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Foto: D&S

INHALT // 10-2012

Einrichten & Wohnen: Q 6/Q 7

Foto: Simon Gallus

38 Get Well Soon

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Elias Wessel

Magazin

Kultur & Freizeit

8 Leben im Delta

52 Musik

Delta-News // Neue Reihe: Schaffen im Delta // Gemeinderat on demand // Nachtwandel im Jungbusch // Utz is talking // Quincke65 // Felicitas Kubala // Raumzeitlabor // Science-Events // Vier zum Abfahren

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18 Shopping Fotoblog: Delta-Style // Stil-Check // „MADE“ in Mannheim // Shopping-News // Fünf die ... funkeln

22 Essen & Trinken spezial: Pizza 22 27 28

DIE BESTE PIZZA IM DELTA Die zehn Favoriten der MEIER-Redaktion PIZZA TO COME MEIER findet: lieber (nicht bringen) lassen! NEU UND NEU ENTDECKT Carl Theodor, Heidelberg // Papi, Heidelberg

30 Magazin

61 62

64 66 69

GET WELL SOON Konstantin Groppers Projekt hat das dritte Album auf den Markt gebracht und kommt nach Heidelberg – das Interview. POP & CO. Portico Quartet // Anthony Strong // Jens Thomas // Kraftklub // Schneeweiß und Rosenrot // Heim & Herd // Acid Mothers Guru Guru // Bob Geldof // Die Türen // Gravenhurst // Liars // Madsen // Nadéah // Taylor McFerrin // Lionel Richie // Max Herre // Melody Gardot // Noel Gallagher // Patrick Wolf // Peter Hammill // Steve Miller Band // Ursula Rucker CD-PLAYLIST Was MEIER-Schreiber gerade hören JAZZ Nik Bärtschs Ronin // Bugge Wesseltoft // Nikolas Anadolis // Benedict Jahnel Trio // Contemporary Noise Sextet // Erased Tapes Nacht // Jack DeJohnette Group // Jan Bang & Tigran Hamasyan // LebiDerya // Peter Brötzmann // Stéphane Belmondo Quartet CLUBLAND Moonbootica // Club-Highlights KLASSIK Thomas Fey // Klangwerkstatt-Musiktage // Konzert-Tipps // Kirchheimer Konzertwinter // Fragebogen: Nikolaus Friedrich KONZERTVORSCHAU Schöne Aussichten

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MEIER SAFARI Mit MEIER das Delta entdecken – vier spannende

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KONVERSION IN HEIDELBERG Wie geht‘s weiter mit den freiwerdenden

70 Kino

Liegenschaften der US Army?

70

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GESCHICHTEN AUS NEW YORK Der in Speyer aufgewachsene Künstler

Führungen zu ungewöhnlichen Orten im Oktober.

Elias Wessel und seine Arbeit im Big Apple.

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38 Meier Spezial: Einrichten & Wohnen 38

LEBST DU NOCH ODER WOHNST DU SCHON Coole Möbel – nicht

42 44

BELEUCHTUNG ZUM SELBERBASTELN DIY-Designer-Lampen. NEUE WOHNQUARTIERE Im Delta wird gebaut auf Teufel komm‘ raus.

aus Schweden, Hamburg oder Berlin, sondern aus dem Delta.

Hier sind die spannendsten Projekte in Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg und Weinheim.

4_10-12 // MEIER

78 79 80

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ON THE ROAD Walter Salles singt nach der Bibel der Beatniks das Hohelied auf Sex, Drogen und Freiheit. FILME DES MONATS Looper // The Angels‘ Share // 3 Zimmer-KücheBad // Paris Manhattan // Robot & Frank // Sushi in Suhl // 21. Türkfilmfestivali // Die Wand // Savages // Abraham Lincoln Vampirjäger // Das Kind // 96 Hours // Miss Bala // Die Hochzeit unserer dicksten Freundin // Die Vermessung der Welt // Messner // Bombay Beach // Premium Rush // Speed // Gnade // Schutzengel FILMSPIEGEL 8 Kritiker und 17 Filme MOV(I)E ME Joachim Kurz‘ Kino-Kolumne PROGRAMMKINO-TIPPS


84 Bühne 84 86 88

SCHIFF AHOI Demnächst wird in Heidelberg das neue Stadttheater eingeweiht. Ein Interview mit Intendant Holger Schultze. STÜCKE DES MONATS Wagner bei den Festspielen Ludwigshafen // Die Schlangen // Lieblingsmenschen // Temistocle // Premieren SHOW & COMEDY Interview mit Chin Meyer // Zehn Jahre Palü in Seckenheim // Show-Tipps

90 Kunst 90 91 92 94

AMAZONEN DER AVANTGARDE „Schwestern der Revolution“

im Ludwigshafener Wilhelm-Hack-Museum. VERNISSAGEN Kunst mit Sekt und Häppchen AUSSTELLUNGEN „Alles Reklame“ in Darmstadt // Schule der Schönheit // Dokumentarfotografie in Ludwigshafen // Art News AUSSTELLUNGSTIMER Die Ausstellungen des Monats im Überblick

96 Literatur 96 97 98

EIN FALL AUS DER PHARMAINDUSTRIE Interview mit dem Stuttgarter

Krimiautor Wolfgang Schorlau. MÖRDERISCHE LEKTÜRE Wörtches neue Krimis FRISCHER LESESTOFF Lucia Puenzo: Wakolda // Marlene Klaus: Das Buch des Kurfürsten // Annette Pehnt: Chronik der Nähe // Frankfurter Buchmesse: Bücher aus Neuseeland

100 Kinder 100 TIPPS FÜR KIDS

102 Sport 102 DIE BESTEN 6 Sport zum Schauen und zum Machen

Services & Standards 6 6 82 122 158 168 170

MEIER-PRÄSENTATIONEN EVENT-RADAR ABO-COUPON IMPRESSUM KLEINANZEIGEN VERLOSUNGEN SPIELWIESE: FALK KÄSTLE

Timer: Termine 104 124 146 156

DER MEIER-KALENDER FÜR SCHWULE UND LESBEN FLOHMÄRKTE IM DELTA HALLOWEEN – DIE HIGHLIGHTS

TITELFOTO: iStockphoto.com/svariophoto NOVEMBER-AUSGABE: erscheint am 26.10. // Redaktionsschluss Veranstaltungskalender: 9.10. ANZEIGENSCHLUSS: 11.10. // Kleinanzeigenschluss: 15.10.

Dietmar Brixy

Discover Neue Arbeiten

28.09.–20.10.2012 Special Guest: Galerie Tammen & Partner (Berlin) mit Herbert Mehler – Stahlskulpturen Altes Pumpwerk Neckarau Aufeldstr. 19, 68199 Mannheim Fr 15-19, Sa 11-15 Uhr (u.n.V.)

www.brixy.de Discover, 2012, Öl auf Nessel, 180 x 140 cm

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MAGAZIN // LEBEN IM DELTA

Foto: Sabine Arndt, enjoyyourfamily.de

DELTA NEWS Das über 100 Jahre alte ehemalige Hallenbad in Bergheim erwacht aus dem Dornröschenschlaf.

Ich glaube, das geilste Dasein wäre das eines Staubsaugers. Man steht nur rum, bekommt immer den Beutel geleert und wird ab und zu an die geile Nachbarin verliehen. Daniela Katzenberger, Ludwigshafener Model, Fernsehmoderatorin und Original, über Spiritualität, Glauben und Wiedergeburt. In der neuen Staffel ihrer Show „Daniela Katzenberger – Natürlich Blond“ will sich die „Katze“ u.a. auf den Pfad der Esoterik begeben.

HEIDELBERG BEKOMMT SEIN WAHRZEICHEN ZURÜCK

Neues Altes Hallenbad 30 Jahre nach der Schließung kehren nach und nach die Lebensgeister in Heidelbergs Altes Hallenbad zurück. Und vergessen scheinen die Querelen um die Ausschreibung für das Projekt vor einigen Jahren. Nachdem diesen August schon das Hotel Bergheim 41 und im September Alnatura das 100-jährige Gemäuer bezogen haben, folgt nun das Frauenbad als „Eventlocation“. Am 15. Oktober spielt dort zur Eröffnung Bobbys Sohn Taylor McFerrin im Rahmen von Enjoy Jazz (siehe S. 57), und wenn alles klappt, wird es laut Betreiber Nikos Wolters im Oktober noch weitere Veranstaltungen, z.B. eine After-Work-Party, geben. Eine „urban kitchen“-Filiale soll ab Anfang November ihre Leckereien feilbieten (siehe S. 29), und auch die zentrale Markthalle im Herrenbad, die Investor Hans-Jörg Kraus selbst betreibt, wird sich voraussichtlich im Lauf des Novembers mit Leben und Ständen füllen. Kraus hat das Baudenkmal seit 2010 für ca. 25 Millionen Euro saniert und umgebaut. Die IW offizielle Eröffnung des gesamten Areals soll im Frühjahr 2013 stattfinden.

// Info: alteshallenbad.de

8_10-12 // MEIER

2012 – Jahr der runden Kanzlerjubiläen

80 30

Helmut Kohl (1930)

Kurt von Schleicher (1882– 1934)

80

Franz von Papen (1879–1969)

90 95 Wilhelm Cuno (1876–1933)

7

Angela Merkel (1954)

95

Georg Michaelis (1857–1936)

Graf Georg von Hertling (1843–1919)


Foto: Stadtverwaltung Ludwigshafen

Was wäre der Ludwigshafener „Tatort“ … ohne die Hochstraße Nord? Sie sieht so schön aus – ist aber marode bis zur Einsturzgefahr. Deshalb auch die schmucken roten Netze gegen herabfallende Teile. Soeben wurde eine Kostenschätzung für drei alternative Sanierungsmodelle beauftragt: 1:1, dreispurige Hochstraße oder vierspurige Stadtstraße. Im Frühjahr 2013 soll der Gemeinderat beraten. Bisher geht man von Kosten in Höhe von ca. 190 Millionen Euro aus! IW

Foto: Stadt Mannheim

SPENDENAKTION FÜR FAMILIEN Zukunft ungewiss: das Herschelbad.

ZWEITER ANLAUF

Foto: IW

Neues vom Herschelbad? Dach und Fassade sind fast saniert, doch die Zukunft des Jugendstilgebäudes ist immer noch unklar. Jährlicher Verlust: 1,4 Millionen Euro. 2011 hat die Stadt einen europaweiten Findungsprozess nach Betreibern und einem praktikablem Nutzungskonzept angestoßen. Der wird jetzt neu aufgerollt, nachdem sich nur zwei Interessenten fanden. Gesucht werden Unternehmen oder Konsortien für einen kostendeckenden Betrieb des künftigen „Schwimm- und Wellnessbads mit Gesundheitsprävention“. Eine Entscheidung fällt im Frühjahr 2013. FR

Leb wohl, Alter Bahnhof

Help Pussy Riot Nach dem Skandalurteil gegen die Mitglieder der regierungskritischen russischen Punkband „Pussy Riot“ haben zwei Unternehmer aus dem Delta jetzt eine Spendenaktion initiiert. Michael Friedman (Interaktiv GmbH in Mannheim) und Shimon Szmigiel (TrekStor GmbH in Lorsch) wollen mit der Aktion, die 30.000 USDollar für die Familien der inhaftierten Aktivisten einspülen soll, ihren Protest ausdrücken. „Wir sind der festen Überzeugung, dass das Strafmaß politisch motiviert ist und wollen zum Ausdruck bringen, dass eine Gerichtsbarkeit in einem demokratischen Staat keine politischen Entscheidungen treffen darf“, so IT-Spezialist Michael Friedman. Mittlerweile haben sich zwei weitere Bandmitglieder aus Angst vor RED Verfolgung ins Ausland abgesetzt.

// indiegogo.com/p/207667

Nachdem uns einige Leser geschimpft haben, weil wir behauptet hatten, das kaputte Haus hinter Mannheims schönstem Ex-Biergarten würde im Juli abgerissen, versuchen wir es jetzt nochmal. Ab 8. Oktober soll die Abrissbirne dem ausgebrannten Wrack an der Kurpfalzbrücke den Garaus machen. Wir beten für die Platanen – und freuen uns auf eine gastronomische Bespielung 2013 – so es denn dazu kommt. IW

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MAGAZIN // SHOPPING Foto: Dietrich Bechtel

INTERVIEW

MAnnheim DEsignt Petra Thomas (links) und Alexandra Maus treiben kreative Looks voran – in der MADE-Galerie in Mannheim.

MEIER Wann hat die MADE-Galerie eröffnet und wo ist sie zu finden? PETRA THOMAS/ALEXANDRA MAUS Seit Juli findet man uns im Gründerinnenzentrum gig7 in G 7.22. Hier kann man jeden Freitag und Samstag seine Lieblingsstücke von regionalen Designerinnen entdecken. MEIER Was genau hängt in Ihrem Laden auf den Kleiderbügeln? THOMAS/MAUS Unser Sortiment reicht von maßgeschneiderter Damenmode über schadstofffreie Kinderbekleidung bis hin zu Wohnaccessoires. Alle Teile sind handgefertigte Unikate, die fast ausschließlich hier im Delta entworfen und realisiert werden. Das heißt: Fairtrade vor Ort! Auch, was den Stil betrifft, ist alles dabei: elegante Strickund Abendmode, ausgefallene Streetwear und bunte Eye-Catcher. MEIER Welche Designerinnen machen bei Ihnen mit? THOMAS/MAUS Zum Team gehören 30 Textilschaffende, darunter Schneiderinnen, Modedesignerinnen, Schnittdirektricen, Kostümbildnerinnen und eine Stylistin. Einfach mal einen Blick auf unsere Homepage werfen: Dort stellen wir demnächst alle MADE-Textilerinnen vor!

MEIER Welche Idee steckt hinter der MADE-Galerie? MAUS/THOMAS Wir wollen unabhängige Designerinnen fördern, ihnen eine Plattform geben. Sie können sich ja oft keinen eigenen Laden oder Werbung leisten. MEIER Was macht MADE noch ganz besonders? MAUS/THOMAS Man kann sich sein Lieblingsstück auf Maß anfertigen oder ändern lassen, die Designerinnen beraten ganz persönlich. Viele sind überrascht, dass hochwertiges Design nicht mehr kosten muss als ein Teil von der Stange! Interview: Anna Ries

// MADE-Galerie, G 7.22, Mannheim, 0621 43651911, mehr Infos auf Facebook und made-mannheim.de, Fr 14 –18 & Sa 11 – 18 Uhr

EINKAUFEN IM DELTA

Shopping-News 1

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Heidelberg wird immer süßer! Denn mit Princess Cupcakes hat jetzt ein weiterer Store mit den leckeren, liebevoll dekorierten Törtchen eröffnet. Von schokoladig über cremigvanillig bis hin zu frisch und fruchtig – für jeden Geschmack ist etwas dabei. // Princess Cupcakes, Carré Heidelberg, Rohrbacher Str. 8, princess-cupcakes.de

Berühmten Schinken, nämlich Jamón Ibérico de Bellota, aber auch spanischen Kaviar, Manchego-Käse, feine Öle, Cava und Tapas – dies alles präsentiert José (mit vollem Namen Señor José Benlloch) in seinem Feinkostladen in Neuenheim. Na dann: ¡Que aproveche! // José, Heidelberg-Neuenheim, jose-kostbarkeiten.de, Mo bis Fr 9 – 19, Sa 9 – 16 Uhr

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Vom Jugendstil-Möbel bis zur berühmten Stehlampe, von Porzellan bis zu Gemälden – die 110 Aussteller beim Antikmarkt im RheinNeckar-Zentrum haben so ziemlich alles parat, was nicht nur alt, sondern auch schön ist. // 14.10. RNZ, Viernheim, 10 – 18 Uhr, rhein-neckar-zentrum-viernheim.de

20_10-12 // MEIER

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Wo sonst noch verkaufsoffener Sonntag ist? Zum Beispiel von 13 bis 18 Uhr am ... // 7.10. in Frankenthal (mit dem „Internationalen Fest“ und Hochzeitsmesse) // 21.10. in Landau (mit Federweißer-Party) // 28.10. in Speyer (mit reichlich Rummel inklusive Riesenrad und Rutschbahn) TK

Foto: fotolia.com

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Beim alljährlich einmaligen verkaufsoffenen Sonntag in Mannheim ist was los, in den Shops und auch davor. Auf der Marktmeile lässt sich unter freiem Himmel herrlich flanieren, an den Ständen und Buden gibt‘s sicher viel Schönes un Interessantes zu entdecken, u.a. beim Holland-Stoffmarkt auf dem Marktplatz (Bild). // 7.10. Mannheim, 13 – 18 Uhr

Foto: fotolia.com

Miss Magnifique macht Accessoires aus Wolle, Holz und bunten Stoffen. Jetzt schmückt das junge Label auch Enjoy Jazz. Exklusiv fürs Festival kreierten die Miss-MagnifiqueDesignerinnen eine Kollektion in den typischen Enjoy-Farben, in Pink, in Schwarz und – wie beim Ring mit Filzhäubchen – in sattem Grün. // facebook.com/missmagnifique.de


FÜNF ...

... die funkeln von Selina Bauer

Die Sonne strahlt weniger, das, was wir tragen, umso mehr. Ich präsentiere: meine fünf funkelnden Herbst-Favoriten.

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Sportlich edel Strass war gestern. Heute trägt man Schmuckstein. Die Vila Cap geht mit bestem Beispiel voran, in klassischem Schwarz mit ausgefallenen Applikationen. Glamourös und sportlich! // gesehen für ca. € 37.– bei Vila, Hauptstr. 68, Heidelberg, vila.com

Strahlend spitz Blinkender Highheel: et voila! Auch bei den Schuhen sind Steinchen so richtig schmuck. Die spitze Form und der unvermeidliche Pfennigabsatz machen die Zara Pumps zu meinen Lieblingen! // gesehen für ca. 80.– bei Zara, O 7.11–12, Mannheim, zara.com

Glamourös groß Darf es ein bisschen mehr sein? Groß und opulent und glamourös – so müssen StatementKetten sein. Das Medusa-Kragen-Necklace von S.T.A.M.P.S. setzt Zeichen und verpasst jedem Outfit ein elegantes Upgrade. // gesehen für ca. € 95.– bei stamps.eu

Schick gestrickt Grobe Maschen, klassische Form – und Steinchen-Details als neues Stilmittel. Nina Ricci präsentiert einen Pullover in Oversize-Format und schlichtem Grau, dafür aber mit bunt-pastelligen Glitzerkieseln. So ist Strick schick! // gesehen für ca. € 650.– bei mytheresa.com

Samtig golden Es sind die Accessoires, die einen Look kreieren! So wie die Henkeltasche von Mango mit ihren leuchtenden Pailletten. Gold und Silber treffen auf samtiges Schwarz. Einfach fabelhaft! // gesehen für ca. € 60.– bei Mango, RheinGalerie, Ludwigshafen, mango.com

MEIER // 10-12_21


Der perfekte Teig braucht Mehl, Wasser und Olivenöl .

DIE BESTE PIZZA IM DELTA Legende Durchmesser Boden Belag Ofen Besteck oder Hand ✓ Fazit € Preis

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Fotos: Dietrich Bechtel

22_10-12 // MEIER

Wir lieben Dich, du sanft gerundetes, kross gebackenes Stück. Wir wollen in deinen knusprigen Rand beißen, deine frischen Tomaten verschlingen, deine scharfen und zarten Teile immer wieder und wieder schmecken … Sorry, liebe Leser. Aber wir haben für den großen Pizza-Test so viel Pizza gegessen, dass wir noch immer ganz benommen sind. Also: Wir präsentieren hiermit die zehn besten Pizzen im Delta!

Foto: fotolia.com

ESSEN & TRINKEN // DER GROSSE PIZZA-TEST


IL RUSTICO

ZWEI HASEN

Pizza Il Rustico

Pizza Bianca Stagionata con Rucola

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Einfach war es nicht, eine Nummer eins zu krönen. Aber am Ende machte dann doch die auf Buchenholz gebrackene Pizza Il Rustico das Rennen. Und das sogar in dem kulinarisch nicht gerade verwöhnten Ludwigshafen. Aber: Eine Stunde später und wir hätten ohne Reservierung wohl keinen Platz mehr bekommen. Kein Wunder, denn in dem 2011 von Tommaso Del Vecchio eröffneten Restaurant kann man königliche Pizzen essen. Wo sonst im Delta gibt es einen mit Buchenholz beheizten Steinofen? Die Pizza Il Rustico ist eine Wucht: Der dünne Boden ist gut gebacken aber nicht zu kross, belegt mit Mozzarella, Parmaschinken, Rucola und gehobeltem Parmesankäse, gewürzt mit frischem Pfeffer. Rucola, Parmaschinken und Parmesan sind warm, aber noch knackig, und harmonieren perfekt. Unsere Nummer eins. LW dünn und nicht zu knusprig ca. 30 Zentimeter reichlich frische, aromatische Zutaten Holzofen mit scharfem Messer und Gabel ✓köstliche Pizza an einem der schönsten Plätzchen Ludwigshafens € € 6.80 bis € 12.–

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// Il Rustico, Rheingönheimerstr. 98, Ludwigshafen, 0621 65820865, ilrustico-pizzorante.de

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Manche unserer Kollegen drehen völlig durch, wenn die Sprache auf Pizza kommt. „Die zwei Hasen! Die zwei Hasen!“ Hier gäbe es die beste, die knusprigste, die größte Pizza überhaupt. Tatsächlich ist die Pizza bei den „Zwei Hasen“ nahezu perfekt. Der wagenradgroße Teigfladen aus 200 Gramm Hefeteig wird mit frischen Zutaten belegt und in der Höllenhitze eines Steinofens gebacken und passt auf keinen Teller. Sehr zu empfehlen ist die Pizza Bianca Stagionata con Rucola mit Mozzarella, Parmaschinken und Tomaten sowie Rucola (€ 7.90). Die Pizza kommt ohne Tomatensoße und ist nicht vorgeschnitten. Deshalb und weil sie über den Teller ragt, ist man auf scharfes Werkzeug angewiesen. Auch köstlich: Pizza Dolce mit Apfel, Zimtzucker und Marsala (€ 7.90). TG dünn und kross ca. 30 Zentimeter Qualität des Belages: reichlich frische, aromatische Zutaten Steinofen Messer und Gabel ✓köstliche Pizza in einer gemütlichen, familiären Atmosphäre € € 6.20 – € 7.90 // Zwei Hasen, Bellenstr. 36, Mannheim (Lindenhof), 0621 822602, zwei-hasen.com

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OSTERIA LIMONI

DA RAFFAELE

Pizza Melanzane

Pizza Rucola

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Wir lieben die knusprigen, superleckeren Pizzen in der Osteria Limoni, denn sie kommen mit hauchdünnem Boden, wunderbar belegt, direkt aus dem 380 Grad heißen Steinofen, wo sie direkt auf der Steinplatte gebacken werden. Das InhaberEhepaar Paba und der Pizzabäcker Salvatore Panarisi legen viel Wert auf Handarbeit. „Das A und O der perfekten Pizza“, so Panarisi „ist der dünne, knusprige Boden. Der Teig braucht unbedingt eine Ruhephase, um optimal aufzugehen. Anschließend wird jedes Teigbällchen mit einem Gewicht von 180 bis 200 Gramm von Hand geformt.“ Unser Favorit in der Osteria ist Melanzane mit Mozzarella, frischen Tomaten, Auberginen und Grana-Stückchen für € 9.80. Insgesamt stehen elf verschiedene Pizzen zur Auswahl. Und alle schmecken wunderbar. LW dünn, kross, perfecto! ca. 28 Zentimeter gut abgestimmte, frische, aromatische Zutaten Steinofen Messer und Gabel ✓köstliche Pizza in einer eleganten Atmosphäre € € 6.80 – € 11.–

Wie in wirklich guten italienischen Pizzerien üblich, stehen außer einer klassischen Margerita nur ganz wenige Varianten auf der Karte – wenn schon, dann mit frischen Meeresfrüchten. Im einfach, aber angenehm, eingerichteten Ristorante von Raffaele d‘Ángella gibt es etwas mehr Auswahl, zum Beispiel auch die köstliche, reich belegte Pizza Rucola. Knusprig, nicht überladen und gekrönt mit fein gehobeltem Parmesan: einfach gut! Wer auf Klassiker steht ist hier ebenfalls genau richtig. Bei der Margerita kommt der dünne, seit dem frühen Morgen gereifte und im Steinofen ausgebackene Teig am besten zur Geltung, auf das Wunderbaste belegt mit einer umwerfend intensiven Tomatensauce, feinem Mozarellakäse und ein paar Basiliumblättern. Mehr braucht eine gute Pizza nicht. Basta. RED superdünner Teig, betont knusprig ca. 28 Zentimeter einfache, aber frische Zutaten Steinofen Messer und Gabel ✓ Pizza im authentischen Apulien-Style € € 5.90 – € 8.90

// Osteria Limoni, Schimperstr. 16, Mannheim, 0621 34503, Di bis So 12 – 14 & 18 – 22.30 Uhr, osteria-limoni.de

// Da Raffaele, Am Meßplatz 8, 68169 Mannheim, 0621 3393530, Do bis Di 11.30 – 14.30 & 18 – 24 Uhr

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MEIER // 10-12_23


MAGAZIN // SAFARI

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SAFARI

OKTOBER 2012 MIT MEIER-FÜHRUNGEN DAS DELTA ENTDECKEN!

Wer an Heidelberg, Mannheim oder Ludwigshafen denkt, hat sofort das Schloss, den Wasserturm und die Parkinsel vor Augen. Doch abseits der üblichen Sightseeing-Wege gibt es im Delta noch viel mehr zu entdecken. Mit MEIER kann man jetzt jeden Monat auf Safari gehen: zu ungewöhnlichen, skurrilen, verborgenen und schönen Orten im Rhein-Neckar-Delta.

Foto: Martin Liebschner

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LINIEN IN DEN QUADRATEN Mit dem Künstler Pablo Fontagnier zu Mannheims Graffiti- und Street-Art-Szene An Brückenpfeilern, in Unterführungen, auf Häuserwänden oder Eisenbahnwaggons: Graffiti und Street Art sind überall und das schon seit Jahrzehnten. Einst illegal, gilt die Kunst der Straße inzwischen als salonfähig. 2008 wurde das erste Banksy-Werk in New York für über eine Million Dollar versteigert. Von solchen Summen können Mannheims Stadtkünstler nur träumen, doch im Augenblick startet die Szene nach ein paar ruhigeren Jahren wieder durch. Dazu passt der neue große Graffiti-Park hinter dem Mannheimer Schloss, den die Stadt Mitte August freigegeben hat. Ein idealer Einstieg für die Safari „Linien in den Quadraten“, denn dort, so Tour-Leiter Pablo Fontagnier, „ste-

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MEIER SAFARI

Der gebürtige Mannheimer Pablo Fontagnier ist ein Kind der späten 80er Jahre. Aufgewachsen mit Konsolenspielen, Comicheften und Cartoons, hat der heute 31-Jährige schon früh eine Passion fürs Zeichnen entwickelt. Mitte der 90er Jahre fand er seine künstlerische Heimat im Graffiti. Seine Exponate gastierten schon in aller Welt: bei Ausstellungen in Shanghai, Pamplona oder Berlin. Inzwischen arbeitet Pablo Fontagnier auch als freier Grafiker und Illustrator.

So kann man mitmachen Die Teilnehmerzahl ist bei den Touren begrenzt. Daher sind Tickets ausschließlich im VVK unter meieronline.de/safari und an allen reservix VVK-Stellen erhältlich.

27.10.2012, 12 bis 15 Uhr Treffpunkt Schloss Mannheim, Mensa Wiese, Tickets 11 Euro zzgl. Gebühren

Tickets u.a. auch bei:

Foto: Dietrich Bechtel

hen jetzt legale und illegale Graffiti nebeneinander.“ Fontagnier aka Hombre, selbst Graffiti-Künstler, Grafiker und Illustrator, wird erst mal einen historischen Rückblick geben und erklären, warum die verbotene Kunst in den 60er Jahren wie eine Welle aus Philadelphia nach Europa schwappte. Danach geht es weiter in den Jungbusch, vorbei an Tags und Styles zur Galerie Stoffwechsel, der ersten Adresse für Street Art in Mannheim. Mit Galeristin Petra Stamm kann kontrovers diskutiert werden über das Spannungsfeld von etablierter Street Art auf der Leinwand und illegalen Graffiti auf Beton.

Mannheim Mannheimer Morgen Morgenforum P 3.4–5 come back S1.17 Adler City Store Friedrichsplatz 6 Alte Feuerwache Café, Brückenstr. 2

Heidelberg Crazy Diamond Poststr. 42 Zigarren-Grimm Sofienstr. 11 Rhein-Neckar-Zeitung Neugasse 4–6 vinyl only Grabengasse 8

HOPFEN-PHILOSOPHIE

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Ludwigshafen RHP Geschäftsstelle Amtstr. 5–11 Tourist-Information Ludwigshafen Berliner Platz 1 Die MEIER Safari geht im November weiter.

Mit René Kaufmann zur Bierwanderung über den Philosophenweg Eigentlich ist René Kaufmann nur zum Bierbraukurs mitgegangen, weil sein Schwager keine adäquate Begleitung fand. Das war vor vier Jahren. Seither lässt den 34-Jährigen die Faszination Bier nicht mehr los. Seine leidenschaftliche Beziehung zur Hopfenkaltschale geht sogar so weit, dass er jetzt unter dem Label „Hopfenkind“ eine eigene Bierwelt aufmacht: Er verkostet Biere aus Kleinstbrauereien, gibt Braukurse, denn „Brauen kann jeder“, vermarktet Bieraccessoires und organisiert eben Bierwanderungen über den Philosophenweg. Zwei bis drei Stunden wird der getränkliche Lustwandel unterhalb des Heiligenbergs dauern. Mehrere Stationen warten auf die Bierwandernden. Hier wird Bier getestet und über Bier sinniert. „Wir werden sieben bis acht ‚Craft-Biere‘ verköstigen“, verrät Kaufmann, „das sind Biere, die aus kleinen unabhängigen Brauereien stammen.“ Um den Ge-

nuss zu garantieren wird man sich auf der Bierwanderung „hochtrinken“: „Wir fangen mit einer niedrigprozentigen Berliner Weiße an, die erinnert mit ihren zweieinhalb Prozent im Geschmack ein wenig an Champagner“, erläutert das Hopfenkind. Sein hochprozentiges Ende findet der selige Bierphilosophenwandel über Heidelberg mit einem Bockbier.

Der gebürtige Bruchsaler René Kaufmann lebt seit 2007 in Heidelberg. Seit Abschluss seines Studiums arbeitet der 34-Jährige in einer Social-Media-Beratung. In seiner Freizeit spielt das „Hopfenkind“ in der Band „Joseph Boys“ und verfeinert seine Bierbraukünste. 20.10.2012, 15 bis 18 Uhr Treffpunkt Hotel Hirschgasse, Heidelberg Tickets 16 Euro zzgl Gebühren

Tickets unter meier-online.de/safari MEIER // 10-12_31


MIT LÄUFER-GEN DURCH MANNHEIM Triathletin Dani Weber lädt zum Sightrunning

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Sightseeing: Die ganz Bequemen setzen sich dazu einfach schnell in den Bus. Für alle, die zu Fuß aktiv sein wollen, gibt es Sightrunning: Auf der MEIER Safari geht es mit Ironwoman Dani Weber durch Mannheim – mit Infos zu den schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt von Wasserturm bis Marktplatz, mit reichlich News zur Kulturund Kneipenszene und dem ein oder anderen Tipp, wo sich am besten Shoppen lässt. Und klar, als versierte Laufanalytik-Expertin verrät Dani Weber auch, wie man dank sauberer Lauftechnik mit noch mehr Genuss joggen kann. Sowohl für Delta-Newcomer als auch Mannemer mit dem Läufer-Gen.

Dani Weber entdeckte im Jahr 2000 den Triathlon – und absolvierte schon drei Jahre später den IRONMAN Hawaii. Seitdem widmet sie sich eigentlich nur noch drei Dingen: Sport, Menschen und Coaching. Ihre Tipps verrät die Ironlady in Seminaren, Personal Training und in der Fachpresse.

Foto: Dietrich Bechtel

7.10.2012, 10 bis ca. 12 Uhr Treffpunkt Wasserturm Mannheim Tickets: 10 Euro zzgl. Gebühren

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SPAZIERGANG ZUR KUNST AM BAU Mit Barbara Ritter die Kunst am Bau entdecken Riesige Kunstwerke stehen mitten in der Stadt, mehrere Stockwerke hoch, breit wie ein Haus – und dennoch werden sie oft nicht wahrgenommen. „Kunst am Bau“ ist häufig verstaubt und verstellt. Dabei sind es oft Meisterwerke des Mosaiks und der Keramik oder schwere Betonreliefs, die an den Häuserfronten oder in den Eingangshallen von Betrieben, Behören, Schulen oder der Uni zu bewundern sind. Wer sind die Künstlerinnen und Künstler? Die MEIER Safari führt u. a. zum gigantischen Wandbild von Ernst W. Kunz in der Handwerkskammer. Im Hof des Finanzamts muss man dann selbst zu Besen und Staubwedel greifen, bevor die Keramik-Wände von Tutti Veith in ihrer Schönheit erstrahlen. Zum Ausklang in der Coffee-Lounge in L 3.9 gibt’s ein Erzählcafe zu Tutti Veith. Und bis Jahresende ist im Markthaus Mannheim-Neckarau eine Ausstellung zum Thema zu sehen.

Reiseleiterin ist Barbara Ritter vom Rhein-Neckar-Industriekultur e.V. 25.10., 16 bis ca. 19 Uhr Treffpunkt: Treppenhaus der Handwerkskammer B 1.1-2 Tickets: 10 Euro zzgl. Gebühren

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Foto: Photodesign Uta Seelos, Schriesheim

MAGAZIN // SAFARI


KLASSIK DER WELTMETROPOLEN THE METROPOLITAN OPERA NEW YORK L’ELISIR D’AMORE ˜ 13.10.2012 l 19:00 Uhr l (ca. 180’) l 1 Pause

Gesungen in Italienisch, mit deutschen Untertiteln l Dirigent: Maurizio Benini l Produktion: Bartlett Sher l Besetzung: Anna Netrebko, Matthew Polenzani und Mariusz Kwiecien

MARIA STUARDA ˜ 19.01.2013 l 19:00 Uhr l (ca. 195’) l 1 Pause

Gesungen in Italienisch, mit deutschen Untertiteln l Dirigent: Maurizio Benini l Produktion: David McVicar l Besetzung: Joyce DiDonato, Elza van den Heever und Francesco Meli

Gaetano Donizetti

OTELLO ˜ 27.10.2012 l 19:00 Uhr l (ca. 210’) l 1 Pause Gesungen in Italienisch, mit deutschen Untertiteln l Dirigent: Semyon Bychkov l Produktion: Elijah Moshinsky l Besetzung: Renée Fleming, Johan Botha und Falk Struckmann

Gaetano Donizetti

RIGOLETTO ˜ 16.02.2013 l 19:00 Uhr l (ca. 210’) l 2 Pausen Gesungen in Italienisch, mit deutschen Untertiteln l Dirigent: Michele Mariotti l Produktion: Michael Mayer l Besetzung: Diana Damrau, Piotr Beczala und Željko Lucˇic

Giuseppe Verdi

UN BALLO IN MASCHERA ˜ 08.12.2012 l 19:00 Uhr

(ca. 235’) l 2 Pausen Gesungen in Italienisch, mit deutschen Untertiteln l Dirigent: Fabio Luisi Produktion: David Alden l Besetzung: Sondra Radvanovsky, Marcelo Álvarez, Dmitri Hvorostovsky und Stephanie Blythe

: 8011295

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Giuseppe Verdi

Giuseppe Verdi

PARSIFAL ˜ 02.03.2013 l 18:00 Uhr l (ca. 340’) l 2 Pausen Gesungen in Deutsch, mit deutschen Untertiteln l Dirigent: Daniele Gatti Produktion: François Girard l Besetzung: Katarina Dalayman, Jonas Kaufmann, Peter Mattei und René Pape Richard Wagner

GIULIO CESARE IN EGITTO 27.04.2013 l 18:00 Uhr

˜ SPICKERT FÜR CINEMAXX (ca. 270’) l 2 Pausen Gesungen inNUMMER Italienisch, mit deutschen Untertiteln l Dirigent: Fabio Luisi Gesungen in RECHTS! Italienisch, mit deutschen Untertiteln l Dirigent: Harry Bicket FOLGT! MUSS WEIT VORBNE UND Produktion: Sonja Frisell l Besetzung: Liudmyla Monastyrska, AIDA ˜ 15.12.2012 l 19:00 Uhr l (ca. 235’) l 2 Pausen FILMTHEATERBETRIEBE

Produktion: David McVicar l Besetzung: Natalie Dessay, Alice Coote und David Daniels

Olga Borodina und Roberto Alagna Giuseppe Verdi

www.cinemaxx-mannheim.de

Georg Friedrich Händel


SPEZIAL // EINRICHTEN & WOHNEN

SCHÖNER EINRICHTEN IM DELTA

LEBST DU NOCH, ODER WOHNST DU SCHON? Cooles Design kommt nicht nur aus Hamburg und Berlin. Auch in Mannheim, Heidelberg und im Odenwald gibt es eine Menge kreativer Köpfe, die exklusive Solitäre und originelle Gebrauchsmöbel produzieren.

LFM Einfach. Ehrlich. Und dennoch etwas Besonderes: der LFM. Baudielen aus Kiefernholz verleihen dem Tisch seine robuste Erscheinung. Schön gestaltete Verbindungen und feine Farbdetails sorgen für Eleganz und Leichtigkeit. Der schlichte und doch raffinierte Tisch eignet sich als Outdoor-Tafel für viele Freunde ebenso gut wie als allabendlicher Familien-Sammelplatz. Das Produkt aus Vollholz ist langlebig, universell einsetzbar und wird in eigener Werkstatt produziert. Auch als Kindertisch-Variante mit großen Holzschrauben, die an einen Baukasten erinnern.

// Erhältlich für € 170.— pro Laufmeter, € 380.— für den Kindertisch, weitere Infos unter ralf-bender.com Der Mannheimer Ralf Bender machte eine Ausbildung zum Schreiner, bevor er sich an der International School of Design in Köln zum Diplom-Designer qualifizierte. Im eigenen Studio in Heidelberg und in seiner Werkstatt auf dem Grenzhof entwirft er Möbel und Innendesign und setzt seine hohen Ansprüche an die Qualität selbst um.

38_10-12 // MEIER


29.10.-10.11.2012

Aktion

Wandregal

MULTY

Japanische Papierfalt-Technik inspirierte Uli Odenwald zu diesem Regal. Das modulare System aus der Serie „Serve and Fold“ vereint asiatische Klarheit mit Stabilität und Leichtigkeit. Unterschiedliche Regaltiefen und Höhenversätze geben ihm seine markante Form, Zweck und Verwendung bleiben spielerisch offen. Dem Designer gelingt es, eine Brücke zwischen konventionellem Möbel und Skulptur zu schlagen. Der Prototyp wurde aus einer Holzfaserplatte gefertigt, geplant ist die Herstellung aus pulverbeschichtetem Aluminium.

Schlafsofa € 1.570,–

Uli Odenwald entdeckte seine Liebe zum Material Holz während seiner Ausbildung bei einem Kunsttischler (Ebenisten). Seit fünf Jahren ist er als selbständiger Produkt- und Möbeldesigner in Mannheim tätig. Daneben entwirft er Interieur-Konzepte im privaten und gewerblichen Bereich (Ginsburg und Eye and Art in Heidelberg). Zur MEIER Langen Nacht der Museen stellte Odenwald eine Raumskulptur im DAO Studio aus.

Foto: BHP - the image agency

Foto: Uli Odenwald

// Preis auf Anfrage, uliodenwald.com

Cart Eine Neuinterpretation des klassischen Teewagens ist das „Cart“. Der mobile Korpus vereint Eleganz, Schlichtheit und Pragmatismus. Das Kästchen aus gebogenem Sperrholz bietet großzügigen Stauraum, die Abdeckung dient in geöffnetem Zustand als Ablage. Große Holz-Rollen am Rahmen aus weiß lackierten Stahlrohren machen das vielseitig verwendbare Objekt zu einem Hingucker und ausgefallenen Wohnaccessoire, das sich in verschiedenste heimische Umfelder einfügt.

// Voraussichtlicher Verkaufspreis € 1.200.—, erhältlich bei bao-nghi.com Bao-Nghi Droste studierte Industrie-Design in Darmstadt, arbeitete in Berlin und Zürich und eröffnete schließlich sein eigenes Studio in Heidelberg. 2008 bekam er den renommierten IF Produkt Design Award, seitdem arbeitet er als Innen-, Produkt- und Möbeldesigner und Berater für Architektur.

Design: Claude Brisson. 3-Sitzer mit Keilkissen, Stoff PAUSE, 8 Farben. Solange Vorrat reicht. Preis ohne Armlehne. www.ligne-roset.de

Mit neuer Adresse:

Am Wasserturm, Augustaanlage 3 68165 Mannheim Tel. (0621) 15 17 43 / Fax 10 34 43 mannheim@ligne-roset.de MEIER // 10-12_39


MUSIK // POP KONZERTE UND FESTIVALS IM DELTA

Foto: Jamie Leith

Die 5 Besten Die Porticos ohne „Hang“ – das ist ein Instrument!

DAS PORTICO QUARTET BEI ENJOY JAZZ

Mit Hang zum Hang Wie vier junge Briten mit Indie-Selbstverständnis den Jazz renovieren.

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Steel Drum und Gong verweben sich tupfenderweise ineinander. Der Mensch an beiden Geräten trägt keinen Bart. Er sieht aber so aus, als wären Voll- und Kinnbart eben erst frisch abrasiert. Schlagzeugtrommeln setzen ein. Sie klingen, als würde jemand aus alten Jazz-Aufnahmen einen Loop schneiden, einen Kreisel. Ein Sopransaxofon bläst einen Ton auf dieses unruhige, dabei doch einlullende Rhythmusgerüst. Die Frage taucht auf: Warum spielen eigentlich Sopransaxofonisten nicht öfter einmal einen einzigen Ton? Dann löst sich die Monotonie auf, die Figuren vom Melodieinstrument wandern bald vier, fünf Töne abwärts. Die Klangsphäre, die so entsteht, ist von einer extrem angenehmen, unaufdringlichen Vergeistigung. Das britische Portico Quartet spielt Jazz, so wie derzeit niemand Jazz spielt. Auf dem Acker, der sich zwischen zeitgemäßer Popmusik, Elektronik und Blue-Note-Fantasien erstreckt, lässt sich derzeit zwar das Brandt Brauer Frick Ensemble feiern, und das auch völlig zu Recht. Doch dessen Ansatz ist eher der von Klang-Architekten, die in sehr strukturierten, geometrischen Formen ihre Planung beginnen. Das Portico Quartet unterscheidet sich ganz grundsätzlich von dieser Idee. Milo Fitzpatrick spielt den Double Bass, Jack Wyllie das Saxofon in den Ausführungen Sopran und Tenor. Für die rhythmischen Schleifen sorgen Duncan Bellamy am Schlagzeug und Keir Vine an weiteren Percussions und am Hang. Letztgenanntes Instrument mögen zwar noch nicht einmal Musikkritiker kennen. Doch es gehört unbedingt zum Gründungsmythos der Band: Bellamy soll es auf einem Festival erstanden haben. Der Klang, angesiedelt im Zwischenreich Steel-Drum-Gong, beeindruckte die MusikerKumpels um Bellamy so sehr, dass sie ein Quartett zu Ehren des erst 2000 in der Schweiz erfundenen Instrumentes aus der Taufe hoben. So ist es das besagte Hang, das da vor sich hintupft in „Line“, einem der SignaturStücke des Londoner Quartetts. Lautmalereien und Ambient aus Kollektivimprovisationen gehören zu den weiteren Qualitäten des Quartetts: So könnte Jazz heute wirklich klingen. Christoph Braun

// 30.10. Karlstorbahnhof, Heidelberg, 21 Uhr, € 19.– bis 23.–

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ANTHONY STRONG

JENS THOMAS

Bachelor of Jazz-Piano.

Gegen den Strich.

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„Der hat‘s halt gelernt“, könnte man ganz kurz und knapp erklären und würde trotzdem exakt beschreiben, warum für Anthony Strong wohl die einzig wirklich plausible Berufswahl Musiker war. Der weniger geheime Geheimtipp der Londoner Szene kann es sich deshalb ausnahmsweise ernsthaft erlauben, Singer, Songwriter und auch noch „Bachelor of Jazz-Piano“ in seinen Lebenslauf zu schreiben. Daneben hätten außerdem wohlklingende Adressen wie die Royal Academy of Music und die noch wohlklingendere Guildhall School of Music Platz. Und um das Bild komplett abzumalen: Klar hat Mr. Strong natürlich noch die „When I was really young (...) I‘d spend the whole time ‘head down‘ at the piano“-Story am Start. Weil ihn zu Hause sowieso schon jeder für den „New Star of the British Jazz Scene“ hält, zeigt er sich in diesem Jahr außerhalb. Bei der Rundreise geht‘s neben Italien, Österreich, Schweiz, Frankreich und Skandinavien auch nach Deutschland. Beste Gelegenheit, dem Jazz-Musterschüler ganz persönlich ein Sternchen ins Karriere-Heft zu kleben. LIA

Der in Hannover geborene Pianist Jens Thomas war vor Jahren schon einmal ein aufgehender Stern am deutschen Jazz-Himmel. Um die Jahrtausendwende begeisterte er, der sich als klassisch ausgebildeter Pianist als Fan von The Police und BAP outete, mit vielfach ausgezeichneten Interpretationen der Musik von Ennio Morricone und Sting. Dann wurde es still um Thomas, der sich offenbar verstärkt als Theatermusiker betätigte und sich fürs Musiktherapeutische interessierte. Im vergangenen Jahr zelebrierte er an der Seite des Schauspielers Matthias Brandt einen Abend mit Robert Blochs „Psycho“ und veröffentlichte Anfang diesen Jahres ein Album mit spartanisch-skelettierten Versionen von AC/DC-Songs. Ein wenig ähnelt der Ansatz von Thomas demjenigen von Kristof Schreuf, der ja auch immer das Alter der Rock-Hymnen mitdenkt, wenn er „My Generation“ interpretiert. Bei Jens Thomas kommt aber noch der Sinn fürs Theatralische hinzu: Ein magischer, schrecklicher Abend könnte dies werden – zumindest für echte AC/DC-Fans. JOS

// 25.10. Alte Feuerwache, Mannheim, 20 Uhr, € 22.– bis 26.–

// 10.10. Reiss-EngelhornMuseen, Mannheim, 20 Uhr, € 19.– bis 23.–


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Foto: Universal_Music

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KRAFTKLUB Notizen aus der Provinz.

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Aufsteiger des Jahres neben Cro sind Kraftklub aus Karl-Marx-Stadt, wie sie Chemnitz unverdrossen nennen. Ă&#x153;ber 200 Live-Gigs pro Jahr haben die Fan-Base massiv wachsen lassen, so dass das lang erwartete DebĂźtalbum souverän von 0 auf 1 ging. â&#x20AC;&#x17E;Ich will nicht nach Berlinâ&#x20AC;&#x153; oder â&#x20AC;&#x17E;Dies ist kein Liebesliedâ&#x20AC;&#x153; zeigen die Stärke der Band. Witzig-ironische Texte treffen auf Retro-Rock Ă la Hives mit oft unerwarteten Hip-Hop-Beats und PunkgitarrengedĂśse. â&#x20AC;&#x17E;Wir kommen aus der Provinz, aber Provinz ist Ăźberallâ&#x20AC;&#x153; â&#x20AC;&#x201C; das haben die fĂźnf Jungs instinktsicher gemerkt und wollen definitiv auch keine â&#x20AC;&#x17E;Ostalgieâ&#x20AC;&#x153;- oder Retro-DDRBand sein. Sind sie ja auch nicht. Sie gehĂśren zur deutschen Musikszene des neuen Jahrtausends, die unbekĂźmmert oft respektlos Popgeschichte zitiert und mit neuen, witzigen Texten versieht. Und erfreulich ist, dass der Erfolg stetig und nachhaltig erarbeitet wurde â&#x20AC;&#x201C; ohne Castingshow-Quatsch. Live sind Kraftklub vergleichbar hinreiĂ&#x;end wie die Ă&#x201E;rzte oder die Toten Hosen in ihren Anfangsjahren. MĂśge ihnen deren weiteres Schicksal immerhin erspart bleiben! UTZ

// 27.10. Maimarktclub, Mannheim, 20 Uhr, â&#x201A;Ź 27.65

SCHNEEWEISS & ROSENROT Märchenhaft.

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In der Geschichte der Grimms gilt â&#x20AC;&#x17E;SchneeweiĂ&#x;chen und Rosenrotâ&#x20AC;&#x153; als Schwesternmärchen. Und auch in der Band, die sich den Titel zu Eigen gemacht hat, stehen sich zwei verwandte Seiten gegenĂźber: Jazz und Pop flirten bei der Berliner Combo nicht nur gefährlich oft miteinander, sondern sind in dem einen oder anderen Song schon bei der Vorhangfarben-Diskussion fĂźr die gemeinsame Wohnung. Sängerin Lucia Cadotsch und Tastenfrau Johanna Borchert entdeckten ihre gemeinsame Wellenlänge in der Hauptstadt. Man studierte an Adressen wie dem Kopenhagener Rytmisk Musik Konservatorium, um sich in die hohe Kunst der musikalischen Arbeitsgerätebeherrschung einfĂźhren zu lassen und so im FrĂźhjahr den Neuen Deutschen Jazzpreis Mannheim abzuräumen. Mittlerweile steht die neue Scheibe â&#x20AC;&#x17E;Poolâ&#x20AC;&#x153; in den StartlĂśchern: â&#x20AC;&#x17E;Anders als bei den letzten beiden Alben, haben einige Songs erst im Studio ihre definitive Form bekommen.â&#x20AC;&#x153; Wie das live klingt? Auf jeden Fall anti-typisch. LIA

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// 17.10. Karlstorbahnhof, Heidelberg, 21 Uhr â&#x201A;Ź 16.â&#x20AC;&#x201C; bis 19.â&#x20AC;&#x201C;

MEIER // 10-12_55


MUSIK // CLUBLAND MOONBOOTICA

GRÖSSENWAHN MIT AUGENZWINKERN

Lümmeln ist eigentlich gar nicht ihre Welt, eher die Weltherrschaft.

Seit 1999 wirbeln Moonbootica die deutsche Club-Szene durcheinander. Jetzt machen sie mit ihrem neuen Album im Delta Station. Mit Bescheidenheit kommt man nicht weit. Und im Hip Hop schon gar nicht. Das wissen gerade die alten Hip-Hop-Heroen KoweSix und Tobitob. Die sind als Moonbootica seit mehr als einem Jahrzehnt auch aus der deutschen House- und Elektro-Szene nicht mehr wegzudenken und machten auch da bisher immer einen auf dicke Hose. Das hat sich beim neuen und dritten Album „Our Disco Is Louder Than Yours“ glücklicherweise nicht geändert. Neben dem augenzwinkernden „Unsere Boxen sind lauter“ im Albumtitel macht auch die erste SingleAuskopplung „I‘m On Vacation“ mit Redman jede Hoffnung auf Demut ganz schnell zunichte. Im Gegenteil, die Clubs und Festivals sind erobert, jetzt wird es Zeit, auch dem Pop-Business klar zu machen, wo der Hammer hängt. Und Pop, das ist bei Moonbootica trendgerecht Hip-House, den LFMO, David Guetta und andere aus der musikalischen Mottenkiste hervorgekramt und zum globalen Millionenseller gemacht haben; ohne dessen Stilelemente funktionieren heute weder die Atzen noch Lady Gaga oder Rihanna. Bedauerlicherweise. Das kann man aber den beiden Hamburgern nicht vorwerfen, zeigt es doch lediglich, wie sehr die auch von ihnen mitgeprägte Sound-Ästhetik der letzten zehn Jahre auch bei kommerziellen Produzenten ihre Spuren hinterlassen hat. Zum Glück bietet „Our Disco Is Louder Than

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Yours“ zusätzlich aber noch jede Menge Funk, Daft Punk und haufenweise Hymnen im klassischen Moonbootica-Stil.

Fetter Sound, sicherer Stil Bei aller Pop-Affinität kommt Moonbootica ohne die verzweifelte Suche nach der kommerziellen Erfolgsformel aus, die nach ihrer Entdeckung gnadenlos zu Tode geritten werden kann. Im Gegenteil, zeigen doch gerade die French-House-Anleihen, dass sich KoweSix und Tobitob bewundernswert treu geblieben sind. Lediglich der Sound ist fetter als je zuvor, so dass sich aktuelle Hitparaden-Stürmer auf einen Skills-Vergleich besser gar nicht erst einlassen sollten. Denn: Moonbootica sind die Lautesten. Das ist zwar eigentlich noch kein Qualitätsmerkmal an sich. Zumindest nicht im Radio. Aber im Club. Also genau da, wo Moonbootica auch 2012 noch am meisten Spaß machen. Auch ohne Redman. Aber der weiß ja bestimmt nicht mal, wie man „Disco“ schreibt. Johannes Thiedig

// 27.10. Halle 02, Heidelberg, 23 Uhr


Jetzt online! ZUM TANZEN IM OKTOBER

Club-Highlights MEIER präsentiert: La Nuit Bohème Zur aktuellen Ausstellung „Die Geburtsstunde der Fotografie“ laden die Swingmeister Costa le Gitan und Patrrice zur Zeitreise in die Swinging Twenties. Neben dem Orchester „Electric Swing Circus“ aus London zeigt Xarah von den Vielenregen (Foto) eine Live-Burlesque-Show. Vergnügen kann man sich wieder im Spielcasino, an der Absinth-Bar und bei nächtlichen Führungen durch die Ausstellung. // 13.10. Zeughaus, Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim, 22 Uhr

George Fitzgerald Der Londoner gilt als Aufsteiger des Jahres, der mit „Child“ einen riesen Clubhit gelandet hat und sich im Lauf der letzten Jahre kontinuierlich einen Namen gemacht hat. Kein Wunder, der DJ und Produzent mixt House und Garage mit Dubstep- und Techno-Elementen. // 2.10. Disco Zwei, Mannheim, 23 Uhr

Bermuda Shorts Festival / Madsen / Café Vogelfrei / Regisseur Interview „Was bleibt“ / RaumZeitLabor e.V. / Mut zur Wut Web-TV mit Interviews & Reportagen aus dem Delta. Auch im iTunes Store als Podcast zu abonnieren. Nach „MEIER Podcast“ suchen!

Brodinski Festivals und weltweite Gigs sind mittlerweile zu seinem zweiten Zuhause geworden. Der Frazose hat seit 2007 mit seinem Techno-Mix mit Einflüssen aus Hip Hop und Elektro einen Hype ausgelöst, der die Leute die Türen stürmen lässt. Ein Sound, der nur fürs Feiern gemacht ist. // 2.10. Loft, Ludwigshafen, 23 Uhr

15 Jahre Strictly Urban Sound Jeden Donnerstag ist seit 15 Jahren die Heidelberger Nachtschicht die Adresse für Hip Hop R‘n‘B, Funk und Urban Club Sounds. Dafür sorgt genauso lange Boulevard Bou, der sich zu den Feierlichkeiten Radio-DJ Camilo (Foto) eingeladen hat. Auf Hot 97FM hört ihm fast ganz New York zu. // 4.10. Nachtschicht, Heidelberg, 22 Uhr

Turntablerocker Zehn Jahre lang hat man von ihnen nichts Neues mehr gehört, dann erschien Ende März ihr neues Album „einszwei“. Michi Beck und Thomilla haben vor 13 Jahren zusammen als Turntablerocker begonnen, wechselten vom Hip Hop zu House und sind mit „einszwei“ auf einer musikalisch-nostalgischen Tour von den 70ern bis zu den 90ern. // 19.10. Halle02, Heidelberg, 22 Uhr

DER MEIER PODCAST Mittendrin – nicht nur dabei meier-online.de/podcast

WIR HATTEN SIE ALLE! The Baseballs / Modeselektor / Herkut / Guano Apes / Rach der Restauranttester / Cedric Pintarelli / Bülent Ceylan / Apparat / Joy Denalane / Deine Jugend / Cantwo / Beardyman / Markus Kavka / Blumentopf / Rocko Schamoni / T.Raumschmiere / Patrice / Gentleman / Die Fantastischen Vier / Dub FX / William Fitzsimmons / Max Herre / Zoot Woman / Wallis Bird / Roy Ayers / Wladimir Kaminer / DJ Vadim / Leeroy Thornhill / K.I.Z. / Hombre / Afrob / Irie Révoltés / Bullmeister / Mediengruppe Telekommander / Samy Deluxe / Curse / Deichkind / Clueso / Thomas Siffling / Donavon Frankenreiter / Bakkushan / Get Well Soon / Götz Widmann / MEIER // 10-12_65


MEIER // ABO

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BÜHNE // THEATER Noch mitten im Bauschutt: Intendant Holger Schultze vor dem neuen Theaterbau.

HEIDELBERGS INTENDANT HOLGER SCHULTZE

SCHIFF AHOI

Heidelbergs neues Theater wird demnächst eingeweiht. Ein Gespräch mit Intendant Holger Schultze über eine neue Saison, die nicht nur künstlerisch für Überraschungen sorgen kann.

MEIER Was ist das für ein Gefühl, in eine neue Saison zu starten und gleichzeitig ein neues Theater zu beziehen? HOLGER SCHULTZE Es ist, als verlasse man mit einem neuen Schiff den Hafen, das noch viel zu viel Ballast an Bord hat und auf Klippen stoßen wird. Da muss man so gut steuern, dass man durchkommt. Die zentrale Frage im Augenblick: Wann können die Werkstätten mit der Arbeit anfangen? Dann kommt im November die große Eröffnungsphase für das Publikum und am 24. des Monats mit der Tschaikowsky-Ausgrabung „Mazeppa” die Eröffnung des neuen Saals. MEIER Welche Unwägbarkeiten gibt es noch? SCHULTZE Die Stunde der Wahrheit schlägt ja schon bei den Endproben der Oper. Da wird

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sich zeigen, ob die Technik wie die neuen Punktzüge und Hubpodien so funktionieren, wie sie sollten. MEIER Im Stuttgarter Staatsschauspiel funktionierte nach der Sanierung genau das nicht. Es war der Super-Gau. Könnte so was auch in Heidelberg passieren? SCHULTZE Wir gehen davon aus, ein funktionstüchtiges Theater in Betrieb zu nehmen. Ganz sicher kann man aber nie sein, schließlich muss in so einem Gebilde alles fein ziseliert ineinander greifen. Und dann hat Heidelberg sich ja auch ein neues Haus gebaut, das wesentlich größer ist als das frühere Theater. Alleine die Bühne des neuen Saals ist viermal so groß wie die Bühne des alten Saals, wir haben aber nicht mehr Personal.

MEIER Ist das den Heidelbergern bewusst? SCHULTZE Ich hoffe. Was da jetzt mitten in der Altstadt steht, hat die Ausmaße eines kleinen Staatstheaters. Ich finde das toll und der Stadt angemessen. MEIER Zur Kunst. Auf den ersten originär Heidelberger Tanzabend Nanine Linnings wird man bis Januar warten müssen. Dann gibt es im Neuen Saal „Zero”. Ist dieses Warten auf die neue Tanzchefin nicht misslich? SCHULTZE Nein, es geht ja gar nicht anders. Nanine Linnings Company ist ab Oktober hier in Heidelberg und für die Erarbeitung eines Tanztheaterabends benötigt man mindestens zehn Wochen. Der Termin im Januar ist also der frühestmögliche. MEIER Im Schauspiel wird es schon vor der


BÜHNE // SHOW & COMEDY

INTERVIEW MIT CHIN MEYER

MONEY, MONEY, MONEY

Mit Geld kennt er sich aus. Er kann die Finanzkrise mit Fuselanleihen, Suffsammelobligationen und Deliriumgarantiezertifikaten erklären. Und er weiß, wie man ganz sicher Millionär wird. Jetzt kommt der 53-Jährige zum Kabarettherbst „Denke.schön“ ins Heidelberger Kulturfenster. MEIER Nach Heidelberg bringen Sie Ihr Programm „Der Jubel rollt!“ mit. Es geht um das Thema Geld – kann man das so sagen? CHIN MEYER Ja, es geht um Geld, um Steuern und um einen Steuerfahnder, der die großen Schweinereien verhindern will. Es heißt ja immer, dass die Großen davonkommen mit ihren Steuerschweinereien und der kleine Mann erwischt wird. MEIER Kommen die Großen tatsächlich immer davon? MEYER Sagen wir mal so: Ein im DAX notierter Konzern hat ganz andere Möglichkeiten in der „steuerlichen Gestaltung“ – ein schöner Begriff, wie ich finde. Steuerliche Gestaltung heißt im Grunde nichts anderes als: über irgendwelche Tricksereien in Grauzonen gerade mal so am Rande der Legalität tätig zu sein. Dafür braucht ein Konzern natürlich viele Fachleute. Ein einfacher Angestellter hat diese Möglichkeiten nicht. MEIER Können Sie den Heidelbergern auch erklären, wie man Millionär wird? Was macht man da am besten? MEYER Wer Millionär werden will, hat mehrere Möglichkeiten. Die erste ist: Man geht arbeiten. Das funktioniert tatsächlich – wenn

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man jeden Monat 100 Euro zurücklegt, ist man in 500 Jahren Millionär. Aber es gibt natürlich Menschen, die sagen: Och, 500 Jahre sind im Großen und Ganzen kein Problem, aber ich weiß nicht, wo ich jeden Monat die 100 Euro herkriegen soll. MEIER Und die zweite Möglichkeit? MEYER Die zweite Möglichkeit ist die, die von den meisten Millionären gewählt wird: die Geburt. Die meisten Millionäre werden bereits als Millionäre geboren und erben das Geld dann nur noch. Wenn man es also nicht schafft, in einer Reichenklinik ein Baby auszutauschen, sich selbst in die Krippe zu legen und überzeugend darzustellen, dass man unter besonders schnellem Wachstum leidet, dann muss man warten – bis das reiche Baby groß genug ist, um es zu heiraten. Das ist der dritte Weg zu schnellem Geld. MEIER Kann eigentlich Finanzminister Schäuble etwas von Ihnen lernen? Welchen Tipp würden Sie ihm geben? MEYER Er sollte mehr Steuerfahnder einstellen. Denn: Jeder Steuerfahnder bringt dem Staat jährlich durchschnittlich Zusatzeinnahmen von etwa einer Million Euro. Dazu habe ich mal eine schöne Rechnung aufgestellt:

Er weiß zwar, wie man Millionär wird, aber bisher hat er nur schlappe 4.500 Euro zusammen: Chin Meyer

Wenn ich zwei Millionen neue Steuerfahnder einstelle und jeder eine Million Euro reinbringt, dann haben wir die Staatsverschuldung in Höhe von zwei Billionen innerhalb eines Jahres getilgt, die Arbeitslosenzahl halbiert und die komplette Wählerschaft der FDP in den Knast gebracht. MEIER Sie werden ja oft als Finanzkabarettist bezeichnet. Aber sitzen die wahren Finanzkabarettisten nicht z.B. in Griechenland? Oder in Berlin – wenn wir an Klaus Wowereit und den Flughafen denken? Und in Mainz – siehe Kurt Beck und Nürburgring? MEYER Das ist natürlich vollkommen richtig. Ich bekomme aus der Politik durchaus Konkurrenz. Diese Leute, die Sie genannt haben, treten ja ebenfalls öffentlich auf und sagen dann lustige Sachen. Aber das Gute daran ist: In gewisser Hinsicht arbeiten sie mir auch zu. Und dafür bin ich sehr dankbar. Interview: Dimitri Taube

// 27.10. Kulturfenster, Heidelberg, 20 Uhr Mehr „Denke.schön“ im Oktober: 12.10. Anny Hartmann, 13.10. Philipp Weber, 19.10. Max Uthoff, 20.10. Arnulf Rating, 31.10. Sigi Zimmerschied


LITERATUR // INTERVIEW Wolfgang Schorlau schaut hinter die Kulissen.

DENGLER ERMITTELT

EIN FALL AUS DER PHARMAINDUSTRIE

LESUNGEN IM OKTOBER Autoren im Delta 5.10. Harry Rowohlt, Das Haus, Ludwigshafen, 20 Uhr 10.10. Max Goldt, Alte Feuerwache, Mannheim, 20 Uhr 14.10. Anthony McCarten, Ganz normale Helden, DAI, Heidelberg, 17 Uhr 15.10. Alan Duff, Warriors, DAI, Heidelberg, 20 Uhr 16.10. David Foenkinos, Schmitt & Hahn, Heidelberg, 19.30 Uhr 24.10. Word Up! Poetry Slam, Alte Feuerwache, Mannheim, 20 Uhr 29.10. John Jeremiah Sullivan DAI, Heidelberg, 20.15 Uhr 30.10. Peter Stamm, Alte Sparkasse, Heppenheim, 20 Uhr // Mehr Lesungen: Timer ab Seite 105

96_10-12 // MEIER

Der Stuttgarter Autor Wolfgang Schorlau schreibt politische Krimis um den Privatermittler Georg Dengler. Ihr Markenzeichen ist die atemberaubende Nähe zur Realität. 2006 wurde der in Stuttgart lebende Autor mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Der 61-Jährige liest im Heidelberger Institut für klinische Psychologie aus seinen Werken. MEIER In Ihrem neuesten Buch „Die letzte Flucht“ schreiben Sie über die kriminellen Machenschaften der Pharmaindustrie, einer Branche, die wie auch die Banken und Versorgungsunternehmen in letzter Zeit immer wieder in die Zange genommen wird. Folgen Sie da nicht einer Modeerscheinung? WOLFGANG SCHORLAU Das sehe ich anders. Es gibt zwar eine ganze Menge Sachbücher zu diesem Thema und auch journalistische Arbeiten. Auf fiktionalem Gebiet bin ich jedoch ziemlich allein auf weiter Flur. Es gibt kaum Schriftstellerkollegen, die sich in ihren Romanen kritisch, ich meine richtig kritisch, mit unseren Institutionen auseinandersetzen. Sie finden zum Beispiel in Deutschland keinen Roman, der einen Verfassungsschutzbeamten zum Protagonisten hat, in Amerika ist der CIA-Beamte hingegen fast schon ein Klischee. Sobald es um öffentliche Institutionen geht, halten sich die Deutschen zurück. Ich vermute, das liegt an der verdammten Obrigkeits-

hörigkeit der Deutschen und an dem unausrottbaren Glauben, dass alles, was von oben kommt, schon in Ordnung ist. MEIER Was werfen Sie der Pharmaindustrie vor? SCHORLAU Diese Unternehmen betreiben ein korruptes Marketing, das unter ethischen Gesichtspunkten nicht zu akzeptieren ist. Um Gewinnmargen zu erhöhen, treiben sie ihr unlauteres Geschäft mit den Ärzten, versprechen ihnen Sonderzahlungen oder Sachgüter, wenn sie bestimmte Medikamente verschreiben. An die Patienten denkt dabei niemand mehr. Davon einmal abgesehen, dass sich die derzeitigen Gewinnmargen auf Dauer nicht halten lassen, muss sich unser Gesundheitswesen von Grund auf ändern. Der irrsinnig große Rachen der Pharmaindustrie darf nicht mehr mit dem Geld gestopft werden, das wir in die Krankenkassen einzahlen. Wir brauchen eine Gesundheitsversorgung, die das Wohl des Patienten im Blick behält. Ich hoffe deshalb, dass die Wähler entsprechend wählen und die


LITERATUR AUS NEUSEELAND, DEM GASTLAND DER FRANKFURTER BUCHMESSE

Bücher von der grünen Insel Inselstaat im südlichen Pazifik beschreibt.

Ein Journalist aus den USA reist ans Ende der Welt, nach Neuseeland, ins Küstenstädtchen Hicksville. Er plant eine Story über einen Comiczeichner aus eben jenem Ort, in dem, wie er bald entdeckt, alle verrückt nach Comics sind. „Hicksville“ (Reprodukt) von Dylan Horrocks ist eine verschachtelte Graphic Novel über die Liebe zu den Bildgeschichten, Schreibblockaden und Heimat. Durch die Zeichnungen spürt man fast den Wind der fiktiven Kleinstadt auf der Haut.

Klippen, Höhlenverstecke, das Rauschen und Seufzen des Meeres. Es ist ein einsames Stückchen Erde, an dem Harry Baird aufwächst. Die verlassene Fleischfabrik bestimmt noch immer den Alltag in Calliope

Bay. Während eines endlos erscheinenden Sommers tragen sich dort geheimnisvolle, dramatische und traurige Dinge zu. „Syndey Bridge Upside Down“ (Hoffmann und Campe) von David Ballantyne (1924 – 1986) ist eine klassische Coming-of-Age-Geschichte, die besser als jeder Reiseführer das Lebensgefühl in diesem

Um sich selbst kreisende Menschen auf einer Party oder auf ihre Körperfunktionen reduzierte Gäste in einem Kurort – in ihren Situationsgeschichten nimmt Katherine Mansfield dekadente Wohlstandsgesellschaften unter die Lupe und seziert sie mit ironischem Unterton. Mit ihren fein gewebten Short Storys hat sich die in Neuseeland geborene Schriftstellerin einen Platz in der Weltliteratur erobert. Der zur Buchmesse neu im Insel-Verlag herausgegebene Band „Glück“ versammelt berühmte Erzählungen der 1924 mit nur 34 Jahren verstorbenen Autorin. Während der Hochzeitsvorbereitungen für ihren Sohn bekommt Helen die Diagnose Brustkrebs. Zeitgleich beschließt ihre Tochter, zum Meditieren in ein Kloster nach Sri Lanka zu gehen. Auf dem Höhepunkt ihrer

Krise nimmt Helen den Siamkater Jonah auf, der das Familienleben mit seiner frechen Art auf den Kopf stellt. Auch Helen Browns zweiter autobiografischer Roman „Kater mit Karma“ (Deuticke Verlag) ist locker und unterhaltsam geschrieben, so dass dem Leser die Familie mit all ihren Problemen ans Herz wächst. Eine Familie droht zu zerbrechen. Der jüngste Sohn ist tot, Anthony Krebs, der ältere McCarten Ganz flüchtet sich in ein normale Helden Online-Rollenspiel und ist kaum noch greifbar. Die Mutter trauert, der Vater ist hilflos. Anthony McCarten gibt in „Ganz normale Helden“ (Diogenes Verlag) tiefe Einblicke in die Gefühlswelt seiner Figuren, ohne sentimental zu werden. Alle drei leben in ihrem eigenen Universum. Als der Sohn verschwindet, spürt ihn sein Vater online auf und entdeckt ihn und sich selbst neu. Ein aktuelles Buch über Familie und wie wenig wir manchmal voneinander wissen. Packend, auch für alle, die den Vorgänger „Superhero“ nicht gelesen haben. Roman · Diogenes

SXM/ AM/ ARI

MEIER // 10-12_99


MEIER-VERLOSUNG ZU GEWINNEN:

68 Tickets für 10 Events Foto: Rosa Frank

Klaus-Jürgen Deuser

Deuser ist sauer, dass es ihm gut geht. Denn das kann ja schließlich nicht normal sein in diesen krisengeplagten Zeiten. Mit blitzschnellen Verbalattacken, ausgespielten Horrorszenarien und Witzen im Sekundentakt macht der Kabarettist seinem Ärger Luft. // 6.10. Schatzkistl, Mannheim, 20 Uhr, 3 x 2 Tickets

Klassik ist cool

In der Fachwelt haben die Heidelberger Sinfoniker seit Jahren den Ruf, Partituren durch historisch informierte Interpretationen vom Staub der Jahre zu befreien. Jetzt laden sie zum zweiten Mal zur Klassik ohne Dresscode. // 14.10. Stadthalle, Heidelberg, 17 Uhr, 5 x 2 Tickets

Klaus-Jürgen Deuser

Heidelberger Sinfoniker

Roman Lob

Cro

Angels‘ Share

Kraftklub

Lohengrin

Sven Ratzke

Roman Lob

Mit einer Mischung aus Uptempo-Nummern, „gechillten“ Tracks und einfühlsamen Balladen beschreibt „Unser Star für Baku“ auf seinem Debüt-Album „Changes“ all die Veränderungen, die die Erfüllung seines Traums vom Einstieg ins Musikgeschäft mit sich gebracht hat. // 15.10. Capitol, Mannheim, 20 Uhr, 5 x 2 Tickets

Cro

Cro, der Rapper mit der Pandamaske, kam praktisch aus dem Nichts und sorgt seitdem für Wirbel. Auf seinem Debütalbum „RAOP“ vermischt er Indie, Pop und Rap zu etwas Neuem, Großen und Eigenen. // 18.10. Maimarktclub, Mannheim, 19.30 Uhr, 3 x 2 Tickets

Foto: Universal Music

Angels‘ Share – Ein Schluck für die Engel

In der bissigen Komödie des Briten Ken Loach versucht eine Gruppe junger Straftäter, ihre Haushaltskasse aufzubessern. Von ihrem Sozialbetreuer überhaupt erst auf den Geschmack gebracht, planen sie zu diesem Zweck den Diebstahl des allerletzten Fasses eines legendären Whiskys. // 17.10 Atlantis Kino, Mannheim, 20.30 Uhr, 3 x 2 Tickets

Kraftklub

Das Gemunkel auf der Straße wird immer lauter. Kraftklub seien das nächste große Ding, heißt es. Bei den großen Plattenfirmen, die die fünf Chemnitzer nicht unter Vertrag haben, wird in die Tischplatten gebissen. Mit ihrem Album „Mit K“ sind sie jetzt auf Tour. // 27.10. Maimarktclub, Mannheim, 20 Uhr, 3 x 2 Tickets

Lohengrin

In Wagners intrigenreicher Oper wird die junge Elsa von einem unbekannten Ritter aus brenzliger Situation gerettet – einzig unter der Bedingung, seine Herkunft im Dunkeln zu lassen. Tilman Knabes tolle Inszenierung erzählt allerdings etwas ganz anderes. Seien Sie gespannt. Ein grandioser Abend! // 27.10. Nationaltheater, Mannheim, 18 Uhr, 3 x 2 Tickets

Sven Ratzke

Der Kabarettist, Sänger und Performer nimmt mediale Ereignisse selbstironisch und provokant aufs Korn und behandelt sie auf eine Weise, dass man schmunzeln muss, wo einem vorher noch das Lachen vergangen ist. // 27.10. Alte Wollfabrik, Schwetzingen, 20 Uhr, 3 x 2 Tickets

168_10-12 // MEIER


21. Türkf ilmfestivali

Unter dem Motto „Liebe zum Kino“ bringt das älteste türkische Filmfestival Deutschlands in seinem 21. Veranstaltungsjahr wieder sowohl aktuelle Arthaus-Produktionen als auch populäres Kino mit beliebten türkischen Filmstars auf die Leinwand. // 12. bis 20.10. Mannheim, MEIER verlost 1 x 2 Tickets für die Eröffnungsgala, 1 x 2 Tickets für die Preisverleihung und 2 x 2 Festivalpässe

Foto: Hockenheim-Ring GmbH

Türkfilmfestivali

SPECIAL IM OKTOBER:

Tickets für das DTM-Finale inklusive Fahrerlager Zum Abschluss einer ereignisreichen Saison kehrt die populärste Tourenwagenserie ins badische Motodrom zurück. MEIER-Leser haben die Möglichkeit, live dabei zu sein, wenn beim DTM-Finale die Antwort auf die spannende Frage gesucht wird, wer die begehrte Krone holt. Auch das Drumherum kommt beim Finalwochenende nicht zu kurz: Unter anderem mit ARD Chartshow, „SWR3 Goes Clubbing“, sowie Videowalls, Fahrerlagertickets, Autogrammstunden, Pitwalk und Fan-TV ist für hervorragende Abwechslung gesorgt. // MEIER verlost exklusiv 2 x 2 Wochenendtickets inklusive 2 x 2 Fahrerlagertickets* 19. bis 21.10. Hockenheimring, Hockenheim *Das Wochenendticket beinhaltet einen reservierten Sitzplatz für das gesamte Wochenende (Fr-So) auf der Innentribüne.

MEIER verlost Tickets für das DTM-Finale!

DIE GEWINNER DER VERLOSUNGEN IN DER SEPTEMBER-AUSGABE: DePhazz: Anne Günther, Markus Muhm, Ellen Posset Marie & the redCat: Gerhard Brill, Monika Weiss Santiano: Thilo Zettler, Andreas Mohr, Martin Vogt Die letzten fünf Jahre: Dieter Steinbach, Claudia van Hoppe, Irene Korb H-Blockx: Kerstin Geisler, Fabian Horsch, Claudia Strohmeier

Jugend kulturell Förderpreis 2012 „Acoustic Pop“: Sonja Baumann Andrea Bongers: Susanne Hofschildt, Sabine Hengen, Anja Schote Heiden: Karl-Heinz Schäfer, Tim-Niklas Zimmer The Busters XXV-Tour: Ralf Zakrzewski, Birgit Wagner, Doris Fuchs SWR3 New Pop Festival: Katja Schubach

Coupon einsenden & mit etwas Glück gewinnen Mein Lieblingsgewinn:

Und so funktioniert’s: Einfach Coupon ausschneiden, Lieblingsgewinn eintragen, auf eine Postkarte kleben und senden an: MEIER, Melchiorstr. 1, 68167 Mannheim. Bitte Telefonnummer oder E-Mail-Adresse angeben. Einsendeschluss: Für die Verlosung am 6.10. bis 4.10. Für alle weiteren Verlosung bis 11.10.

Name: Adresse: Telefon oder Mail:

Ich habe die Teilnahmebedingungen zur Kenntnis genommen und bin mit diesen einverstanden. Die vollständigen Teilnahmebedingungen finden Sie unter www.meier-online.de/meier/verlosungen Ja, ich gestatte der Delta Medien GmbH, Melchiorstraße 1, 68167 Mannheim und deren verbundenen Unternehmen, meine Daten zu speichern, zu verarbeiten, mich schriftlich, telefonisch und per E-Mail zu kontaktieren und mir interessante Vorteilsangebote des Verlags zu unterbreiten. Ich kann mein Einverständnis jederzeit schriftlich gegenüber der oben genannten Adresse widerrufen. Datum, Ort & Unterschrift:

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SPIELWIESE // KREATIV-SZENE

Omamann // Falk Kästle WER SPIELT HIER?

Einladung an Kreative Die letzte MEIER-Seite ist für kreative Köpfe aus dem Rhein-Neckar-Delta reserviert! Egal ob Künstler, Designer, Fotograf oder Grafiker: Auf unserer „Spielwiese“ wird jeden Monat ein aktuelles Projekt präsentiert. // Entwürfe schicken Sie gerne an: redaktion@meier-online.de Kennwort: Spielwiese

170_10-12 // MEIER

Mein Werk

Meine Motive für Zeichnungen und Fotografien finde ich im Alltag oder auf Pariser Modeschauen. Eine elegante und fließende Linien-Sprache beschreibt meinen Stil ebenso wie ein reduzierter Symbolismus und große Sensibilität für Mensch und Gegenstand. Einige meiner Werke befinden sich im Besitz namhafter Künstler z.B. John Neumeier, Karl Lagerfeld, Robert Häusser. Wichtig bei meiner Arbeit ist, alles zu sagen, aber nicht alles zu zeigen.

Mein Leben

Geboren 1986 in Heidelberg, machte ich neben der Schule eine Ausbildung zum Balletttänzer. Es folgten Auslandsaufenthalte und KommunikationsdesignStudium. 2011 gewann ich den JohnDeere-Gestaltungswettbewerb. Heute arbeite ich als Fotograf und Künstler. Aktuell: meine erste Einzelausstellung im Wolff Verlag Berlin in Zusammenarbeit mit HENRY‘s Galerie.

// line-light.com, HENRY‘s Galerie, Mutterstadt, henrys.de

MEIER 10/2012 Leseprobe  

MEIER 10/2012 Leseprobe

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