch gegessen hat, war gar nicht da! Beim Rodízio tragen die Kellner bis zum Abwinken auf: Rind, Schwein und Ziege, Hühnerherzen, Käse, selbst frische Ananas werden überm Holzkohlefeuer gebrutzelt – stets in bester Qualität und immer in üppigen Mengen. Die lebhafte Provinzhauptstadt Porto Alegre ist WM-Austragungsort. Das imposante Estádio Beira-Rio kann bis zu 48.849 Zuschauer aufnehmen. Es steht am Ufer des Rio Guaíba und ist eines der Postkartenmotive der 1,4 Millionen Einwohner zählenden Stadt. Porto Alegres internationaler Flughafen „Salgado Filho” wurde eigens für die Weltmeisterschaften vergrößert und ist durch Jets der TAP Airlines direkt mit Europa verbunden. Porto Alegre ist das touristische Zugangstor zum Küstengebirge Serra Gaúcha, mit den Orten Canela und Gramado, zu den Missionsstädten der Jesuiten im Westen und zur bis nach Uruguay reichenden Seenlandschaft im Süden. Mit einem Mietwagen kann man alle Ziele im Rahmen von einoder mehrtägigen Ausflügen besuchen.

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INFO Übernachten Plaza São Rafael, Traditionshotel im Zentrum Porto Alegres, www.plazahoteis.com.br Speisen & Getränke Churrascaria Schneider, Porto Alegre, Tel. 3342-3026, www.schneider.com.br; Galpão Crioulo, Rodízo und bunte Gaúcho-Folklore, Tel. 3226-8194, www.churrascariagalpaocrioulo.com.br

Beeindruckend und spektakulär: die Wasserfälle von Foz do Iguaçu wurden 2012 zu einem der sieben Naturweltwunder gewählt Foto oben: Gesteinsformation in Itacolomi

Sprechen Sie mit Leuten, die sich auskennen. Grillparzerstr. 31 81675 München Freecall: 0800-2727454 www.RuppertBrasil.de

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Süden Santa Catarina | BRASILIEN 2014

SANTA CATARINA Viele Städte und Siedlungen Santa Catarinas wurden in alpenländischem oder osteuropäischem Stil errichtet. Nachkommen von Einwanderern aus Deutschland, Italien oder Österreich halten traditionell am europäischen Brauchtum fest. Beim mehrwöchigen Oktoberfest in Blumenau (310.000 Einwohner) feiern „Samba und Lederhose” ein riesiges gemeinsames Festival! Übrigens: Das zweitgrößte in Brasilien, in den Besucherzahlen nur vom Karneval in Rio übertroffen.

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eniger bierselig geht es in Santa Catarinas Hauptstadt Florianópolis (421.000 Einwohner) und auf der Ilha de Santa Catarina zu. Die über zwei Brücken mit dem Festland verbundene Insel besitzt nicht weniger als 42 Strände, die von ruhigen, selbst für Kleinkinder geeigneten Buchten bis zu stürmischer Brandung vor den Stränden auf der Atlantikseite alles für den perfekten Badeurlaub bieten. Keine echte Überraschung: Wann immer die argentinische Währung im arktischen Sommer (Dezember-Februar) günstig zum brasilianischen Real steht, sind diese Strände fest in der Hand Spanisch sprechender Touristen aus Buenos Aires, CÓrdoba oder Mendoza. Florianópolis erhielt bei der WM keinen Zuschlag – nicht wenige Einwohner sprechen ganz offen aus, dass sie das für einen Segen halten. Wahrzeichen der modernen und boomenden Stadt ist die 819 Meter lange Hängebrücke „Hercílio Luz” aus dem Jahr 1926, die für den Fahrzeugverkehr gesperrt ist, nachts angestrahlt wird und an Silvester Mittelpunkt eines beeindruckenden Großfeuerwerks ist. Ein in Südbrasilien viel zitiertes Sprichwort weiß: „Was Paraná an Küste vorenthalten wurde, macht den Reiz Santa Catarinas aus”. Tatsächlich ist die mit Buchten und Badestränden reich bedachte Küste das eigentliche Juwel des – mit der Fläche von 95.442 km2 – brasilianischen Bundesstaats.

TIPP! Wellenreiter finden ein wahres Eldorado an Santa Catarinas sanft geschwungenem Atlantikstrand Praia do Rosa nördlich von Imbituba; Kite- und Windsurfer zieht es zur Bucht Barra de Ibiraquera.

INFO Flughafen Aeroporto Hercílio Luz de Florianópolis Übernachten Costão do Santinho Resort, luxuriöse Anlage mit 590 Apartments, am Strand Santinho, www.costao.com.br; Jurêre Beach Village, Hotel mit 242 Gästezimmern, www.jurerebeachvillage.com.br; Pousada Sítio dos Tucanos, von Atlantischem Regenwald umgeben, unter deutscher Leitung, 10 Zimmer, ruhig, www.pousadasitiodostucanos.com Speisen & Getränke Lagoa Azul, Costa da Lagoa, Fisch und Meeresfrüchte, nur per Boot/Fähre zu erreichen, Tel. 3335-3009, www.restaurantelagoaazul.com.br; Outback Steakhouse, im Beiramar Shopping Center, Florianópolis, Tel. 3039-0935 Exkursionen zu Pferd Reit-Safari, mehrtägiges Wanderreiten, www.reit-safari.com Selbstfahrer Brazil Eco Journeys, www.brazilecojourneys.com Rafting Ativa, www.ativarafting.com Walbeobachtung Vida So e Mar, www.vidasolemar.com.br

Ein Sommertag im Badeort Florianópolis – der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaats Santa Catarina


BRASILIEN 2014 | Minas Gerais Südosten

DER SÜDOSTEN

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ie größten Städte des brasilianischen Südostens sind São Paulo, Rio de Janeiro und Belo Horizonte. Ein brasilianisches Sprichwort witzelt zur Rollenverteilung zwischen den drei Metropolen: In São Paulo wird das Geld verdient, anschließend in Belo Horizonte „eisern” gespart oder in Rio restlos verjubelt. Tatsache ist, der Südosten ist die wirtschaftlich stärkste Region Brasiliens. Neben São Paulo und Rio de Janeiro komplettieren die Bundesstaaten Espírito Santo und Minas Gerais die Region – die den Löwenanteil der brasilianischen Bevölkerung aufnimmt.

ROBIN DANIEL FROMMER

MINAS GERAIS Bodenschätze trugen maßgeblich zum Namen des Staates Minas Gerais („Überall Minen”) bei. Auch heute färbt die eisenhaltige Minas-Erde ganze Landstriche und Gewässer rot ein. Ende des 17. Jahrhunderts, noch unter portugiesischer Kolonialherrschaft, wurde hier Gold, später auch Diamanten in riesigen Mengen gefunden.

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ur der Kirche gespendetes Edelmetall konnte in Minas Gerais bleiben, so wurden Gotteshäuser, Kapellen und Klöster zu reich gefüllten Schatzkammern barocker Kirchenkunst – gleich drei Kolonialstädtchen, Congonhas do Campo, Diamantina und Ouro Preto, hat die UNESCO in Minas Gerais zum schützenswerten Weltkulturerbe erklärt. Zugangstor zu Minas Gerais (588.384 km²) ist Belo Horizonte. Die heute knapp 2,5 Millionen Einwohner zählende Hauptstadt wurde nach einem schachbrettartigen Grundschema angelegt, bei dem sich die Städteplaner vom Vorbild der nordamerikanischen Kapitale Washington inspirieren ließen. Zusätzlich zu den rechtwinklig aufeinander treffenden Straßen durchmessen mehrere Diagonalen – besonders breite Avenidas – das in einem Talkessel gelegene Zentrum der Metropole. Der internationale Flughafen von Belo Horizonte „Tancredo Neves/Confins” ist durch die Linienflüge der TAP Portugal mit Europa – direkt – verbunden. Belo Horizontes Fußballarena „Mineirão” im Viertel Pampulha wurde für die WM 2014 modernisiert und bietet seither bis zu 62.547 Zuschauern Platz. Die Kolonialstädte südlich von Belo Horizonte – Congonhas, Ouro Preto, Mariana, São João del Rei und Tiradentes – lassen sich gut per Mietwagen erreichen. Das nördlich gelegene Diamantina ist 300 km von der Hauptstadt entfernt – und liegt daher abseits der üblichen Pfade.

TIPP! Nostalgie-Dampfzüge pendeln an den Wochenenden und Feiertagen auf Schmalspurgleisen zwischen den historischen Kolonialorten São João del Rei und Tiradentes. Abfahrt in São João del Rei um 10 Uhr, sonntags zusätzlich 13 Uhr.

INFO Übernachten Ouro Minas Palace, Belo Horizontes derzeit beste Hotel-Adresse, 346 Apartments, www.ourominas.com.br; Royal Savassi, im gleichnamigen Ausgeh-Viertel, 81 Gästezimmer, www.royalhoteis.com.br Speisen & Getränke Xapuri, exzellente Mineiro-Küche, Montag geschlossen, Tel. 3496-6198, www.restaurantexapuri.com.br; Vecchio Sogno, Gourmet-Tempel mit exzellenter italienischer Küche, teuer, Tel. 3292-5251, www.vecchiosogno.com.br Museen Complexo Arquitetonico da Pampulha, Di-So 9-19 Uhr, Tel. 3277-7996; Instituto Inhotim, Kunstsammlung mit 450 Exponaten in weitläufigem botanischen Garten, Brumadinho, 63 km südwestlich von Belo Horizonte gelegen, Tel. 3571-9700, www.inhotim.org.br Nationalparks Serra da Canastra, www.serradacanastra.com.br; Cerra do Cipó, www.serradocipo.com und www.serradocipoturismo.com.br

Illustration: Die Altstadt des barocken Städtchens Ouro Preto im Bundesstaat Minas Gerais ist seit 1980 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt

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Südosten Espírito Santo | BRASILIEN 2014

ESPÍRITO SANTO

RIO DE JANEIRO

Besonders bei Mineiros und Mineiras stehen die Strände im 46.184 km² großen Espírito Santo („Heilger Geist”) hoch im Kurs, denn die Küste östlich von Minas Gerais bildet den Löwenanteil dieses Bundesstaats.

Rio de Janeiro ist Beides: Das urbane „Schaufenster Südamerikas” am Südatlantik und Brasiliens zweitgrößte Metropolregion im gleichnamigen Bundesstaat mit einer Gesamtfläche von 43.909 km². Alle 16 Millionen Einwohner des Südoststaates nennen sich stolz „Carioca”, die aus dem Stadtgebiet: „Carioca da gema” (Carioca „aus dem Eigelb”).

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eist sind sie hier unter sich, denn trotz der reizvollen Landschaft und der guten Hotel-Infrastruktur sind europäische Gäste selbst in der Hauptstadt Vitória (325.000 Einwohner) und dem Nachbarort Vila Velha nur vereinzelt anzutreffen. Die malerische Lage Vitórias erinnert an Rio de Janeiros grün bewaldete, von Granitfelsen durchsetzte Küste. Wie ein kleinerer Bruder des Zuckerhuts mutet beispielsweise der 136 m hohe Gesteinskegel Penedo an. An die Brücke Rio-Niterói erinnert die kühn über die Bucht von Vitória geschwungenen Terceira Ponte. Sie ist die schnellste Verbindung zwischen Vitória und dem nur 15 km entfernten Küstenort Vila Velha. Aus der weit geschwungenen Bucht, der Baía de Vitória, ragen mehrere Inseln. Die größte, die Ilha do Boi („Ochseninsel”), hat ihren Namen aus der Kolonialzeit, als hier noch Rinderherden in Quarantäne gehalten wurden, bevor sie aufs Festland gebracht wurden. Ganz im Norden Espírito Santos – gut 250 km von Vitória entfernt – liegt der von Dünen gesäumte Strand von Itaúnas – das „Mekka” der Forró-Begeisterten.

INFO Flughafen Aeroporto de Vitória „Eurico de Aguiar Salles” Übernachten Senac Ilha do Boi, Hotel und Hotelfachschule in Bestlage, 95 Zimmer, www.hotelilhadoboi.com.br; Sheraton Vitória, an der Praia do Canto, 234 Apartments, www.sheraton.com/vitoria. Speisen & Getränke Pirão, Praia do Canto, Tel. 3227-1165, www.piraovitoria.com.br; Soeta, Praia do Canto, Tel. 3026-4433, www.soeta.com.br

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eide Fraktionen sind sich aber einig: Der liebe Gott schuf an den Werktagen den Rest der Welt, aber am Sonntag kann er nur Rio de Janeiro – die Cidade Maravilhosa – kreiert haben! Was die „wundervolle Stadt” anlangt, teilen auch viele Ausländer den kollektiven Enthusiasmus der betont selbstbewussten Einheimischen, sobald sie die zum Atlantik gewandte Stadtschönheit erst einmal selbst besucht haben. Rios internationaler Flughafen „Galeão – Antônio Carlos Jobim” wird durch zahlreiche Airlines mit Europa und Deutschland verbunden. Hier ankommen ist für die meisten Touristen meist gleichbedeutend mit der Weiterfahrt zum berühmten Stadtteil Copacabana: Schließlich drängen sich dort gut 80 Prozent von Rios Hotels. Schon der zweite Gang führt viele zum Strand. Was allen Neuankömmlingen am berühmtesten Sandkasten der Welt sofort ins Auge springt ist die Fitness der Cariocas. Geh- und Radweg säumen den Ufer-Boulevard „Avenida Atlântica”. Moderne, in hellen Farben gehaltene Strandbars sorgen für reichlich Erfrischungen und erste Samba-Klänge. Übrigens: Für die Brasilianer gab es nie eine Frage: Das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 kann nur in Rios legendärem Stadion „Maracanã” (jetzt: 73.531 Sitzplätze) ausgetragen werden. Rios weltbekanntes Wahrzeichen – die Christus-Statue mit den weit ausgebreiteten Armen – trägt der 704 m hohe Felsrücken „Corcovado” (der „Bucklige”). „Cristo Redentor” nennen die Brasilianer die 1931 in Zement gegossene Christus-Statue. Also Erlöser oder Retter. Aber die Cariocas messen diesem weithin sichtbaren und nachts angestrahlten Monument noch weitere Bedeutungen zu. Manche sind sicher, dass die Arme des 38 m hohen und mit 28 m Spannweite ausgestatteten „Erlösers aus Stahlbeton” keineswegs zufällig in Nord-Süd-Richtung in den Himmel über Rio zeigen. Für sie steckt darin die Aufforderung das Land zusammen zuhalten und das soziale Gefälle weiter abzubauen. Das mag der unlängst bei einem Unwetter in die Hand eingeschlagene Blitz für manche nur noch unterstreichen. TIPP! Der Corcovado hüllt sich häufig am Nachmittag in Wolken. Daher ist ein Besuch des Zuckerhuts kurz vor Sonnenuntergang besonders lohnend. Die Panorama-Aussicht auf Rio und den orangerot oder violett gefärbten Himmel ist häufig so spektakulär, dass die auf dem Gipfel ausharrenden Zuschauer meist spontan applaudieren.

Convento da penha in Vila Velha – Küstenstadt im brasilianischem Bundesstaat Espírito Santo

Karneval in Rio de Janeiro – nur eine von vielen Attraktionen, die die Stadt zu bieten hat

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BRASILIEN 2014 | Rio de Janeiro S端dosten

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Südosten Rio de Janeiro | BRASILIEN 2014

Vom 396 m hohen Granitblock Pão de Açúcar, wie die Cariocas den Zuckerhut nennen, kann man mit den Augen dem breiten sanft geschwungenen Strand der Copacabana bis zur kanonenbewehrten Küstenbatterie Forte de Copacabana folgen. Dahinter ragt der markante Umriss der Zwillingsfelsen von Gávea steil in den Horizont. Nördlich des Pão de Açúcar überwindet die 13,7 km lange Brücke „Presidente Costa e Silva” mit Hilfe einer beeindruckenden Reihe turmhoher Doppelpfeiler die Bucht von Guanabara und verbindet Rio mit seiner Nachbarstadt Niterói. Bei idealen Sichtverhältnissen kann man dahinter sogar die Felszinnen des „Orgelgebirges”, der „Serra dos Órgãos” erkennen.

Ballspiele am Strand von Ipanema

INFO Übernachten Copacabana Palace, historisches Hotel der Luxusklasse, 243 Zimmer, www.copacabanapalace.com.br; Porto Bay Rio Internacional, Copacabana, 117 Zimmer, www.portobay.com; Best Western Sol Ipanema, Ipanema, 89 Zimmer, www.solipanema.com.br; Margarida’s Pousada, Ipanema, gut gelegene BudgetUnterkunft, www.margaridaspousada.com Speisen & Getränke Roberta Sudbrack, Jardim Botânico, moderne brasilianische Küche, Tel. 3874-0139, www.robertasudbrack.com.br; Fasano al Mare, Ipanema, im stylischen Design-Hotel Fasano, gehobene italienische Küche, Tel. 3202-4030, www.fasano.com.br; Confeitaria Colombo, Zentrum, sehenswertes Traditionshaus, portugiesische Küche, So geschl., Tel. 2505-1500, www.confeitariacolombo.com.br

Angebot und Nachfrage Diplom-Kaufmann Jörn Krausser stammt aus Aachen. Seit 2001 ist er bei Dertour / DER Touristik Hauptabteilungsleiter für die Zielgebiete Lateinamerika, Karibik, Indischer Ozean. Jörn Krausser ist verheiratet und stolzer Vater von zwei Kindern.

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Herr Krausser, 2014 steht Brasilien ganz im Zeichen der Fußball-Weltmeisterschaft – zumindest sechs turbulente Wochen lang. Was planen Sie für die Zeit nach der Ausnahmesituation? Jörn Krausser: Wir sind seit vielen Jahren in Brasilien unterwegs und haben beste Beziehungen zu den Leistungsträgern vor Ort. So schwer wie die Zeit der Fußballweltmeisterschaft selbst zu planen ist, ist auch für die Zeit danach eine Aussage zu treffen. Vieles wird davon abhängen, wie sich Brasilien im Rahmen des Events präsentiert. Springt der Funke über? Entsteht bei den Menschen das Bedürfnis, dieses einzigartige Land mit seinen lebensfrohen Menschen einmal selbst kennen zu lernen? Das wird sich im Sommer 2014 entwickeln und wir werden schnell wissen, ob da der Nährboden für ein erweitertes Angebot in 2015 entsteht.

Wie nehmen die Kunden das innovative DER Tour-Angebot von geteilten Doppelzimmern statt eines Einzelzimmers an? Und wie begegnet Ihr Unternehmen ansonsten dem zuletzt massiven Preisanstieg in den Kapitalen Brasiliens? In wie weit spielt Rio hier, aus Ihrer Sicht, eine Sonderrolle? Jörn Krausser: Das Angebot wird auf längeren Rundreisen in Lateinamerika hervorragend angenommen. Wir beobachten sogar, dass die oftmals nur vermeintliche Komforteinschränkung gerne in Kauf genommen wird, damit mehr frei verfügbares Geld zu in der Reisekasse bleibt. Dem allgemeinen, teils massiven Preisanstieg kann nur der Markt begegnen. Die Währungen Lateinamerikas haben hoffentlich ihre Höchststände allmählich überschritten, die zuletzt überhitzten Volkswirtschaften sollten sich ebenfalls wieder normalisieren. Hierdurch wird auch die zuletzt ausgesprochen hohe Reise-Nachfrage gerade aus den lateinamerikanischen Anrainerstaaten Brasiliens nachlassen und der europäische Gast – der in der Regel deutlich länger in Brasilien bleibt – wieder stärker in den allgemeinen touristischen Fokus rücken. Rio spielt natürlich eine Sonderrolle, weil man für Weltstädte – den „Must sees”

schon immer bereit war, mehr zu zahlen. New York, London, Tokio sind auch keine Schnäppchen für Reisende…

Foto © Dertour/ DER Touristik

DREI FRAGEN AN JORN KRAUSSER

Manche Preissteigerungen scheinen ja sogar von den Brasilianern nicht mehr akzeptiert zu werden? Wächst hier so etwas wie ein Selbstbewusstsein der einheimischen Verbraucher? Jörn Krausser: Alles wird davon abhängen, wie viel der inländische Tourist – und hier seien Touristen aus den Anrainerstaaten eingeschlossen – bereit ist, für den Aufenthalt zu bezahlen. Wenn die Preise auch für diese Zielgruppe nur schwer bezahlbare Höhen erreichen, wird dieser Reisestrom abebben und eben Europa als Quellmarkt wieder interessanter werden. Ich verspreche mir hiervon natürlich auch verstärkte Investitionen, und zwar nicht nur in die öffentliche Infrastruktur wie Flughäfen und Metro, sondern gerade in Hotels, Resorts und in Ausflugsziele.


BRASILIEN 2014 | São Paulo Südosten

SÃO PAULO Die Metropolregion São Paulo ist Brasiliens Wirtschaftsmotor. Banken, Börsen und alle großen Firmen sind hier vertreten. Mehr als 36 Millionen Einwohner haben ihr Zuhause in dem 248.809 km² großen Bundesstaat. Sie bezeichnen sich als „Paulistas”, die elf bis zwölf Millionen Einwohner der Stadt grenzen sich auch hier gerne ab: Sie wollen „Paulistanos” genannt werden.

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immel stürmende Wolkenkratzer bestimmen das Stadtbild São Paulos. Um dem ganz alltäglichen Verkehrschaos in den Straßenschluchten zu entgehen, steigen Manager und Wohlhabende zunehmend vom Auto auf den Hubschrauber um. São Paulos Helikopter-Flotte ist die zweitgrößte weltweit – nur in den Himmel über Tokio schrauben sich mehr Rotoren. Die Flachdächer neuer Spitzenhotels werden im 160 km² großen Hochhausmeer der Stadt São Paulo längst als Heli-Landeplätze geplant und ausgeführt. Die größte Stadt Südamerikas besitzt zwei internationale Flughäfen – Guarulhos und Viracopos – und den meist dem Binnenverkehr vorbehaltenen Stadtflughafen Congonhas. Die Passagierjets der meisten Airlines, die Verbindung von und nach Europa schaffen, landen in Guarulhos, der Flughafen wickelt ungefähr 30 Prozent des gesamten brasilianischen Luftverkehrs ab. Zusätzliche Transatlantikflüge – direkt – nach Viracopos bei Campinas bietet TAP Portugal ab Lissabon an. In São Paulo sollen im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaften 2014 das Eröffnungsspiel, drei weitere Vorrundenspiele sowie je eine Begegnungen des Achtel- und des Halbfinales stattfinden – in der eigens hierfür neu erbauten „Arena de São Paulo” mit 65.807 Sitzplätzen. Die fußballbegeisterte Metropole ist aber gleichzeitig eine renommierte Kulturstadt, die für ihre Einwohner und Gäste sehr viele Attraktionen bereithält: von unterschiedlichen Konzerten und Ausstellungen bis hin zu einer überwältigenden Gastronomie mit gut 13.000 Restaurants. Der Bundesstaat São Paulo verfügt über eine weniger bekannte, aber reizvolle Küste, an der Strände, Inseln und Hafenstädte – wie Guarujá, Santos, Ubatuba, São Sebastião oder die Ilhabela zum Verweilen einladen. Der letzte Bergregenwald an der Küste, die „Mata Atlântica”, führt im Bewusstsein der Weltöffentlichkeit ein Schattendasein, obwohl er eine größere Vielfalt an Tieren und Pflanzen besitzt als der Dschungel Amazoniens. Nur 140 km süd-

lich von São Paulo, beim Städtchen Tapiraí, bietet die deutsch-brasilianische Initiative Salve Floresta geführte Exkursionen in den artenreichen Lebensraum Mata Atlântica an, die einen profunden Einblick in dieses rare Ökosystem gewähren.

INFO Übernachten Emiliano, São Paulo, Cerqueira César, 57 Luxuszimmer, www.emiliano.com.br; Meliá Jardim Europa, São Paulo, Itaim Bibi, 255 Apartments, www.solmelia.com; Speisen & Getränke Bassi, Gourmet-Tempel bester Fleischgerichte, Tel. 3288-7045, www.marcosbassi.com.br; D.O.M., moderne brasilianische Küche, viel Prominenz, Tel. 3088-0761, www.domrestaurante.com.br; Marakuthai, Wok-Gerichte und Salate, preiswert, Tel. 3062-7556, www.marakuthai.com.br

Die Schrägseilbrücke „Ponte Estaiada Octávio Frias de Oliveira” im Stadtteil Brooklin in Sao Paulo

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Niemeyers Architektur | BRASILIEN 2014

ARCHITEKTONISCHER NACHHALL

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rm an fähigen Architekten ist Brasilien gewiss nicht. Doch das Werk Oscar Niemeyers (1907-2012) überragt alles. Und daran wird sich auf lange Sicht kaum etwas ändern, denn er hat während seines langen Wirkens weltweit mehr als 600 Gebäude konzipiert, von denen jetzt die letzten erst zwei, drei Jahre nach seinem Tod fertiggestellt werden. Sein architektonisches Archiv wurde 2013 von der UNESCO postum zum Weltdokumentenerbe erklärt – eine seltene Nominierung, die in Brasilien zuvor nur den fotografischen Sammlungen und Reiseaufzeichnungen von Kaiser Dom Pedro II. zuteilwurde.

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Zeichentisch und die prall gefüllten Bücherregale in seinem geräumigen Atelier an der Copacabana in Rio de Janeiro wirken, als wären sie gestern noch benutzt worden. Kaum etwas hat sich geändert. Selbst der Treppenlift, den Oscar Niemeyer in den letzten seiner fast 105 Lebensjahre benutzen musste, ist noch vorhanden. Drei enge Mitarbeiter harren hier noch aus, bis die letzten Projekte des größten brasilianischen Architekten abgewickelt sind. Mit Hilfe armierten Betons fand Oscar Niemeyer neue, zuvor nie dagewesene Formen, die bis heute die Schwerelosigkeit einzufangen scheinen. Seine genialen Gebäudeskulpturen ruhen auf weißen Säulen in Form geblähter Segel und spiegeln sich in künstlichen Seen oder scheinen schlichtweg zu schweben. Er kreierte einen eigenständigen expressiven

ROBIN DANIEL FROMMER / FOTOGR AFIE: BEL PEDROSAI

Stil, paarte die Funktionalität der Bauhaus-Architektur mit verspielten tropischen Formen und schrieb so ein ganz neues Kapitel der Architekturgeschichte. Weltweit berühmt wurde Niemeyer durch die Monumentalbauten, die er ab 1958 in Brasília vom Reisbrett in die zentralbrasilianische Hochebene stemmte. Mit individuell geformten Gebäudeskulpturen wie der „Catedral Metropolitana” oder dem Nationalkongress schaffte er Architekturikonen und prägte nachhaltig das einzigartige Erscheinungsbild der in kürzester Zeit aus dem Boden gestampften Hauptstadt. Die UNESCO erklärte Brasília 1987 zum Weltkulturerbe. Viele Bauwerke Niemeyers kamen erst später hinzu wie beispielsweise der „Pantheon des Vaterlandes und der Freiheit Tancredo Neves” am Platz der drei Gewalten, mitten in Brasília.


Fotos © Bel Pedrosa

BRASILIEN 2014 | Niemeyers Architektur

Wer sich in Brasília auf Spuren des Architekten bewegen möchte, kann im von Oscar Niemeyer 1958 geschaffenen Hotel Brasília Palace (www.brasiliapalace.com.br) stilecht übernachten. Das historische Gebäude wurde nach einem heftigen Brand originalgetreu rekonstruiert – samt der ursprünglich von Le Corbusier ersonnenen „Brise-Soleil”, beweglichen Lamellenelementen, die Licht und Hitze gleichermaßen abschirmen. Die elegante Hotelbar „Oscar” vermittelt im Hier und Jetzt einen bleibenden Eindruck, wie das Interieur der von Niemeyer 1943 in Pampulha, Belo Horizonte, projektierten „Casa do Baile” einmal gestaltet war. Niterói im Staat Rio de Janeiro ist, noch vor Belo Horizonte aber unmittelbar nach Brasília, die Stadt mit den meisten Bauwerken Niemeyers. Nicht weit vom 1996 entworfenen und an ein Ufo erinnernden Museum für zeitgenössische Kunst konzentrieren sich mehrere Gebäude aus seiner letzten Schaffensperiode wie beispielsweise das überaus verspielte und erst 2007 eingeweihte „Teatro Popular” mit einem Auditorium für 300 Gäste und einer für bis zu 10.000 Besucher ausgelegten Freifläche. Alle sieben fertiggestellten Niemeyer-Bauten Niteróis blicken auf die GuanabaraBucht und können im Rahmen geführter Touren des „Caminho Niemeyer” (www.niteroiturismo.com.br) besucht werden. Eine ähnliche Besichtigungstour wird in Minas Gerais mit dem „Roteiro Niemeyer” angeboten: Hier können die 40er- und 50er-Jahre-Bauten am Pampulha-See, wie das „Museu de Arte da Pampulha” (MAP), das ehemalige Casino „Casa do Baile” und die eigenwillige Kirche „São Francisco de Assis”, zusammen mit dem 2010 fertiggestellten 270.000 km² großen Verwaltungskomplex „Presidente Tancredo Neves” besichtigt werden. Hier hat der Altmeister nochmals sein ganzes Können grandios demonstriert – und eines seiner faszinierendsten Gebäude, den fünfstöckigen Regierungspalast „Tiradentes” zwischen vier riesigen Pfeilern freischwebend in die Weite der Landschaft gehängt.

INFO Bel Pedrosa ist unabhängige Berufsfotografin und lebt in Rio de Janeiro. Bis 1995 arbeitete sie für die Tageszeitung Folha de São Paulo. Ihre Aufnahmen sind im Brasilien und im Ausland erschienen, beispielsweise in El País, Le Monde, Liberation, The New York Times, Art Presse, Village Voice, Studio Voice und im Berliner Tagesspiegel. Ausstellungen hat sie in Brasilien, Europa, Lateinamerika und Angola bestritten.

Fotos von links nach rechts: Teatro Popular, Niterói Innenansicht Kathedrale, Brasília Foto am Teatro Popular, Niterói Rampe, Fassade, Treppe Teatro Popular, Niterói „Der rechte Winkel zieht mich nicht an und auch nicht die gerade, harte inflexible Linie, die der Mensch geschaffen hat. Was mich anzieht, ist die freie und sinnliche Kurve, die ich in den Bergen meines Landes finde, im mäandernden Lauf seiner Flüsse, in den Wolken des Himmels, im Leib der geliebten Frau.” (Oscar Niemeyer, 1996)

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Westen Brasília + Distrito Federal | BRASILIEN 2014

BRASÍLIA UND DER DISTRITO FEDERAL

DER WESTEN

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rasser können Gegensätze kaum sein: Mitten in Brasiliens zentralem Westen erhebt sich, einer Fata Morgana gleich, die UNESCO-geschützte Hauptstadt Brasília, umgeben von weitem Ackerund Pionierland, das sich die Staaten Goiás, Mato Grosso und Mato Grosso do Sul teilen. Brasília, sagen manche Brasilianer, ist ein „Schreibtisch in der Steppe”. Industrie ist rar – und im Hinterland dieser drei Provinzen sind Ackerbau, Viehzucht, Jagd und Fischfang die wichtigsten Einkommensquellen. ROBIN DANIEL FROMMER

Foto © ME

Die am Reißbrett geplante Hauptstadt Brasília und der 5.822 km² große Regierungsbezirk wurden aus dem Bundesstaat Goiás herausgetrennt, als das größte Land Südamerikas am 21. April 1960 mit Brasília – nach Salvador und Rio – seine dritte Hauptstadt bezog.

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er Hauptstadtdistrikt liegt auf der 900 bis 1.170 Meter hohen Ebene des Planalto Central, umgeben vom Buschland der Cerrado-Steppe. Gut 2,57 Millionen Menschen haben in Brasília ihr Zuhause – die Residenzstadt ist mit mehr als 300 Einwohner/km² so dicht besiedelt wie in Brasilien sonst nur noch der Bundesstaat Rio de Janeiro. Die Bewohner der Hauptstadt stammen aus allen Landesteilen – was sie eint, ist der Stolz auf Brasília. Urbanist Lúcio Costa, lange Jahre Direktor von Rios Hochschule der schönen Künste, legte den Grundriss Brasílias fest. Der von ihm entworfene „Plano Piloto” gliedert die Hauptstadt in Sektoren und Planquadrate. Er wirkt in der Draufsicht wie ein riesiges Passagierflugzeug mit stark gepfeilten Tragflächen – und folgt der hohen Lehre der stark von Le Corbusier inspirierten „Charta von Athen”, die eine strikte Trennung von Arbeits- und Wohnräumen vorschreibt. Costas urbane Schöpfung erhielt zwei Verkehrsachsen mit bis zu zehn Fahrspuren, die sich rechtwinklig kreuzen. In NordSüd-Richtung sind die Wohnhäuser, „Superquadras” für jeweils 5.000 Bewohner, entlang der Magistrale „Eixo rodoviário” aufgereiht. In Ost-West-Richtung säumen Ministerien und andere Regierungsgebäude sowie die wichtigsten Monumentalbauten die Achse „Eixo monumental”. Ein Stadtraumkonzept mit der unverkennbaren Handschrift des vom damaligen Präsidenten Juscelino Kubitschek propagierten offenen Entwicklungsoptimismus der ausklingen 50er- und beginnenden 60er-Jahre – und mit den individuell und expressiv geformten Baukörpern Oscar Niemeyers (lesen Sie hierzu auch S. 24 u. 25). Die so entstandene Symbiose aus Form und Funktion und die mit Assoziationen spielende bildhafte Symbolik von Niemeyers Architektur erklärte die UNESCO 1987 zum Weltkulturerbe. Ihrem politischen Gewicht entsprechend ist die Hauptstadt Brasília ein wichtiges Drehkreuz des brasilianischen Luftverkehrs. Jets der TAP Portugal bedienen die Direktverbindung nach Lissabon. Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft erhielt Brasília mit dem „Estádio Nacional de Brasília” eine markante Spitzen-Arena mit 68.009 Sitzplätzen. Da Brasília keine eigene Fußballtradition hat, werden zwischenzeitlich immer wieder Spiele der besten brasilianischen Vereinsmannschaften aus dem ganzen Land auch hier ausgetragen.

INFO Übernachten Royal Tulip Alvorada, 395 großzügig bemessene Apartments, 2001 von Star-Architekt Ruy Othake entworfener Komplex mit breitem Konferenz- und Freizeitangebot, Setor Norte, Brasília, www.royaltulipalvorada.com.br Speisen & Getränke Aquavit, internationale Speisen vom dänischen Küchenchef Simon Lau, sehr teuer, Tel. +3369-2301, www.restauranteaquavit.com Nationalpark Der Parque da Água Mineral (30.000 ha CerradoSavanne) wird von den Einheimischen vor allem wegen seiner mit Quellwasser gefüllten Schwimm- und Planschbecken geschätzt. Er liegt 10 km außerhalb von Brasília, an der Landstraße BR-040, Tägl. 8-16 Uhr geöffnet


BRASILIEN 2014 | Goiás Westen

GOIÁS Brasília und der Hauptstadtdistrikt werden vollkommen vom 341.290 km² großen – und deutlich älteren – Bundesstaat Goiás umschlossen. Schon 1592 wurde in dieser zentralsten Provinz Brasiliens Gold entdeckt. Doch erst die späte Entdeckung ergiebiger Vorkommen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts verhalf der abgelegenen Region zum Aufschwung.

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m Staat Goiás, der fast die Größe Deutschlands hat, leben nur wenig mehr als sechs Millionen Menschen, knapp ein Viertel davon in der Provinzhauptstadt Goiânia. Sie liegt in 200 Kilometer Distanz zu Brasília, entstand 1932 bis 1935 nach Plänen von Dr. Pedro Ludovico Teixeira und wurde vom Urbanisten Attílio Corrêa Lima verwirklicht. Goiânia gehört inzwischen zu den brasilianischen Städten mit überdurchschnittlich hoher Lebensqualität. Der Busbahnhof Goiânias zählt zu Brasiliens Verkehrsknotenpunkten mit dem höchsten Passagieraufkommen. Eher regionale Bedeutung hat hingegen Goiânias Flughafen, der von sechs brasilianischen Airlines angeflogen und mit den Metropolen Rio und São Paulo verbunden wird.

INFO Übernachten Castro’s Park, 172 Zimmer, Restaurant und Spa, 1986 eröffnet und seither bestes Haus am Ort, Setor Oeste, Goiânia, www.castrospark.com.br; Santos Dumont Aeroporto, 77 Apartments, teils mit Kochnische, 2008 eröffnet, preiswert, im Setor Santa Genoveva, Goiânia, www.hotelsantosdumont.com.br Speisen & Getränke Montana Grill, Churrascaria mit RodízioSystem, tägl. geöffnet, Setor Marista, Goiânia, Tel. + 3541-5555, www.churrascariamontanagrill.com.br

„Os Candangos” Monument in Brasília Foto oben: Wasserfall in Pirenópolis – eine historische Stadt im brasilianischen Bundesstaat Goiás Foto unten: Kirche in Pirenópolis

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Westen Mato Grosso | BRASILIEN 2014

MATO GROSSO Um die Fläche von Brasiliens Bundesstaat Mato Grosso zu übertreffen, müsste man schon die Ukraine und Italien „zusammenlegen”. Nur 3,45 Millionen Einwohner verlieren sich auf 903.357 km² – der Staat Mato Grosso („Großer Busch”) ist mit 3,45 Menschen/km² eine der am dünnsten besiedelten Regionen Brasiliens. Doch selbst hier sind Flora und Fauna nicht auf der sicheren Seite: Mato Grosso ist Brasiliens Hauptanbaugebiet für Soja, und immer mehr „unproduktiver” Wald muss der boomenden AgrarIndustrie weichen.

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aturtouristen können von Mato Grossos Hauptstadt Cuiabá mehrtägige Exkursionen in drei grundverschiedene Ökosysteme unternehmen: in den südlichen amazonischen Regenwald, in das Sumpf- und Feuchtgebiet Pantanal mit seiner nicht zu übertreffenden Tiervielfalt und in die Savannen-Landschaft des Nationalparks „Chapada dos Guimarães”. Mato Grossos Provinzhauptstadt Cuiabá (555.000 Einwohner) besitzt ein heißes und feuchtes Klima. Der „Aeroporto Internacional de Cuiabá Marechal Rondon” wird von den brasilianischen Fluggesellschaften Asta, Avianca do Brasil, Azul, Gol, Passaredo und Tam angeflogen. Zur Fußball-Weltmeisterschaft entstand in Cuiabá der Stadionneubau „Arena do Pantanal” mit 42.968 Sitzplätzen. Hier sind vier Vorrundenspiele vorgesehen. Beim Bau des Stadionkomplex‘ spielte die Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle: Die Mehrzweckanlage verfügt über ein bewegliches und bei Bedarf vollständig schließbares Dach und kann durch seine Baukastenstruktur nach der WM 2014 wieder verkleinert werden. Wie der Name des neuen Stadions stolz verkündet, ist Cuiabá das ganzjährig funktionierende Tor zum saisonal überschwemmten Feuchtgebiet Pantanal, das von der Hauptstadt aus über die Dammstraße „Transpantaneira” bequem erreicht werden kann (lesen Sie hierzu mehr auf den beiden folgenden Seiten 30 u. 31).

TIPP! Den 1989 eingerichteten Nationalpark „Chapada dos Guimarães” trennen nur 67 km von Cuiabá. Er ist über die Staatsstraße MT-251 rasch zu erreichen und bietet – auf 811 Meter über dem Meeresspiegel gelegen – ganzjährig ein angenehm frisches Klima. Das Naturschutzgebiet (330 km²) belohnt den Besucher außerdem mit Canyons, Tafelbergen, gut 200 Wasserfällen und sehenswerten Höhlen, beispielsweise die „Caverna do Lago Azul”, in deren unterirdischen Gewölben sich zum Baden geeignetes, kristallklares Wasser staut. Pousadas und Restaurants finden sich im gut 17.000 Einwohner zählenden Dörfchen Chapada dos Guimarães. Weitere Infos: www.chapadadosguimaraes.tur.br und www.chapadadosguimaraes.com.br

INFO Übernachten Gran Odara, 141 Apartments, Restaurant „Avec”, Pool, Fitness-Raum und Spa, 2011 eröffnet, Ribeirão do Ponte, Cuiabá, www.hotelgrandeodara.com.br; Mangabeiras, 65 Zimmer, Várzea Grande, Cuiabá, www.hotelmangabeiras.com.br Speisen & Getränke Mahalo, die spannende Fusion französischer und brasilianischer Küche hat natürlich ihren Preis, nicht umsonst gilt das Restaurant von Ariani Malouf und Chefkoch Fernando Mack als eine der beste Adresse im mittleren Westen Brasiliens. Quilombo, Cuiabá, Tel. +3028-7700, www.mahalocozinhacriativa.com.br Exkursion Intensive 10-tägige Rundreise in alle drei Ökosysteme Mato Grossos, www.ruppertbrasil.de

Grasende Capivara (oder auch Wasserschweine) in Mato Grosso halten sich bevorzugt im Wasser auf


BRASILIEN 2014 | Mato Grosso do Sul Westen

MATO GROSSO DO SUL Brasiliens Bundesstaat Mato Grosso do Sul (357.125 km²) ist so groß wie Deutschland, besitzt aber nur 2,5 Millionen Einwohner. Seine extrem dünne Besiedelung (7 Menschen/km²) ist auch der Tatsache geschuldet, dass nahezu ein Drittel der Staatsfläche Teil des saisonal überfluteten Sumpflands „Pantanal” ist.

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ore zum südlichen Pantanal sind die Grenzstadt Corumbá (104.000 Einwohner) und die Provinzhauptstadt Campo Grande (mit gut 787.000 Einwohnern). Beide besitzen Flughäfen; derzeit fliegen nur Maschinen von Azul/Trip beide Airports an; Campo Grande ist außerdem Zielflughafen von Avianca do Brasil, Gol und Tam.

TIPP! Beschauliche Eisenbahn-Nostalgie in Mato Grosso do Sul: Samstags (ab 8 Uhr) fährt der von einer Diesellok gezogene „Trem do Pantanal” von Campo Grande (Bahnhof: „Estação de Indubrasil”) über Aquidauana nach Miranda und sonntags pendelt (8-18.15 Uhr) er in entgegengesetzter Richtung wieder zurück. Auskünfte in Campo Grande, Tel. +3043-2233, Infos: www.serraverdeexpress.com.br TIPP! Zwischen Juni und September gibt es im südlichen Pantanal nur geringe Niederschläge: In dieser Zeit bieten die ohnehin kristallklaren Flüsse und Seen in der Umgebung von Bonito (312 km von Campo Grande entfernt) die beste Unterwassersicht. Man kann sich inmitten bunter Fischschwärme im Rio Sucuri oder im Quelltopf Nascente Azul treiben lassen, vorausgesetzt, man hat sich rechtzeitig angemeldet – die meisten Attraktionen sind nur für eine streng limitierte Anzahl täglicher Besucher zugelassen. Weitere Infos bei deutschsprachigen Anbietern wie: Gateway Brazil, Karawane Reisen und/oder Ruppert Brasil.

INFO Flughäfen Campo Grande und Corumbá Übernachten Grand Park, 129 Zimmer, Buffet-Restaurant, Pool, 2011 eröffnet; Chácara Cachoeira, Campo Grande, www.grandparksms.com.br; Metropolitan, 75 Apartments und 5 Suiten, 1998 eröffnet, preiswert und zentral gelegen, Campo Grande, www.hotelintermetro.com.br; Gold Fish, 83 Zimmer, Restaurant, Pool, am Ufer des Rio Paraguai gelegen, ca. 4,6 km vom Zentrum entfernt; Corumbá, www.candeias.com.br; Pousada Xararés, 17 Gästezimmer, Landebahn, Reitpferde, 2004 eröffnet; am Rio Adobral, 134 km außerhalb von Corumbá gelegen, www.xaraes.com.br; Pousada-Fazenda Santa Clara, 22 Zimmer, eigene Landebahn, Reitpferde,140 km außerhalb von Corumbá, www.pantanalsantaclara.com.br; Refúgio Ecológico Caiman, 11 Apartments, Mindestaufenthalt 3 Tage, geschlossene Gruppen bevorzugt, keine Kinder unter 8 Jahre, Miranda, www.caiman.com.br Speisen & Getränke Fogo Caipira, im Fazenda-Stil, Spezialitäten aus dem Pantanal, tgl. geöffnet, im Zentrum v. Campo Grande, Tel. +3324-1641, www.fogocaipira.com.br; Ceará, regionale Pantanal-Fischgerichte, Mo. geschl., Universitário, Corumbá, Tel. +3231-1930, www.restauranteaquavit.com

Foto links: Wasserfall in Bonito Foto rechts: Fische im kristallklaren Fluss


Panatanal | BRASILIEN 2014

LOGENPLATZ AUF DER ARCHE NOAH SÜDAMERIKAS

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atur pur! Der Pantanal ist das größte Feuchtgebiet der Erde. In Mato Grossos wasserreichem Westen kann man Flora und Fauna – ohne expeditionsmäßigen Aufwand – hautnah erleben. Nirgendwo in Südamerika gibt es eine höhere Konzentration an Kranichen, Wasserschweinen, Kaimanen oder Störchen. Die Lodges, entlang der Dammpiste „Transpantaneira” sind ganzjährig einfach zu erreichen – nicht unwichtig für alle, die in überschaubar kurzer Zeit möglichst viel sehen wollen.

Aufgrund der reichen Natur schätzen international renommierte Wildlife-Fotografen und Film-Crews aus aller Welt die Araras Eco Lodge und ihr privates, 2.850 Hektar großes Naturschutzgebiet. Gedreht haben hier bereits „Discovery Channel”, „National Geographic”, die brasilianischen Sender „Globo” und „Record”, der britische „Channel 4”, „NHK” aus Japan und „3 SAT”. Besonders gefragt sind bei Crews und vielen anderen Gästen die von der Lodge in der Trockenzeit organisierten Jaguar-Safaris.

Lodge, Farm und Auswilderungsstation Zur guten Erreichbarkeit – von Cuiabás Flughafen nimmt die Anfahrt nur knapp zwei Stunden in Anspruch – gesellen sich weitere wichtige Vorteile: Die Araras Eco Lodge bietet 19 komfortable Gästezimmer mit überraschend komfortabler Ausstattung, neben einem Pool auch drei Aussichtstürme zur Tierbeobachtung und Speisen, die entweder aus eigenem organischem Anbau oder aus eigener Zucht stammen. „In der Trockenzeit bauen wir unser Gemüse im eigenen Garten an”, betont André von Thuronyi, der Inhaber der Araras Lodge, dessen Eltern aus Ungarn stammten: Er spricht mehrere Sprachen, auch Deutsch, leitet die Araras Eco Lodge seit ihrer Eröffnung 1989 und macht deutlich: „Neben der Lodge betreiben wir auch eine „working ranch”, ziehen ideal an das Sumpfland angepasste PantaneiroPferde, Rinder und Büffel. Wir raten unseren Gästen, mindestens drei, idealerweise vier Nächte zu bleiben, damit sie möglichst viel sehen können. Außerdem nimmt unser Areal eine Auswilde-

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ROBIN DANIEL FROMMERI

rungsstation für vom Zoll beschlagnahmte oder aus nicht artgerechter Haltung befreite Aras und Papageien auf. Hier arbeiten wir eng mit der brasilianischen Umweltschutzbehörde IBAMA und mit regierungsunabhängigen Organisationen zusammen”.

„Auf unserer Farm wildern wir Vögel aus, die von Schmugglern gefangen wurden. Die meisten sind nach einem Jahr wieder voll in die Natur integriert.” André von Thuronyi Ausstattung und Crew der Araras Lodge eröffnen den Gästen vielfältige Möglichkeiten, den Pantanal aktiv zu erleben: Hölzerne Spazierwege mit Handlauf führen zu den zur Öko-Farm gehörenden Aussichtstürmen, Reitpferde stehen für einen umsichtig geführten Ausritt bereit, außerdem werden Trekking-Ausflüge, nächtliche Safarifahrten und Kanu-Exkursionen angeboten. Gerade diese Vielfalt macht den Aufenthalt auch für Familien mit heranwachsenden Kindern und Jugendlichen attraktiv und kurzweilig. Pousada Araras Eco Lodge Rod. Transpantaneira, km 32, Poconé, Mato Grosso, Brasilien Tel. +55 (0)65 9983-8633, www.araraslodge.com.br


Fotos © R. D. Frommer

BRASILIEN 2014 | Pantanal

Foto links: André von Thuronyi, der Inhaber der Araras Eco Lodge, zieht nebenher auch Pantaneiro-Pferde

Foto rechts: Nasenbär im Pantanal


Nordosten Alagoas + Bahia | BRASILIEN 2014

DER NORDOSTEN

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anzjährig sommerlich warme Temperaturen und zahllose feinsandige Bilderbuchstrände: Bei Badeurlaubern steht der brasilianische Nordosten entsprechend hoch im Kurs. Acht Bundesstaaten teilen sich die flächenmäßig zweitgrößte Region des Landes, den zweitgrößten Bevölkerungsanteil und den mit Abstand längsten Abschnitt der brasilianischen Atlantikküste. Die Staaten Nordostbrasiliens wurden am frühesten durch Franzosen, Portugiesen oder Niederländer kolonialisiert, entsprechend deutlich ist das architektonische Erbe der Europäer bis heute präsent.

ROBIN DANIEL FROMMER

ALAGOAS Mit einer Fläche von 27.933 km² ist Alagoas der zweitkleinste Bundesstaat Brasiliens – nur Sergipe ist noch kleiner. In Alagoas haben mehr als 3,3 Millionen Menschen ihr Zuhause, mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in Städten, von denen Penedo und Marechal Deodoro über barocke Klosteranlagen der Franziskaner und Karmeliten und andere historische Gebäude verfügen.

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ie moderne Hauptstadt von Alagoas ist Maceió mit knapp einer Million Einwohnern. Maceió genießt in Brasilien den Ruf, die Hauptstadt mit den schönsten Badestränden zu sein – und die Stadtteile von Pajuçara, Ponta Verde und Jatiúca werden wegen ihrer Hotels, Bars und Restaurants und wegen ihrer weit geschwungenen Atlantikstrände gerne mit Leblon, Ipanema und Copacabana verglichen. Zu den schönsten Strände zählen die 25 km von Maceió entfernte Praia do Francês und die nur fünf Kilometer weiter südlich gelegene Praia do Gunga bei der Küstenstadt Barra de São Miguel. Ganz im Norden von Alagoas ist die 140 km von Maceió entfernte Kleinstadt Maragogi (31.000 Einwohner), von Palmen und paradiesischen Tropenstränden wie beispielsweise Barra Grande, Burgalhau, Peroba, Ponta do Mangue und Xaréu malerisch umgeben.

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TIPP! In Alagoas finden Selbstfahrer entlang der Küstenstraße „Rota Ecológica” zwischen São Miguel dos Milagres und Japaratinga unverbaute Robinsonstrände und kleine Pousadas mit Strandbungalows.

INFO Flughafen „Zumbi dos Palmares” International Airport Maceió Übernachten Ritz Lagoa da Anta, 196 Zimmer, Maceió, www.ritzlagoadaanta.com.br; Jatiúca Resort, 96 Apartments, Mangabeiras, Maceió, www.hoteljatiuca.com.br; Porto Maceió, 27 Gästezimmer, Ponta verde, Maceió, www.hotelpotomaceio.com.br; Praia Bonita, 39 Apartments, preiswert, Pajuçara, Maceió, www.praiabonita.com.br; Salinas do Maragogi Resort, 236 Apartments, All-inclusive, Mindestaufenthalt 7 Tage, www.salinas.com.br; Pousada do Caju, 7 Gästezimmer und 3 Bungalows an der „Rota Eco-lógica”, Praia do Toque, São Miguel dos Milagres, Tel. 3295-1103, www.pousadacaju.com Speisen & Getränke Divina Gula, Maceió, Mo. geschl., Tel. 3235-1016, www.divinagula.com.br; Spettus, RodízioGrillrestaurant, Ponta Verde, Maceió, Tel. 3304-3100, www.piraovitoria.com.br; No Quintal, „Rota Ecológica”, Mo. geschl., Tel. 9910-7078


BAHIA Mit 567.295 km² ist Bahia ungefähr so groß wie Frankreich und zählt 14 Millionen Einwohner. Bahias Kapitale ist die 2,7-Millionenstadt Salvador an der Allerheiligenbucht, die von 1549 bis 1763 auch die erste Hauptstadt des damals kolonialen Brasiliens war.

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alvadors barocke Altstadt rund ums autofreie „Pelourinho”Viertel steht unter Schutz der UNESCO. Der historische Stadtteil wurde von Grund auf saniert und ist seither viel genutzte Bühne und beliebte touristische Flaniermeile. Das neu erbaute Fußballstadion „Arena Fonte Nova” wurde vom deutschen Architekturbüro Schulitz & Partner realisiert und bietet bis zu 56.500 Zuschauern Platz. Karneval ergreift in Salvador von der ganzen Stadt Besitz, da die in der „fünften Jahreszeit” von Zuschauertribünen gesäumten Straßen vieler Viertel von den Umzügen dezibelgewaltiger „Trio Elétrico”, das sind Sattelschlepper mit bis zu 15 Musikern und Tänzern, Instrumenten und turmhohen Lautsprechern, mehrfach durchzogen werden. Wer den Karneval in Salvador da Bahia verpasst hat, kann nach Aschermittwoch im Küstenort Porto Seguro nahtlos weiterfeiern. Salvadors internationaler Flughafen „Deputado Luís Eduardo Magalhães” wird von Condor und TAP Portugal mit Europa verbunden und ist Ausgangspunkt sowohl für Touren in Bahias weites Hinterland „Recôncavo” als auch für Ausflüge an die Atlantikküste oder zu vorgelagerten Inseln. Highlights im Landesinnern sind die Kolonialstädtchen Cachoeira, São Felix und der Nationalpark „Chapada Diamantina”. Die autofreie Stadt Morro de São Paulo auf der Palmeninsel Tinharé, das benachbarte Eiland Boipeba und weiter im Süden die Maruá-Halbinsel sind außergewöhnlich reizvolle Badeziele.

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INFO Übernachten Sol Victória Marina, 158 Zimmer, mit Seilbahn zum Atlantik, Vitória, Salvador, www.solexpress.com.br; Solar dos Deuses, Boutique-Hotel mit 7 Zimmern, Pelourinho, Salvador, www.solardosdeuses.com.br Speisen & Getränke Yemanjá, seit 1975 „die” Adresse für die afro-brasilianische Küche Bahias, Praia da Armação, Tel. 3461-9010, www.restauranteyemanja.com.br; Uauá, brasilianische Gerichte, So. geschl., Pelourinho, Tel. 3312-3089

Illustration: Die barocke Altstadt von Salvador steht unter Schutz der UNESCO und ist eine beliebte touristische Flaniermeile

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Nordosten Bahia | BRASILIEN 2014

Giebel und Türme des Franziskaner-Klosters in Salvador

SCHWEIZER ZUVERLASSIGKEIT IN BAHIA Regula Iglesias Stromer stammt aus Zürich und leitet im historischen Zentrum Salvadors die mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Incoming- und Event-Agentur ‘Tours Bahia International‘. Frau Stromer, was bedeutet die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 für Salvador da Bahia? Regula Iglesias Stromer: Die WM ist eine sehr gute Werbung für Salvador und das ganze Land. Man wird tolle Bilder und fröhliche Menschen sehen, was hoffentlich ansteckend wirkt für den nächsten Urlaub. Welchem Team drücken Sie eigentlich die Daumen? Brasiliens ‘Seleção‘ oder Ottmar Hitzfelds Schweizer Nationalmannschaft? Regula Iglesias Stromer: Natürlich bin ich in erster Linie für die Schweiz. Uns wird auch sicher wieder ein kleines Wunder gelingen, wie bei der letzten WM, als wir gegen den amtierenden Weltmeister Spanien gewonnen haben! Ich hoffe einfach sehr, unsere ‘Nati‘ in Salvador zu sehen. Was bleibt über den Wettbewerb hinaus für Salvador, seine Einwohner und Besucher? Regula Iglesias Stromer: Die gesamte Infrastruktur wird verbessert. Wir haben bereits ein tolles Stadi-

um und rollstuhlgängige Wege im historischen Pelourinho-Viertel. Im Stadtteil Barra wird eine breite Strandpromenade gebaut und im Hafen wird der Kreuzfahrt-Terminal neu gebaut. Wir hoffen auch, dass es eine schnelle Busverbindung zwischen dem Flughafen und dem Stadion gibt. Außerdem scheint möglich, dass auch die Metro bis zur WM fertig wird. Werbung und touristische Information werden inzwischen mehrsprachig ausgelegt und die Veranstaltungsdaten werden frühzeitig bekannt gemacht. Einige Events sind für Incentives aus Übersee qualifiziert, wie beispielsweise das Trommelfestival ‘Perc Pan‘, das Festival der lateinamerikanischen Kultur oder das Festival ‘Africa Brasil‘. Noch ein positiver Begleiteffekt: Es wird immer einfacher, nach Salvador zu kommen. Die Air Europa hat im Moment beispielsweise wöchentlich vier Flüge und ab April 2014 sogar täglich einen Flug zwischen Madrid und Salvador. Sportlich gilt Salvador eigentlich als Hochburg der afrobrasilianischen ‘Capoeira‘. Kann die Fußball-Weltmeisterschaft die Gewichte in der Stadt überhaupt zu Gunsten der ‘Ballsportler‘ verändern? Regula Iglesias Stromer: Kurzfristig sicher, aber nach der WM nimmt die Capoeira wieder ihren an-

gestammten Spitzenplatz ein. Die ehemalige Festung ‘Forte de Santo Antônio Além do Carmo‘ wurde renoviert und Interessierte können dort bei den bekanntesten Capoeira-Meistern – wie beispielsweise João Pequeno de Pastinha, Bola Sete, Curió oder Boca Rica – Capoeira-Lektionen belegen oder mit etwas Glück eine ‘Roda‘ sehen. Wer hat der Fifa klargemacht, dass man auf die Baianas, ihre Garküchen und ihre ‘Acarajés‘ (Krabbenküchlein) in Stadionnähe nicht verzichten will? Regula Iglesias Stromer: Der Protest in der Bevölkerung war sehr groß. Dem musste sich sogar die Fifa beugen.

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BRASILIEN 2014 | Ceará Nordosten

CEARÁ Mit einer Fläche von 146.348 km² ist Ceará größer als Griechenland oder Kasachstan. Gut 8,5 Millionen Einwohner – Cearenses genannt – leben in diesem nordostbrasilianischen Bundesstaat. Menschen aus Ceará stellen traditionell das längst sprichwörtliche „Rückgrat der brasilianischen Gastronomie” – man trifft sie daher in großer Zahl auch außerhalb Cearás, in allen größeren Städten des Südens und Südostens. Und im Fernsehen, denn die Mehrzahl der bekanntesten TV-Komiker Brasiliens, wie beispielsweise Renato Aragão, stammt aus Ceará.

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earás Hauptstadt liegt am Atlantik – das moderne Fortaleza zählt 2,5 Millionen Einwohner. Die Küstenmetropole wird durch Direktflüge der TAP Portugal mit Europa verbunden. Außerdem fliegt Condor Fortaleza ab Frankfurt direkt an. Fortalezas WM-Arena, die „Estádio Governador Plácido Castelo” heißt und über 64.846 Sitzplätze verfügt, wird meist nur knapp „Castelão” genannt. Das Stadion stammt aus dem Jahr 1973, wurde aber bereits zum „Confed Cup” 2013 komplett umgebaut. Neben vier Vorrundenspielen wird es auch Spielstätte eines Achtel- und eines Viertelfinales sein. Neben dem Fußball gibt es weitere gute Gründe, um Fortaleza eine Visite abzustatten: Die herrlichen Strände in der näheren und weiteren Umgebung sowie die kulturellen Einrichtungen und das Nachtleben der tanzwütigen Stadt. Ein Wochentag ohne mitreißende Live-Musik, ohne Schwof und Geselligkeit ist in Fortaleza gar nicht vorgesehen. Selbst montags, wenn andernorts der Katzenjammer auskuriert wird, treffen sich Gäste und Einheimische in der „Pirata-Bar”, einem beliebten Tanzlokal im restaurierten BohèmeViertel Iracema. Fortaleza gilt als die Hauptstadt des populären Forró-Rhythmus. Fortalezas längster Stadtstrand ist die „Praia do Futuro”, acht Kilometer südöstlich des Zentrums. Außerdem ist die Stadt Aus-

gangspunkt ein- und mehrtägiger Ausflüge zu den schönsten Badebuchten entlang der 573 km langen Küste Cearás. „Canoa Quebrada” (163 km entfernt), die ”Praia da Ponta Grossa” (210 km) und die Strände bei „Jericoacoara” zählen zu den Highlights. TIPP! Fortalezas „Centro Cultural Dragão do Mar” im Stadtteil Iracema ist gleichzeitig Ausstellungsort, Bühne, Bibliothek, Museum und Planetarium. Mit seiner Fläche von 30.000 m² zählt es zu den größten Kulturzentren Brasiliens.

INFO Flughafen Aeroporto Internacional de Fortaleza „Pinto Martins” Übernachten Gran Marquise, 230 Zimmer und drei exzellente Restaurants, Macuripe, Fortaleza, www.granmarquise.com.br; Marina Park, 315 Apartments, mit eigenem Bootsanleger und Jachthafen, Iracema, Fortaleza, www.marinapark.com.br; Jeri Pousada, 8 Zimmer, familiäres Guesthouse, Jericoacoara, www.jeriathome.com Speisen & Getränke Colher de Pau, Gerichte aus dem nordostbrasilianischen Sertão, Varjota, Fortaleza, Tel. 3267-6680, www.colherdepaufortaleza.com.br; Chico do Caranguejo, Strandrestaurant, Spezialität: Krebse, Praia do Futuro, Fortaleza, Tel. 3262.0108, www.chicodocaranguejo.com.br Ausflugsziel Beach Park, maritimer Vergnügungspark, in Teilen für Kinder geeignet, am Strand „Porto das Dunas”, 25 km von Fortaleza entfernt, www.beachpark.com.br

Strand Iracema in Fortaleza

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Nordosten Maranhão | BRASILIEN 2014

MARANHÃO Der brasilianische Bundesstaat Maranhão nimmt 333.365 km² Fläche ein und 6,6 Millionen Einwohner auf. Der Staat wurde Anfang des 17. Jahrhunderts von französischen Kolonisten von See her erschlossen.

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ie gründeten São Luís (1 Million Einwohner), Maranhãos Hauptstadt, auf der gleichnamigen Insel im Osten der São MarcosBucht. Die Franzosen wurden jedoch nach wenigen Jahren von den Portugiesen vertrieben, die der Hafenstadt ihren Stempel besonders nachhaltig aufdrückten: Nicht weniger als 3.000 Gebäude des Ortszentrums verkleideten sie mit importierten Azulejo-Fliesen – die Zier portugiesischer Keramik ist in tropischen Breiten ein geradezu idealer Fassadenschutz. In den letzten Jahren konnten 300 Stadthäuser im zentralen Viertel „Praia Grande” von Grund auf restauriert werden. Fassaden wurden mit einem kräftigen Schuss Farbe aufpoliert und die Straßen mit Laternen im Stil der Kolonialzeit beleuchtet. Die groß angelegte Stadtsanierung des „Centro Histórico” fand längst internationale Anerkennung: Ende 1997 erklärte die UNESCO das Altstadtzentrum von São Luís zum schützenswerten Weltkulturerbe. An Bord von Handelsschiffen gelangte in den 70er-Jahren jamaikanische Reggae-Musik nach São Luís. Der schleppende, bassbetonte Rhythmus aus der Karibik gefiel den Einwohnern Maranhãos auf Anhieb so gut, dass er bis heute in São Luís und Umgebung allgegenwärtig scheint. Am Stadtstrand „Praia da Ponte d’Areia” feiert der karibische Rhythmus jede Donnerstagnacht feuchtfröhliche Urstände und freitagnachts wogt der Stadtteil São Francisco im Reggae-Fieber. Heute kennen selbst Brasilianer, die noch nie bis nach São Luís gelangt sind, Maranhãos Kapitale unter ihrem Beinamen: „Hauptstadt des Reggae”. São Luís wird von zahlreichen brasilianischen Airlines angeflogen. Die Stadt eröffnet Touristen auch den Zugang zur 280 km entfernten Kleinstadt Barreirinhas und damit zum 155.000 ha großen Nationalpark „Lençóis Maranhenses”. Brasiliens einzige geschützte Sandwüste prägt mit ihren Wanderdünen einen 70 km langen Kü-

stenabschnitt und ragt bis zu 50 km ins Landesinnere. Tonschichten sorgen dafür, dass sich der von Dezember bis Juli niedergehende Regen zwischen den bis zu 20 m hohen Dünen zu kleinen Seen staut, deren Wasser – abhängig von Untergrund und Vegetation – blau, grün, braun oder schwarz gefärbt ist. TIPP! In São Luís’ Altstadt lohnt der Besuch der „Casa de Nhozinho” – das Museum vermittelt einen Einblick ins Werk von Antônio Pinto Nogueira, einem der wichtigsten Künstler Maranhãos. Mo. geschl.

INFO Flughafen Aeroporto Internacional de São Luís „Marechal Cunha Machado” Übernachten Luzeiros, 221 Apartments, Gym und Spa, Ponta do Farol, São Luís, www.luzeirossaoluis.com; Best Western Praia Mar, 122 Zimmer, am Strand Ponta d’Areia, São Luís, www.praiamar.com.br Speisen & Getränke Cabana do Sol, Spezialitäten aus Maranhão, So. geschl., Farol de São Marcos, São Luís, Tel. 3235-2586, www.cabanadosol.com.br; Senac, Restaurant der gleichnamigen Gastronomieschule, So. geschl., Centro Histórico, São Luís, Tel. 3198-1100 Ausflugziel Alcântara, halbverfallenes Städtchen aus dem 17. Jh. auf der anderen Seite der Bucht São Marcos. Fähren legen in São Luís im Hafen, Terminal Hidroviário, um 7 und 9.30 Uhr ab

Foto links: Die Altstadt von São Luís wurde Ende 1997 zum schützenswerten UNESCO-Weltkulturerbe erklärt Foto rechts: Blick auf das historische Zentrum von São Luís – Hauptstadt des Bundesstaats Maranhão


BRASILIEN 2014 | Paraíba + Piauí Nordosten

PARAÍBA Mit dem Kap „Ponta do Seixas” besitzt Paraíba (4 Millionen Einwohner) den östlichsten Punkt ganz Amerikas. Entlang der Atlantikküste der 56.585 km² großen Provinz reihen sich einige traumhaft schöne Badestrände, an denen man noch Ruhe finden kann, und Buchten wie „Cabedelo” oder „Intermares”, die wegen ihres kräftigeren Wellengangs besonders von Surfern geschätzt werden.

J

oão Pessoa ist die 675.000 Einwohner zählende Hauptstadt Paraíbas und ans Netz mehrerer brasilianischen Fluglinien angeschlossen. Ihr historisches Zentrum rings um die barocke Pfarrkirche São Francisco, das farbenfroh restaurierte Art deco-Viertel an der Praça Antenor Navarro und Hof und Treppen des ehemalige Hotels „Globo” lassen sich bequem an einem Nachmittag besichtigen. TIPP! Den Sonnenuntergang an der „Praia do Jacaré” („Krokodilsbucht”) untermalt Saxophonist José Jurandy Félix von einem Ruderboot aus mit Ravels „Bolero” und bis zu fünf anderen Stücken. Seit mehr als 13 Jahren, allabendlich gegen 17 Uhr.

INFO Flughafen Aeroporto Internacional de João Pessoa „Presidente Castro Pinto” Übernachten Hardman Praia, Familienhotel mit 120 Zimmern, Praia da Manaira, João Pessoa, www.hardman.com.br Speisen & Getränke Mangai, tägl. Buffet mit bis zu 100 nordostbrasilianischen Gerichten, Manaíra, João Pessoa, Tel. 3226-1615, www.mangai.com.br

PIAUÍ Mit 252.379 km² ist Piauí der drittgrößte Bundesstaat des brasilianischen Nordostens; seine Fläche übertrifft die Großbritanniens. In der Weite des Agrarstaats verlieren sich gerade einmal drei Millionen Einwohner.

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iauí ist der einzige Teilstaat Brasiliens, dessen Besiedlung vom Landesinnern her erfolgte – der 66 km schmale Küstenstreifen konnte erst 1880 in einem Tauschgeschäft mit dem Nachbarstaat Ceará erworben werden. Mit mehr als 820.000 Einwohnern ist Teresina Piauís größte Stadt und Kapitale – und gut 350 km von der eigenen Küste, dem „Litoral Piauiense”, entfernt. Jets der brasilianischen Liniengesellschaften Azul, Gol und Tam verbinden Teresinas Flughafen „Senador Petrônio Portella” mit dem Rest des Landes. Alle Fernbusse der Gesellschaften Guanabara und Itapemirim, die auf der 1.611 km langen Strecke zwischen Belém in Pará und Fortaleza in Ceará pendeln, fahren über Teresina. Piauís herausragende Sehenswürdigkeiten sind seine Nationalparks: Die 574 km von Teresina entfernte „Serra da Capivara” steht wegen ihrer prähistorischen Funde und Felszeichnungen als Weltkulturerbe unter Schutz der UNESCO und lohnt selbst diese weite Anfahrt. Leichter erreichbar ist der wegen seiner markanten Felsformationen bekannte „Parque Nacional de Sete Cidades”, 183 km nordöstlich von Teresina.

INFO Flughafen Aeroporto de Teresina „Senador Petrônio Portella” Übernachten Palácio do Rio, 41 Zimmer in exzellenter Lage, Jóquei, Teresina, www.palaciodorio.com.br Speisen & Getränke Favorito Churrascaria, Jóquei, Teresina, tägl. Mittagstisch, Tel. 3234-3435, www.favoritorestaurante.com.br

Foto links: Der Leuchtturm „Farol de Cabo Branco” in João Pessoa, ParaÍba Foto rechts: Strandidylle – Kokosnusspalmen am Strand von João Pessoa

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Nordosten Pernambuco | BRASILIEN 2014

IDEIA TOURS: SERVICE IN RECIFE UND RIO

Herr van Steen, Ihre Firma – Ideia Tours – hat ihren Stammsitz in Recife, Pernambuco. Nun erweitern Sie Ihr Unternehmen um ein weiteres Büro in Rio de Janeiro. Könnten Sie uns kurz Ihre Beweggründe für diesen Schritt erläutern? Bernard van Steen: Der Markt ist in ständiger Entwicklung; das Unternehmen wächst und neue Chancen tun sich auf. Wir streben danach, auch neue Märkte mit unserem Angebot zu erreichen. Für viele dieser Märkte nimmt Rio de Janeiro als unangefochtene Top-Destination eine besonders wichtige Sonderrolle ein. Mit den bevorstehenden Großereignissen der Fifa-WM 2014 und den Olympischen Spielen 2016 erscheint uns nun der Moment günstig, unsere örtliche Präsenz in Rio de Janeiro mit der Eröffnung eines eigenen Büros zu stärken.

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Wo in Rio de Janeiro wird der Standort von Ideia Tours sein? Bernard van Steen: Die Nähe zu den Endkunden, also unseren reisenden Gästen, ist ausschlaggebend. Unser Büro liegt deshalb zentral und gut

erreichbar im Stadtteil Copacabana, wo auch die meisten Rio-Besucher ihre Unterkunft haben. Während der Hauptsitz von Ideia Tours weiterhin in Recife bestehen bleibt und hier Verkauf, Buchungszentrale und Verwaltung konzentriert bleiben, wird sich Ideia Tours in Rio in erster Linie der lokalen Koordination und dem Kunden-Support widmen. Natürlich ist eine Vertretung in Rio auch ein wesentlicher Vorteil, wenn es darum geht, unsere lokale Präsenz zu intensivieren. Haben Sie als gestandener Insider eine besondere Empfehlung für Rio-Besucher? Ist es sinnvoll, auch einen Mietwagen zu nehmen? Bernard van Steen: Rio de Janeiro bietet einen unendlichen Reichtum an Optionen – in der Stadt selbst haben wir natürlich die All-Time-Klassiker, damit meine ich die weltbekannten Postkartenmotive Rios; aber darüber hinaus rücken bisher unscheinbar geblieben Stadtteile allmählich in die internationale Bekanntheit und laden dazu ein, die Stadt auch einmal aus ungewöhnlichen Perspektiven zu erkunden. Vom eher gewagten Vorhaben, auf eigene Faust in Rio einen Mietwagen zu nehmen, raten wir ausdrücklich ab. Für selbständige Kunden, die dennoch auf Sicherheit

und deutschsprachige Assistenz nicht verzichten wollen, bieten wir jedoch im Umland Rios verschiedene Mietwagentouren an. Eine sehr beliebte Tour führt beispielweise entlang der wirklich atemberaubend schönen „Grünen Küste” zum Kolonialstädtchen Paraty und weiter zur Ilha Grande Eine andere weitere Tour folgt den Spuren der Goldschürfer auf der heute noch streckenweise erhaltenen „Estrada Real”. Wer lieber mit dem Fahrrad unterwegs ist oder von einer Trekking-Tour träumt, wird in der Gegend um Rio auch zweifellos fündig. Selbst den ausgefallensten Wunsch unserer Kunden nehmen wir gerne als Herausforderung an, und darin sehe ich unsere große Stärke: Mit Liebe zum Detail erstellen wir maßgeschneiderte Angebote, und nichts freut uns mehr, als wenn unsere Besucher schließlich mit ihrer BrasilienReise rundum zufrieden sind. Foto © R. D. Frommer

Brasilien-Experte Bernard van Steen aus Amsterdam leitet seit 20 Jahren in Pernambuco die zuverlässige Incoming-Agentur „Ideia Tours”.


PERNAMBUCO Portugiesen und holländische Kolonialherren drückten Pernambuco gleichermaßen ihren Stempel auf. An der Nordostküste Brasiliens gedieh Zuckerrohr so gut, dass das heute 98.938 km² große Pernambuco zwischen dem 16. und dem 17. Jahrhundert der reichste Teilstaat Brasiliens war – und entsprechend hart umkämpft wurde. Heute leben hier mehr als neun Millionen Menschen. Zwischen 1630 und 1654 gelang es den Niederländern unter dem deutschen Grafen Moritz von Nassau-Siegen, diese Region zu besetzen.

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n Pernambucos umtriebiger Hauptstadt Recife (1,6 Millionen Einwohner), besonders im Stadtteil Boa Viagem, dominiert natürlich längst moderne Architektur – an die kurze Dominanz der holländischen Seemacht erinnert aber beispielsweise die 1627 errichtete Küstenfestung „Forte do Brum” im Stadtteil Recife Velho, während die „Forte das Cinco Pontas” erst 1677 südlich des alten Ortskerns von den Portugiesen errichtet wurde. Die Nachbarstadt Olinda bewahrt hingegen so reiches barockes Erbe, dass sie von der UNESCO als Weltkulturerbe unter Schutz gestellt wurde. Der ursprünglich gebliebene Straßenkarneval von Olinda zählt zu den populärsten und schönsten närrischen Veranstaltungen Brasiliens. Recifes internationaler Flughafen „Guararapes – Gilberto Freyre” ist das Zugangstor zu Pernambuco und zur vorgelagerten Inselgruppe von Fernando de Noronha – er wird von Jets der TAP und der Condor mit Europa direkt verbunden. Das in Recifes Vorort São Lourenço da Mata neu erbaute Fußballstadion, die „Arena de Pernambuco”, ist für bis zu 42.849 Zuschauer ausgelegt.

INFO Übernachten Transamérica Prestige, 195 Apartments am Strand von Boa Viagem, Pina, Recife, www.transamerica-group.com.br; Blue Tree Towers, 152 Zimmer, Piedade, Recife, www.bluetree.com.br Speisen & Getränke Boi e Brasa, Churrascaria mit RodízioSystem, Pina, Recife, Tel. 33466-6334, www.boiebrasa.com.br

großes Foto: Kirche São Francisco in Olinda (Pernambuco) Jangada Fischerboot in Porto de Galinhas, Pernambuco


Nordosten Bahia | BRASILIEN 2014

RIO GRANDE DO NORTE Hohe Sanddünen, windschiefe Kokospalmen, gleißende Sonne, Lagunen und weite Strände: Diesem landläufigen Idealbild des brasilianischen Nordostens entspricht die 410 km lange Küste des 53.307 km² großen Bundesstaats Grande do Norte am besten. Das Klima ist ganzjährig tropisch warm, bei einer mittleren Jahrestemperatur von 26  °C. Leichter Wind vom Atlantik bringt angenehme Erfrischung.

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er Tourismus ist der – mit Abstand – wichtigste Wirtschaftszweig der mehr als drei Millionen Einwohner zählenden Provinz. Natal Rio Grande do Nortes Hauptstadt ist Natal (850.000 Einwohner) – die überschaubare Kapitale gilt den Brasilianern auch als „Hauptstadt der Buggys”: An manchen Wochenenden knattern bei Ebbe bis zu 1.500 Buggys über die angrenzenden Bilderbuchstrände. Der „Aristas” („Künstler”) genannte Stadtstrand von Natal wird von den Einheimischen frequentiert, Touristen bevorzugen den zwölf Kilometer südlich gelegenen Stadtstrand von Ponta Negra mit der 120 Meter hohen Düne „Morro do Careca” („Hügel des Glatzköpfigen”). Nördlich wie südlich der Hauptstadt reihen sich sowohl einsame als auch belebte Strände und Fischerorte wie Perlen auf einer Schnur. Von Nord nach Süd sind die lohnendsten Ziele: São Miguel do Gostoso (mit einem Nachbau des ersten portugiesischen Gebäudes in Brasilien), Touros (mit dem höchsten Leuchtturm Brasiliens, 62 m), Genipabu (in grandioser Dünenlandschaft), Pirangi (größter Caju-Baum mit einer Krone von mehr als 8.000 m²), Tibau do Sul (mit Steilküste und Buggy-Fähre), Praia da Pipa (ein boomender Badeort) und die Baía Formosa (mit rarem Küstenurwald). Bei einer Buggy-Fahrt lassen sich die meisten der malerischen Badebuchten „abklappern”; die Fieberglass-Flitzer können in Natal und Rio Grande do Norte nur gemeinsam mit Fahrer („Bugueiro”) gemietet werden. Bei der Vermittlung helfen die Hotelrezeptionen. Das Zentrum von Natal ist die „Cidade Alta” mit einer 1599 erbauten Kathedrale; am Stadtstrand „Praia do Forte” ragt das

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markante Wahrzeichen der Stadt aus der Brandung, das 1598 bis 1628 sternförmig angelegte Küstenbollwerk „Forte dos Reis Magos” – die einzige erhalten gebliebene Festung der Portugiesen mit fünf Ecken. Natal wird von Passagiermaschinen der TAP Portugal mit Europa direkt verbunden und erhielt eigens für die Fußball-Weltmeisterschaft ein neues, im Januar 2014 eingeweihtes Stadion: die architektonisch reizvolle und für bis zu 42.086 Zuschauer ausgelegte „Arena das Dunas”. TIPP! An den Wochenenden im Juni und Juli pendelt der von einer Dampflok gezogenen „Trem Potiguar do Forró” zwischen 17 Uhr und Mitternacht zwischen Natals Bahnhof Ribeira und dem 25 km entfernten Ort Ceará-Mirim. Den Fahrgästen werden Musik, Folkloretänze und viel Cachaça (Schnaps) geboten.

INFO Flughafen Aeroporto Internacional de Natal „Augusto Severo” Übernachten Ocean Palace Beach Resort, 283 Zimmer und 32 Bungalows, Ponta Negra, Natal, www.oceanpalace.com.br; Natal Mar, 154 Apartments, Ponta Negra, Natal, www.natalmarhotel.com.br Speisen & Getränke Fogo e Chama, Meeresblick, Rodízio mit 21 Sorten Fleisch vom Grill, Praia do Meio, Natal, Tel. 3202-1971, www.fogoechama.com.br; Âncora Caipira, Petrópolis, nordostbrasilianische Spezialitäten, Mo. geschl., Tel. 3202-9364, www.ancoracaipira.com.br

Foto links: Ponta Negra Strand mit der 120 Meter hohen Düne „Morro do Careca” Foto rechts: Buggyfahrt entlang der Badebuchten


BRASILIEN

SERGIPE Mit einer Fläche von 22.050 km² ist Sergipe der kleinste brasilianische Bundesstaat. Knapp zwei Millionen Menschen sind in diesem an Alagoas und Bahia angrenzenden Nordoststaat zu Hause; mehr als 570.000 der Einwohner leben in der überschaubaren Hauptstadt Aracaju. Sie liegt an der Mündung des Rio Sergipe in den Atlantik. Aracaju – der Name der Küstenstadt wird aus „Ara” (Arara-Papagei) und „Caju” (Cashew-Nuss) gebildet – ist durch den Regionalflughafen „Aeroporto de Aracaju” an das Netz der Airlines Avianca do Brasil, Azul, Gol und Tam angeschlossen.

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er Flusslauf des Rio do São Francisco ist die Südgrenze von Sergipe. Der Strom ist 3.199 Kilometer lang und hat für Brasilianer die gleiche Bedeutung wie der Rhein für die Deutschen oder der Mississippi für die Amerikaner. Er entspringt im Gebirge „Serra da Canasta” im Bundesstaat Minas Gerais und mündet bei der Ilha do Arambique in den Atlantik. Der Unterlauf des häufig auch „Chico Velho” genannten Rio São Francisco ist wegen mehrerer Staustufen nicht mehr durchgängig schiffbar. Der landschaftlich schönste Abschnitt des Stroms, der „Cânion de Xingó”, durchschneidet das „Sertão Sergipano” genannte Hinterland unweit der aufstrebenden Kleinstadt Canindé de São Francisco, 213 km nordwestlich von Aracaju. Durchschnittlich 1.500 Touristen besuchen Canindé und den Cânion de Xingó täglich. Ein weiteres Highlight Sergipes ist sein ehemaliges Hauptstädtchen São Cristóvão (ca. 80.000 Einwohner); die barocke Architektur an ihrem zentralen Franziskus-Platz steht seit 2010 unter Schutz der UNESCO. TIPP! Aracajus „Passarela do Caranguejo” ist ein lebhafter Straßenabschnitt, in dem sich die Restaurants Tür an Tür reihen. Fangfrische Krabben und Krebse sind die regionale Spezialität.

Bild: shutterstock.de

Ihr Spezialist für Reisen nach und in Brasilien – seit über 40 Jahren Auszug aus unserem Tourprogramm 2014: STUDIEN- & ERLEBNISREISEN • Höhepunkte Brasiliens (13-Tage) • Höhepunkte der Atlantikküste (23-Tage) • Brasilien ausführlich (20 bzw 23-Tage) • Große Südamerika-Rundreise (20-Tage)

EXPEDITIONEN . TREKKINGS . AKTIVTOUREN • Amazonas-Boots-Expedition (16-Tage) • Naturwunder Brasiliens (24-Tage) • Mythos Amazonien (22-Tage)

INFO Flughafen Aeroporto de Aracaju Übernachten Radisson, wird sowohl von Geschäftsleuten als auch von Familien frequentiert, 148 Apartments, Praia de Atalaia, Aracaju, www.atlanticahotels.com.br; Aruanã Eco Praia, 54 Zimmer, nur durch eine Straße vom Strand getrennt, Aruana, Aracaju, www.aruanahotel.com.br Speisen & Getränke O Miguel, nordostbrasilianische Spezialitäten, Atalaia Velha, Aracaju , Tel. 3243-1444, www.restauranteomiguel.com.br

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Norden Acre + Amapá | BRASILIEN 2014

DER NORDEN

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en dünn besiedelten und weiten Norden Brasiliens – den sich die Bundesstaaten Acre, Amapá, Amazonas, Pará, Rondônia, Roraima und Tocantins teilen – prägen äquatornaher Regenwald und der Amazonas-Strom. Die weit gefächerten Adern des Amazonas – kein Strom der Erde führt mehr Wasser – durchfließen ein riesiges Einzugsgebiet, dessen tropischer Dschungel die weltweit größte Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren besitzt.

ROBIN DANIEL FROMMER

ACRE

AMAPÁ

Der Bundesstaat Acre liegt im äußersten Westen Brasiliens, an der Grenze zu Bolivien und Peru. Das Zapfen von Kautschuk, das Sammeln von Paranüssen und die Viehzucht sind die wichtigsten Erwerbszweige.

Der 143.454 km² große Bundesstaat Amapá liegt nordwestlich der Amazonasmündung, an Brasiliens Grenze zu Französisch Guyana und Suriname.

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ie 153.150 km² große Provinz ist extrem dünn besiedelt: Hier leben nur etwa 750.000 Menschen. Viele indigene Völker halten in Acres Regenwäldern an ihrer Kultur fest. An der Grenze zu Peru leben nomadisierende Stämme, die jeden Kontakt mit der nicht-indigenen Bevölkerung meiden.

Provinzhauptstadt ist Rio Branco (338.000 Einwohner) zu beiden Seiten des Rio Acre. Der Flughafen Rio Brancos „Plácido de Castro” wird von Passagiermaschinen der brasilianischen Airlines Azul, Gol und Tam regelmäßig angeflogen. Einen wesentlichen Teil des Reiseverkehrs von und nach Rio Branco wickeln Linienbusse der Gesellschaft „Eucatur” über die bis hierhin asphaltierte Fernstraße BR 364 ab. Ihr letzter Abschnitt zwischen Rio Branco und Cruzeiro do Sul (80.000 Einwohner) ist in der Regenzeit zwischen Oktober und Mai weiträumig überflutet und bleibt selbst für Geländewagen unpassierbar. Ganzjährig erreichbar ist hingegen Cruzeiro do Suls Flughafen, allerdings wird er derzeit nur von Maschinen der Gol angeflogen.

INFO

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Übernachten Pinheiro Palace, 60 Zimmer, in der Stadtmitte gelegen, Rio Branco, www.irmaospinheiro.com.br Speisen & Getränke Shirakawa, japanische Gerichte, So. geschl., Conjunto Jardim São Francisco, Rio Branco, Tel. 3223-1995, Museen „Biblioteca dos Povos da Floresta”, „Ambiental Chico Mendes” (Gedenkstätte für den 1988 ermordeten Umweltschützer) und das „Museu da Borracha” („Gummimuseum”) lohnen einen Besuch im Zentrum Rio Brancos

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ie Fläche Amapás übertrifft die von Griechenland – weniger als 675.000 Menschen verlieren sich in der Weite des landschaftlich von Regenwald und Mangroven bestimmten Staats. Der Äquator verläuft nur fünf Kilometer südlich von Amapás Hauptstadt Macapá (348.000 Einwohner). Der Flughafen Macapás wird von Jets der Gol und Tam bedient. Hafen und Stadt sind eine Gründung der Portugiesen, die mit dem Bollwerk „Fortaleza de São José do Macapá” ab 1782 den nordwestlichen Zugang zum Amazonas kontrollierten. Die für die beeindruckende Festung verwandten Steinblöcke wurden behauen aus Lissabon eingeführt. TIPP! Eine bis zu sieben Meter hohe Flutwelle – „Pororoca” genannt – ist der letzte Schrei bei den Surfern. Das flussaufwärts brandende Naturphänomen ereignet sich bei Neu- und Vollmond zwischen Februar und Mai. Von Macapá aus werden Exkursionen zur als beste Stelle geltenden Mündung des Rio Araguari angeboten; Pororoca Tur, Tel. (096) 3251-6584

INFO Flughafen Aeroporto Internacional de Macapá „Alberto Alcolumbre” Übernachten Atalanta, 82 Zimmer, Pool, zentral gelegen; www.atalantahotel.com.br; Ibis, 96 Apartments, 2010 eröffnet, im Zentrum Macapás, www.accor.com.br Speisen & Getränke Cantinho Baiano, Fisch und Meeresfrüchte, Santa Inês, Macapá, Tel. 3223-4153; Flora, Igarapé da Fortaleza, Santana, Macapá, Tel. 3283-2858


BRASILIEN 2014 | Amazonas Norden

AMAZONAS Der wasserreichste Strom der Erde und Brasiliens größter Bundesstaat teilen sich den gleichen Namen: Amazonas. 3,8 Millionen Menschen verlieren sich in der von Regenwald geprägten Weite des 1,58 Mio. km² großen Staates, mehr als zwei Millionen von ihnen leben in der Hauptstadt Manaus, nur ein Fünftel im Hinterland.

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er in raumgreifenden Schleifen zum Atlantik mäandernde Fluss und seine weit verzweigten Zubringer sind die „Wasserstraßen” der Region. Der Hafen von Manaus wird von hochseetüchtigen Containerschiffen und (schon seit 1877) von Kreuzfahrtriesen aus Europa und (seit 1890) aus Nordamerika angelaufen. Die schwimmenden Kais in Manaus‘ Hafen stehen unter Denkmalschutz. Sie sind 300 Meter lang und so konstruiert, dass sie sich den um bis zu 14 Meter schwankenden Wasserständen der Regen- und Trockenzeit automatisch anpassen. Das Stadtzentrum von Manaus – mit dem berühmten „Teatro Amazonas” und dem Palácio Rio Negro – entstand während des Kautschuk-Booms, nahe beim Hafen. Saus und Braus des brasilianischen Gummi-Monopols waren zwar schon ab dem Jahr 1910 Geschichte, dennoch ist Manaus – durch Freihandelszone, Hafen und internationalen Tourismus – inzwischen Brasiliens viertreichste Stadt, hinter São Paulo, Rio und Brasília. Auch das öffentliche und kulturelle Leben der Amazonasmetropole ist wieder erwacht. Beides mag bei der Wahl von Manaus zu Brasiliens westlichster WM-Spielstätte den Ausschlag gegeben haben. Das nach Plänen des deutschen Architekturbüros GMP (Gerkan, Marg und Partner) neu erbaute Stadion „Arena Amazônia” wurde für bis zu 42.374 Zuschauer ausgelegt und soll bis zur Weltmeisterschaft sowohl über einen Omnibus-Korridor sowie über eine Einschienenbahn erreichbar sein. Fünf brasilianische Fluglinien bedienen Manaus’ internationalen Airport „Eduardo Gomes”. Außerdem wird er durch American Airlines und Copa direkt mit Nord- und Mittelamerika und durch Jets der TAP Portugal mit Europa verbunden.

INFO Übernachten Tropical, 594 Zimmer, das weitläufige Resort wird von einem parkähnlich angelegten Garten umgeben, etwas in die Jahre gekommen, Ponta Negra, Manaus; www.tropicalhotel.com.br; Taj Mahal, 170 Zimmer, zentral gelegen, mit Blick aufs Opernhaus, Manaus, www.grupotajmahal.com.br Speisen & Getränke Búfalo, Churrascaria mit Rodízio, 26 Sorten Fleisch werden aufgetragen, tgl. geöffnet, Tel. 3131-9000, www.churrascariabufalo.com.br

Blattwerk und Baumkronen spiegel sich im fast unbewegten Flussufer Illustration: Das Opernhaus „Teatro Amazonas” in Manaus

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Norden Pará | BRASILIEN 2014

PARÁ

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Im nordbrasilianischen Bundesstaat Pará leben 7,6 Millionen Menschen auf einer Fläche von 1,25 Mio. km². Der Staat erreicht somit die Größe des unmittelbar angrenzenden Nachbarstaats Amazonas nicht ganz, übertrifft ihn aber bei der Kopfzahl der jungen Bevölkerung deutlich. Pará wird landschaftlich weitgehend von Tieflandregenwäldern geprägt und umschließt den Unterlauf sowie den Mündungsbereich des Amazonas mit der Flussinsel Marajó.

weiträumig überschwemmten Várzea-Flächen entlang des Amazonas – sie bilden ein malerisches Netzwerk aus Seen, Kanälen und kleinen Inseln, auf denen teils Ackerbau und Viehzucht betrieben wird. Moderne Passagierboote pendeln ab Santarém nach Óbidos, wo der Amazonas weniger als 2 km breit aber mehr als 100 m tief ist, oder nach Monte Alegre (ca. 3 Stunden). Dort erwarten Naturfreunde die Höhlen der „Serra do Ererê”, mit steinalten Wandmalereien und 40° C heißen schwefelhaltigen Quellen.

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TIPP! Die malerische Tapajós-Landzunge bei „Alter do Chão”, 23 km oberhalb von Santarém, gilt als der schönste Süßwasser-Badestrand Parás. Erreichbar per Bus, Mietwagen oder Boot; weitere Infos: www.santaremtur.com.br

er Hafen der Hauptstadt Belém (1,4 Millionen Einwohner) und ihr Airport Val-de-Cans sind die internationalen Zugänge zu Pará. Nicht wenige Kreuzfahrtschiffe auf der ‘klassischen‘ Amazonasroute gehen in der malerisch von Rio Guamá und Baía do Guajará umgebenen Hafenstadt vor Anker. Ihr internationaler Flughafen wurde in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Passagierflugzeuge der brasilianischen Airlines Azul, Gol, Sete und Tam verbinden Belém mit dem Rest des Landes; Jets der Surinam Airways pendeln nach Cayenne in Französisch Guyana und Maschinen der TAP Portugal machen die Stadt auf direktem Weg für Europäer erreichbar. (Ein Stadtportrait Beléms finden Sie auf den Seiten 8 und 9). Mit Altamira, Carajás, Marabá und Santarém besitzt Pará vier weitere Städte mit Flughäfen, zu denen regelmäßig Linienmaschinen fliegen. Die Hafenstadt Santarém (300.000 Einwohner) ist touristisch interessanter als die drei anderen, von Erzabbau oder dem gigantischen Monte Alegre-Staudammprojekt bestimmten Orte. Santaréms Flughafen „Maestro Wilson Fonseca” (Gol, Sete, Tam und Trip) reduziert die Anreise auf weniger als drei Stunden. Der Zusammenfluss des trüben Amazonas mit dem klaren Rio Tapajós bei Santarém ist nicht weniger spektakulär als das vergleichbare Naturschauspiel (Rio Negro / Rio Solimões) bei Manaus. Bootstouren zu den kilometerweit nebeneinander strömenden Wassermassen passieren häufig auch die stadtnahen Tapajós-Strände „Maracanã” und „Juá”. Außerdem beginnen in Santaréms überschaubarem Hafen Rundfahrten durch die bei hohem Pegelstand

INFO Übernachten Barrudada Tropical Hotel, 137 geräumige Zimmer, großer Pool und gehobenes Restaurant, Liberdade, Santarém; www.barrudatropicalhotel.com.br; Sandis, 29 Gästezimmer, zentral gelegen, 2008 eröffnet, Tel. 3064-9950; www.hotelsandis.com.br Speisen & Getränke Nossa Casa, Prainha, Santarém, Fisch- und Fleischgerichte, nur Dinner, So. geschl., Tel. 3522-7684

Links: Der Markt „Ver-O-Peso” („Achte auf das Gewicht”) – „das” Wahrzeichen Beléms Rechts: Tapajós-Landzunge bei Alter do Chão – das malerische Dorf liegt ca. 30 km von der drittgrößten Amazonasstadt Santarém entfernt Der Anstieg zum Tafelberg Monte Roraima kann nur auf der venezulanischen Seite erfolgen


BRASILIEN 2014 | Roraima Norden

RORAIMA Roraima ist der bevölkerungsärmste und zugleich nördlichste Teilstaat Brasiliens. Schätzungsweise 475.000 Einwohner verlieren sich in der scheinbar endlosen Weite von 225.116 km² Bergregenwald; nur im Osten des Bundesstaats dehnt sich ein Savannengebiet aus. Der Name dieser Provinz im Dreiländereck Brasilien-Guyana-Venezuela stammt aus der indigenen Sprache der Yanomâmi: „Rora-ímã” bedeutet nichts anderes als „Grünes Gebirge”.

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itte 1989, nur ein Jahr nachdem das zuvor der Zentralregierung in Brasília unterstellte Bundeterritorium zum Staat Roraima erhoben wurde, erlangte ein kleiner Teil des bis weit in die Gran Sabana Venezuelas reichenden Paracaíma-Gebirges Statuts und Schutz eines Nationalparks. Der Monte Caburaí (1.456 m) gilt als der nördlichste Punkt Brasiliens und der majestätische Tafelberg Monte Roraima (2.875 m) ragt wie eine prähistorische Insel in den Himmel, auf der Pflanzen existieren, die nur hier vorkommen. Der Monte Roraima liegt auf Brasiliens Grenze und zu 85 Prozent in Venezuela. Der Tafelberg („Tepui”) ist den Ureinwohnern als Sitz ihres Gottes Macunaíma heilig. Boa Vista (290.000 Einwohner) – also „Gute Aussicht” – heißt Roraimas Provinzhauptstadt. Sie wurde 1926 am Ufer des Rio Branco gegründet. Ihr sehr überschaubares Zentrum gefällt mit von tropischen Bäumen gesäumten Alleen, die von dem zentralen Platz „Praça do Centro Civico” in alle Himmelsrichtungen abzweigen. Hier befinden sich Kathedrale und Gouverneurspalast. Auf dem Flughafen von Boa Vista starten und landen Maschinen der brasilianischen Fluglinien TAM und VRG. Entlang des Ufers des Rio Branco finden sich ein paar ansprechende Restaurants und Ladengeschäfte von Kooperativen für Kunsthandwerk. An

den Wochenenden dienen die Flussstrände „Ponte dos Macuxis” (Rio Branco) und Ponte do Cauamé (Rio Cauamé) der urbanen Naherholung. Boa Vista ist außerdem der Knotenpunkt der Straßen, die den Norden von Roraima erschließen. Die BR174 führt bis zur Grenzstadt Santa Helena de Uairén und weiter nach Venezuela. Auch die Ortschaft Lethem in Guyana und ihr Flugfeld können von Boa Vista aus auf der BR 401 erreicht werden. Manaus ist 805 Kilometer entfernt und über die BR 174 per Bus in 18 bis 24 Stunden erreichbar. TIPP! Boa Vista ist Ausgangspunkt einer neuntägigen Bergexpedition zum Monte Roraima. Der geführte Anstieg zum Tafelberg erfordert hohe körperliche Fitness und kann nur auf der venezolanischen Seite, im Canaima Nationalpark, erfolgen. Fünf Übernachtungen in Zeltcamps. Ausrüstung einschl. Schlafsack wird gestellt. Täglich mehrere Stunden Trekking. Weitere Infos: www.gateway-brazil.de

INFO Flughafen Aeroporto Internacional de Boa Vista – „Atlas Brasil Cantanhede” Übernachten Boa Vista Eco Hotel, 96 Apartments mit Klimaanlage und TV, Restaurant, Pool und W-LAN, 2010 eröffnet, Boa Vista, www.boavistaecohotel.com Speisen & Getränke Navalho, portugiesische und brasilianische Küche, Mo geschl., Paraviana, Boa Vista, Tel. 3623-0143

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Norden Rondônia + Tocantins | BRASILIEN 2014

RONDÔNIA

TOCANTINS

Der Bundesstaat Rondônia (238.513 km²) ist so groß wie Rumänien und liegt im Südwesten der brasilianischen Nordregion. In dem sehr dünn besiedelten Staat an der Grenze zu Bolivien haben ungefähr 1,8 Millionen Menschen ihr Zuhause.

Tocantins ist ein aufstrebender Bundesstaat mit rasant wachsender Wirtschaft. Er entstand am 5. Oktober 1988 durch Abspaltung von Goiás, nimmt eine Fläche von 278.421 km² ein und 1,4 Millionen Einwohner auf.

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ondônia wurde nach dem legendären Landvermesser Cândido Rondon benannt, der im gesamten Amazonasbecken mehr als 6.300 Kilometer Telegrafenkabel durch den Dschungel verlegte und dabei mit zahlreichen indigenen Ethnien in Kontakt kam, die zuvor unbekannt waren. 1914 begleitete der nordamerikanische Ex-Präsident Theodore Roosevelt eine berühmt-berüchtigte Expedition Rondons, in deren Verlauf der „Rio das Dúvidas” von Rondon den heutigen Namen „Rio Roosevelt” erhielt. Roosevelt zog sich bei diesem Dschungel-Abenteuer schwere gesundheitliche Schäden zu, von denen er sich zeitlebens nicht mehr erholte. Cândido Rondon gründete später den Indianerschutz „SPI” („Serviço de Proteção ao Índio”), den Vorläufer der heutigen „Funai”. Porto Velho, die Hauptstadt von Rondônia, wurde im gleichen Jahr am Rio Madeira als Hafen gegründet und hat heute ungefähr 380.000 Einwohner. Der Flughafen wird von den brasilianischen Airlines Azul, Avianca, Gol, Tam und Trip angeflogen. Auf Höhe der Bootsanleger befindet sich das Eisenbahnmuseum („Museu Ferroviário”) der legendären, aber 1972 stillgelegten KautschukDschungelbahn „Madeira-Mamoré”.

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etreide-, Reis-, Soja-Farmen und die Stauseen neuer Wasserkraftwerke verändern das Landschaftsbild des zuvor fast ausschließlich von Ureinwohnern bevölkerten Staats sukzessive. Seine Hauptstadt Palmas (180.000 Einwohner) wurde am 20. Mai 1989 gegründet – als letzte auf dem Reißbrett geplante Stadt des 20. Jahrhunderts. Hauptverkehrsader ist die Bundesstraße BR 153 Belém-Brasília, die Tocantins von Nord nach Süd durchschneidet. Palmas moderner Flughafen ist ein Ziel der brasilianischen Airlines Azul, Gol, Passaredo, Sete, Tam und Trip. Naherholungsgebiete sind die Badestrände am Rio Tocantins, der durch ein Wasserkraftwerk bei Lajeado zum Stausee wurde, und in den Monaten Juni und Juli Tausende anlockt. Einzigartige Natureindrücke vermitteln der Nationalpark Araguaia im Norden der Flussinsel Bananal und – ganz im Osten von Tocantins – die steppenartige, nahezu menschenleere Landschaft aus Dünen, Wasserfällen, Quelltöpfen und Zeugenbergen des 2001 gegründeten Staatsparks Jalapão.

INFO

INFO

Flughafen Aeroporto Internacional de Porto Velho „Gov. Jorge Teixeira de Oliveira” Übernachten Vila Rica, 115 Apartments, Pool und Tennisplätze, São Cristovão, Porto Velho, www.hotelvilarica.com.br; Aquarius Selva, 90 Zimmer, 1889 eröffnet, im Stadtteil Nova Porto Velho, www.aquariushotel.com.br Speisen & Getränke Caravela do Madeira, Fischgerichte, Mo. geschl. Porto Velho, Tel. 3221-6641

Flughafen Aeroporto de Palmas „Brigadeiro Lysias Rodrigues” Übernachten Girassol Plaza, 70 Zimmer, Restaurant, Internet-Zugang, 2010 eröffnet, Palmas, www.poussadadosgirassois.com.br; Fit, 20 Apartments, preiswert, 2008 eröffnet, zentral gelegen, Palmas, www.hotelfit.com.br Speisen & Getränke Adelaide Bistrô, zwischen 19. Dez. und 19. Jan. geschl., Reservierung erforderl.; Arse 14, Palmas, Tel. 3212-1888

Formiga Wasserfall in Tocantins („Formiga” = „Ameise”; in Goldminen auch „Arbeiter/Lastträger”)


(Stand: Februar 2014; Irrtümer vorbehalten)

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Bavaria Fernreisen

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Berge & Meer Touristik GmbH

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Colibri Umweltreisen GmbH & Co. KG

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DIAMIR Erlebnisreisen GmbH

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Discovery International Events an Tours

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Djoser Reisen

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Esperanza Tours

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Fischer DMC World GmbH

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FTI Touristik GmbH

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Gateway Brazil

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Hajo Siewer Jet-Tours

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Ikarus Tours GmbH

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Intercontact Gesellschaft für Studien und Begegnungsreisen GmbH

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Karawane Reisen

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KONDOR Tours GmbH

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Lernidee Erlebnisreisen

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Mar & Sol Brasil Tourismo

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Marco Polo Reisen

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Meier´s Weltreisen

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Miller Reisen GmbH

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Neckermann Fernreisen

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Reit-Safari

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Ruppertbrasil - das Reisebüro für Südamerika

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Sinnan Reisen/Brasilien-Wege

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Schulz Aktiv Reisen

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Südamerika-Line Fernreise

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Tourismus Schiegg

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Trails Natur- und Erlebnisreisen

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TUI Deutschland GmbH

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BRASILIEN 2014 | Reiseveranstalter + Bildnachweis

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Reise Know-how von A–Z | BRASILIEN 2014

Schweiz erhältlich. Die amtliche Legalisierung von Reisegenehmigungen für Minderjährige ist – seitens der brasilianischen Konsulate – kostenlos. Gesundheitsvorsorge

Aktuelles zur Fußball-WM Die Deutsche Botschaft und die Generalkonsulate in Brasilien haben eine InformationsWebsite freigeschaltet, auf der sie alle Besucher der Fußball-Weltmeisterschaft fortlaufend mit aktuellen Nachrichten und Tipps versorgen können. Die Seite bietet nützliche Informationen, die vor allem für Erstbesucher in Brasilien hilfreich sind. Dazu gehören Sicherheitshinweise und Infos zur Hilfe in Notfällen, wie beim Verlust von Geld oder Papieren, sowie Tipps für das Reisen innerhalb Brasiliens. Ergänzt wird das Angebot durch Meldungen über das aktuelle WM-Geschehen und virtuelle Stadtführer zu den Spielorten. Weitere Infos unter: www.brasilienwm.de Diplomatische Vertretungen Deutschland Embaixada da Alemanha – Brasília SES - Avenida das Nações, Quadra 807, Lote 25, 70415-900 Brasília, DF Tel.: 0055 (0)61 3442-7000 und 3443-7036 (Rechts- und Konsularangelegenh.) Fax: 0055 (0)61 3443-7508, E-Mail: info@bras.diplo.de Besuchsverkehr: Mo bis Fr 10 –12 Uhr, www.brasilia.diplo.de Österreich Embaixada da República da Áustria – Brasília SES - Avenida das Nações, Quadra 811, Lote 40, 70426-900 Brasília, DF Tel.: 0055 (0)61 3443-3111, 3443-3373 und 3443-3231, Fax: 0055 (0)61 3443-5233, E-Mail: brasilia-ob@bmeia.gv.at, Besuchsverkehr: Mo bis Fr 9 – 13 Uhr, www.bmeia.gv.at/botschaft/brasilia.html Schweiz Embaixada da República Federal da Suíça – Brasília SES - Avenida das Nações, Quadra 811, Lote 41, 70448-900 Brasília, DF Tel.: 0055 (0)61 3443-5500, 3443-3922, 3443-3934 und 3443-3969 Fax: 0055 (0)61 3443-5711, E-Mail: vertretung@bra.rep.admin.ch Besuchsverkehr: Mo bis Do 9 – 11.30 Uhr und Fr 7.30 – 12.30 Uhr, www.dfae.admin.ch/brasilia Einreise + Dokumente

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Deutsche, Österreicher und Schweizer benötigen für einen Ferienaufenthalt von max. 90 Tagen kein Visum; zur Einreise genügt ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass. Außerdem erhält man vor der Einreise, noch im Flugzeug, zwei unterschiedliche Formulare: ein „Cartão de Entrada / Saída” genanntes Ein- und Ausreiseformular, das ausgefüllt bei der Grenzkontrolle vorgelegt werden muss, sowie die „Accompanied Baggage Declaration”, ein Vordruck, auf dem eingeführte Gegenstände mit einem Wert von mehr als 3.000 US-Dollar sowie eventuell mitgeführte Tiere, Pflanzen und deren Samen aufgelistet werden müssen. Minderjährige, die nicht in Begleitung ihrer Eltern nach Brasilien reisen, benötigen immer die beglaubigte Einverständniserklärung ihrer Erziehungsberechtigten zur aktuellen Reise. Weitere Auskünfte, darunter auch eine Liste der Notare im jeweiligen Konsulatsbezirk, sind bei den brasilianischen Botschaften in Deutschland, Österreich und der

Entlang der Küste Brasiliens sind keine besonderen Impfungen notwendig. Aber in den nord- und westbrasilianischen Bundesstaaten Amazonien, Amapá, Acre, Maranhão, Mato Grosso, Rondônia, Tocantins, Pará und auch in Piauí sind Gelbfieberimpfung, Malaria-Prophylaxe und tropengerechte Kleidung wichtig. Grundsätzlich sollte man sich vor allen Reisen ins Landesinnere immer von einem Facharzt für Tropenkrankheiten bezüglich der Gesundheitsvorsorge beraten lassen. Bei Reisen an den Oberlauf des Amazonas und ins Grenzgebiet zu Peru oder Venezuela sind Fitness, Gelbfieberimpfung und eine Malaria-Prophylaxe unverzichtbar. Weitere Gesundheitstipps für Tropenreisen findet man im Internet unter: www.fitfor-travel.de oder www.travelsafe.ch. Die Kosten für ärztliche Behandlungen und Krankenhausaufenthalte in Brasilien sind teilweise erheblich höher als in Deutschland. Sie werden von gesetzlichen Krankenversicherungen oft nicht oder nur unvollständig abgedeckt. Deshalb ist die Rücksprache mit der zuständigen Versicherung vor Reisebeginn bzw. der Abschluss einer Reisekrankenversicherung grundsätzlich immer zu empfehlen. Brasilianische Apotheker sind berechtigt, selbständig Diagnosen zu stellen, und dürfen Spritzen („Injeções”) geben; auch rezeptpflichtige Medikamente werden meist ohne ärztliche Verordnung abgegeben. Standard-Medikamente („Remédios”) sind verhältnismäßig billig, und Tabletten („Comprimidos”) werden mitunter auch stückweise verkauft. Die gängigen Kreditkarten werden in den großen (teils 24 Stunden geöffneten) Apotheken ohne weiteres akzeptiert. Infoquellen zu Brasilien im Internet Brasilianische Botschaft, Berlin www.brasilianische-botschaft.de Brasilien.de www.brasilien.de Brasilien Porta www.brasilien-portal.ch Brasilien Nachrichten www.brasiliennachrichten.de Deutsch-Brasilianische Gesellschaft www.topicos.de Embratur www.visitbrasil.com Institut für Brasilienkunde, Mettingen www.brasilienkunde.de Klima und Temperaturen Gut 93 Prozent des brasilianischen Territoriums liegen auf der südlichen Erdhalbkugel, dadurch scheinen die Jahreszeiten gegenüber denen der nördlichen Hemisphäre „vertauscht”. Hält in Europa der Winter Einzug, beginnt in Brasilien gerade der Sommer – herrschen bei uns hochsommerliche Temperaturen, ist es in dem Riesenland zwischen Äquator und dem Wendekreis des Steinbocks etwas kühler. Leihwagen Alle namhaften Mietwagenunternehmen sind an den wichtigsten Flughäfen und in den Großstädten Brasiliens vertreten. Selbstverständlich kann man auch über den Reiseveranstalter einen Mietwagen ordern. Zur Übernahme des Leihfahrzeugs genügt in der Regel (statt Kaution) die Vorlage einer Kreditkarte und eines gültigen Führerscheins. One-Way-Tarife sind bei Mietwagen in Brasilien recht teuer. Auf Brasiliens Straßen herrscht Rechtsverkehr. Einige Sicherheitstipps Fotokopien der Reisedokumente reichen für die meisten Erledigungen in Brasilien; Fotokopien der eigenen Tickets sind bei deren Verlust von unschätzbarem Wert; größere Geldbeträge, Originaldokumente und Flugscheine im Hotel-Safe lassen; vorsorglich eine Liste der wichtigsten

Adressen (z.B. des Reisebüros) anlegen; vorsorglich eine Kopie der Rechnung des Flugscheins im Reisegepäck mitführen; echten Schmuck und wertvolle Uhren am besten gar nicht mit auf die Reise nehmen; Brasilianer kleiden sich leger; teure Garderobe kann Begehrlichkeiten wecken; Kameras und MP3-Player nur in blickdichten Taschen tragen; Viertel, die selbst Einheimische meiden, gar nicht erst betreten; in Not: Ruhe bewahren und einen zu verschmerzenden Betrag griffbereit halten. Taxis / Rádio-Taxis In den meisten brasilianischen Innenstädten zirkuliert eine Armada von Taxis. Die Wagen sind je nach Bundesstaat in unterschiedlichen Farben lackiert und müssen die Fahrpreise – per Taxameter – nach gefahrenen Kilometern (in der bras. Währung Real) berechnen. Mo-Fr wird tagsüber der einfache Tarif („Bandeira Um”) berechnet – dann zeigt sich auf dem Taxameter die Ziffer 1. Der Tarif ab Flughäfen, an Wochenenden, Feiertagen oder während der Nacht („Bandeira Dois” = Ziffer 2) ist höher als der sonst übliche Tagestarif. Die Regelungen, ab welcher Uhrzeit (oder an welchen Tagen) der höhere Tarif zu verwenden ist, unterscheiden sich von Bundesstaat zu Bundesstaat. Rádio-Taxis gelten als besonders sicher. Sie fahren von den meisten Flughäfen zu festgeschriebenen Fahrpreisen in die Innenstädte; bezahlt wird am Verkaufsstand der Unternehmen (meist Taxi-Kooperativen) im Voraus, der Fahrer erhält nur einen Abschnitt der Quittung, ggf. mit dem darauf notierten Zielort. Will man mit einem Rádio-Taxi zum Flughafen zurück, so muss der Wagen immer telefonisch angefordert werden. Telefon Die Vorwahl für Gespräche nach Brasilien lautet 0055; von Brasilien nach Deutschland wählt man 002149, nach Österreich 002143 und in die Schweiz 002141, danach folgen Ortskennzahl (ohne die führende Null) und die individuelle Rufnummer des jeweils gewünschten Teilnehmers. Die zentrale Notrufnummer für alle deutschen Touristen im Ausland: +49 30 5000-2000. Währung Die brasilianische Währung heißt Real. 1 EUR = 3,25 BRL 1 BRL = 0,31 EUR (Stand: 02.02.2014) Geld tauschen kann man in Wechselstuben und Banken mit dem Hinweis „Cambio”. Noch bequemer geht es an Bankautomaten in den großen Städten mit EC-Karte, die eines der beiden Logos „Maestro” oder „Cirrus” tragen muss. Zeit Aufgrund seiner kontinentalen Ausdehnung gibt es in Brasilien drei, zählt man die Inselgruppe Fernando de Noronha mit, sogar vier Zeitzonen. Fernando de Noronha: MEZ minus 3 Std.; Norden, Nordosten, Südosten und Süden: MEZ minus 4 Std.; Amazonien, Mato Grosso und Mato Grosso do Sul: MEZ minus 5 Std., Acre und im äußersten Westen Amazoniens: MEZ minus 6 Std. Während der europäischen Sommerzeit vergrößern sich die genannten Zeitdifferenzen um jeweils eine weitere Stunde. Zollbestimmungen Gegenstände des persönlichen Bedarfs dürfen in angemessener Menge nach Brasilien eingeführt werden. Pro Person außerdem eine Foto- oder Videokamera, ein Notebook. Geschenke dürfen einen Wert von 500 US-Dollar nicht übersteigen. Bei der Rückkehr aus Nicht-EU-Ländern dürfen zollfreie Güter im Wert von bis zu 430 Euro (Flug und Schiff) nach Deutschland eingeführt werden. Kinder unter 15 Jahren dürfen Mitbringsel im Wert von höchstens 175 Euro einführen. © Copyrighti by Robin Daniel Frommer / 2014i


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