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Die Samstagszeitung für Stuttgart * 4. Jahrgang * Nr. 37

Samstag, 16. Oktober 2010

Verspielt

International

Persönlich

Berthold Reichle leitet das Haus des Waldes in Degerloch. Hier können Kinder und Erwachsene die Geheimnisse in den Wäldern rund um Stuttgart entdecken. *Seite 10

Unser treuer Leser Alberto war im Sommerurlaub am Mittelmeer unterwegs. Auf eines wollte er auf keinen Fall verzichten: die GOOD NEWS. *Seite 15

Ernst Messerschmid war der dritte deutsche Astronaut im All. Wie gerne er sich daran erinnert, erzählt der Stuttgarter Universitätsprofessor im GOOD NEWS-Interview. *Seite 16

Gute Nachrichten aus Stuttgart

GOOD NEWS KOMMT JETZT WÖCHENTLICH!

Weiter wachsen Die GOOD NEWS wächst im Format und auch sonst buchstäblich über sich hinaus. Ab sofort gibt es die Guten Nachrichten aus Stuttgart jeden Samstag. Als wir mit der GOOD NEWS – Gute Nachrichten aus Stuttgart – im Spätsommer 2007 an den Start gingen, haben wir vollmundig versprochen, den Stuttgartern eine Monatszeitung mit lauter guten Nachrichten zu schenken. Und wir haben ebenfalls erklärt, die Zeitung einzustellen, sobald uns die guten Nachrichten aus unserer Stadt Stuttgart ausgehen sollten. Heute, genau drei Jahre später, stellen wir einigermaßen erstaunt fest, dass die guten Nachrichten einfach nicht weniger werden. Das Gegenteil ist der Fall.

Deshalb haben wir beschlossen, weiter zu wachsen. Mit dieser Ausgabe erscheint die GOOD NEWS erstmals im größeren Rheinischen Format. Dadurch haben wir mehr Platz für noch mehr Inhalte. Und, was noch wichtiger ist: Ab jetzt gibt es die GOOD NEWS wöchentlich! Pünktlich zum Wochenende finden Sie nun die Guten Nachrichten aus Stuttgart in Ihrem Briefkasten. Freuen Sie sich auf mehr Inhalte, neue Rubriken und natürlich noch mehr gute Nachrichten. Über das Wachsen werden Sie in dieser fast schon programmatischen Ausgabe immer wieder lesen: zum Beispiel in dem

Artikel über das Netz der Stuttgarter Stadtbahn. Gemeinsam mit den Bussen der Stadt fahren die Stadtbahnen Stuttgarts jeden Tag so weit, dass sie zweimal um die Welt fahren könnten, würde man die Linien aneinander reihen. In den vergangenen 200 Jahren ist auch in den Bilderlagern und Schubladen der Staatsgalerie Stuttgart eine Sammlung herangewachsen, die so empfindlich ist, dass sie der Öffentlichkeit nur für kurze Zeit gezeigt werden kann: die Graphische Sammlung. Drei Konservatoren kümmern sich um die zahlreichen Werke, da-

mit diese so lang wie möglich der Nachwelt zugänglich sind. Wie man auf äußerst sympathische Weise über sich hinauswächst und trotzdem die Bodenhaftung nicht verliert, haben wir im Gespräch mit Ernst Messerschmid erfahren. Der Stuttgarter war als dritter deutscher Astronaut im All und erzählt, wie es sich anfühlt, wenn man auf die Frage „Are you ready to go?“ so richtig durchstartet. So ähnlich fühlt sich momentan auch unser GOOD NEWS-Team. Mit der wöchentlichen Erscheinungsweise werden

wir – zumindest journalistisch – in eine andere Umlaufbahn eintreten. Wir freuen uns sehr darauf! In der ersten Wochenendausgabe der GOOD NEWS stoßen wir jedenfalls kräftig darauf an, dass auch unsere treue Leserschaft mit uns weiter wächst. Wenn man so will, geht für uns das Feiern nach dem Volksfest erst richtig los. Dafür sorgen auch die guten Tropfen Stuttgarter Weine aus den Weinbergen rund um den Kessel. Prost, Stuttgart!

16. Oktober 2010


Erfolgreich

Seite 2

Drei Jahre GOOD NEWS!

Gute Nachrichten in eigener Sache: Seit Oktober 2007 liefert die GOOD NEWS gute Nachrichten aus Stuttgart – kostenlos, frei Haus und äuĂ&#x;erst erfolgreich. Zwei kreative KĂśpfe, eine gute Portion Euphorie und ein begeisterndes Konzept. So in etwa muss man sich die Zutaten vorstellen, aus denen im Mai des Jahres 2007 die Idee fĂźr eine neue Zeitung in Stuttgart geboren wurde. Die beiden KĂśpfe sind Saim Rolf Alkan und Lukas-Pierre Bessis. Ihre Euphorie gilt der Stadt, in der sie leben. Dem

Zeitungskonzept gaben sie den Namen GOOD NEWS – Gute Nachrichten aus Stuttgart.

Gewachsen

Ganze drei Jahre ist es her, seit im Oktober 2007 die erste Ausgabe der Monatszeitung erschien – nun feiert die GOOD NEWS ihren dritten Geburtstag. Mittler-

weile erreicht die Zeitung Ăźber 220.000 Haushalte und ist die grĂśĂ&#x;te Monatszeitung Stuttgarts. GOOD NEWS gibt es nicht mehr nur im Stadtgebiet, die guten Nachrichten werden seit einem Jahr auch in den stadtnahen Gemeinden wie Fellbach und auf den Fildern verteilt.

Erfolgsgeheimnis „Das Unverwechselbare an unserer Zeitung ist, dass wir ausschlieĂ&#x;lich Ăźber Positives in der Stadt Stuttgart berichten“, erklärt Verleger Bessis. „Damit setzen wir uns von dem ungeschriebenen Gesetz ab, wonach fĂźr die Medien nur schlechte Nachrichten wirklich gute

Nachrichten sind. Die vielen RĂźckmeldungen unserer Leser jedenfalls zeigen, dass wir mit dieser positiven Haltung offene TĂźren einrennen.“

hervor. Die GOOD NEWS-Redakteure fĂźllen sie jeden Monat aufs Neue mit Leben.

Online und im Web 2.0

Viel zu bieten Genau darum geht es der GOOD NEWSRedaktion: Sie will die Augen Ăśffnen fĂźr all das, was Stuttgart so besonders macht. Sie will das Selbstbewusstsein der Stuttgarter fĂźr ihre Stadt stärken. Und sie will zeigen, welche guten Nachrichten Stuttgart zu bieten hat. Stuttgart ist „groĂ&#x;artig“ und „sportlich“, „erfolgreich“, „kultiviert“ und „verspielt“ – das heben die Rubriken der Zeitung

Wie beliebt die GOOD NEWS ist, zeigt sich auch an der groĂ&#x;en Resonanz im Internet. Auf www.goodnews-stuttgart.de informiert die Redaktion nicht nur umfassend sondern auch ganz aktuell. Aktiven Kontakt mit den Lesern hält das Redaktionsteam seit Anfang 2009 Ăźber Twitter und Facebook. GOOD NEWS hat mehr als 1.700 Freunde auf der Social Media Plattform. Wir danken unseren Lesern und Freunden fĂźr die vielen RĂźckmeldungen und Anregungen. GOOD NEWS Print, Online und 2.0 – nicht zuletzt ihretwegen geht die Zeitung mit den guten Nachrichten mit gehĂśrigem Optimismus ins vierte Jahr. Und zwar ab sofort jeden Samstag! Und das ist wohl die grĂśĂ&#x;te Herausforderung fĂźr das ganze GOOD NEWSTeam.(CO)

GOOD NEWS-Redakteure treffen Thomas Hitzlsperger und David Hasselhoff. Guter Rat von hĂśchster Stelle: Der Typograph Kurt Weidemann im Verlagshaus.

www.goodnews-stuttgart.de

Gute Nachrichten aus der City Hans H. Pfeifer schreibt:

„Wird Herbst da drauĂ&#x;en, wie ich meine â€Śâ€œ. So hat die groĂ&#x;artige Hildegard Knef vor Ăźber 20 Jahren schon gesungen. Der damals noch sehr junge Till BrĂśnner, heute der deutsche Jazztrompeter Nr. 1 und Gast bei den Sparda-Bank Jazzopen Stuttgart 2010 in diesem Sommer, hat sie damals auf der Trompete begleitet. Aber man merkt es tatsächlich, die Kastanien werfen zur Freude der Kinder ihre FrĂźchte ab, so zu beobachten in den Alleen an der BolzstraĂ&#x;e und der Planie. Dieses dunkle, satte kastanienbraun, glänzend und glatt, das hat einfach was. Die Luft riecht anders als vor wenigen Wochen, in der Stadt der Weinberge sieht und schmeckt man den nahenden Herbst. Bild: Achim Zweygarth

Hier werden gute Nachrichten gemacht: GOOD NEWS-Redakteure bei der Arbeit.

Hans H. Pfeifer, City-Manager, City-Initiative Stuttgart

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Die Nächte sind kälter geworden, alles wird etwas gedämpfter und gemĂźtlicher. SchĂśn, wenn man Zeit hat und das Tempo etwas drosseln kann. So manche Besenwirtschaft Ăśffnet gerade wieder ihre Tore, gerade richtig, um die bierselige Volksfestzeit mit GĂśckele und Ochs am SpieĂ&#x; durch neuen Wein und Zwiebelkuchen abzulĂśsen. Dies hilft uns die Zeit zu ĂźberbrĂźcken, bis es wieder die beliebten Martinsgänse gibt. Aber neben den vielen kulinarischen MĂśglichkeiten tut sich in den nächsten Wochen auch viel in Sachen Kultur. UnterstĂźtzt von Stephan Sulke und Katja Ebstein findet im Hotel Le Meridien der 6. Chanson- und Liedwettbewerb statt, der deutschsprachige Sängerinnen und Sänger fĂśrdert. Am 23. Oktober veranstaltet Lift zum neunten Mal von 19 bis 2 Uhr die StuttgartNacht. Ăœber 70 Kultureinrichtungen aus den Bereichen Musik, Theater, Film und Literatur und auch das Rathaus kĂśnnen mit den SSB-Shuttles angefahren und

besucht werden. Alle beteiligten Einrichtungen haben sich etwas Besonderes einfallen lassen, um die vielen Besucher zu begeistern. Und nach so viel Kulinarik und Kultur merken Sie sich doch noch Samstag, den 6. November vor. Da veranstaltet die CIS wieder die beliebte lange Einkaufsnacht, diesmal unter dem Motto „S-City leuchtet Orange“. Entspanntes Shoppen bis 24 Uhr, buntes Programm, groĂ&#x;es Feuerwerk, viel Musik und beste Laune – das versprechen wir. Und noch ein Umfrageergebnis zum Schluss: Die Uni Hohenheim hat fĂźr Allianz Deutschland in den letzten Wochen in 14 deutschen GroĂ&#x;städten nachgefragt und das Ergebnis: In keiner anderen Stadt sind die Einwohner so optimistisch wie in Stuttgart. 70 Prozent der Einwohner der Landeshauptstadt erwarten rosige Zeiten fĂźr ihr Privatleben. Stuttgart liegt damit vor KĂśln, Hannover und MĂźnchen und hat den grĂśĂ&#x;ten Anstieg bei der Zuversicht fĂźr Deutschland! Wenn die Zuversicht steigt, dann geht es auch mit der Wirtschaft aufwärts, so der wissenschaftliche Begleiter der Universität Hohenheim. Also weiter so! Das ist doch ein wirklich schĂśnes Umfrageergebnis aus unserer attraktiven Stadt und damit auch eine gute Nachricht aus der City. Wir sehen uns, spätestens zur langen Einkaufsnacht. Ihr

Stuttgart im Internet Facebook & Twitter

Der Altweibersommer lockt ins Freie Von wegen Community-Anhänger meiden die Welt auĂ&#x;erhalb ihres PCs: Die GOOD NEWS-Freunde auf Facebook haben den Altweibersommer genutzt, um ihre Bleiben herbstfest zu machen. Und zwar mit NĂźssen, Blättern, Kastanien – eben allem, was man fĂźr einen gemĂźtlichen Herbst in der guten Stube braucht. Weniger gemĂźtlich ging’s auf dem Wasen zu. Wir fragten auf Facebook: Was gehĂśrt zu einem anständigen Wasenbesuch? Neben MohrenkĂśpfen und Arbeitskollegen kam prompt die Gegenfrage einer GOOD NEWS-Freundin: „Bin aus der Schweiz – was ist der Wasen?“ FĂźr alle, die Aufklärung brauchen: www.goodnews-stuttgart.de/grossartig/

Täglich aktuelle Nachrichten finden Sie unter www.goodnews-stuttgart.de

16. Oktober 2010


Glücklich

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Die Krüge hoch! Auf dem Cannstatter Volksfest feiert das GOOD NEWS-Team gemeinsam mit seinen treuesten Fans und Kunden den 3. Geburtstag der Zeitung.

Mario Rollwage mit seiner Tochter Jessica

Sam Arab und Asim Soysal

Lukas-Pierre Bessis mit Ali Borhanian

Katrin Bär und Marie Schmidt-Martin

Dr. Andreas Sasdi

Torsten Hallmann mit seiner Frau

Cyrus Ghanai und Christoph Seebald

Jürgen Wagner

Weltreise! Mit der GOOD NEWS um den gesamten Globus. Von Stuttgart aus erobert GOOD NEWS die ganze Welt – im Gepäck unserer Leser, versteht sich. In den letzten drei Jahren besuchte die Zeitung die chinesische Mauer, machte Halt in Kolumbien und durchquerte die Sahara.

Alle Bilder gibt es unter: www.goodnews-stuttgart.de

Von fast allen Kontinenten der Erde schickten Reisende Fotos. Einzig die Antarktis fehlt noch in der Fotosammlung …

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16. Oktober 2010

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GlĂźcklich

Seite 5

PrunkstĂźcke und Wunschzettel

1810 gilt als das offizielle Grßndungsjahr der Graphischen Sammlung. 200 Jahre später zeigt die Staatsgalerie Stuttgart ihre wertvollsten Papierarbeiten der Öffentlichkeit. der Gegenwart. Die Sammlung besteht unter anderem aus Zeichnungen, Aquarellen, Druckgrafiken, illustrierten Bßchern, Buchobjekten und Fotografien.

FĂźr kurze Zeit im Licht der Ă–ffentlichkeit Aus konservatorischen GrĂźnden kĂśnnen die Werke nur fĂźr kurze Zeit ausgestellt werden. Alice Koegel, Konservatorin fĂźr Gegenwartskunst und eine der drei Kuratoren erklärt, dass die Grafiken sehr lichtempfindlich sind. Umso beeindruckender ist die umfangreiche Auswahl, die „gerade einmal die Spitze des Eisberges darstellt“, sagt Koegel. Denn die Sammlung umfasst mittlerweile rund 400.000 Blätter von 12.000 KĂźnstlern. In dieser GrĂśĂ&#x;e präsentiert sich die Graphische Sammlung den Besuchern zum ersten Mal in ihrer Geschichte.

Rahmenprogramm der Jubiläumsausstellung

Mit der groĂ&#x;en Sonderausstellung „‌ nur Papier und doch die ganze Welt â€Śâ€œ feiert die Stuttgarter Staatsgalerie noch bis 1. November 2010 das 200-jährige Bestehen ihrer Graphischen Sammlung.

Dabei präsentiert sie eine Auswahl von rund 300 herausragenden Werken und Werkgruppen auf und mit Papier. Zu sehen ist das gesamte Spektrum von den Alten Meistern bis hin zu Kunstwerken

Herzlichen GlĂźckwunsch, Merlin! FrĂźher war es eine Schreinerei. Vor zwanzig Jahren fand das Merlin dort eine neue Heimat. Am 30. Oktober 2010 feiert das Kulturzentrum sein 20-jähriges Bestehen in der AugustenstraĂ&#x;e.

Bild: Merlin

Die Anfänge des Merlin in der AugustenstraĂ&#x;e Anfang der 1990er-Jahre. Am 02. November 1990 war es endlich soweit: Nach einer groĂ&#x;en Umbauphase zieht das Merlin von der FurtbachstraĂ&#x;e in seine neuen Räume in der AugustenstraĂ&#x;e 72, einer ehemaligen Schreinerei. Heute kann es auf eine 20-jährige Erfolgsgeschichte zurĂźckblicken und ist aus dem Kulturleben der Stadt nicht mehr wegzudenken.

Immer am Puls der Zeit Das Kulturzentrum bietet Veranstaltungen verschiedenster Art: von Musikveranstaltungen wie Musik-Festivals, Musikkabarett oder Jazzkonzerten, bis hin zu TheatervorfĂźhrungen, Kinderveranstaltungen, Workshops und Ausstellungen. Dazu kommen Vorträge, Podiumsdiskussionen, Seminare und Kurse zu den unterschiedlichsten Themen. Gleichzeitig ist Merlin eine Plattform fĂźr kulturelle, politische und religiĂśse Gruppen, Initiativen und Vereine. Und bei all der Vielfalt ist ihnen eins besonders wichtig: Immer am Puls der Zeit zu sein. Das Merlin ist eine soziokulturelle Einrichtung und hat zu allen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen in irgendeiner Weise Stellung bezogen. „Wir haben immer versucht so schnell wie mĂśglich auf gesellschaftliche Prozesse zu reagieren“, so Holger Eichhorn, der gemeinsam mit Barbara Bruns das Merlin leitet. In den 20 Jahren hat das Kulturzentrum deshalb auch viele neue Projekte gestartet, die sich zum grĂśĂ&#x;-

ten Teil noch bis heute fortsetzen. Zum Beispiel das im Jahre 2002 ins Leben gerufene und aus dem Trend des neuen deutschen Pop heraus entstandene Stuttgarter ChanSongFest. Das ChanSongFest ist mittlerweile weit ßber die regionalen Grenzen bekannt und findet in diesem Monat zum neunten Mal statt. In einem Jahr kommen allein fßr die Kulturveranstaltungen rund 25.000 Besucher. Dabei ist das Publikum bunt gemischt. Das Merlin, bestehend aus drei Mitarbeitern und vielen Ehrenamtlichen, arbeitet zudem stark vernetzt – vor allem mit kulturellen Einrichtungen.

Ein besonderer Gast zum Jubelfest Zum Jubiläum haben sich die Macher des Merlin etwas besonderes ausgedacht: Es soll kein groĂ&#x;es Fest geben, aber der Musiker Hans-Eckardt Wenzel, der auch schon beim ErĂśffnungsfest des Merlins in der AugustenstraĂ&#x;e dabei war – damals noch mit dem Musik-ClownDuo „Wenzel und Mensching“ – wird mit seiner Band auftreten. „Am 30. Oktober, fast auf den Tag genau, feiern wir unser 20-järiges Jubiläum. Und Wenzel, der uns bis heute treu geblieben ist, wird zu diesem Jubelfest mit seiner Band und seinem neusten Programm „KĂśnig von Honululu“ zum 20. Mal zum 20-järigen Jubiläum des Merlin auftreten“, so Holger Eichhorn. (JB)

Im Rahmen der Sonderausstellung in der Staatsgalerie Stuttgart „‌ nur Papier und doch die ganze Welt â€Śâ€œ finden in der zahlreiche HintergrundfĂźhrungen mit den drei Kuratoren Dr. Corinna HĂśper, Dr. Hans-Martin Kaulbach und Alice Koegel statt. AuĂ&#x;erdem werden FĂźhrungen und Seminare zu verschiedenen Themen rund um Grafik und Druck angeboten. So konnten Besucher am 18. September 2010 zum Beispiel die Lithographie Werkstatt unter dem Motto „Wie funktioniert eigentlich der Steindruck?“ besichtigen. AuĂ&#x;erdem finden zahlreiche Gespräche mit verschiedenen KĂźnstlern, deren Werke auf dem „Wunschzettel“ der Graphischen Sammlung stehen, statt.

Verlustreiche Zeiten während des Krieges

Der Raum mit dem Titel „Wunschzettel“ umfasst Werke der Gegenwartskunst, die zu den aktuellen NeuerwerbswĂźnschen der Staatsgalerie zählen. „Diese Werke sind teilweise noch unbekannt, weil sie ganz neu sind, oder bisher als Skizze oder Vorarbeit galten“, sagt Alice Koegel. Zunächst sind diese Arbeiten Leihgaben. Mithilfe Ăśffentlicher und privater FĂśrderer mĂśchte die Staatsgalerie im Laufe der Ausstellung weitere Arbeiten fĂźr ihre Graphische Sammlung erwerben.

Während des Zweiten Weltkrieges erlebt die Graphische Sammlung sehr schwere Zeiten. 27 Zeichnungen und 379 Druckgraphiken werden als „entartete Kunst“ beschlagnahmt. Im September 1944 brennen die Alte Staatsgalerie und das Kronprinzenpalais aus. Sämtliche InventarbĂźcher, Schriftverkehr und Archivalien gehen verloren. Die Graphische Sammlung wurde an verschiedene Orte ausgelagert. Nach Kriegsende kam es durch ZerstĂśrung und Diebstahl erneut zu Verlusten. Eines der verloren geglaubten Objekte war das „Augsburger Geschlechterbuch“. Der Band aus dem 16. Jahrhundert enthält 43 Zeichnungen und 53 Radierungen. 2004 tauchte es Ăźberraschend bei einer Auktion in den USA auf. Nach der Klärung der Eigentumsfrage hat das Buch am 1. Februar 2010, nach mehr als 60 Jahren, den Weg zurĂźck in die Stuttgarter Staatsgalerie gefunden und ist nun einer der HĂśhepunkte der Ausstellung.

Die ersten Jahre Ihren Umfang verdankt die Graphische Sammlung dem GrĂźnder KĂśnig Friedrich I. 1806 grĂźndete er das „KĂśnigliche Cabinett der Kupferstiche und Handzeichnungen.“ Im Jahr 1810 machte er den Maler Eberhard Wächter zum ersten Konservator des Kabinetts. Aufgrund dessen gilt dieses Jahr als offizielles GrĂźndungsjahr der Graphischen Sammlung Stuttgarts. Im Jahr 1817 umfasst seine Sammlung bereits 20.000 Druckgrafiken, 260 gebundene Werke und rund 2.000 Zeichnungen.

Erwerb weiterer Blätter 1861 besteht die Sammlung aus 115.000 Blättern. 1882 kommen weitere 164 Zeichnungen von Giovanni Battista und Domenico Tiepolo hinzu. Dr. Dietrich Birk, Staatssekretär im Ministerium fĂźr Wissenschaft, Forschung und Kunst bezeichnet diese heute als die „weltweit grĂśĂ&#x;te (‌) Zeichnungssammlung des Barock-KĂźnstlers Tiepolo.“ Bis 1889 wächst die Graphische Sammlung auf Ăźber 300.000 Blätter an.

Gewinnspiel zur Sonderausstellung Bis einschlieĂ&#x;lich Samstag, 16. Oktober 2010, kĂśnnen die Besucher der Ausstellung an einem Gewinnspiel teilnehmen. Dazu mĂźssen zehn Fragen beantwortet werden, deren LĂśsungen in der Ausstellung zu finden sind. Den Fragebogen erhalten die Besucher an der Infotheke im Foyer der Staatsgalerie. Zu gewinnen gibt es einen smart fortwo Hybrid Drive, den der StreetartkĂźnstler Peter Kosock gestalten wird. Alle Preise werden am 28. Oktober 2010 ausgelost und Ăźbergeben. (CG) Anzeige

Abb. entspricht nicht den Angeboten.

Bild: Staatsgalerie Stuttgart

„Wunschzettel“ fĂźr die Erweiterung der Sammlung

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16. Oktober 2010


Großartig

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Trollinger trifft Merlot

Qualität statt Quantität ist das Credo der heimischen Wengerter und Winzer. Das wird auch von der internationalen Fachwelt mittlerweile honoriert. Wein- und Sektgut Christel Currle

werden in den Keltern zu absolut hochwertigen Weinen verarbeitet und weisen einen fast schon südländischen, internationalen Charakter auf.

Auch das Weingut Currle kann sich auf eine lange Tradition berufen: „Schon Winston Churchill soll sich Trollinger vom Uhlbacher Götzenberg geliefert haben lassen“, erzählt Christel Currle, die ein herausragendes Angebot an erlesenen Weinen und Sekten anbietet. Bei ihren Weinen legt sie viel Wert darauf, aus jedem einzelnen etwas ganz Besonderes zu machen. Bereits bei der Auswahl des richtigen Weinbergs werden erste Charakterzüge des späteren Weines festgelegt, der je nach Verabeitung ein unkomplizierter Württemberger oder durch intensive Begleitung ein wirklich

Weingut der Stadt Stuttgart Als Landeshauptstadt ein eigenes Weingut zu haben, das ist schon etwas Besonderes, und die historischen Innenstadtweinberge tragen mit ihrer Einzigartigkeit zum besonderen Flair Stuttgarts bei. Ohne das städtische Weingut würden diese Weinbergoasen aus dem Stadtbild Stuttgarts verschwinden. Sie werden daher mit besonderer Liebe und Mühe gepflegt. Außer in den besten Halbhöhenlagen der Stadt besitzt das städtische Weingut vorzügliche Weinberge in Bad Cannstatt, Münster, Oberund Untertürkheim. Die Weine aus drei besonders guten und individuellen Weinlagen werden mit ihrem Lagennamen bezeichnet: Stuttgarter Mönchshalde, Cannstatter Zuckerle und Cannstatter Halde.

außergewöhnliches Naturprodukt wird. Weinspaziergänge mit Weinproben ergänzen das Angebot und starten beispielsweise an der Grabkapelle, die von einem Teilnehmer einmal liebevoll das „Schwäbische Taj Mahal“ genannt wurde.

Wie wird der Jahrgang 2010? An den Jahrhundert-Jahrgang 2009 wird der Jahrgang 2010 nicht heranreichen. Die Wengerter sind sich jedoch einig, dass warme sonnige Tage und kühle Nächte für eine optimale Aromenbildung beigetragen haben und wir uns somit dennoch auf einen hervorragenden Jahrgang freuen dürfen. Na dann, zum Wohl! (NW)

Weinmanufaktur Untertürkheim

Manufaktur heißt Handarbeit – Weinlese der Weinmanufaktur Untertürkheim. Trollinger und Lemberger sind wohl die ersten Rebsorten, die einem in den Sinn kommen, wenn man an heimischen Wein denkt. Diese Rebsorten werden ausschließlich in der Region angebaut und sind damit Markenzeichen für das Weinanbaugebiet Württemberg. Das gilt Anzeige

auch für Stuttgart und sein Umland. Mit großem Erfolg werden hier jedoch in den letzten zwanzig Jahren neben den traditionellen heimischen Rebsorten auch internationale Sorten wie Merlot, Chardonnay oder Sauvignon Blanc angebaut. Diese roten und weißen Trauben

„In Bezug auf Wein ist die Gegend um Türkheim die beste Mark des Landes“ sagte schon Mönch Berthold um 1135, der die Weinberge im heutigen Untertürkheim für das Kloster Zwiefalten verwaltete. Da Mönche bekanntlichermaßen auf dem Gebiet des Genusses seit jeher sehr bewandert waren, konnte sich die Weinmanufaktur Untertürkheim keinen besseren Markenbotschafter vorstellen und benannte erstmals 1987 einen Rotweincuvée nach ihm. Das hohe Niveau des Sortiments bestätigte 2010 zum zweiten Mal in Folge die dritte Traube des Weinführers Gault Millau. Fortan darf sich die Weinmanufaktur mit Recht „beste Genossenschaft Deutschlands“ nennen.

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Bilder: Weinmanufaktur Untertürkheim

Rot ist der Trollinger – die traditionelle Traube der Schwaben.

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Großartig

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Weinstadt Stuttgart

Stuttgart hat etwas, was keine andere Landeshauptstadt Deutschlands hat: Sie ist ideales Terroir für guten Wein. Im Oktober lohnt ein Spaziergang durch die Weinberge besonders.

Beste Weinlagen unter der Grabkapelle auf dem Württemberg.

Ein prächtiges Farbenspiel bietet das Spalier der Reben in und um Stuttgart.

In Stuttgart ist der Weinbau so präsent wie in keiner anderen deutschen Großstadt. Das Prädikat „Weinstadt“ verdient sie daher nicht nur wegen ihrer ausgezeichneten, vielfach prämierten Tröpfchen. Namen wie Cannstatter Zuckerle, Stuttgarter Mönchhalde, Uhlbacher Götzenberg oder Untertürkheimer Kriegsberg sind weit über die Grenzen der Landeshauptstadt hinaus bekannt und geschätzt.

Eine Urkunde aus dem Jahr 1108 bezeugt, dass der Mönch Ulrich dem Kloster Blaubeuren Weinberge in Stuttgart schenkte. Der Grundstein für die bis heute währende Weinbau-Tradition war gelegt.

Warum gedeihen die Reben in Stuttgart so prächtig? Ein altes Sprichwort besagt: „Die Rebe ist ein Sonnenkind – sie liebt den Berg und haßt den Wind.“ Nährstoffreiche

Böden, der milde Einfluss des Neckars und nicht zuletzt die stetige Sonneneinstrahlung schaffen in Stuttgart ideale Bedingungen für den Weinbau. Klimatisch gesehen ist Stuttgart eine eigene kleine Welt innerhalb der bundesweiten Anbauflächen.

Lange Tradition Neben den klassischen Württembergern Trollinger und Lemberger werden in Stuttgart auch eine Fülle an Weißweinen angebaut. Hierzu zählt der Riesling, der als „König der Weißweine“ Spitzenreiter unter den weißen Anbausorten ist. Die Rebe spielt in Stuttgart eine herausragende und geschichtsträchtige Rolle.

Keltern allgegenwärtig Noch heute gibt es in fast jedem Stadtteil eine Kelter. Um 1600 wurde die Hedelfinger Kelter vom berühmten herzoglich württembergischen Baumeister Heinrich Schickardt entworfen und ist damit architekturgeschichtlich bedeutsam. Die Untertürkheimer Kelter wiederum verfügte zu ihrer Entstehungszeit um 1902 beziehungsweise 1903 über die technisch modernsten Anlage der Welt und erlangte damit weltweiten Ruhm. Ein Großteil der Keltergebäude dient noch heute dem ursprünglichen Zweck des Weinmachens, der sich seit der Etablierung des Weinbaus drastisch verändert hat. Mussten früher beispielsweise die Trauben schweißtreibend von Hand gepresst werden, so übernehmen dies heute Maschinen. Dem Wein Charakter zu verleihen, obliegt jedoch noch immer der Begabung der Wengerter.

Vieles noch Handarbeit Noch hat die moderne Technik ihre Grenzen und macht den Einsatz von Lese-Teams unumgänglich. Dies bringt sogar seit vielen Jahren einen gewissen Weinlese-Tourismus hervor. Menschen aus Schweden oder den USA pilgern jährlich ins Schwabenländle um mit „bebbigen“ Fingern „lommeliche“ Trauben auszusondern. Das ist wahre Völkerverständigung und vielleicht ein klein wenig Weinleseromantik!

Damals und heute In der Vergangenheit war die Weinlese fast ausschließlich Familiensache. Jeder – ob jung oder alt – hat damals mitge-

Bilder: Stuttgart Marketing

Mit dem Probierglas unterwegs auf dem Stuttgarter Weinwanderweg.

Weinlese hat wieder begonnen Wer die Weinlese hautnah erleben möchte, dem sei dieser Tage ein Spaziergang durch die bunt verfärbten Weinberge empfohlen. Neben dem bekannten Stuttgarter Weinwanderweg gibt es auch zahlreiche geführte Weinspaziergänge, die mit feinen Tröpfchen ein genussvolles Highlight für die Teilnehmer versprechen. (NW)

8 Fakten ...

über die Weinstadt Stuttgart

1. 1108 wurde erstmalig Weinbau in

5. In Stuttgart liegen die Weinberge

Stuttgart urkundlich nachgewiesen.

im Herzen der Stadt, nur wenige Meter vom Hauptbahnhof entfernt.

2. Im 16. Jahrhundert gehörte Württemberg zu den bedeutendsten Weinanbaugebieten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.

6. Fast 90 Prozent der in Stuttgart

3. In Stuttgart gibt es eine hohe Sortenvielfalt durch ideale Anbaubedingungen, darunter Weinspezialitäten wie Weißherbst und Schiller.

Steigungen bis 35 Prozent, unter 10 Prozent der Gesamtanbauflächen werden mit Vollernter „gelesen“.

4. Württemberg ist das einzige deut-

8. Der Heilige Urban ist Schutzpa-

sche Anbaugebiet, das mehr Rotwein als Weißwein produziert.

tron der Weinberge, des Weines, der Winzer und Küfer.

Moderne Weinlese Auch bei der Weinlese sucht man meist vergebens nach der sagenumwobenen Weinleseromantik. Heute übernehmen zum Teil sogenannte „Vollernter“ die Weinlese und damit die Arbeit. Sie schaffen bis zu 35 Prozent Steigungen am Berg und erledigen binnen einer Stunde die Tagesarbeit eines gesamten Lese-Teams. Der Vollernter fährt über die Rebenzeilen hinweg, „pflückt“ die reifen Beeren Stück für Stück von den Stielen und lässt nicht ausgereifte Beeren zurück.

holfen. Heute erledigen meist Erntehelfer die Arbeit oder vielerorts auch Rentner. Die weitläufig verbreitete Annahme, Trupps aus Osteuropa würden zur Weinlese die Weinberge überschwemmen, bestätigt sich in Stuttgart nicht.

hergestellten Weine werden hier getrunken.

7. Der Vollernter schafft Hänge mit

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Kultiviert

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Momentaufnahmen Stuttgarts

Die Ausstellung „Stuttgart – Schwarz auf Weiß“ zeigt die Stadt aus der Sicht eines Taxifahrers. Wolfgang Urban knipst in voller Fahrt und durch die Scheibe.

Bilder: Wolfgang Urban

Die Bilder des Fotografen Wolfgang Urban zeigen eine Stadt voller Kontraste. Wolfgang Urban ist Taxifahrer. Stundenlang chauffiert er seine Fahrgäste durch die Straßen Stuttgarts. Dabei beobachtet er eindrückliche Alltagssituationen: Ein alter Mann putzt gebückt seine Garage, ein Kind schaut neugierig aus dem fahrenden Auto – wartende Menschen, gehende Menschen, Hunde oder Architekturbauten streifen seinen Blick. Die beinah intimen Momente und Stimmungen der Stadt hält Wolfgang Urban mit seiner Analogkamera fest.

kommene Effekte. Manchmal mogelt sich die Autohaube ins Bild. Der gebürtige Stuttgarter möchte keine bestimmte Wirkung mit seinen Bildern erzielen. Sie sollen für sich sprechen und damit Stuttgart und seine Einwohner authentisch darstellen. Dies gelingt Wolfgang Urban besonders in schwarz-weiß: „Anfangs habe ich zwei oder drei Filme in Farbe durchgeschossen, das gab aber nicht viel her und ich bin auf Schwarz-Weiß umgestiegen“, erzählt der Fotograf.

Schwarz-weiß durch die Scheibe

Stuttgart, wie es ist

Der Taxifahrer knipst spontan – aus dem fahrenden Auto heraus und durch die Fensterscheibe. So entstehen willAnzeige

Der 45-Jährige lichtet Stuttgart seit sechs Jahren ab. Seine Heimatstadt gefällt ihm: „Stuttgart ist sehr abwechslungsreich – moderne Architektur wie

Die Bilder sollen für sich sprechen und die Phantasie anregen. die Staatsgalerie, nicht weit davon das Neue Schloss, das sind richtige Gegensätze. Stuttgart ist eine Großstadt, aber man merkt es nicht. Durch die Kessellage ist die Stadt optisch reizvoll.“ Urbans Ausstellung zeigt eine ganz eigene, kompromisslose Sicht auf die Stadt. Die Bilder fesseln die Blicke und zeigen doch nur Stuttgart, wie es jeder kennt. Genau das ist das Ungewöhnliche: „Wenn Sie Postkarten oder Kalender kaufen, ist alles wunderbar ausgeleuchtet und schön nachbearbeitet. Ich will Stuttgart einfach so zeigen, wie es ist“, so der taxifahrende Künstler. Der Name seiner aktuellen Ausstellung bringt es auf den Punkt: Zwanzig ausgewählte Fotografien präsentieren „Stutt-gart – Schwarz auf Weiß“.

Gezielte Glückstreffer

Analog in Fahrt

Seit 15 Jahren fährt Wolfgang Urban Taxi in Stuttgart. 2004 nahm er seine Kleinbildkamera mit und knipst seitdem die alltäglichen Momente Stuttgarts aus dem fahrenden Taxi. Der HobbyFotograf hält seiner analogen Kamera selbst im digitalen Zeitalter die Treue. Der Verkehrssicherheit zuliebe fotografiert der Taxifahrer mit einer ganz ungewöhnlichen Methode: Er schaut nicht durch den Sucher. Er sieht eine interessante Situation, greift nach seiner Kamera und drückt ab. Ob er sein Motiv getroffen hat, weiß er nicht. Er hat nur eine Gelegenheit, den Moment einzufangen. Meistens bekommt der Künstler sein Bild: „Es klappt irgendwie. Es ist viel Ausschuss dabei, so ist das nicht. Das ist Übungssache.“ Das Glück tut sein Übriges. So bei dem Motiv mit dem Obdachlosen am Hauptbahnhof: Den Porsche im Hintergrund entdeckte Wolfgang Urban erst, nachdem er das Bild entwickelt hatte.

Besonders weil es schnell gehen muss, schätzt der knipsende Chauffeur seine mittlerweile zwei Analogkameras: Ohne Verzögerung lösen sie aus. Sie tun, wie ihnen befohlen und schließen sich nicht automatisch, wenn sie zwischen zwei Bildern in der Mittelkonsole ruhen. Heute knipst Wolfgang Urban mit dem sechsten Modell seiner Olympus – im Wechsel mit seiner neueren analogen Yashica. Die bevorzugt der Künstler häufig, weil sie leiser ist. So bleibt das Knipsen unbemerkt von den chauffierten Taxigästen oder den Fotografierten. Wolfgang Urban wundert sich: „Für meine Fahrgäste war das nie ein Thema.“ Das Knipsen geht so schnell, dass es kaum jemand mitbekommt. Wenn doch, nehmen es die Fotografierten nicht wirklich ernst.“ Vielleicht, weil es so scheint, als knipse Wolfgang Urban für sein privates Fotoalbum – statt für eine Ausstellung. (SCS)

Romantischer Winterabend an der Eisbahn am Schlossplatz.

Als wäre der Stuttgarter Kessel ein Schwimmbecken: Lebensechte Kunst am Bopser.

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Da steht das Glück vor der Tür

Alpenidyll, Sommerfrische und Lieder zum Mitsingen – die quirlige Operette „Im Weißen Rössl“ in der Komödie im Marquardt verlängert den Sommer. der Sigismund dafür, dass er so schön ist“) und romantisch („Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“). Auf ein großes Orchester – die Originalorchestrierung verlangte 250 Musiker – konnte man in Stuttgart nicht zurückgreifen, hat aber aus der Not eine Tugend gemacht: Die zurückhaltenden Arrangements von Hans Christian Petzold für Kontrabass,

Gitarre und Akkordeon sorgen dafür, dass das Stück nicht zu süßlich wirkt und die Stimmen nicht im Geigenteppich verschwinden. Melodien und Lieder tun ihre Wirkung – und wenn man nach der Vorstellung heraus ins herbstkalte Stuttgart tritt, summt es noch „… die ganze Welt ist himmelblau“. (AS)

Bilder: Jürgen Frahm

„Im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein.“ In der Komödie im Marquardt wird das glückliche Österreich besungen. „Herr Ober, ein Bier!“ – „Wo bleibt mein Essen?“ Die Gäste sind ungeduldig, der Piccolo (Till Nau) flitzt von Tisch zu Tisch, rattert die Sehenswürdigkeiten herunter und wird der Hektik am Ausflugslokal „Weißes Rössl“ am Wolfgangssee trotzdem nicht Herr. Doch dann betritt der Zahlkellner Leopold (Dieter Bach) die Szene und mit einem kleinen Kopfnicken, einem unwiderstehlichen Lächeln und seinem ganzen österreichischen Charme verwandelt er die Stimmung in eitel Sonnenschein. Aber was bei den Gästen so mühelos klappt, lässt die Gastwirtin Josepha (Caroline Kiesewetter) kalt – dabei liebt Leopold seine Chefin sehr und lässt nichts unversucht ihre Liebe zu erlangen. Unerwiderte Liebe und Liebe auf den ersten Blick, Alpenidyll und Sommerfrische,

Salzburger Schmäh und Berliner Kodderschnauze, brave Töchter und kernige Wirtsfrauen, dazu ein Streit um Hemdhosen am Stück – darum kreist die Operette „Im weißen Rössl“. Die Komödie wird zurzeit im Marquardt aufgeführt und begeistert Jung und Alt schon seit 80 Jahren. Die Operette wurde 1930 am Großen Schauspielhaus in Berlin uraufgeführt – dort fuhr ein echter Autobus über die Bühne – und war dann 400 Vorstellungen lang ausverkauft. Auch international machte sie Furore – vor allem in London und am Broadway in New York. Doch dass die meisten Menschen im Publikum in Stuttgart die Lieder mitsummen können, liegt wohl vor allem an dem 1960 entstandenen Film mit Peter Alexander, der über Generationen hinweg das „Rössl“ populär hielt. In der Komödie im Marquardt wird die Ope-

rette mit viel Schwung, Begeisterung und Einsatzfreude gespielt: schlagende Türen, waghalsige Balkonklettereien und temperamentvolle Tanzszenen mit einigen witzigen choreographischen Einfällen von Till Nau. An Körpereinsatz lassen es die Schauspieler nicht fehlen. Dass es trotzdem kein Slapstick wird, dafür sorgen manche leisen Augenblicke: Wenn Leopold seufzt „zuschau’n kann i net“ oder wenn Professor Hinzelmann die Wirtin Josepha darauf hinweist, dass man im Leben nicht alles haben kann. Die Musik ist der Herzschlag des Stückes und dafür haben die Komponisten Ralph Benatzky und Robert Stolz ein Potpourri eingängiger Melodien geschaffen, zum Teil in volkstümlicher Manier („Im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein“), aber auch witzig („Was kann

Mogst mi oder mogst mi net? Paarbeziehungen im „Weißen Rössl“. Anzeige

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Verspielt

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Isegrim im Kessel

Anfassen, erforschen und selbst entdecken – in der Ausstellung „StadtWaldWelt“ im Haus des Waldes erlebt ihr den Wald um Stuttgart ganz neu.

An den Exponaten oder direkt vor der Glassfassade können Jung und Alt die Geheimnisse des Waldes erforschen. Wisst ihr eigentlich, dass in Stuttgart Füchse um die Häuser streifen? Das tun sie tatsächlich. Sie kommen aus den Wäldern um Stuttgart und suchen in der Stadt nach Futter. Das finden Sie in den vielen Komposthaufen und Mülleimern in der ganzen Stadt. Wisst ihr auch, dass

es sehr wohl einen Unterschied macht, ob ihr auf recycelbarem Papier schreibt, oder nicht? Für die Bäume in unseren Wäldern macht das einen großen Unterschied. Denn sie werden geschont und können sich regenerieren, wenn ihr recycelbares Papier verwendet.

Ein Abenteuerspielplatz Solche und noch viele andere Geheimnisse rund um die Wälder in Stuttgart entdeckt ihr in der Ausstellung „StadtWaldWelt“ im Haus des Waldes in Degerloch. Doch halt – eine gewöhnliche

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Die Ausstellung „StadtWaldWelt“ lädt zum Entdecken und Mitmachen ein. Ausstellung ist das nicht. Der Leiter des Hauses, Berthold Reichle, erklärt, was im Haus des Waldes passiert: „Im Haus des Waldes halten wir keine Vorträge über Bäume und Natur. Wir geben Kindern die Möglichkeit selbst herauszufinden, was dort vor sich geht.“ Im Haus des Waldes sieht es aus wie auf einem Abenteuerspielplatz: Die Wand gegenüber dem Eingang ist aus Glas und gibt den Blick frei in den Wald. In der Mitte des Raumes sitzen Hasen, Mäuse und andere Waldbewohner, die darauf warten, von euch gestreichelt zu werden. Auf der rechten Seite steht ein Globus, der bestimmt größer ist als euer Papa. Was wohl die verschiedenen Grüntöne darauf bedeuten? Und was sieht man eigentlich, wenn man durch diese Brillen schaut, die überall hängen? Links ragt der Stuttgarter Fernsehturm hinauf bis in den zweiten Stock – ihr solltet unbedingt auf seine Spitze klettern, um euch einen Überblick zu verschaffen. Und wer flitzt denn da zwischen euren Füßen durch? Ein Fuchs! Natürlich ist es kein echter, aber so wie alle Tiere hier im Wald des Hauses trägt auch er die Kleider eines echten Artgenossen. Die Mitarbeiter vom Haus des Waldes haben ihn auf einen Staubsauger montiert. So flitzt er nun automatisch durch die drei Themengebiete Stadt, Wald und Welt.

sen. Alles was hier steht, wartet darauf von euch berührt und ausprobiert zu werden. Ihr könnt das Haus des Waldes mit euren Eltern oder mit eurer Schulklasse besuchen. Für Schulklassen bietet das Haus des Waldes ein Jahreszeitenpaket. Das bedeutet: Eure Klasse darf viermal im Jahr, also im Sommer, Herbst, Winter und Frühling den Wald und das Haus besuchen. Eure kleine Schwester kann noch nicht lesen? Macht nichts, denn sie kann im Haus des Waldes viel entdecken und spielen. Euer großer Bruder findet Bäume total uncool? Dann erzählt ihm von dem Computerspiel im Obergeschoss oder vom Chill-out-Tunnel im Dschungel. Und bis zu eurem ersten Besuch im Haus des Waldes: Haltet die Augen auf nach Füchsen in der Stadt. (JUS)

Anfassen? Aber bitte! Bei eurem Besuch braucht ihr keine Scheu zu haben, irgendetwas anzufas-

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Berthold Reichle leitet das Haus des Waldes in Degerloch.

Basteln mit Holz „Tischdeckenklammer“

Gruseliger Bastelspaß für eure Halloweenparty. Was ihr braucht: • Sperrholzreste (4 mm dick) • Wasserfarben • Sekundenkleber • Holzwäscheklammern • evtl. wetterfester Lack So geht’s: Zeichnet auf die Sperrholzreste Formen, die eure Tischdecke festhalten sollen, also zum Beispiel Hexen, Gespenster oder Kürbisse. Danach sägt ihr oder euer Papa die Figuren aus. Dann geht’s ans Anmalen. Dafür verwendet ihr eure Wasserfarben, die ihr auch in der Schule benutzt. Wenn ihr mit eurem Werk zufrieden seid, klebt ihr die Formen auf die Holzwäscheklammern. Jetzt fest zudrücken bis der Kleber trocken ist. Wenn ihr die Tischdeckenklammern im Freien verwenden wollt, fixiert die Farbe auf euren Figuren mit wetterfestem Lack.


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Historisch

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Jeden Tag zweimal um die Erde Die Stuttgarter Stadtbahn feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Das unterirdische innerstädtische Streckennetz bildet bis heute den Kern des Schienennetzes der SSB. Tunnel in den Vororten. So blieb die Belastung der Bürger, baulich wie finanziell überschaubar. Der Erfolg wurde rasch sichtbar und die Kosten blieben stets im Rahmen. Im Fachjargon bezeichnet man diese clevere Strategie als den „Stuttgarter Weg“. Mit der Fertigstellung des letzten Tunnels in der Innenstadt 1983 war die klassische Straßenbahn im Stuttgarter Zentrum nach 115 Jahren Geschichte. Dieses unterirdische innerstädtische Streckennetz bildet bis heute den Kern des Schienennetzes der SSB.

Die großen Gelben Als 1976 die Entscheidung für eine Stadtbahn fiel, gab es noch kein geeignetes Fahrzeug, das so leistungsfähig wie ein U-Bahn-Wagen und gleichzeitig für den Einsatz im Straßenraum geeignet wäre. Die SSB entwickelte einen speziellen, 19 Meter langen Stuttgarter Wagentyp, der bis heute einzigartig ist: den DT 8. Ein starker Allachsantrieb für die starken und langen Steigungen. Dieser Wagentyp fährt auf zwei Linien als Doppeltriebwagen, also zwei DT 8 zusammengekuppelt.

Bilder: Stuttgarter Straßenbahnen AG

In der Stadtbahn kann man heute bequem über die Hochbahnsteige ein- und aussteigen. Das war nicht immer so. Am 28. September 1985 ging die erste Stadtbahnline in Betrieb. Der Wagen 3017/3018 machte sich an einem klaren Herbstmorgen auf seinen Weg, als erste offizielle Stadtbahn: Er befährt die erste umgespurte Linie U3 auf voller Länge mir Fahrgästen. Von nun an ging es auf Regelspur von Vaihingen über Möhringen nach Plieningen. Trotz vollem Bahnsteig bei der Eröffnung war die Reaktion von Seiten der Presse und den Stuttgarter Bürgern insgesamt zurückhaltend.

Gründung der Stuttgarter Pferdeeisenbahngesellschaft und Stuttgart war sogar eine der ersten deutschen Städte, die den elektrischen Betrieb einführten – das war im Jahre 1895. Aber die Stadtbahn existiert erst seit 1985 – genau genommen hatte sie schon einen langen Probebetrieb bis zu ihrer Jungfernfahrt hinter sich, denn mit dem Entschluss zu einer Stadtbahn im Jahre 1976 mussten auch neue Fahrzeuge geschaffen werden.

Ein langer Weg

Aus einer geplanten U-Bahn wird eine Stadtbahn

Doch wie begann eigentlich die Geschichte der Stuttgarter Stadtbahn? Zwar gab es schon seit 1868 in Stuttgart ein Schienenverkehrsnetz mit der

Alles begann mit dem Tunnelbau am Charlottenplatz 1962. Damals beabsichtigte man noch eine U-Bahn zu bauen – eine damals so genannte Unterpflaster-

Straßenbahn. 1976 erkannte man aber, dass die U-Bahn zu teuer ist. So stellten die Planer das Konzept auf eine Stadtbahn um, eine Mischung zwischen UBahn und Straßenbahn. Das Besondere an diesem Konzept ist, dass es die Vorzüge der Straßenbahn und der U-Bahn verbindet: Das Streckennetz verläuft unterirdisch und an Stellen, wo es besonders sinnvoll ist, oberirdisch. Beim folgenden Tunnelbau gingen die Planer ganz schwäbisch vor: Man baute Tunnel lediglich in kleinen Teilabschnitten, sodass die Teilstrecke sofort nach Fertigstellung in Betrieb genommen werden konnte und investiertes Geld konnte so nach kurzer Zeit wieder erwirtschaftet werden. Zudem baute man punktuell

Diese ergeben rund 40 Meter Länge und fassen etwa 500 Personen. 164 Wagen wurden bis jetzt gebaut. Die Fahrzeuge erinnern durch ihre Größe eher an UBahnen, werden aber mit Oberleitung und nicht mit Stromschienen betrieben. Um die Anforderungen der neuen Technik zu erforschen und zu testen, baute man drei Probezüge. Im Jahre 1982 fuhr dann der erste Prototyp in Stuttgart, der DT 8.2, Nr. 3003/3004.

Das Netz wächst stetig Rund 190 Millionen Fahrten werden pro Jahr verzeichnet, das sind pro Werktag rund 600 000 Fahrgäste. Insgesamt haben Stadtbahn und Bus zusammen gut 900 Kilometer Linienlänge. Das heißt, dass alle Stadtbahnwagen und Busse zusammengerechnet täglich zweimal um die Erde fahren. Nachdem im Sommer 1985 die Serienfahrzeuge auf der Strecke der Linie Drei zwischen Möhringen und Plieningen in den Fahrgastverkehr gin-

gen, folgte schon ein Jahr später die erste Innenstadtline U1 als Stadtbahn. Das Netz umfasst heute nicht nur den Schienenverkehr, sondern auch die Busse. Im Jahre 2011 beziehungsweise 2012 soll der optisch neue Wagentyp DT 8.12 aus der Fabrik kommen. Derzeit läuft der Bau neuer Strecken auf Hochtouren: Schon im Dezember 2010 geht die Neubaustrecke zum Fasanenhof an den Start. Die nächsten Strecken führen voraussichtlich nach Dürrlewang und zum Hallschlag. Und auch noch heute wird auf schwäbische Art weitergedacht: In den letzten zwei Jahren sind inzwischen schon über zwei Dutzend der in den 1980er gebauten Wagen grundlegend saniert worden – denn sie sollen nochmal etwa zwanzig Jahre halten. Aber natürlich befahren auch ganz fabrikneue Wagen, die zwölfte Serie seit 1985, Stuttgarts Gleise.

Zum Jubiläum eine Ausstellung Und zum Jubiläum hat sich das gerade vor kurzem neueröffnete Verkehrsmuseum Straßenbahnwelt in Bad Cannstatt eine Sonderausstellung ausgedacht: Die Besucher erfahren alles zur Geschichte der Stadtbahn. Die Ausstellung ist mit zahlreichen Objekten und Modellen bestückt. Für ein besonderes Flair sorgt der Standtort der Schau: Über eine Treppe geht es hinunter – unter den Triebwagen SSB 519, ein Wagen des Typ GT4 Baujahr 1960. (JB)

Sonderausstellung: „25 Jahre Stadtbahn“ Wann: Mi, Sa, So 10 - 17 Uhr, Do 17 - 21 Uhr (bis Ende November) Wo: Straßenbahnwelt Stuttgart (Bad Cannstatt) Eintritt: 4 Euro Weitere Infos: www.strassenbahnwelt.com

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Die legendäre „5er“ erinnert noch an die einstigen Straßenbahnen Stuttgarts.

Die SSB in Zahlen (Stand 2009) Streckennetz Stadtbahn - 123 km Liniennetz Stadtbahn - 213 km Liniennetz Bus - 900 km Haltestellen Stadtbahn - 190 Stück Haltestellen Bus - 630 Stück

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Längste Linie Stadtbahn - 24 km Steilste Stadtbahnstrecke - 8,5 % Länge aller Tunnelstrecken - 60 km Bestand Stadtbahnwagen - 164 Bestand Linienbusse - 276 Fahrgäste pro Jahr - 190 Mio.


Zu guter Letzt

Hier schreibt Klaus Birk!

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GOOD NEWS International

Alles super, alles Stuttgart von Stadt, Land, Bahn, Staat und Europa aus Wolke Sieben, die Gegner mĂśgen endlich still sein oder wenigstens zu Hause bleiben. Von unten keucht das Sehnen empor, wahrgenommen und einbezogen zu werden, teilnehmen zu dĂźrfen an der Spielgestaltung oder wenigstens den Platz streuen zu dĂźrfen. Doch Bauherren und StraĂ&#x;e wollen sich nicht mal auf einen Ball einigen, um ihr Match auszutragen. Nur eins scheint sicher: Alles geschieht zum Wohle des Folgens. Die Zuschauer wirken täglich genervter, mit jeder neuen Demo, mit jedem Fauxpax der Regierung wächst ihre Bitte: endlich wieder in Frieden in die Stadt gehen zu kĂśnnen, ohne Stau, ohne VerhĂśr und ohne gebuttont oder zu etwas Ăźberredet zu werden. â&#x20AC;&#x17E;Oben bleibenâ&#x20AC;&#x153; oder â&#x20AC;&#x17E;Tiefer legenâ&#x20AC;&#x153; das ist hier die Plage. Klaus Birk, Kabarettist

Wenn die Einheit kräht Es ist Sonntag der 3. Oktober in der Stadt der Stuten. Ich sitze im Stadion, die Tribßnen sind leer. Der VfB hat 93 Minuten lang gegen Frankfurt verloren. Die roten SchalenSitze haben die frustrierten Hintern wieder in ihr normales Leben entlassen. In den Logen räumen die Servierdamen die letzen Gläser weg, unten, neben dem gegrasten Grßn, fahren Gabelstapler die digitalen Werbetafeln zurßck ins Dunkel der Lagerräume, die Stoppeln atmen wieder frei und unbetreten, ein Ordner sammelt ExWurstPappTeller auf, die mit der OberSeite nach unten den Tribßnenboden besenfen. Die Nacht kriecht langsam ßbers StadionDach und aus allen Himmeln, ob Ost, ob West, ob Sßd, ob Nord, kommen Krähen geflogen, setzen sich auf die Spannseile der EmbarenaHaube und verabschieden, als tausendkÜpfiges Omen, aufgereiht zu schwarzen Perlenketten, wie dunkler Tau auf herbstlichen SpinnenNetzen, krächzend den Tag der deutschen Einheit. Die Schreie hallen wider im Hufeisen des UmbauStadions, ohne Unterlass, als entspränge den Kehlen ein Mahnen zur Besinnung, zum Einhalt. Langsam atme ich die noch immer von FanGesängen geladene Luft, schaue auf das CannstatterKurvenLoch und denke an Stuttgart und die Liebe unter den Menschen. Wßnsche kriechen vorßber am ßbernächtigten Firmament. Da robbt das Verlangen des VfB, die Mannschaft mÜge mehr verantworten, engagierter sein, Fßhrung zeigen, im Team zusammenwachsen, dem Ball entgegengehen. Dort fällt das Begehr

Und Ăźber allem papst der Wunsch zu siegen. Ein Win-Win scheint auĂ&#x;er Denkweite. Keiner will geben, was der Andere wĂźnscht. UnversĂśhnlich scheint die StraĂ&#x;e. UnversĂśhnlich Stadt und Land. â&#x20AC;&#x17E;Zehn Jahre Widerstandâ&#x20AC;&#x153; rufen die Einen, â&#x20AC;&#x17E;Zehn Jahre Macht im Schacht!â&#x20AC;&#x153; rufen die Anderen. Welches Symbol diese Tage haben werden ist noch offen. Die Krähe, die der anderen die Augen aushackt. Die Taube, als FriedensSymbol oder FlugRatte, alles kotierend, was sich unter ihr regt. Oder wird es die Ameise, die gemeinsam mit allen anderen, den ganzen Haufen umsorgt? Mein Wunsch trägt mich empor, hinaus aus dem Stadion, hoch ins All, mit Sicht auf eine grĂźn gebläute Erde, heilig und wunderbar. Von hier oben sieht man keine Pfeifen, keine Ballermänner und keinen gleisenden Zugstopp. Ein neues Bewusstsein schwebt an mir vorbei, gekugelt, erfĂźllt vom Erwachen der Menschheit, in Einheit, mehr Gemeinschaft, in Teilen und Mitteilen, weg vom Erdulden, Hinnehmen, Zuschauen, hin zum Verantworten und Mittragen. Falls es nicht in der Atmosphäre verglĂźht, kĂśnnte es ohne Ketten auf dem kleinen Schlossplatz landen. Oh mĂśge doch Stuttgart die Stadt werden, in der das groĂ&#x;e VersĂśhnen begann, wo Gemeinsamkeit wichtiger wurde, als Recht zu haben. Ein VersĂśhnen, das ganz Europa bedrĂśppelte und hinĂźberschwabte in alle Kontinente. Und wennâ&#x20AC;&#x2122;s ins Wasser fällt und keiner nachgibt? Dann bauen wir eben drei BahnhĂśfe, einen oben, einen unten und einen, wo man seine Ruhe hat. Und der VfB? Versorgt die ganze Bundesliga mit seinen jungen Talenten und belegt so am Ende der Saison Platz Eins bis Achtzehn. Krrrrrääääääääähh!

Die Guten Nachrichten aus Stuttgart lese ich auch am Mittelmeer sehr gerne. Zum Beispiel vor der herrlichen Kulisse der maltesischen Hauptstadt Valletta. (Alberto, Malta) Anzeige

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Romy Schiemann

Impressum

Herausgeber: Saim Rolf Alkan Chefredakteur: Dr. Ralf Christofori (verantwortlich) Redaktionsleitung: Juliane Seidel Autoren dieser Ausgabe: Jasmin Braun (JB) Ralf Christofori (RC) Elisabeth Eder (EE) Corinna Gottschlich (CG) Adela Schneider (AS) Juliane Seidel (JUS) Svenja Steinhart (SCS) Christiane Oellig (CO) Nadine Weiler (NW) E-Mail Redaktion: redaktion@rlvs.de Redaktion und Verlag zugleich ladungsfähige Anschrift fßr alle im Impressum genannten Verantwortlichen: RLvS Verlagsgesellschaft mbH Rotenbergstr. 39 | 70190 Stuttgart Tel 0711 - 633 778-50 | Fax -90 info@rlvs.de | www.rlvs.de Verleger: Lukas-Pierre Bessis Verlagsleitung: Ayhan Gßnes Julia Mayer (Assistenz)

Rechtsberatung: Dr. Andreas Sasdi Druck: Bechtle Verlag und Druck ZeppelinstraĂ&#x;e 116 | 73730 Esslingen Verteilung: PNP Direktwerbung GmbH Erscheinungsweise: wĂśchentlich, samstags. FĂźr unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Gewähr Ăźbernommen. FĂźr Fotos und Beiträge stellt der Einsender den Verlag bei Ver-Ăśffentlichung von evtl. Honorarforderungen frei. Eine AnzeigeverĂśffentlichung behält sich der Verlag ausdrĂźcklich vor. Bei Nichterscheinen durch hĂśhere Gewalt oder Streik kein Entschädigungsanspruch. Eine Verwertung der urheberrechtlich geschĂźtzten Zeitung und aller in ihr enthaltenen Beiträge sowie Abbildungen, insbesondere durch Vervielfältigung und/oder Verbreitung, ohne vorherige schriftliche Zustimmung des Verlages ist unzulässig und strafbar. Insbesondere ist die Einspeicherung und/oder Verarbeitung in Datensystemen ohne Zustimmung des Verlages unzulässig.

Anzeigen: Ayhan GĂźnes (verantwortlich)

Alle Rechte vorbehalten. Gerichtsstand ist Stuttgart.

Marketing/Kommunikation: Meike Finkelnburg

Die nächste Ausgabe der GOOD NEWS erscheint am 23. Oktober 2010.

Art Direktion und Layout: Marie Schmidt-Martin | Hendrik Wiesner Gabriele Bender

(Der Verlag behält sich vor, den Erscheinungstermin nach eigenem Ermessen zu verschieben).

Fernsehen fĂźr die Region Stuttgart ) BĂśblingen ) Ludwigsburg ) Esslingen ) Rems-Murr ) GĂśppingen ) Calw ) Freudenstadt )

16. Oktober 2010


Persönlich

Seite 16

„Ernst, are you ready to go?“ Im GOOD NEWS-Interview erzählt der ehemalige Raumfahrer Ernst Messerschmid von seiner Reise in den Weltraum. Vor genau 25 Jahren – vom 30. Oktober bis 6. November 1985 – war er als dritter deutscher Astronaut im All. Als erster Wissenschaftler wurde der Professor an der Universität Stuttgart im September 2010 mit dem Hans-Peter-Stihl-Preis der Region Stuttgart ausgezeichnet. GOOD NEWS: Herr Messerschmid, war der Start in den Weltraum am 30. Oktober 1985 der schönste Tag in Ihrem Leben? Ernst Messerschmid: Nein, aber es war sicherlich der aufregendste Tag. GOOD NEWS: Wenn Sie sich noch einmal daran erinnern – wie haben Sie diesen Tag erlebt? Ernst Messerschmid: Vieles wurde schon Wochen vorher geprobt, aber es mutet dann doch eigenartig an, wenn man gefragt wird: „Ernst, are you ready to go?“ So wird jedes Crewmitglied noch mal persönlich angesprochen. Ich hatte das Starten der Shuttles schon oft im Abstand von drei Kilometern gesehen. Wenn man dann selbst drin sitzt, hört man zunächst ein Zischen gefolgt vom Donnern der Triebwerke. Der Tritt in den Hintern wie er kräftiger nicht sein könnte indes war neu. Und im Gegensatz zu unseren Erfahrungen auf der Erde lässt der nicht sofort nach in der Wirkung, sondern erst nach acht Minuten, wenn in 400 Kilometern Höhe die Triebwerke abgeschaltet sind. GOOD NEWS: Welche Untersuchungen haben Sie im Weltraum gemacht? Ernst Messerschmid: Die Gebiete waren breit gestreut: Medizin, Biologie, Material- und Grundlagenwissenschaften wie Strömungstechnik. In der Medizin ging es zum Beispiel darum, herauszufinden wie das Gleichgewichtsorgan funktioniert. Bei den Pflanzen hat man erstmals in Serienmessungen festgestellt, wo überhaupt die Pflanze Schwerkraft wahrnimmt und wie sie wächst, wenn sie plötzlich keine Schwerkraft mehr verspürt. Wir hatten Gartenkresse dabei. An ihr erforschten wir, wie es einer Wurzel ergeht, wenn es keine Schwerkraft mehr gibt. Das Ergebnis: Prompt wachsen die Wurzeln in alle Richtungen. GOOD NEWS: Wer war mit Ihnen im Weltraum? Ernst Messerschmid: Wir waren acht Astronauten – zum ersten und letzten Mal in der Geschichte der Raumfahrt. Davon waren zwei Piloten, drei Wissenschaftler und drei, die sich hauptsächlich um das Shuttle gekümmert haben. GOOD NEWS: Wie haben Sie den Alltag im All erlebt? Ernst Messerschmid: Wir hatten eigentlich drei Schichten à zehn bis zwölf Stunden. Aber weil wir am Anfang viele Reparaturen hatten, mussten wir zum Schluss teilweise 14 bis 16 Stunden arbeiten. Wir hatten auch noch ein Leck und dann hieß es, wenn ihr das nicht findet, müsst ihr am zweiten Tag zurückkommen, weil die Luft ausgeht.

Bild: Bea Pötzsch

Ernst Messerschmid hat trotz der erlebten Schwerelosigkeit im All die Bodenhaftung nicht verloren. GOOD NEWS: Hatten Sie keine Angst, dass Sie gar nicht mehr zurückkehren?

das Space-Shuttle und Teilsimulationen des Flugs.

Ernst Messerschmid: Eigentlich nicht, ich war psychologisch in einer sehr guten Situation. Die Amerikaner brachten – trotz Apollo13 – bis dahin alle Astronauten wieder gesund auf die Erde zurück.

GOOD NEWS: Hat dann der tatsächliche Flug mit den großen Erwartungen, die Sie hatten, übereingestimmt?

GOOD NEWS: Wie muss man sich den Blick von dort oben auf die Erde vorstellen? Ernst Messerschmid: Man hat immer das Gefühl, dass man selbst im Ruhezustand ist und dass die Erde sich unter einem durchdreht. Am Horizont kommen in Flugrichtung immer neue Landschaften hoch, das ist phantastisch. Man sieht in eine Richtung bis zum Horizont 2.000 Kilometer weit. Es ist auch wunderbar, die Landschaften zusammenhängend zu sehen.

und ihren Kindern über die Risiken reden, auch als Zeichen dafür, dass es ein gefährlicher Job ist. Mich hätte es auch treffen können, denn die Challenger stürzte ja beim nächsten Flug dann ab. GOOD NEWS: Nach Ihrem Flug wurden Sie als Professor an die Universität Stuttgart berufen. Was erforschen Sie derzeit am Institut für Raumfahrtsysteme?

Ernst Messerschmid: Eigentlich sogar übertroffen, obwohl es nach ein, zwei Tagen wegen des Lecks gar nicht danach aussah.

Ernst Messerschmid: Die letzten Stunden, die Vorbereitung auf die Landung. Man muss zu diesem Zeitpunkt die Ladebuchttüren schließen. Es war an der Tag-/Nachtgrenze und die Sonne streute am Horizont. Man hatte noch mal einen Blick auf die Erde und ich hatte meine Lieblingsmusik – ein schönes Klavierkonzert – dabei. Dieser Moment hat sich eingeprägt. GOOD NEWS: Sie bilden auch Nachwuchs-Astronauten aus. Was ist Ihnen dabei wichtig?

Ernst Messerschmid: Zunächst ging es hauptsächlich darum, die Wissenschaftler und deren rund 75 Experimente kennen zu lernen und zu verstehen. Im Jahr vor dem Start war ich hauptsächlich bei der NASA zum Sicherheitstraining für

Ernst Messerschmid: Es sind vor allem Erfahrungen aus dem psychologischen Bereich, wie man sich in bestimmten Situationen verhält, wie man mit der Familie umgehen muss. Denn die Astronauten müssen offen mit ihrer Familie

Name: Ernst Messerschmid

Geburtsjahr/-ort: 21.05.1945 in Reutlingen

Ernst Messerschmid: Wir haben hier jährlich einen Design-Workshop, wo wir zukünftige Raumstationen und -fahrzeuge zu ferneren Zielen modellieren und simulieren. Dann halte ich noch Vorlesungen über bemannte Raumfahrt. Sonst beschäftige ich mich viel mit Innovation, Wissenstransfer, Unternehmensgründung und Fachkräftemangel.

GOOD NEWS: Was war Ihr prägendstes Erlebnis in diesen sieben Tagen?

GOOD NEWS: Die Planungen für den siebentägigen Flug dauerten fast drei Jahre. Wie haben Sie sich darauf vorbereitet?

Steckbrief

GOOD NEWS: Werden Sie das 25-jährige Jubiläum feiern? Ernst Messerschmid: Ja, mit der Crew zusammen: In der Woche des Starts kommen die ganzen Kameraden aus Amerika und werden berichten. Wir sind in Berlin, Bremen, Speyer und am 28. Oktober um 16 Uhr an der Universität Stuttgart. GOOD NEWS: Herr Messerschmid, wir danken Ihnen herzlich für das Interview und wünschen Ihnen bei Ihren Forschungen alles Gute. (EE)

Zeit im Weltraum: 30.10.1985 – 6.11.1985

Ehrungen: - Bundesverdienstkreuz Erster Klasse - Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg - NASA Space Flight Medal - Goldene Hermann-OberthMedaille - Ehrendoktorwürde der TU Dresden - Hans-Peter-Stihl-Preis der Region Stuttgart

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16. Oktober 2010


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