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Bauen

Viel mehr als nur Fenster Kaum ein anderer Baustoff hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine so tiefgreifende technologische Entwicklung erfahren wie der Bau­­stoff Glas. Innovationen, die auch bei GOLDBECK Verwendung finden.

Bereits die alten Römer kannten Fensterglas – das belegen F ­ unde in Pompeji. Natürlich waren die ersten Fenster noch wenig durchsichtig und sehr dick, doch sie erfüllten ihren Zweck: Sie ließen Tageslicht herein, wehrten Staub und Kälte ab und hielten im Winter wenigstens ein bisschen Wärme im Haus. An dieser grundsätzlichen Funktion des Fensterglases hat sich seit 2.000 Jahren nichts geändert – wohl aber an den Anforderungen, die an Glas als Baustoff gestellt werden. Inzwischen ist es ein transparentes Hightech-Material mit komfortablen Eigenschaften: Glas kann sich zum Beispiel selbst reinigen oder auf Knopfdruck einfärben, um vor Sonnenlicht abzuschirmen. „Vor allem aber wurden in den vergangenen Jahren die Dämmeigenschaften verbessert“, erläutert Eckhard Roll, Leiter Spezialfassade bei GOLDBECK. Früher waren Fenster echte Energieverschwender. Bei Einfachverglasungen, wie sie bis in die 1970er Jahre gang und gäbe waren, lag der Wärmedurchgangskoeffizient, damals K-Wert genannt, noch bei 5 W/(m²K). Dieser Wert beschreibt den Wärmestrom durch ein Bauteil in Watt pro Quadratmeter Fläche bei einem Kelvin Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenseite. „Die ersten, vor 1995 verwendeten Zweischeiben-Isoliergläser erreichten immerhin schon Werte um 3 W/(m²K)“, erläutert der Spezialfassaden-Fachmann. Seit fast zehn Jahren wird der Wärme­ dämmwert bei Fenstern als U-Wert angegeben. Je kleiner der U-Wert, desto besser die Dämmung. Modernes Dreifach-Wärmedämmglas erreicht Werte von 0,6 bis 0,7 W/(m²K). „Beim Thema Energiesparen kommt Glas eine Schwerpunktaufgabe zu“, so Roll. Auch an anderer Stelle wird an der Optimierung der Wärmedämmung gearbeitet. So machte sich der althergebrachte Aluminium-Abstandhalter im Isolierglas-Randverbund als thermische Schwachstelle bemerkbar. Er wirkte wie eine Wärmebrücke, sodass sich der dem Raum zugewandte Verglasungsrand bei niedrigen Außentemperaturen trotz geheizter Räume stark abkühlte und wertvolle Heizenergie verloren ging. Es bildete sich Kondensat. Um diesen Effekt zu verringern, werden etwa seit Mitte der 1990er Jahre Abstandhalter aus Materialien verbaut, deren Wärmeleitfähigkeit deutlich geringer ist als die von Aluminium. Fachleute sprechen von einer „warmen Kante“, Wärmebrücken werden verringert.

GOLDBECK

  48 | 2013/2014

GOLDBECK magazin 48  

Das Magazin der GOLDBECK Gruppe Ausgabe 48 | Herbst/Winter 2013 2014

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