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-SZENE.de

Ab aufs Board Skatepark Nordhorn offiziell eröffnet

REISE

GESCHICHTE

KINOFILM

Konfirmanden lernen Südafrika kennen Seite 5

Ehepaar Schindler beeindruckt Schüler Seite 8

„Am Ende der Zeit“ feiert Premiere Seite 9


MAGAZIN

HALLO!

Mit Szene auf Draht Von Carolin Ernst

MUSIK

BANDS

Von Jana Hubelitz

Viele neue Erfahrungen auch werden elf Schüttorfer machen: In der Zeit vor ihrer Konfirmation haben sie sich theoretisch mit Südafrika beschäftigt – nun lernen sie das Land wirklich kennen. Die Bentheimerin Katja hatte es ebenfalls für ein paar Wochen nach Afrika verschlagen (siehe Seite 12). Hier erlebte sie am eigenen Leib, wie es ist, wegen ihrer Hautfarbe zu einer Minderheit zu gehören.

Die Veranstalter – sieben verschiedene Jugendkeller aus dem Emsland – wollen mit dem „Kellerkönig“ auf ihre ehrenamtliche Arbeit aufmerksam machen und gleichzeitig jugendlichen Musikern die Möglichkeit geben, bekannter zu werden und sich untereinander zu vernetzen. Die Jugendkeller sind ehrenamtlich geführte Räume in den Pfarrzentren der katholischen Kirchengemeinden im Dekanat „Emsland Süd“. Sollte die Veranstaltung mit einem finanziellen Plus ausgehen, wird das Geld für weitere jugendkulturelle Veranstaltungen und Projekte genutzt.

Das Jugendmagazin der Grafschafter Nachrichten

Sieben Jugendkeller in der Organisation, sechs Vorentscheide und ein Sieger: Zum FOTO: PRIVAT zweiten Mal gibt es den Bandwettbewerb „Kellerkönig“.

Wer bei den sechs Vorentscheiden, die in den Jugendkellern über die Bühne gehen, weiterkommt, bestimmt sowohl eine Jury als auch das Publikum. Zwei bis drei Gruppen dürfen sich und ihre Musik jeweils an einem Abend von ihrer besten Seite zeigen – jeweils eine +DEHLFKJHQXJ

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Erscheint jeweils am letzten Donnerstag im Monat in der Gesamtauflage der Grafschafter Nachrichten und zusätzlich im Grafschafter Marktplatz Herausgeber: Grafschafter Nachrichten GmbH & Co. KG Internet:

www.gn-szene.de

Redaktion:

Guntram Dörr (verantwortlich) Steffen Burkert 05921/707-329 Andre Berends 05921/707-346 Carolin Ernst 05921/707-312 szene@gn-online.de

Anzeigen:

Matthias Richter (verantwortlich)

Anzeigenverkauf:

Ulrich Schläger (Leitung) Eckhard Stüker 05921/707-434 stueker@gn-online.de

Verlag:

Grafschafter Nachrichten GmbH & Co. KG Coesfelder Hof 2 48527 Nordhorn

Titelfoto:

Udo Wohlrab

Technische Herstellung:

Grafschafter Nachrichten GmbH & Co. KG

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Die Starter-Pakete für Studenten und Azubis für einen maßgeschneiderten Start in die berufliche Karriere.

Für die Richtigkeit aller Angaben übernimmt der Verlag keine Gewähr. Die nächste Ausgabe von GN-Szene erscheint am 29. November 2012. GN-Szene.de auch in diesen Netzwerken:

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Anmelden für Bandwettbewerb im Emsland bis zum 31. Oktober

Der Bandcontest „Kellerkönig“ im Emsland geht in die zweite Runde. Nach einem erfolgreichen ersten Versuch können Nachwuchsbands aus der Region sich bis zum 31. Oktober für den Contest anmelden. Dann haben sie die Chance Preise, wie Gutscheine für eine Studioaufnahme (Wert 600 Euro) und Auftritte zum Beispiel beim Abifestival in Lingen zu gewinnen. Bis dahin gilt es aber insgesamt drei Runden zu überstehen.

IMPRESSUM

SCHULE & JOB

Wer wird neuer „Kellerkönig“?

Alles neu macht der Oktober. Naja, eigentlich lautet diese Bauernweisheit etwas anders. Aber für die Grafschaft Bentheim scheint sie so auch gültig zu sein. Denn in den vergangenen Wochen haben sich für Jugendliche in der Region einige neue Möglichkeiten ergeben. Zum Beispiel kann die aufgemöbelte Skateanlage (siehe Seite 3) jetzt auf ihre Tauglichkeit für Tricks getestet werden.

Und noch ganz brandaktuell: Der Nordhorner Kinofilm „Am Ende der Zeit“ feiert an diesem Wochenende Premiere.

EVENTS

Unser "Rundum-sorglos-Starter-Paket" hat einiges zu bieten: kostenloses Girokonto mit OnlineBanking, MasterCard-Prepaid mit 120 Musikdownloads für ein Jahr auf Wunsch inklusive, BankingApps für alle gängigen Smart-Phones, FinanzCheck und und und. Informationen gibt's in allen unseren Geschäftsstellen oder unter www.sparkasse-nordhorn.de/starterpaket

kommt weiter. Die Siegerbands der Vorentscheide ziehen dann ins Halbfinale ein. Hier kommen dann noch einmal zwei Finalisten weiter. Und auf die wartet dann das „große Finale“ im „Alten Schlachthof“ in Lingen. Die beiden Musikgruppen werden dann unter Begleitung eines Headliners den Sieg unter sich ausmachen. Die Organisatoren hoffen, dass sich viele Bands aus der Region und damit auch aus der Grafschaft Bentheim um den Titel des „Kellerkönigs“ bewerben. „Wir wollen dem Publikum einen bunten Mix an musikalischen Richtungen bieten“, meinen die Jugendlichen. Deswegen heißt der Aufruf der Organisatoren: „Rein in den Proberaum, Demotape aufnehmen und ab in den Umschlag damit um sich zu Bewerben." Bewerbungen können bis zum 31. Oktober an die folgende Adresse geschickt werden: Die Jugendkeller, Burgstrasse 21b. 49808 Lingen, Telefon (0591) 96 62 02 26, oder per E-Mail an f.surmann@kjb-emsland-sued.de. Und wer bei den Vorentscheiden oder später beim Finale zuschauen will: „Der Bandcontest ist eine Veranstaltungsreihe, die aufeinander aufbaut und bei der nur einmal Eintritt für alle Konzerte bezahlt werden muss,“ erklären die Organisatoren. Von Dezember bis Februar 2013 werden die Vorentscheide und das Halbfinale abgehalten. Im März 2013 geht dann das Finale im Alten Schlachthof über die Bühne. Mehr über den Wettbewerb: facebook.com/Kellerkoenig und www.die-jugendkeller.com

November 2012


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Ab jetzt geht es nur noch um die Tricks Skatepark in Nordhorn mit Contest eröffnet Von Thomas Kriegisch & Udo Wohlrab (Fotos)

Zwei neue, an den Rampen ansatzlose und professionell mit Graffiti gestaltete Betonrampen (Wheelie-Box und Quater-Pipe-Combies) sowie eine ausgebesserte Asphaltfläche lassen seit Kurzem die Skater wieder voll auf ihre Kosten kommen. Auch das alte Rampenelement „Pyra“ hat viel Farbe gesehen und erstrahlt nun feuerrot. Bei der Eröffnung des Skateparks zeigten die „Rollbrettfahrer“, welche Tricks sie mit den neuen Elementen und ihrem Skateboard vollführen können. Dass die Renovierung nicht am Tisch geplant wurde, sondern von den Skatern gemeinsam mit Vertretern der Jugendarbeit und des Jugendschutzes, des Fachbereichs Öffentliche Flächen und des Grünflächenamtes sowie mit Unterstützung der Politik entwickelt wurde, stieß in der Szene auf Respekt. „Das ist schon etwas Besonderes, wenn Politik und Jugend zusammenarbeiten. Und die Skater nicht einfach ein paar Betonklötze vor die Nase gesetzt bekommen“, meinte der über lange Jahre erfahrene Skater John Hunt, der den von zwei DJs begleiteten Contest moderierte. „Uns war es wichtig, in die Planungen der Renovierung auch die Vorstellungen der Nutzer einzubeziehen. Aus diesem Grund haben wir im Sommer 2011 eine Ideenwerkstatt organisiert“, sagte Bürgermeister Thomas Berling zur Wiedereröffnung der insgesamt 1500 Quadrat-

meter großen Anlage mit der rund 500 Quadratmeter großen Asphaltfläche. An der Ideenwerkstatt beteiligten sich 21 Jungen und junge Männer im Alter von 11 bis 23 Jahren und brachten ihre Vorstellungen und Ideen sowie viel Zeit und Energie für die Renovierung ein. Immer wieder trafen sich die Verantwortlichen und die eigentlichen Nutzer, um Vorschläge auszutauschen und vor allem auch zu schauen, was finanziell möglich ist. Der größte Wunsch der Jugendlichen war eine neue Wheelie-Box: Anhand einer Zeichnung der Skater wurde diese Box produziert und konnte in diesem Frühjahr aufgebaut werden (GNSzene berichtete). An zweiter Stelle stand ein Betonboden. Dieser Vorschlag wurde laut Berling intensiv geprüft – die Umsetzung hätte jedoch zu viel gekostet. Dafür konnten andere Vorstellungen der Skater umgesetzt werden: Vor etwa fünf Wochen wurden die alten Rampen abgebaut und durch die beiden neuen Betonelemente ersetzt und professionell mit Graffiti gestaltet. Die Skater teilten dazu Sprayer Sebastian Raschke ihre Ideen mit, einige standen ihm bei der Umsetzung tatkräftig zur Seite. Die Jury des Skateboard-Wettbewerbs setzte sich aus fünf erfahrenen Skatern – den Judges – zusammen. Sie bewerteten Qualität und technische Schwierigkeiten der Figuren, die von den Skatern in freier Kür auf die Piste gebracht wurden. In der Gruppe C (Skater bis 14 Jahre) gewann der zwölf Jahre alte Pascal Klanke aus Lingen. Zweiter wurde der neunjährige Lingener Henry Alberts, der dritte Platz ging an Nico Körner (12 Jahre), ebenfalls aus Lingen. Auch in der Gruppe B (ab 14 Jahre) gingen die ersten beiden Plätze an zwei Lingener: Elmar Vogt (21 Jahre) und Janis Hellmann (19 Jahre). „Bronze“ blieb in Nordhorn: Den dritten Platz belegte der 20 Jahre alte Christian Overkamp. Der „Best Trick Contest“, der nicht von der Jury, sondern von den Zuschauern mit Applaus entschieden wurde, hatte zum Schluss zwei Gewinner: Elmar Vogt und Janis Hellmann, die vorherigen Sieger der Gruppe B.

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Grizzly Bear: Shields Von Kai Schroer

Es wird ein zuckersüß-melancholisches Popambiente aufgebaut, in dem man versinken könnte. Dabei lassen sich durchaus Variationen erkennen: „Lazuli“ gräbt sich durch seine subtilen, kaum merklichen Wiederholungen und seinen Background-Gesang ins Gehör, das großartige „Wild“ folgt (fast) dem Schema klassischer Popsongs, ohne den verträumten Charakter zu verlieren – was auch für das grandiose Finale namens „Irene“ gilt.

zu ihren Einflüssen zählt. Doch ist das neunte Studioalbum der US-Amerikaner auch unter diesen Prämissen gewöhnungsbedürftig. Zunächst. So könnte man beim ersten, zweiten und vielleicht dritten Durchlauf durchaus in kulturpessimistische Tiraden verfallen und sich über großherzige Vertragspolitik bestimmter Labels aufregen. Doch diese Durchgänge haben etwas von der Grießbrei-Mauer, durch die sich im bekannten Märchen vom Schlaraffenland durchzuessen hat, wer in ebendieses Land möchte: Nach und nach kristallisiert sich nämlich ein ungeahntes Hörvergnügen heraus.

Doch auch die Stücke, die nicht so hervorstechen, als dass man sie in gleichem Maße mit Superlativen überhäufen könnte, haben ihren Charme: das besinnliche „Wishes“ etwa oder „The Hours“, das sich in seiner End„Shields“ ist wohl eines der meisterRichtig Spaß macht beispielsweise zeitstimmung auch als Schlussakt gewarteten Alben 2012. Schließlich ha„Amanita“, das man ob seiner hinter eignet hätte. Ein Ausreißer nach unten ben sich Grizzly Bear vor drei Jahren Zerrungen und Wirrungen versteckten ist hingegen nicht auffindbar. mit dem viel gelobten Vorgänger Melodien fast schon „rockig“ nennen „Veckatimest“ als eine der kreativsten könnte. Ähnliches ließe sich für das und versiertesten Indie-Bands ihrer noch bessere „Applesauce“ in VerbinGeneration etabliert. Doch haben die dung mit dem Adjektiv „poppig“ sagen. vier New Yorker diesen Status immer Dass eine solche Poppigkeit möglich noch verdient? ist, ohne alle Ecken und Kanten abzuVon Philip Aubreville schleifen, stellen Animal Collective etDas neue Album gibt die Antwort: wa auch bei „Rosie Oh“, dem tanzbaJa! Grizzly Bear haben zwar ihren ren „Monkey Rise“ oder „Fathertime“ Es gibt da diesen Witz, demzufolge Sound nicht runderneuert und pendeln unter Beweis. Dass wiederum manche nach wie vor zwischen Indie-Folk, ver- ein Nazi schon deshalb kein guter DJ Stücke, beispielsweise „New Town träumter Psychedelica und behutsam sein könne, weil er den Unterschied Burnout“ auch nach mehrmaligem Höeingesetzten elektronischen Elemen- zwischen 33 und 45 nicht kenne. 33 ren unzugänglich bleiben, stört da weiten. Doch das Gesamtbild ist kongru- und 45: Jene Jahre, die im 20. Jahr- ter nicht: Mit „Centipede Hz“ hat das enter und gefestigter als noch auf hundert Anfangs- und Endpunkt der Quartett ein anfänglich zwar gewöhHerrschaft „Veckatimest“. Das hat zur Folge, dass nationalsozialistischen nungsbedürftiges, aber insgesamt markieren. 33 und 45: Aber auch die „Shields“ keinen Aussetzer enthält. Jehochwertiges Album vorgelegt. der Song ist - sowohl für sich genom- Angabe in Runden per Minute am Gemen als auch im Kontext des Albums - schwindigkeitsregler alter wie neuer überzeugend. Natürlich stechen einige Plattenspieler. Folgt man der Logik Stücke besonders hervor, wie bei- dieses Kalauers, stand bei der Prospielsweise der tolle Opener „Sleeping Ute“, das euphorische „Yet Again“ Von Sascha Otto oder das einfach nur schöne „What’s Wrong“, aber im Prinzip hat hier jeder Wiedersehen macht Freude. Vor alSong das Zeug zum Lieblingslied. lem, wenn der Heimkehrer schon als Abtrünniger abgeschrieben worden Schon nach dem ersten Hören wird ist. Ganz so schlimm, ist es im Falle klar, dass der Reiz dieses Meisterder Band Billy Talent nicht. Aber die werks noch lange anhalten wird. Die Gefühlslage der Hörer war nach dem besinnlichen Klänge sind einerseits mäßigen dritten Album alles andere als passend zur Jahreszeit und dazu gegut. Aber hat jemand tatsächlich an eignet, verregnete Herbst- und Winder Rückkehr der Band aus dem katerabende aufzuhellen. Andererseits duktion des neuen Animal Collective- nadischen Toronto gezweifelt? Natürwird ein Song wie „Speak In Rounds“ Albums ein ausgemachter Rechtsex- lich nicht! Schließlich gehören Billy Taauch in den noch weit entfernten lauen tremist an den Reglern: Denn „Centi- lent zu dem Bodenständigsten, was Sommernächten als perfekte musikali- pede Hz“, so der Titel des neuen Wer- man im Rockzirkus finden kann. sche Untermalung dienen können. kes, klingt wie eine zu langsam abgeDennoch: Billy Talent mussten sich spielte Bright Eyes-Platte. Es fällt schwer, diese Musik zu bezusammenraufen. Auch an ihnen schreiben, ohne immer wieder dieselkonnte nicht vorbeigegangen sein, Das mag bei einer Band wenig verben lobenden Floskeln zu wiederhodass viele ihrer Zuhörer die Weiterentwundern, die für ihre experimentelllen. Deshalb sei gesagt: Grizzly Bear wicklung vermisst haben. Für sie ging avantgardistische Musik bekannt ist haben mit „Shields“ einen heißen Anes von der Überholungsspur direkt auf und neben Größen wie Pink Floyd und wärter auf das beste Album des Jahden Standstreifen. „Dead Silence“ Portishead auch Radio-Werbespots res abgeliefert. Unbedingt anhören! klingt jedenfalls aufgeräumter, weniger

schrill und verspielt – kurzum, Billy Talent sind erwachsen geworden. Symbolisch für den Stilbruch steht auch der Bruch in der fortlaufenden Benennung des Albums. Wie ein Code für den Neustart prangert der Albumtitel auf dem Cover. „Dead Silence“ ist alles andere als tödliche Stille. Vielleicht ist hier die Phase gemeint, in der die Band nichts hat von sich hören lassen. Es war wohl die schwierigste Phase in der Geschichte der Band. Drummer Aaron Solowoniuk, ohnehin an MS erkrankt, musste sich einer Herzoperation unterziehen. Und ganz offen gibt die Band zu, dass das Songwriting alles andere als ein Spaziergang war. Ein Prozeß, der die Band hat reifen lassen.

Animal Collective: Centipede Hz

Billy Talent: Dead Silence

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Und genau diese neue Reife werden die Fans der Band hoch anrechnen. Sie sind kontrollierter, aber – jetzt wird es wichtig – sie sind nicht beliebiger geworden. Sie sind noch immer hymnisch, melodisch und ihr Sänger, Ben Kowalewicz, klingt so geladen, als handle es sich um ihr Debütalbum. Vor allem klingt Kowalewicz wieder bissig, giftig, gallig. Auch das Songwriting ist so zielgerichtet und fokussiert wie nie zuvor. Gitarrist Ian D´Sa hatte diesmal seine Finger an den Aufnahmeregler und ganze Arbeit geleistet. Der wichtige Clou an Dead Silence ist dabei der: Weniger Punk, mehr Metal. Und das wiederum führt zum härtesten Billy Talent Sound ever. Beste Beispiele dafür sind die Songs Vikings Death March oder Cure For The Enemy. Waren Billy Talent ein angeknockter Boxer, sind sie jetzt voll austrainiert. Dieses Album hat kein Gramm zuviel. Das Schöne: Man spürt den Willen und das Feuer in dieser Band. Das ist der Hunger auf Erfolg, der eine Platte fünf Prozent besser macht als die der Konkurrenz. Dead Silence ist in sich völlig stimmig und stark zusammengestellt und kratzt damit an der Marke, die das Debütalbum gesetzt hat, vielleicht egalisiert sie diese auch. Sicher ist: Billy Talent feiern mit Dead Silence ein hervorragendes Comeback. Mehr Hörtests unter www.gn-szene.de

November 2012


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Reise an die Spitze Afrikas Konfirmanden lernen in den Herbstferien Südafrika kennen Von Albrecht Dennemann

Mit einem Gottesdienst feierte eine Gruppe von Konfirmanden ihren zeitweisen Abschied aus Schüttorf: Für sie geht es in den Herbstferien nach Südafrika. Unter Leitung der Pastoren Frauke Laaser und Thomas Fender wird die elfköpfige Gruppe dort die Partnergemeinde in Lavender Hill besuchen. Die neun Mädchen und zwei Jungen im Alter von 15 und Rike Segrefe, 16 Jahren sind 15 Jahre: im Frühjahr konIch möchte während meiner Zeit in Südafri- firmiert worden. ka Erfahrungen sammeln und auch die durch die Apartheid geprägten Schattenseiten des Landes kennen lernen.

Wenn die Gruppe in Lavender Hill in der Nähe von Kapstadt eintrifft, hat sie eine mehr als 24-stündige Reise hinter sich. Los geht es mit einer Bahnfahrt vom Schüttorfer Bahnhof zum Flughafen nach Düsseldorf. Von dort geht die Reise über Dubai nach Kapstadt. „Es ist zwar nicht der direkte Weg, aber das Angebot war das günstigste“, erläuterte Pastor Thomas Fender die Reiseroute. „Ich bin noch nie so lange geflogen“, ist Lukas Schrapp gespannt auf den Trip an die Südspitze Afrikas. Untergebracht sind die Schüttorfer Jugendlichen in den „Einzelzellen“ eines ehemaligen Gefängnisses, das jetzt als Jugendherberge betrieben wird. Hier wird die Gruppe auch verpflegt – auf südafrikanische Art. „Die haben da riesige Bananen, die aber erst gekocht werden müssen, bevor man sie essen kann. Und Suppe isst man dort mit den Fingern – erst pickt man sich die festen Bestandteile heraus, und dann trinkt man die Suppe aus kleinen Schüsseln“, hat sich CharlotLukas Schrapp, te Temme infor16 Jahre: Wir werden viel erle- miert. „Die Südben und ganz neue afrikaner sind Eindrücke gewinnen. Grillweltmeister, Interessant wird sicher auch der Gottesdienst darauf freue ich mich besondort: mit viel Gesang und fröhlicher als ders“, meint Lubei uns. kas Schrapp.

November 2012

Die elf Jugendlichen lernen mit den Pastoren Frauke Laaser (links) und Thomas Fender (rechts) Südafrika und vor allem die FOTOS: DENNEMANN Schüttorfer Partnergemeinde Lavender Hill kennen.

Finanziert wird die Reise durch einen Eigenanteil der Konfirmanden in Höhe von 800 Euro. Hinzu kommen noch Kulturfördermittel des Auswärtigen Carina Pirling, Amtes, der Kir15 Jahre: chengemeinde Ich bin sehr geSchüttorf und – zum Teil hohe – spannt, erwarte aber auch schlechte LeEinzelspenden bensverhältnisse dort von Gemeindeund freue mich aber mitgliedern. Das auch auf das Besuchsprogramm. Auswärtige Amt gab dabei den Löwenanteil in Höhe von 9000 Euro und Landeskirche steuerte nochmal 4000 Euro bei.

Sehr gespannt sind die Jugendlichen, was sie dort vor Ort erwartet. Sie haben sich darauf eingestellt, dass weder Verkehrssituation, Sicherheitslage noch Niko Rüstmann, die Lebensver15 Jahre: hältnisse mit Der Lebensstandard Deutschland ist ganz anders als hier vergleichbar und auch die Bildung, sind. Neben ei- Ausbildung und Arbeit nem touristi- ist ganz anders organischen Pro- siert. Feste Arbeitsstellen haben sicherlich gramm – mit Benicht viele. suchen von Kapstadt, dem Kap der Guten Hoffnung, dem Tafelberg und Whale-Watching – werden sie aber auch das Ge-

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fängnis auf Robben Island, Townships (Wohnsiedlungen, die während der Apartheid für „Nicht-Weiße“ eingerichtet wurden) und andere, weniger touristische Ziele ansteuern. Auf „Robben Island“ wurde der südafrikanische Friedensnobelpreisträger und ehemalige Präsident Südafrikas, Nelson Mandela, lange gefangen gehalten. Seit zwei Jahren haben die Schüttorfer auch mit Jugendlichen aus der südafrikanischen Partnergemeinde eine Brieffreundschaft. Die gleichaltrigen Südafrikaner werden während des Aufenthaltes konfirmiert, ihre deutschen Brieffreunde können mit ihnen feiern. Aber die Grafschafter werden in Südafrika auch mit anpacken: So sind Besuche und tatkräftige Hilfe in der „New World Foundation“ mit Hausaufgabenhilfe und anderem vorgesehen. „Packt euch Wollsocken, lange Schlafanzüge und Winterkleidung ein, denn dort wird es nachts richtig kalt“, gab Pastorin Laaser mit auf den Weg. Mit zuCharlotte Temme, sätzlicher 15 Jahre: Schminke und zu Das Land hat krasse guter Kleidung Gegensätze: Schöne Landschaften und üble unterstreiche Lebensverhältnisse. man aber den Der Unterschied zwiUnterschied zwi- schen Arm und Reich schen Arm und ist groß, es gibt kaum eine Mittelschicht. Reich zu sehr.

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Dunkle Ruhe Weiche, dunkle Wellen, in die sich meine Finger graben. Kühle Glätte, die auf meiner Haut ruht. Weiche Schwere, die mich umhüllt. Angeschmiegte Wärme, die mich ruft und lockt, dorthin wo ich sein will, dorthin, wo ich ich selbst und doch jemand anders bin. Dorthin. Unnachgiebige Schwerelosigkeit unter mir. Undurchsichtige Dunkelheit um mich. Ruhe. In mir. Julie Marie Rahenbrock, 14 Jahre

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Herbst Der Herbst ist eine gute Jahreszeit. Sie ist so interessant. Die Blätter der Bäume werden bunt. Man sieht öfter die Tiere. Kinder spielen gerne im Laub. Der Sonnenuntergang ist immer schön abends. Der Herbst ist die beste Jahreszeit. Kevin Großmann, 13 Jahre

Fahrradfahren Fahrradfahren ist schön. Fahrradfahren ist gesund. Fahrradfahren ist entspannend. Fahrradfahren ist etwas Gutes. Man kann ein billiges oder ein teures Fahrrad kaufen. Ein billiges kann auseinander fliegen ein teures ist stabil und schnell.

Texte aus der Nordhorner Schreibwerkstatt Schreibst du auch Gedichte oder Kurzgeschichten? Dann schicke sie uns an szene@gn-online.de. Wir veröffentlichen sie gerne.

Justin Hesselink, 13 Jahre

1000 1000 Wörter für dich, 1000 Mal sehe ich dich im Licht, 1000 Gedanken an dich, 1000 Mal möchte ich dir sagen: ich liebe dich. Tausend Sterne in der Ferne, du bist und bleibst meine Laterne. In meinen Träumen kann ich dich sehen, ich wünschte ich könnte nie wieder aus diesen Träumen gehen, um für immer bei dir zu sein, denn ohne dich fühl ich mich ganz allein. Mein Herz ist so leer, ich vermisse dich so sehr, alles ist ohne dich so schwer, du fehlst mir so sehr. Ich kann einfach nicht mehr, meine Erinnerungen schwanken, ich möchte mich ein letztes Mal bei dir bedanken, damit will ich dir nur sagen, ich versuche den Schmerz zu ertragen, was passiert grad hier, wieso bleibst du nicht bei mir? Das Gefühl einfach nur zu schreien, um mich von dem Schmerz zu befreien und für immer bei dir zu sein. Bassam Tender, 21 Jahre

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„In Bentheim hat es gepasst“ Nachgehakt bei Enno Bunger Von Hinnerk Schröer

Bei ihrer ausgiebigen Konzert-Tour machte die ostfriesische Band „Enno Bunger“ auch in der Grafschaft Station. Nach dem Auftritt in der Bad Bentheimer „Kulisse“ sprach Sänger, Kopf und Namensgeber Enno Bunger mit GNSzene über...

merkonzerte im besonders intimen Rahmen spielen. Früher haben wir als Band an jeder Milchkanne gespielt. Inzwischen sind wir aber soweit, dass wir nur dann alle zusammen auftreten, wenn sich die Größe des Konzerts auch lohnt. Ansonsten bin ich alleine unterwegs. ... die Anfänge der Band.

... das Konzert in Bad Bentheim. Es hat wirklich Spaß gemacht, weil es eine schöne Atmosphäre war. Natürlich sind auch wir nicht immer gleich gut drauf und haben mal und mal weniger Bock. Aber hier hat heute alles gepasst. ... die aktuelle Tour. Ich möchte in diesem Jahr die Marke von 100 Konzerten knacken. Was schon eine Herausforderung ist. Unser Auftritt in Bad Bentheim war jetzt Nummer 74. In den kommenden Wochen werde ich alleine auch einige Wohnzim-

Enno Bunger. FOTO: SCHRÖER

Wir kommen alle aus Ostfriesland und sind zum Teil schon zusammen zur Schule gegangen. 2007 haben wir uns dann als Band gegründet. Wenn wir unterwegs sind, ist das immer ein bisschen auch wie auf einer Klassenfahrt. Gerade abseits der Konzert passiert unheimlich viel und wir machen eine Menge Blödsinn.

noch nie aufgetreten. Bad Bentheim kennen wir aber trotzdem. Vor allem den schönen Bentheimer Wald bei Nacht, weil wir dort mit den Jungs vom Videoprojekt „FLMR“ aus Bad Bentheim und Schüttorf unser Musikvideo zu „Die Flucht“ gedreht haben. Das war wirklich eine tolle Erfahrung. Ich kann jedem nur raten, wie unsere Hauptdarstellerin ein... den Bezug zur Grafschaft. mal in der Dunkelheit mit einer Petro... das neue Album leumlampe durch den Wald zu laufen. „Wir sind vorbei“. Obwohl wir als Band oder in Solopro- Und natürlich, sich das Video anzuDarin sind alle Texte autobiogra- jekten schon mehr 200 Konzerte ge- schauen, schließlich ist das echtes Kulphisch. Es ist ein echtes Konzeptalbum spielt haben, sind wir hier in der Region turgut von hier. geworden, in dem das Thema Trennung in verschiedenen Motiven auftaucht und es auch zwischen den Stücken mehrere Querverweise gibt. Die Trennung, die ich damit verarbeite, ist jetzt zwar schon einige Zeit her. Aber dadurch, dass ich mit den Stücken auf Tour bin, ist sie auch immer wieder präsent.

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Heiße Styles für kalte Tage Farbflash contra Herbstblues: Bunte Chinos und farbenfroher Strick machen auch an trüben Tagen Laune! Kuschel Dich durch die kalte Zeit in oversized Pullis oder Cardigans und warmen Sweats mit Logoprints. Witzige Mützen, tolle Schals und Handschuhe perfektionieren den Style – alles was Du brauchst, findest Du jetzt in Deinem Riccio 1-Store.

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Erinnerung lebendig halten Erika Rosenberg berichtet Schülern in Nordhorn vom Ehepaar Schindler Von Jana Hubelitz

„Schindlers Liste“, der Film von Steven Spielberg basierend auf einer wahren Geschichte, ist wahrscheinlich jedem ein Begriff. Oskar Schindler war Held der 1940er Jahre und Retter von rund 1300 Juden vor der Ermordung im Konzentrationslager. Was kaum einer weiß: Seine Frau, Emilie Schindler, hat mindestens genauso viel – wenn nicht noch mehr – dazu beigetragen, dass diese Menschen dem Tod entgangen sind. Um die Erinnerung an die Ehefrau von Oskar Schindler lebendig zu halten, reist die Argentinierin Erika Band de Rosenberg, Historikerin und langjährige Freundin von Emilie Schindler, durch Europa und hält Vorträge über das mittlerweile verstorbene Ehepaar und ihr Handeln. Am wohlsten fühlt sie sich bei ihren Vorträgen in Schulen, da sie selbst Lehrerin ist. Auch in Nordhorn machte Erika Rosenberg Station und sprach im Evangelischen Gymnasium vor zwei neunten Klassen. „Die Menschen sollen wissen, dass Emilie Schindler existiert hat, dass sie tapfer war und handelte“, sagt Erika Rosenberg. „Die Geschichte der Schindlers soll auch an die nächste Generation weiter gegeben werden. Die Kinder gehen nach Hause und erzählen, wovon sie in der Schule gehört ha-

Fenna Somberg, 14 Jahre alt: Ich habe mich vorher schon ein wenig mit dem Thema beschäftigt und war auch schon im Anne Frank-Haus in Enschede. Bei dem Vortrag konnte ich noch mehr lernen. Das Schicksal der Menschen hat mich sehr berührt.

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Gespannt hörten die Schüler der neunten Klassen dem Vortrag von Erika Rosenberg zu.

ben. Das ist schön zu sehen“, erzählt te aus erster Hand zu erfahren. Also zog die Argentinierin, deren Familie aus sie das Thema vor. „Als Vorbereitung auf den Vortrag haben wir uns im UnterDeutschland stammt. richt den Film angeschaut und analyLaut Geschichtslehrerin Johanna siert“, berichtet die Lehrerin. Bradtmöller ist das Ehepaar Schindler Erika Rosenberg gab den Nordhorner eigentlich erst Thema in der zehnten Klasse. Sie wollte sich jedoch nicht die Schülern dabei zahlreiche Möglichkeiten Chance entgehen lassen, die Geschich- Fragen zu stellen, was von den Jugend-

Lennart Geesen, 14 Jahre alt: Mir hat der Vortrag sehr viel Spaß gemacht. Das Thema ist wirklich spannend und man hat einen guten Einblick gewonnen, wie das damals so abgelaufen ist. Ich fühle mich jetzt viel besser informiert und kann mir alles bildlich vorstellen.

Greta Koernig, 14 Jahre alt: Ich bin zwar erst durch die Schule mit dem Thema in Kontakt gekommen, dennoch finde ich, dass es sehr wichtig ist und etwas, mit dem man sich weiterhin auseinander setzen sollte.

FOTO: KERSTEN

lichen gut angenommen wurde. Während die Argentinierin sprach, herrschte im Klassenraum Stille und alle hörten konzentriert zu. Aber was interessiert Jugendliche überhaupt noch an deutscher Geschichte und dem, was damals passiert ist? GN-Szene hat bei einigen Schülern der Klasse 9b nachgefragt.

Kai Rigterink, 15 Jahre alt: Ich finde, die deutsche Geschichte ist ein sehr interessantes Thema. Im Unterricht haben wir versucht, die damalige Situation zu beschreiben. Mir fehlten teilweise die Worte. FOTOS: HUBELITZ

November 2012


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Der Termin für die Premiere steht „Am Ende der Zeit“ wird am 27. Oktober im Nordhorner Kino uraufgeführt Jahren Arbeit sind wir alle vor allem sehr gespannt auf die öffentliche Meinung und neugierig, wie der Film vom Publikum aufgenommen wird“, sagt der Regisseur. „Die große Nervosität kommt wahrscheinlich erst zwei Tage vor der Premiere.“

Von Marina Andree

Es ist soweit! Bereits im Juli berichtete GN-Szene über das regionale Team der jungen Filmemacher um Regisseur Philipp-Tim Rasfeld, das vor zweieinhalb Jahren ein autodidaktisches FilmProjekt startete. Am Sonntag, 28. Oktober, feiert der Film „Am Ende der Zeit“ seine öffentliche Premiere im Nordhorner „Astoria Palast“. Die Welturaufführung des Films findet mit geladenen Gästen einen Tag vorher statt. „Am Ende der Zeit“ ist ein Actiondrama, das sich aus einer Initiative von Jugendlichen aus der Region entwickelte. In dem Film geht es um zwei Nordhorner, die nach der Rückkehr von einer Reise mit den verschiedensten Problemen konfrontiert werden, deren Ursprung sie sich nicht erklären können. Zentrales Thema ist eben das „Ende der Zeit“, das die Maya für Dezember 2012 vorausgesagt haben. Die Idee für einen Film in dieser Dimension hatte Philipp „Miu“, der sich seit seiner Kindheit mit dem Filmen und Inszenieren beschäftigt, bereits vor einigen Jahren. 2010 begannen dann die ersten konkreten Arbeiten. Die Schauplätze befinden sich hauptsächlich in Nordhorn, wodurch bei den Vorführungen wohl des öfteren ein „Da war ich auch schon mal!“ im Kinosaal zu hören sein wird. „Das ist das Besondere an dem Film: Wir kombinieren Heimatverbundenheit mit einer Geschichte zum Nachdenken. Es ist vor allem ein Film für alle Grafschafter, die Nordhorn zum ersten Mal auf der Kinoleinwand erleben wollen“, meint der 25-jährige Rasfeld.

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Ob jung oder alt – die ganze Grafschaft Bentheim ist eingeladen, das Ergebnis von mehr als zwei Jahren Arbeit und Disziplin von rund 45 Mitwirkenden zu feiern. Die Gelegenheit, seine Heimatstadt im Kino zu bewundern, bietet sich vermutlich nicht vielen – durch das Team der Grafschafter Kunstschaffenden ändert sich das jedenfalls für Nordhorn. Mal sehen, was das Publikum meint Regisseur und Drehbuchautor Philipp-Tim Rasfeld startete das Projekt mit einem Aufruf über das Internet, aus dem sich nach und nach ein festes Team formte. „Jetzt nach zweieinhalb

Entstanden ist der Film aus dem anfänglichen Ziel, sich selbst Referenzen für ein zukünftiges Studium im Bereich Film und Regie zu schaffen. Die meisten Jugendlichen standen während der Entstehung des Projekts am Ende ihrer Schulzeit. Fast die gesamte Truppe bestand zu Beginn der Arbeit aus Laien, alle Fertigkeiten haben sie sich selbst beigebracht oder voneinander gelernt. Eine Ausnahme gibt es: Henning Pohlmann aus Emlichheim, der die Filmmusik für „Am Ende der Zeit“ komponierte und bereits mit Größen wie Hans Zimmer zusammenarbeiten durfte. Gezeigt wird der Film mit einer Belichtung auf 35mm Film (Cinemascope), einem professionellen Kinoformat, das auch beim Zeigen von Blockbustern verwendet wird. Dieses Format wurde den Filmemachern von der Sparkassenstiftung ermöglicht. Karten für die Premiere gibt es jetzt an der Abendkasse des „Astoria Palastes“ – also ab 20 Uhr. Sie kosten 7,50 Euro für einen Sessel und 6 Euro fürs Parkett. Einlass für die Premiere ist um 19 Uhr, der Film startet um 20 Uhr. Wer an dem Termin schon etwas anderes vor hat: Nach der Premiere soll „Am Ende der Zeit“ mittwochabends im Nordhorner Capitol zu sehen sein.

Den Trailer zum Film und einen ev1.tv-Talk mit Philipp-Tim Rasfeld und Henning Pohlmann findet ihr unter www.gn-szene.de – einfach im Suchfeld @3954 eingeben.

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Bedrückende Geschichte(n)

Von Michael Kohsiek

GN-Szene-Buchtipp: „Winter der Welt“ von Ken Follett Von Michael Kohsiek

Die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, der Erste Weltkrieg, wurde vor knapp anderthalb Jahren im ersten Teil („Sturz der Titanen“) der „JahrhundertSaga“ von Ken Follett eindrucksvoll – aber nicht ohne Schwächen – dargestellt. Im zweiten Teil „Winter der Welt“ folgt nun der Weg in den abscheulichen Vernichtungskrieg Hitlers: Der britische Schriftsteller hat sich die geschichtlich ohne Zweifel bedrückendsten einhundert Jahre Europas ausgesucht. Wie im ersten Band merkt der Leser ab der ersten Seite, wenn Follett einen direkt in die Geschichte zieht, dass er sein Autorenhandwerk nicht erst seit ein paar Monaten ausübt. Schließlich hatte er schon im Jahr 1978 seinen ersten großen Bestseller „Die Nadel“. In „Winter der Welt“ stolpert man über altbekannte, liebgewonnene Gesichter, würde die Geschichte aber auch ohne Kenntnis des ersten Romans verstehen. Dennoch sei die vorherige Lektüre von „Sturz der Titanen“ empfohlen.

er Familien und ihrer näheren Umgebung porträtiert: „Liebe und Hass, Anpassung und Widerstand bilden ein schicksalhaftes Geflecht vor dem großen Panorama des Zweiten Weltkriegs, Abermals wird im zweiten Teil der der dramatischen Zeitenwende des „Jahrhundert-Saga“ das Schicksal drei- zwanzigsten Jahrhunderts“, so lautet

ALTERNATIVEN

der Klappentext des Romans. Zeitlich begonnen wird im Jahr 1933. Die beiden Brüder Grigori und Lev Peschkow leben noch immer in komplett anderen Welten, Familie von Ulrich erlebt den Aufstieg der Nazis schmerzhaft am eigenen Leibe und die Fitzherberts in England erfahren ebenfalls eine (nicht gerade positive) Wandlung. Auch die Familie des Bergarbeiters Williams spielt eine nicht unerhebliche Rolle in Folletts neuem Buch. Ähnlich wie bei „Sturz der Titanen“ könnte man nun die manchmal arg holzschnittartigen Charakterzeichnungen und die des Öfteren arg gestelzten Dialoge bemängeln. Auch die recht häufigen sexuellen Anspielungen (dabei bleibt es oft auch gar nicht) könnten für manchen Leser ein Ärgernis sein. Dennoch wird auch „Winter der Welt“ – und da muss man kein Prophet sein – aufgrund exzellenter Recherche, des ohne Zweifel vorhandenen Lernfaktors und trotz (oder gerade wegen) des schwierigen Themas, das sehr gut lesbar verpackt wurde, weltweit abermals eine riesige Fangemeinde finden. Ein gutes Buch ist es allemal.

Die Australier Hellbringer haben ihr Album „Dominion Of Darkness“ nicht nur in ein herrliches Cover gehüllt (genau so muss eine Thrashscheibe aussehen!). Nein, sie kann auch musikalisch voll und ganz überzeugen. Irgendwo zwischen alten Slayer, Kreator und den Kanadiern von Sacrifice angesiedelt, thrasht man herrlich unbekümmert durch die Botanik und zeigt vor allem textlich keine Angst vor Klischees. Die Musik macht dabei keinerlei Gefangene. Die Gitarren klingen genauso wie Gitarren bei einer solchen Stilistik klingen sollten, weshalb Hellbringer zweifelsohne jeden Thrasher glücklich machen sollte. Die Vinylscheibe hat leider kein Gatefold-Cover (man ist schon fast zu verwöhnt), dafür ist aber ein Einlegeblatt mit den Texten und ein großformatiges Poster des – ich erwähnte es bereits – großartigen Artworks enthalten. Für mehr Alternativen einfach @3956 im Suchfeld auf www.gn-szene.de eingeben.

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„Kein Vergleich zu Deutschland“ Katja Bauch arbeitet mit Kindern in Tansania Von Jana Hubelitz

Katja Bauch studiert mittlerweile im achten Semester Sonderpädagogik auf Lehramt an der Universität in Köln. Ihre Semesterferien in diesem Jahr verbrachte die Bad Bentheimerin auf eher ungewöhnliche Weise. Durch eine Freundin kam sie mit dem Programm der Landesregierung Nordrhein-Westfalen „Konkreter Friedensdienst“ – das Stipendien in einer Höhe von bis zu 980 Euro vergibt – in Verbindung. Da sie zwischen 18 und 25 Jahre alt war, ihren Wohnsitz in NordrheinWestfalen hatte und bereit war an einem Entwicklungsprojekt teilzunehmen, verschlug es sie in den Semesterferien Anfang des Jahres nach Moshi, eine Stadt zu Füßen des Kilimandscharos im Nordosten von Tansania.

mit geistiger Behinderung. „Die Schule ist nicht mit Schulen, wie wir sie hier in Deutschland kennen, zu vergleichen“, sagt Katja. Sie bestand nur aus einem Klassenraum, den sich zwölf Schülerinnen und Schüler zwischen acht und neunzehn Jahren teilten. Eine Lehrerin und eine Sozialarbeiterin waren für die Kinder zuständig, machten Hausbesuche bei denen, die aufgrund mangelnder Mobilität nicht zur Schule kommen konnten, halfen bei leichten Hausarbeiten und achteten darauf, dass gesundheitlich alles in Ordnung war. Katja und ihre Freundinnen unterstützten sie dabei tatkräftig.

Offizielle Sprachen in Tansania sind Kisuaheli und Englisch. Allerdings sprechen die meisten Menschen in Moshi nur Kisuaheli und ihre Stammessprachen – was den drei Mädels einige Probleme bereitete. Zwar besuchten sie zuZusammen mit zwei Freundinnen ar- vor einen Sprachkurs in Kisuaheli an der beitete die 24-Jährige dort fünf Wochen Uni Köln, doch reichten die erworbenen an einem Schulprojekt für Menschen Grundkenntnisse nicht aus, um sich im Katja mit einem Kindergartenkind in Tansania. Alltag zu verständigen. So mussten die wenigen bekannten Vokabeln unter Einsatz von Händen und Füßen und einem Malblock ausreichen. Das funktionierte im Großen und Ganzen ganz gut. Nur mit den Schülern hat es ein paar Schwierigkeiten gegeben, da diese nicht begreifen konnten, dass die Deutschen ihre Sprache einfach nicht verstanden. lädt dich ein „Besonders bei Abwesenheit der Lehrer zur zweiten konnte das Schlichten von Streitigkeiten ziemlich schwierig werden“, sagt Katja.

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„Auch das Essen unterscheidet sich sehr von dem, was wir in Deutschland kennen. Ein typisches Gericht ist zum Beispiel ein Eintopf aus Kochbananen, Kidneybohnen und Rindfleisch“, führt die Obergrafschafterin fort. Es gab aber auch viel frisches und günstiges Obst zu kaufen. Ein bisschen schwierig war es allerdings manchmal, zu erläutern, warum Katja Vegetarierin ist. „Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in Tansania kaum Massentierhaltung, weshalb dieser Grund gerade wegen unserer Schwierigkeiten mit der Sprache schwer zu erklären war. Auch mögliche umweltpolitische und soziale Aspekte waren für sie zunächst etwas befremdlich“, erzählt Katja. Besonders gefallen hat ihr der Besuch in einer Massai-Schule. Er sollte dazu beitragen, dass der Schuldistrikt auf die Projekte der Freiwilligen aus

Gruppenfoto mit der Schulklasse und einigen Gemeindemitgliedern.

Deutschland aufmerksam gemacht wird. Es gab aber auch einige Situationen, in denen sie sich aufgrund ihrer Hautfarbe anders behandelt gefühlt hat, was für sie im Nachhinein aber sehr lehrreich war: „Als westlich privilegierte Frau bin ich in Deutschland eigentlich selten von Diskriminierung betroffen. Demnach urteile ich häufig auch in Fragen der Toleranz aus dieser Position,“ sagt die Studentin. Dieser Wechsel habe ihr die Wichtigkeit von Akzeptanz und Schutz gegenüber Minderheiten noch einmal stark verdeutlicht. Zudem hat sie die in Deutschland gültigen Standards, wie zum Beispiel ein ausgereiftes Gesundheitssystem oder ein

funktionierendes polizeiliches Notrufsystem, noch einmal mehr zu schätzen gelernt. Trotz dieser Unterschiede würde Katja wieder in das Land an der Ostküste Afrikas fliegen. „Der Aufenthalt war zwar eine große Herausforderung, da Lebensweise und Kultur sich so stark von der Deutschen unterscheiden, aber ich habe in der Schule und in der Gemeinde so viele nette und kontaktfreudige Menschen kennen gelernt. Diese Erfahrung möchte ich nicht missen“, sagt Katja. Bei ihrem nächsten Besuch würde sie allerdings gerne noch andere Ecken Tansanias entdecken.

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Schwarzsender als Namensgeber Bastian und Hendrik aus Hoogstede sind erfolgreich als DJs unterwegs Von Hinnerk Schröer

In der DJ-Szene gibt es immer wieder neue Gesichter. Das gilt natürlich auch für die Grafschaft. Zwei Jungs, die sich aktuell so richtig im Aufwind befinden, sind Bastian Barth und Hendrik Ellen. Die beiden Hoogsteder haben sich vor allem in der Niedergrafschaft als „Arizona Event Show“ bereits einen Namen gemacht. Denn die beiden Studenten sind nicht nur auf Partys oder Geburtstagen mit ihrem mobilen Equipment unterwegs, sie haben auch schon auf großen Zeltfesten für Stimmung gesorgt. So wie beim Scheunenfest der Landjugend in Emlichheim vor rund 2000 Leuten. Aller Anfang ist das Auflegen im Bekanntenkreis Für ihr großes Hobby, das sich inzwischen zu einem kleinen Business entwickelt hat, kommen die beiden an den Wochenenden regelmäßig in ihre Heimat. Hendrik studiert in Oldenburg Bauwesen, Bastian ist in Aachen in Sachen Elektrotechnik an der Uni unterwegs. Ihre musikalische Ausstattung ist stetig angewachsen. „Wir investieren die Ga-

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ge, die wir einnehmen, immer sofort wieder in neues Equipment“, berichtet der 22-jährige Hendrik, der trotz seiner jungen Jahre bereits ein alter Hase hinter den Plattentellern ist. „Ich habe schon als Zwölfjähriger auf den Feiern meiner Eltern aufgelegt“, erzählt er. Eine ähnliche Geschichte hat auch Bastian hinter sich. Der 24-Jährige war erst bei kleineren Feiern von Freunden am Start, bevor sich beide vor einigen Jahren zusammentaten. „Zu zweit macht es einfach viel mehr Spaß. Und wir ergänzen uns sehr gut“, betont Bastian. Beide können bei ihrer Arbeit als DJ auch einen Teil ihrer Kenntnisse aus ihren Studiengängen einbringen. Bastian kümmert sich verstärkt um die Technik, Hendrik hat einen Überblick über Aufbau und Konstruktion der Bühne.

na Event Show“ ist nicht ohne Grund gewählt. Die beiden DJs haben eine gemeinsame „Jugendsünde“ hinter sich: einen Schwarzsender. Die Musiksendungen, die sie mit Freunden auf die Beine stellten und mit reichlich Leben füllten, gingen als „Radio Arizona“ über den Äther. „In unser Gegend kannte unseren Sender fast jeder. Uns haben nicht nur unsere Freunde sondern auch Ältere gehört“, erzählt Hendrik über das

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Way of Life!

Die Anfänge liegen bei „Radio Arizona“, UKW 98,6 Während solche Karrieren, die im Bekanntenkreis beginnen und sich dann Stück für Stück steigern, noch die Regel sind, ist eine andere Anekdote ein echtes Novum. Denn der Name „Arizo-

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ungewöhnliche Hobby auf der UKWFrequenz 98,6. Vom hohen Bekanntheitsgrad profitieren die beiden jetzt. Zu Beginn des Jahres gründeten sie ein gemeinsames Unternehmen. In ihrer GbR kümmern sie sich nicht nur ums Auflegen, sondern sind auch im Verleih von Anlagen und weiterem Equipment unterwegs. „Wir machen zum Beispiel bei einem plattdeutschen Theaterstück den kompletten Ton“, erzählt Hendrik, der sich durchaus vorstellen kann, die Eventgeschichten zu seinem Beruf zu machen. Ob die Grafschaft für die Pläne groß genug ist, bezweifelt er aber eher. Im Gegensatz zum Musikauflegen hat dieser Plan einen wichtigen Vorteil. Es ist nicht auf die nächtlichen Partystunden beschränkt. Denn bislang gilt oft: „Wenn die anderen feiern, müssen wir arbeiten“, heben die beiden hervor. Das eigene Losgehen mit der Clique muss deshalb häufig zurückgestellt werden. Dies nehmen die Arizona-DJs aber gern in Kauf. Denn wenn eine Party dank ihrer Musik so richtig ins Rollen kommt, ist alles andere vergessen. „Das ist schon ein tolles Gefühl“, schwärmt das Duo.

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„Ich will kein IKEA-Künstler sein“ Arne Mons aus Nordhorn studiert „Kunst und Technik“ in Enschede Von Frauke Schulte-Sutrum

„Gut, dass wir ihm damals nicht verboten haben, zu malen“, zitiert Arne Mons seinen Vater im Gespräch mit GN-Szene. Der 26-Jährige studiert im dritten Jahr „Kunst und Technik“ an der Saxion Hogeschool in Enschede, wo er auch wohnt. Während seines Studiums lernt er zum Beispiel zu programmieren, Trailer und Kurzvideos zu schneiden, interaktive Installationen zu bauen oder in 3-D-Programmen Verpackungen zu designen. Außerdem werden im Fach „Concept Design“ zum Beispiel Konzepte und Designs von „Playstation“-Spielen behandelt. Arnes Herz schlägt allerdings mehr für Illustrationen. Nach seinem Studium möchte er am liebsten als Art-Director in einer Agentur arbeiten, aber: „Bis dahin ist es noch ein langer Weg“, sagt der Nordhorner. Schöne Bilder sind nicht sein Ding Im Prinzip gefällt ihm das englischsprachige Studium in Enschede ganz gut, maltechnisch hat er allerdings nicht viel gelernt: „An der Saxion habe ich viel über die Farbenlehre erfahren, ansonsten habe ich mir das Zeichnen selber beigebracht“, erzählt Arne. „Schöne“ Bilder – die sind nicht sein Ding: „Ich lege nicht viel Wert auf Kommerz oder Ästhetik, viel mehr möchte ich eine sozialkritische Aussage machen und Assoziationen wecken.“ Das Problem hierbei sei dann allerdings, dass viele Betrachter sich diese Bilder „nie ins Zimmer hängen würden“ beziehungsweise die Abbildungen nicht verstehen.

Nach dem Abitur wurde er an der Kunstakademie „AKI“ in Enschede angenommen. Als ein Dozent ihn dort allerdings als IKEA-Künstler bezeichnete und seine Kunst keinen Anklang bei weiteren Dozenten fand, brach er das Studium ab „Ich habe mir nichts mehr zugetraut“, erinnert sich der Nordhorner. Nach einer kurzen Sinnkrise wollte er eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann machen, fing dann aber doch kurzerhand an der Saxion an. „Ab da habe ich dann voll reingehauen und jeden Tag nur noch gemalt, um einen Trotzdem hat Arne schon einige Auf- Wiedererkennungswert zu entwickeln“, träge an Land ziehen können. So hat er erzählt Arne. beispielsweise im „Pier 99“ das MenüFür viele seiner Werke sprüht der 26Board mit seinen Zeichnungen verschönert. Außerdem hängen Bilder von ihm Jährige mit Schablonen Motive auf groin der „Bierkantine“ und im „Guido’s“, ße Leinwände. Oft benutzt er aber auch wo er am Wochenende arbeitet, um einfach den Bleistift. Manchmal erinnern sein Studium zu finanzieren. Zudem hat seine Bilder an Karikaturen. „Es sind er schon Postkarten für die Stadt Nord- aber keine, ich überspitze beispielsweihorn gestaltet und vor Kurzem hat ein se nur Gesichtszüge“, sagt er. Als holländisches Unternehmen eine Hand- „Künstler“ möchte sich Arne (noch) yhüllen-Kollektion für Smartphones mit nicht bezeichnen: „Nur weil ich mit Farzwei Bildern von Arne produziert. „Die be umgehen kann, bin ich noch kein Hüllen werden in Australien und Russ- Künstler. Erst muss die Gesellschaft land verkauft – das ist schon ein schö- meine Bilder als Kunst bezeichnen“, sagt er. ner Nebenverdienst“, erzählt er. Wenn Arne in etwa anderthalb Jahren mit seinem Studium fertig ist, möchte er sich Richtung Berlin orientieren. „Ich Bereits im Kunst-Leistungskurs am denke, dass ich beruflich dort mehr Gymnasium Nordhorn kam ihm die Möglichkeiten haben werde, als hier in Idee, sein Hobby zum Beruf zu machen. der Grafschaft.“ Der erste Versuch in Enschede war nichts

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WISSEN, WAS LÄUFT

Berlin Day & Night

J.B.O

26.10.2012, 00:00 Uhr Uelsen, Zak

03.11.2012, 20:00 Uhr Osnabrück, Rosenhof

Herbstkirmes Nordhorn 26.-29.10.2012, 14:00 Uhr Nordhorn, Neumarkt

Hangover Night 26.10.2012, 22:00 Uhr Schüttorf, Index

„Theater, Theater“ 26.10.2012, 20:00 Uhr Nordhorn, NINO-Hochbau

Exclusive 90s 27.10.2012, 22:00 Uhr Uelsen, Zak

HalloweenPartynacht 27.10.2012, 23:00 Uhr Nordhorn, Abacco

Premiere: „Am Ende der Zeit“ Kinofilm mit Schauplatz Nordhorn. 28.10.2012, 20:00 Uhr Nordhorn, Astoria-Palast

Halloween Party – Monster Deal 31.10.2012, 22:00 Uhr Schüttorf, Index

Metalgewitter mit Stepmother und Among the Bridge 02.11.2012, 20:00 Uhr Neuenhaus, Gleis 1

Halloween Party – Tanz der Vampire

Halloween Finale 03.11.2012, 22:00 Uhr Schüttorf, Index

Die So-wie-esfrüher-war-Party 03.11.2012, 23:00 Uhr Nordhorn, Abacco

18. Schüttorfer Musiknacht

Black Music Festival 16.11.2012, 22:00 Uhr Schüttorf, Index

mit „The Shanes“ 10.11.2012, 20:00 Uhr Schüttorf, Innenstadt

Kay One Birthday Party: 24 Jahre Index

16.11.2012, 22:00 Uhr Uelsen, Zak

VIP Night

10.11.2012, 22:00 Uhr Schüttorf, Index

17.11.2012, 23:00 Uhr Nordhorn, Abacco

Black Music Festival

Slam FM. Clubevent No. 10

09.11.2012, 22:00 Uhr Schüttorf, Index

10.11.2012, 23:00 Uhr Nordhorn, Abacco

Daniele Negroni und Band 18.11.2012, 18:00 Uhr Osnabrück, Rosenhof

Phillip Boa & The Voodooclub. FOTO: PRIVAT

Lesung „Herr der Ringe“, Band 1 mit Rainer Rudloff 21.11.2012, 19:00 Uhr Neuenhaus, Gleis 1

Discotheque & Special Event 23.11.2012, 22:00 Uhr Schüttorf, Index

Bollock Brothers Vorstellung der DVD: „Live and Dangerous“ 24.11.2012, 19:00 Uhr Schüttorf, Komplex

Feier dich reich 24.11.2012, 23:00 Uhr Nordhorn, Abacco

Ahzumjot: Keine Sorge, Mama-Tour 30.11.2012, 20:00 Uhr Osnabrück, Kleine Freiheit

Hangover Night

02.11.2012, 22:00 Uhr Schüttorf, Index

30.11.2012, 22:00 Uhr Schüttorf, Index

Brace Yourselves Tour 2012

Phillip Boa & The Voodooclub

03.11.2012, 20:00 Uhr Bad Bentheim, Jugendhaus

30.11.2012. 21:00 Uhr Lingen, Alter Schlachthof

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