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Titelthema

Das kleine 3 × 3 Drei Fragen zu drei Aspekten zum Titelthema

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In welchem Lebens- oder Arbeitsbereich ist für Sie persönlich Transparenz am

wichtigsten?

Jan-Hendrik Goldbeck, Geschäftsführer: Offenheit

und Transparenz haben durch das Zeitalter der rapiden Datenverbreitung und der omnipräsenten virtuellen Öffentlichkeit neue Paradigmen für das menschliche und das berufliche Miteinander diktiert. Transparenz wird vorausgesetzt, das Verschlossene und die Privatsphäre werden zurückgedrängt, erfahren dadurch jedoch in ihren letzten Reservaten eine erhöhte Wichtigkeit. Im beruflichen Umfeld sind Offenheit und Transparenz „conditio sine qua non“ – man denke an die Bedeutung von Compliance oder den allseitigen wachsenden Informationsbedarf in Öffentlichkeit und Unternehmen. Im privaten Umfeld versinnbildlichen Trends wie „Cocooning“ die Gegenbewegung, die dem menschlichen Bedürfnis nach individueller Nähe und Intimität Ausdruck verleiht. Gute Architektur muss in diesem Spannungsfeld vermittelnd agieren.

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Glas ist das Sinnbild für Transparenz schlechthin. Als Leiter der Produktion von Fensterelementen und Fassaden ist der

Werkstoff Ihr Thema. Was macht für Sie seinen Reiz aus?

Hansfried Kuhnke, Leiter GOLDBECK Metallbau, Bielefeld: Gebäude mit großzügig verglasten Flächen stehen für mich für Transparenz und Offenheit. Glas verbindet unsere Räume mit der Umwelt und weitet den Blick nach außen. Gleichzeitig begrenzt es jedoch auch den Raum und gibt uns Sicherheit und Geborgenheit. Moderne und technisch aktuelle Glasfassaden lassen im Sommer wenig Wärme in die Gebäude. Im Winter sind sie in der Lage, unsere Räume mit sehr viel Licht zu versorgen und über die solare Strahlung am Tage einen Betrag zur Erwärmung der Innenräume zu leisten. Damit erbringen heutige Glasfassaden einen maßgebenden Beitrag zur Energieeffizienz von Gebäuden und sind durch die verwendeten, recyclingfähigen Rohstoffe besonders nachhaltig. Einen weiteren wichtigen Aspekt in Zusammenhang mit Glas stellt für mich der direkte Bezug zu unserer Umwelt dar. So wird für uns Menschen, die wir sehr viel Zeit in Räumen verbringen, hell und dunkel, Tag und Nacht, die vier Jahreszeiten und das Wetter erlebbar. Die vielen unterschiedlichen Funktionen von Glas spiegeln für mich auch sinnbildlich die GOLDBECK Unternehmensleitlinie wider.

Transparente Architektur: Wo sehen Sie Chancen, wo Grenzen? Und: Welche aktuellen Trends gibt es hier?

Marc Seidel, Produktmanager Büroimmobilien: Die heute verfügbaren hochwärmegedämmten Fenster-

konstruktionen ergeben in Kombination mit deren nahezu wärmebrückenfreien Einbau ganz neue Möglichkeiten zur Schaffung von Transparenz am Gebäude. So kann trotz großflächigem Einbau von verglasten Flächen höchste Behaglichkeit und Energieeffizienz gewährleistet werden. Auch im Innenbereich ermöglicht der großzügige Einsatz von Glaswänden Transparenz und die Nutzung von Tageslicht bei gleichzeitigem Schallschutz und Vertraulichkeit. Auf der anderen Seite muss dabei aber stets bedacht werden, dass dem eigentlichen Nutzer ausreichend Möglichkeiten des Sichtschutzes verbleiben, um nicht ein Gefühl des gläsernen Mitarbeiters zu erzeugen. Auch gilt es einer Überhitzung des Gebäudes im Sommer durch ausreichend opake Flächen in exponierten Bereichen und einem klugen Verschattungssystem vorzubeugen. Insbesondere letzteres wird zukünftig die Entwicklung der transparenten Flächen am Gebäude stark beeinflussen. So gibt es schon heute die ersten elektrochromen Glaselemente, die automatisch auf Sonneneinstrahlung reagieren und selbsttätig verdunkeln, dabei aber gleichzeitig den Blick nach außen weiterhin ermöglichen. Dieser Trend zu intelligenten Bauteilen wird sich zukünftig noch deutlich verstärken. ❚

GOLDBECK

  48 | 2013/2014

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GOLDBECK magazin 48  

Das Magazin der GOLDBECK Gruppe Ausgabe 48 | Herbst/Winter 2013 2014

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