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Der Kreuzweg mit Marie Stern von Bravo Birgit 1. Station: Marie wird zum Tode verurteilt Marie verlernt ihren Gefühlen zu vertrauen, glaubt den Aussagen anderer mehr als ihren eigenen, tut immer mehr gegen ihren Willen nur um dazuzugehören. 2. Station: Marie nimmt alles auf ihre Schultern An Marie nagen immer mehr Selbstzweifel. Sie mag sich selbst nicht mehr. Sie nimmt die Meinung der anderen wichtiger als ihre eigene und ist dem Glauben ausgeliefert, immer perfekt sein zu müssen, damit andere sie mögen. 3. Station: Marie fällt zum ersten Mal Marie beginnt sich körperlich zu verändern. Sie flüchtet sich in ihre eigene Welt, wo sie selbst bestimmen kann. Wird dünner und bringt ihre Gefühle zum Schweigen. 4. Station: Marie begegnet ihrer Mutter Ihre Mutter wird ihre beste Freundin. 5. Station: Marie fällt zum zweiten Mal Maries unstillbarer Hunger wird laut und drängt nach draußen. Sie erbricht stillschweigend. 6. Station: Marie begegnet den weinenden Freunden und Familie Sie gibt sich die Schuld, dass sie andere unglücklich macht. Sie ist eine Versagerin. 7. Station: Marie fällt zum dritten Mal Marie ist alleine, isoliert sich. Fühlt sich von niemandem verstanden. 8. Station: Marie wird ihrer Selbstachtung beraubt Ihr Selbstwertgefühl und ihre Selbstachtung sind verschwunden. Sie schafft es einfach nicht, sich aus dem Teufelskreis zu befreien. Wieder versagt sie sich selbst. 9. Station: Marie wird an das Kreuz genagelt Alles dreht sich alles um Essen, Gewicht, Waage, Versagen, Schuld. Marie scheint machtlos. Will aufgeben. 10. Station: Marie steigt vom Kreuz Sie erkennt, dass durch das Herabsteigen, dem sich Loslösen von dem Schmerz, ein letztes Mal ihre Wunde blutet. Jetzt spricht sie ein Wort und ihre Seele wird gesund.

Die Auferstehung. Mein erster Tag vom neuen Leben.


Ich hatte einen Traum.

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Einmal im Leben so gesehen und geliebt werden,

wie ICH bin.

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Also hรถrte ich auf zu Essen...

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Warum ich frei von Ess-Störungen werden wollte... Weil ich nicht mehr frieren wollte Weil ich nicht nur müde sein wollte Weil ich nicht nur an Kalorien denken wollte Weil ich keine Angst mehr haben wollte Weil ich nicht Sklave meiner Waage sein wollte Weil ich meinen Körper nicht zerstören wollte Weil ich mich nicht mehr belügen wollte Weil ich meine Familie, Freunde, alle, die mich gernhaben (und die ich gern habe), nicht mehr belügen wollte ... Weil ich gesund sein wollte Weil ich selbstbewusst sein wollte Weil ich stark sein wollte Weil ich wieder frei sein wollte Weil ich Ich sein wollte ... Weil ich leben wollte ! 41


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Die Ess-Störung ist ein Betreten einer inneren Hölle. Die Ess-Störung bedeutet nicht einfach nur nichts zu essen, zu erbrechen oder sich mit Essen vollzustopfen. Es ist ein Teufelskreis, der dich gefangen hält.

„Wenn ich es schon nicht schaffe in meinem Leben perfekt zu sein, alles zu erreichen, dann muss ich es wenigstens durch meinen Körper können und zeigen.“

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Angst vor jedem neuen Tag. Es geht in Wahrheit nicht um die Figur oder das Schlanksein. Eine Ess-Störung bedeutet, deine Gefühle tot zu hungern oder sie zu ersticken. Nichts mehr fühlen zu müssen, weil jedes Fühlen so weh tut, dass du es fast nicht ertragen kannst. Es ist ein Teufelskreis aus Schuld, Versagen und Gebrechen. Jeder Tag endet mit der Hoffnung, dass morgen alles besser wird. Und mit jedem neuen Morgen stirbt diese Hoffnung, weil du wieder mit dem Gedanken an Essen erwachst. Jeden Tag gibt es strikte Essenspläne, an die du dich zu halten hast. Jeder Tag lässt dich nicht zur Ruhe kommen, weil du getrieben bist, alles richtig zu machen. Leistung. Perfektion. Gefallen wollen. Jeden Tag erhältst du ein Lügenkostüm aufrecht, um nicht aufzufallen oder anderen gar Sorgen zu bereiten, die du liebst.

zerbrechen. Du willst Liebe, erntest jedoch nur Unverständnis. Für einen Weg, den du selber nicht mal verstehen kannst. Die Lösung scheint so einfach. Einfach nur normal zu essen – und doch schaffst du es „einfach“ nicht. Du bist gefangen in deinen selbst errichteten Mauern. Es ist ein Labyrinth aus dem man nie herauszukommen scheint. Der Weg in die Freiheit scheint so unrealistisch zu sein, wie die Hoffnung, irgendwann mal normal mit Essen umgehen zu können. Angst vor Kontrollverlust. Angst, es nie zu schaffen. Angst, wieder nichts wert zu sein. „Die Geister, die ich rief, wurd‘ ich nicht mehr los“....

Mit jedem unerlaubten Bissen stürzt in sich eine innerliche Welt zusammen, weil du es wieder einmal nicht geschafft hast... Die Ansprüche, die du an dich selber hast, sind unerreichbar und dennoch stellst du diese an dich, um am Ende daran zu 55


Der Irrglaube. Iss endlich normal und dann ist alles wieder gut!

„Wenn das nur so leicht wäre. Ich kann nicht einfach „normal“ essen. Essen, so wie ich es kannte, gibt es für mich nicht mehr. Essen bedeutet für mich leben und sterben gleichzeitig. Essen bedeutet für mich Unkontrolliertheit, Schuld und Versagen. Essen bedeutet für mich... Wenn ihr mich nur verstehen könntet.“

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Unverständnis, das verletzt. Der größte Irrglaube der Nicht-Betroffenen ist, dass man einfach nur „normal“ essen müsste, und alles sei gut. Doch bei einer Ess-Störung hat das Essen den Sinn verloren. Essen dient hier nicht mehr als Nahrungsmittel, sondern ist eine Art (Drogen)Ersatz, um seine Gefühle und somit sich selber zu betäuben. Du hungerst dir ein schwarzes Loch in den Bauch, um nur mehr Leere fühlen zu können. Du kotzt alles aus dir heraus, um dich zu entladen, innere Spannungen abzubauen und mit den Konflikten besser umgehen zu können. Du „frisst“, um dich selber zu schützen, um den Schmerz nicht an dich ran kommen zu lassen. Du weißt, dass es sinnlos ist, dieses ganze Essen in dich hineinzustopfen. Du weißt, dass der Hunger nie aufhört. Du weißt, dass du nie satt werden kannst. Es ist, als ob du alles in ein tiefes schwarzes Loch ohne Boden wirfst. Das Essen kommt nie an. Es hört einfach nie auf weh zu tun.

„Ich bin sogar so blöd, dass ich nicht mal das Normalste auf der Welt schaffe. Essen.“ Du fühlst dich schuldig, weil es jeder kann, nur du selber nicht. Etwas so Normales... Ess-Störungen sind eine „Krankheit“ der Seele. Ein „Hilfeschrei“ des ICHs. Ein Weg, um zu zeigen „Ich will endlich ICH sein – gesehen werden – anerkannt und geliebt werden – wie ich bin“. Doch erreichen tut man nur „Ich kann nichts und bin nichts wert.“ Man versucht perfekt zu sein, stellt hohe Ansprüche und Forderungen an sich selbst und hofft, dass man dadurch endlich gesehen und geliebt wird. Vergebens.

Du hast Schuldgefühle, weil du weißt, dass es Nahrungsmittel sind und woanders Menschen verhungern und selber gehst du so „achtlos“ damit um. Du verletzt Menschen – Familie, Freunde, Menschen denen du etwas bedeutest usw. – weil sie sich Sorgen machen und du dennoch nicht aus dem Muster aussteigen kannst. Eine Schuld fügt sich an die nächste, und das Unverständnis „Einfach normal zu essen“ – etwas Normales, das jeder kann – treibt einen innerlich zum Verzweifeln. 57


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lerne die Ess-Störung in ihrer

Perfektion zu verstehen, um sie überwinden zu können.

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Wen trifft die Ess-Störung? Es sind Menschen, die ihren eigenen Gefühlen misstrauen, ihre eigene Meinung leugnen (Angst vor der Außenseiterrolle), etwas gegen ihren Willen tun (dazu gehören wollen), Angst haben, etwas Falsches zu sagen (ausgelacht werden) usw. Also verlernt haben, auf das zu hören, was sie wollen. Dadurch verlieren sie ihre Selbstachtung und nehmen die Meinung der anderen wichtiger als ihre eigene, werden orientierungslos und entwickeln Selbstzweifel, sodass sie sich irgendwann selber nicht mehr mögen (sich verlieren). Sie suchen Anerkennung, Liebe, Wert bei anderen (und sind ständig damit beschäftigt anderen zu gefallen) anstatt, dass sie sich selbst wichtig nehmen. Sie leben fremdbestimmt - also im ICH SOLL statt im ICH WILL (eigener freier Wille). Das Ergebnis des ICH SOLL: ein außer Kontrolle geratenes Essverhalten und keine Selbstachtung. Sie glauben, dass sie irgendwie sein sollen, um gehört und gesehen zu werden. Da sie nicht das tun, was sie eigentlich wollen - also nicht auf ihr Herz (Gefühl) hören - entsteht über die Jahre eine innere Leere. Sie essen zwanghaft, um die innere Leere zu füllen oder sind entsetzt über den unstillbaren Hunger und essen gar nichts mehr. Sie begeben sich in einen Zustand ohne Fühlen: Die Ess-Störung. 76


Es gibt ein ganz bestimmtes Muster. Menschen, die von Ess-Störungen betroffen sind, haben oft unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Die einen hatten eine schwierige Kindheit, andere waren wohlbehütet, die einen hatten überhaupt keinen Selbstwert, die anderen wussten genau wer sie waren usw. Dennoch flüchteten sie sich alle in die Ess-Störung. Warum? Es gibt ein Muster, das bei allen gleich ist. Es sind Menschen, die das Gefühl haben, nicht richtig dazu zugehören; Außenseiter zu sein; anders als der Rest der Familie zu sein; die Dinge anders zu sehen als andere; sie nehmen Dinge wahr, die andere nicht sehen oder fühlen können; nehmen unterschwellige Gefühle und Spannungen auf, die von anderen unterdrückt werden; sie spüren, wenn jemand unehrlich zu sich selber ist; sich selbst verleugnet usw. Es sind also sehr feinfühlige, gefühlvolle Menschen, die eine gute Verbindung zu sich selbst und ihrer Intuition (weibliche Seite) haben (hatten). Dadurch, dass sie das Gefühl haben, anders zu sein, aber dennoch dazugehören wollen, lehnen sie deshalb oft ihr ICH ab und schließen sich der Masse an. Der Mensch ist oftmals getrieben, dazugehören zu wollen, von allen anerkennt und geliebt werden zu wollen. Dies wird ihm wichtiger, als die eigene Meinung und sein Bild über sich selbst. Durch die Selbstzweifel und die geringe Selbstachtung, die man durch das eigene Ablehnen entwickelt, beginnt man, seine

Gefühle mit Essen zu überdecken, solange bis man den eigentlichen Seelenschmerz nicht mehr fühlt und nur mehr Essen, Gewicht, Figur, Schuld, Versagen im Vordergrund hat. Man verlernt auf sein Gefühl, seine innere Stimme, zu hören, sich selbst zu vertrauen und seinen Weg zu gehen. Man verliert also seine eigene innere Kraft. Die innere Kraft ist (d)ein Lebensmotor, der angetrieben wird durch deine Gedanken und Gefühle (deine bildliche Vorstellung, die du von dir und deinem Leben hast). Durch deinen Glauben über dich selbst, entwickelst du eine innere Kraft, die sich in Stärke/Willen äußert, wenn du gut über dich denkst. Diese führt dich immer zu dem, was dich glücklich macht (du also willst). Aber du entwickelst auch eine Form von Machtlosigkeit/Ohnmachtsgefühl, wenn du dich ablehnst und gelangst so zu dem, was du nicht willst (Selbstliebe nicht zulassen und (Eigen)Verantwortung für das Leben nicht übernehmen können). Bei der Ess-Störung ist man oft getrieben von einem Bild, dass man von sich haben SOLL: nämlich zu funktionieren (perfekt sein) und anders sein zu müssen. Somit flüchtet man sich in einen Zustand ohne Fühlen: Die Ess-Störung. Essen (Gefühle ersticken) und Hungern (Gefühle abtöten). „Die innere Stimme (dein Gefühl) sagt dir, wohin dein Weg dich führt und deine innere Kraft ist dein Motor, der dich dazu bringt („Lebenskraft/-wille“).“ 77


Ess-Störungen sind ein Unterdrücken der eigenen Gefühle. Man ist nicht unbeherrscht oder unfähig, sondern die Ess-Störung ist eine Überlebensstrategie. Sie hilft, mit Gefühlen und Problemen umzugehen, indem sich das Essen oder Hungern in den Mittelpunkt drängt. Ess-Störungen schützen vor dem eigentlichen Seelenschmerz und spannen sich wie ein Umhang ums ganze Leben. „Ich weiss nicht, wie ich jemals herausfinde. Ich sehe nur Gewicht, Essen, Figur, Waage. Wenn ich mein Essverhalten ändern möchte um frei zu werden, dann scheitere ich kläglich. Muss ich wirklich dahinterblicken lernen? Wenn meine Ess-Störung weg wäre, dann würde man ein grosses schwarzes Loch aufreissen. Ich habe Angst...“ 84


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Blicke

in den Spiegel! Denn dort siehst du den einzigen Menschen, der in deinem Leben etwas bewirken und verändern kann! 5

Niemand auf der ganzen Welt kann dir die Macht nehmen, wie du über dich denken und mit deinen Gefühlen umgehen willst – außer du selbst. Werde eigenbestimmt und ändere deinen Glauben über dich. Denn dann wird sich auch dein Leben ändern! 110


spiegelfolie

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Warum hält man es oft nicht aus, sich in den Spiegel zu blicken? Man wendet den Blick nach kurzer Zeit ab, weil man es nicht „ertragen“ kann. Kennst du das? Es ist belastend und verletzend, sich selbst ins Gesicht zu sehen. Man betrachtet sich durch den Blick in den Spiegel plötzlich von innen und spürt man selbst zu sein. Wenn man sich nicht mag bzw. kein gutes Bild von sich hat, dann tut das Spiegelbild in der Seele weh.

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Wie denkst du über dich und dein Leben? Seit der Mensch das Bewusstsein hat, über sich und sein Leben nachzudenken, tut er dies regelmäßig und vor allem intensiv. Und zwar so intensiv, dass er sich eine Art „geistigen Zwilling“ erschaffen hat – ein inneres Bild, dass er von sich selbst hat (Selbstbild). Dieses Bild des geistigen Zwillings - also das Selbstbild - lässt sich immer wieder neu erschaffen und verändern. Du bist in der Lage, dich immer wieder neu zu sehen (erkennen), wenn du etwas anderes über dich glaubst (für wahr hältst). Vielleicht kennst du das: Du machst eine „neue“ Erfahrung und dadurch ändert sich - von einen Augenblick auf den nächsten - dein Denken über dich und dein Leben. Du bist dir also „bewusst“ geworden und durch den neuen Glauben, hast du somit auch dein neues Selbstbild geschaffen. Diesen Prozess nennt man auch Weiterentwicklung (Weiterentwicklung passiert „nur“ durch Erfahrungen sammeln - also auch mal Fehler machen!). Du bist praktisch an dir gewachsen. Wenn du dir - wie es in der Ess-Störung oft so üblich ist - das Fehler machen (Erfahrungen sammeln) verbietest, lähmst du dich und deinen Weiterentwicklungsprozess (durch das Perfektsein wollen und die damit verbundenen Schuldgefühle). Denn dann stehen dir Gedanken, wie wer anderer dich sehen könnte im Weg und Selbstkritik macht sich laut. Bin ich gut genug? Wie muss ich sein, dass mich wer liebt? Lehnt mich jemand ab, weil ich nicht perfekt

bin? Diese Gedanken lassen immer mehr Selbstzweifel laut werden bis du dann irgendwann das Gefühl über dich selbst verlierst. Das Selbstbewusstsein verschwindet. Mit dem „sich selbst bewusst werden“ – Wer man ist und was man will – entwickelten sich sogenannte „soziale Gefühle“ wie Scham, Schuld, Stolz, Schüchternheit usw. Anders als die „Grundgefühle“ wie Wut, Angst, Trauer, Freude usw. werden die „sozialen Gefühle“ durchs „Nachdenken, was wer anderer denken könnte“ ausgelöst. Und diese kreisen vor allem um anerkannt sein, besonders sein, perfekt sein. Die Meinung der anderen wird wichtiger, als das eigene Denken über sich. Das Selbstbild entwickelt man immer mehr durch die Brille der anderen. Und zwar nicht immer nur was jemand anderer wirklich denkt oder sagt, sondern was man glaubt, das jemand anderer über einen denken und sagen könnte. Je mehr man Selbstkritik an sich übt, desto „schlechter/negativer“ wird das Bild über sich selbst und desto mehr interpretiert man in die Handlungen und Gestiken der anderen hinein. Das negative Bild über sich selbst hindert daran, dass man liebevoll und geduldig mit sich ist. Man schaut sich in den Spiegel und ist nicht zufrieden (im Frieden) mit sich selbst. Man macht einen Fehler (sammelt

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eine Erfahrung) und kann ihn sich nicht verzeihen. Es passiert etwas Peinliches und man quält sich mit Selbstvorwürfen. Jemand verletzt einen mit beleidigenden Worten und man denkt vielleicht, man hätte es nicht anders verdient. Niemand behandelt sich so schlecht wie ein Mensch, der den Weg der Ess-Störung gewählt hat. Die „sozialen Gefühle“ wie Schuld, Versagen, Scham etc. dominieren das ganze Leben und das Selbstbild sinkt auf gleich Null.

Selbstmitgefühl

die Liebe der anderen annehmen können. Vielleicht kennst du das: Du kannst es einfach oft nicht glauben (annehmen), wenn dir jemand sagt, dass du ein toller Mensch bist. Das kommt genau daher, weil du dich selbst nicht so siehst (Selbstbild) - geschweige denn selbst die Liebe zu dir erkennt (Selbstliebe). Die Suche nach Liebe wird somit zur endlosen Sucht und es entsteht eine innere Leere. Die Ess-Störung bietet hier die „Lösung“ an. Eine Überlebensstrategie (ein Leben ohne Fühlen), die das ganze Leben auf Essen, Waage, Gewicht, Figur aufbaut, damit man nicht über sich und die inneren verletzten Gefühle nachdenken muss.

Behandelst du dich so, wie du mit deinen besten Freunden umgehst? Bist du geduldig, nachsichtig und mitfühlend mit dir selbst? Ein Mitgefühl für sich selbst zu haben, ist eine wichtige Voraussetzung für die seelische Gesundheit. Warum hat man verlernt, freundlich zu sich selbst zu sein? Weil man mehr Gefühle damit verschwendet, anderen zu gefallen als sich selbst. Das Gefühl, das andere glücklich und zufrieden gestellt sind und man als „perfekt“ gilt, ist wichtiger als dass man sich selbst liebt. Man will um jeden Preis von anderen geachtet und gesehen werden. Leider erkennt man nicht, dass man die Liebe, die man eigentlich sucht, nur in sich selbst finden kann. Denn erst wenn man sich selbst liebt, wird man auch

Wenn du etwas verändern willst, dann ist der erste Schritt Mitgefühl für dich selbst zu entwickeln. Die Einfühlung in deine Situation würde es dir leichter machen, geduldig mit dir selbst zu sein. Durch Einfühlung und Verständnis entsteht Mitgefühl. Wenn du ungeduldig und selbstkritisch bist, dich beschuldigst für dein „Versagen“ oder deine Probleme, dann wirst du dich immer „schlecht“ behandeln und somit in deiner Ess-Störung stecken bleiben. Dein Selbstbild kann sich so nicht verändern. Würdest du dich jedoch als eine Person akzeptieren, die nicht immer alles richtig machen kann (weil du erst Dinge erfahren musst, um sie zu verstehen/wissen), Erfahrungen sammeln darf (also auch mal „Fehler“ machen), würde auch für dich

Doch wie kann man sein Selbstbild ändern? Die Antwort lautet:

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Mitgefühl entstehen. Mitgefühl mit dir haben, also mit einem Menschen, der in eine schwierige Lage geraten ist und sich eine Überlebensstrategie (die Ess-Störung) geschaffen hat. „Wenn du schon verletzt bist, dann steig nicht auch noch drauf!“ Oder wie ein Mensch gesagt hat, den ich sehr ins Herz geschlossen habe: „Wenn ein Vogel sich den Flügel gebrochen hat, dann wirft man ihn nicht aus dem Nest.“ Erwarte von dir kein Allzeithoch und schätze dich auch dann, wenn du dich einmal nicht gut fühlst. Gehe nicht gleichgültig mit dir um, sondern sorge für dich und sei für dich da. Wer seine Gefühle unterdrückt oder verleugnet, weil sie ihn am Funktionieren hindern, zeigt wenig Selbstmitgefühl. Denn wer sich nicht einmal erlaubt zu spüren, wie es ihm wirklich geht, der kann auch kein Selbstmitgefühl entwickeln. Mitgefühl bedeutet Akzeptanz. Akzeptanz von dem was gerade ist. Man muss nicht immer mit einem Lächeln durchs Leben laufen, nicht immer glücklich sein, sondern man darf auch mal traurig, wütend, enttäuscht usw. sein. Es ist zwar wichtig, dass der Blick auf das Schöne (auf das was man will) gerichtet ist, um positiv über sich und sein Leben und zu denken. „Positives Denken“, dass ich des öfteren in diesem Buch erwähne, bedeutet für mich nicht, Dinge schönzureden und immer nur zu lachen und glücklich zu sein, sondern sich alle Gefühle zu erlauben in dem Wissen,

dass alles gut wird. Es bedeutet einfach, sich nicht dem Negativen zu unterwerfen, sondern es einfach zur Kenntnis zu nehmen. Schätze dich in deinem Kummer, Fehlerhaftigkeit und Schwäche, wenn es dir schlecht geht und quäle dich nicht zu all deinem vorhandenen „Leid“ noch mit Vorwürfen und Selbstkritik! Umarme dich öfter mal und spüre dein Mitgefühl für dich selbst. Behandle dich so, wie du es dir von anderen wünschen würdest! WICHTIG: Mitgefühl bedeutet sich selbst zu akzeptieren und ein Gefühl für sich zu entwickeln. Es bedeutet nicht Selbstmitleid. Selbstmitleid heißt, sich in eine Opferhaltung zu begeben und zu sagen „Ich kann an meinem Leben nichts ändern. Ich bin dumm, schuld usw.“. Dies löst eine lähmende Haltung aus und somit wirst du auch nichts in deinem Leben verändern. Selbstmitgefühl achtet darauf, dass dir deine eigenen Gedanken über dich selbst nicht ins Negative abgleiten. Selbstmitgefühl ist der erste Schritt zu einem neuen, positiven Selbstbild.

Anstatt dich selbst als Problem zu betrachten, das gelöst werden muss, ermöglicht dir Selbstmitgefühl, das akzeptieren und freundlich sein zu dir selbst, dich als einen liebenswerten Menschen zu sehen, der es wert ist, dass man sich um ihn kümmert. 115


Der ganze Freiwerdungsprozess ist immer wieder begleitet von in dir „aufsteigenden“ Gefühlen (Hochs und Tiefs)! Versuche auf deine Gefühle zu hören und sie zu zulassen. Bei dem Freiwerdungsprozess ist es ganz wichtig, dass du deinen Gefühlen (wieder) Beachtung schenkst! Jedes Gefühl möchte dir etwas sagen und wenn du es zu verdrängen versuchst, dann sagst du im Grunde zu deiner Seele „Sei jetzt still!“ Jedes Verdrängen bedeutet, dass du dich weiter verletzt und in deiner EssStörung gefangen bleibst. Wisse: Gefühle, die weh tun, fließen einfach durch dich hindurch (wenn du sie zulässt) - und dann sind sie (für immer) weg! 138


Gefühle zulassen! Ein oft schmerzhafter, aber heilsamer und unvermeidbarer Prozess! Gefühle sind die Sprache deiner Seele und Leben bedeutet Fühlen! So wie du im Leben nicht immer „schöne, positive Worte“ findest, gibt es auch unangenehme und angenehme Gefühle. Beides sind jedoch wichtige Teile von dir. Denn erst durch das eine (die unangenehmen Gefühle) kannst du das andere (die angenehmen Gefühle) erfahren/fühlen. Wir leben in der Dualität, wo Gegensätze herrschen, die es jedoch zu vereinen gilt. Das bedeutet, das wir in unsem Leben immer ein inneres Verlangen spüren werden, das Gegenstück zu dem zu erfahren, was wir gerade erleben. Ein ganz gutes Beispiel finde ich immer den Vergleich mit den Dragee-Keksis. Diese gab es mit Milchschokolade und dunkler Schokolade (in einer Packung). Da ich dunkle Schokolade nicht mochte, war ich froh, als sie eine Packung auf den Markt brachten, wo nur mehr die mit Milchschokolade drinnen waren. Aber zu meiner Überraschung waren diese dann gar nicht mehr so besonders. Ich vermisste das Gegenstück dazu. Also kaufte ich mir wieder die gemischte Variante:-) Dies kannst du auch so umlegen: Wenn immer nur Tag wäre, dann würdest du dich nach der Nacht sehnen. Wenn immer nur Glück wäre, dann würdest du Glück nicht schätzen können usw. Das eine kann ohne dem anderen nicht

sein und es würde nicht erfüllen. Und genauso ist es auch bei den Gefühlen, die man zu verdrängen versucht. Wenn du zB traurig sein nicht zulässt (also es auch mal fühlst), dann wirst du Freude nicht erfahren können. (Trauer und Freude gehören zusammen - genauso wie Liebe und Hass usw.). Welche Gefühle wünschst du dir und wo lässt du das Gegenstück nicht zu? Es werden während dem ganzen Freiwerdungsprozess immer wieder Gefühle hochkommen, die sich oft nicht ganz so angenehm anfühlen werden. Diese möchten dir sagen, dass es da etwas in dir gibt, dass dich verletzt und deiner Aufmerksamkeit bedarf. Es ist wichtig, dass du sie dir ansiehst (fühlst, zulässt), weil sie von innen nach außen gelangen müssen. Bisher hast du diese wahrscheinlich sehr erfolgreich mit Essen/ Hungern erstickt. Doch wenn du dich für diese Gefühle verurteilst oder sie gleich wieder weghaben willst, dann haben sie keine Chance, von dir losgelassen zu werden und somit verletzt du dich weiter. Das „Gefühle zulassen“ ist ein Prozess, der geübt werden will und der sehr schön ist (im nachhinein betrachtet). Es macht dich innerlich stark (kraftvoll), glücklich und innerlich ruhig.

findest , t s s ä l fühle zugsplan! e G u d Wie erdun w i e r F du im 139


Lerne deinen Gefühlen wieder zu vertrauen und gewinne den Glauben an dich selbst zurück! Visualisierungs-CD: Die Auferstehung Frei von Magersucht, Bulimie, Ess-Sucht. Inhalt der Visualisierungs-CD Gesprochene und geführte Meditation, um belastende Themen/Gefühle loszulassen und durch neue schöne Dinge im Unterbewusstsein zu ersetzen: Die Ess-Störung verstehen lernen, Entspannung, Glaube wecken, Farbheilung, Gefühle zulassen, Kraftvolle Gedanken, Stärkung für ein neues, klares Selbstbild. Wie wirkt die Visualisierungs-CD? Belastende Verhaltensmuster, einschränkende Gedanken und Gefühle werden durch die kraftbringenden, verständnisvollen Botschaften auf der CD, die für das Freiwerden von Ess-Störungen entwickelt wurde, im Unterbewusstsein ersetzt. Dies führt durch oftmalige Wiederholung zu neuen Denk- und Verhaltensweisen und bringt Liebe und Freiheit für dein selbstbestimmtes Leben. Wie oft soll die CD gehört werden? Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn zu Beginn (die ersten 2-3 Monate), die CD mindestens 3-5 x pro Woche angehört wird. Sich Zeit nehmen, entspannen und ruhig werden, damit das Unterbewusstsein die neuen Programmierungen abspeichern kann. Wichtig: Wenn du dabei einschläfst, dann ist dies ein Zeichen für eine tiefe Entspannung, und ändert nichts am gewünschten Freiwerdungserfolg. In Liebe und Freiheit, Bravo Birgit

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Schaffe dir ein klares Zeitverständnis von der Freiwerdung. Der Weg in die Ess-Störung dauert oft Jahre und daher kann sie nicht von einen Tag auf den anderen weg sein. Die Freiwerdung ist ein an dir Wachsen, ein Weg zu neuen Vorstellungen, Ideen und Glauben über dich und dein Leben.

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Versuche die Freiwerdung als einen Wachstumsprozess zu sehen und veranschauliche ihn dir mit diesem Beispiel: „Vom Samen zu einer wunderschönen Pflanze“. Pflanze dir ein Samenkorn für deinen Weg zur Freiwerdung und sehe dir selber beim Wachsen zu! ERLÄUTERUNG ANHAND DER 10 SCHRITTE ZUR AUFERSTEHUNG: Station 1: Besorge dir einen Pflanzensamen. Egal welche Pflanze du entstehen lassen willst. Es kann genauso ein Karottensamen sein, als auch irgend eine andere Pflanze. Nimm die, die dir gefällt. Station 1 steht für den Willen, dass du etwas verändern willst. Also du in das Geschäft gehst (etwas aktiv an deiner Freiwerdung unternimmst) und etwas Neues pflanzt (Der Wille für Veränderung). Station 2: Du hast schon öfter einen Samen gestreut und versucht ein Pflänzchen zu bekommen? Daraus wurde aber nichts? Mach dir bewusst, warum es nicht funktioniert hat. Station 2 steht dafür, dass du dir bewusst machst, was eine Ess-Störung bedeutet. (Die Ursachen für die Ess-Störung verstehen lernst.) Station 3: Was brauchst du alles, um den Samen zu säen? Einen Blumentopf, Erde, eine kleine Schaufel, den Samen, eine kleine Gießkanne. Station 3 steht dafür, dass du dir einen Gesamtüberblick verschaffst. Station 4: Glaube daran, dass es eine wunderschöne Pflanze wird. Station 4 steht dafür, dass du dich von deinen alten Überzeugungen befreist und du daran glaubst, dass du dir eine Chance gibst, an dir zu wachsen. Station 5: Du bist jetzt dafür eigenverantwortlich, dass du deine Pflanze auch wirklich hegst und pflegst. Station 5 steht dafür, dass du dir bewusst wirst, was du glaubst, tun zu sollen/müssen und das, was du wirklich TUN WILLST. Es steht auch dafür, dass du jetzt Eigenverantwortung übernimmst. Station 6: Nimm deinen Blumentopf zur Hand und grabe den Samen ein. Von nun an will deine Pflanze auch gegossen und liebevoll behandelt werden. Station 6 steht dafür, dass du dir selber bewusst wirst, was du alles zum Leben brauchst (Bedürfnisse, Träume, Wünsche) und du dir deiner Wirkung bewusst wirst (Selbstbewusstsein). 143


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Die Auferstehung (Leseprobe Betroffene)