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x s e g s dru

d I I n acontrol

f l e s

Auf der Suche nach Liebe und Freiheit Junge Menschen erz채hlen ihre Geschichte.


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Dieser Tag veränderte mein Leben

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Der „Teufelskreis“

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Tote Freundschaft

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Bravo!

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Mein Schrei war laut

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Was wäre, wenn ich nicht erzogen wär

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Mein beschissenes erstes Mal

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From my diary

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t l a h in

Goodbye Ana und Mia

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e t o T Freundschaft

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Tote Freundschaft In Wels is es nicht schwer an Drogen etc. zu kommen. Man muss nur mit offenen Augen durch die Stadt gehen und dann kommt eins zum anderen ;) Durch meinen ersten richtigen Freund bin ich eigentlich dazu gekommen, weil wir uns anfangs immer am Schl8hof getroffen haben. Kurze Erklärung zum Schl8hof: Dieser ist sowas wie ein Jugenzentrum oda Ort wo Jugendliche sich zurückziehen können/könnten mit einem Jugendzentrum „d22“ und Streetworkern, die aber voll fürn Arsch da sind, wenn i das so schreiben darf :D. Auf jeden Fall ist es dort so, dass du so ziemlich alles bekommst und darum muss man nicht mal fragen, also die kommen auf dich zu und eigentlich kennt auch jeder jeden dort. Also ist es ein richtiger Szenetreffpunkt und die Streetworker sehn da eigentlich zu dabei bzw. kiffen selbst. Also ziemlich sinnlos das ganze ;). Auf jeden Fall hab ich mit 14 da meine Zeit häufig verbracht und hatte da auch meinen ersten Kontakt mit Drogen - speziell also Kiffen/Tschiken. Ich hab es aber sehr selten gemacht und das hat sich dann aber durch den oben erwähnten Ex-Freund auch verstärkt. War aber nie wirklich ein Hobby-Kiffer oda eine, die sich das selbst kaufen würde. So hab ich auch Iwan kennengelernt. Ein 99


eigentlich total lieber, sensibler Mensch und wir haben uns relativ gut kennengelernt. Darum kenn ich auch seine Vorgeschichte und Vergangenheit. Mit 13 XTC zuhause gefunden. Seine Mama hat ihn angezeigt und rausgeworfen. Er ist gebürtiger Ukrainer und lebt seit ca. 8 Jahren in Österreich. Seine Eltern sind beide taubstumm und sein Vater lebt noch in der Ukraine. Nun gut. Also über die Jahre weg waren/sind wir sehr gut befreundet und auch mit seiner jetzigen Freundin Samara versteh ich mich super gut und sie wurde zu einer meiner besten Freundinnen. Iwan ist schon ziemlich tief verwurzelt in der Drogenszene und hat in Wels auch seinen Namen. Auch Samara kam durch ihn zum Heroin, Kokain, Meskalin etc. Also ich sag mal so, er hat alles zu bieten, was es am Markt so gibt :D. Und naja nun zu der eigentlichen Geschichte. An einem Freitag war ein Freund bei Iwan zuhause (hat eine eigene Wohnung). Ich kenne ihn nur vom sehen und hören. Er heißt Piet und hängt seit 4 Jahren an der Nadel. Die beiden sind am Nachmittag bei einem ihrer „Freunde“ eingebrochen und haben bei ihm Playstation, PC und unter anderem auch „Speedball“ (Mischung koks und h) mitgehn lassen. Das was die zwei aber nicht wussten ist, dass das Zeug nicht zum Verkauf gedacht war, sondern only für Eigengebrauch. Da es ziemlich heftig war. Wieder zuhause bei Iwan ham sie sich das beide geballert, aber beim 101


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Speedball ist es so, dass man sich nicht die normale Menge wie bei h schießen darf, sondern weniger. An das ham die beiden nicht gedacht und so ham sie sich das geschossen. Das letzte was er von Piet gehört hat, war „es is geil“ und so „trikerten“ (haha) die beiden ein. Iwan meinte, er hätte Piet noch schnarchen hören. Am nächsten Morgen (Samstag) als er aufstand, lag Piet bereits tot neben ihm. Und jetzt kommen die heftigen Teile der Geschichte. Als er merkte, dass er tot ist, meinte er, dass er sein ganzes Leben zerstört hat (nach eigenen Erzählungen) und somit hat er ihm 1200 € gestohlen und sich MDMA darum gekauft (dass weiß ich, weil ich mein MDMA von ihm hatte und ich mich an diesem Samstag mit ihm getroffen hatte und mich wunderte, warum er so viel Geld hatte). Weiter im Text: Am Samstag schlief er dann bei seiner Freundin, die er eingeweiht hatte. Die dachte aber nach seinen Erzählungen, er hätte die Rettung gerufen. Falsch gedacht. Am Sonntag abend schickte sie ihn heim und er ging zurück in die Wohnung, wo immer noch der tote Piet lag. Aus Angst rief er einen Freund „Merkin“ und meinte „hejj kannst du mir kurz helfen“. Er meinte „ja sicher“. Die beiden sind Nachbarn. Also war er auch bald da. Als Merkin da war, war er natürlich total geschockt, aber er hat nicht länger nachgedacht und hat ihm geholfen, Piet zu neh103


H

LSD

XTC ALK K

Trips

oks

Joe

Magic Mushrooms

d e e sp

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men und weg zu bringen. Merkin hat mir später an dem Tag dann erzählt, dass Piet schwarze Lippen hatte, blaues Gesicht, schon total steif war und in seiner eigenen Kake gelegen ist. Naja, die beiden nahmen ihn, zogen ihm ein Sackerl über den Kopf und haben ihn mit Ach und Krach vor die Haustüre gelegt. Da Iwan es nicht weiter schaffte, weil er hyperventilierte. Also legten sie ihn hin und hauten ab. Eine Frau hat ihn gegen 6 Uhr beim Spaziern gehn mit ihrem Hund gefunden. Da Iwan der einzige Giftler im Haus war, war es nicht schwierig für die Polizei, ihn zu finden. Erst holte ihn die Kripo bei seiner Freundin Samara ab, dann brachten sie ihn zurück. Aber später holte ihn dann die Rauschgiftkommission ;). Er gestand alles und sitzt immer noch im Gefängnis und wartet auf seine Verhandlung. Ich hab lang über diese Geschichte nachgedacht, da sie noch endlos weitergeht und jeder zur Zeit im Gefängnis landet, aber in Wels trotzdem keine Besserung da ist. Und ich auch immer noch problemlos in 2 Minuten an alles komme, was ich will. Iwan macht bald eine Therapie beim grünen Kreis. Merkin auch. Und mir hat die ganze Geschichte gezeigt, dass man keinen Menschen wirklich kennt, wenn er auf Drogen ist und ich mich selbst auch nicht mehr kenne, seitdem ich konsumiere. Also hab ich mich auch bei einer Therapiestation in Graz „walkabout“ angemeldet und freue mich darauf, dort entziehn zu dürfen. Aber meine Geschichte ist eine andere :D Will da auch nicht alles voll schreiben, aber ich dachte das ist vielleicht eine Geschichte, die viele zum Nachdenken bringt, wieso man so mit seinen Freunden umgeht :D 105


! t i m

b i e r h Sc

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Die Bücherreihe “sex, drugs and selfcontrol!“ Die Entwicklung eines Menschen führt an der Suche nach Liebe und Freiheit nicht vorbei und wird dabei oftmals mit Themen wie Sucht, Depression, Missbrauch, Gewalt, Selbstzerstörung, Selbsthass, falsche Freundschaften, usw. konfrontiert. Sex, drugs and selfcontrol ist eine Buchreihe aus gelebten Erfahrungen. Es ist ein Aufruf an Menschen, ihre gewonnenen Erkenntnisse aus prägenden Schicksalen und Krankheiten weiterzugeben. Durch ihr Mitschreiben an den Büchern bleiben ihre wertvollen Erfahrungen nicht länger verschlossen, sondern werden sinnvoll weiter gegeben. Damit die Echtheit und natürliche Wirkung der Beiträge erhalten bleibt, bleiben sie unverändert und auch anonym. Die Bücher geben Einblick in fremde Welten und ... - lassen andere wie zB. Angehörige besser verstehen - sind Hoffnungsspender bzw. Seelenarbeit für Betroffene/ Ex-Betroffene - sind richtungweisend für junge Menschen, die nach Sinn suchen Bravo Birgit hat diese Buchreihe ins Leben gerufen und setzte damit den Impuls in eine neue Richtung von Prävention, mit Inhalten und Themen die: 183


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junge Menschen ansprechen und bewegen in einer jungen Sprache verfasst sind Problematiken aufzeigen und Lösungswege anbieten Authentizität zeigen Ängste und Selbstzweifel abbauen Mut zum Leben geben

Finanzierung Das Projekt wird getragen von BravoINK® und seinen Partnern. Die Finanzierung der unterschiedlichen Buchauflagen (Druckkosten) wird von privaten Sponsoren bzw. öffentlichen Einrichtungen und Interessensgemeinschaften realisiert. Verfügbarkeit, Auslieferung Die Bücher werden über den HerzStern Verlag publiziert, sind im VLB (Verzeichnis lieferbarer Bücher) gelistet und im gesamten deutschsprachigen Buchhandel erhältlich. Online bestellen unter: shop.bravoink.at Auslieferung: Syntropia Spezialbuchversand (www.syntropia.de)

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Neue Projekte (Bände), Kontakt Die Buchreihe setzt sich fort und weitere Bände können gemeinsam mit Schulen, Gemeinden, Präventionsstellen oder Organisationen entstehen. Weitere Informationen zu diesem Buchprojekt unter: http://verein.bravoink.at Sex, drugs and selfcontrol ist ein Projekt von Verein BravoINK – Eine Initiative für junge Menschen. Rüdiger Mayr (Projektleiter, Obmann) Tel.: +43(0)676/ 3845524 Email: verein@bravo-ink.at Bisher erschienene Bände Band I – Das Jugendbuch Ess-Störungen und Drogensucht Bravo Birgit schildert ihre Suche nach Liebe und Freiheit. Sie beantwortet Fragen von Jugendlichen zu den Themen Drogen und Ess-Störungen. Taschenbuch (188 Seiten) ISBN 978-3-9502903-0-1, Preis: €12,50 (exkl. Versand) Band II – Junge Menschen erzählen ihre Geschichte Eine Sammlung von Erlebnissen und Erfahrungen junger Menschen mit Drogen, Selbstzerstörung und Depressionen. Taschenbuch (188 Seiten) ISBN 978-3-9502903-7-0, Preis: €12,50 (exkl. Versand)

SDS ist ein Projekt von

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We thINK BravoINK® Leistungsdruck, Schönheitswahn und Perfektionismus spielen in unserer Zeit eine große Rolle. Wir müssen funktionieren, sollen keine Schwächen und Gefühle zeigen. Reizüberflutet wird man von Politik, Religion, Medien und den Soll-Erwartungen unseres Umfelds durchs Leben getrieben. Kaum jemand nimmt sich Zeit sein Leben zu überdenken und zu lenken. Materiell fehlt es uns an nichts und doch sind die Symptome unserer Gesellschaft nicht zu übersehen. Ess-Störungen, Drogenkonsum, Gewalt, Burnouts, Orientierungslosigkeit, etc. sind nur ein Teil der Auswirkungen von einer Gesellschaft, die nach Perfektion mit allen Mitteln strebt. Wie lange wir dieses Tempo noch halten können ist ungewiss und ein Blick in Zukunft verheißt nichts Gutes. Zeit für einen Wandel! Wie würde eine Welt aussehen, in der es keine Bewertung gibt? In der Scheitern nicht verurteilt wird? In der wir uns mit Respekt, Toleranz und Fairness begegnen? Eine Welt, die keine Religionen braucht, um an das Göttliche zu glauben. Eine Welt, deren Wirtschaft auf das Gemeinwohl der Bevölkerung gerichtet ist. Es ist Zeit, Menschen nicht mehr durch Leistung, Besitz und Aussehen zu definieren und menschliche Werte völlig zu vergessen! Es ist Zeit, dass wir uns selbst wieder respektieren, vertrauen und lieben. Es ist Zeit, dass wir wieder zu uns finden und uns so akzeptieren wie und was wir sind. 186


Wie würde eine Welt aussehen, in der wir Menschen Liebe und Freiheit als Basis in unser Leben bringen? Liebe und Freiheit bilden die Basis eines ganzheitlich gesunden Systems eines Menschen und seiner gesamten Umwelt. Sie sind Basis für Werte wie Respekt, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und wichtig für ein selbstbestimmtes, eigenverantwortliches Leben. BravoINK® wurde von Rüdiger Mayr und Bravo Birgit ins Leben gerufen. Es steht für „Liebe und Freiheit“ und ist ein aktiver Beitrag zum Wandel unserer Gesellschaft. Mehr zu den Initiatoren: Rüdiger Mayr (www.glueckspirat.com) Bravo Birgit (www.bravo-birgit.at)

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Impressum: © 2010 Bravo Birgit, www.bravoink.at Verlag: Herzstern Verlag, 4871 Zipf, Österreich Gestaltung, Satz/Layout: BravoINK - Die Agentur - www.bravo-agentur.at Alle Rechte sind vorbehalten. ISBN 978-3-9502903-7-0 Coverbild: www.istockphoto.com/ChristopherBrewer


Sex, drugs and selfcontrol - Tote Freundschaft (Leseprobe)  

Sex, drugs and selfcontrol ist eine Buchreihe aus gelebten Erfahrungen. Es ist ein Aufruf an Menschen, ihre gewonnenen Erkenntnisse aus präg...

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