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!"#"$ MUSIK CLUBS KINO BÜHNE ESSEN // LEBEN IM DELTA

Das Magazin für das Rhein-Neckar-Delta meier-online.de

DEZEMBER 2011 2.50 EURO – 30286

2012 KOMMT!

DIE BESTEN SILVESTERDINNER

Heidelberg Supermarkt, Kino oder Straßenbahn? Planspiele in der Altstadt Neu im Kino George Clooney über seinen neuen Film und die US-Politik ESPRESSO ist da! Die besten Restaurants 2012

Ich bin geil. Auf Weihnachten. Der große MEIER-Adventskalender: 24 tolle Geschenke für’s Fest


INHALT // 12-2011 36 MAGAZIN

Altstadt neu gedacht Sieht eigentlich ziemlich trist aus der Parkplatz-Riegel in der Heidelberger Friedrich-Ebert-Anlage. Dennoch handelt es sich um ein heiß umgekämpftes Terrain. Die einen wollen dort einen Supermarkt bauen, die anderen würden auf dieser Trasse am liebsten eine Straßenbahn oder die Magistrale sehen. Aber auch das ist nur eines von vielen geplanten Großprojekten in der Heidelberger Altstadt.

Die zehn besten Schädel Bevor Sie jetzt total kopflos in die „Schädelkult“-Ausstellung der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen laufen, lesen Sie doch erst mal unsere TopTen-Tipps, welche Häupter Sie aus welchem Grund auf keinen Fall verpassen dürfen. Das nötige Hintergrundwissen liefern wir gleich mit, so dass Sie im Museum lustige Insider-Infos parat haben, wenn irgendein verkopfter Nerd Sie mit öden Details nervt.

6 LEBEN IM DELTA

24 ESSEN & TRINKEN

6 EVENT-RADAR Das Beste im Dezember 8 MAGAZIN Michael Exarchos über „den Griechen“ und „den Deutschen“ / Das neue O‘Dog Café in Mannheim / Street Art im Jungbusch / Straßenkunst in Ludwigshafen / Breidenbach Studios – Kreative in Heidelberg / 10 Jahre Musikportal regioactive.de / Huckes Dorfcheck: Bornheim / Das Heidelberger Kosmodrom schließt / MEIER sagt Danke Langzeitstudenten / Marlis Jonas fährt gern Bahn / Mein erstes Mal: Riemer als Feuerwehrmann / MEIER-Frage: Was gibt‘s zu beichten? 20 SHOPPING „Fadenspiel“ in Mannheim / „Zeitreise“ in Heidelberg / Heike Katzenberger kann nicht ohne ... Schal / Lias StilCheck / Shopping-News / Fünf in ... Strick

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Foto: Dietrich Bechtel

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34 MAGAZIN

24 DINNER GEHT IMMER MEIER hat die heißesten Locations für den gelungenen Jahreswechsel. 26 DURCHS DELTA SCHLEMMEN Der neue Espresso ist da – und hier sind die Lieblinge der Tester. 28 WEIN-TIPP & GASTRO-NEWS

30 MAGAZIN 30 EINGEZÄUNT LEBEN In einer ehemaligen Heidelberger US-Kaserne wohnen jetzt Studis – teilweise sogar „hinter Gittern“. 32 DER SLAM-WELTMEISTER Der schönste Text des deutschen Poetry-Slam-Meisters 2011, Nektarios Vlachopoulos aus Heidelberg

34 ALTSTADT NEU GEDACHT Die heißesten potenziellen Baustellen in der Heidelberger Altstadt. 36 REINE KOPFSACHE Schädelkult-Ausstellung in Mannheim

38 TITELTHEMA: WEIHNACHTEN 38 HEIDELBERGER BUDE Wie zwei Newcomer den Weihnachtsmarkt auf dem Uniplatz aufmischen. 40 WEIHNACHTSMÄRKTE Die Klassiker im Kurzporträt 44 ADVENTSKALENDER 24 tolle Geschenke

48 MUSIK 48 LUDOVICO EINAUDI Interview mit dem vielseitigen (Filmmusik-) Komponisten und Pianisten

50 POP Jingle Jam / Farid Bang / Miss Li / Night of the Proms / Blackmail / Deltas next Lieblingsband: Fire Walk With Me / Bodi Bill etc. / Philipp Poisel / Erdmöbel / Klangwelten / Puhdys / Scott Matthew / Shantel / Lias Kolumne / Guru Guru / Bossarenova Trio / MBWTEYP / Howie / Irie Révoltés / William Fitzsimmons / Paul Carrack / Joy und Clemens / Tamikrest / Alive and swingin‘ 58 KONZERTVORSCHAU 60 CLUBLAND Gregor Tresher in der Halle 02 62 DELTA-CLUB-TIMER 64 JAZZ Erika Stucky / Alexander von Schlippenbach Trio / Thomas Siffling mit Chor / Cobody / Trombone Shorty 66 KLASSIK Südwestdeutsche Hofmusik / Konzert- & CD-Tipps / Advent mit Bach und Händel / Sebastian Manz


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48 MUSIK

100 LITERAUTUR

Ludovico Einaudi Er lässt sich in keine Schublade stecken: der 1955 geborene (Film-) Komponist und Pianist Ludovico Einaudi. Easy-listening-Klassik, Pop-Ohrwürmer oder sogar Minimalistisches fließen aus seiner Feder bzw. seinen Fingern. Akustische Wellness-Oasen, die sich verkaufen wie geschnitten Brot. MEIER hat sich mit dem Schüler von Luciano Berio über seine musikalischen Experimente unterhalten.

Benedict Wells Nach dem Abitur entschied Benedict Wells nicht zu studieren, sondern Schriftsteller zu werden. Er hielt sich mit Nebenjobs über Wasser und schrieb. Solche Projekte scheitern in einer Million Fälle. Nicht bei Benedict Wells. Sein Debüt „Becks letzter Sommer“ war 2008 ein richtiger Erfolg. Im MEIER-Interview spricht der heute 27-Jährige über seinen neuen Roman „Fast genial“.

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70 KINO

84 BÜHNE

100 LITERATUR

108 TIMER: TERMINE

70 GEORGE CLOONEY Der Regisseur lud zur Pressekonferenz und auch MEIER kam.

84 DER ANDERE ORT Kosminski inszeniert US-Drama

100 GENIALE GENE Interview mit Benedict Wells

86 STÜCKE DES MONATS Der Teufel mit den drei goldenen Haaren / Der Balkon / Theaterrätsel / Requiem / Nipple Jesus / Amok / Rocky Horror Show / Gothland / Struwwelpeter / Rheingold

101 FRISCHER LESESTOFF Wörtches Krimis / Ascanio Celestini: Schwarzes Schaf / Joachim Radkau: Die Ära der Ökologie / Thomas Meinecke: Lookalikes / M. Streeruwitz: Die Schmerzmacherin / Thomas Glavinic: Unterwegs im Namen des Herrn / Judith Schalansky: Hals der Giraffe

108 MEIER-EVENTS & PRÄSENTATIONEN 114 Weihnachtsmärkte 117 Flohmärkte 139 Für Schwule und Lesben 164 Silvesterpartys

72 FILME DES MONATS The Help / Perfect Sense / In Time – Deine Zeit läuft ab / Sarahs Schlüssel / Japanische Filmtage / Olivier Assayas / Atmen / Mad Circus – Eine Ballade von Liebe und Tod / Jane Eyre / Bessere Zeiten / Nie mehr ohne dich / London Boulevard / Romeos – anders als du denkst / In guten Händen / Rubbeldiekatz / Mein Freund der Delfin / Straw Dogs / The Black Power Mixtape / Mission Impossible – Phantom Protokoll / Sherlock Holmes / Mov(i)e Me / Brand / Habemus Papam – Ein Papst büxt aus 76 FILMSPIEGEL 9 Kritiker und 17 Filme 80 PROGRAMMKINO-TIPPS

90 SHOW & COMEDY Science Busters – das Interview

92 KUNST 92 PROJEKT HEIMATMUSEUM Interview mit den Machern eines neuen „Museums“ in Ludwigshafen 94 AUSSTELLUNGEN I Love Aldi / Stephen Craig / Schule der Schönheit / Kunstszene im Delta / Ausstellungstimer

104 KINDER

166 KLEINANZEIGEN 82 135 176 178

Abo-Coupon Impressum Verlosungen Spielwiese: Hötsch Höhle

104 AB AUFS EIS Schlittschuhlaufen im Delta

106 SPORT 107 FELIX STURM Der Weltmeister in der SAP Arena

TITELFOTO: Alexandre Zveiger/ fotolia.com Die JANUAR-AUSGABE: erscheint am 22.12. // Redaktionsschluss Veranstaltungskalender: 6.12. // Anzeigenschluss: 5.12. // Kleinanzeigenschluss: 12.12.

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MAGAZIN // LEBEN IM DELTA In nur zehn Tagen erschuf Morales den bunten Riesen-Nerd im Jungbusch.

Wie haben Sie das gemacht, Señor Morales? STREET ART / Am Quartiersplatz im Mannheimer Jungbusch sitzt ein gigantischer Mann vor einer rosafarbenen Wand. Der chilenische Künstler Gonzalo Maldonado Morales erklärt in MEIER, wie er den Riesen erschuf. Ohne Projektion, wohlgemerkt!

Eine Figur in einem so großen Maßstab zu zeichnen, ist eine echte Herausforderung. Es war schon immer mein Wunsch, eine große Wand – die hier ist zwölf Meter hoch und 50 Meter breit – im öffentlichen Raum zu bemalen. Es sollte etwas Figürliches sein, kein Bus oder so , denn der Mensch erkennt am ehesten einen anderen Menschen – auch

aus großer Ferne. Ohne vorherige Visualisierung geht gar nichts. Zuerst habe ich den Entwurf auf Papier gezeichnet und dann alles genau geplant: Zeitaufwand, Materialien und Farben. Ich musste extrem ökonomisch arbeiten, weil ich nur zehn Tage Zeit hatte, um die komplette Wand zu bemalen, erst mit Fassadenfarbe, dann nur mit Sprühdosen. Und dann

habe ich eben angefangen, und zwar mit den Augen: von dort aus ergeben sich die Proportionen am besten. Ich halte nichts vom Arbeiten mit Projektionen, also mit einem Beamer. Ich male frei Hand und ohne Hilfsmittel. Das braucht natürlich Talent, viel Übung und Vorstellungskraft. Von der Teufelsbrücke aus habe ich mir das Bild immer wieder von der Ferne

aus angeschaut. Ich habe richtig Gas gegeben und zehn Tage von zehn morgens bis zehn abends gearbeitet. Danach war ich einen Monat lang fix und fertig. Aber das Bild ist toll geworden. Die knalligen karibischen Farben sollen den Menschen Power geben und die Tristesse bekämpfen. protokoll: cfn / fotos: stoffwechsel galerie

Vom Unort zum Kunstort STRASSENKUNST IN LU / Wie aus einer Haltestelle eine Kunsthalle wurde Kurz vorm Heinrich-Pesch-Haus taucht die Bahn hinab in eine schlauchartige Unterführung. Für Jahrzehnte eine der finstersten Straßenbahnhaltestellen im Revier. Wo so lange Betongrau die Gemüter bedrückte, schreiten jetzt lebensgroße Scherenschnitte, Menschenschatten, auf Leuchtgrund. Manche kauern, verharren. Andere stehen ganz lässig rum, scheinen auf die Bahn zu warten. Verschwinden sie langsam im Hintergrund oder kommen sie – durch die Wand – direkt auf uns zu?

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Drei Ferien lang haben Jugendliche aus Ludwigshafen gemalt, jetzt ist alles fertig: Der gruslige Un- ist zum Kunstort geworden. Jacqueline Kling, eine der künstlerisch Aktiven, hat der Grundgedanke überzeugt: Nicht wild drauflos malen, sondern mit Hilfe von Folien gemeinsam an einem Werk arbeiten: „Sonst hätte das wohl nur Chaos gegeben!“ Das gemeinsame Projekt von Streetworkern, der RNV und einem Malerbetrieb könnte Vorbild sein: In Ludwigshafen sind noch jede Menge Wände frei … red

Haltestelle Heinrich-PeschHaus: nie wieder einsam beim Auf-die-Bahn warten.


g einun h c s r Neue

Die vier Breidenbacher vor ihren Studios: Paul Heesch, Shiva Hamid, Michael Geiße und Pascal Baumgärtner.

Felina

Krass kreativ KREATIVWIRTSCHAFT / Mit den „Breidenbach Studios” gibt es in der Heidelberger Weststadt nun neue Räume für Kreative. Und kreativ – das sind hier nicht nur die Mieter, sondern auch die vier Macher. drei Jahre zwischennutzen. Die Idee der „Breidenbacher”: einen „Ort kreativen Schaffens und kulturellen Miteinanders” für alle Künstler und Kreativen zu bieten. Nach der intensiven Renovierung des eigentlich abrissreifen Gebäudes ging der Betrieb Ende Oktober mit einer großen EröffFoto: Manuel Brand

„Vier krasse Persönlichkeiten” seien unter diesem Dach zusammengetroffen, erzählt Shiva Hamid. Und wenn sie mit „krass” so etwas wie „umtriebig” meint, dann sind die Gründer der „Breidenbach Studios” tatsächlich ziemlich krass. Obwohl sie alle erst um die dreißig sind, decken sie mit ihren Lebensläufen fast schon das ganze Spektrum kreativer Arbeit ab. Kulturwirtin Shiva Hamid etwa arbeitete für die Internationale Theaterbiennale in Buenos Aires, Paul Heesch als Journalist. Pascal Baumgärtner, auch bekannt als „Generation HD”-Stadtrat, war beim „Subkulturellen Fortschritt” aktiv und Michael Geiße hat bereits eine Netzwerkagentur, einen Verlag und eine Marketingagentur gegründet. Im Frühjahr gewannen die vier Multitalente die Ausschreibung der Stadt und dürfen nun die ehemalige Gasfüllstation in der Heidelberger Weststadt für

nungsparty los. Kreativarbeiter können im Erdgeschoss und im Keller einen der Räume für bis zu sechs Monate anmieten oder projektgebunden per Tagesticket in den Co-Working-Spaces arbeiten. Wer hier allerdings eine schicke Galerie mit Fußbodenheizung oder sonstigen Extras erwartet, wird enttäuscht. Trotz der Renovierung ist der „Industriecharme”

des Gebäudes erhalten geblieben. Wichtig ist allen Vieren eine gewisse Mieter-Fluktuation, um lebendigen Austausch zu gewährleisten. Im Moment ist der Mietermix so vielfältig, wie ihn sich die Macher wünschen: Eine Medienkünstlerin, eine Kulturwissenschaftlerin, eine Modedesignerin, eine Objektkünstlerin, ein Lampendesigner und die Band „me on/off” füllen zum Start die alten Räume mit kreativem Leben. Den Beweis, dass in den „Breidenbach Studios“ hart gearbeitet wird, können die Mieter regelmäßig bei den monatlichen Werkschauen antreten, wenn alle ihr Schaffen der vergangenen Wochen präsentieren dürfen. Die nächste Werkschau ist für kurz vor Weihnachten geplant. michaela reisdorf

Breidenbach Studios, Hebelstr. 18, Heidelberg, breidenbachstudios.de

Architektur und Geschichte der Mannheimer MiederwarenFabrik Michael Caroli: Geschäft mit Reizen „Ein spannender Einblick in 125 Jahre Mannheimer Industrie- und Architekturgeschichte“ Ralph Laubscher, MEIER

Broschüre, 76 Seiten, 117 Fotos und Reproduktionen 21 x 21 cm, 6 EUR In Mannheim nur bei: Der Andere Buchladen M 2,1 – 0621 21 755 Bücherladen Neckarstadt Kobellstr. 17 – 0621 37 77 29 Frauenbuchladen Xanthippe T 3,4 – 0621 21 663 Markthaus Secondhand-Kaufhaus Floßwörthstr. 3-9 0621 83 36 80 Herausgeber:

www.rhein-neckarindustriekultur.de


ESSEN UND TRINKEN // ESPRESSO

Durchs Delta schlemmen

MEIER ESPRESS0 2012 / 200 getestete Restaurants, 60 Neueröffnungen, zwölf Mal Höchstpunktzahl. Keine Frage – die Gastroszene im Delta hat einen Sprung nach vorn gemacht. Die 15. Auflage des MEIER Top-Gastro-Guide zeigt, wo es sich auch in Zukunft lohnt, einen Tisch zu reservieren.

Es ist soweit. Zum 15. Mal kommt MEIER ESPRESSO in neuer Auflage an die Kioske und in die Buchhandlungen: Über 200 Restaurants wurden in den vergangenen sechs Monaten von 40 Autoren getestet und bewertet, 200 weitere Restaurants kurz und übersichtlich beschrieben. 60 neu eröffnete Restaurants sind zum ersten Mal mit dabei, acht beliebte Lokale aus der letzten ESPRESSO-Ausgabe wurden 2011 geschlossen. Neben Bars, Cafés und elf weiteren Rubriken greift eine brandneue Rubrik die positive Entwicklung im Fast-Food-Bereich auf und stellt die besten Adressen für Klassiker wie Burger und Currywurst vor. Mit dabei sind natürlich auch die Gourmet-Restaurants im Delta, deren Köche mit insgesamt 17 Michelin-Sternen deutschlandweit ganz vorne mitkochen. Einer dieser Aromen-Jongleure ist Juan Amador, der mit seinem kürzlich

in Mannheim neu eröffneten Restaurant Amador gleich drei Sterne auf einmal absahnte. Für einen schnellen Überblick, wie jedes Restaurant abgeschnitten hat, gibt es auch in ESPRESSO das bewährte MEIER-Punktesystem. Maximal fünf Punkte konnten die Tester für „Essen & Trinken“, „Service“ und „Ambiente“ vergeben (5 Punkte: vom Allerfeinsten, 4 Punkte: super, 3 Punkte: gut, 2 Punkte: Durchschnitt, 1 Punkt: noch üben). Die maximale Gesamtpunktzahl lag also bei 15 Punkten. Als kleinen Vorgeschmack zeigt die ESPRESSO-Redaktion hier eine Auswahl der Restaurants, die in ihrer Rubrik 12 oder mehr Punkte erhalten haben. Und wer Lust auf einen Abstecher ins Grüne hat, findet in dem großen Special „Sleep & Dine“ unter anderem die romantischsten Wohlfühlhotels in der Region. Bon appétit!

Gourmet-Restaurants Amador

Mannheim (14 Punkte)

Italien Il Rustico

Asien Osaka

Freinsheim (14 Punkte)

Ludwigshafen (14 Punkte)

Mario e Maria

Mannheim (14 Punkte)

Weinheim (14 Punkte)

Mannheim (14 Punkte)

Mannheim (15 Punkte)

Alte Pfarrey

Neuleiningen (15 Punkte)

Ketschauer Hof

Alchimia Freinsheimer Hof

Deidesheim (15 Punkte)

Regionale Küche Pfälzer Stuben

Wartenberg (15 Punkte)

Alt Freinsheim

Scharffs Restaurant Schwarzer Hahn

Deidesheim (15 Punkte)

Herxheim (14 Punkte) Freinsheim (13 Punkte)

Kreative Küche Backmulde

Weinreich Jägerlust

Ladenburg (15 Punkte)

Leimen (15 Punkte)

Heidelberg (15 Punke)

Deidesheim (14 Punkte)

Weißer Bock

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Leopold

Trattoria Cesarino

Heidelberg (14 Punkte)

Europa Konoba

Saigon

Tokyo Sushi Bar

Mannheim (13 Punkte)

Viet

Neustadt (13 Punkte)

Waghäusel (14 Punkte)

Quinta da Luz

Weite Welt Kapadokya

Edingen (14 Punkte)

Mannheim (13 Punkte)

Ladenburg (13 Punkte)

Mannheim (12 Punkte)

Zur Güld’nen Rose,

Sharayar


Allrounder Goldener Anker Heidelberg (15 Punkte)

Die Linde

Heidelberg (13 Punkte)

Finest Fast Food Wittkoop Mannheim (13 Punkte)

MoschMosch

Heidelberg (13 Punkte)

CafĂŠs La FĂŠe,

Heidelberg (14 Punkte)

CafĂŠ Herrdegen Mannheim (13 Punkte)

Bistros CafĂŠ Flo Mannheim (13 Punkte) Im Juli, Mannheim (13 Punkte)

Bars Bent Bar,

Heidelberg (14 Punkte)

Lino’s

Heidelberg (13 Punkte)

So funktioniert Espresso Fragen und Antworten Wer sind die Tester? Es handelt sich dabei um 40 Autoren, die seit vielen Jahren fßr ESPRESSO arbeiten. Sie essen und trinken gerne und verfassen professionelle Testberichte. Manche von ihnen sind auf einem bestimmten Gebiet Experten, zum Beispiel Weinjournalisten, Fachleute aus der Gastronomie oder Gourmetspezialisten. Alle haben ein gutes Gespßr fßr Authentizität, fßr frische, abwechslungsreiche Kßche, fßr Qualität und neue Trends. Sie kennen sich in der regionalen Gastroszene gut aus. Und was ganz wichtig ist: Sie testen anonym, ohne als Tester aufzufallen. Sie essen und trinken und sie bezahlen am Schluss – wie jeder andere Gast auch – die Rechnung.

Die Testberichte: Weil fĂźr ESPRESSO viele verschiedene Tester schreiben, sind die Testberichte auch sehr verschieden. Jeder Bericht beruht auf einem subjektiven Erlebnis. Besuche sind Momentaufnahmen. Aber fĂźr unsere Bewertungen und Texte ziehen wir natĂźrlich auch objektive Kriterien heran: Wie war der Service? Waren die Zutaten frisch? Wie war das Ambiente? War das MenĂź gut aufeinander abgestimmt? Wie ist das Preis-Leis-

tungs-Verhältnis? Alle Hintergrundinformationen, die uns noch fehlen, holen wir telefonisch oder per Fragebogen nach dem Testbesuch von den Gastronomen ein.

MEIER ESPRESSO 2012 // Der groĂ&#x;e Gastro-Guide fĂźr das Rhein-Neckar-Delta Ab jetzt im Buch- und Zeitschriftenhandel!

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Wie werden die Restaurants ausgewählt? Eine Auswahl der Restaurants, die getestet werden sollen, zu treffen, gehÜrt immer zu den schwersten Aufgaben. Es gibt viele gute Restaurants im Delta. Aber wir wollen Sie eben nicht mit einer Vielzahl von Adressen erschlagen, sondern Ihnen wirklich nur die Besten weiterempfehlen. Natßrlich gehÜren auch alle NeuerÜffnungen in die aktuelle ESPRESSO-Ausgabe sowie Lokale, die ßberall im Stadtgespräch sind, und Klassiker, die wir seit Jahren schätzen.

Wo kann ich ESPRESSO kaufen? Die aktuelle ESPRESSO-Ausgabe ist in allen Buch- und Zeitschriftenläden der Region zum Preis von ₏ 8.90 erhältlich. MEIER-Abonnenten erhalten ESPRESSO zum Vorzugspreis von ₏ 5.90 unter

www.meier.de/meier/ abo-bestellen/espresso Weitere Informationen zu ESPRESSO finden Sie unter

meier-online.de M E IE R 12 – 11 / / 27


Foto: Uwe Lehmann

MAGAZIN // KULTUR

Nektarios live in Hamburg: „Dinge, die ich früher nie getan habe, kann ich nun problemlos mit dem iPad nicht tun.“

Lesen Sie diesen Text! Das ist ein Befehl! POETRY SLAM / Nektarios Vlachopoulos ist deutscher Poetry-Slam-Meister 2011. Wir drucken seinen – aus unserer Sicht – besten Text, der ihn bei den Meisterschaften in Hamburg ins Finale brachte. Titel: „Wenn der Antrieb fehlt, bleibt jede Dynamik kraftlos.“

NEKTARIOS VLACHOPOULOS

Nektarios Vlachopoulos, 25, ist in Oberderdingen aufgewachsen und studiert zur Zeit Germanistik und Anglistik in Heidelberg. Vor dreieinhalb Jahren stand er im DAI in Heidelberg zum ersten Mal bei einem Poetry Slam auf der Bühne. Bevor er dieses Jahr den Titel gewann, war er schon 2008 und 2010 Halbfinalist bei den deutschsprachigen Meisterschaften. Nektarios Vlachopoulos hat die Heidelberger Lesebühne „Vollversammlung“ mitgegründet.

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Früher war ich mehr so der passive Typ. Statt irgendwas zu tun, ließ ich alles passieren. Ich wurde geboren, ließ mich großziehen, wurde in die Schule geschickt, ließ mich bilden, wurde immatrikuliert, ließ mich prüfen, wurde rausgeschmissen und ließ mich gehen ... Heute ist alles anders! Aus meinen Fehlern habe ich gelernt, dass alles, was im Leben geschieht, nichts weiter als eine kausal verkettete Reflexion des eigenen Tuns ist. Das Tun steht am Anfang jeder Handlung. Ohne Tun keine Tat. Täten wir nichts, würde keine Aktion passieren, der Aktiv würde zum Passiv und jeder Akt verpasst ... Statt mich also den müßigen Verlockungen des Nichtstuns zu unterwerfen, lenke ich nunmehr eigenhändig meine untätigen Geschicke und tue selbst nichts! Statt mich wie einst gehen zu lassen, gehe ich aus eigenem Antrieb unter! Das ändert

nichts an meiner Situation, klingt aber irgendwie dynamischer! Natürlich verlangt eine derart beknackte Lebensphilosophie ein völlig beknacktes Accessoire. Das iPad ist das Fenster zu einer neuen Dimension. Einer Dimension voller Scheiße! Zu klein, um anständig damit arbeiten zu können, zu groß, um klein zu sein, schmiegt sich das iPad zielgerichtet in eine Marktlücke, die es nie gegeben hat. Ein kolossales Smartphone mit Handicap. Nein! Das iPad geht gar nicht. Wäre es eine Person des öffentlichen Lebens, es wäre Wolfgang Schäuble. Schäuble geht gar nicht! Wäre das iPad ein Staat, es wäre Lettland. Kein Schwein braucht Lettland! Wäre das iPad ein Multimediagerät, es wäre ganz sicher ein iPad. Dieser Satz macht überhaupt keinen Sinn. Wäre das iPad ein Satz, wäre es genau dieser Satz! Und genau aus diesem Grund hab ich mir ein iPad


MAGAZIN // STADTPOLITIK Bald Kaufhaus? Der „Wormser Hof“ in der Hauptstraße.

Altstadt neu gedacht GROSSPROJEKTE / Die Heidelberger Altstadt kommt nicht zur Ruhe. Es stehen neue, umstrittene Bauvorhaben ins Haus. Diskutiert wird über ein Kaufhaus und einen Supermarkt, um die Wirtschaft anzukurbeln, aber auch über eine Altstadt-Straßenbahn und die Magistrale, die den Verkehr neu sortieren sollen.

Der Ort wirkt ein bisschen verwaist, trotz der nahen Häuser und der reihenweise geparkten Autos. Kein Platz zum Verweilen. Und doch könnte dieses Areal zwischen den Fahrbahnen der Friedrich-Ebert-Anlage am Südrand der Heidelberger Altstadt Gegenstand heftiger Diskussionen werden. Grünflächen und Parkplätze müssen vielleicht schon bald einem Supermarkt weichen. Zwecks Verbesserung der städtischen Wirtschaftsstruktur. Es gebe zwar noch keine konkreten Pläne, sagt Annette Friedrich, Leiterin des Heidelberger Amts für Stadtplanung, im Gespräch mit MEIER, aber der Standort für ein solches Nahversorgungsangebot sei fester Bestandteil des 2008 beschlossenen Innenstadtkonzeptes „Einzelhandel“. Zusätzlich zum Supermarkt könnte in einem solchen Gebäudekomplex auch ein Großkino untergebracht werden, und natürlich eine Tiefgarage. Das Projekt wird

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womöglich auch Widerstände hervorrufen. Der Bau läge wie ein Riegel zwischen den Häusern im Süden der Altstadt und dem Wald am Gaisberghang. Es sind optische Beeinträchtigungen des Stadtbildes und negative Einflüsse auf das Mikroklima zu befürchten. Ob und inwiefern letztere vielleicht auftreten, sei noch nicht genauer untersucht, versichert Annette Friedrich. Das könne jedoch ein Grund sein, warum man ein solches Vorhaben ablehnt. Natürlich müsse man vorher prüfen, welche Voraussetzungen die Aufrechterhaltung von so genannten Kaltluftschneisen brauche, und man habe schon über Dachbegrünung und „Baumersatz” nachgedacht. Der Großbau dürfte jedoch Konkurrenz bekommen, zumindest was den Platzbedarf betrifft. Die Gemeinderatsfraktionen von SPD, GAL, Generation HD, den Bündnisgrünen und „Heidelberg pflegen und erhalten” wollen

endlich ernst machen mit dem seit längerem existierenden Beschluss zur Einrichtung einer Straßenbahnlinie auf der Friedrich-Ebert-Anlage. Die Strecke sollte den Universitätsplatz mit dem Bismarckplatz verbinden und so die ÖPNV-Anbindung der zentralen Altstadt optimieren. Die bürgerlichen Parteien, allen voran die CDU, laufen Sturm. Die linken Fraktionen wollten „Macht demonstrieren und eine unsinnige Trasse gegen den Willen der Heidelberger durchsetzen“, ließen Christdemokraten & Co. in einer gemeinsamen Presseerklärung Ende Oktober verlautbaren. Der Verkehrsexperte Dieter Teufel vom Heidelberger Umwelt- und Prognoseinstitut (UPI) befürwortet die Idee, Schienen durch die Friedrich-Ebert-Anlage zu legen. „Vom öffentlichen Nahverkehr aus gesehen wäre es eine deutliche Verbesserung.” Circa 5.000 Fahrgäste stiegen jeden Tag an den Bushaltestellen


MAGAZIN // KULTUR Dieser Schädel – aus der StreetartAusstellung im Café Prag – hat sich wohl ordentlich einen reingeschädelt.

Reine Kopfsache AUSSTELLUNG / Die Reiss-Engelhorn-Museen haben eine total verkopfte Ausstellung auf die Beine gestellt – und das ist ein Kompliment. Wir haben uns die Schädel angeschaut und mal ganz zwanglos Kopfnoten verteilt. Das Ergebnis: die ultimative MEIER-Top-Ten-Schädel-Liste. 3. Das unbequeme Kopfkissen

Bevor wir, die wir zur Gattung des Homo sapiens gehören, uns die Welt endgültig ganz alleine unter den Nagel gerissen hatten, war sie auch von vielen anderen Homos besiedelt. Etwa vom Homo neanderthalensis, der sich vor rund 200.000 Jahren parallel zu uns entwickelt hat. Und solch ein Ur-Homo-Neandertaler hat es jetzt auch in die Mannheimer Ausstellung geschafft. Also, zumindest sein Kopf. Wie alt der ist? Ungefähr 170.000 Jahre. Damit man sich das besser vorstellen kann, bietet sich ein Vergleich an: Das ist rund 1.589 Mal älter als Jopi Heesters.

Die Asmat, ein Stamm von 65.000 Leuten, leben im Süden Neuguineas. Die Ahnen, so ihr Glaube, werden in den Neugeborenen reinkarniert. Da ist es naheliegend, die Ahnen gut zu behandeln – auch wenn sie schon etwas länger tot sind. Die Schädel Verstorbener dekorieren die Asmat mit wertvollem Tand, etwa Muscheln. Dann stellen sie die Köpfe aber nicht einfach zur Deko auf den Kamin, wie wir es mit ausgestopften Haustieren tun, nein, die Ahnen werden zum täglich genutzten Alltagsgegenstand. Die Asmat tragen sie an einer Kette auf dem Rücken oder schlafen auf ihnen. Das, so sind die Asmat überzeugt, schützt vor schwarzer Magie.

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Foto: Jean Christen, REM

2. Der Jopi Heesters der Schädel

René Descartes ist 1650 gestorben. 361 Jahre später liegt der Kopf des französischen Philosophen in den REM – und das passt nun wirklich super. Warum? Nun, der Kopf war in Descartes‘ Philosophie extrem wichtig. Denn er sah das rationale Denken, und das sollte man ja gemeinhin mit dem Kopf tun, als einzige Möglichkeit zum Erwerb von Wissen an. Seit Eröffnung der Ausstellung macht nun hartnäckig ein Gerücht unter Besuchern die Runde: Wer ganz nah hingeht an den Schädel des Aufklärers, dem haucht der alte Franzose ganz leise seinen größten Hit ins Ohr: „Cogito ergo sumdi-dum.“

Foto: Wilfried Rosendahl, REM

1. Der Kopf des Philosophen


MUSIK // HIGHLIGHT Komponist, Filmmusiker, Pianist, Schüler von Luciano Berio und in England in den Pop-Charts – der 1955 in Turin geborene Ludovico Einaudi passt in keine Schublade.

Der Seelenflüsterer LUDOVICO EINAUDI / Ist es Klassik? Ist es Pop? Ist es Minimalismus? Ist es die Wiedervorlage von Richard Clayderman? Die Musik des italienischen Pianisten Ludovico Einaudi ist nicht einfach einzuordnen, sitzt zwischen allen Stühlen. Stücke wie „Divenire“ haben echte Pop-Hit-Qualitäten, sind aber andererseits auch recht einfach gestrickte Kompositionen. Klassik light. Originell ist das Ganze nicht unbedingt, dafür verkauft sich die akustische Wellness-Oase aber wie geschnitten Brot. Brauchen wir eine neue Ökologie des Klanges? MEIER hat sich mit Ludovico Einaudi unterhalten. meier Herr Einaudi, in der Branche staunt man über ihren kommerziellen Erfolg. Sie sind mit Ihrer Neo-Klassik in den britischen und italienischen Pop-Charts vertreten und füllen auch in Deutschland spielend große Hallen. Als Spross eines der wichtigsten Verlagshäuser Italiens hätten Sie den kommerziellen Erfolg gar nicht nötig. Was ist das Geheimnis Ihres Erfolges?

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ludovico einaudi Ich selbst wüsste das gar nicht so genau zu benennen. Vielleicht könnte man den Blick etwas weiten und sagen: Wenn jemand konsequent seiner Vision folgt, dann strahlt das etwas sehr Spezielles aus, was von Außen als wertvoll wahrgenommen wird. Und das hat nichts damit zu tun, ob es der Musikindustrie gerade gut oder schlecht geht. Aktuell geht es ihr nicht gut, aber trotzdem wird mei-

ne Musik von den Menschen bemerkt und offenbar geschätzt. meier Recherchiert man im Internet, was Ihre Fans zu Ihrer Musik notieren, dann fallen da auffallend häufig Worte wie „Entspannung“ oder „Abschalten vom Alltag“. Hat Ihre einfache und harmonische Musik eine therapeutische oder gar ökologische Qualität? Könnten Sie diese genauer beschreiben?


MUSIK // CLUBLAND

Gregor Tresher muss sich nicht verstecken.

Hymnen für Club und Sofa GREGOR TRESHER / „A Thousand Nights“ war eines der herausragendsten Techno-Alben der letzten Dekade. Jetzt macht sich Gregor Tresher wieder selbst Konkurrenz.

Manche Platten sind einfach gut. Wie Gregor Treshers Debütalbum „A Thousand Nights“, mit dem der Frankfurter 2007 elf Schlüssel zu den Toren des elektronischen Märchenlandes gefunden hatte. Der Titeltrack als Singleauskopplung wurde der meistverkaufte Track auf dem größten Genre-Anbieter Beatport. Aber Tresher war zu diesem Zeitpunkt schon länger auf dem Pfad Richtung Erfolg unterwegs – der urplötzliche, kometenhafte Aufstieg (inklusive späterem Absturz) ist ja doch eher die Ausnahme. Begonnen hatte seine DJ-Karriere als Frankfurter DJ, zu einer Zeit, als noch andere Größen die Aushängeschilder für den Sound of Frankfurt waren. So sollte es nicht bleiben. Auf Anthony Rothers Datapunk-Label und auf Terminal M erschienen ab 2004 die ersten eigenen Produktionen. Bis Tresher dann zwei Jahre später bei Great Stuff Recordings landete und seinem selbstbewussten Namen erstmals alle Ehre machte. Spätestens nach „A Thousand Nights“ stand er im

Blick der Öffentlichkeit, auch wenn der Nachfolger „The Life Wire“ den Standard des Vorgängers nicht ganz halten konnte. Mit „Lights From The Inside“ kommt jetzt Album Nummer drei in die analogen und virtuellen Regale und knüpft genau da an, wo das Debüt aufgehört hat: bei erstklassigem, melodischem Techno, der problemlos den Spagat von Club- zu Sofa-Tauglichkeit schafft und sich das ein oder andere Mal sogar als zukünftige Hymne für die Ewigkeit präsentieren kann. Wie das Album sucht jetzt auch die zugehörige Tour verdientermaßen nach Aufmerksamkeit und macht schönerweise noch vor der eigentlichen Bescherung im Delta Station. Eine Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Treshers Aufstieg an die Spitze der weltweiten Elektronik-Liga mit anschließendem Platzmangel im Terminkalender dürfte jetzt nämlich nur noch eine Frage der Zeit sein. johannes thiedig

23.12. Halle 02, Heidelberg, 23 Uhr, € 10.–

Foto: Martien Mulder

C LU B-H I G H LI G HTS

Scratch-Buffet

Acht Jahre Suite

Die große Kunst des Scratchens von Vinyl auf Plattenspielern haben die schweren Hip-Hop-Jungs in die Welt gesetzt. Zur Nikolausbescherung kommen aus den USA die Meister Toadstyle, D-Styles und DJ Excess in die Disco Zwei. Scratch-Talente aus dem Delta dürfen da auch nicht fehlen: MoERockZ, CMB, Mr. Ebs, Sonderskooler und Mr. Boogie.

Wiederholte Besuche z u m au s g i e b i g e n Durchfeiern sind in der Suite seit acht Jahren zum wohlgeliebten Standard geworden. Zum Ehrentag gratulieren an zwei Tagen von der LiveBühne Mojosoundz und CaughtIndieAct. Als Geburtstagshymnen kredenzt Monophonic Funk, Breakbeats, House und Reggae. Herzlichen Glückwunsch!

6.12. Disco Zwei, Mannheim, 23 Uhr

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2. & 3.12. Suite, Mannheim

Kim Ann Foxman

Seth Troxler & Âme

Ed Davenport & Joel Alter

100. Himbeerparty

Die US-Houseszene kommt ohne die Dame nicht mehr aus. Sie selbst kommt nicht an ihrer Liebe zu Chicago vorbei, der Geburtsstadt elektronischer Musik. Dafür würdigten Spex und Intro das New Yorker Discoprojekt Hercules & Love Affair von Produzent Andy Butler, bei dem Kim Ann Foxman mitmischt.

Die atlantische Verbindung ist dank Seth Troxlers Umzug von Detroit nach Berlin fester geworden, die Hauptstadt und Labels wie Minus oder Bpitch Control ein wenig schriller. Jetzt wird mit Âme, dem deutschen Aushängeschild der Deep-House-Szene, die Verbindung Berlin - Karlsruhe gepflegt.

Shoe Bee holt sie alle ins Delta – die Hauptstadt-Jungs, die ein wenig Berlin-Luft zu uns bringen. Mit dem Schweden Joel Alter und dem Briten Ed Davenpor t kommen zwei Elektro-Liebhaber, die sich nicht festlegen lassen und zwischen Techno, House und Dubstep rangieren. Der schwedische Import sogar in LiveVersion.

Große Menschentrauben vor der Alten Feuerwache, inklusive endloser Schlange, inklusive einer zügellosen Feierwut, deuten die größte monatliche Residenz und Anlaufstation für Gays und Friends an. Nach dem achtjährigen Jubiläum im November gibt’s jetzt die 100. Ausgabe bei House, Dance und Glühwein.

9.12. Karlstorbahnhof, Heidelberg, 23 Uhr

3.12. Loft, Ludwigshafen, 23 Uhr

2.12. Disco Zwei, Mannheim, 23 Uhr

17.12. Alte Feuerwache, Mannheim, 22 Uhr


MEIER Events MEIER goes La Nuit Bohème Wirtschaftskrise und Inflation trieben den Griechen Costa S. ins Exil nach Mannheim. Der Gangsterboss und Alkoholschmuggler Don Patrrice soll sich ebenfalls nach Mannheim abgesetzt haben. Kinematograf Behuzmi, dessen filmische Qualität einzigartig ist, ist seit kurzem verschwunden. Als gemeinsamer Zufluchtsort dient nach Hinweisen die „La Nuit Bohème“ am 10. Dezember in der Discotheque No. 2. Dort werden sie zwischen Casino Royale und Tanzsalon ihr großes Ding drehen. Black Jack, Roulette und importierte Zigarren tarnen ihr Vorhaben, während sie sich zu Jitterbug und Charleston unter andere Swingende mischen. Dazu werden sie die visuellen Effekte von Behuzmi verwenden. Die illustre Gesellschaft an diesem Abend wird an Schiebermütze, Federboa und Perlenkette erkannt. ako 10.12. Disco Zwei, Mannheim, 23 Uhr, bis 24 Uhr € 8.–, danach € 10.–

EXKLUSIV FÜR MEIER LESER: ALLE MIT OBERLIPPENBART (FAKE OR REAL) UND DIESER ANZEIGE BEKOMMEN FREIEN EINTRITT!

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„Ohne Schnurrbart ist ein Mann nicht richtig angezogen“, behauptete Salvador Dali. Deshalb darf zur Dezember-Ausgabe von MEIER goes Nerd & Sexy die männliche Fraktion dem Oberlippenbart huldigen – von Zwirbelbart bis zum Menjou-Bärtchen. Ausgeschlossen sind 3-Tage-Bärte. In Kombination mit dem MEIER-Gutschein auf der Seite rechts gibt’s dazu freien Eintritt. Wenn die Haare im Gesicht eher schütter ausfallen, wird die Aufkleb-Variante bereitgestellt. Clark Gable und Friedrich Wilhelm Nietzsche wären Ehrengäste. red 17.12. Das Zimmer, Mannheim, 23 Uhr, € 6.–, freier Eintritt für Männer mit Oberlippenbart und MEIER-Gutschein

SHOW Y OU HEt R AC M ST O O

MEIER goes Nerd & Sexy

DJ KIDKUTS B+PZJV+PZ[VY[PVU·3HUKH\D

MEIER präsentiert: Kings of HD Verwaist und verloren möchte Heidelberg nicht mehr sein Dasein fristen. Wer König an den Plattentellern ist, wird jetzt beim DJ-Battle verhandelt. Vor den unerbittlichen Augen und Ohren von Toni-L, der nicht nur die Heidelberger mit Advanced Chemistry lehrte, was Hip Hop ist, zeigen die Plattenkünstler, ob es zum King reicht. Musikalische Grenzen kennt Heidelberg nicht, deshalb kann sich vom Elektro-Fan bis zum Balkan-Sounds-Liebhaber jeder unter facebook.de/halle02 bewerben. red 17.12. Halle 02, Heidelberg, 21 Uhr

LASTJENSTODANCE B5LYK :L_`·4HUUOLPTD

Er ist nerdig und sexy zugleich, Pubertierende sehnen sich danach, Frauen kitzelt er schonmal unter der Nase und die N&S-Crew verschenkt ihn sogar! Die Rede ist vom Gesichtsaccessoire der Stunde, dem stylishen Oberlippenbart! Show me your Moustache! Wir wollen die Bärte sehen! Wer mit dem Meier Gutschein und einem Oberlippenbart kommt, erhält freien Eintritt! Eintritt: 6€ / mit Meier Gutschein & Oberlippenbart: Eintritt frei!

Sa. 17.12.11 www.daszimmer.com // Q5 Passage // ab 23 Uhr // facebook.com/nerdandsexy


MUSIK // KLASSIK FORSCHUNGSSTELLE SÜDWESTDEUTSCHE HOFMUSIK

Cannabich, Holzbauer, Stamitz – die Mannheimer Schule hätte noch viel mehr weiße Flecken, als sie ohnehin schon hat, wäre da nicht die Forschungsstelle Mannheimer Hofkapelle in Heidelberg gewesen. Seit fünf Jahren haben die derzeit vier Musikolog(inn)en ihre Arbeit auf die „Südwestdeutsche Hofmusik“ ausgeweitet und beschäftigen sich im Rahmen eines „Landesprojekts“ mit der umfassenden Sammlung und Aufbereitung der Quellen zur Geschichte der südwestdeutschen Hofkapellen. Die Ergebnisse werden veröffentlicht, Kompositionen im Selbstverlag publiziert, Kongresse und Ausstellungen, Vorträge, Rundfunksendungen, Zeitungsartikel, Programmhefte und CD-Booklets erarbeitet. Eine eigene Konzertreihe, „Faszination Hofmusik“ soll die Hofmusik bekannter machen. Geleitet wird die Forschungsstelle von der Direktorin des Musikwissenschaftlichen Seminars der Uni Heidelberg, Silke Leopold.

BÄRBEL PELKER

wurde 1952 in Eisbergen/Porta Westfalica geboren und studierte Schulmusik und Musikwissenschaft. Ab dem Jahr ihrer Promotion 1990 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsstelle Mannheimer Hofkapelle der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Seit 2006 ist sie stellvertretende Leiterin der Forschungsstelle Südwestdeutsche Hofmusik. 2. & 3.12., 15/10 Uhr (Tagung) 2.12., 20 Uhr (Konzert La Folia) 3.12., 20 Uhr (flauto con bassi) Schloss, Schwetzingen hof-musik.de

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Was für ein Blick: vom Schreibtisch in der Forschungsstelle Südwestdeutsche Hofmusik hinüber aufs Schwetzinger Schloss.

Fürstliches Arkadien SOMMERRESIDENZEN – KONZERTE UND TAGUNG IM SCHWETZINGER SCHLOSS / Die Forschungsstelle Südwestdeutsche Hofmusik residiert seit diesem Jahr im Schwetzinger Palais Hirsch und veranstaltet im Schloss in diesem Monat zwei Konzerte und eine interessante öffentliche Tagung zu den „Sommerresidenzen im 18. Jahrhundert“. MEIER hat sich mit der stellvertretenden Leiterin Bärbel Pelker über ihre Arbeit unterhalten. meier Die Forschungsstelle ist Anfang des Jahres nach Schwetzingen umgezogen. Welche Vorteile hat das neue Domizil für Sie? bärbel pelker Ein ganz wichtiger Vorteil gegenüber unserem alten Domizil ist, dass wir nun für die nächsten Jahre endlich Platz genug haben werden, um unsere umfangreichen Noten- und Literatur-Sammlungen aufzustellen. Im natürlich auch sehr schönen musikwissenschaftlichen Seminar in Heidelberg mussten die Sammlungen zuletzt im gesamten Dachgeschoss verteilt werden. Im Palais Hirsch sind wir zwar auch wieder im Dachgeschoss, aber trotz der Dachschräge ist die Fläche fast doppelt so groß wie vorher. Neu und richtig luxuriös ist, dass nun jeder von uns sogar ein eigenes Arbeitszimmer hat. Und von Vorteil ist auch, dass unser Forschungsinhalt, die Hofmusik des 18. Jahrhunderts, perfekt zu Schwetzingen passt. Vis à vis vom Schloss zu arbeiten, ist

unglaublich inspirierend. Außerdem werden unsere Forschungen von der Bevölkerung hier stärker wahrgenommen als anderswo. meier Inwiefern werden Sie denn von der Stadt als Hausherrin im Palais Hirsch und dem Land als Besitzer des Schlosses unterstützt? pelker In logistischer Hinsicht erfahren wir von der Stadt Schwetzingen jede nur erdenkliche Unterstützung. So dürfen wir zum Beispiel für unsere Veranstaltungsreihe „Faszination Hofmusik“ den Konzertsaal im 1. Obergeschoss und den großen Tagungsraum im Erdgeschoss des Palais Hirsch bei Bedarf mitbenutzen. Auch was die Werbung betrifft, fühlen wir uns beim Kulturreferat und der Touristinformation der Stadt sehr gut aufgehoben. Gute Verbindungen zu den Staatlichen Schlössern und Gärten hatten wir schon seit einiger Zeit, erinnern möchte ich nur an die große gemeinsame Mozartausstellung


KINO // FILM DES MONATS

„Ich will die richtigen Fragen stellen“

George Clooney nutzt seine präsidiale Aura als Schauspieler, um sie als Regisseur lustvoll aufklärend zu zerstören.

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POLITTHRILLER. THE IDES OF MARCH – TAGE DES VERRATS / Vom Frauenschwarm zum politischen Filmemacher. Als Dr. Douglas Ross wurde George Clooney in der TV-Serie „Emergency Room“ bekannt und gehört heute zu den beliebtesten Männern Hollywoods. Als Schauspieler, Produzent, Drehbuchautor und Regisseur hat sich Clooney in den letzten Jahren immer wieder für das politische Kino stark gemacht. In seiner neuen Regiearbeit „The Ides of March“ nimmt er nun den Zynismus im amerikanischen Wahlkampfbetrieb ins Visier. Interviews gibt Clooney nach einschlägig negativen Erfahrungen nicht mehr, aber er lud nach London zu einer Pressekonferenz und stand zu seinem neuen Film Rede und Antwort.


BÜHNE // THEATER

Ragna Pitoll und Thomas Meinhardt spielen ein Ehepaar, das sich auf dem Weg zur Trennung befindet. Sie ist Demenzforscherin und er ein brillanter Onkologe.

Wasser in heißem Sand US-THEATER / Burkhard C. Kosminski inszeniert in Mannheim Sharr Whites „Der andere Ort“ als deutschsprachige Erstaufführung. Was ist eigentlich mit dieser Juliana, fragt man sich, die auf einem Fachkongress ein von ihr entwickeltes Demenz-Medikament vorstellt und im Publikum plötzlich eine junge Frau im knallgelben Bikini wahrnimmt. Sie macht die leicht bekleidete Schönheit mit sexistischen Witzchen an, wird vom Autor Sharr White aber plötzlich einer ganz anderen Situation ausgesetzt und ist Patientin einer Psychologin, die testet, warum die Kollegin in letzter Zeit so unberechenbar ist. Hat Juliana einen Gehirntumor oder doch jene Krankheit, die zuerst Hirnzellen vernichtet und dann Fa-

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milien in den seelischen und fiskalischen Ruin treibt? Sharr White zählt bis jetzt noch nicht zu den bekannten US-amerikanischen Theaterautoren. Und er macht es sich nicht leicht mit seiner Geschichte rund um diese Juliana, die sich anscheinend dann auch noch von ihrem Mann trennt, diesem brillanten Onkologen, der auf die Attacken seiner Gattin so seltsam gütig reagiert. Irgendwann versteht man, dass wohl auch diese Trennung eine Projektion der vagabundierenden Erinnerung einer Frau mit ersten Demenz-Symptomen ist. Wohin sich

das alles entwickelt, bleibt aber genau so im Dunkeln wie das mit der Tochter, die mit einem ehemaligen Doktoranden von Juliana durchgebrannt sein soll, vielleicht aber auch schon lange tot ist. „Der andere Ort“ ist wie die Symptome der Krankheit konstruiert, um die es geht: Das Stück ist unberechenbar und immer mal wieder bösartig. Das ist konsequent gedacht, hat spieltechnisch aber zur Folge, dass man sich über weite Strecken nur mit der Frauenfigur im Zentrum beschäftigt, während ihr Gatte, die verschwundene Tochter und deren ver-


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%$/2*+%$//(7735$* Rokokotheater im Schwetzinger Schloss Donnerstag, 05.01.2012, Beginn 19.00 Uhr Schwetzinger Zeitung, Tel.: 06206/205711 www.passau-ticket.de, bekannte Vorverkaufsstellen Info: AktionsForum München, Tel.: 089/292546

Fricka mit Brothut, Wotan und die Riesen in Achim Freyers Wagnerwelttheater.

Mangel oder Methode? RHEINGOLD / Achim Freyer, der Opern-Regisseur des Jahres 2011, beginnt den neuen Mannheimer „Ring“ mit einer spartanischen „Rheingold“-Version. Zu sehen gibt’s trotzdem Großartiges – und zu hören auch. fffff Die misslichen Umstände sind zur Genüge diskutiert worden. Im Juli erst zauberte das Nationaltheater Altmeister Achim Freyer (77) als Regisseur des Mannheimer „Rings“ aus dem Hut. Der hatte also abzüglich der Theaterferien keine zehn Wochen für Konzeption und Ausstattung, fürs Bauen, Plastiken, Nähen und natürlich Proben. Und was nun mit dem Ring-Vorabend präsentiert wird, ist nicht nur angesichts dieser Umstände aller Ehren wert. Natürlich hat Freyer die (Wagner-) Regie nicht neu erfunden, er setzt auf seine bekannten Chiffren, Muster und Methoden: die eines herausragenden bildenden Künstlers, eines Bilder- und Stimmungszauberers. Heiner Müllers Credo „die Interpretation ist die Aufgabe des Zuschauers“ ist auch das des Brechtschülers Freyer. Und so macht er aus der Not eines nicht vorhandenen Bühnenbilds die Tugend fulminanter lebender Bilder mit No-Theater-Gesten, Farb-Lichtsymbolik und immensem surrealen Potenzial. Artifiziell ist das, in gewissem Sinne antipsychologisch und doch wieder nicht, wenn nämlich die tiefsinnig maskierten Protagonisten kleine Puppen als Alter ego mit sich führen, mit denen ein schönes Familienstellen veranstaltet werden kann. In diesem Rahmen werden Köder fürs Weiterdenken ausgelegt, wird lustvoll und auch anarchisch umgedeutet – und mit einem Augenzwinkern immer wieder darauf verwiesen, wie brüchig oder gar inkonsistent Wagners Kosmologie aus Edda und Mittelalter,

Familiendrama und Weltenbrand eigentlich ist. Nur ein paar Beispiele: Fricka, die ewige Spielverderberin, hat ein Brot auf dem Kopf, Freia daselbst ein Apfelbäumchen, Loge hat fünf Arme und raucht Kette ... Oder ein ganz ungeheurer Moment: Wenn Alberich seine Allmachtsfantasien auspackt, agiert er plötzlich nicht mehr mit obsessiver Bob-WilsonGestik, sondern realistisch, wird Adolf Nazi (Helmut Schmidt), also Mensch, denn nur Menschen können derartige Schweine sein. Und konsequenterweise besteht der Hort dann aus riesigen Hitlerdollars. Mal seh’n, wo das hinführt. Manche Assoziation (Froh als Maler in Wagnergestalt, Erda mit Medusenhaupt, der Plastikdonner am Portal) scheint vielleicht ein bisschen hergeholt, aber alles hat bei Achim Freyer wohl auch seinen ästhetischen Grund als notwendige Farbe im Sinne der lebenden Bilder und fulminanten Schattenspiele. Jedenfalls ist das über weite Strecken spannend wie ein Krimi, und das gilt in Toto auch für Dan Ettingers Dirigat, das von einigen Kollegen in Grund und Boden geschrieben wurde. Das Orchester spielt auf der Stuhlkante mit berückender Clarté: filigran, transparent, elastisch, sängerfreundlich, auch mächtig aufbrausend, wo nötig und möglich, und so dezidiert auf die Szene bezogen, dass ich mir das kaum eindringlicher vorstellen kann. Und gesungen wird absolut auf der Höhe des Hauses. iw

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20.12. & 6.1. Nationaltheater, Mannheim

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BÜHNE // SHOW & COMEDY

Seit Harald Lesch wissen wir: Wissenschaft kann lustig sein. Werner Gruber, Martin Puntigam und Heinz Oberhummer (von links), die Science Busters.

Geld, Ruhm und Sex SCIENCE BUSTERS / Physik ist langweilig? – „Nein!“, sagen drei Österreicher, die sich Science Busters nennen. Sie machen Wissenschafts-Kabarett und bezeichnen sich als „die schärfste Science Boygroup der Milchstraße“. In Österreich spricht man von „Kult-Status“ – in Deutschland arbeiten sie noch daran. Die Gruppe besteht aus den Physikern Heinz Oberhummer und Werner Gruber und dem Kabarettisten Martin Puntigam. Am 9. Dezember kommt das Trio nach Mannheim. Im MEIER-Interview spricht Werner Gruber über schnellen Sex, Schweinebraten und Sprachkompetenz. Und der 41-Jährige verrät, warum er gemobbt wird. meier Sie stehen mit Heinz Oberhummer und Martin Puntigam auf der Bühne, um – wie man nachlesen kann – zu „Geld, Ruhm und schnellem Sex“ zu kommen. werner gruber Im Prinzip das, was jeder Mensch will. meier Haben Sie schon alles erreicht? gruber In Österreich kein Problem. Funktioniert alles wunderbar. meier Und in Deutschland? gruber Naja. Wir arbeiten noch daran. meier Die Science Busters machen Wissenschafts-Kabarett. Was genau ist eigentlich Wissenschafts-Kabarett? gruber Es ist schwer, das zu beschreiben.

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Heinz Oberhummer und ich sind ja keine Kabarettisten. Wir sind Physiker. Kollege Oberhummer ist in Pension, ich unterrichte noch und schreibe wissenschaftliche Arbeiten. Wir beide erzählen auf der Bühne etwas über Physik. Und Kabarett? Nun ja, durch die Fragen und Anmerkungen des Kollegen Puntigam kann es hin und wieder etwas witzig sein. Besser gesagt: Es ist witzig. meier Viele denken: Physik ist langweilig, hab‘ ich schon in der Schule nicht kapiert. Sie haben Physik studiert und sind seit 1997 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Experimentalphysik an der Uni Wien. Was sagen Sie dazu?

gruber Die Physik ist nicht langweilig, sie hat nur einen schlechten Ruf. Das Problem ist, dass viele Physik-Lehrer den Stoff äußerst fad vermitteln. Wenn man aber mal ernsthaft reinschnuppert, stellt man fest: Physik kann sehr interessant und hochspannend sein. Das wollen wir auch auf der Bühne zeigen. meier Werden Sie von Fachkollegen bewundert oder angefeindet? gruber Die guten Kollegen, also die mit viel Fachkompetenz, begrüßen das. Sie wissen, dass sich Physik auch populärwissenschaftlich aufbereiten lässt. meier Und die schlechten Kollegen? gruber Die sehen das Ganze skeptisch. Es gibt


LITERATUR // INTERVIEW

Benedict Wells entschied sich nach dem Abitur gegen ein Studium und fürs Schreiben. Ein guter Entschluss: Bereits sein Debütroman war ein Erfolg.

Geniale Gene BENEDICT WELLS / Sein Debüt „Becks letzter Sommer“ erschien 2008 und wurde mit dem bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet. Wells neuester Roman „Fast genial“ handelt von der Suche eines jungen Mannes nach seinem Vater. Dieser nahm an dem Experiment einer Samenbank teil, die Sperma von Nobelpreisträgern und genialen Wissenschaftlern kaufte, um kleine Genies zu züchten. Der 27-jährige Autor liest im Deutsch-Amerikanischen Institut. meier Herr Wells, würden Sie eigentlich gerne in der Haut Ihres Helden stecken? benedict wells Ehrlich gesagt: Lieber nicht. meier Francis Dean leidet darunter, seinen Vater nicht zu kennen. Welchen Stellenwert hat seine Familie für ihn? wells Einen sehr hohen. Er ist fast allein verantwortlich für seine depressive und arbeitslose Mutter und sehnt sich gleichzeitig umso mehr nach seinem richtigen Vater, den er nie kennengelernt hat. Da ist sonst immer diese Lücke in seinem Leben, diese Wunde, die nie schließt. meier Ihr Held muss die traurige Erfahrung machen, dass sein Leben durch seine Herkunft bestimmt wird und er aus eigener Kraft wenig zum Positiven wenden kann. Ist das nicht eine sehr düstere Weltsicht?

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wells Ja, absolut. Es ist eine Version von der Welt, die nicht schön ist, aber deshalb nicht weniger wahr. Ich glaube zwar sehr daran, dass man selbst für sein Leben verantwortlich sein sollte, aber was, wenn man gar nicht die Gelegenheit dazu hat? Umso mehr versucht Francis, aus seinem vorgezeichneten Leben auszubrechen. Sein genialer Vater ist die vielleicht letzte Chance, allem eine Wende zu geben. Deshalb muss er ihn unbedingt finden. meier Hat es diese Samenbank der Genies eigentlich wirklich gegeben? wells Ja, in den 80er Jahren hatte ein Millionär die verrückte Idee. Er sagte, dass die „Dummen“ sich dauernd fortpflanzen würden, während Akademiker und schlaue Menschen oft kinderlos blieben. Also kaufte er den Samen von Nobelpreisträgern und genialen Wissen-

schaftlern und beschloss, kleine Genies zu züchten. Auf diese Weise wurden 217 Kinder in die Welt gesetzt. So unfassbar es klingt, es ist wirklich passiert. Francis ist jedenfalls völlig überrascht, Teil dieses Experiments gewesen zu sein. Sein Vater ist nicht wie bisher gedacht ein Versager, der sich aus dem Staub gemacht hat, sondern ein Genie aus Harvard. meier Obwohl Sie eine sehr ernste Thematik behandeln, hat Ihr neuer Roman eine große Leichtigkeit und gibt auf sensible Art Einblick in das Denken und Fühlen junger Menschen. An welche Altersgruppe richtet sich der Roman? wells Weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. Auf der bisherigen Lesereise sind sowohl junge als auch viele ältere Leute im Publikum, das finde ich toll.


MEIER-VERLOSUNG

Zu gewinnen: 74 Tickets für 13 Events Trombone Shorty & Orleans Avenue „Supafunkrock“ nennt der charismatische Sänger und Songwriter seine Mischung aus Funk, Rock, Rhythm‘n Blues, Jazz und HipHop, die er auf seiner „For True Tour“ zum Besten gibt. 6.12. Alte Feuerwache, Mannheim, 20 Uhr, 3 x 2 Tickets

Django Asyl Kurz vor Jahresende kommt der Kabarettist mit seinem satirischen Jahresrückblick „Rückspiegel 2011“ live auf die Bühne. 13.12. Capitol, Mannheim, 20 Uhr, 3 x 2 Tickets

Trombone Shorty & Orleans Avenue

Django Asyl

Götz Widmann

Miss Li

Der Nussknacker

My Fair Lady

Jingle Jam

The Harlem Gospel Singers Show

Foto: KTB

Götz Widmann Götz Widmann, Barde, Liedermacher, Songpoet, auf Tour mit seinem neuen Album „Ahoi“ und jeder Menge Klassikern. 17.12. Café Central, Weinheim, 20 Uhr, 3 x 2 Tickets

Miss Li Nach langer, schwerer Krankheit holt die Schwedin so einiges an schwungvollem Tempo nach und präsentiert genesen und voller Tatendrang ihr fünftes Album. 19.12. Karlstorbahnhof, Heidelberg, 2 x 2 Tickets

Der Nussknacker Die einzigartige Partitur, die bis in unsere Tage ihren Zauber bewahrt hat, gilt wohl zu Recht als das populärste Werk Tschaikowskys, das er für die Ballettbühne geschrieben hat. 20.11. Stadthalle, Heidelberg, 19 Uhr, 3 x 2 Tickets

My Fair Lady „Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühn“. Kaum einem anderen Musical entstammen so viele Songs, die bis heute als Klassiker gelten. 21.12. Nationaltheater Opernhaus, Mannheim, 19.30 Uhr, 3 x 2 Tickets

Foto: thomas brill

Jingle Jam Zum dritten Mal in Folge erschallen vorweihnachtliche Soul-, Blues- und Rockcovers von Santa‘s Band. Mit Laith Al-Deen, Tommy Baldu, Dietrich Bechtel, Tobi Reiss, Christoph Melzer, Chris Ehringer und Rob Solomon. 23.12. Platzhaus, Mannheim, 22 Uhr, 2 x 2 Tickets

„Life is a Morning”, die mitreißende brandneue Show von Queen Esther Marrow und den Harlem Gospel Singers mit Echo-Preisträgerin Cassandra Steen als Gaststar. 26.12. Rosengarten, Mannheim, 19 Uhr, 3 x 2 Tickets

Foto: TOPAS Entertainment

Magic Castle Heidelberg – Premiere Auf allen bekannten Zauberbühnen der Welt waren Topas und Roxanne längst zu Gast. Jetzt wird die weltberühmte Schlossruine Schauplatz eines verblüffenden und humorvollen Illusionsspektakels. 26.12. Schloss, Heidelberg, Königsaal, 20 Uhr, 3 x 2 Tickets

Rocky Horror Show Die Neuproduktion des Kultmusicals unter der Mitwirkung des Schöpfers, der Kunstikone Richard O`Brien, lädt zur Premiere nach Mannheim. 28.12. Rosengarten, Mannheim, 20 Uhr, 3 x 2 Tickets

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Magic Castle Heidelberg – Premiere

Foto: Jens Hauer

The Harlem Gospel Singers Show

Rocky Horror Show


Marilyn – The Last Sitting Die Musiktheater-Produktion zeichnet das Leben der Monroe in ganz privaten, komischen und tragikomischen Bildern nach. 29.12. Capitol, Mannheim, 20 Uhr, 3 x 2 Tickets

La Nuit Bohème – Silvester Das Jahr 2012 feiern, als ob es gerade mal 1922 wäre. Mit einem eigens eingerichteten Spielcasino mit Roulette und Black Jack. Einlass nur mit gepflegter Abendgarderobe. 31.12. Arkadentheater, Schloss Mannheim, 23 Uhr, 3 x 2 Tickets

Marilyn – The Last Sitting

La Nuit Bohème – Silvester

Special im Dezember: Barrique on Tour In Mannheim läuten Winzer, Freunde und Gäste mit der größten Rotweinparty Deutschlands die Zeit des neuen Barrique Forums Pfalz ein. Präsentiert werden die aktuellen großen Weine im Foyer des Capitols. Rund 500 Gäste dürfen die neue Kollektion vor Ort verkosten. Anschließend feiern Gäste und Winzer bis in die frühen Morgenstunden. The Great Bertolinis werden mit ihren Gypsie-Pop-Sounds richtig einheizen. Für Abwechslung auf der Bühne sorgen in dieser Nacht die Winzer höchst persönlich. MEIER verlost exklusiv 3 x 2 Tickets unter allen Genussfreudigen. 16.12. Capitol, Mannheim, ab 19 Uhr Präsentation, ab 21 Uhr Party

MEIER verlost: 3x2 Tickets für Barrique on Tour

Die Gewinner unserer Oktober-Verlosung: PRET-À-ÉCOUTER: Arnulf Quentin, Holger Heimann, Tanja Schmidbauer, Margit Gehrig, Peter Bender, Pia Kratz, Cara Schwab, Marcell Löffler, BEETHOVENNACHT: J. Fahrnbach, Karin Börschinger, Ursula Kothe ANNETT LOUISAN: Sylvia Gilke, Jörg Röper, Gerty Terlau KALLE POHL: Anne Nawa-Eppel, Gabriele Zielbauer, Paul Steinbach REGINA ODER DIE EICHHÖRNCHEN: Sabine Kappler, Sarah Ulrich, Julia Odermatt JENNIFER ROSTOCK: Anna-Lena Gräf, Peter Plotzitza, Edwin Darmstädter JOHANNES OERDING: Heike Eisend, Jasmin Berger, Daniela Jünschke

SWITCHFOOT: Joachim Ablay, Arnold Meissenberg, Martina Port HEIDELBERGER SINFONIKER & RAGNA SCHIRMER: Birgit Müller, Ralf Beck, Isabelle Scholtes CHRISTOPH MARIA HERBST: Brigitte Minor, Sonja Baumann, Ralf Berggold FRIDA GOLD: Thomas Plapp, Jürgen Ochsner, Christina Zeibekakis JEM COOKE: Michael Kasper, Bernd Weirich, Petra Hertel ZAZ: Rebecca Nagel, Kathrin Fischer, Evelyn Knörr

Coupon: Einsenden & mit etwas Glück gewinnen Und so funktioniert’s: Einfach Coupon ausschneiden, Lieblingsgewinn eintragen, auf eine Postkarte kleben und senden an:

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MEIER, Melchiorstr. 1, 68167 Mannheim. Bitte Telefonnummer oder E-Mail-Adresse angeben.

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Für die Verlosung am 6.12. am 2.12. Für alle weiteren Verlosungen am 9.12.

Name:

Telefon oder Mail: Ich habe die Teilnahmebedingungen zur Kenntnis genommen und bin mit diesen einverstanden. Die vollständigen Teilnahmebedingungen finden Sie unter www.meier-online.de/teilnahmebedingungen Ja, ich gestatte der Delta Medien GmbH, Melchiorstraße 1, 68167 Mannheim und deren verbundenen Unternehmen, meine Daten zu speichern, zu verarbeiten, mich schriftlich, telefonisch und per E-Mail zu kontaktieren und mir interessante Vorteilsangebote des Verlags zu unterbreiten. Ich kann mein Einverständnis jederzeit schriftlich gegenüber der oben genannten Adresse widerrufen.

Datum, Ort & Unterschrift:

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SPIELWIESE // DELTA-KREATIVSZENE

WER SPIELT HIER?

Elvis // HÖTSCH HÖHLE

Einladung an Kreative

Mein Werk

Mein Leben

Die letzte MEIER-Seite ist für kreative Köpfe aus dem Rhein-NeckarDelta reserviert! Egal ob Künstler, Designer, Fotografen oder Grafiker: Hier auf unserer „Spielwiese“ wird jeden Monat ein aktuelles Projekt präsentiert.

Hauptsächlich male ich Portraits und wichtige Szenen aus Filmen oder der Geschichte – gerne auch mit kleinen Verfälschungen und Schriftelementen. Konsequent (meistens jedenfalls) verzichte ich auf Farben und bleibe bei Schwarz-Weiß-Darstellungen. Manche bezeichnen meine Bilder als Popart. Ich widerspreche dann selten.

Ich wurde 1968 in Stuttgart unter anderem Namen geboren. Seit 1991 lebe ich in Mannheim. Studiert habe ich zwar Germanistik, doch schon während des Studiums zeichnete sich der Trend zur Malerei ab. Nach dem Examen blieb ich dann auch dabei. Möge mir der Erfolg Recht geben ...

Entwürfe an: info@meier-online.de Kennwort: Spielwiese

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myspace.com/hoetschhoehle


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MEIER 12/2011 Leseprobe