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Newsletter Februar 2013

Editorial

Inhalt

Liebe NewsletterleserInnen,

Seite 2 - Kurz gemeldet Seite 3 - Nachgefragt Seite 4 - Hintergrund Seite 5 - Dies und das

kurz vor einem der Highlights im Go-Ahead!-Jahr, der Mitgliederversammlung am Freitag, 1. März, bringen wir sie heute nochmal auf den neuesten Stand – mit neuem Layout! Häufig schreiben wir hier über das Leben von Kindern, die durch Aids ihre Eltern verloren haben. Dieses Mal möchten wir Ihnen einen direkten Einblick geben: Auf der Hintergrund-Seite haben wir die Geschichte der 15-jährigen Motshidisi protokolliert. Motshidisi hat 2005 ihren Vater und letztes Jahr ihre Mutter durch Aids verloren und wird inzwischen von unserer Partnerorganisation Heartbeat unterstützt. Der berührende Text gibt einen Einblick in das schwierige Leben einer toughen 15-Jährigen.

Besondere Einblicke ermöglicht auch eine Foto-Ausstellung, die in den nächsten Monaten durch Deutschland touren wird: Through my eyes heißt sie und stellt Bilder aus, die südafrikanische Kinder selbst gemacht haben. Für alle, die die Ausstellung nicht live angucken können, haben wir sie auch auf Facebook hochgeladen. Im Interview erfahren Sie, wie es zur Ausstellung kam. Viel Spaß beim Lesen wünschen Lena Bayer-Eynck und Julia Broska

Herausgeber: Go Ahead! e.V., Verantwortliche: Julia Broska und Lena Bayer-Eynck Go Ahead! e.V. , Albblickweg 5, 78126 Königsfeld, Tel. 07725 - 91 5588 5


AKTUELLES

Newsletter 02/2013

Go Ahead! erhält die BMW-Group-Auszeichnung für gesellschaftliches Engagement

nes Kunstworkshops Einwegkameras an Schulkinder in Namibia und Südafrika – die Devise: einfach

Ende des Jahres durfte Go Ahead! Vorstandsmitglied und BMW-Mitarbeiter Jan Bildhauer die mit 5.000 Euro dotierte BMW-Group-Auszeichnung für gesellschaftliches Engagement ihrer Mitarbeiter 2012 im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im BMW Museum in München entgegennehmen.

mal drauflos knipsen. Das Resultat sind 30 erfrischend wertfreie und unschuldige Momentaufnahmen aus dem Schulalltag der jungen Kunstbeauftragten. [Seite der Ausstellung] [Bilder der Ausstellung]

Die Auszeichnung wurde in diesem Jahr erstmals weltweit für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BMW AG und ihrer Tochtergesellschaften ausgeschrieben. Jan Bildhauer arbeitet seit diesem Jahr für BMW Südafrika und hatte die Chance zur Bewerbung für Go Ahead! genutzt.

Jan Bildhauer (Mitte) mit der Auszeichnung der BMW Group für gesellschaftliches Engagement.

Unter der Schirmherrschaft von Personalvorstand Milagros Caiña-Andree ehrte das Unternehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich auf außergewöhnliche Weise ehrenamtlich einsetzen und damit einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Go Ahead! legt Jahresstrategie für das Jahr 2013 fest Während in Deutschland viele Menschen die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres genossen, saßen 16 MitarbeiterInnen, BereichsleiterInnen und Vorstandsmitglieder von Go Ahead! vor ihren Computern und arbeiteten im Rahmen eines Vorstands- und BereichsleiterInnentreffens daran, den Verein auch für das Jahr 2013 optimal auszurichten.

Paderborner Studenten beim Erwerb des Kondom-Führerscheins.

Vernissage der Through my Eyes Ausstellung Friederike Vigeland, Jana Hüttmann und Pia-Nele Haack von Go Ahead! verteilten im Rahmen ei2

Sensibilisierungsarbeit am Barnim-Gymnasium in Berlin Was ist eigentlich der Unterschied zwischen HIV und Aids? Wie kann man sich anstecken? Und wie kann man den Teufelskreis aus HIV/Aids und Armut brechen? Diese und andere Fragen beschäftigten die SchülerInnen des Barnim-Gymnasiums in Berlin im Rahmen eines von Go Ahead! veranstalteten Schulworkshops. Kondomführerschein zum Welt-Aids-Tag in Paderborn Lautes Gelächter schallt durch das Bibliotheksfoyer: Eine Gruppe junger Männer steht am Stand von Go Ahead!, PlusS und dem AStA Paderborn. Sie versuchen sich, wie viele andere auch, im Praxistest des Kondomführerscheins. Eine Aktion von der Hochschulgruppe Go Ahead! Paderborn, um auf HIV aufmerksam zu machen.

Lesen Sie diese und weitere Newsartikel in voller Länge auf unserer Homepage!


NACHGEFRAGT der aus namibischen und südafrikanischen Schulen die Künstler sind und ihre Sicht auf die Welt zeigen können. Inwiefern hat Go Ahead! geholfen, Deine Idee umzusetzen? Go Ahead! war uns eine großartige Unterstützung, ohne die das Projekt nie so groß geworden wäre! Wir konnten von den guten Tipps und Erfahrungen bei Sponsorensuche, Projektplanung etc. von Johannes und vom Grafikdesign-geschulten Blick von Isa profitieren und haben noch Unterstützung vor Ort von der Hochschulgruppe Mainz bekommen! Wir waren sehr gut versorgt.

Fünf Fragen an... Pia-Nele Haack

Wie gestaltete sich die Arbeit vor Ort mit den Kindern, die die Fotos gemacht haben? Die Augen der Kinder haben gestrahlt, als sie erfahren haben, dass sie mit einer eigenen Kamera Fotos machen können und sie gefragt waren ihre Welt darzustellen. Nach einigen Basteleien und Malerstunden war es dann soweit - die Kameras wurden ausgeteilt und Auslöserklicken und Blitzgewitter erfüllte das Klassenzimmer. Nach einem Tag wurde dann jede Kamera stolz von ihrem Besitzer bei uns abgegeben, natürlich jede mit voll geknippstem Film.

Projektmitarbeiterin Through my eyes Wie und wann bist Du auf die Idee einer Foto-Ausstellung gekommen? Zusammen mit Rike und Jana, zwei befreundeten Kommilitoninnen aus Mainz, planten wir im März 2012 eine Reise nach Südafrika und Namibia. Wir hatten anfangs nur vor, Land und Leute kennenzulernen und herumzureisen. Erst später haben wir uns dazu entschlossen, aus unserer Touristenreise etwas mehr zu machen. Kurzerhand war die Idee da: eine Foto-Ausstellung, bei der Kin-

Entspricht die fertige Ausstellung Deinen Erwartungen? Meine Erwartungen wurden um Längen übertroffen! Ich hatte mit einer einmaligen Ausstellung irgendwo in einem kleinen Mainzer Café gerechnet, niemals aber mit einer deutschlandweiten Wanderausstellung! Bis wann werden die Fotos zu sehen sein? Die Ausstellung wird noch einige Monate laufen! Die aktuellen Termine gibt es auf der Homepage von Go Ahead! und in diesem Newsletter unter „Termine“. 3

Newsletter 02/2013

Was macht eigentlich die HSG... München Unsere Hochschulgruppe gibt es mittlerweile seit drei Jahren und seit unserer Gründung ist viel passiert. Wir treffen uns regelmäßig Anfang des Monats, bei der Organisation von konkreten Projekten auch häufiger. Bei uns soll sich jeder nach seiner Vorstellung einbringen können – einer kümmert sich um unsere Internetpräsenz, die nächste um die Finanzen und jemand anderes übernimmt die Koordination einer Aktion. Im letzten Jahr haben wir so eine ganze Reihe von Dingen auf die Beine gestellt: Zum Beispiel einen Bunten Abend mit Filmvorführung zum Thema HIV/Aids in Südafrika, anschließender Diskussion und afrikanisch angehauchtem Essen und Trinken. Zu Go Aheads! fünftem. Geburtstag waren wir ein ganzes Wochenende lang auf dem Münchner „Street Life Festival“ und haben fleißig Luftballons verkauft und Kinder geschminkt. Das war zwar viel Arbeit, trotzdem hat es allen richtig viel Spaß gemacht! Nicht zuletzt gab es am Weltaidstag ein großes Konzert mit vier verschiedenen Bands/Künstlern, die im Namen von Go Ahead! die Bühne des Backstage Clubs gerockt haben. Wir sind immer wieder begeistert, wie viel man als Team erreichen kann! Auch in diesem Jahr haben wir uns viel vorgenommen! Und wir freuen uns natürlich immer über neue Gesichter.


HINTERGRUND

Newsletter 02/2013

Ich werde meinen Weg gehen von Motshidisi *

Als meine Mutter starb, ging für mich eine Welt unter. Meine ganze Familie lehnte mich seit diesem Zeitpunkt ab. Meine Verwandten wollten die Situation nutzen, um das Haus zu verkaufen, aber dafür mussten sie zuerst mit mir sprechen. Ich entschied mich jedoch gegen den Verkauf des Hauses. Meine Familie lehnte mich zwar ab, aber wenn sie mich auf der Straße sahen, waren sie überrascht, weil ich ein gepflegtes Kind bin, wie jedes andere Kind auch. Ich unterscheide mich nicht von anderen Kindern, weil ich plötzlich eine Waise bin. Nein, in Gottes Augen bin ich kein Waisenkind. Ich weiß, dass Gott mit mir ist, und ich liebe ihn sehr, weil er mir in dieser schweren Zeit den Weg zeigte. Ich gehe auch zur Kirche und bete, dass Gott mir hilft, eine bessere Zukunft zu leben. Das ist es, was ich mir wünsche, und ich bin sicher, dass ich es irgendwie schaffen werde. Meine Mutter war freundlich, süß und keine Cholerikerin. Sie war immer bescheiden und sie wusste, wie man mit anderen Menschen umzugehen hat. Manchmal kamen

Leute zu unserem Haus, um zu betteln, und obwohl wir selbst nicht viel hatten, gab meine Mutter ihnen immer etwas. Manchmal ist es schwer alleine zu sein. Ich Manchmal ist es musste ständig weinen, weil niemand da war, der mich in schwer, alleine zu dieser schweren Zeit hätte halten können. Ich saß dort sein. und erinnerte mich an all die Dinge, die meine Mama tat. Aber jetzt kümmert sich niemand mehr um mich. Es gab jedoch eine wichtige Sache, die meine Mutter mir erzählte. Als sie starb, sagte sie: „Nimm dir ein Beispiel an mir, hunny, und konzentriere dich auf die Schule, denn Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg.“ Seit Ende Juni des letzten Jahres, nach dem Tod meiner Mutter, bin ich nun bei Heartbeat. Heartbeat half mir bei allem. Egal, was ich brauche, wann immer ich reden möchte und egal woIch versuche, im- rüber, ich kann immer zu den MitarbeiterInnen von mer optimistisch Heartbeat gehen, ihnen meine Sorgen oder Probleme anvertrauen und sie zu bleiben. helfen mir, diese Probleme zu bewältigen. Ich habe entschieden, meine Lebensgeschichte nicht als Geheimnis in mir zu tragen, da ich Angst habe, dass es mich eines Tages auffrisst. Smilo, ein Mitarbeiter von Heartbeat, ist derjenige, der sich heute um mich kümmert. Egal, worum es geht, ich rede mit Smilo. Er ist meine neue Bezugsperson und inzwischen wie ein Vater für mich. Darüber hinaus versorg4

te mich Heartbeat während dieser Zeit mit Essen und hilft mir auch jetzt, wenn ich wieder in die Schule gehe. Ich brauche mir keine zusätzlichen Sorgen zu machen, wie und woher ich etwas zu essen bekomme, da ich weiß, dass es immer etwas Essen für mich im Haus gibt. Ich möchte mir selbst gegenüber nicht zu negativ sein und versuche, immer optimistisch zu bleiben. Auch wenn ich die Zukunft nicht kenne, bin ich mir sicher, dass ich es schaffen und meinen Weg gehen werde.

* Der Familienname wird aus Gründen des Personenschutzes hier nicht genannt.


...UND SONST? 1.-3.3. Go Ahead! Mitarbeiterworkshop und Mitglieder- versammlung in Paderborn

Unterstützen Sie Go Ahead! mit einer Spende: 100% Ihrer Spenden kommen an!

25.5. 1. Deutscher Entwicklungstag mit Veranstalt- ungen in 16 deutschen Städten

Spendenkonto: Spendenkonto Deutschland Konto-Nr. 666 2412 Volksbank e.G.Villingen (BLZ 694 900 00) Sie möchten keinen Newsletter mehr von uns erhalten? Schicken Sie einfach eine E-mail mit dem Betreff “Keinen Newsletter” an news@goahead-organisation.de .

Zahl des Monats

Haben Sie Fragen, Vorschläge oder Kritik für uns? Dann schreiben Sie uns ebenfalls an news@goahead-organisation.de .

Go Ahead! sucht Dich

Anzahl der Empfänger und Empfängerinnen des Go Ahead!-Adventskalenders.

Termine Through My Eyes-Fotoausstellung (voraussichtlich): 15.-31.3. Weltladen Lübeck 08.-21.4. Uni Paderborn 04.-19.5. Uni Heidelberg 19.-30.6. Uni Bremen

Newsletter 02/2013

Position: Bereichsleitung Freiwilligenvermittlung Go Ahead! ermöglicht es jungen Menschen aus Deutschland, eine längere Zeit als Freiwillige/r in einem unserer Partnerprojekte im südlichen Afrika mitzuarbeiten. In Zusammenarbeit mit unseren Partnern vor Ort vermitteln wir deutsche Freiwillige für ein Freiwilliges Soziales Jahr, einen ADiA (Anderer Dienst im Ausland), ein Praktikum oder einen Freiwilligendienst an Organisationen in Südafrika, Uganda Kenia und Namibia. Als Mitarbeiter/in der Freiwilligenvermittlung beantwortest du selbstständig Anfragen zu unseren Partnerprojekten in Südafrika und pflegst den Kontakt zu den Projektpartnern sowie den Freiwilligen. [Details] [Fragebogen für Bewerbung]

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