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K U N D E N M AGA Z I N Gotteswinter und Aumaier GmbH

A U S G A B E –5.2015


––– nice to meet you [ Gotteswerk I/VI „Dialog und Austausch“ Vom Suchen und Finden ]


––– nice to meet you [ Gotteswerk I/VI „Dialog und Austausch“ Vom Suchen und Finden ]


I N T R O ----- I N D I V I D U A L I Ä T U N D F R E I H E I T

Vo m S u c h e n u n d F i n d e n

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FÜR WENIG GELD

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Gotteswerk

INDIVI DUALITÄT UND FREIHEIT . . .


Verehrte Kunden, verehrte Leser [ Ansprache Gotteswinter und Aumaier GmbH ] HELMUT GAHSE

Auf der Suche nach einer geeigneten Druckerei für Ihr Produkt finden Sie im Internet zahlreiche Angebote, die sich gegenseitig unter- und überbieten. Dabei scheint für alles gesorgt zu sein und Sie müssen sich nur noch für eine der angebotenen Varianten entscheiden und bezahlen. Individualität und Freiheit für wenig Geld, geht das? Wenn Individualität im Einsetzen Ihres Logos in ein fertiges Layout besteht, dann ja. Wenn Freiheit die Wahl zwischen Standardformaten meint, dann ja. Wenn man die geringen Kosten Ihrem Produkt ansehen darf, dann ja. Für uns lässt sich Individualität nur im Dialog erfassen, Ihre Freiheit sehen wir z.B. in federleichtem Papier umgesetzt und wir sind uns sicher, dass sich ein innovatives und hochwertiges Produkt für Sie bezahlt macht. Deshalb präsentieren wir hier in unserem Magazin keine Standardformate oder Universallösungen, sondern wollen Sie vielmehr neugierig machen auf das, was noch nicht gedacht und noch nicht ausprobiert wurde und Sie zu unserem Experiment mit ungewissem Ausgang einladen. Durch das Interview mit Herrn Kohler, dem Geschäftsführer der Büttenpapierfabrik Gmund GmbH, wollen wir uns einmal mehr in die Welt des Papieres begeben und uns vom Austausch inspirieren und herausfordern lassen.


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INTRO

Gotteswerk 5

----- D I A L O G U N D A U S T A U S C H

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Gotteswerk


–– 01 –– nice to meet you Intro [ Vom Suchen und Finden ]

–– 04 –– Helmut Gahse Vorwort [ Individualität und Freiheit ]

–– 06 –– Gotteswerk 5 Inhalt [ Dialog und Austausch ]

–– 10 –– first touch Dialog und Austausch [ Die 6 Level der Kommunikation ]

– 12 – YOU L O OK G R E AT Level N° 1/6

– 16 – N IC E T O M E E T YOU Level N° 2/6  – 18 – YOU S M E L L FA N TA S T IC Level N° 3/6

– 20 – S U R PR I S E M E I F YOU C A N Level N° 4/6

– 22 – M Y H E A RT G OE S B O OM Level N° 5/6 – 26 – C L A P YOU R H A N D S SAY YEAH Level N° 6/6

–– 34 –– F. Kohler / Gmund Interview [ Papier mit Charakter ]

–– 44 –– get in touch Impressum [ Mit freundlichen Grüßen ]


[ „Wird mein Verkaufskatalog so innovativ sein wie mein Produkt und so vielseitig wie meine Mitarbeiter?“ „Kann mein Geschäftsbericht von außen genauso glänzen wie meine Bilanz?“ „Gibt es eine Verpackung, die so charakteristisch, extravagant, exklusiv ist wie ihr Inhalt?“ „Selbstverständlich!“ werden Ihnen die meisten Druckereien auf diese Frage antworten und Ihnen ihr Angebotsspektrum vorstellen, aus dem Sie dann wählen können. Das könnten wir auch, aber unsere Herangehensweise ist eine andere, und so fragen wir erst einmal zurück: „Was macht Ihr Produkt so innovativ, Ihre Mitarbeiter so besonders?“ „Was war das Highlight Ihres Geschäftsjahres, welche Entwicklungen gab es bzw. wird es geben?“ „An welche Klientel wollen Sie sich wenden? Welches Gefühl wollen Sie transportieren? Was macht Ihr Produkt aus? ]


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[ You’re the number ONE ]

denn nur durch ihn entsteht ein Gefühl für Ihre Wünsche, ein Verständnis für Ihr Produkt und ein Eindruck von Ihrem Unternehmen. Für diesen Austausch auf Augenhöhe nehmen wir uns Zeit,

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denn wir verstehen Individualität als etwas noch nie Dagewesenes und begeben uns mit Ihnen auf die Suche nach der perfekten Lösung. Dabei bieten wir Ihnen zum einen Sicherheit und Erfahrung im Umgang mit Material und Maschine und andererseits Mut und Experimentierfreude, die Grenzen des

Möglichen neu zu bestimmen. Ihre Werte bestimmen die Auswahl der Materialien, Ihre Inhalte inspirieren uns zu neuen Formen und Ihr innovatives Produkt fordert uns heraus, eine Verpackung zu finden, die die Spannung beim Öffnen noch erhöht. Dazu entwickeln wir Ideen, probieren aus, verwerfen und denken

[ Die 6 Level der Kommunikation ]

let’s go

Ă

first touch

Gotteswerk

D I A L O G U N D A U S T A U S C H ----- D I E 6 L E V E L D E R K O M M U N I K A T I O N

Dieser Dialog steht für uns an erster Stelle,

weiter und finden plötzlich einen Weg, den wir noch nicht kannten. Aus Erfahrung wird Experimentierfreude, aus Experimentierfreude wieder Erfahrung. Nur durch diese Herangehensweise entwickeln wir uns weiter und bleiben was wir sind: Ein Traditionsunternehmen mit Zukunftsvision.


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Gotteswerk

Was zieht Sie an?

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you look great

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[ Attraktivität ist subjektiv ]

N° 1/ 6 –––– you look g re at

Attraktivität

At · trak·ti ·vi ·tät

Level ------- Anziehung [ 1 ] von Personen: ansprechend in Aussehen und Verhalten [ 2 ] von Gegenständen, Sachverhalten: mit ansprechenden Bedingungen ausgestattet

[ Papier ] 200 Gramm Gmund Colors Matt 50 [ Veredelung ] Stanzung


Y

L

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[ 20pt ]

[ 60pt ]

[ 120db ]

[ 160pt ]

[ 320pt ]

R

G

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E E

[ 30db ]

R

AAA

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[ 55db ]

[ 80db ]

[ 105db ]

[ 130db ]


Worauf legen Sie Wert? [ Charakter beweisen ]

N° 2 / 6 –––– n ic e to see you

Sympathie Level

Sym·pa·thie

erster Eindruck

[ 1 ] verbleibende Erinnerung, Vorstellung, die jemand oder etwas hinterlassen hat

[ 2 ] eine sichtbare Spur [ Papier ] 250 Gramm Spiegelpapier [ Veredelung ] Spiegel


D I A L O G U N D A U S T A U S C H ----- D I E 6 L E V E L D E R K O M M U N I K A T I O N nice to see you

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Gotteswerk

ec i n u oy e e s o t


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Gotteswerk

Wieviel Vertrauen bedarf es?

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you smell fantastic

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[ Die Chemie stimmt ]

N° 3 / 6 –––– you smel l fa nt a st ic

Nähe Level

Nä·he Vertrauen

[ 1 ] auf jemanden, auf etwas seine Zuversicht richten, hoffen [ Papier ] 200 Gramm Gmund Colors Matt 50 [ Veredelung ] Duftlack „Himbeere“ auf roter Typo


N A F S A T C sm yo u

ell


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Gotteswerk

Wie weit wollen Sie gehen?

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surprise me if you can

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[ Grenzen sind eine Herausforderung ]

N° 4 / 6 –––– su r pr ise me i f you c a n

Emergenz Level

Emer ·genz

Überraschung

[ 1 ] eine nicht vorhergesehene Wendung bzw. Gegebenheit; etwas Unerwartetes

[ 2 ] nur Singular: das Gefühl nach einer Überraschung [ Folie ] PVC -Hartfolie [ Veredelung ] Foliendruck / Moiré-Effekt


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Gotteswerk

Haben Sie noch Zweifel?

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my heart goes boom

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[ Kontraste verbinden ]

N° 5 / 6 –––– my he a r t goe s boom

Verbundenheit Level

Ver ·bun·den·heit

Einheit

[ 1 ] aus verschiedenen Komponenten bestehendes Zusammengehöriges, das einer spezifischen Funktion dient und Teil eines übergeordneten Ganzen ist

[ 2 ] das oder ein Ganzes, das Zusammengehörige, Zusammengefügte, Vereinigte, Untrennbare

[ Papier ] 100 Gramm Gmund Colors Transparent 54 [ Veredelung ] Papierüberlagerung / Farbenspiel


my hear t

goes


t r ae h ym

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Gehen wir es an! [ Vom Suchen und Finden ]

N° 6 / 6 –––– clap you r ha nd s s ay ye a h

Begeisterung Level

Be·geis·te·rung

Glück

[ 1 ] sich positiv auswirkender Zufall [ 2 ] Zustand der (relativen oder vollkommenen) Zufriedenheit [ Papier ] 2x 100 Gramm Gmund Colors Transparent 50 [ Veredelung ] Papierüberlagerung / weißer Druck

CLA YOU Y HAN H N A SA A YEA


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first touch

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LAP L O OUR N S NDS A AY AH A 5.2015

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Papier mit Charakter! [ Interview ]

[ MHDK ]

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R a fael Diet z el

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[ Geschäftsführer Büttenpapierfabrik Gmund ]

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F lor ia n Koh ler

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FK

Herr Kohler, als Geschäftsführer der Büttenpapierfabrik Gmund haben Sie Ihr Unternehmen als exklusiven Hersteller RD

von Papier positioniert und weltweit etabliert. Dabei lassen die Themen Manufaktur und Qualität eine tiefe Leidenschaft zum Material vermuten. Können Sie sich noch an den Tag erinnern, an dem Sie sich in Papier verliebt haben? Wie war das? Was war das Besondere?


FK

Der Tag, an dem ich mich in Papier verliebt habe, war vor langer Zeit in Paris. Dort hat mein Vater mir eine Praktikumsstelle in einer Papiergroßhandlung besorgt. Mein Chef war ein Haitianer, der mir gesagt hat, aus welcher Schublade ich welches Musterpapier entnehmen sollte. Immer wieder hab ich begeistert gesagt: „Oh, das ist aber ein schönes Blatt Papier!“ Und fast immer hat er geantwortet: „Das ist ein Papier aus dem Betrieb deines Vaters.“ So habe ich damals begriffen, dass wir wirklich die schönsten Papiere der Welt machen. Das war der Zeitpunkt, an dem ich mich in das Produkt Papier, und indirekt damit auch in unsere Firma verliebt habe.


so hoch geachtet werden?

Wie hat sich Ihre Beziehung zum Papier im Laufe der Zeit verändert? Ich denke da insbesondere an RD

den Einzug des Internets als Informationsmedium. Wie attraktiv ist Papier heutzutage im Vergleich zu interaktiven Anwendungen?

FK

Der Einzug des Internets hat sicher einen großen Einfluss auf die Nutzung von Papier. Auf uns direkt bezogen gibt FK es die schöne bayerische Antwort: „Das ist uns eigentlich wurscht!“ Wir machen ja kein Masseninformationspapier, sondern Überzeugungspapier. Dadurch, dass in der Masse immer weniger Papier verwendet wird, gibt es doch immer mehr Kunden, die sich sagen: Wenn ich jetzt Papier verwende, dann möchte ich nicht nur plump die Information rüberbringen, sondern ich möchte dem Betrachter oder Empfänger darüber hinaus noch eine Botschaft übermitteln. Die Papiermassenbranche und auch die Massendruckereien haben mehr oder weniger große Angst vor dem Internet. Allerdings ist die Konkurrenz zwischen Internet und Papier nicht per se schlecht, sondern sie kann auch zu positiven Effekten führen. Nehmen Sie zum Beispiel das Radio. Jeder Mensch hat nach wie vor ein Radio. Da RD dachte auch jeder, dass das mal ausstirbt. Ein anderes Beispiel ist Spülmittel. Als die Geschirrspülmaschinen kamen, hatte die Spülmittelbranche Panik davor, dass es sie bald nicht mehr gibt. Allerdings gibt es Statistiken, die zeigen, dass heutzutage mehr Spülmittel verbraucht wird, als in den 60er Jahren. Die Angst vor einem neuen Produkt oder einer neuen Bewegung ist also kontraproduktiv und man sollte vielmehr versuchen, eine neue EntwickFK lung für sich zu nutzen und wir machen das sehr intensiv. Wir waren auch die erste Papierfirma, die einen Onlineshop hatte und jetzt sind wir wiederum die erste Firma, die in diesen Wochen ein neues Papier-Farbsystem präsentieren wird. Wir jedenfalls, machen das sehr intensiv.

Ich glaube, die Achtung für unser Produkt kommt von der ganzen Entwicklung, die dahinter steht. Wir haben immer gesagt, wir machen hochwertige Papiere, die den Kunden weiterhelfen. Und von diesem Weg haben wir uns auch nie abbringen lassen. Dabei muss es auch nicht sein, dass die Papiere besonders teuer sind, sondern sie müssen nur so wertig sein, dass sie dem Kunden und seinen Kunden einen Mehrwert liefern. So fiebern unsere Mitarbeiter und Berater mit jedem Kunden im Entstehungsprozess mit und wenn die Kunden dann das fertige Druckprodukt in den Händen halten, dann ist das wie ein gemeinsames Baby. Sie freuen sich mit dem Kunden, etwas richtig Erfolgreiches entwickelt zu haben, und dadurch entsteht natürlich immer auch eine gute Beziehung zum Kunden. Dabei hilft uns natürlich auch unser Ruf. Wir können zum Beispiel frech zum Kunden sagen, du, nimm doch mal ein gelbes Papier, das wird besser aussehen. Wenn der Kunde darauf nicht eingeht, versuchen wir das natürlich nicht mit aller Macht durchzusetzen. Aber meistens kommt ein Kunde danach zu uns und sagt, danke, dass du dich da ein bisschen eingemischt hast, wir haben das gar nicht so gesehen, aber das hat uns mehr Aufmerksamkeit gebracht.

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Warum glauben Sie, dass Ihre Produkte in der Szene

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man macht. Man muss das toll finden. Darüber hinaus produzieren wir ökologisch nachhaltig und können unseren Herstellungsprozess immer weiter in diese Richtung optimieren. Zudem haben wir das Glück, dass wir ein sehr schönes Produkt haben und wir es auch schaffen, immer schönere Produkte zu entwickeln. Am meisten motiviert uns aber die Tatsache, dass unsere Kunden erfolgreicher werden, weil sich entweder ihr Produkt besser verkaufen lässt oder sich ihr Image verbessert. Dieser Erfahrungen überzeugen uns immer wieder, unserer Linie treu zu bleiben und entsprechend neue Produkte auf den Markt zu bringen. Das sind eigentlich unsere stärksten Triebfedern.

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„Wir machen hier Überzeugungspapier, keine Massenware!“

Sie haben gerade beschrieben, wie es ist, wenn der Kunde das fertige Produkt in der Hand hat. Wie sind die Reaktionen der Leute, die zum allerersten Mal mit Gmund Papier in Kontakt kommen?

Was ganz interessant ist, ist, dass die meisten Menschen zuerst auf der Internetseite nachschauen, wer wir denn eigentlich sind. Sehr oft verstehen die gar nicht, dass wir Papierhersteller sind, weil sie diesen Design- und Markenansatz, den wir haben, noch nicht kennen. Wir werden dann gefragt: „Sie machen Papier, aber was machen Sie sonst noch?“, und das freut uns, weil wir dann erklären können, dass unsere Arbeit und unsere Marke dem Kunden einen Service bieten, der über Papier hinausgeht.

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Was macht Ihre Marke aus?

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Eigentlich haben wir zwei Imageschlummerer, sage ich immer. Der eine Imageschlummerer ist, dass die Leute immer vermuten, dass wir eine viel größere Firma sind als wir es wirklich sind. Wir sind zwar keine „Minibude“, aber ein schöner Mittelständler. Da erfüllt es einen schon mit Stolz, wenn man hinter uns ein 10.000 Mann Unternehmen vermutet. Das zeigt doch, dass wir eine gewisse Imagegröße aufgebaut haben. Für uns noch interessanter ist allerdings der Aspekt, dass wir zusätzliche Dienstleistungen anbieten, die mit dem Thema Papier und Corporate Image einhergehen. Wir haben viel aus dem, wie wir

Ein wichtiges Thema in Ihrer Branche ist Sympathie. Was tun Sie als Unternehmer dafür, um diese inneren RD

Werte nach außen zu transportieren, und was das Geheimnis Ihrer sympathischen und authentischen Ausstrahlung?

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Das Geheimnis eines Erfolges ist ganz einfach, das sind die Mitarbeiter. Es gibt kein anderes Geheimnis. Bei uns in der Firma sagt man, wenn einer wirklich gut ist, dann ist er 100% Gmund. Das ist bei uns ein stehender Begriff. Das ist bei uns genauso wie bei anderen guten Firmen, man muss einfach vollkommen hinter dem stehen, was


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unsere eigene Marke aufgebaut haben, gelernt und können mit diesem Wissen nun andere Unternehmen betreuen. Was braucht Gmund, um weiterhin so lebendig zu bleiben, wie es jetzt gerade ist?

Was Gmund auf jeden Fall braucht, ist die Einstellung, jeden Tag ins Büro zu gehen und zu sagen, wir haben zwar 186 Jahre Geschichte, aber heute fangen wir frisch an. Man muss immer für neue Sachen offen sein. Diese Einstellung zu leben, darum bemühen wir uns als Firma Tag für Tag. Das ist für einen selbst wichtig, für die Firma und eben auch für den Kunden.

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Wo bekommen Sie Ihre Motivation her, um neue Ideen Das aktuelle Gotteswerk ist ja durch und durch auf

und Produkte zu entwickeln? RD

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dem Produkt herauszuholen. Wir haben gelernt, dass das beste Ergebnis nicht dabei herauskommt, wenn wir dem Kunden etwas vorschlagen oder wenn er allein bestimmt. Es geht darum, gemeinsam in enger Zusammenarbeit ans Ziel zu kommen. Am Ende wird der Kunde entscheiden was er will, aber besser wird es, wenn sich beide Parteien einbringen. Das Verhältnis zwischen dem Kunden und uns muss mindestens 51% zu 49% sein, es kann aber auch 70% zu 30% zu Gunsten des Kunden sein. Wir fragen den Kunden: „Was wollen Sie damit bezwecken? Was soll passieren, wenn Ihr Kunde das in die Hand bekommt?“ und können so herausfinden, was dem Kunden wichtig ist und ihm dementsprechend etwas vorschlagen mit dem er sich identifizieren kann.

Also ich persönlich, und ich vermute bei den Kollegen ist es ähnlich, bekomme die meiste Inspiration, wenn ich mich bewege. Das kann im kleinsten Umfeld sein, zum Beispiel bei einem gemütlichen Waldspaziergang. Das Größte ist für mich, wenn ich zum Beispiel auf Geschäftsreise nach Japan fahre, Bewegung und neue Eindrücke bringen am meisten. Man muss einfach immer bereit sein sich inspirieren zu lassen und zack-zack-zack hat man neue Ideen. Also immer auf Achse sein, dann passiert in der Regel schon etwas. Was sind die ersten drei Fragen, die Sie jemandem

Gmund gedruckt. Was können Sie zur Papierauswahl im Magazin sagen?

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stellen, der Sie um Rat zur Papierauswahl fragt?

Es gibt eigentlich nicht immer die gleichen Fragen, die ich einem neuen Kunden stelle. Ich schaue mir zuerst gemeinsam mit dem Kunden seinen Katalog oder die Broschüre an. Danach stellen wir in der Regel eine schnelle Prioritätensammlung auf, um das bestmögliche Ergebnis aus

Ich durfte bei der Papierauswahl für das Gotteswerk dabei sein und es hat mich besonders gefreut, dass aus unserem neuen Farbsystem Gmund Colors Matt das Papier Weiß 50 genommen wurde. Für mich persönlich ist Weiß eine der schönsten Farben, die es gibt. Und wenn ich eben dieses Layout sehe und merke, da sind verschiedene Stufen wie eine Beziehung aufgebaut und sehe, dass es auf diesem unüblichen, ganz klaren Weiß mit sehr schlichten, aber hinführenden Grafiken gemacht wird, dann ist das meiner Meinung nach ein sehr interessanter Ansatz. Man hat es nicht übertrieben. Weder mit dem Papier, noch mit der Grafik. Ich bin mir sicher, dass der Betrachter das ein oder andere Mal innehalten wird. Es gibt ja auch einige sehr schöne Stopps mit dem Gmund Colors Transparent aus unserem Farbsystem. Und ich glaube, das entspricht ganz dem Gedanken des Gotteswerks. Der Betrachter wird erkennen, dass er da etwas ganz Besonderes in der Hand hat – nicht zuletzt wegen des Papiers. Was ich ja wahnsinnig beeindruckend finde, ist, dass Ihr Unternehmen auch im Auftrag eigene Papiersorten

RD

entwickelt. Warum möchten manche Unternehmen ein Papier haben, das genau auf ihr Corporate Design abgestimmt ist? Warum suchen sie sich nicht einfach ein schönes Papier aus Ihrem Sortiment aus?

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„Man n muss muss einfach einfa f ch immer meer bereit sein sich inspirieren pirrieren zu lassen und zack-zack-zack k zackkk zack hat man neuee Ideen. Ideen Also immer auf Achse sein, dann passiert in der Regel schon was.“

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Man muss sich immer fragen, was für das eine, und was für das andere spricht. Ich bleibe jetzt mal kurz bei unserem neu entwickelten Farbsystem. Da haben wir 48 Farben und wenn für eine Firma die ideale Farbe darunter ist, dann bietet ihr das riesige Vorteile. Man kann weltweit ein Papier mit exakt der gleichen Färbung einsetzen, daher nutzen es schon einige große Markenartikler. Es kann aber auch sein, dass die Auflage so groß ist und die Firma so viel Vorlauf hat, dass sie ein speziell auf sie abgestimmtes Papier nutzen will. Wenn der Kunde nicht so viel Zeit hat, dann haben wir eben unsere Farbkollektionen und unser exzellentes Farbsystem parat. Wie lange ist denn in der Regel die Entwicklungszeit für eine neue Papiersorte?

Wenn wir für einen Markenartikler ein Konzept entwickeln, dauert es in der Regel ungefähr ein Jahr. Wir sind da immer schon mit dem Vorstand, dem Marketingleiter und Designer im Vorprozess involviert. Im Entwicklungsprozess sind wir in einem gewissen Grad der Moderator, um alle drei auf ein Niveau zu bringen, damit am Ende alle


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einem Kunden passt? Wenn man die richtige Lösung gefunden hat?

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Wann weiß man denn, dass ein Papier wirklich zu

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drei sagen können, „Ja, das ist gut, das war die richtige Richtung!“. Das eigentliche Papier am Ende zu machen, das ist dann für uns der Königsmoment.

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„Begeisterung schafft man indem man selbst begeistert ist!“

Meinung nach benötigen. Faktisch heißt das, dass wir im Jahr drei neue Papierkollektionen bringen und in diesem Jahr kommt sogar noch das neue Farbsystem dazu. Daneben ist natürlich auch die Produktneuentwicklung, und das sage ich aus persönlichem Plaisir heraus, das Schönste, was man machen kann. Es ist eine Riesenfreude, an neuen Papieren zu tüfteln und etwas Neues zu entwickeln. Für einen kreativen Papiermacher gibt es einfach nichts Schöneres.

Interessanterweise ist der Prozess, bis wir das richtige Papier gefunden haben, bei großen Projekten ein sehr langer. Wenn man jetzt ein neues Papier entwickelt, welche Alle müssen d’accord sein. Ich habe es noch nie erlebt, dass Grenzen gibt es tatsächlich? Oder gibt es Grenzen in am Ende nicht alle Beteiligten den gemeinsamen Nenner FK finden. Irgendwie fügt sich das immer. Das ist, wie wenn RD der Papierherstellung, die man sich selbst setzt? Was ist möglich, und was geht dann vielleicht doch zu man nach vielen Vorrundenspielen am Schluss im Finale weit? steht und Weltmeister wird. Da hat man einfach Schritt für Schritt alles richtig gemacht. Grundsätzlich ist es so, dass man sich keine Grenzen setzen Was bedeutet für Sie Produktinnovation und womit darf, wenn man ein neues Produkt entwickelt oder entRD überraschen Sie Ihre Kunden? wickeln will. Andererseits will man aber nicht in Naivität verfallen. Mit einem Papier fliegt man nicht auf den Mond. Produktinnovation ist gegenüber den Kunden eine der Muss man aber ja auch gar nicht. Es gibt schon ein paar höchsten Prioritäten. Das ist ja bei jedem Produkt so, entAnforderungen, die wir haben und die uns wichtig sind bei FK der Produktentwicklung. Die Eine ist, dass es ästhetisch weder will ich es billiger haben oder ich entwickle ein neues Produkt. So ist der Mensch gepolt! „For good or bad“ und überraschend neu ist. Dass wir ein Produkt rausbrinFK und deshalb haben unsere Kunden auch das Anrecht und gen, das nicht im Trend ist, sondern einen Trend setzt. den Anspruch, dass, wenn sie uns das nächste Mal sehen, Unsere zweite Anforderung besteht darin, dass alle unsere wir auf die Frage vorbereitet sind, „Mensch, was gibt’s Produkte unseren sehr hohen ökologischen Ansprüchen Neues von Gmund?“. Daher machen wir nicht so viele Progerecht werden. Ich sage das dazu, weil sehr viele Kollegen dukte wie möglich, aber so viele, wie die Kunden unserer irgendwelche Plastikstreusel reinmischen oder das Papier


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mit Silikon beschichten. Wir verwenden nur Rohstoffe, wie Frischfasern oder Recyclingfasern, denn für die Sortenklarheit im Recyclinprozess, so glauben wir, ist der Hersteller zuständig. Deswegen haben wir auch die Umwelt Charta entwickelt. Darauf legen wir sehr viel Wert, selbst wenn wir dadurch Aufträge verlieren. Aber das muss einfach sein. So ist für uns diese Kombination aus Umweltverträglichkeit und wirklicher Innovation eine wichtige Triebfeder. Das Ergebnis kann dann etwas Ästhetisches sein, wie zum Beispiel das Farbsystem oder aber auch etwas Technisches. Vor zwei Jahren zum Beispiel haben wir ein absolut blickdichtes Papier erfunden, das hat es vorher nicht gegeben und auch bis heute gibt es kein anderes weißes Papier mit dieser Eigenschaft. Diese Erfindung haben wir beim europäischen Patentamt angemeldet. Das war eine Weltneuheit. Da bin ich, das gebe ich zu, wahnsinnig stolz darauf, weil die ganzen Großindustrien es nie geschafft haben und wir, als mittlerer Player, aber schon. Das erfüllt uns natürlich mit großer Freude. Beeindruckend! Herzlichen Glückwunsch! Ist dieses

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Blocker Papier das Produkt, auf das Sie am meisten stolz sind?

Gmund Colors [ Farbsystem mit 48 Farben in 8 Farbgruppen ]

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Meine Antwort darauf ist die gleiche wie von einer Mutter, am wichtigsten ist mir mein Neugeborenes. Das Neueste liegt einem immer am meisten am Herzen. Bei uns sind das momentan zwei Papiere. Das eine ist dieses Gmund Colors, das Farbsystem, das wir in den letzten drei Jahren entwickelt haben. Da stecken tausende von Stunden drin und der Gehirnschmalz, den wir über die Jahre hineingebracht haben, der scheint genau das hervorgebracht zu haben, was wir uns vorgestellt haben. Für uns ist es natürlich das größte Kompliment, wenn die Kunden sagen „Das ist ja ganz einfach, das ist ja ganz klar. Damit kann ich super arbeiten!“. So viel Innovation hier draußen in dieser ländlichen Idylle?

Es wäre ein Trugschluss, anzunehmen, dass Innovation nur aus den „Big Cities“ kommen kann. Wir sind ein Entwicklungslabor für ästhetische und mittlerweile auch technische Papierprodukte. Dazu tragen nicht nur die vielen Reisen bei, auch am schönen Tegernsee haben wir schon Inspirationen für das ein oder andere Papier finden können. Wie wichtig ist es, nach außen zu kommunizieren? Und was tun Sie dafür?

Wir glauben schon, dass die Erscheinung unserer Firma die Grundlage für unseren Erfolg ist. Die Marke ist für uns eigentlich das Wichtigste. Die Marke Gmund, das sind die Mitarbeiter, die unsere Unternehmenskultur leben und das wollen wir nach außen transportieren. Tue Gutes und sprich darüber – haben wir nicht erfunden, machen wir aber. Und da gibt es eigentlich zwei Hauptmöglichkeiten, das eine ist unsere große Anzahl an Mitarbeitern, die täglich das Gespräch mit den Kunden suchen und sich mit Ihnen unterhalten und unsere Marke erklären. Wir haben ja nicht nur ein Produkt, sondern dazu ja auch eine gewisse Vision von Ästhetik und Nachhaltigkeit. Das erklären wir jedem sehr gerne. Die andere Möglichkeit besteht darin, viel Zeit und auch Geld für die Unternehmenskommunikation auszugeben. Wir machen das gut und gerne und viel. Dabei wollen wir nicht nur das Papier in den Mittelpunkt


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Ein Projekt oder Produkt ist erfolgreich, wenn der Kunde es toll findet. Und richtig erfolgreich ist es, wenn der Kunde damit Erfolg hat. Und wir feiern das genauso wie jeder andere Mensch auch, wir freuen uns und manchmal wird das mit einer Runde Bier und im Extremfall mit Sekt oder Champagner gefeiert.

Gotteswerk

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Und wie feiern Sie Ihre Erfolge am liebsten? I N T E R V I E W ----- P A P I E R M I T C H A R A K T E R

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Wann ist ein Projekt in Ihren Augen erfolgreich?

Wie nah liegen für Sie Erfolg und Scheitern beieinander?

Erfolg und Scheitern liegen für mich ganz nah beieinander. Wenn man z.B. ein neues Produkt entwickelt, geht man automatisch ein Risiko ein und läuft damit auch Gefahr, zu scheitern. Deshalb muss man während des Entwicklungsprozesses sehr genau auf sein eigenes Gefühl achten, aber auch das Feedback anderer miteinbeziehen. Im Optimalfall erkennt man so sehr früh, ob man in Bezug auf das Produkt eher aufs Gas oder auf die Bremse treten sollte. Ich denke, es ist eine wichtige Unternehmertugend, dass man bereit sein muss zu scheitern, wenn man Erfolg haben will. 40/48

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stellen, sondern wir versuchen auch zu zeigen, was alles möglich ist. Insofern ist jetzt dieses Beispiel mit dem Gotteswerk etwas ganz Tolles. Es ist jetzt nicht unser eigenes Kundemagazin, aber hier können wir als Partner zeigen, was mit Papier eigentlich möglich ist. Und das macht uns großen Spaß.


„Das Geheimnis eines Erfolges ist für mich ganz einfach, das sind alle Mitarbeiter.“

Zu diesem Zeitpunkt ist das neue Gotteswerk zwar noch nicht gedruckt, aber Sie kennen den Entwurf, RD

die Ideen, wie das Magazin verarbeitet sein wird. Was glauben Sie, wie wird der Leser reagieren, wenn er das fertige Werk in den Händen halten wird?

FK

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Ich glaube, sie werden es zum einen ehrfürchtig in den Händen halten, wenn sie es sehen. Und zum anderen werden sie, glaube ich, auch erstaunt sein, weil eine gewisse Simplizität bei dem neuen Gotteswerk mit Überraschungen vereint ist und das werden die Leute schon mit Interesse bemerken. Dann komme ich auch schon zur letzten Frage: Was ist das Nächste, worauf Sie sich mit Gmund freuen?

Ich freue mich schon sehr auf das nächste Kundenprojekt, die neue Kollektion, über die ich Ihnen noch nichts sagen kann, darf und will. Und auf was ich mich jetzt wirklich sehr freue, ist, bald das gedruckte Gotteswerk in Händen zu halten. Darauf freuen wir uns auch schon sehr. Vielen Dank für das Interview – Nice to meet you!


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Gotteswerk

Wann sehen wir uns wieder?

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[ Dialog und Austausch ]

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service@gotteswinter.de / gotteswinter.de


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Red Dot Award 2015 / Art Directors Club – Bronzener Nagel / 1x Die schönsten Bücher Russlands / Innovationspreis der Deutschen Druckindustrie - 1. Platz,

2.000 Exemplare PAPIER Umschlag – 310 Gramm Gmund Colors Metallic 50 / Innenteil – 200 Gramm Gmund Colors Matt 50 / Spiegelfolie – 250 Gramm Spiegelpapier / Trans-

designkultur w w w.milchundhonig-dk.de

Stanzung, Duftlack, Perforation, Foliendruck, Farbschnitt FOTOS Gmund, Max Vaupel TEXT Monika Obermeier / Christina John / Rafael Dietzel DESIGN UND KONZEPT MILCH+HONIG

parentpapier – 100 Gramm Gmund Colors Transparent 50, 54 BINDUNG Klebebindung FARBE 4C + Pantone Warm Red und 877U VEREDELUNGEN Hochprägung, UV Lack, Tiefprägung,

AUFLAGE

GOTTESWERK – 05.2015

nach ISO 12647, LIVING PSO® / FSC® C018312 / Klimaneutrales Unternehmen, ClimatePartner ID 53116-1309-1001

100% mineralölfreie Druckfarben / 100% des Stromeinsatzes aus regenerative Wasserkraft / 100% der Emmisionen werden ausgeglichen ZERTIFIKATE Prozess Standard Offsetdruck

Printers Club Award – 2. Platz / Paperazzo Haptik Award – 2 Nominierungen 100% NACHHALTIG 100% der Aluminiumdruckplatten und 100% der Papier- und Kartonabfälle werden recycelt /

2. Platz, 3. Platz und 11 Nominierungen / Fedrigoni Award – 3 Nominierungen / Bayerischer Printmedienpreis / 2x Die schönsten Bücher Deutschlands / Druck+Medien Award – Finalist /

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Kundenmagazin Gotteswerk 5.2015  

Nice to meet you - Austausch und Dialog

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