Bank Cler / Chancen 3/2021

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chancen Finanzmärkte und Konjunktur

Megatrends – Anlagethemen, die bewegen

3/2021


«Mit der Verfügbarkeit an Impfstoffen kehrt die Klimakrise wieder verstärkt ins Bewusstsein von Anlegerinnen und Anlegern zurück.» Dr. Sandro Merino, Chief Investment Officer


Editorial

Megatrends – Anlagethemen, die bewegen

Dr. Sandro Merino Chief Investment Officer

Liebe Leserinnen und Leser Auch nach knapp zwei Jahren Corona-Pandemie und trotz nochmals steigenden Impfraten und Massnahmen wie Tests, dem Tragen von Masken, Abstandsregeln etc. ist die Notlage noch nicht abschliessend überwunden. Dennoch kehren in unseren Breitengraden allmählich auch andere Themen zurück in den Fokus der Öffentlichkeit und der Marktteilnehmer. In der aktuellen Ausgabe unseres «Chancen»-Magazins richten wir den Blick ebenfalls über die Pandemie hinaus und beschäftigen uns mit diversen Megatrends, die die Gesellschaft künftig prägen und gleichzeitig interessante Anlagemöglichkeiten bieten. Dazu gehören, neben dem anhaltenden Anlagenotstand infolge der tiefen Zinsen, «grüne» Themen wie die erneuerbaren Energien, die Herausforderung bei Batterierohstoffen, der Innovationsbedarf beim Thema Wasser, die Städte der Zukunft oder Greenwashing. Zusätzlich beleuchten wir die Opportunitäten bei Nasdaq-100-Konzernen, besprechen die Entwicklungen im Bereich der Technologie und skizzieren die Chancen und Risiken für Anleger bei Fintechs. Als Ergebnis unserer Analyse stellen wir Ihnen konkrete Anlageideen, sprich Fonds, vor, die wir als mögliche sinnvolle Bausteine für Ihre Portfolios erachten. Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre und weiterhin viel Erfolg beim Anlegen. Herzlichst

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In dieser Ausgabe 18

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«Grüne Revolution» als grosse Herausforderung für die Bergbauindustrie

Von erneuerbaren Energien und «veralteten» Energieträgern

22 Wasser: Das «blaue Gold» wird in Zukunft noch begehrter

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Editorial

Nachhaltiges Anlegen und der Vorwurf von Greenwashing Wir empfehlen jeder Kundin und jedem Kunden – auch nach Abwägung berechtigter Kritik an manchen Produkten – die Wahl nachhaltiger Anlagen.

6 Warum der Anlagenotstand noch länger andauern dürfte Die Geldpolitik der vergangenen Jahre hat die Ent­ wicklung sinkender Zinsen akzentuiert. Allerdings zeigt der Trend bei den Zinsen nicht erst seit 2015 nach unten.

18 «Grüne Revolution» als grosse Herausforderung für die Bergbauindustrie Die Bergbauindustrie muss die Fördermenge der benötigten Rohstoffe deutlich erhöhen, ohne dabei die Batterieentwicklung aus dem Auge zu verlieren.

10 Von erneuerbaren Energien und «veralteten» Energieträgern An der Energiewende führt kein Weg vorbei, sofern die Pariser Klimaziele erreicht werden sollen. Diese Haltung wird auch zunehmend von den Vertretern der fossilen Energiewirtschaft akzeptiert.

22 Wasser: Das «blaue Gold» wird in Zukunft noch begehrter Wasser ist Grundvoraussetzung für intakte Ökosysteme. Wasser und Klimawandel stehen in einer Wechselwirkung zueinander. Und auch für Anleger kann Wasser von Bedeutung sein.

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Technischer Fortschritt – es geht immer weiter

Technologieaktien – weshalb sie heute in jedes Portfolio gehören

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Städte der Zukunft – Rüebli von der Bahnhofstrasse Auf den Dächern von Paris erntet man inzwischen rund eine Tonne Obst und Gemüse am Tag. Die französische Hauptstadt will weitere 100 Hektar an Stadtfläche bepflanzen.

Fintech 3.0 – gekommen, um zu bleiben Die Chancen und Risiken im Fintech-Bereich sind gleichermassen hoch. Welche Technologien und Produkte sich durchsetzen, welche in einer Marktnische landen oder welche ganz verschwinden, ist nicht überall klar.

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Finanzmarktausblick Es gilt auch 2022, erkennbare Risiken möglichst zu vermeiden und Opportunitäten zu nutzen. Wichtig ist dabei eine breite Diversifikation der Anlagen, um mittel- und langfristig gesteckte Ziele zu erreichen.

Technologieaktien – weshalb sie heute in jedes Portfolio gehören Während vor 20 Jahren viele Nasdaq-100-Unternehmen keine Gewinne erwirtschafteten, sind sie nun sogar profitabler als zahlreiche Standardunternehmen.

32 Technischer Fortschritt – es geht immer weiter Es ist für Anlegerinnen und Anleger kaum möglich, bei den rasanten Entwicklungen den Überblick zu behalten. Hier helfen breit diversifizierte Fonds, die bereits in der Vergangenheit gute Resultate erzielen konnten.

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Warum der Anlagenotstand noch länger andauern dürfte

((Bild folgt))

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Von Dr. Stefan Kunzmann, Leiter Investment Research

Warum der Anlagenotstand noch länger andauern dürfte Mit der Einführung von Negativzinsen hat die Schweizer Nationalbank Anfang 2015 eine neue Zeitrechnung an den Obligationenmärkten ein­ geläutet. Renditen zehnjähriger Schweizer Staatsanleihen sanken unter die magische Null-Prozent-Marke. Im Jahr 2019 rentierten zehnjährige Eidgenossen gar mit weniger als minus 1 %. Wer also eine Anleihe zu diesem Zeitpunkt über 10 000 Franken gekauft hat, zahlt dem Schweizer Staat über die gesamte Laufzeit am Ende 1000 Franken an Zinsen. Und zwar dafür, dass er der Eidgenossenschaft sein Geld geliehen hat. Die Geldpolitik der vergangenen Jahre hat diese Entwicklung noch akzentuiert, der Trend bei den Zinsen zeigt jedoch nicht erst seit 2015 nach unten.

Es gibt viele Faktoren, die Zinsen kurz-, mittel- und langfristig beeinflussen. Beispiele sind die Wachstumsperspektiven von Volkswirtschaften, deren Produktivitätsfortschritte, die Inflationserwartungen und die Staatsverschuldung, aber auch Fragen der Vermögens- und Einkommensverteilung sowie der Demografie. Eine Studie im Auftrag des SECO1 begründet mit Verweis auf wissenschaftliche Arbeiten den Rückgang der Nominalzinsen über die vergangenen drei Jahrzehnte zu einem nicht geringen Teil mit den über die Zeit gesunkenen Inflationserwartungen. Neben

den Nominalzinsen sind aber auch die Realzinsen über die Jahrzehnte Schritt für Schritt gesunken – also die Zinsen, die einem nach Abzug der Preissteigerungsrate (Abb. 1) oder der Inflationserwartungen am Ende übrig bleiben. Dabei sind negative Realzinsen, wie die Abbildung zeigt, kein neues Phänomen. Neu ist gemäss der Studie aber die Tatsache, dass sie aktuell nicht auf gestiegene Inflationserwartungen, sondern auf gesunkene Nominalzinsen zurückzuführen sind.

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Warum der Anlagenotstand noch länger andauern dürfte

Abb. 1: Schweizer Realzinsen im Minus 14 12 10 8 6 4 2 0 –2 –4 –6 –8 01/73 01/76 01/79 01/82 01/85 01/88 01/91 01/94 01/97 01/00 01/03 01/06 01/09 01/12 01/15 01/18 01/21 SNB-Renditen real (nach Abzug der Inflationsrate)

SNB-Renditen nominal

Inflationsrate Schweiz

Quelle: Bank Cler, Bloomberg, Daten per 30.09.2021. SNB-Obligationen-Renditen zehnjähriger Schweizer Staatsanleihen abzüglich der Schweizer Inflationsrate

Wie die Altersstruktur die Realzinsen beeinflusst Ein wichtiger Grund für den Rückgang der Realzinsen in den vergangenen Jahrzehnten ist für die Forschenden die Entwicklung der Altersstruktur. Dabei spielte im Unter­ suchungszeitraum besonders der Anteil der Bevölkerung im Alter zwischen 40 und 64 Jahren eine wichtige Rolle. Dieser Altersgruppe wird eine deutlich höhere Sparneigung attestiert, was unter anderem mit der gesamthaft ge­ stiegenen Lebenserwartung zusammenhängen dürfte. Steigt diese, braucht es beim Renteneintritt höhere Ersparnisse, um den gewohnten Lebensstandard länger aufrechtzuerhalten.

Rückgang der Schweizer Realzinsen bis 2010 zu einem nicht unerheblichen Teil mit dem gestiegenen Anteil dieser Bevölkerungsgruppe an der Gesamtbevölkerung. Die Autoren der Studie dämpfen gleichzeitig Erwartungen, wonach eine künftige Veränderung der Altersstruktur, bspw. ein steigender Anteil der Bevölkerungsgruppe 65+, die Zinsen wieder deutlich steigen liesse. Ungleichheit in der Einkommensverteilung und der Mangel an sicheren Anlagen Ein weiterer Faktor, der Zinsen und Renditen von Obligationen beeinflussen dürfte, sind ungleich verteilte Einkommen und Vermögen. Personen mit hohen Einkommen wird in Relation zum verfügbaren Einkommen in aller Regel eine deutlich geringere Konsumquote attestiert. Sie können entsprechend mehr von ihrem Einkommen sparen. Je grösser also die Ungleichheit in der Einkommensverteilung zugunsten hoher Einkommen, desto höher ist gemäss Theorie die Ersparnis und umso stärker der Druck auf die Zinsen. Fehlen gleichzeitig ausreichend sichere Anlagen, wie infolge der Sparbemühungen der öffentlichen Hand, konkurrieren die vorhandenen Ersparnisse um die begrenzt verfügbaren Obligationen. Die Kurse der Obligationen steigen und damit der Druck auf deren Renditen.

Eine höhere Lebenserwartung erfordert höhere Ersparnisse. Der gestiegene Anteil dieser Gruppe an der Gesamtbe­ völkerung führte somit zu einem Anstieg des gesamten Sparkapitals und erhöhte die Nachfrage nach Investi­ tionsmöglichkeiten. Entsprechend erklärt die Studie den

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Warum der Anlagenotstand noch länger andauern dürfte

Wenige Menschen verdienen immer mehr Geld, das sie sparen und sicher anlegen wollen. Diese Nachfrage drückt auf die Renditen.

Wie können Sie dem Anlagenotstand begegnen? Unsere Kundenberatenden zeigen Ihnen gerne auf, welche Möglichkeiten Sie haben.

Anlagenotstand und weshalb er uns noch einige Zeit begleiten dürfte Zahlreiche Autorinnen und Autoren wie auch Ökonominnen und Ökonomen machen es sich zu einfach, wenn sie allein die Notenbanken für das aktuell sehr tiefe Zinsniveau verantwortlich machen. Tiefe Inflationserwartungen sowie strukturelle Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft haben ebenfalls dazu geführt, dass die Renditen auf die heutigen Niveaus gesunken sind. Entsprechend wird uns der Anlagenotstand selbst bei leicht höheren Renditen wahrscheinlich noch geraume Zeit begleiten. Anlegerinnen und Anleger, die positive Renditen erzielen wollen, kommen somit um eine Beimischung riskanterer Anlagen in ihre Portfolios nicht herum. ■

cler.ch/beraten-werden

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Reto Föllmi, Niklas Isaak, Philipp Jäger, Torsten Schmidt und Pascal Seiler (2021): «Ursachen und Wirkungen der Tiefzinsphase – Eine empirische Analyse mit Mikro- und Makrodaten.» Grundlagen für die Wirtschaftspolitik Nr. 26. Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, Bern, Schweiz

Sparen fürs Alter. Aktuelle Studien zeigen, dass wir im Alter zwischen 40 und 64 Jahren verstärkt Rücklagen für die Rentenzeit bilden. Da unsere Lebenserwartung stetig steigt, erhöht sich der Bedarf an angespartem Kapital.

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Von Nicolas Hefti, Senior Investment Advisor

Von erneuerbaren Energien und «veralteten» Energieträgern An der Energiewende führt kein Weg vorbei, sofern die Pariser Klimaziele erreicht werden sollen. Wie dringend der Handlungsbedarf ist, hat zuletzt ein Sonderbericht des Weltklimarats gezeigt. Entsprechend bedarf es nun in den Sektoren, die am meisten Emissionen produzieren (Energie, Transport und Industrie), drastischer Massnahmen, um den globalen CO₂-Ausstoss deutlich zu senken.

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Von erneuerbaren Energien und «veralteten» Energieträgern

«

Wer zeichnet als Autor für die folgenden drei Sätze verantwortlich?

Die Ausbeutung und Erschliessung neuer Öl- und Gasfelder müssen in diesem Jahr gestoppt werden.

«

Es dürfen keine neuen Kohlekraftwerke gebaut werden.

»

»

«

Ab dem Jahr 2035 soll der Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren auf der ganzen Welt eingestellt werden.

»

Diese drei Zitate respektive Forderungen stammen nicht etwa von radikalen Klimaschützerinnen und -schützern, sondern von der IEA, der Internationalen Energieagentur. In die gleiche Richtung zielt der britische Öl- und Gaskonzern BP (British Petroleum). Dessen Chefökonom, Spencer Dale, stellt fest, dass der letztjährige – coronabedingte – substanzielle Rückgang der globalen CO₂-Emissionen von 6,3 % jedes Jahr nötig wäre, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Diese und ähnliche Aussagen machen deutlich, dass die im Jahr 2018 vom Weltklimarat veröffentlichten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Notwendigkeit der globalen CO₂-Reduktion nun auch von den Vertreterinnen und Vertretern der fossilen Energiewirtschaft zunehmend akzeptiert werden. Drei Sektoren hauptverantwortlich für Treibhausgasemissionen Auch wenn der Energiesektor sich anstrengt, seine Emissionen zu reduzieren, und über die vergangenen 20 Jahre bereits substanziell in erneuerbare Energien investiert hat, ist er noch immer für rund 30 % aller Treibhausgasemis­ sionen verantwortlich. Gemeinsam mit den Sektoren

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Transport und Industrie liegt der Ausstoss sogar bei über 60 %. Um die Erderwärmung zu stabilisieren, muss die Dekarbonisierung bei diesen drei grossen Treibhausgas­ emittenten gelingen, hauptsächlich durch den stärkeren Einsatz von erneuerbaren Energien im globalen Energiemix. Energiesektor vor einem massiven Ausbau erneuerbarer Energien Der weitverbreitete Einsatz von Kohlekraftwerken sorgt dafür, dass der Energiesektor den Spitzenplatz unter den grössten Treibhausgasemittenten einnimmt. Dass die Bedeutung der kohlebasierten Stromerzeugung sinken wird, ist nicht nur auf den Trend zu mehr Nachhaltigkeit zurückzuführen, sondern hat auch wirtschaftliche Gründe. Sowohl die Internationale Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) als auch BloombergNEF (BNEF) kommen zum Schluss, dass es in den bevölkerungsreichsten Ländern der Welt wie in China und Indien, aber auch in weiten Teilen Europas mittlerweile günstiger ist, zur Stromproduktion neue Solar- oder Windkraftanlagen zu bauen, als bestehende Kohle- und Gaskraftwerke weiter zu betreiben.


Von erneuerbaren Energien und «veralteten» Energieträgern

Die IRENA geht davon aus, dass im Vergleich zu heute bis 2050 dreimal mehr Strom erzeugt wird, wovon 90 % (2018: 25 %) aus erneuerbaren Energien stammen werden. Windund Solarenergie wird dabei das grösste Potenzial zugesprochen. Der Rest soll aus Erdgas (6 %) und Kernenergie (4 %) produziert werden. Daneben sollen bei der Dekarbonisierung der weltweiten Stromversorgung auch an­dere ausgereifte erneuerbare Energiequellen wie Wasserkraft, Bioenergie und Geothermie sowie aufkommende Technologien wie konzentrierende Solarthermie und Meeres­ energie eine wichtige Rolle übernehmen. Dafür müsste die installierte Erzeugungskapazität von Strom aus erneuerbaren Energien bis 2050 fast verzehnfacht und der jähr­ liche Zubau mehr als verdreifacht werden. Angesichts dieses enormen Ausbaus wird gelegentlich Kritik laut, dass weite Landstriche den erneuerbaren Energien «geopfert» werden müssten. BNEF rechnet beim güns­tig­s­­ten Ausbauszenario global mit rund 1,4 Mio. km2 Fläche. Dies entspräche ungefähr der dreifachen Fläche von Frankreich (ohne Überseegebiete).

Wollen Sie in den zukunfts­ trächtigen Sektor der er­neuerbaren Energien investieren und von den Renditechancen profitieren? Wir empfehlen den DNB Fund Renewable Energy (LU1706372593). Dieser setzt auf erneuer­bare Energien und Energieeffizienz. Im Fokus stehen Unternehmen, die mit ihren Technologien, Produkten und Dienstleistungen anderen dabei helfen, die Treibhausgasemissionen zu senken und damit den Klimawandel zu bekämpfen.

Dekarbonisierung im Transportbereich führt über E-Mobilität Der Transportsektor ist der zweitgrösste Emittent von Treibhausgasen. Hauptverursacher sind erdölbasierte Verbrennungsmotoren bei Strassenfahrzeugen, beim Flugverkehr sowie in der Schifffahrt, wobei der Strassenverkehr die Hauptrolle spielt. Um die Dekarbonisierung in diesem Bereich voranzutreiben, bieten Elektrofahrzeuge mittlerweile einen kommerziell verfügbaren, wirtschaftlich tragfähigen Weg. Dies gilt insbesondere für Personenwagen, Busse sowie zwei- und dreirädrige Fahrzeuge. Die Wettbewerbsfähigkeit von E-Fahrzeugen verbessert sich im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren, weil die Batteriepreise sinken. Zwischen 2010 und 2020 sind die durchschnittlichen Preise für Lithium-Ionen-Batterien um 89 % auf USD 137/kWh gesunken. Diese Entwicklung könnte sich noch beschleunigen.

Wie passt dieser Fonds in Ihr Portfolio? Ihre Beraterin oder Ihr Berater zeigt es Ihnen gern. cler.ch/beraten-werden

Kosten, mit denen bei der Energiewende zu rechnen ist Um die Energiewende in den nächsten drei Jahrzehnten zu erreichen, geht die IRENA von benötigten Investitionen in Höhe von insgesamt USD 131 Bio. aus, das sind rund USD 4,4 Bio. oder etwas mehr als 5 % des globalen BIP pro Jahr

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(Stand 2020). Aktuell liegen die jährlichen Investitionen bei USD 1,7 Bio. Die Investitionen sollten vollumfänglich in Technologien für die Energiewende fliessen, wie erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Elektrifizierung des Endverbrauches, Stromnetze, Flexibilitätsinnovationen (Wasserstoff) und Massnahmen zur Beseitigung von Kohlenstoff. Ein positiver Nebeneffekt des gigantischen Investitionsvolumens dürfte die steigende Beschäftigung im Bereich der erneuerbaren Energien sein. Viele Argu­ mente sprechen für eine schnelle Transformation der Weltwirtschaft. Es bleibt abzuwarten, ob die Menschheit es schafft, die Forderungen der IEA umzusetzen und die Pariser Klimaziele zu erreichen. ■


Von erneuerbaren Energien und «veralteten» Energieträgern

Der rollende Güterverkehr ist nach wie vor einer der grössten Verursacher von Treibhausgasen, da die meisten Lkws nach wie vor von Verbrennungsmotoren angetrieben werden – ein Problem, das es zu lösen gilt. Die Wettbewerbsfähigkeit von E-Fahrzeugen im Individualverkehr verbessert sich aufgrund sinkender Batteriepreise hingegen weiter.

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Von Dr. Sandro Merino, Chief Investment Officer

Nachhaltiges Anlegen und der Vorwurf von Greenwashing Greenwashing bezeichnet den Fall, dass in nachhaltigen Anlage­ produkten getätigte Investitionen nachhaltiges Handeln suggerieren, zielführende Massnahmen jedoch nicht oder nur sehr eingeschränkt umgesetzt werden. Gerade bei Investitionen von Privatanlegern im globalen Sekundärmarkt von Aktien und Obligationen an den grossen Börsen bleibt es umstritten, inwiefern die Bevorzugung nachhaltiger Wertschriften zu einer messbaren Wirkung bei der Erreichung sozialer und ökologischer Ziele führen kann. In einzelnen Fällen haben Ent­ hüllungen von sogenannten Whistleblowern aus der Finanzindustrie sogar zu gerichtlichen Auseinandersetzungen zum Vorwurf des Greenwashings geführt.

Im Gespräch mit unseren Kundinnen und Kunden erleben wir täglich, dass der Wunsch in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat, die Wirkungsketten, die Anlagen auslösen, genauer zu verstehen. Im Zentrum steht häufig die Auseinandersetzung mit der Klimakrise. Aber nicht nur der Schutz des Klimas ist zu thematisieren, sondern auch Fragen zur Einhaltung menschenwürdiger und fairer Arbeitsbedingungen oder der Wunsch nach der Bevorzugung von Unternehmen mit integrem Management und einer Führungsstruktur, die frei von fragwürdigen Interessenkonflikten ist. Unser hauseigener Nachhaltigkeitsansatz berücksichtigt neben dem Thema Umwelt auch soziale Kriterien und Fragen der integren Unternehmensführung. Wirkungsketten in Bezug auf das Klima Zu den spezifisch für das Klima relevanten Wirkungsketten hat das Bundesamt für Umwelt (BAFU) im November 2020 eine Studie veröffentlicht. In dieser wird ein umfassender Überblick zum wissenschaftlichen Kenntnisstand in Bezug auf die Klimawirkung durch die Massnahmen von Finanzmarktakteuren gegeben. In dem für Privatanleger

besonders relevanten Sekundärmarkt findet die Studie wenig belastbare empirische Evidenz für die erwünschte Klimawirkung von Nachhaltigkeitsansätzen, die Ausschlusskriterien (Screening and Divestment) oder die expli­ zite Einbettung von Nachhaltigkeitsaspekten (ESG-Integration) bei der Portfoliokonstruktion berücksichtigen. Dennoch schliesst die Studie nicht aus, dass diese Ansätze künftig mehr Wirkung entfalten könnten, und formuliert entsprechende Bedingungen. So müssten Unternehmen mit schlechter Ökobilanz mit steigenden Kapitalkosten und systematisch tieferen Bewertungen konfrontiert sein. Dass dies heute empirisch noch nicht nachweisbar ist, kann an der aktuell noch geringen globalen Verbreitung von nachhaltigen Anlagen liegen. Und daran, dass die Standards und Vorteile einer nachhaltigen Anlagestrategie zu wenig etabliert und erprobt sind. Organisationen wie Greenpeace wünschen sich deshalb stärkere staatliche Vorgaben und Präzisierungen von Mindeststandards, besonders wenn Anlageprodukte als nachhaltig oder gar klimaverträglich angepriesen werden.

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Nachhaltiges Anlegen und der Vorwurf von Greenwashing

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Nachhaltiges Anlegen und der Vorwurf von Greenwashing

Können global diversifizierte Anlageprodukte als klimaverträglich angepriesen werden? Auf der Grundlage eines Mystery-Shoppings bei 19 Banken in der Schweiz, darunter auch die Bank Cler, hat Green­peace in einer Studie (Klima-Mystery-Shopping bei Schweizer Banken, Sept. 2021) unter anderem die Klimaverträglichkeit der angebotenen Anlageprodukte bezüglich des 1,5-Grad-Ziels (Beschränkung der Erderwärmung) geprüft. Aus Sicht von Greenpeace war keines der angebotenen Anlageprodukte mit dem 1,5-Grad-Ziel kompatibel. Sie kritisieren, dass viele Banken ihre Anlageprodukte dennoch als klimaverträglich darstellen.

Unserem eigenen Anlageausschuss ist diese Problematik bewusst. Eine aus Risikoüberlegungen notwendigerweise sehr breit diversifizierte Anlage in den Sekundärmärkten kann heute kaum als klimaverträglich bezeichnet werden. Dies schon deshalb, weil die hoch vernetzte globale Wirtschaft derzeit aufgrund ihrer offensichtlich nicht klimaverträglichen Energieversorgung selbst nicht klimaverträglich ist. Ob eine integrale Klimaverträglichkeit der Weltwirtschaft in wenigen Jahrzehnten hergestellt werden kann, ist aus Sicht der Wissenschaft für die Menschheit eine Frage von existenzieller Tragweite. Hoffnung auf Veränderung der Kapitalkosten nicht gänzlich unbegründet Entsprechend war uns bei der Konzeption unserer nachhaltigen Anlagen klar, dass wir nur einen sehr bescheidenen, vielleicht nur symbolischen Beitrag zur Milderung der Klimakrise leisten können. Dass wir davon abraten, in Unternehmen zu investieren, die Kohlekraftwerke betreiben oder ungebremst zusätzliche fossile Förderkapazitäten ausbauen, ist aber keine nachweislich wirksame Lösung des Klimaproblems. Andererseits tragen wir zumindest dazu bei, die Tragweite des Problems zu beleuchten und im Rahmen unserer begrenzten Handlungsoptionen Angebote zu unterbreiten und weiterzuentwickeln.

Ein solches Leistungsversprechen der Klimaverträglichkeit hat unser Haus für unsere hauseigenen nachhaltigen Anlagestrategien bewusst nicht abgegeben. Greenpeace hat dies in ihrer Studie festgehalten und den Vorwurf, dass wir für diese ungerechtfertigt Klimaverträglichkeit versprechen, nicht erhoben. Globale Wirtschaft nach wie vor stark von fossiler Energie abhängig Dass die heutige Energieversorgung, trotz deutlichem Wachstum bei den erneuerbaren Energien, global betrachtet hauptsächlich auf fossiler Primärenergie beruht, ist eine sehr unbequeme Tatsache. Um einen Eindruck davon zu erhalten, was die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens bedeuten würde, hilft das folgende Gedanken­ex­periment: Der unfreiwillige Rückgang der weltweiten Treibhausgasemissionen aufgrund der Pandemie-Lockdowns betrug im Jahr 2020 etwa 6 %. Dieser müsste für die kommenden 25 Jahre in jedem einzelnen Jahr wiederholt werden. Das hiesse für 2021, dass auf Basis des reduzierten Ausstosses von 2020 die Emissionen wieder um einen Pandemieeffekt in der Grössenordnung von 4 % bis 6 % reduziert werden müssten. Gleiches gilt für die Folgejahre.

Nachhaltiges Anlegen ist auch aus Risikosicht empfehlenswert Dennoch besteht die Hoffnung, dass ein verändertes Investorenverhalten auch die Kapitalkosten künftig systematisch lenken kann, so wie es auch die BAFU-Studie zumindest thematisiert. Zudem sind die Anlagerisiken beträchtlich, wenn man in Anbetracht des erwarteten Umbaus der globalen Energieversorgung an wenig zukunftsorientierten Wirtschaftszweigen festhält. Und auch rein egoistische Motive im Sinne des Schutzes des eigenen Vermögens können durchaus für einen Ausstieg aus bestimmten Unternehmen und für nachhaltigere Anlageentscheide sprechen.

Auch der wissenschaftliche Befund aus dem jüngsten IPCCBericht (IPCC-AR6, Aug. 2021), dass bestenfalls kumuliert insgesamt noch etwa 1000 Gigatonnen CO₂ ausgestossen werden können, bevor die 2-Grad-Grenze irreversibel überschritten wird, ist bedrohlich – besonders vor dem Hintergrund eines jährlichen weltweiten Ausstosses von etwa 40 Gigatonnen und einer Jahr für Jahr noch steigenden Tendenz.

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Nachhaltiges Anlegen und der Vorwurf von Greenwashing

Finanzierung des Umbaus der Energieversorgung eröffnet neue Anlagemöglichkeiten Zur Erreichung der Klimaziele muss der Umbau der Energie­ versorgung finanziert werden. Soll die Staatsverschuldung nicht erhöht werden, könnten staatliche oder private Zweckgesellschaften die Finanzierungsfunktion künftig stärker tragen. Durch Emission von zweckgebundenen Anleihen (Green Bonds) besteht die Möglichkeit, dass derartige Anlagen eine noch grössere Bedeutung erlangen. Solche Entwicklungen werden auch unsere nachhaltigen Anlageprodukte künftig beeinflussen.

Trotz zum Teil berechtigter Kritik empfehlen wir dezidiert nachhaltige Anlageformen Insgesamt betrachten wir unser heutiges Angebot an nachhaltigen Anlageprodukten im globalen Sekundärmarkt als sinnvoll und entwicklungsfähig. Wir versuchen, für begründete Kritik offenzubleiben. Unser hauseigener Anlageansatz wird laufend hinterfragt und an neue Entwicklungen angepasst. Wir empfehlen jeder Kundin und jedem Kunden – auch nach Abwägung berechtigter Kritik an manchen Produkten – die Wahl nachhaltiger Anlagen. Eine Anlagestrategie, die konsequent auf Unternehmen setzt, die im Vergleich zu Konkurrenten eine bessere ESG-Performance aufweisen, ist sinnvoll. Sie bereitet ein Anlageportfolio auf künftige Herausforderungen im Bereich der Nachhaltigkeit vor. Davon sind wir überzeugt. ■

Wo kommt’s her und was steckt drin? Der Bedarf an nachhaltigen Gütern steigt – auch beim Anlageportfolio. Kriterien wie Ökologie, faire Arbeitsbedingungen und strategische Ausrichtung gewinnen bei Anlageprodukten mehr und mehr an Bedeutung.

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«Grüne Revolution» als grosse Herausforderung für die Bergbauindustrie

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Von Hans Peter Schmidlin, Senior Investment Advisor

«Grüne Revolution» als grosse Herausforderung für die Bergbauindustrie Um die Klimaziele zu erreichen, drängt die Politik auf ein möglichst rasches Verbot von Verbrennungsmotoren und setzt als Alternative auf elektrische Fahrzeuge. Der damit einhergehende Boom steigert die Nachfrage nach Batteriekomponenten und nach den entsprechenden Rohstoffen. Die «grüne Revolution» kann nur gelingen, wenn die Konzerne die Förderung der entsprechenden Rohstoffe deutlich erhöhen. Ein Konflikt zwischen der Befriedigung der Nachfrage und dem Anspruch einer nachhaltigen Förderung scheint vorprogrammiert.

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«Grüne Revolution» als grosse Herausforderung für die Bergbauindustrie

Die klimapolitischen Entscheidungen haben es in sich. So dürfte sich beispielsweise die Nachfrage nach Lithium und Kobalt in den nächsten Jahren versechs- respektive verdreifachen. Auch die Nickelnachfrage für Batterien wird massiv ansteigen. Zudem benötigen Antriebe für elektrische Fahrzeuge rund vier Mal mehr Kupfer als ein Verbrennungsmotor (Abb. 2).

Der technische Fortschritt bei Batterien führt dazu, dass sich ihre chemische Zusammensetzung weiter­hin stark verändert. Noch gehen rund 85 % des globalen Nickelange­ botes in die Herstellung von Edelstahl und Legierungen, nur etwa 5 % in die Produktion von Batterien. Marktanalysten erwarten bei der Nickelnachfrage bis 2025 jedoch jährliche Wachstumsraten von 27,5 bis 35 %.

«Grüne Revolution» steigert Metallnachfrage

Bedenken hinsichtlich der Lieferkette treiben die Ent­ wicklung weg von Kobalt und verstärkt hin zu Nickel. Die Rolle von Kobalt als Rohstoff für Batterien dürfte im Verlauf der nächsten Jahre deshalb an Bedeutung verlieren.

Abb. 2: Starker Nachfrageanstieg nach Metallen für Lithium-Ionen-Batterien Millionen Tonnen 16 14 12 10 8 6 4 2 0

2020

2022e

2024e

2026e

2028e

Lithium

Nickel

Mangan

Phosphor

Kobalt

Grafit

Eisenerz

Aluminium

2030e Kupfer

Quelle: Bank Cler, BloombergNEF

• Einer der weltweit grössten Lithium-Förderer, Albermarle Corp., erwartet für die gesamte Lithiumbatterie-In­ dustrie 2025 eine Nachfrage von 1,14 Mio. Tonnen, was gegenüber dem heutigen Niveau einem jährlichen Wachstum von 30 % entspricht. Gleichzeitig kann der Lithiummarkt die Nachfrage heute nur knapp erfüllen. Doch die grossen Produzenten haben bereits grünes Licht für Projekte mit grösseren Vorkommen gegeben. Während Australien aktuell noch rund 40 % der weltweiten Förderung auf sich vereint, wird Chile zunehmend zum Hotspot: Die grossen Vorkommen liegen in der Atacama-Wüste, hoch in den Anden im Dreiländereck Chile-Bolivien-Argentinien.

Tesla hat bereits kobaltfreie Batterien angekündigt, um Bedenken im Zusammenhang mit den Abbaumethoden und der Herkunft (rund 65 % der Kobaltförderung stammen aus der Demokratischen Republik Kongo) auszuräumen. Angebot für «Batterierohstoffe» muss deutlich erhöht werden Die grossen Bergbauunternehmen sind sich der steigenden Nachfrage bewusst und haben darauf reagiert. Fragezeichen, insbesondere für die nächsten beiden Jahre, scheinen noch in Bezug auf Lithium und Nickel zu bestehen. Während einige Marktanalysten keine Probleme erwarten, sehen andere die Lieferkette nur im «Best Case» als ge­sichert.

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«Grüne Revolution» als grosse Herausforderung für die Bergbauindustrie

• Ähnlich sieht es bei Kupfer aus. Die weltweite, jährliche Kupfernachfrage von heute rund 28 Mio. Tonnen dürfte bis 2030 um knapp 40 % auf rund 38 Mio. Tonnen jährlich ansteigen, was in der Minenindustrie zu Investitionen von rund USD 100 Mrd. führen wird. Der überwiegende Teil der neuen Förderkapazitäten dürfte in Peru, der Demokratischen Republik Kongo und in Russland entstehen.

• Wachsende Umwelt- und Sozialstandards erschweren und verteuern die Realisierung neuer Abbauprojekte. Da Bergbaukonzerne zudem oftmals als wenig nachhaltig erachtet werden, kann unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten eine geringere Finanzierungsbereitschaft resultieren. • Die Industrie muss sich zunehmend auf Veränderungen in der Erzqualität wie geringere Metallgehalte und toxische Begleitelemente einstellen.

• Die meisten neuen Nickel-Förderanlagen werden wohl in Australien und Indonesien in Betrieb gehen, wobei Indonesien seinen weltweiten Anteil seit 2017 von 16,7 % auf inzwischen ein Drittel ausgebaut hat und weiter ausbauen wird.

• Die technologische Entwicklung bei der Herstellung von Batterien schreitet rasant voran, was die Nachfrage nach den einzelnen Komponenten deutlich verändern kann und die Planungsunsicherheit für die Rohstoff­ förderung erhöht.

Bergbauindustrie mit einer Vielzahl von Unsicherheiten konfrontiert Die stark wachsende Nachfrage nach den benötigten Metallen sollte während der nächsten zehn Jahre befriedigt werden können. Ob dies allerdings immer lückenlos erfolgen kann, bleibt offen. Von einem gesicherten Angebot kann bislang jedenfalls noch nicht gesprochen werden, da sich die Minenindustrie vielfältigen Herausforderungen gegen­ übersieht. Neben der traditionell sehr hohen Kapital­ intensität neuer Projekte, der Gefahr von Preisschwankungen und Lieferproblemen infolge von Handelskonflikten sowie Veränderungen bei politischen Rahmenbedingungen sind folgende Faktoren zu beachten:

Rohstoffexperten sind sich einig: Die «grüne Revolution» wird die Nachfrage nach Metallen massiv steigern. Zwar versucht die Bergbauindustrie, dem steigenden Bedarf unter allen Umständen gerecht zu werden, doch gesichert ist eine nahtlose Angebotssteigerung keineswegs. Denn der Bedarf an Metallen ist auch aufgrund der technologischen Entwicklung – zum Beispiel der künftigen Zusammensetzung der Batterien – weiter unklar. Klar ist hingegen, dass die «grüne Revolution» ohne die Kooperation der Bergbaukonzerne nicht gelingen kann, auch wenn einige davon unseren eigenen strengen Nachhaltigkeitskriterien unter anderem wegen offener Fragen in Bezug auf die Arbeitsbedingungen, die Abbaumethoden und die Einhaltung von Umwelt­auflagen bislang noch nicht genügen. ■

• Der bereits angedeutete Trend der Verschiebung von Förderkapazitäten in politisch risikoreiche Länder setzt sich fort.

Objekte der Begierde: Edelmetalle und weitere Rohstoffe, die für die Produktion von Batterien und Akkus benötigt werden. Die Förderung und der Abbau hinterlassen tiefe Spuren und der Bedarf steigt stetig weiter.

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Wasser: Das «blaue Gold» wird in Zukunft noch begehrter

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Von Daniel Breitenstein, Finanzanalyst

Wasser: Das «blaue Gold» wird in Zukunft noch begehrter Eine Faustregel besagt, dass ein Mensch ohne Sauerstoff drei Minuten, ohne Flüssigkeit drei Tage und ohne Nahrung drei Wochen überlebt. Wasser übernimmt in zahlreichen Lebensbereichen eine bedeutende Funktion. Wasser bildet nicht nur die Grundvoraussetzung für Leben, sondern auch für intakte Ökosysteme. Durch die wachsende Weltbevölkerung steigt aufgrund der veränderten Bedürfnisse nach Nahrungsmitteln und Hygiene der Bedarf. Entsprechend sind innovative Technologien beim Einsatz der Ressource Wasser gefordert.

In den Weltmeeren wird gut 16-mal so viel CO₂ gespeichert wie in der Landbiosphäre und rund 60-mal so viel wie in der Atmosphäre. Die Ozeane nehmen auch weiterhin CO₂ auf. Sie sind eine gigantische CO₂-Senke. Was auf den ersten Blick positiv zu sein scheint, hat einen bedrohlichen Nebeneffekt: eine Übersäuerung des Meerwassers. Dazu gesellen sich andere menschengemachte Einflüsse wie die Überfischung sowie die Verschmutzung durch Abwässer und Abfälle. Die Meere sind Lebensraum und Nahrungsquelle zugleich und übernehmen auch eine klimaregu­ lierende Funktion. Folglich ist ein intaktes Ökosystem der Ozeane von entscheidender Bedeutung. Es ist höchste Zeit für ein nachhaltigeres Wassermanagement.

Ozeane als gigantische CO₂-Senken Klimawandel verschärft Ungleichverteilung der Wasservorkommen Die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem «blauen Gold» sind vielschichtig. Die global verfügbare Wassermenge ist konstant und wäre mengenmässig für unsere Versorgung ausreichend. Die Verfügbarkeit am jeweiligen Ort in ausreichender Qualität ist hingegen nicht garantiert. Es sind zwar mehr als zwei Drittel unseres Planeten mit Wasser bedeckt. Aber nur etwa 3 % davon sind Süsswasser, wobei über die Hälfte davon wiederum in gefrorenem Zustand vorliegt. Dieses Trinkwasser ist,

hervorgerufen durch örtliche klimatische und geo­grafische Gegebenheiten, erst noch sehr ungleich verteilt. Diese Ungleichverteilung wird durch den Klima­wandel verschärft. Regionen mit jetzt schon viel Regen werden noch feuchter. Und trockene Regionen werden dürrer. Wassereffizienz wird noch wichtiger werden. Urbanisierung als Herausforderung für die Wasserversorgung Die Wasserversorgung kann aber auch aufgrund einer übermässigen regionalen Nachfrage herausfordernd sein, wie dies in Grossballungszentren der Fall ist. So hat beispielsweise die Stadt New York mit ihren über 8 Millionen Einwohnern einen täglichen Wasserbedarf von 5 Milliarden Litern. Der Wasserverbrauch der Schweiz ist bei einer ähnlich grossen Bevölkerung nur etwa halb so gross – und das erst noch bei einer deutlich geringeren Bevölkerungsdichte von ca. 220 Einwohnern pro Quadratkilometer. Im Vergleich dazu kommen in New York 10 000 Einwohner auf einen Quadratkilometer. Die Versorgung mit Grundwasser, wie dies in der Schweiz vorwiegend geschieht, wäre in New York nicht möglich. Die New Yorker sind stolz auf ihr Trinkwasser. Es soll angeblich das Geheimnis hinter den gut schmeckenden Bagels und Pizzen sein. Sie pumpen es nämlich nicht aus dem stark verschmutzten Hudson River, sondern beschaffen es sich aus rund 200 Kilometer entfernten Reservoiren. Die Zuführung in die Stadt erfolgt, wie bei den alten Römern, über Aquädukte. Der Transport geschieht ohne Energie­verbrauch, nur mittels Schwerkraft. Solche innovativen Lösungen werden auch in Zukunft gefragt sein.

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Wasser: Das «blaue Gold» wird in Zukunft noch begehrter

Hygiene und Nahrungsmittel sorgen für eine steigende Nachfrage Der grösste Treiber der Nachfrage nach sauberem Trinkwasser ist das anhaltende Bevölkerungswachstum. 1950 lag die Weltbevölkerung noch bei 2,5 Milliarden, heute bereits bei knapp 8 Milliarden und bis 2100 geht die UN von einem Anstieg auf fast 11 Milliarden aus. Im Extremfall wären es sogar 15 Milliarden. Da bereits heute über 2 Milliarden Menschen ohne sichere Trinkwasserversorgung leben, ist klar, dass die Probleme nicht weniger werden, zumal eine grosse Bevölkerungsschicht sich beim Wohlstand ebenfalls verbessern möchte. Und mit dem Wohlstandsgewinn nimmt automatisch auch der Wasserverbrauch zu. Die Hygieneanforderungen steigen, der Konsum per se nimmt zu. Dies gilt auch für die Nachfrage nach Nahrungsmitteln. Auf die Landwirtschaft entfallen weltweit über zwei Drittel der Wasserentnahmen. Meist sind die Bewässerungssysteme veraltet und den Bedingungen nicht angepasst, was zu einer Wasserverschwendung führt – Wasser, das anderswo fehlt.

Wasser, ein ethisch vertretbares Anlagethema? Auch Anlegerinnen und Anleger können durch verant­ wortungsbewusstes Investieren ihren Teil zur Überwindung dieser Herausforderungen beitragen. Gesucht sind dabei Firmen, die Lösungen anbieten, um die skizzierten Heraus­ forderungen zu meistern. Hingegen müssen Investitionen in Firmen vermieden werden, die Grundwasserreserven ausbeuten und damit Geld verdienen. Ein stringent umgesetzter Nachhaltigkeitsansatz soll verhindern, dass sich im Portfolio schwarze Schafe befinden. Wir empfehlen in dem Zusammenhang den Wasserfonds BNP Paribas Aqua (LU1165135440). Der Fonds erfüllt sowohl unsere strengen Nachhaltigkeitsanforderungen als auch die im Rahmen des Best-in-Class-Fonds-Selektionsprozesses geltenden Kri­terien. Die Verwaltung erfolgt durch den britischen Vermögensverwalter Impax im Auftrag von BNP Paribas. Impax hat schon früh seine ganze Aufmerksamkeit auf das nachhaltige Investieren gerichtet und geniesst daher eine grosse Glaub­würdigkeit. Bereits 1999 haben sie ein proprietäres Universum für Umweltmärkte entwickelt.

Abb. 3: Performance BNP Paribas Aqua versus MSCI World Index und Konkurrenzfonds 500 450 400 350 300 250 200 150 100 09/11

09/12

BNP Paribas Aqua

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09/17

MSCI World Index

Quelle: Bank Cler, Morningstar Direct. Daten per 30.09.2021, in CHF auf 100 indexiert

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09/18

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09/21

Konkurrenzfonds (Durchschnitt)


Wasser: Das «blaue Gold» wird in Zukunft noch begehrter

Aus Anlegersicht besonders hervorzuheben: Nachhaltigkeit und Rendite können unter einen Hut gebracht werden. Dies gilt beim BNP Paribas Aqua sowohl im Vergleich zum Aktien-Welt-Index als auch gegenüber Konkurrenzfonds (Abb. 3). ■

Immer mehr Menschen brauchen immer mehr Wasser: angefangen bei der landwirtschaftlichen Nahrungsproduktion bis hin zur täglichen Körperpflege. Hier braucht es innovative Lösungen für einen ressourcenschonenden Verbrauch.

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Von Dr. Rolf Wetzer, Finanzanalyst

Städte der Zukunft – Rüebli von der Bahnhofstrasse In Zukunftsfilmen drängeln sich oft Unmengen kleiner Raumschiffe durch futuristische Städte. Aber wie sehen Städte im Jahr 2100 wirklich aus? Dann werden dort voraussichtlich fast zehn Milliarden Menschen wohnen. Schon heute ziehen wöchentlich eine Million Menschen in die Stadt und erzeugen auf nur 2 % der Erdoberfläche einen Grossteil der globalen Wirtschaftsleistung. Die Schere geht bis 2100 noch weiter auseinander. Während die bisherigen Industrienationen altern und schrumpfen, wächst die Bevölkerung in Asien und Afrika. Schon in den nächsten zehn Jahren wird es über 160 neue Millionenstädte geben. Die Welt im Jahr 2100 ist digital, CO₂-neutral, erlebt enorme technische und medizinische Errungenschaften und ist mit den Folgen des menschengemachten Klimawandels beschäftigt.

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Städte der Zukunft – Rüebli von der Bahnhofstrasse

Die urbane Infrastruktur bietet vieles, was Menschen auf dem Land verwehrt bleibt. Dies zieht viele an, bringt Metropolen aber an ihre Grenzen. Heutige Megastädte schaffen oft nicht genug Arbeit, Wohnraum ist teuer, frisches Wasser knapp und der Grundwasserspiegel sinkt. Rund eine Milliarde Menschen leben laut der UN in Elendsquartieren. Hinzu kommen massive Umweltprobleme durch ungebremsten Flächenfrass sowie mangelnde Entsorgung von Müll und Abwasser. Viele Agglomerationen ersticken am Smog, den Industrie und Verkehr anrichten. Europa kennt diese Probleme kaum. Dies erklärt sich ziemlich einfach: In der Hauptstadt von Bangladesch leben rund 37 000 Menschen pro Quadratkilometer, in Basel dagegen sind es nur 5300.

Bestehende Städte müssen sich entlang ihrer Struktur weiterentwickeln. Das Beispiel Paris zeigt, wohin die Reise für die Bereiche Verkehr und Klimaschutz für Grossstädte geht: • Paris möchte bis 2050 CO₂-neutral werden. Dafür erlaubt es ab 2030 nur noch E-Fahrzeuge. Autos dürfen bereits heute nur noch 30 km/h fahren. Fernziel sind gänzlich autofreie Haushalte. Der Individualverkehr bräuchte dann kleinere Strassen und weniger Park­plätze, was neue Flächen für Fussgänger, Velos und Grünanlagen schafft. • Der Klimawandel trifft Städte häufig in Form von enormer Hitze. Paris reagiert mit der Begrünung als natürlicher Klimaanlage. Neben Parks sind es vor allem begrünte Fassaden, die die gefühlte Temperatur in dicht verbauten Gebieten um bis zu 13 Grad senken.

Metropolen stehen vor grossen Herausforderungen Städte konsumieren zwei Drittel der Energie und verur­ sachen drei Viertel aller CO₂-Emissionen. Künftig müssen sie sich daher drei Herausforderungen stellen: 1. Ressourcen wie Flächen, Wasser, Luft und Energie schützen, 2. Mobili­ tät sinnvoll steuern und 3. Folgen des Klimawandels meistern. Eine zentrale Rolle wird dabei dem Einsatz von Technik zukommen. Millionen miteinander vernetzte Sensoren, intelligente Zähler und Kameras messen Energieverbrauch, Wasserdruck, Verkehr, Luftbelastung und vieles mehr. Elektronische Gehirne nutzen die Daten in Echtzeit und steuern gezielt Verkehr und benötigte Ressourcen. Erneuerbare Energien verbessern die Luftqualität. Wasser wird durch Nutzungsbeschränkungen, intelligente Leitungen und die biologische Aufbereitung von Brauchwasser schonend verwaltet. Um den Flächenwildwuchs zu bremsen, werden Flächen verdichtet oder neu überbaut. Verkehr ist künftig elektrisch, eingeschränkt, gebündelt oder durch moderne Verkehrsmittel, Seilbahnen oder Velos ersetzt.

• Hinzu kommt innerstädtische Landwirtschaft. Auf den Dächern von Paris erntet man inzwischen rund eine Tonne Obst und Gemüse am Tag. Paris will weitere 100 Hektar an Stadtfläche bepflanzen. Dies kühlt die Stadt, verbessert die Luft und reduziert den Lärm. Neu entstehende Städte liegen meist in Randregionen und werden von Grund auf am Reissbrett geplant. Hier können die Planer SimCity spielen. King Abdullah Economic City ist eine solche Stadt, die seit 2005 in der arabischen Wüste für zwei Millionen Einwohner auf einer Fläche entsteht, in die Basel sieben Mal hineinpasst. Geplant sind ein Wirtschaftszentrum mit Tiefseehafen als Frachtumschlagsplatz, ein Flughafen, ein modernes Schienennetz und gute Fernstrassen. Die sechs Zonen Hafen, Industrie, Aus­bildung, Erholung, Wohnen sowie ein Geschäftsviertel wurden so verzahnt, dass sich Fahrzeiten und Energie­verbrauch mini­ mieren. Ein modernes Leitungssystem schont die Wasserressourcen. Zudem entsteht eine Meerwasserentsalzungsanlage. Ob diese Retortenstädte auch lebenswert sind, muss sich noch zeigen. Die Zukunft ist offen, aber vielleicht durchstreifen künftig ja wirklich Flugtaxis die Häuserschluchten. ■

Fernziel der Stadt Paris: autofreie Haushalte

Weniger Verkehr in den Städten = mehr Lebensqualität. Die so entstehenden Freiflächen bieten Platz zum Gärtnern und zur autonomen Selbstversorgung mit eigenem, frischem Obst und Gemüse.

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Von Brigitta Lehr, Finanzanalystin

Technologieaktien – weshalb sie heute in jedes Portfolio gehören Für Anlegerinnen und Anleger, die das Platzen der Dotcom-Blase erlebt haben, sind Technologieaktien oft negativ behaftet. Meist zu Unrecht. Denn die heutigen Technologiekonzerne im Nasdaq-100Index unterscheiden sich deutlich von den New-Economy-Unter­ nehmen, die im März 2000 weltweit die Börsen in die Krise stürzten. Ein Plädoyer für die heutigen Tech-Konzerne.

In den 1990er-Jahren, als die Ausbreitung von PC und Internet Treiber für eine Vielzahl neuer Geschäftsmodelle war, entwickelten Finanzanalysten kreative Bewertungsan­ sätze für die zahlreichen, an die Börse strömenden Start­ up-Unternehmen. Die Anzahl Klicks auf Internetseiten oder gar die Cash-Burn-Rate lösten vielerorts herkömmliche Bewertungskennzahlen ab. Die 1971 gegründete, erste elektronische US-Börse Nasdaq stand im Zentrum des Geschehens und war besonders für junge Technologie­ unternehmen aufgrund laxerer Anforderungen attraktiv. Der Nasdaq-100-Index, der die Preisentwicklung der 100 Nasdaq-Unternehmen mit der grössten Marktkapitali­ sierung ausserhalb des Finanzsektors abbildet, hatte sich nach seiner Lancierung Anfang 1983 bis Oktober 1990 zunächst schlechter als der S&P-500-Index der Standardunternehmen entwickelt. Im Anschluss daran stieg er bis März 2000 um das 25-Fache, während der S&P-500-Index «nur» um das 5-Fache zulegte. Gut zwei Jahre danach hatte der Nasdaq 100 über 80 % seines vorangegangenen Höchstwertes verloren, der Einbruch beim S&P 500 war mit 46 % etwas milder. Dennoch hatte sich am Tiefpunkt im September 2002 der Nasdaq 100 gegenüber Oktober 1990 um den Faktor 4,8 vervielfacht, der S&P 500 dagegen nur um den Faktor 2,7.

In den vergangenen Jahren, besonders nach der Finanzkrise 2008/2009, setzte der Nasdaq 100 erneut zu einem Höhenflug an und stellte seine alten Höchstmarken sowie die Standardwerte des S&P 500 in den Schatten (Abb. 4). Die rasante Kursentwicklung verfolgen manche mit Sorge und fragen, ob die Situation mit jener der Dotcom-Blase vergleichbar ist.

Hohe Profitabilität von Nasdaq-100Unternehmen Die heutige Lage unterscheidet sich fundamental von jener während der Dotcom-Blase Während vor 20 Jahren viele Nasdaq-100-Unternehmen keine Gewinne erwirtschafteten, sind sie nun sogar profitabler als die Standardunternehmen. Die durchschnittliche Gewinnmarge der Nasdaq-100-Unternehmen liegt bei hohen 16 % gegenüber guten 11 % beim S&P 500. Dabei dominieren die Schwergewichte des Nasdaq-100-Index heutzutage mit einem Anteil von über 40 % auch den Standardwerte-Index S&P 500.

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Technologieaktien – weshalb sie heute in jedes Portfolio gehören

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Technologieaktien – weshalb sie heute in jedes Portfolio gehören

Wollen Sie Technologieaktien als strategische Beimischung nutzen? Der Wachstumssektor der Technologietitel ist im Schweizer Aktienmarkt fast nicht repräsentiert und bietet trotz stärkerer Schwankungen langfristiges Potenzial. Der iShares NASDAQ 100 UCITS ETF (IE00B53SZB19) entspricht dem Index und umfasst neben dem Schwerpunkt Informationstechnologie (z.B. Apple, Microsoft) auch Wachstumsunternehmen aus anderen Bereichen wie Kommunikationsdienstleistungen (z.B. Google, Facebook) und diskretionäre Konsumgüter (z.B. Amazon, Tesla). Er bietet eine ideale strategische Beimischung für ein Aktien­ portfolio mit einem Übergewicht an heimischen Schweizer Aktien (Abb. 6). Eine Alternative ist der Fidelity Global Technology Fund (LU1560650563), ein aktiv verwalteter Technologiefonds, der geringere Konzentrations­risiken bezüglich der Indexschwergewichte aufweist. ■

Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) besteht gene­rell ein deutlicher Bewertungsaufschlag des Nasdaq 100. Dies ist auch derzeit der Fall. Er ist aber erheblich niedriger als zu Zeiten der Dotcom-Blase und liegt unterhalb des historischen Durchschnitts (Abb. 5). Zudem ist ein höheres KGV bei Wachstumswerten grundsätzlich gerechtfertigt, da deren Gewinne überdurchschnittlich steigen sollten. Bei den aktuell niedrigen Zinsen dürfen die Bewertungen zudem höher sein, da künftige Gewinne mit einem niedrigeren Diskontfaktor abgezinst werden, ihr Gegenwartswert also höher ist. Auch wird überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial in Konjunkturphasen mit niedrigem Trendwachstum eine Prämie eingeräumt, wobei diese Phasen häufig mit niedrigen Zinsen einhergehen. Ungeachtet dessen sind Aktienpreise bei hohen Bewertungen anfälliger für Korrekturen.

14 000

300 %

12 000

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-50 %

1983 1985 1987 1989 1991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017 2019 2021 kumulierte relative Performance Nasdaq 100 versus S&P 500

Nasdaq 100

Quelle: Bank Cler, Datastream. Daten bis 30.09.2021

30

S&P 500

kumulierte relative Performance

Index, 1.1.1983=100

Abb. 4: Aktienkursentwicklung Nasdaq 100 und S&P 500 seit Lancierung des Nasdaq-100-Index


Technologieaktien – weshalb sie heute in jedes Portfolio gehören

100

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10

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0

1985

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1997

2001

KGV-Differenz Nasdaq 100 versus S&P 500

2005

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2013

Nasdaq 100

2017

KGV-Differenz

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Abb. 5: Bewertungsentwicklung Nasdaq 100 und S&P 500 am Beispiel des Kurs-Gewinn-Verhältnisses

2021 S&P 500

Quelle: Bank Cler, Datastream. Daten bis 30.09.2021

Abb. 6: Sektorallokation Swiss Performance Index (SPI) und Nasdaq-100-Index Energie Versorgungsunternehmen Kommunikationsdienste Immobilien Informationstechnologie Nicht-Basiskonsumgüter Material Industrieunternehmen Finanzen Basiskonsumgüter Gesundheitswesen 0 % SPI

5 %

10 %

15 %

20 %

Nasdaq 100

Quelle: Bank Cler, Bloomberg, iShares. Daten per 30.09.2021

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25 %

30 %

35 %

40 %

45 %

50 %


Von Corina Hennig, Senior Investment Advisor

Technischer Fortschritt – es geht immer weiter Automatisierung, Digitalisierung, B2B, 3-D-Druck, Cloud-Computing, Blockchain, künstliche Intelligenz, NFT – eine Innovationsstory jagt die nächste. Es ist für Anlegerinnen und Anleger kaum noch möglich, bei den rasanten Entwicklungen den Überblick zu behalten. Dabei gilt es, nicht nur die interessanten, sondern auch die renditestarken Themen zu identifizieren. Hier helfen breit diversifizierte Fonds, die bereits in der Vergangenheit gute Resultate erzielen konnten.

Die Pandemie wirkte in puncto Digitalisierung wie ein Beschleuniger. Unternehmen haben erkannt, dass sie im Krisenfall flexibel reagieren müssen, um handlungsfähig zu bleiben. Homeoffice, die Verlagerung von Meetings in den virtuellen Raum oder die Sicherung von Lieferketten sind nur einige Beispiele für Lektionen, die uns Covid-19 gelehrt hat. Davon profitieren besonders jene, die den damit verbundenen digitalen Transformationsbedarf am besten abdecken können. Die Nachfrage nach ent­ sprechenden Lösungen nahm und nimmt weiter zu und

treibt die Bilanzen der entsprechenden Anbieter nach oben. So hat das Marktforschungsunternehmen Gartner seine Prognosen für die Entwicklung der weltweiten IT-Aus­ gaben weiter nach oben korrigiert. Gartner erwartet für 2021 neu einen Anstieg um 8,4 % auf mehr als USD 4 Bio., nachdem man zuvor lediglich von einem Wachstum von 6,2 % ausgegangen war. Für 2022 wird ein weiteres Wachstum von 5,5 % prognostiziert (Abb. 7).

Abb. 7: Weltweite IT-Ausgaben nach Segmenten in Mrd. USD, 2020 bis 2022e 2020 Wachstum 2021e Wachstum 2022e Wachstum (in %) (in %) (in %) Data Center System Enterprise Software Devices IT Services Communication Services Gesamt

219,9 466,6 663,2 1021,2 1386,5 3757,5

2,3 236,8 –2,1 516,9 –6,9 755,8 –1,8 1112,6 –0,7 1450,4 –2,2 4072,5

Quelle: Gartner 2021

32

7,7 247,5 10,8 571,7 14,0 778,9 9,0 1193,5 4,6 1504,7 8,4 4296,4

4,5 10,6 3,1 7,3 3,7 5,5


Technischer Fortschritt – es geht immer weiter

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Technischer Fortschritt – es geht immer weiter

Künstliche Intelligenz – eine wichtige Schlüssel­ technologie entwickelt sich rasch weiter Hinter der künstlichen Intelligenz (KI) stecken Software­ systeme, die mittels statistischer Methoden, des sogenannten Machine Learning, bestimmte Verhaltensweisen gelernt bzw. antrainiert bekommen haben. Die Idee ist, dass das System bei genügend Trainingsdaten die in diesen Daten steckenden Strukturen lernt und danach effizient und vorurteilsfrei anwendet. Allerdings müss(t)en diese «echten» Daten die reale Welt korrekt abbilden. Was bei einigen Anwendungen schon sehr gute Resultate erzielt, funktioniert bei anderen noch nicht.

Technologiefirmen im Zentrum der Entwicklung Wegbereiter dieser Trends, welche die Gesellschaft in Zukunft weiter beeinflussen, sind Technologieunternehmen. Ohne entsprechende Ausrüstung, Aufstockung und Aktualisierung von Hard- und Software können Zahlungsverkehr, Mobilität, Gesundheit, Haustechnik, Kommunikation und Unterhaltung nicht mehr weiterentwickelt werden. Dies macht den Technologiesektor, der erstaunlich an­ passungsfähig an die neuesten Entwicklungen ist, neben den hohen Cashflows, den sehr soliden Bilanzrelationen und der Innovationskraft interessant. ■

Machine-Learning-Systeme sind laut Definition strukturkonservativ. Das bedeutet, dass sich das Wahrheitsversprechen aus einem Abbild der Vergangenheit ableitet, um zu lernen, wie die Dinge zukünftig sein sollen. Die Vergangenheit normiert die Gegenwart und die Zukunft; sie gibt die Strukturen und den Raum der Möglichkeiten vor. Dies ändert sich auch nicht durch die Automatisierung des Prozesses. Die KI entwickelt inzwischen schon Werte­ systeme, die nicht erklärbar sind. Daraus können sich fragwürdige Entscheidungen mit grossem Einfluss auf unser Leben ergeben. Es ist darum sehr wichtig, ethische und gesetzliche Standards zu verankern – also eine «verantwortungsbewusste KI» zu schaffen.

Wie können Sie die Rendite­chancen bei Technologie­firmen nutzen? Wir empfehlen breit diversifizierte Produkte wie den iShares NASDAQ 100 UCITS ETF (IE00B53SZB19) oder den aktiv verwalteten Fidelity Global Technology Fund (LU1560650563).

Gelingt es, das volle Potenzial der KI zu nutzen, wird ein echter Mehrwert mit hohem Qualitätsstandard erzeugt, der durch Kontrolle und Zusammenarbeit weiter optimiert werden kann. Die Erwartungen sind gross: Künstliche Intelligenz soll künftig die wirtschaftliche Prosperität sichern, für effizientes staatliches Handeln sorgen, die Wissenschaft beschleunigen und sogar das Klima retten. Daneben gibt es weitere KI-Trends, die innerhalb der nächsten zwei bis fünf Jahre den Mainstream erreichen werden.

Fragen Sie Ihre Beraterin oder Ihren Berater danach! cler.ch/beraten-werden

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Technischer Fortschritt – es geht immer weiter

Hand in Hand mit Hightech und künstlicher Intelligenz. Die Pandemie hat gezeigt, dass viele technische Themen noch weiterentwickelt werden müssen – sei es virtuell oder maschinell.

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Von Peter Berger, Senior Investment Advisor

Fintech 3.0 – gekommen, um zu bleiben Banken und Versicherungen sind nicht erst heute mit revolutionären, techno­logischen Veränderungen konfrontiert. Mit der Verlegung des ersten transatlantischen Telegrafenkabels im Jahr 1866 haben Technologien wie Telegrafen, Fernzüge und Dampfschiffe den Austausch von Finanzinformationen massiv erleichtert (Fintech 1.0). Ab dem Jahr 1966 revolutionierten erste digitale Finanzdienstleistungen wie Bancomaten oder elektronische Zahlungs-, Handels- und Effektenabwicklungssysteme das Finanzwesen (Fintech 2.0). Mit dem Internet und der «Demokratisierung» von Finanzdienstleistungen steht eine weitere Disruption des Sektors an (Fintech 3.0). Hierbei drängen neue und zum Teil branchenfremde Technologieunternehmen mit innovativen Produkten (Kryptowährungen, Blockchain etc.), digitalen Technologien (Cloud Computing, Big Data, künstliche Intelligenz, Internet der Dinge etc.) und Geschäftsmodellen in den Finanzsektor.

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Fintech 3.0 – gekommen um zu bleiben

Neben grossen bekannten und börsenkotierten FintechKonzernen wie PayPal, Ant Financial oder Oscar Health prägen zahllose private Fintech-Firmen die Szene. Dazu gehören auch viele Start-ups. Die USA verzeichneten laut Statista per Ende 2020 global die grösste Anzahl an Fintech-Start-ups (10 600 Firmen), es folgen die Regionen EMEA (9300) und Asien (6300). Doch die Fintech-Innovation findet nicht nur in Start-ups statt. Auch langjährige und etablierte Finanzunternehmen digitalisieren ihre Geschäftsmodelle mit Hochdruck und verleiben sich bei Bedarf passende Fintech-Firmen und deren Technologien ein. Gemäss dem Forschungsinstitut IDC Financial Insights werden die globalen IT-Ausgaben des Finanzsektors bis im Jahr 2025 die Marke von USD 590 Mrd. überschreiten.

ab, dass die Online-Vermögensverwaltungstools mit einer Vor-Ort-Beratung kombiniert werden müssen, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen und zu behalten. Definitiv durchgesetzt haben sich im Finanzbereich Themen wie Chatbots, Mobile Banking, Digital Lending und das Hardware-Thema Cloud. Ebenfalls überleben dürfte die noch junge Fintech-Richtung «Regtech», eine Kombination aus «Regulatory» und «Technology», der Sammelbegriff für Innovationen und moderne Technologien im Umfeld von Regulierung, insbesondere Banken- und Finanzmarktregu­ lierung. Regtech fasst Massnahmen und Technologien zusammen, die die Compliance und das Risikomanagement unterstützen sowie Compliance-Prozesse und deren Integration und Verwaltung automatisieren und optimieren.

Fintech 3.0: quo vadis? Die Chancen und Risiken im Fintech-Bereich sind gleichermassen hoch. Welche Technologien und Produkte sich im breiten Markt durchsetzen, welche in einer Marktnische landen oder welche ganz verschwinden, ist nicht überall klar. Das gilt auch für Kryptowährungen wie Bitcoin: Denn trotz oder gerade wegen der potenziellen Veränderungen, welche sie für das bestehende Geld- und Finanzsystem bedeuten könnten, bleibt ihre Zukunft in ihrer aktuellen Form ungewiss. Investoren wie Ray Dalio können sich gar vorstellen, dass Kryptowährungen wie Bitcoin, sollten diese zu erfolgreich werden, schlichtweg verboten werden. Kaum mehr verschwinden wird das Thema Blockchain. Allerdings hat dieses seinen Platz ausserhalb der Krypto­ währungen noch nicht wirklich gefunden, trotz zahlreichen vielversprechenden Ansätzen. Ebenfalls gekommen, um zu bleiben, ist das Robo-Advising. Jedoch zeichnet es sich hier

Für Anlegerinnen und Anleger, die am Thema Fintech parti­ zipieren möchten, empfiehlt es sich angesichts der hohen Risiken, in einen Fonds und nicht in Einzeltitel zu investieren. Dieser wiederum investiert in eine Vielzahl von FintechUnternehmen, womit sich ihr Risiko deutlich reduziert. Als eine sinnvolle Möglichkeit erachten wir den BGF FinTech Fund (LU1861217161) von BlackRock. Der Fonds investiert global in Unternehmen aus dem Fintech-Segment. Hier tummeln sich zahlreiche junge, innovative Firmen. Der Fonds setzt entsprechend stark auf klein- und mittel­ kapitalisierte Unternehmen und scheut auch nicht davor zurück, an dem einen oder anderen Börsengang zu partizi­ pieren. Dies geschieht aber mit Augenmass und mit der nötigen Risikokontrolle. Der Fondsmanager Vasco Moreno wird von einem interdisziplinären Team unter­stützt, das über eine grosse Expertise in Finanz- und Techno­logiethemen verfügt. ■

Wofür steht Fintech 3.0? Finanztechnologie oder Fintech 3.0 steht für einen rasch wachsenden Wirtschaftszweig von digitalen Finanzinno­vationen und für die Nutzung von Technologie zur Erbringung von Finanzdienstleistungen. Fintech – eine Verkürzung von «Financial Technology» – ist ein Sammelbegriff für technologisch weiterentwickelte Finanzinnovationen, die in neuen Finanzinstrumenten, -dienstleistungen oder -intermediären in Kombination mit neuen Technologien resultieren. Die Technologie hat zum Ziel, finanzbezogene Produkte, Dienstleistungen (bspw. Robo-Advisory), Prozesse (Plattformen) und Infrastruktur (Cloud) rund um die Themen Finanzierung, Zahlungen, Risikoabsicherung, Vorsorge und Beratung zu verbessern. Die meisten der im Fintech-100-Ranking gelisteten Firmen bieten laut der Beratungsgesellschaft KPMG Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Kreditvergabe (32 Firmen), Bezahllösungen (18) und Versicherungsangebote (12) an. Geografisch stammen die globalen Top-10-Fintech-Firmen aus China (5), den USA (3) und Europa (2).

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Finanzmarktausblick

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Von Dr. Stefan Kunzmann, Leiter Investment Research

Finanzmarktausblick Viele Anlegerinnen und Anleger wünschen sich für das kommende Jahr etwas mehr Ruhe und Verlässlichkeit. Dabei bleiben Unwägbarkeiten und Risiken in Bezug auf politische Ereignisse, konjunkturelle Themen, geostrategische Veränderungen, klimatische Entwicklungen etc. bestehen. Es gilt auch 2022, erkennbaren Risiken vorzubeugen und Opportunitäten zu nutzen. Wichtig ist eine breite Diversifikation der Anlagen, um mittel- und langfristig gesteckte Ziele zu erreichen. Die im Magazin beschriebenen Anlagethemen bieten zudem interessante Anlagechancen.

Positive Perspektiven für die Konjunktur Ausgabenprogramme, die Überwindung von Lieferproblemen, eine weiterhin sehr expansive Geld- und Fiskalpolitik sowie die hohe Verfügbarkeit an Covid-19-Impfstoffen bilden ein gutes Fundament für überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten in den Industrienationen. Für Europa und die USA rechnen Ökonominnen und Ökonomen für 2022 deshalb mit einem hohen Anstieg des BIP von rund 4 % und mehr, für die Schweiz liegt die Konsensprognose um 3 %.

Aktien – am langfristigen Performancedurchschnitt orientieren Aktienbewertungen befinden sich auf einem hohen Niveau. Dieser Umstand sowie andere Risiken – bspw. im chinesischen Immobilienmarkt – mahnen zur Vorsicht. Andererseits sind die guten Rahmenbedingungen für die konjunkturelle Entwicklung eine wichtige Stütze für den Aktienmarkt. Wir orientieren uns deshalb auch für das kommende Jahr an den historisch beobachtbaren, langfristigen Aktienmarkt­renditen von rund 7 %.

Notenbanken halten Leitzinsen auf historisch tiefen Niveaus Die Notenbanken erklären die aktuell hohen Preissteigerungsraten u.a. mit sogenannten Basiseffekten und er­ achten diese als ein eher vorübergehendes Phänomen. Auch für uns ist eine anhaltend hohe Inflationsdynamik wenig wahrscheinlich. Die durchschnittlichen Inflationsprognosen für die Eurozone von 2,3 % und für die Schweiz von 0,6 % für das kommende Jahr scheinen realistisch. Die SNB und die EZB dürften somit im Gegensatz zur US Fed in den kommenden zwölf Monaten an den tiefen Leitzinsen festhalten.

Obligationen weiter unattraktiv Trotz der zwischenzeitlich leicht gestiegenen Renditen von Obligationen sind diese unattraktiv. Je nach Laufzeit sind die Renditen weiter negativ. Man zahlt dem Schuldner dafür, dass man ihm sein Geld leihen darf. Hält man solche Obligationen bis zur Fälligkeit, dann ist der Ertrag garantiert negativ. Es bestehen somit kaum Chancen auf eine positive Rendite, jedoch anhaltend hohe Risiken im Falle stärker steigender Zinsen.

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Finanzmarktausblick

Fragen Sie Ihre Beraterin oder Ihren Berater Beim Anlegen ist es wichtig, sich seiner eigenen Risikofähigkeit und Risikobereitschaft klar zu werden sowie der Ziele, die man mit seinen Anlagen mittel- und langfristig verfolgt. Um positive Renditen zu erzielen, ist eine Bei­mischung von Aktien im Portfolio fast unerlässlich. Neben unseren eigenen Anlagelösungen und dem BKB Sustainable Equities Switzerland Fonds erachten wir aufgrund der im Magazin beschriebenen Anlagethemen unter anderem folgende Anlagefonds als sinnvolle Ergänzung:

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Finanzmarktausblick

DNB Fund Renewable Energy (LU1706372593) Die thematischen Schwerpunkte erneuerbare Energien und Energieeffizienz passen gut zum aktuellen Megatrend. Im Fokus stehen Unternehmen, die mit ihren Technologien, Produkten und Dienstleistungen anderen dabei helfen, die Treibhausgasemissionen zu senken, und damit einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten. Der vom norwegischen Finanzhaus DNB verwaltete Fonds überzeugt zudem durch einen glaubwürdig und stringent umgesetzten Nachhaltigkeitsansatz.

BNP Paribas Aqua (LU1165135440) Der vom britischen Vermögensverwalter Impax im Auftrag von BNP Paribas verwaltete Fonds investiert global in Firmen entlang der Wasserwertschöpfungskette. Adressiert wird der effiziente und ressourcenschonende Umgang mit Wasser. Die Strategie ist bereits über zehn Jahre alt. In der Aktienauswahl wird seit jeher grosser Wert auf Nachhaltigkeit gelegt.

iShares NASDAQ 100 UCITS ETF (IE00B53SZB19) Dieser ETF repliziert kostengünstig den amerikanischen Technologieindex Nasdaq 100. Der Schwerpunkt liegt auf Firmen aus dem Bereich Informationstechnologie (z.B. Apple, Microsoft), er umfasst aber auch andere Wachstumsunternehmen aus anderen Bereichen wie Kommunikationsdienstleistungen (z.B. Google, Facebook) und Konsumgüter (z.B. Amazon, Tesla).

Fidelity Global Technology Fund (LU1560650563) Der technologieaffine südkoreanische Fondsmanager Hyun Ho Sohn sucht global nach Firmen, die von aktuellen wie auch aufkommenden technologischen Trends profitieren. Diese vom amerikanischen Vermögensverwalter Fidelity angebotene Strategie zählt im Konkurrenzvergleich zu den etabliertesten und glänzt seit Jahren mit konstant guten Ergebnissen.

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«Megatrends bieten Chancen, auch für Anlegerinnen und Anleger.» Dr. Sandro Merino, Chief Investment Officer

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Disclaimer Allgemein Die Bank Cler AG hat in Übereinstimmung mit den geltenden gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Regelungen (bzw. den Richtlinien der Schweizerischen Bankiervereinigung zur Sicherstellung der Unabhängigkeit der Finanz­ analyse) interne organisatorische und regulative Vorkehrungen getroffen, um Interessenkonflikte bei der Erstellung und Weitergabe von Finanzanalysen zu vermeiden oder angemessen zu behandeln. In diesem Rahmen trifft die Bank Cler AG insbesondere die geeigneten Massnahmen, um die Unabhängigkeit und die Objektivität der Mitarbeiter, die an der Erstellung von Finanzanalysen beteiligt sind oder deren bestimmungsgemässe Aufgaben oder wirtschaftliche Interessen mit den Interessen der voraussichtlichen Empfänger der Finanzanalyse in Konflikt treten können, sicherzustellen. Verbot bestimmter Mitarbeitergeschäfte Die Bank Cler AG stellt sicher, dass ihre Finanzanalysten sowie die an der Erstellung der Finanzanalyse beteiligten Mitarbeiter keine Geschäfte mit Finanzinstrumenten, auf die sich die Finanzanalysen beziehen, oder damit verbundenen Finanzinstrumenten tätigen, bevor die Empfänger der Finanzanalysen oder Anlageempfehlungen ausreichend Gelegenheit zu einer Reaktion hatten. Hinweis auf Bewertungsgrundlagen und -methoden – Sensitivität der Bewertungsparameter Die Analysen des Investment Research der Bank Cler AG im sekundären Research beruhen auf allgemein anerkannten qualitativen und quantitativen Bewertungsgrund­lagen und Bewertungsmethoden. Zur Unternehmens- und Aktienbewertung werden Methoden wie zum Beispiel Discounted-Cashflow-Analyse, KGV-Analyse sowie PeerGroup-Analyse angewandt. Die jeweiligen Erwartungen über die zukünftige Wertentwicklung eines Finanzinstrumentes sind Ergebnis einer Momentaufnahme und können sich jederzeit ändern. Die Einschätzung der zugrunde liegenden Parameter wird mit grösster Sorgfalt vorgenommen. Dennoch beschreibt das Ergebnis der Analyse immer nur eine aus einer Vielzahl möglicher zukünftiger Entwicklungen. Es ist die Entwicklung, der das Investment Research der Bank Cler AG zum Zeitpunkt der Analyse die grösste Eintrittswahrscheinlichkeit beimisst.

Hinweis auf Empfehlung Die in den Empfehlungen des Investment Research der Bank Cler AG enthaltenen Prognosen, Werturteile oder Kursziele stellen, soweit nicht anders angegeben, die Meinung des Verfassers dar. Die verwendeten Kursdaten beziehen sich auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung, soweit nicht anders angegeben. Hinweis auf Zuverlässigkeit von Informationen und Veröffentlichung Diese Veröffentlichung ist lediglich eine unverbindliche Stellungnahme zu den Marktverhältnissen und den angesprochenen Anlageinstrumenten zum Zeitpunkt der Herausgabe. Alle Angaben stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen, welche die Bank Cler AG für zuverlässig hält, ohne aber alle diese Informationen selbst verifiziert zu haben. Eine Gewähr für deren Richtigkeit oder Vollständigkeit wird insofern seitens der Bank Cler AG sowie der mit ihr verbundenen Unternehmen nicht übernommen. Die Veröffentlichung dient lediglich einer allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräusserung von Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzt keinesfalls die persönliche Beratung durch unsere Kundenberater vor einem allfälligen Anlage- oder anderen Entscheid. Haftungsansprüche aus der Nutzung der dargebotenen Informationen sind ausgeschlossen, insbesondere für Verluste einschliesslich Folgeschäden, die sich aus der Verwendung dieser Veröffentlichung beziehungsweise ihres Inhalts ergeben. Eine Vervielfältigung oder Verwendung von Grafiken und Texten in anderen elektronischen Medien ist ohne ausdrückliche Zustimmung der Bank Cler AG nicht gestattet. Eine inhaltliche Verwertung ist nur mit Quellenangabe zulässig, wobei um vorherige Übersendung eines Belegexemplars gebeten wird. Aufsicht Die Bank Cler AG unterliegt der Aufsicht durch die Eidg. Finanzmarktaufsicht (FINMA), Laupenstrasse 27, 3003 Bern. Bank Cler AG, Postfach, 4002 Basel, Telefon 0800 88 99 66, cler.ch/kontakt

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