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WIRTSCHAFTSSTANDORT SAMTGEMEINDE NEUENHAUS

Im doppelten Sinn ein Großprojekt An der Schulstraße entsteht ein neues Sportzentrum mit fünf Spielfeldern ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ●

Im Rahmen einer öffentlichprivaten Partnerschaft planen und bauen der Landkreis und die Samtgemeinde gemeinsam die neue Halle. Zehn Millionen Euro sind einkalkuliert. Der Kreistag und der Samtgemeinderat haben parallel und einstimmig den Beschluss gefasst, dieses Projekt im Rahmen einer sogenannten öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) zu realisieren. Nun muss in einem europaweiten Verfahren ein Unternehmen gefunden werden, das den Neubau im vorgegebenen Rahmen umsetzt. Erster Kreisrat Uwe Fietzek erinnert daran, dass seit den ersten Gesprächen zweieinhalb Jahre vergangen sind. In Neuenhaus bestünde ein konkreter Bedarf an einer neuen Halle für den Schulund Vereinssport. Der Kreis als Schulträger des Gymnasiums stehe deshalb mit in der Verpflichtung. Nachdem ursprünglich der Bau einer 3-Feld-Sporthalle und einer weiteren 2-Feld-Sporthalle geplant war, ist die Idee entstanden, ein 5-Feld-Sportzentrum zu bauen, so Fietzek. Ein Büro, das auf diese Art der Realisierung spezialisiert sei, habe die Vor- und Nachteile abgewogen. Mittlerweile seien alle Beteiligten an einem Punkt angelangt, an dem man sich freuen könne. Fietzek betont die Einmaligkeit dieses Projekts. Samtgemeindebürgermeister Günter Oldekamp lobt ausdrücklich die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Landkreis und die jetzt getroffene klare und nachvollziehbare Regelung. Demnach soll der Kreis sofort nach der Fertigstellung Eigentümer der Halle sein. Für die nächsten 20 Jahre müssten dann die verbliebenen Raten an den Bauträger bezahlt werden. Die Samtgemeinde Neuenhaus stehe gleichberechtigt daneben. Das Fachbüro habe die klare Empfehlung für einen Besitzer gegenüber einer Doppeleigentümerschaft gegeben. Mit der Samtgemeinde Neuenhaus wird es eine Nutzungsvereinbarung geben. Vorrang wird der Schulsport vor dem Vereinssport haben. „Neuen-

Die Pläne für einen neues Sportzentrum in Neuenhaus reifen. Fünf Spielflächen stehen dann zur Verfügung. haus hat einen Nachholbedarf an Sporthallenfeldern“, sagt Oldekamp. Der Instandsetzungsbedarf für die Boussy-Saint-Antoine-Halle sei einfach viel zu groß gewesen, dafür hätte kein Ratsmitglied die Hand gehoben. Neuenhaus als Handballhochburg benötige eine attraktive Halle, die den wachsenden Erfordernissen des Schul- und Vereinssports gerecht werde. Hinzu komme das veränderte Freizeitverhalten der Bürger, die im zunehmenden Alter noch sportlich aktiv blieben. Fertigstellung nicht vor dem Herbst 2021 Für den Herbst dieses Jahres ist die Sondierung vorgesehen, wofür mehrere Runden eingeplant sind. Entscheidend für die Vergabe ist nicht allein der Preis. Auch andere Faktoren, wie Gestaltung und Materialienauswahl spielten bei der Vergabe eine Rolle. Nach der Endausfertigung der Verträge, so Fietzek, rechne er im Sommer bis Herbst 2019 mit dem ersten Spatenstich. Die Fertigstellung ist im Jahr 2021. Da die alte Halle so lange bestehen bleibe, gäbe es keine Beeinträchtigungen für die Sportler, ergänzt Samtgemeindebürgermeister Oldekamp. Nach der Fertigstellung wird die alte Halle auf Kosten der Samtgemeinde Neuenhaus zurückge-

baut. Dort sollen anschließend Parkplätze entstehen. Der Baukörper soll so aussehen, dass sich an eine Halle mit drei Feldern, die eine Tribüne mit 199 Plätzen hat, ein funktionaler Bereich anschließt, der quasi das Bindeglied zu dem zweiten Sporthallenteil mit zwei weiteren Feldern und einem Bewegungsraum bildet. Eine Vorgabe ist der barrierefreie und behindertengerechte Ausbau. Um die entsprechenden Anforderungen und Bedürfnisse tatsächlich zu gewährleisten, werde man die Entwürfe diesbezüglich mit dem Behindertenbeirat besprechen, erklärt Uwe Fietzek. Die Anregung, eine Fotovoltaikanlage zu installieren, wurde aufgenommen, wofür eine Wirtschaftlichkeitsberechnung vorausgehe. „Vereinsvertreter können es nicht mehr abwarten“ „Wir haben im wahrsten Sinne des Wortes etwas Großes vor. Man kann die gute Kooperation zwischen beiden Verwaltungen gar nicht genug betonen. Im Rahmen eines Zehn-Millionen-Projekts soll jeder Steuer-Euro effizient eingesetzt werden“, lobt Fietzek die Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Samtge-

Foto: dpa

meinde. „Das ist ein sehr ambitioniertes Vorhaben mit einem starken Partner“, ergänzt Günter Oldekamp und verweist auf das Know-how der Kreisverwaltung. Er persönlich freue sich auf das Projekt und auch die Vereinsvertreter können es nicht abwarten. Der Landkreis hat bereits zwei Projekte mit dem sogenannten ÖPPVerfahren umgesetzt. Zum einen handelt es sich um eine Sporthalle in Bad Bentheim und zum anderen um das neue Kreis- und Kommunalarchiv in Nordhorn. In einem Fall kam ein Grafschafter Bauunternehmen zum Zuge und im anderen Fall ein Betrieb aus Achim, der aber 75 bis 80 Prozent der Arbeiten an Handwerksbetriebe aus der Grafschaft vergeben hat und nun über eine weitere Kooperation bei anderen Projekten mit den Grafschafter Betrieben nachdenkt, weil die Erfahrungen mit den örtlichen Handwerkern ausgesprochen gut waren. Deshalb ist Erster Kreisrat Uwe Fietzek auch zuversichtlich, dass im Fall der Neuenhauser Sporthalle trotz der erforderlichen europaweiten Ausschreibung auch Grafschafter Unternehmen von dieser Investition profitieren können. ● ● ● ● ● ● ●

Fragen zum Projekt www.grafschaft-bentheim. de www.neuenhaus.de

Standortporträt Neuenhaus  
Standortporträt Neuenhaus