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REPORT

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SICHERHEITS

Postvertriebsst체ck C 5325

Fitness lohnt sich! Tricks zum Durchstarten und Dranbleiben Bewegung und Ern채hrung VBG Ihre gesetzliche Unfallversicherung w w w. v b g . d e


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„Seit mehr Bewegung in mein Leben gekommen ist, bin ich viel fitter im Job.“

Wer meint, dass Betriebssport langweilig ist, der sollte mal erleben, wie viel Spaß wir beim Laufen haben. Alles aus einer Hand – Arbeitssicherheit – Gesundheitsschutz – Rehabilitation – Entschädigung

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T O PA K T U E L L

Artikel aus der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 30. November 2007

Geplante Angleichung der Beitragssätze bedeutet für viele Unternehmen höhere Kosten:

Ministerium legt Umbauplan für Unfallversicherer vor

Die Organisationsreform verfolgt zwei zentrale Ziele: die Angleichung der Beitragssätze und die Verringerung der Zahl der Berufsgenossenschaften, die die Unfallversicherung tragen. Je nach Branche weichen die Beitragssätze in den gewerblichen Unfallversicherungen teils erheblich voneinander ab. Hohe Beitragssätze zahlen Gewerbe mit hohen Unfallrisiken und einer hohen Rentenlast als Folge früherer Unfälle und Berufskrankheiten. Dazu gehören der Bau, Bergbau, Maschinenbauer oder die Hüttenindustrie. Da diese aber zuletzt immer mehr Personal abgebaut haben und die Lohnsumme entsprechend sank, stieg der Beitragssatz im Gegenzug überproportional. Diese Wirtschaftsbereiche sollen entlastet werden. Dagegen müssen sich Branchen mit bisher niedri-

gen Unfallraten und Beiträgen, wie Verwaltung, Handel und Dienstleistung, auf höhere Zahlungen einrichten. „Unter Beibehaltung der primären branchenbezogenen Verantwortlichkeit wird eine gerechte Lastenverteilung unter Berücksichtigung des wirtschaftlichen Strukturwandels erreicht“, heißt es dazu in der Gesetzesbegründung. Für „alte Lasten“, die 30 Prozent der Ausgaben der Unfallversicherung von rund 19 Milliarden Euro ausmachen, sollen künftig alle Branchen aufkommen. Die individuellen Bedingungen und Kosten der jeweiligen Berufsgenossenschaft fließen dann nur noch mit 70 (statt bisher 100) Prozent in die Bestimmung von Beitragssatz und -höhe ein. Damit werden sich die Beitragssätze annähern. Aktuell liegen sie im Schnitt bei 1,32 Prozent der Lohnsumme. Sie werden – anders als in den restlichen Sozialversicherungen – nur von Arbeitgebern getragen.

Beschleunigt werden soll der Angleichungsprozess durch die Fusion von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Die 25 gewerblichen Genossenschaften werden bis Ende 2008 auf neun verschmolzen. Die 28 staatlichen Unfallkassen sollen zu 17 (je eine pro Land und Bund) fusionieren. Allerdings wird hierfür bis Ende 2008 nur die Vorlage von „Konzepten zur Neuorganisation“ und eine „umfassende Prüfung“ gefordert. Mit der Organisationsreform soll auch das Inkasso des Insolvenzgeldes neu geregelt werden. Bisher erheben die Berufsgenossenschaften die Umlage für die Bundesagentur für Arbeit, die daraus nach einer Unternehmenspleite das Insolvenzgeld an die Beschäftigten auszahlte. Künftig soll die Umlage zusammen mit den anderen Sozialversicherungsbeiträgen von der Krankenversicherung eingezogen und an die Arbeitsagentur abgeführt werden.

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ami. BERLIN, 29. November. Die Organisationsreform der gesetzlichen Unfallversicherung, die für viele Unternehmen höhere Beiträge zur Folge haben wird, nimmt Gestalt an. Nach mehr als einjähriger Debatte hat das Arbeitsministerium jetzt einen Referentenentwurf zur Modernisierung der gesetzlichen Unfallversicherung (UVMG) vorgelegt. Die von der Koalition ebenfalls geplante Neuordnung der Leistungen der Versicherung soll in einem späteren Gesetz angegangen werden, was schon zu Kritik geführt hat.

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SICHERHEITS

REPORT Foto: Dirk Masbaum

EDITORIAL

Bis heute haben sich die allgemeinen Arbeitsbedingungen stetig und entscheidend verbessert. Moderner Arbeitsschutz legt Wert auf die weitere Optimierung der Ergonomie und die Verbesserung der allgemeinen körperlichen und psychomentalen Gesundheit. Mit der Entwicklung neuartiger Arbeitsplätze wie bei der Büroarbeit entstanden jedoch auch neue arbeitsbedingte Belastungen. Dazu zählt beispielsweise die „relative körperliche Inaktivität“ am Arbeitsplatz. Diese „relative körperliche Inaktivität“ findet sich allerdings nicht nur in der Berufswelt wieder, sondern im allgemeinen, körperlich inaktiven, westlichen Lebensstil. Dabei musste man erkennen, dass körperliche Inaktivität einen wesentlichen verhaltensbezogenen Risikofaktor für die allgemeine Gesundheit darstellt, nicht nur in Bezug auf Beschwerden des Muskel- und Bewegungsapparates, sondern insbesondere auch für die Entwicklung von Übergewicht und die damit einhergehenden Veränderungen wie Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Herz- und Gefäßerkrankungen sowie Gicht. Demgegenüber steht die Erkenntnis, dass ein körperlich aktiver Lebensstil nicht nur Erkrankungen entgegenwirkt, sondern zusätzlich die mentale und psychische Gesundheit fördert und damit auch die Leistungsfähigkeit allgemein positiv beeinflusst.

SICHERHEITS

18 Millionen Menschen sitzen in Deutschland täglich am Schreibtisch, Tendenz steigend. Deshalb widmet sich dieser Sicherheitsreport dem Thema „Bewegung“. Wir wollen Ihnen zeigen, wie man Job und Sport unter einen Hut bekommt, welchen positiven Einfluss Bewegung und Ernährung auf Wohlbefinden und Gesundheit haben und wie dadurch der Zusammenhalt im Unternehmen, die Motivation der Mitarbeiter und damit das Unternehmensergebnis positiv beeinflusst werden.

REPORT

Dr. Manfred Fischer, Direktor Prävention

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10–11 Immunsystem und Bewegung: Fitness lohnt sich!

12–13 Wichtig für die Gesundheit: Bewegung und Ernährung

INHALT TOPAK TUELL Geplante Angleichung der Beitragssätze bedeutet für viele Unternehmen höhere Kosten: Ministerium legt Umbauplan für Unfallversicherer vor

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KURZ & BÜNDIG Zertifikat überreicht: Arbeitsschutz mit System beim WDR Ein Beispiel macht Schule: Unfallversicherung in Down Under Graues Einerlei auf den Straßen: Kaum Mut zur Farbe Ranking bei den Freiberuflern: Kulturberufe an erster Stelle Fortschritt in der Kennzeichnung: GHS – die neue Kennzeichnung für Gefahrstoffe Mehr Arbeitsplätze: Aufschwung bringt neue Jobs

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ARBEITSORGANISATION Web-Designer: Barrierefreie Kommunikation mit C2Web

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SICHER UND GESUND Regelmäßig Sport treiben: Tricks zum Durchstarten und Dranbleiben Immunsystem und Bewegung: Fitness lohnt sich! Wichtig für die Gesundheit: Bewegung und Ernährung Kampf gegen die Pfunde: Bewegung gegen Übergewicht Gut für Sie – und Ihren Betrieb: Mit dem Rad zur Arbeit Mobilfunksendeanlagen in und auf Kirchtürmen: Gefährdung für Küster, Wartungspersonal oder Turmbesucher? Gewaltprävention in Ausbildungsstätten: „Ich habe Angst, zur Schule zu gehen.“

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IMPRESSUM

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Foto: Corbis

14–17 Kampf gegen die Pfunde: Bewegung gegen Übergewicht

Mitteilungsblatt der VBG, gesetzliche Unfallversicherung, zur Prävention, Rehabilitation und Entschädigung. Die VBG hat mit allen geeigneten Mitteln Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten sowie arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten und nach Eintritt von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Versicherten mit allen geeigneten Mitteln wiederherzustellen und sie oder ihre Hinterbliebenen durch Geldleistungen zu entschädigen. Herausgeber VBG

Ihre gesetzliche Unfallversicherung w w w. v b g . d e

Deelbögenkamp 4 22297 Hamburg Postanschrift: 22281 Hamburg Verantwortlicher Redakteur: Dr.-Ing. Manfred Fischer

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UNFALLVERHÜTUNG STR ASSE Wie man sitzt – so fährt man: Richtiges Sitzen im Auto Auto und Unfall: Die häufigsten Ursachen

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SIE FR AGEN – WIR ANTWORTEN Unser Experte Dr. med. Jens Petersen antwortet.

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IHR BEITR AG Zur Erinnerung: Der Entgeltnachweis 2007

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Grafische Gestaltung: Kunst & Partner, Hamburg Der Bezugspreis für den Sicherheitsreport ist durch den Beitrag abgegolten. Nachdruck mit Quellenangaben und nach Vereinbarung mit der VBG gestattet. Erscheinungsweise: vierteljährlich

Anzeigenverwaltung: C. L. Rautenberg-Druck Postfach 1280 • 25343 Glückstadt Tel.: 04124 9159-0, Fax: 04124 9159-44 www.rautenberg-druckerei.de/mediadaten Lektorat, Lithos und Druck: C. L. Rautenberg-Druck Königstraße 41 • 25348 Glückstadt Nr. 1/2008 – 1. Quartal

UNSER ANGEBOT Wir sind für Sie da! Neue Medien Termine 2008

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AUS DER PR AXIS FÜR DIE PR AXIS AMS beim ZDF: Erste Erfolge für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Redaktion: Karin Albers • Daniela Dalhoff • Eckehard Froese Manuela Gnauck-Stuwe • Werner Goldstein Dr. med. Jens Petersen • Dr. Ralf Schweer

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Abo-Auflage aus Sicherheitsreport 4/2007 683.481

Auflagenkontrolle durch die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V.

UNSER TIPP:

In der Heftmitte zum Herausnehmen: Erste-Hilfe-Plakat

Mediadaten/Mediainformationen zum Sicherheitsreport im Internet unter:

Papier enthält Recyclinganteile

Gewaltprävention in der Ausbildung: Unser Seminar hilft! „Wir helfen Profisportlern auf die Sprünge.“ 4. Symposium Hochleistungssport in Berlin Dynamische Stühle – dynamische Menschen? Gesünder sitzen, besser arbeiten und leben! Beispielhaft: Betriebssport beim NDR

www.vbg.de, Suchbegriff: Media-Informationen ANZEIGENHINWEIS

Arbeitssicherheit & Arbeitsmedizin Diemer

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Infos über unsere Aktionspreise für die Rückseitenbelegung unserer Plakatbeihefter: Telefon 04124 9159-12 • Fax 04124 9159-44

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KURZ & BÜNDIG

ZERTIFIKAT ÜBERREICHT:

Am 17. Oktober 2007 überreichte der Direktor Prävention der VBG, Herr Dr.-Ing. Manfred Fischer, der Intendantin des WDR, Frau Monika Piel, das Zertifikat für vorbildlichen „Arbeitsschutz mit System“ (AMS). Die Zertifizierung des Arbeitsschutzmanagementsystems erfolgte auf der Grundlage der VBGInformation „AMS-Dienstleister“ und des „Nationalen Leitfadens für Arbeitsmanagementsysteme” (NFL). Die Übergabe stand am Ende eines Prozesses, der im November 2005 begann und mit Auditterminen in drei Betriebsstätten des WDR im August 2007 erfolgreich abgeschlossen wurde. Der WDR ist damit nach dem ZDF die zweite zertifizierte Rundfunkanstalt und damit ArbeitsschutzVorreiter im ARD-Verbund. Das prozessorientierte Arbeitsschutzmanagementsystem dient der sicheren und vorausschauenden Gestaltung der Arbeit und erfasst dabei nicht nur die mehr als 4000 fest angestellten Mitarbeiter, sondern auch die freien Mitarbeiter und die mitwirkenden Zuschauer. Es ergibt sich konsequent aus dem Leitbild des WDR, das das Unternehmen zur Umsetzung aller Maßnahmen des Arbeitsschutzes verpflichtet: Unabhängig von der ethischen, sozialen und rechtlichen Verpflichtung ist sicheres Arbeiten auch aus wirtschaftlichen Gründen geboten, um

die vorhandenen Ressourcen optimal nutzen zu können. Insofern unterstützt das AMS den WDR bei der effizienten, insbesondere störungsfreien Erfüllung des Programmauftrags. Besonders hervorzuheben ist die Präsentation des Arbeitsschutzmanagementsystems im WDR-Intranet in Form eines aktuellen Informationsund Dienstleistungsportals für die Mitarbeiter. Dieses Portal wurde von den beiden Sicherheitsingenieuren des WDR entwickelt, um den Arbeitsschutz stets an die aktuellen Entwicklungen und Erfordernisse anpassen zu können. Wollen auch Sie Ihren Arbeitsplatz zertifizieren lassen? Dann melden Sie sich bitte unter:

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Medienservice Die VBG-Fachinformation „Mit System zum sicheren und gesunden Betrieb – 7 Schritte zum Aufbau und zur Pflege eines systematischen Arbeitsschutzes für Dienstleistungsbetriebe“ (BGI 5023) finden Sie im Internet unter www.vbg.de, Suchbegriff: Mit System.

EIN BEISPIEL MACHT SCHULE:

Unfallversicherung in Down Under Während in der Politik über eine Reform der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland diskutiert wird, zeigte sich eine australische Delegation beeindruckt von der VBG. Mitte Oktober besuchten Kristy Herschell, Tim Esmonde und Ross Jones von der australischen Unfallversicherung die VBG in Hamburg und lernten neben der eingesetzten Technik BG/Standard auch die Geschäftsprozesse wie das Reha-Management, die systematische Rechnungsbearbeitung und die elektronische Posteingangserfassung kennen. Die drei Australier sind Teil einer Gruppe, die in Europa und Nordamerika die verschiedenen Formen der Unfallversicherungen unter die Lupe nimmt. Im Sinne von Best Practice werden nun geeignete Verfahren auch in die australische Unfallversicherung übernommen. Als außerordentlich interessant und zukunftsweisend wurden dabei die Arbeitsprozesse der VBG gelobt.

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Foto: VBG

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Arbeitsschutz mit System beim WDR

Ross Jones, Tim Esmonde und Kristy Herschell von der australischen Unfallversicherung, flankiert von Dr. Bernd Kieseler und Thorsten Döcke (re.), beide VBG.


KURZ & BÜNDIG

Wenig Farbe auf den Straßen So viel % der im Jahr 2006 neu zugelassenen Pkw hatten diese Farben:

RANKING BEI DEN FREIBERUFLERN:

Kulturberufe an erster Stelle In Deutschland arbeiten mehr als 900.000 Männer und Frauen in freien Berufen. Die stärkste Gruppe bilden die Kulturschaffenden; zu den 215.000 Freiberuflern im Kulturbereich gehören Maler und Bildhauer ebenso wie Schriftsteller und Journalisten, Musiker und Schauspieler, um nur einige zu nennen. Es folgen auf Rang zwei die Ärzte (126.250) und auf Rang drei die Rechtsanwälte (94.400). Zusammen mit ihren Angestellten, den Auszubildenden und den mitarbeitenden Familienangehörigen ergibt sich eine Gesamtzahl von weit über dreieinhalb Millionen Menschen, die in den freien Berufen ihre Arbeits- oder Ausbildungsplätze haben. Statistische Angaben: Institut für Freie Berufe

GRAUES EINERLEI AUF DEN STRASSEN:

Kaum Mut zur Farbe

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Unsere Empfehlung Zeigen Sie mehr Mut zur Farbe und schalten Sie das Tagfahrlicht ein – dann werden Sie besser gesehen!

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Grau ist einfach nicht zu schlagen: Autos mit dieser Farbe, zu der auch das besonders beliebte Silber gehört, hatten im vergangenen Jahr den höchsten Anteil an den Pkw-Neuzulassungen. 42,2 Prozent der Fahrzeuge trugen Grau. Das sind allerdings 3,4 Prozent weniger als 2005. Aufgeholt hat der zweite Favorit der Deutschen: das Schwarz. Mit 27,8 Prozent liegt der Anteil an den neu zugelassenen Wagen um 13,5 Prozent höher als 2005. Die höchste Zuwachsrate verbuchte übrigens eine Farbe für besonders Mutige: das Orange. Der Anteil orangefarbener Autos hat sich fast verdreifacht (plus 284,8 Prozent), bleibt mit 1,1 Prozent jedoch winzig. Statistische Angaben: Kraftfahrt-Bundesamt

Sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Betreuung gemäß BGV A 2

• Gefährdungsbeurteilungen • Bildschirmarbeitsplatz-

analysen • Betriebssicherheitsverordnung • Arbeitsmittel-Prüfdienst • UVV-Prüfungen • Prüfung elektrischer Geräte • QM-SCC-SGU-Beratung

• Unterweisung

von Mitarbeitern

• Gabelstaplerfahrer-Kurse • Betriebsanweisungen • Sehtest – Bildschirmarbeitsplatz

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Maximilianstraße 23 67433 Neustadt a.d. Weinstraße Tel.: 06321 9681-42 Fax: 06321 9681-43 info@diemer-ing.de www.diemer-ing.de

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KURZ & BÜNDIG

FORTSCHRITT IN DER KENNZEICHNUNG:

GHS – die neue Kennzeichnung für Gefahrstoffe Weltweit gibt es diverse Systeme zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien hinsichtlich ihrer gefährlichen Eigenschaften. Sie führen durch ihre Verschiedenheit zu Unsicherheiten bei den Anwendern und zusätzlichem Aufwand für die Wirtschaft. Seit Beginn der 90er-Jahre wurde daher in internationalen Gremien über eine weltweit einheitliche Einstufung und Kennzeichnung verhandelt. Mittlerweile liegt das Globally Harmonized System (GHS) zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien vor. Es GHS-Piktogramm für Gesundheitsgefahr: für karzinogene oder die Atemwege sensibilisierende Stoffe und Gemische

umfasst physikalisch-chemische, gesundheitliche und Umweltgefahren, bietet eine einzige Gefahrenkommunikation für verschiedene Zielgruppen, behandelt Stoffe und Gemische in einem Rechtstext. Das GHS ist ein weltweit vereinheitlichtes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien sowie deren Sicherheitsdatenblättern. Durch einheitliche Einstufung, Piktogramme

usw. sollen die Gefahren für die menschliche Gesundheit und die Umwelt bei der Herstellung, beim Transport und bei der Verwendung von Chemikalien minimiert werden. Quelle: Umweltbundesamt

Weitere Informationen Bisher ist von der Europäischen Kommission geplant, dass die neue Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen am 1. Juni 2008 in Kraft treten soll. Danach müssen Stoffe ab dem 1. Dezember 2010 nach der neuen Verordnung eingestuft und gekennzeichnet werden. Gemische müssen spätestens ab dem 1. Juni 2015 nach der neuen Verordnung eingestuft und gekennzeichnet werden.

Medienservice Das Faltblatt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin „GHS – Die zukünftige Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien in der EU“ können Sie im Internet herunterladen unter: www.baua.de Publikationen Faltblätter.

MEHR ARBEITSPLÄTZE:

Aufschwung bringt neue Jobs Seit Anfang der 90er-Jahre hat der Osten massiv Arbeitsplätze verloren. In SachsenAnhalt verschwand mehr als jeder fünfte Arbeitsplatz. In den anderen neuen Ländern gab es Verluste zwischen 18 und 15 Prozent. Auch Berlin blieb vom Abbau nicht verschont; dort sank die Zahl der Jobs um über sechs Prozent. Von den alten Ländern hat nur der Stadtstaat Bremen eine Negativbilanz vorzuweisen. Besonders positiv verlief die Entwicklung hingegen in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Dort steht beim Zuwachs eine Sieben vorm Komma. Es gibt also berechtigte Hoffnung, dass in West wie in Ost neue Arbeitsplätze entstehen, denn der Konjunkturaufschwung erweist sich als robust. Statistische Angaben: AK „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“

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SICHER UND GESUND

Regelmäßig Sport treiben:

Tricks zum Durchstarten und Dranbleiben Sie haben gerade gelesen, dass Bewegung gesund hält und entspannt. Aber warum tun wir uns so schwer, dieses Wissen in die Tat umzusetzen? Warum treibt nur jeder Zehnte in Deutschland regelmäßig Sport? Von Jasmine Kix

Bis er sich vorgenommen hat, einmal die Woche die sechs Kilometer zwischen Wohnung und Büro am Dresdner Hauptbahnhof für den Einstieg in ein regelmäßiges Training zu nutzen. „Für mich lässt der Heimweg nun Zeit zum Abschalten. Wenn ich nach Hause komme, bin ich entspannt und beruhigt, noch etwas für mich getan zu haben. Auch wenn es nur einmal die Woche ist. Ich finde, das ist schon ein großer Fortschritt!“, so Eckehart Huber.

1. Rituale Ein fester Termin wirkt Wunder. Suchen Sie einen Zeitpunkt, den Sie am ehesten einhalten können. Für den einen ist das der Sonntagabend, für den anderen Freitag früh. Halten Sie sich die Zeit immer frei für Ihre sportliche Aktivität. Dann ziehen sich die Sportschuhe wie von selbst an.

2. Verpflichtungen In der Gruppe lässt es sich leichter Sport treiben. Schwänzen ist hier einfach schwerer und zusätzlich können Sie mit mehreren auch noch Spaß haben.

3. Stimmung

7. Spaß

Prüfen Sie Ihre Stimmung vor dem Sport. Wenn Sie sich bewusst machen, dass Sie vorher gestresst waren, werden Sie hinterher die Entspannung deutlicher fühlen.

Sport sollte Spaß machen. Achten Sie darauf, dass Sie eine Sportart wählen, für die Sie sich begeistern können. Wer sich zwingen muss, wird nicht weit kommen.

Medienservice

4. Überforderung Typisch für Einsteiger: so schnell und so kräftig wie möglich. Setzen Sie sich realistische Ziele, fangen Sie klein an. Die Leistung kommt dann von selbst und mit der Zeit. Stressen Sie sich also nicht auch noch beim Sport.

Bitte beachten Sie zu diesem Thema auch unser Online-Lernprogramm „Rückenprävention oder Mein Schweinehund und ich“. Sie finden es unter www.vbg.de, Suchbegriff: Lernprogramme.

5. Langsam, aber sicher Welche Erfolge versprechen Sie sich? Im ersten Schritt ist der wichtigste Erfolg, eine Regelmäßigkeit zu erreichen. Machen Sie sich das bewusst. Erst im zweiten Schritt sollten Sie Ihr Pensum steigern.

6. Koordination und Konzentration Stress und Ärger ersparen Sie sich, wenn Sie einen konzentrativen Sport machen, bei dem Sie nicht an die Arbeit denken können, weil Sie sich auf die Technik konzentrieren müssen, wie z. B. beim Golf, beim Bogenschießen oder beim Nordic Walking. Foto: Fotolia

Eckehart Huber (55) ist Unternehmensberater in Dresden. Morgens um halb neun beginnt sein Arbeitstag und endet in der Regel nicht vor halb zehn am Abend. Zeit für Sport war meist nicht mehr.

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SICHER UND GESUND

Immunsystem und Bewegung:

Fitness lohnt sich! Unser körpereigenes Abwehrsystem kämpft ständig gegen eine Vielzahl von Bakterien und Viren, die Infektionskrankheiten verursachen können. Zusätzlich soll es durch eine effektive Überwachung bösartige Zellen frühzeitig entdecken und so die Entstehung lebensbedrohlicher Tumorerkrankungen verhindern. Regelmäßige und moderate körperliche Aktivitäten können das Immunsystem bei diesen wichtigen Aufgaben unterstützen.

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Von Dr. Andreas Sommerfeld

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SICHER UND GESUND

Weniger Infekte Forschungsergebnisse der letzten Jahre scheinen diese Einschätzung zu bestätigen. Der positive Einfluss regelmäßigen moderaten Trainings bei der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmten Stoffwechselerkrankungen, wie etwa Diabetes, ist schon lange bekannt. Neuere Studien besagen, dass gesundheitsförderliches Training die Funktionen des Immunsystems verbessern kann. Bei mäßig Ausdauertrainierten treten Atemwegsinfekte nachweislich seltener auf. Schon während eines Jogginglaufs finden sich im Blut vermehrt bestimmte Gruppen weißer Blutkörperchen, die bei der Bekämpfung von Virusinfektionen eine zentrale Rolle spielen. Diese Effekte können beispielsweise schon ab 15 Laufkilometern in der Woche erreicht werden. Sportmediziner empfehlen drei- bis viermal in der Woche 30 bis 40 Minuten Ausdauertraining bei einer Intensität von 40 bis 70 Prozent der maximalen Leistungsfähigkeit. Dieser Umfang kann sinngemäß auch auf andere Sportarten mit Ausdau-

erkomponenten übertragen werden. Solche gesundheitsfördernden körperlichen Aktivitäten können aber nicht nur durch das beschriebene Training, sondern auch durch alltägliche Aktivitäten im Kontext von Berufs- und Hausarbeit erreicht werden (Treppensteigen, Radfahren, zügiges Gehen). Es zählt die Summe der moderaten körperlichen Aktivitäten. Hochintensive und lang dauernde, erschöpfende Aktivitäten sind unter gesundheitsfördernden Aspekten eher schädlich und sollten vermieden werden. Nach solchen Belastungen wurde in sportmedizinischen Untersuchungen eine vorübergehend erhöhte Infektanfälligkeit der Atemwege festgestellt (sogenannter Open-Window-Effekt).

Weniger Krebserkrankungen Hält Michael Fink sein moderates Ausdauertraining regelmäßig durch, kann er ganz nebenbei seine Chancen erhöhen, von Dickdarmkrebs oder anderen bösartigen Tumorerkrankungen verschont zu bleiben. Dabei spielt neben den direkten aktivitätsbedingten Faktoren auch die erfreuliche Normalisierung seines Körpergewichts bei veränderten Ernährungsund Lebensgewohnheiten eine wichtige Rolle. Sportmediziner gehen sogar so weit, sonst gesunden Personen mit gehäufter

Infektanfälligkeit ein moderates Ausdauertraining zu empfehlen. Auch bekannte alterungsbezogene Schwächen des Immunsystems können durch regelmäßiges moderates Training aufgehalten werden. Trotz dieser gesicherten Erkenntnisse fehlt noch die zufriedenstellende Umsetzung in die Praxis. In Deutschland treibt jeder Zweite keinen Sport, 16 Prozent betätigen sich weniger als eine Stunde und nur 18 Prozent schaffen es über ein bis zwei Stunden in der Woche. Michael Fink hat den Einstieg in das gesundheitsfördernde Ausdauertraining gefunden und bleibt dabei. Es lohnt sich – nicht nur für sein Immunsystem.

Seminarservice Unser Seminar „Gesundheitsbewusstes Verhalten: Fit for Work“ können Sie direkt buchen unter www.vbg.de/qualifizierung.

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Eigentlich wollte Michael Fink das neue Angebot seines Arbeitgebers nicht annehmen. In dem expandierenden Unternehmen der IT-Branche war im Zuge eines Gesundheitsförderungsprojektes auch das Angebot zur Teilnahme an betriebssportlichen Aktivitäten entwickelt worden. Da er in den letzten Monaten – gerade im Herbst und Winter – immer wieder an Atemwegsinfekten litt, wollte er sich beim regelmäßigen Lauftraining zurückhalten. Doch dann erinnerte er sich an seine früheren Laufaktivitäten und entschloss sich, wieder für mehr Bewegung in seinem Büroalltag mit langen Anfahrtswegen zu sorgen. Vorsorglich hatte er vorher bei seiner Hausärztin eine Check-up-Untersuchung wahrgenommen und grünes Licht bekommen. Der Einstieg in das gesundheitsfördernde Ausdauertraining fiel ihm nicht leicht. Aber mit der Zeit fühlte er sich deutlich besser und das bald vertraute Laufpensum absolvierte er, ohne sich völlig zu verausgaben. Auch die lästigen Infekte waren verschwunden.

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SICHER UND GESUND

Wichtig für die Gesundheit:

Bewegung und Ernährung Ein gesunder Lebensstil beinhaltet Bewegung und eine ausgewogene Ernährungsweise, die Übergewicht vorbeugt und überflüssige Pfunde schmelzen lässt. Wer sportlich aktiv ist und fit bleiben will, braucht normalerweise keine besondere Ernährung und keine speziellen Ergänzungsprodukte. Neben der richtigen Getränkeauswahl, wie mineralstoffreichem Wasser und Fruchtsaftschorlen, gehören zum fitnessgerechten Essen und Trinken viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, ausreichend Milch und Milchprodukte.

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Von Dr. med. Elisabeth Arnold

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SICHER UND GESUND

Die Realität Die Realität in Deutschland sieht allerdings ganz anders aus: Die Zahl der Menschen mit Übergewicht steigt kontinuierlich. Zwei Drittel der Männer und gut die Hälfte der Frauen in Deutschland leiden darunter. Zwar zeigt der Bericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, dass die Deutschen etwas mehr Gemüse und Obst verzehren, aber sie essen weiterhin zu energiereich, bewegen sich zu wenig und essen insgesamt zu viel. Dadurch erhöhen sich die Kosten ganz enorm, die dem Gesundheitssystem durch Folgeerkrankungen des Übergewichtes, wie Diabetes Typ II oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, entstehen. Wie man seit einigen Jahren weiß, nimmt durch Fehlernährung in Verbindung mit Übergewicht und Bewegungsarmut eine besondere Erkrankung des Stoffwechsels zu, das sogenannte „metabolische Syndrom“. Es ist gekennzeichnet durch verstärkten Fettansatz im Bauchbereich. Gerade dieses Fett hat einen besonders negativen Einfluss auf den Stoffwechsel. Die Anfälligkeit für Diabetes, Erhöhung des Cholesterinspiegels, erhöhten Blutdruck sowie andere Herzkreislaufstörungen und Schlaganfälle steigt. Aus diesem Grund hält man heute den Taillen-/ Hüftumfang (Berechnung siehe Seite 15 in diesem Report) für aussagekräftiger als gewichtsbezogene Angaben, wie z. B. den Body-Mass-Index (BMI), wenn es um die Risikobewertung von Übergewicht geht.

Mehr Bewegung und weniger Kalorien Die Weltgesundheitsorganisation hat krankhaftes Übergewicht inzwischen als chronische Erkrankung anerkannt. Übergewicht kann jedoch immer durch Bewegung günstig beeinflusst werden. Eine aktuelle Studie, die Anfang Dezember im Fachjournal des US-Ärzteverbandes AMA erschienen ist („JAMA“, Bd. 298, S. 2507), belegt, dass moderate und regelmäßige Bewegung selbst dann positiv auf die Gesundheit wirkt, wenn sie nicht zu einer Gewichtsreduktion führt.

Eine kalorienreduzierte Ernährung, die reichlich sättigende Ballaststoffe aus Vollkornprodukten, Gemüse und Obst und wenige, jedoch hochwertige Fette enthält, sollte bei Übergewichtigen mindestens dreimal pro Woche mit einer halben Stunde Ausdauersport wie Walken, Radfahren, Joggen oder Aktivitäten im Fitness-Center kombiniert werden. Kaloriengehalt pro 100 Gramm 17 kcal ..... Sauerkraut 17 kcal ..... Tomate 45 kcal ..... Altbier (5 Vol.-% Alkohol) 54 kcal ..... Apfel 65 kcal ..... Tafelwein 83 kcal ..... Sekt 83 kcal ..... Zander (Süßwasserfisch) 95 kcal ..... Kalbfleisch (Muskelfleisch) 102 kcal ..... Forelle 104 kcal ..... Schweinefleisch (Filet) 105 kcal ..... Rotbarsch (Seefisch) 156 kcal ..... Eier 193 kcal ..... Schinken (gekocht) 231 kcal ..... Vollkornbrot 290 kcal ..... Pommes frites 296 kcal ..... Wiener Würstchen 326 kcal ..... Leberwurst 371 kcal ..... Salami 383 kcal ..... Schinken (geräuchert) 400 kcal ..... Zucker 490 kcal ..... Mayonnaise 621 kcal ..... Speck 754 kcal ..... Butter 897 kcal ..... Olivenöl Allerdings ist es oft so, dass die gesunden Lebensmittel in der Küche durch veraltete Koch- und Zubereitungsmethoden zerstört werden. Falsche Zubereitungsprozesse, wie langes Kochen, können wertvolle Nährstoffe vernichten. Wichtig ist immer die schonende Zubereitung der Nahrungsmittel, damit wichtige Vitamin- und Mineralstoffe erhalten bleiben. Sie sorgen dafür, dass die aufgenommenen Kohlenhydrate in Energie und Leistung umgesetzt werden. Besonders

wichtig sind die Vitamine C, B1 und B6, die eine hohe Temperaturempfindlichkeit aufweisen. Verluste können aber durch Dampfgaren oder Kurzbraten (wie beispielsweise in der asiatischen Küche) in Grenzen gehalten werden. Noch immer ist der Glaube weit verbreitet, nur mit viel Eiweiß könne genügend Muskelmasse aufgebaut werden. Dabei benötigt selbst ein Kraftsportler nicht mehr Eiweiß als ein Nichtkraftsportler (ca. 0,8 g Eiweiß/kg Körpergewicht pro Tag). Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt einen Kohlenhydratanteil (pflanzenbetonter Nahrungsanteil) von etwa 50 Prozent der Gesamtenergiezufuhr. Bei sportlich aktiven Menschen hat sich ein Kohlenhydratanteil von 55 bis 60 Prozent und mehr bewährt. Tatsächlich werden jedoch durchschnittlich nur ca. 40 Prozent erreicht.

Der Snack zwischendurch Zwischenmahlzeiten – besonders auch am Arbeitsplatz – können die Leistungsfähigkeit stabilisieren und mithelfen, Leistungstiefs zu vermeiden. Sie sollten jedoch nicht mehr als 10 Prozent (ca. 180 bis 240 kcal) der Tagesenergiezufuhr ausmachen. Wichtig dabei: Der Fettgehalt sollte niedrig sein, Eiweiß- und Kohlenhydratqualität jedoch hoch. So wird der Verdauungsapparat nicht belastet. Eine hochwertige Zwischenmahlzeit sind eine Banane, ein Joghurt mit Müsli oder eine Portion Quark mit Apfel.

Informationen Weitere Informationen zum Thema: • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE), www.dge.de, • Initiative Gesund Genießen, www.initiative-gesund-geniessen.de, • Medizinauskunft Gesund ernähren Aktiv sein, www.medizinauskunft.de.

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SICHER UND GESUND

Kampf gegen die Pfunde:

Bewegung gegen Übergewicht Übergewicht sowie die dadurch verursachten Krankheiten nehmen in allen Industrieländern stetig zu. Seit wenigen Jahren sind weltweit erstmals mehr Menschen übergewichtig als untergewichtig. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht bereits von einer „globalen Epidemie“. Auswirkungen des Übergewichts lassen sich auch im betrieblichen Alltag anhand steigender Ausfallzeiten nachweisen. Von Dr. Markus Sander Auch Deutschland bleibt von dieser „Epidemie“ nicht verschont. Derzeit geht man davon aus, dass mehr als 50 Prozent der deutschen Bevölkerung übergewichtig oder fettleibig (adipös) sind. Besorgniserregend ist vor allem der steigende Anteil übergewichtiger Kinder und Jugendlicher. Bewegungsmangel und kalorienreiche Ernährung sind die Hauptursachen für die weltweite Zunahme von Übergewicht und Adipositas. Auch die Bundesregierung hat die Problematik erkannt und 2007 einen nationalen Aktionsplan „Gesunde Ernährung und Bewegung“ unter dem Motto „Fit statt fett“ zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängenden Folgekrankheiten ins Leben gerufen.

Berechnung des Waist-Hip-Ratio (WHR) Das Taille-Hüft-Verhältnis gibt Auskunft über die Fettverteilung im Körper und das damit verbundene gesundheitliche Risiko. So wird gemessen: Taillenumfang: auf Höhe des Bauchnabels – Hüftumfang: an der Stelle, wo der Po am dicksten ist.

Waist-Hip-Ratio =

Taillenumfang Hüftumfang

Bei einem Wert von unter 0,85 bei Frauen und 1,0 bei Männern gehören Sie zum risikoärmeren Birnentyp. Bei einem Wert über 0,85 bzw. 1,0 spricht man von einer abdominalen Adipositas. Achtung! Erhöhte Wahrscheinlichkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen!

Was bedeuten Normalgewicht, Übergewicht und Adipositas? Die Einteilung erfolgt nach dem Körpermasseindex oder Body-Mass-Index (BMI) (siehe Seite 11). Ab einem BMI von über 25 steigt das Risiko für Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) und Fettstoffwechselstörungen. Diese Erkrankungen wiederum sind Risikofaktoren für wichtige Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Herzinfarkt oder Schlaganfall).

Was hat Bewegung mit Übergewicht zu tun? Wenn dem Körper langfristig mehr Energie in Form von Kalorien zugeführt wird, als er verbrauchen kann, steigt das Körpergewicht an. Man spricht dann von ei-

ner positiven Energiebilanz. Kalorien werden mit der Nahrung aufgenommen und im Körper durch den bewegungsunabhängigen Stoffwechsel (Grundumsatz) und durch körperliche Aktivität verbraucht.

Apfel- und Birnentyp Mediziner bewerten die Fettverteilung im Körper und unterscheiden bei Übergewichtigen zwischen dem sogenannten Apfeltyp und dem Birnentyp. Apfeltyp (eher männlich): dicker Bauch und dünne Hüften. Körperfett wird in der Körpermitte, also im Bauch- und Brustbereich gespeichert. Birnentyp (eher weiblich): schlanke Taille, breite Hüften und Oberschenkel. Körperfett wird hier besonders an Hüften, Beinen und Armen gespeichert. Die Apfelform ist mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko verbunden. Auch Stoffwechselerkrankungen, wie ein erhöhter Cholesterinspiegel, Bluthochdruck und Diabetes mellitus, treten hier häufiger auf.

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SICHER UND GESUND

Körperliche Aktivität und Kalorienverbrauch einer 70 kg schweren Person Leicht Golf: 200 bis 250 kcal/h Gehen (4 km/h): 200 kcal/h Gymnastik: 250 kcal/h

Moderat Tennis (Doppel): 350 kcal/h Langsames Walking (5 bis 6 km/h): 300 kcal/h Langsames Radfahren (unter 15 km/h): 350 bis 400 kcal/h

Schwer Tennis (Einzel): 450 bis 500 kcal/h Schnelles Walking (7 bis 7,5 km/h): 450 bis 500 kcal/h Joggen (7 bis 8 km/h): 550 bis 600 kcal/h

Body-Mass-Index (BMI) Körpermasseindex (in kg/m2)

Risiko für Begleiterkrankungen

Untergewicht

18,9 und weniger

Gering

Normalgewicht

19 bis 24,9

Durchschnittlich

Übergewicht

25 bis 29,9

Gering erhöht

Adipositas

30 und darüber

Deutlich erhöht

Da der individuelle Grundumsatz des Körpers kaum beeinflussbar ist, kann der Kalorienverbrauch nur durch vermehrte Bewegung gesteigert werden. Der individuelle Grundumsatz entscheidet darüber, ob man ein guter oder schlechter „Futterverwerter“ ist.

Übergewicht kann also sowohl durch eine zu kalorienreiche Ernährung als auch durch zu wenig Bewegung entstehen. Während bei Kindern der zunehmende Fernseh- bzw. Computerkonsum eine große Rolle spielt, führen bei Erwachsenen vor allem bewegungsarme Arbeitsbedin-

gungen (z. B. Büroarbeit) und der Rückgang von Aktivitäten in der Freizeit zu einem bedeutsamen Bewegungsdefizit. Laut verschiedenen Befragungen und Schätzungen weisen etwa zwei Drittel der Erwachsenen in Deutschland einen Bewegungsmangel auf, das heißt, sie bewegen sich im Alltag nur wenig und betreiben keinerlei Sport.

Wie kann man Übergewicht bzw. Adipositas entgegenwirken? Eine kalorienangepasste, insbesondere fettarme Ernährung und die Steigerung der körperlichen Bewegung sind die beiden wichtigsten Maßnahmen sowohl bei der Vorbeugung als auch bei der Behandlung von Übergewicht und Adipositas.

Tipps für mehr Bewegung und zur Vorbeugung von Übergewicht Sie müssen keinen speziellen Diätprogrammen folgen. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung reicht in der Regel vollkommen aus. Achten Sie darauf, dass Ihre Mahlzeiten kalorienangepasst, fettarm und ballaststoffreich sind. Wenn Sie sich zu wenig bewegen, fangen Sie mit einer geringen Belastungsintensität an und steigern diese langsam. Sie müssen nicht gleich ins Fitness-Studio gehen. Auch Haus- und Gartenarbeit können Ihre körperliche Aktivität effektiv steigern. Treffen Sie sich mit Gleichgesinnten zu regelmäßigen körperlichen Aktivitäten oder zum Sport. Besonders wirkungsvolle Sportarten sind verletzungsarme Ausdauersportarten, wie z. B. Nordic Walking, Radfahren oder Schwimmen. Versuchen Sie, langfristig eine Regelmäßigkeit in Ihre körperlichen Aktivitäten zu bringen (z. B. täglich 30 Minuten). Manchmal hilft dabei das Führen eines „Bewegungstagebuchs“.

Tipps für den Arbeitsweg und die Arbeit: Foto: Corbis

Fahren Sie mal mit dem Fahrrad zur Arbeit, aber bitte den Helm nicht vergessen!

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Foto: Corbis

SICHER UND GESUND

Wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren, steigen Sie einfach eine Station früher aus und laufen den Rest. Benutzen Sie lieber eine Treppe als eine Rolltreppe oder einen Aufzug. Treppensteigen ist ein sehr effektives Training! Nutzen Sie längere Pausen für einen Spaziergang im Freien. Schließen Sie sich Betriebssportgruppen an oder regen Sie die Bildung von Betriebssportgruppen an.

Fördern Sie den Betriebssport. Nehmen Sie Einfluss auf ein kalorienangepasstes und fettarmes Ernährungsangebot in der Kantine. Schaffen Sie Anreize für mehr Bewegung und Sport im privaten Umfeld (z. B. durch Zuschüsse für die Mitgliedschaft im Fitness-Studio). Nutzen Sie vorhandene Netzwerke für eine betriebliche Gesundheitsförderung (Berufsgenossenschaft, Krankenkasse und private Dienstleister).

Tipps für die Unternehmensleitung: Gliedern Sie das Thema Gesundheit in die Unternehmenskultur ein. Stellen Sie Informationen über gesunde Ernährung und Bewegung zur Verfügung.

Unabhängig vom positiven Gesundheitseffekt erhöht ein Mehr an Bewegung die Lebensqualität in jedem Alter!

Informationen Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier: • Deutsche Adipositas-Gesellschaft, www.adipositas-gesellschaft.de, • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE), www.dge.de, • Bundesministerium für Gesundheit, www.die-praevention.de. Informationen speziell für Kinder und Jugendliche: • Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter, www.a-g-a.de, • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), www.bzga-ernaehrung.de, • Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb), www.ernaehrung-und-bewegung.de.

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SIE FRAGEN – WIR ANTWORTEN

Häufig werden wir gefragt ... Unser Experte Dr. med. Jens Petersen antwortet:

Foto: Dirk Masbaum

Was kann ich gegen Bewegungsmangel an meinem Arbeitsplatz tun?

auch in der Freizeit auf aktive sportliche Betätigung achten.

Wichtig ist es, jede Möglichkeit zum Haltungswechsel und zur Bewegung zu nutzen. Es ist ratsam, einfache, mechanische Tätigkeiten mit Aufstehen und Gehen zu verbinden, z. B. selbst mal zum Kopierer zu gehen oder die Hauspost wegzubringen. Auch telefonieren lässt sich im Stehen. Statt des Aufzugs sollte die Treppe benutzt und gelegentlich sollte vom Auto aufs Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen werden.

Was heißt isometrisch?

Ganz lässt sich das Sitzen aber nicht vermeiden, deshalb ist dynamisches Sitzen angesagt, d. h. ein ständiger Wechsel zwischen vorderer, mittlerer und hinterer Sitzhaltung. Das früher oft angemahnte „Stillsitzen“ ist überholt. Einfach und effektiv kann unser Muskel-Skelett-System durch isometrische Übungen aktiviert werden. Wichtig ist, dass jeder für sich wahrnimmt, wann er sich angespannt fühlt, und sich entsprechend seinem ganz persönlichen Empfinden bewegt. Meine Tipps für mehr Bewegung: Ist das Sitzen unumgänglich, dann dynamisch sitzen, jede Chance zur Bewegung bewusst nutzen, mit Miniübungen von wenigen Minuten den Büroalltag unterbrechen.

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Unter isometrisch versteht man die Spannungsänderung eines Muskels bei gleichbleibender Länge, also die Spannung eines Muskels ohne Bewegung. Seine Aktivierung erfolgt durch sein Anspannen und das Halten dieser Spannung für kurze Zeit. Es können hierbei im Prinzip alle Muskelgruppen angespannt werden. Isometrische Übungen lassen sich z. B. beim Warten im Auto an der Ampel, an der Haltestelle und bei Wartezeiten am Computer durchführen.

Mein Rücken schmerzt – bewege ich mich zu wenig? Grundsätzlich werden Bildschirmarbeitsplätze als belastungsarme Arbeitsplätze eingestuft, auch wenn durch Bewegungsmangel oder Vorschädigungen Beschwerden im Bereich des Bewegungssystems ausgelöst oder verschlimmert werden können. Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule bei Tätigkeiten am Bildschirmarbeitsplatz werden durch folgende Faktoren begünstigt: Ungünstige Körperhaltung, einseitige statische Belastung durch Bewegungsmangel,

unzureichende Arbeitsmittel, unzureichende Arbeitsorganisation. Betroffen sind in erster Linie die Halswirbelsäule mit Beschwerden im Schulter-Arm-Bereich und die Lendenwirbelsäule. Da der Bewegungsapparat grundsätzlich örtliche Belastungen durch eine Reihe von Ausgleichsmaßnahmen kompensiert, können Beschwerden auch in anderen Körperregionen auftreten als dort, wo die Belastung einwirkt. Deshalb ist bei der Beurteilung der Beanspruchung eines Beschäftigten grundsätzlich der gesamte Bewegungsapparat zu betrachten. Eine durch Bewegungsmangel schwache Muskulatur der Beschäftigten kann muskuläre Verspannungen und Schmerzen begünstigen. Umfangreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass sitzende Tätigkeiten grundsätzlich nicht häufiger mit Rückenbeschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule verbunden sind als andere Tätigkeiten. Rückenbeschwerden sind also nichts Spezifisches an Bildschirmarbeitsplätzen, sondern kommen in allen Berufsgruppen vor. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, ein Bewegungstraining durchzuführen, dessen Hauptziel es ist, die durch Bewegungsmangel entstandenen Trainingsdefizite auszugleichen. Zur Prävention von Beschwerden


SIE FRAGEN – WIR ANTWORTEN

und Erkrankungen des Bewegungsapparates durch einseitige körperliche Arbeitsbelastungen sollten die Arbeitsabläufe abwechslungsreich gestaltet werden. Damit können wir einer immer weiter zunehmenden Bewegungsarmut am Arbeitsplatz entgegenwirken.

Sitzen Sie richtig!

Unser Fitness-Programm für zwischendurch können Sie jederzeit an Ihrem Arbeitsplatz durchführen. Dazu bleiben Sie ganz einfach auf Ihrem Stuhl sitzen: Mit einfachen Dehn-, Streck- und Entspannungsübungen für Halswirbelsäule, Schultergürtel, Lendenwirbelsäule, Beine, Arme, Hände und Finger machen Sie sich wieder fit.

Die richtige Einstellung Sitzen Sie richtig? Ein guter Stuhl allein reicht noch nicht aus. Auf die richtige individuelle Einstellung kommt es an. Wir

zeigen Ihnen anhand verschiedener Beispiele, worauf es dabei ankommt, und geben Tipps zum richtigen Sitzen.

Unser Tipp Das Faltblatt „Gymnastik im Büro“ am Arbeitsplatz aufhängen. Dann fällt es leicht, die Übungen zwischendurch anzuwenden.

Medienservice Das Faltblatt „Gymnastik im Büro – Fit durch den Tag“ finden Sie unter www.vbg.de, Suchbegriff: gymnastik.

Foto: Corbis

Wer den ganzen Tag mit gleichbleibender Körperhaltung an seinem Schreibtisch sitzt, leistet in erheblichem Umfang statische Haltearbeit. Die einseitige körperliche Belastung hat Folgen: verminderte Durchblutung, Ermüdung und geringere Leistungsfähigkeit.

Die Übungen

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Gut für Sie – und Ihren Betrieb:

Mit dem Rad zur Arbeit Ein großer Teil der Bevölkerung leidet unter Zivilisationskrankheiten, für die auch chronischer Bewegungsmangel mitverantwortlich ist. Mit mehr Radaktivitäten kann man hier gut vorbeugen. In der Arbeitswelt bietet eine bessere Allgemeingesundheit Vorteile für Arbeitnehmer und -geber: Ein geringer Krankenstand, weniger Unfälle, mehr Arbeitszufriedenheit und eine verbesserte Arbeitsatmosphäre durch weniger Stress er-

höhen bei den Angestellten die Motivation – und im Unternehmen die Produktivität. Die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ verfolgt genau diese Ziele. Armin Falkenhein, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC): „Die Teilnehmer fin-

den es toll, weil der Wohlfühleffekt rasch eintritt, wenn sie mit dem Rad zur Arbeit kommen.“ Wichtig sei eine jährliche Wiederholung der Aktion: „Die Erfahrungen zeigen, dass sich Jahr für Jahr die Vorteile bei immer mehr Leuten herumsprechen und damit die Teilnehmerzahlen steigen.“ Ein großer Motivationsfaktor ist neben verlosten attraktiven Preisen das Fahren in Teams: Auf dem Weg zur Arbeit kann man sich so mit radelnden Kollegen messen, Erfahrungen austauschen – und sich besser kennen lernen.

Mit dem Rad zur Arbeit Gemeinsam mit vielen regionalen Partnern aus Wirtschaft, Verbänden und Politik macht der ADFC die Vorteile einer fahrradbezogenen Alltagsmobilität praktisch erfahrbar. Die Idee, mehrmals wöchentlich mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, soll weder eine Eintagsfliege sein noch ein Wettbewerb um sportliche Höchstleistungen – sondern will zum langfristigen, kontinuierlichen Radeln anregen, das sich in den Alltag integrieren lässt. „Mäßig, aber regelmäßig“ – hier sehen die Mediziner einen immer höheren Stellenwert bei der wirksamen Prävention gegen Bewegungsmangel. Die positiven Effekte beginnen schon bei 20 bis 30 Minuten Bewegung täglich – ein Zeitpensum, das der tägliche, per Rad zurückgelegte Arbeitsweg gut abdeckt. Wer sich fürs Mitmachen interessiert, kann sich auch 2008 in den Sattel schwingen.

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www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de


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Mobilfunksendeanlagen in und auf Kirchtürmen:

Gefährdung für Küster, Wartungspersonal oder Turmbesucher? Kirchtürme stellen in der Regel einen guten Standort für Mobilfunksendeanlagen dar. Häufig fragen uns dort Beschäftigte: „Gehen von bestehenden Mobilfunk-Einbauten im Bereich des Kirchturmes Gefährdungen aus?“ Von Thomas Völker

Ergebnis: Bei den Zuleitungen zu den Antennenanlagen treten keine Strahlungsanteile durch elektromagnetische Felder auf, da diese nur unmittelbar an der Antenne, z. B. auf dem Dach, abgestrahlt werden. Lediglich sehr geringe Anteile von elektrischer und magnetischer Feldstärke waren messbar, die jedoch vergleichbar sind mit jeder anderen elektrischen Zuleitung in einem Gebäude. Die Antennen sind im Turmbereich so positioniert, dass man innerhalb des Turmes, wenn überhaupt, nur an die Rückseite der Antennenkörper herankommt. Hier ergeben die Messungen der elektrischen Feldstärke Werte um 5 bis 8 V/m (Volt pro Meter), Messungen an der Vorderseite dagegen bis zu 250 V/m. Zum Vergleich: Beim Aufbau einer Telefonverbindung mit einem Handy können je nach Netzanbindung und Netzgüte kurzzeitig bis zu 40 V/m gemessen werden.

250 V/m bedeuten gemäß Unfallverhütungsvorschrift „Elektromagnetische Felder“ (BGV B 11) einen Gefahrbereich. Ein Aufenthalt in diesem Bereich ist jedoch auf Grund der Anordnung der Antennen nicht möglich.

Für Turmbesucher, wie z. B. Glockenwart oder Küster, liegen die Messwerte im unkritischen Bereich.

Medienservice

Die Unfallverhütungsvorschrift Kritisch könnten dagegen Bauarbeiten „Elektromagnetische Felder“ (BGV B 11) im Außenbereich werden, z. B. am Dach kann im Internet unter oder an der Außenfassade. In diesem Fall www.vbg.de, Suchbegriff: bgv b 11 muss die Anlage vom Betreiber abgeschalheruntergeladen werden. tet werden. Strahlungsverteilung innerhalb der Sendekeule

Strahlungsverteilung innerhalb der Sendekeule

Grafik: Kunst & Partner

Aufgrund der verschiedenen Anfragen wurden Messungen der elektromagnetischen Strahlung im Frequenzbereich von 30 kHz bis 3 GHz in Kirchtürmen durchgeführt, die mit Mobilfunksendeanlagen ausgestattet sind. In diesem Frequenzbereich werden Handys, Mobilfunksendeanlagen, Bluetooth, WLAN und auch UMTS betrieben.

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< 1 mW/m2 < 0,5 mW/m2

< 0,2 mW/m2 < 0,05 mW/m2

> 10 pro mW/m < 25) mW/m Angaben in Milliwatt Quadratmeter (mW/m

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Gewaltprävention in Ausbildungsstätten:

„Ich habe Angst, zur Schule zu gehen.“ Beinahe jeden Tag berichten die Medien von Jugendbanden, von Gewalt von Schülern gegen Lehrer oder Mitschüler. Schon gibt es Stimmen, die sogar den Einsatz von privaten Sicherheitsdiensten in den Ausbildungsstätten fordern. Die Weiterbildungsträger und Ausbildungswerkstätten zählen zu den Mitgliedsunternehmen der VBG. Da in letzter Zeit immer öfter Fragen zum richtigen Umgang mit Gewalt gestellt werden, hat sich die VBG in einem Pilotprojekt zusammen mit der Unfallkasse Freie Hansestadt Bremen und der Freien Universität Berlin der Gewaltprävention in Ausbildungsstätten angenommen. Im Interview berichten die Projektleiter über ihre Erfahrungen. Im Gespräch mit dem Sicherheitsreport: Prof. Dr. Herbert Scheithauer, Freie Universität Berlin, Detlef Braun, Unfallkasse Freie Hansestadt Bremen und Dr. Ralf Schweer, VBG. Von Daniela Dalhoff

Sicherheitsreport: Ist Gewalt in Ausbildungsstätten eine Randerscheinung oder ein zunehmendes Problem?

Detlef Braun: Waren es früher die Unfälle im Sportunterricht, die uns als Unfallkasse gemeldet wurden, kann man heute sagen, dass zwar die Orte geblieben sind, aber die Auslöser für Gewalt andere sind. Mobbing oder Abziehen (das Stehlen der Markenprodukte von Mitschülern) dokumentieren Klimaveränderungen an unseren Schulen. Statistisch gesehen nehmen die Gewalttaten an Schulen nicht zu, aber die Qualität des Umgangs hat sich doch stark geändert.

Sicherheitsreport: Sind Jugendliche gewaltbereiter als früher?

Prof. Dr. Scheithauer: Studien, die das Auftreten aggressiven Verhaltens im Lebensverlauf untersuchen, zeigen die höchste Gewaltrate im Alter von 15 bis 16 Jahren. Gewalt wird also in die Schulen hineingetragen. Die Frage ist, wie man Gewalt misst. Die Kriminalstatistik ist sicherlich ein Weg. Befragt man Lehrer und Schüler zur Gewalt an Schulen,

gibt es oft ganz unterschiedliche Wahrnehmungen. Hinzu kommt, dass die Gewaltlegitimation zugenommen hat. Bei einer Schlägerei unter Schülern auf dem Schulhof ist es nicht mehr selbstverständlich, dass andere dazwischengehen. Plakativ gesagt, ist die Schule kein sicherer Hort mehr, sondern birgt Bedrohungssituationen für die Schüler.

Sicherheitsreport: Wie sollten Lehrer auf Gewalt im Klassenzimmer reagieren?

Prof. Dr. Scheithauer: Im konkreten Problemfall ist es die Aufgabe des Lehrers, einerseits mit dem auffälligen Schüler zu arbeiten und andererseits den übrigen Schülern Hilfestellungen im Umgang mit Gewalt zu geben.

Sicherheitsreport: Was war Anlass für die VBG, das Expertenteam Gewaltprävention zu gründen?

Dr. Schweer: Wir verzeichnen zurzeit viele Nachfragen zur Gewaltprävention von den Ausbildungsstätten und Bildungsträgern. Wir wissen auch aus einer eigenen Befragung von Ausbildern und Lehrkräften unserer

Mitgliedsbetriebe, dass aggressives Verhalten, Konfrontationen oder Gewalt zwischen Jugendlichen zum Alltag in ihrem Beruf gehören: 60 Prozent der Befragten sind mindestens einmal in der Woche und öfter damit konfrontiert. In Pilotprojekten entwickeln und erproben wir zuerst unsere Präventionsansätze, um praxisgerecht beraten und unterstützen zu können. Ein Beispiel ist das Berufskolleg Mitte der RAG Bildung GmbH in Recklinghausen. Dieses hatte im Rahmen einer Lehrerkonferenz beschlossen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Leitung des Kollegs ist dann auf uns zugekommen.

Sicherheitsreport: Was hat die VBG in diesem Projekt geleistet?

Dr. Schweer: Wir haben vor Ort zunächst die Ist-Situation festgestellt. Fragen nach den organisatorischen und räumlichen Rahmenbedingungen wurden dabei ebenso beleuchtet wie die Unterrichtsgestaltung oder die Möglichkeiten der Schülerpartizipation. In einem Workshop mit Lehrern, Mitarbeitern der Schulverwaltung, Schüler- und

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Prof. Dr. Scheithauer:

Dr. Schweer: Uns ist die Kooperation mit den Unfallkassen sehr wichtig. Einerseits übernehmen wir gerne die Best-Practice-Beispiele aus den Primärschulen. Außerdem landen viele gewalttätige Schüler nach der Regelschule auf berufsbildenden Schulen. Durchgängige Beratungskonzepte sind also wünschenswert.

Was war das Ergebnis des Workshops und wie soll das Projekt weiterlaufen?

Erstens fehlt oft der Teamgedanke. Schüler müssen mehr Möglichkeiten zur Mitbestimmung bekommen. Ohne eine einheitliche Definition, was Gewalt denn nun ist, kann es auch keine klaren, akzeptierten Regeln für die Schüler geben. Zweitens ist Deutschland fortbildungsscheu. Lehrer müssten sich noch viel häufiger als bisher fortbilden können. Und drittens gibt es zurzeit eine Tendenz an Schulen, dass auffälligen Schülern mit mehr Disziplin und härteren Strafen zu begegnen sei. Das ist falsch. Jugendliche brauchen die Unterstützung von Eltern und Lehrern und eine Förderung ihrer Kompetenzen.

Dr. Schweer:

Sicherheitsreport:

Spannend war für alle Beteiligten zu erkennen, welche Bedeutung die Schulkultur hat, will man sich mit Gewaltprävention beschäftigen. Uneinheitliche Definitionen, was Gewalt ist und wie man Gewaltprobleme langfristig in den Griff kriegt, haben zu Missverständnissen geführt. Viele Anfragen gehen in die Richtung „Haben Sie nicht eine Notfallcheckliste für uns?“. Das ist nicht der richtige Weg. Es gilt, viel früher anzusetzen.

Sicherheitsreport:

Foto: Getty

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Foto: Corbis

Was stimmt nicht an der heutigen Schulkultur?

Werden Sie von Schulen zu Hilfe gerufen, wenn es zu Gewaltproblemen kommt oder gehen Sie aktiv auf betroffene Schulen zu?

Detlef Braun: Manche Schulen haben ein konstruktives Problembewusstsein und kommen auf uns zu, wenn es Probleme zwischen Schülern und Lehrern oder unter den Schülern gibt. Das ist zwar immer noch die Minderheit, aber gerade diese Schulen sind genau auf dem richtigen Weg. Wer als Lehrer in Unfallanzeigen von „altersbedingten Raufereien“ spricht, wenn es um Gewalt unter Schülern geht, der verschweigt ein Problem, ohne es auch nur ansatzweise zu bekämpfen.

Welche anderen Hilfestellungen bekommen Lehrer und Schulleiter, aber auch Schüler?

Prof. Dr. Scheithauer: Das Fairplayer-Manual, das wir an der FU Berlin entwickelt haben, bietet viel von dem, was die Schulen brauchen. Von der gemeinsamen Analyse des Problems über die Schulung der Lehrer bis zur Sensibilisierung und dem Umgang mit Gewalt sind hier alle Handlungsanleitungen aufgeführt.

Sicherheitsreport: Wer ist für Gewaltprävention verantwortlich?

Prof. Dr. Scheithauer: Alle! Erfolgreich wird Gewaltprävention dann, wenn wirklich alle Parteien an einem Strang ziehen. Das erfordert ein hohes Maß an Koordination zwischen Polizei, Jugendamt, anderen Schulen und den Unfallkassen bzw. der VBG.

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Sicherheitsreport:

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Foto: Corb

Elternvertretern und der Schulleitung wurde zielgerichtet auf Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb der Schule hingearbeitet: Was können Lehrer tun? Was können Schüler tun? Welche Hemmnisse gibt es unter Umständen? In einer regen Diskussion wurde deutlich, dass Gewalt häufig sehr einseitig betrachtet wird. Alle erkannten, dass die Fortbildung viele Anregungen für die zukünftige Arbeit aufgezeigt hat. Es wurden Ziele gesetzt, die den schulischen Alltag beeinflussen werden.


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Foto: VBG/Dirk Masbaum

Prof. Dr. Herbert Scheithauer ist Juniorprofessor für Pädagogische und Entwicklungspsychologie an der Freien Universität Berlin. Neben seiner Mitgliedschaft in mehreren wissenschaftlichen Beiräten ist Prof. Dr. Scheithauer seit 2004 in beratender Funktion für die Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK) tätig. Das von Prof. Dr. Scheithauer entwickelte Programm „fairplayer“ (www.fairplayer.de) setzt auf Gewaltpräventionsmaßnahmen in Schulen.

Im Einsatz gegen Gewalt an Schulen (v.l.n.r.): Detlef Braun, Unfallkasse Freie Hansestadt Bremen, Prof. Dr. Herbert Scheithauer, Freie Universität Berlin, und Dr. Ralf Schweer, VBG.

Detlef Braun:

Detlef Braun:

Gewaltprävention liegt auf keinen Fall allein in der Verantwortung des Schulleiters, denn für das Klima an einer Schule sind alle verantwortlich.

Die Schule muss eingebunden sein in den Stadtteil. Sie ist keine Insel und kann nur durch Partnerschaften und Verbindungen mit den umliegenden Institutionen funktionieren.

Wann scheitert ein Projekt zur Gewaltprävention?

Dr. Schweer: Wichtig ist die richtige Qualifikation. Mit dieser betriebsspezifischen Beratung kann die VBG Mitgliedsbetrieben die richtigen Werkzeuge an die Hand geben. Patenschaften, Kooperationen und das Aufbauen von Netzwerken sind essentiell, um Gewaltprävention nicht scheitern zu lassen.

Ausbildungsstätten, Berufsfachschulen und Bildungsträger, die Mitglieder der gesetzlichen Unfallversicherung VBG sind, haben Anspruch auf kostenlose Beratung zur Gewaltprävention oder zu anderen Gesundheitsthemen. Rufen Sie noch heute die Präventions-Hotline der VBG an:

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Dr. Ralf Schweer ist Leiter des berufsgenossenschaftlichen Fachausschusses Verwaltung bei der VBG. Das neu gegründete Expertenteam „Gewaltprävention in Ausbildungsstätten“ besteht aus VBG-Experten, die gemeinsam mit betroffenen Ausbildungsunternehmen in Workshops die jeweiligen Gewaltprobleme vor Ort analysieren. Dabei werden die Beteiligten bei der Erarbeitung von Ansätzen unterstützt, um die jeweiligen Anforderungen besser bewältigen zu können. Die Abstimmung mit anderen Unfallversicherungsträgern ist dabei wichtig, z. B. um auf ähnliche Problemstellungen mit gemeinsamen Angeboten für die Prävention zu reagieren. Nicht selten verlagert sich die Problematik beim Wechsel gewaltbereiter Schüler von allgemeinbildenden Schulen, für die die Unfallkassen zuständig sind, in Einrichtungen, die von der VBG betreut werden.

Seminarservice Das Seminar „Gewaltprävention in der Ausbildung“ finden Sie im Internet unter www.vbg.de/qualifizierung. Nähere Angaben dazu auf der nächsten Seite.

Foto: Corbis

Sicherheitsreport:

Detlef Braun ist Leiter der Prävention der Unfallkasse Freie Hansestadt Bremen. Schülerinnen und Schüler aller allgemeinund berufsbildenden Schulen in Bremen sind durch die Unfallkasse gegen Unfälle versichert. Die Unfallkasse setzt seit vier Jahren auf Projekte zur Gewaltprävention und hat diese unter Leitung von Detlef Braun auch an Schulen in Problemstadtteilen erfolgreich implementiert.

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SICHER UND GESUND

Gewaltprävention in der Ausbildung:

Unser Seminar hilft!

Das Thema Gewalt ist in den letzten Jahren immer stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Besonders erschreckend ist dabei die Gewalt, die von Jugendlichen ausgeht. Die VBG ist der zuständige Versicherungsträger für überbetriebliche Ausbildungseinrichtungen. Um der Gewalt dort präventiv zu begegnen, bieten wir Ihnen ein Seminar zur Gewaltprävention an. Von Joachim Hübner Unser Seminar richtet sich an die Beschäftigten in Ausbildungseinrichtungen, die einerseits konkret von Gewalt betroffen sein können und andererseits als Multiplikatoren für die Gewaltprävention tätig werden. Also Ausbilder, Sozialpädagogen, Werkstattleiter und andere Führungskräfte.

Wie in allen Seminaren der VBG geht es nicht um theoretische Wissensvermittlung, sondern um die Erhöhung der Handlungskompetenz: Was kann der Ausbilder machen, für sich, den Auszubildenden, den Betrieb? Und andererseits, was kann der Betrieb machen, um Gewaltfreiheit fördernde Strukturen aufzubauen?

Vieles kann im Vorfeld trainiert und organisiert werden. Und genau hier liegen die Möglichkeiten der betrieblichen Prävention. Der Betrieb kann die Rahmenbedingungen schaffen, die ein Klima der Gewaltfreiheit begünstigen:

Die stetig steigende Nachfrage nach Seminarplätzen zeigt die Bedeutung des Themas für diesen Versichertenkreis.

Der Ausbilder selbst ist konkret mit der Gewaltsituation konfrontiert: Er muss sie möglichst frühzeitig wahrnehmen. Er muss sie analysieren, um angemessen eingreifen zu können. Und er muss handeln. Und das alles unter Stressbedingungen. Wie kann er es schaffen, die notwendige Übersicht zu bewahren, die richtige Entscheidung zu treffen, ruhig zu bleiben und so eine Eskalation zu verhindern?

durch eine Hausordnung, durch Betriebsvereinbarungen,

Foto: Corbis

Wie kann Prävention in einer konkreten Gewaltsituation helfen?

Was bietet das Seminar? Obwohl viele selbst von Gewalt betroffen waren oder sie in ihrer Nähe erlebt haben, fällt es trotzdem nicht leicht, sie eindeutig zu definieren. Wo fängt Gewalt an, wo hört sie auf? Um auf Gewalt konstruktiv reagieren zu können, ist es nötig, einen klaren Begriff von ihr zu bekommen. Dies wird in einer der ersten konkreten Übungen im Seminar versucht.

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Durch Schulungen wird der Ausbilder in die Lage versetzt, die Stadien der Konflikteskalation zu erkennen, so dass er die Situation schneller richtig einordnen kann. Mit dem Stress, den er verspürt, kann er konstruktiv umgehen. Er lernt, welches Kommunikationsverhalten, welche Art der Ansprache in diesem Moment die angemessene ist. Er weiß, wie seine Körpersprache auf sein Gegenüber wirkt. Er kennt den richtigen körperlichen Abstand zu den beteiligten Personen. Er weiß, welche Hilfe er von seinen Kollegen bzw. anderen Auszubildenden erwarten kann.

Durch gemeinsam mit den Auszubildenden erarbeiteten Regeln,

durch einen Notfallplan für den Fall der Fälle, durch kontinuierliche Schulung und Weiterbildung seiner Mitarbeiter, durch ein gutes Betriebsklima. Abgerundet wird das Seminar durch die Erläuterung der Unterstützungsmöglichkeiten, die externe Stellen wie Polizei, Jugendamt usw. bieten, sowie die Klärung des rechtlichen Rahmens, der einzuhalten ist. Natürlich ist es während eines einzigen Seminars nicht möglich, alle oben aufgeführten Ziele vollständig zu erreichen. Aber eine Standortbestimmung (Wo stehen wir jetzt?) und die klare Vorgabe einer guten Richtung (Wo wollen wir hin?) ermöglichen die Orientierung auf dem Weg zum Ziel.

Seminarservice Das Seminar „Gewaltprävention in der Ausbildung“ finden Sie im Internet unter www.vbg.de/qualifizierung.


SICHER UND GESUND

„Wir helfen Profisportlern auf die Sprünge.“

4. Symposium Hochleistungssport in Berlin Zirka 600 Teilnehmer nahmen am 27. November 2007 am 4. Symposium Hochleistungssport im Berliner Olympiastadion teil. Geladen hatten neben der VBG, das Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) und das Martin-Luther-Krankenhaus. Schwerpunktthemen des 4. Symposiums waren neben der Diagnostik und Behandlung von Schulterverletzungen die Leistungsbeurteilung und Trainingssteuerung im Profifußball sowie die psychologische Verletzungsprävention im Hochleistungssport.

Im Rahmen des Symposiums stellte die VBG das Projekt L.EAP (englisch: der Sprung) für Leistungssportspezifische Erweiterte Ambulante Physiotherapie vor. L.EAP ist die gezielte Kombination von Physiotherapie, Massagen und medizinischer Trainingstherapie. Es wurde von der VBG entwickelt und ist seit Mitte der 90er-Jahre Standard in der gesetzlichen Unfallversicherung. Die VBG hatte 2007 fünf Top-Reha-Zentren angesprochen, um im Projekt L.EAP neue Methoden zu integrieren und neue Standards festzusetzen. Die Ergebnisse des L.EAP-Projekts werden in Therapiestandards münden, die allen gesetzlichen Unfallversicherungen zugute kommen sollen. Im abschließenden Round-Table-Gespräch wurde die Rolle des Mannschaftsarztes unter der Moderation von Thomas Klementz, Axel Springer AG, Sportredak-

Foto: VBG/Maelsa

Unter den Teilnehmern waren auch der Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, Dr. Peter Danckert, und Herr Eberhard Gienger, MdB und Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

teur und Prof. Dr. Hauke Mommsen, Fachhochschule Kiel, Mannschaftsarzt der SG Flensburg-Handewitt diskutiert. Diskussionsteilnehmer waren u.a.: Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, Mannschaftsarzt der Fußball-Nationalmannschaft und des FC Bayern München, Klaus Eder, EDEN-REHA Donaustauf, Physiotherapeut der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Tomislav Piplica, Torhüter des FC Energie Cottbus, Dr. Götz Dimanski, Ärztlicher Leiter Sporthep „Werder“ und Mannschaftsarzt des SV Werder Bremen, Bob Hanning, Geschäftsführer der Reinickendorfer Füchse, Dr. Andreas

Koch, Mannschaftsarzt des FC Energie Cottbus, Dr. Bernd Lasarzewski, Chefarzt im Krankenhaus für Sportverletzte Hellersen und Mannschaftsarzt der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Frauen, Nadine Angerer, Torhüterin der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Frauen, Prof. Dr. Kurt Steuer, Chefarzt der Evangelischen Kliniken Bonn und Verbandsarzt des Deutschen Handballbundes, Prof. Dr. Tim Meyer, Professor für Sportmedizin an der Universität Paderborn und internistischer Mannschaftsarzt der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Hannspeter Meier, Rehazentrum Valznerweiher, Nürnberg und DSB-Sportphysiotherapeut.

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SICHER UND GESUND

Dynamische Stühle – dynamische Menschen?

Gesünder sitzen, besser arbeiten und leben! Zurzeit arbeiten in Deutschland ca. 18 Millionen Menschen an Bildschirmarbeitsplätzen – und täglich werden es mehr. Im Laufe eines Berufslebens kommen so rund 60.000 Sitzstunden zusammen. Dazu kommen noch zusätzliche Stunden in der Freizeit. Häufiges, zu langes, meist auch noch statisches Sitzen bedeutet zwangsläufig wenig Bewegung. Von Helmut Berger Gesundheit und Ergonomie Büroarbeit wird generell als physisch belastungsarme Tätigkeit eingestuft. Dies spiegelt sich auch in den Statistiken der Krankenkassen über die Arbeitsunfähigkeitstage wider. Schlechte Sitze und falsches Sitzen können dennoch Fehlhaltungen bewirken – mit der Folge von Rückenschmerzen und Muskelverspannungen. Fast 20 Prozent der Ausfalltage im Büro beruhen auf Muskel- und Skelett-

Foto: Corbis

ergonomisch

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SICHER UND GESUND

Erkrankungen. Das Sitzen kann also zu Beeinträchtigungen für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden führen. Zu berücksichtigen sind weiterhin die daraus entstehenden Kosten für Unternehmen und Volkswirtschaft. Diese Entwicklung müssen wir nicht tatenlos zur Kenntnis nehmen. Als eine der wichtigsten Gegenmaßnahmen fordern Arbeitsmediziner seit Jahren mehr Bewegung im Büro. Schon der griechische Philosoph Aristoteles hat postuliert: „Das Leben besteht in der Bewegung!“

renzstuhl und vier „biodynamische bzw. rotatorische“ Büroarbeitsstühle auf Herz und Nieren geprüft und miteinander verglichen. Fünfzig Testpersonen nahmen an einer Labor- und in vier Unternehmen an einer Feldstudie teil. Neben zahlreichen Messungen, z. B. der Muskelaktivität, füllten alle Teilnehmer umfangreiche Fragebögen aus und gaben ihre subjektiven Eindrücke wieder.

Zwei Maßnahmen sind es vor allem, mit denen der Volkskrankheit Rückenleiden am Arbeitsplatz der Kampf angesagt werden kann: das dynamische Sitzen und der Einsatz von Sitz-/Steh-Arbeitsplätzen.

Der Vergleich aller besonderen Büroarbeitsstühle mit dem Referenzstuhl ergab in der Auswertung der Labor- und Feldmesswerte bei gleicher Tätigkeit, beispielsweise PC-Arbeit, überwiegend keine signifikanten, also statistisch nachweisbaren Unterschiede im Hinblick auf Muskelaktivität und Bewegungsumfang.

In den zurückliegenden Jahren wurde bei der Entwicklung von Büroarbeitsstühlen das Konzept der individuellen Anpassbarkeit und des dynamischen Sitzens gefordert und gefördert. Einige Hersteller versprechen darüber hinaus mehr Dynamik für den Menschen durch besondere Ausstattungen für Büroarbeitsstühle. Bei Auswahl und Beschaffung eines Büroarbeitsstuhles ist allerdings zu bedenken, dass die Qualität nicht an der Zahl seiner Funktionen gemessen wird, sondern an deren Nutzen und vor allem an deren Benutzung in der täglichen Praxis.

Ergonomische Untersuchung Vor diesem Hintergrund führten die VBG und der Fachausschuss Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Berufsgenossenschaftlichen Institut für Arbeitsschutz (BGIA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung und dem Institut TNO Arbeid (Institut der niederländischen Organisation für angewandte Wissenschaftsforschung) eine umfangreiche Studie zur Evaluation von „besonderen biodynamischen/rotatorischen“ Büroarbeitsstühlen durch. Im Rahmen dieser Studie (BGIA-Report „Ergonomische Untersuchung besonderer Büroarbeitsstühle“) wurden erstmals ein „dynamischer“ Büroarbeitsstuhl als Refe-

Ergebnis: kein Unterschied

Lediglich bei den stuhlspezifischen Parametern, wie Sitzflächenvorneigung, Sitzflächenseitneigung und Rückenlehnenvorneigung, zeigten sich in der statistischen Auswertung erkennbare Unterschiede zwischen den Büroarbeitsstühlen. Der Vergleich zweier unterschiedlicher Tätigkeiten, wie „intensive Mausarbeit bzw. PC-Arbeit“ und „Aktensortieren“, zeigte in der Labor- und der Feldstudie eine starke Abhängigkeit der individuellen menschlichen Dynamik und Sitzhaltung von den ausgeführten Arbeiten. So lagen beim „Aktensortieren“ Muskelaktivität und Bewegungsumfang erwartungsgemäß deutlich höher und das ohne nennenswerten Einfluss des jeweils benutzten Büroarbeitsstuhles. Zusammenfassend ergab die Auswertung der Messdaten aus Labor- und Felduntersuchung, dass die ausgeübte Tätigkeit einen größeren positiven Einfluss auf die individuelle Sitzdynamik des Menschen hat als die besonderen Büroarbeitsstühle bzw. der Referenzstuhl. Dies unterstreicht eindrucksvoll die Notwendigkeit, bei der ergonomischen Gestaltung von Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen ganz-

heitlich vorzugehen und arbeitsorganisatorische Aspekte zwingend mit einzubeziehen. Die Befragungen der Testpersonen machten deutlich, dass einer der besonderen Büroarbeitsstühle die Erwartungen an den Komfort übertrifft, zwei Büroarbeitsstühle – der Referenzstuhl und ein besonderer Büroarbeitsstuhl – die Erwartungen erfüllen und zwei besondere Büroarbeitsstühle die Erwartungen nicht erfüllen. Aufgrund der insgesamt guten Benotung der Büroarbeitsstühle ist festzustellen, dass sowohl der Referenzstuhl als auch die besonderen Stühle dynamisches Sitzen auf hohem Niveau ermöglichen. Jedoch hängt das Ausmaß der Dynamik stark von der persönlichen Nutzung der speziellen dynamischen Elemente, dem individuellen Sitzverhalten und in hohem Maße von der ausgeübten Tätigkeit ab. Interessant ist neben den objektiven Messergebnissen und der subjektiven Beurteilung auch das Preisgefüge der Stühle. So lagen die Fachhandelspreise bei der Beschaffung im Dezember 2005 für den Referenzstuhl in einer Höhe von rund 460,– Euro und für die Büroarbeitsstühle mit den besonderen Ausstattungen im Bereich von 635,– Euro bis knapp 1.020,– Euro. Bei der Auswahl des richtigen Büroarbeitsstuhles spielt sicher das PreisLeistungs-Verhältnis eine Rolle. Genauso wichtig ist aber die subjektive Bewertung der Mitarbeiterin/des Mitarbeiters als täglicher „Besitzer“ des Büroarbeitsstuhls. Darum sollten vorab immer mehrere Modelle praxisnah ausprobiert werden!

Medienservice Alle Ergebnisse und Details sind in dem BGIAReport „Ergonomische Untersuchung besonderer Büroarbeitsstühle“ zusammengefasst, der im Internet unter www.dguv.de/bgia Fachinformationen Ergonomie Büroarbeitsstühle heruntergeladen werden kann.

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SICHER UND GESUND

Beispielhaft:

Betriebssport beim NDR Betriebssport gehört zu den effektivsten Maßnahmen, um den Mitarbeitern einen gesunden Ausgleich zur weit verbreiteten „Bewegungslosigkeit“ am Arbeitsplatz zu bieten, um Stress abzubauen und das Betriebklima bestens zu beeinflussen. Lesen Sie, welche positiven Erfahrungen der NDR mit seinen Angeboten macht und wie diese aus medizinischer Sicht zu bewerten sind. Alexander Weil vom NDR und Dr. med. Jens Petersen von der VBG erklären, wie es geht.

Foto: Corbis

Von Daniela Dalhoff

Sicherheitsreport: Welchen Stellenwert hat Betriebssport beim NDR?

Alexander Weil: Sport im Betrieb ist beim NDR Bestandteil eines umfangreichen Konzeptes zum Gesundheitsmanagement. Wir haben in Hamburg, Hannover, Kiel, Oldenburg und Schwerin 1.500 Mitglieder, die Spaß an einer der 35 Sportarten finden. Aber Betriebssport bietet erheblich mehr: Er ist körperlicher Ausgleich für berufliche Beanspruchungen, fördert ungemein die betriebliche Vernetzung sowie – vor allem bei Wettkämpfen – Stolz und Identifikation mit dem Unternehmen. So steigert es den Teamgeist auch in beruflicher Hinsicht, wenn unsere Radsportler im gemeinsamen Dress bei einem Rennen starten, in ihrer Mitte der scheidende Intendant Jobst Plog. Und schließlich bietet der Betriebssport auch für unsere Rentner die Möglichkeit, Kontakt zum Betrieb zu halten.

Sicherheitsreport: Warum sollten Unternehmen ihren Mitarbeitern Betriebssport anbieten, Herr Dr. Petersen?

Dr. Petersen: Betriebssport fördert in erster Linie die Gesundheit der Mitarbeiter. Sicherlich kann man sich überall bewegen, ob im FitnessStudio oder beim Waldlauf am Wochenende. Unternehmer profitieren allerdings beim Betriebssport davon, dass die Mitar-

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SICHER UND GESUND

Alexander Weil:

Foto: VBG/Thorsten Baering

In jedem Unternehmen gibt es bereits aktive Freizeitsportler. Unternehmer sollten sie direkt ansprechen und in die Planung mit einbeziehen. So sind wir z. B. aktuell dabei, durch das Engagement einer Volontärin, die Rudern als Leistungssport betreibt, eine Rudergruppe ins Leben zu rufen.

Dr. Petersen: Fragen Sie Ihren Betriebsarzt. Er steht als Berater und Begleiter gern zur Verfügung.

Alexander Weil, NDR, und Dr. Jens Petersen, VBG, vor einem Übertragungswagen des NDR

beiterinnen und Mitarbeiter stärker an die Firma gebunden werden. Beim Betriebssport lassen sich Kontakte knüpfen und pflegen, Netzwerke entstehen über die Firmenhierarchie hinaus.

Sicherheitsreport:

pen ansprechende Angebote zu machen und die Kurse so zu legen, dass auch Beschäftigte im Schichtdienst diese wahrnehmen können. Selbstverständlich sollte auch die Firmenspitze mit gutem Beispiel vorangehen, um zur Teilnahme zu motivieren.

Welche Sportarten sind zurzeit in Mode? Gibt es Änderungen zu beobachten?

Sicherheitsreport:

Alexander Weil:

Und wenn sich ein Beschäftigter beim Betriebssport verletzt?

Grundsätzlich sehen wir einen Trend von den Mannschaftssportarten hin zu den Individualsportarten. Entspannung und Regeneration sind wichtige Motive für das Engagement im Betriebssport geworden. Zurzeit sind neben der Leichtathletik Yoga, Pilates und Fitnessboxen die Renner im Kursangebot. In jüngster Zeit sammeln wir auch gute Erfahrungen mit 30-minütigen Trainings, in denen arbeitsplatznah Entspannungs- und Ausgleichsübungen vermittelt werden, ohne dass Sportkleidung erforderlich ist. Durch zeitlich versetzte Angebote wollen wir vor allem auch stark belastete Schichtdienstkollegen erreichen.

Sicherheitsreport: Was muss ein Unternehmer beachten, wenn er Betriebssport anbieten will?

Dr. Petersen: Wichtig ist, dass Beschäftigte auch während des Betriebssports durch die gesetzliche Unfallversicherung versichert sind. Unternehmer, die Betriebssport anbieten wollen, sollten sich von der nächstgelegenen VBG-Bezirksverwaltung kostenlos beraten lassen. Der Versicherungsschutz ist nicht an das Firmengelände gebunden, allerdings erlischt er dann, wenn der Sport Wettkampfcharakter hat. Entschließt sich also die Firmen-Laufgruppe zur Teilnahme am Stadtmarathon, steht sie laut Gesetz nicht mehr unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Jeder, der mit einer Sportart neu beginnt, sollte sich beim Arzt vorher durchchecken lassen, z. B. um bisher unerkannten Bluthochdruck auszuschließen.

Dr. Petersen: Betriebssport sollte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort abholen, wo sie stehen. So ist es wichtig, für alle Altersgrup-

Sicherheitsreport: Was raten Sie Unternehmern vor der Einrichtung eines Betriebssportangebots?

Alexander Weil: Denken Sie an eine langfristige Bewerbung der Angebote, z. B. bei Gesundheitstagen, im Intranet oder mit eigenen Flyern!

Alexander Weil ist Berater für Konfliktklärung und Suchtfragen beim NDR und ehrenamtlicher Vorsitzender der Betriebssportgemeinschaft. An fünf Betriebsstandorten unterhält diese ein umfangreiches Programm von Fußball bis Yoga. Dr. med. Jens Petersen ist Experte für Gesundheitsschutz und leitender Arbeitsmediziner bei der VBG. Den Lesern des Sicherheitsreports ist er aus der Gesundheitsrubrik „Sie fragen – wir antworten“ bekannt. Dr. Petersen und seine Kollegen bewerten Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz und beraten Unternehmen in Sachen Gesundheitsschutz.

Informationen Betriebssport, leicht gemacht. Weitere Infos dazu finden Sie hier: • Präventions-Hotline: 0180 5 8247728 (14 Cent/Min.), • Deutscher Betriebssportverband e.V. (DBSV): www.betriebssport.net.

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AUS DER PRAXIS FÜR DIE PRAXIS

AMS beim ZDF:

Erste Erfolge für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz Nachdem das ZDF mit dem eingeführten Arbeitsschutzmanagementsystem (AMS) und dessen Zertifizierung Vorreiter in der Medienbranche wurde, stellt sich heute die Frage: Sind für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ZDF Auswirkungen und Änderungen für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz schon feststellbar?

Fotos: ZDF

Von Fredy Mensching, Geschäftsfeld Bildgestaltung und Design beim ZDF

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AUS DER PRAXIS FÜR DIE PRAXIS

,Es ist die Pole-Position, die es zu halten gilt, indem wir noch besser werden wollen, um gut zu bleiben.‘ Diese Worte des Intendanten im Rahmen der Zertifikatsübergabe im Jahre 2006 waren für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Motivation und Ansporn zur Bewältigung der gemeinsamen Aufgaben Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Geht man von der Theorie aus, so sollten sich z. B. folgende positive Ergebnisse einstellen: Effektivitätssteigerung durch Reduzierung des Unfallgeschehens, Kostenminimierung durch Verbesserung der Ablauforganisation mittels klarer Zuordnung von Verantwortung, Gewinnung von Rechtssicherheit durch konsequente Einhaltung aller relevanten Gesetze und Vorschriften. Dass Veränderungen und Verbesserungen bezüglich des Unfallgeschehens und der zu optimierenden Arbeitsprozesse erst nach einem längeren Zeitraum darstellbar werden, gilt auch für das ZDF. Trotzdem kann heute bereits Folgendes festgestellt werden:

Die Arbeitsunfälle und die daraus resultierenden Ausfalltage veränderten sich von 2005 zu 2006 positiv. Die Ausfalltage je 1.000 Beschäftigte haben sich dabei um ca. 20 Prozent reduziert. Vergleicht man die Unfälle pro 1.000 Mitarbeiter des ZDF mit den veröffentlichten Zahlen vom Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (DGUV), lagen wir schon immer im unteren Drittel des bundesweiten Durchschnittes. Im aktuellen Vergleich 2006 liegt das ZDF ca. 84 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt. Durch die im ZDF-Handbuch ,Sicherheit und Gesundheit‘ vorgegebenen klaren Ziele und Verantwortlichkeiten haben die Mitarbeiter reagiert und setzen sich mit den Vorgaben bewusster auseinander. Eine Untersuchung aus dem Jahre 2004 über die Integration von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in die betriebliche Aufbau- und Ablauforganisation der Fernsehproduktion ,Wetten, dass...?‘ – Europas erfolgreichste Unterhaltungssendung – hat ergeben: Nicht nur die Integration verläuft erfolgreich, auch die produktionstechnischen Arbeiten werden von den eigenen Mitarbeitern mit einem erhöhten Bewusstsein für die passive und akti-

ve Sicherheit durchgeführt. Ein Standard, dessen Einhaltung auch den Mitarbeitern von Fremdfirmen abverlangt wird. Um spezielle Fragen zu den Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz noch gezielter bearbeiten zu können und Optimierungsmaßnahmen systematisch und nachhaltig in die Organisation und unsere Prozessabläufe einzubeziehen, wurden aus allen Direktionen feste Ansprechpartner benannt. Die Frequentierung der bedarfsorientierten Kursangebote im ZDF-eigenen Fitnessraum zeigt ein gesteigertes Gesundheitsbewusstsein der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Erhaltung ihrer Leistungsfähigkeit. Besonders nachgefragt werden: Rückenfitness, Entspannungskurse, Einführung in die Sportart Walking, weitere Sportarten. Durch die Vielzahl der Angebote wird einmal mehr die Bereitschaft der Unternehmensleitung dokumentiert, die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz als gleichrangige Ziele neben andere Unternehmensziele zu stellen.

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U N F A L LV E R H Ü T U N G S T R A S S E

Wie man sitzt – so fährt man:

Richtiges Sitzen im Auto Jeder, der längere Zeit im Auto sitzt, spürt seine Wirbelsäule. Besonders bei langen Autofahrten kann das Dauersitzen zur Qual werden. In den meisten Fällen liegt das an einem falsch eingestellten Sitz. Wir sagen Ihnen, wie der Sitz richtig eingestellt wird und welche Möglichkeiten Sie haben, möglichst schmerzfrei Ihr Fahrziel zu erreichen. Mobilität ist angesagt und so sind wir viel unterwegs und sitzen stundenlang im Auto. Als echtes Problem erweist sich dann ein schlecht eingestellter Sitz, der uns zu einer falschen Körperhaltung zwingt. Die Folgen: Der Körper verliert Kraft, die Beweglichkeit wird eingeschränkt und die Reaktionsschnelligkeit deutlich vermindert. Beim Autofahren geraten die gequälten Bandscheiben durch Beschleunigungen und Erschütterungen noch weiter unter Druck. Dabei kippt das Becken leicht nach hinten und der Körperschwerpunkt verlagert sich. Die Folgen sind deutlich spürbar, denn das Kreuz wird rund und die Wirbelsäule zusammengestaucht. Um diese Fehlhaltung mit ihren schmerzhaften Folgen zu verhindern, braucht das Becken einen abstützenden Widerstand, der dem Rücken Halt gibt – eben einen guten Sitz. Merke: Auch der beste Sitz nützt nichts, wenn er falsch eingestellt ist. Welche Haltung gesund und sicher ist, können Sie auf unseren Zeichnungen sehen.

Abstand zu den Pedalen

Foto: Corbis

Rutschen Sie mit dem Gesäß ganz dicht an die Sitzlehne heran. Bei durchgetretenen Pedalen sollten Ihre Beine dann immer noch leicht angewinkelt bleiben können.

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U N F A L LV E R H Ü T U N G S T R A S S E

Abstand zum Lenkrad

Länge der Sitzfläche

Öfter mal aktiv werden und den Rücken stärken Auf Dauer hilft: öfter mal selber körperlich aktiv werden und den Rücken stärken. Da bieten sich Rückenschwimmen, Laufen, Fahrradfahren oder auch ein Fitness-Studio an.

Mit den Schultern festen Kontakt zur möglichst senkrechten Sitzlehne halten. Die Neigung sollte es Ihnen ermöglichen, das Lenkrad mit leicht angewinkelten Armen zu erreichen. Es empfiehlt sich ein Mindestabstand zwischen Oberkörper und Lenkrad von 25 bis 30 cm.

Die Länge der Sitzfläche ist richtig, wenn die Oberschenkel fast ganz aufliegen, mit einem zwei bis drei Finger breiten Abstand zwischen vorderer Sitzkante und den Kniekehlen. Das Gesäß gehört so nah wie möglich an die Lehne heran.

Sitzhöhe

Höhe der Kopfstütze

Als erstaunlich wirksam erweist sich übrigens eine Übung, die gar nichts kostet: nicht über den Aufzug in die oberen Etagen kommen, sondern die Treppen nutzen. Hilfreich können auch isometrische Übungen sein: Einfach die Muskeln anspannen, halten und wieder locker lassen. Diese Übungen lassen sich sogar im (stehenden) Auto durchführen: Fersen gegen den Boden und Handballen gegen das Lenkrad drücken.

Diese Einstellmöglichkeiten zeichnen ein gutes Automodell aus: • Höhen- und neigungsverstellbare Sitzfläche, • weiter Längseinstellbereich des Sitzes, Stellen Sie die Sitzhöhe so hoch ein, dass Sie einen optimalen Überblick nach allen Seiten und über die Armaturen haben (Augen etwa auf halber Höhe der Frontscheibe).

Stellen Sie die Kopfstütze auf die gleiche Höhe wie Ihre obere Kopfkante ein – mit 2 bis 4 cm Abstand zum Kopf. So kann er auch bei einem Crash gut abgefangen werden.

• ausreichend hoch einstellbare Kopfstütze – sie sollte möglichst bis Oberkante Kopf reichen, • stufenlos verstellbare und ausreichend hohe Rückenlehne – die Schultern sollten abgestützt werden, • gut zugängliche Verstellhebel,

Sitzwinkel

Lenkrad

• Lenkrad mit Längs- und Höhenverstellung.

Information Weitere Infos auch unter: www.adac.de Verkehr Sicher unterwegs.

Medienservice Die Sitzfläche sollte so geneigt sein, dass Sie die Pedale ohne großen Kraftaufwand mit angewinkeltem Bein durchtreten können. Die Vorderkante des Sitzes sollte nicht zu hoch gestellt werden, damit die Oberschenkel nicht abgeschnürt werden.

Für eine entspannte Haltung sollte das Lenkrad möglichst steil stehen. Die Schultern dürfen selbst dann nicht den Lehnenkontakt verlieren, wenn man das Handgelenk oben auf den Lenkradkranz legt.

Bitte beachten Sie zu diesem Thema auch unser Online-Lernprogramm „Rückenprävention oder Mein Schweinehund und ich“. Sie finden es unter www.vbg.de, Suchbegriff: Lernprogramme.

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U N F A L LV E R H Ü T U N G S T R A S S E

Auto und Unfall:

Die häufigsten Ursachen Es gibt tausend Gründe, die zu einem Unfall führen können. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) stellt fest: Die häufigsten Unfallursachen gehen unmittelbar auf das Konto des Fahrers. Geschwindigkeit

Müdigkeit

Mangelnde Praxis

Ob auf der Autobahn oder in der Spielstraße: Zu hohes Tempo ist eine der Hauptunfallursachen. Bei überhöhter Geschwindigkeit steigt das Risiko, dass der Fahrer Gefahren zu spät erkennt oder das Auto ins Schleudern gerät, überproportional an. Vor allem aber nehmen die Unfallfolgen bei hoher Geschwindigkeit drastisch zu.

Ein Viertel aller tödlichen Unfälle auf Autobahnen gehen auf Übermüdung zurück. Die Forscher des GDV fanden heraus: Die gefährlichste Zeit liegt zwischen fünf und sechs Uhr morgens. Eine weitere Erkenntnis: Nach ca. 17 Stunden ohne Schlaf ist das Fahrvermögen ähnlich reduziert wie bei einem Blutalkoholgehalt von 0,5 Promille. Nach ca. 24 Stunden ohne Schlaf sieht es noch schlimmer aus: Die Fahrtüchtigkeit entspricht der eines Fahrers, der 1 Promille Alkohol im Blut hat.

Aller Anfang ist schwer – das gilt auch fürs Autofahren. Oft genügen die wenigen Fahrstunden nicht, junge Fahrer ausreichend auf die vielen komplexen Situationen im Straßenverkehr vorzubereiten.

Drogen

Aquaplaning Aquaplaning und Rutschpartien auf nasser Straße gehören zu den häufigsten Unfallursachen. Sind die Fahrbahnbeläge schlecht und die Straßen nass, dann erhöht sich das Unfallrisiko streckenweise um mehr als 100 Prozent. Je nach Niederschlagsmenge kann Aquaplaning schon bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h auftreten. Regnet es nachts, ist das Risiko, die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren, doppelt so hoch!

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Eine erschreckende Bilanz: Bei jedem vierten Unfall mit Schwerverletzten ist Alkohol im Spiel. Auch andere Drogen gefährden die Gesundheit und Sicherheit im Straßenverkehr: Die Hauptkonsumenten sogenannter Partydrogen sind junge Menschen im Alter von 18 bis 25 Jahren. In dieser Altersgruppe ist das Unfallrisiko fast dreimal höher als das der Gesamtbevölkerung.

Erschreckende Bilanz: Fahranfänger (vor allem junge Männer) haben ein vier- bis fünffaches Unfallrisiko im Vergleich zu erfahrenen Fahrern ab 25 Jahren. Rund 40 Prozent der Unfälle mit Schwerverletzten oder Getöteten gehen auf das Konto junger Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. Ein Viertel aller Schwerverletzten und Getöteten auf Deutschlands Straßen sind jünger als 24 Jahre.

Zu wenig Abstand Auf die Pelle gerückt: Fast ein Drittel aller Verkehrsunfälle passieren wegen ungenügendem Abstand zum Vordermann. Drängler gefährden also nicht nur sich selbst, sondern sind auch ein Risiko für das Leben und die Gesundheit der anderen Verkehrsteilnehmer. Nehmen Sie am Pkw-Unfallverhütungstraining der VBG teil. Alle Infos dazu unter www.vbg.de, Suchbegriff: Fahrsicherheit.

Information Mehr zum Thema „Sicher und vorausschauend fahren“ unter www.versicherung-und-verkehr.de Auto Unfall Unfallforschung.

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A R B E I T S O R G A N I S AT I O N

Web-Designer:

Barrierefreie Kommunikation mit C2Web C2Web richtet sich speziell an Webdesigner und liefert übersichtlich und kompakt die wichtigsten Informationen und Tricks für eine barrierefreie Kommunikation im Internet. Von Christian Richter Viele Angebote im Internet dienen der Vermarktung von Dienstleistungen, Produkten und Informationen. Die Anbieter dieser Websites legen besonderen Wert auf die Zugänglichkeit ihres Angebotes für einen möglichst großen Personenkreis. Daher müssen die Internetauftritte so aufbereitet sein, dass sie prinzipiell von jedem Menschen – unabhängig von seinen persönlichen Fähig- und Fertigkeiten – genutzt werden können. C2Web hat Informationen über spezielle Bedürfnisse zum Beispiel älterer Menschen oder Menschen mit Behinderungen für die Nutzung des Internets zusammengestellt. Exemplarisch werden realisierte Lösungsansätze zur Vermeidung und Überwindung von Barrieren im Internet präsentiert. C2Web entwickelt Werkzeuge und Hilfsmittel für Webdesigner, die die Zugänglichkeit von Internetauftritten deutlich steigern und zudem die Barrie-

refreiheit entsprechend der „Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung“ (BITV) prüfen.

Das besondere Angebot von C2Web Ein Katalog von typischen Templates (Seitenvorlagen) ermöglicht dem Web-Designer ein zügiges Erstellen von Webseiten mit Hilfe von zwölf barrierefrei programmierten Grundgerüsten für häufig verwendete Internetseiten. Über Formatzuweisungen und CSS-Dateien (CCS = Cascading Stylesheet) können die Seiten in Farbe und Form ohne großen Aufwand angepasst werden.

Information Weitere Informationen zum Thema: Internet: www.c2web.de E-Mail: contact@c2web.de

Foto: Corbis

Foto: Corbis

Seminarservice Das Seminar „Webdesign – barrierefrei und ergonomisch“ können Sie im Internet buchen unter www.vbg.de/qualifizierung oder telefonisch bei der für Sie zuständigen Bezirksverwaltung der VBG (Adressen siehe Seite 38). Wir beraten Sie gern.

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UNSER ANGEBOT

Online-Geschäftsstelle: SERVICE@VBG unter www.vbg.de Montag bis Freitag von 6.30 bis 20.00 Uhr Telefonisch: Montag bis Donnerstag von 8.00 bis 17.00 Uhr, Freitag von 8.00 bis 15.00 Uhr Callcenter der VBG: Tel.: 040 5146-2940 Service für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz: Tel.: 0180 5 8247728 (14 Cent/Minute) Für Sie vor Ort – unsere Bezirksverwaltungen:

Bergisch Gladbach

Ludwigsburg

Kölner Straße 20 • 51429 Bergisch Gladbach Tel.: 02204 407-0 • Fax: 02204 1639 E-Mail: BV.BergischGladbach@vbg.de

Martin-Luther-Straße 79 • 71636 Ludwigsburg Tel.: 07141 919-0 • Fax: 07141 902319 E-Mail: BV.Ludwigsburg@vbg.de

Berlin

Mainz

Markgrafenstraße 18 • 10969 Berlin Tel.: 030 77003-0 • Fax: 030 7741319 E-Mail: BV.Berlin@vbg.de

Isaac-Fulda-Allee 3 • 55124 Mainz Tel.: 06131 389-0 • Fax: 06131 371044 E-Mail: BV.Mainz@vbg.de

Bielefeld

München

Nikolaus-Dürkopp-Straße 8 • 33602 Bielefeld Tel.: 0521 5801-0 • Fax: 0521 61284 E-Mail: BV.Bielefeld@vbg.de

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w w w. v b g . d e

Unsere Akademien für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz: Akademie Dresden Königsbrücker Landstraße 4c • 01109 Dresden Tel.: 0351 88923-0 Fax: 0351 88349-34 E-Mail: Akademie.Dresden@vbg.de Hotel-Tel.: 0351 457-3000

Akademie Gevelinghausen Schloßstraße 1 • 59939 Olsberg Tel.: 02904 9716-0 Fax: 02904 9716-30 E-Mail: Akademie.Olsberg@vbg.de Hotel-Tel.: 02904 803-0

Akademie Lautrach Schloßstraße 1 • 87763 Lautrach Tel.: 08394 92613 Fax: 08394 1689 E-Mail: Akademie.Lautrach@vbg.de Hotel-Tel.: 08394 910-0

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Duisburg

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Dresden

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Abteilung Beitrag Deelbögenkamp 4 • 22297 Hamburg Tel.: 040 5146-2940 Fax: 040 5146-2081 E-Mail: HV.Beitrag@vbg.de

Prüfung und Zertifizierung von Arbeitsmitteln der Bereiche Arbeitsmöbel und Wertesicherung: Fachausschuss Verwaltung, Prüf- und Zertifizierungsstelle Deelbögenkamp 4 • 22297 Hamburg Tel.: 040 5146-2775 Fax: 040 5146-2014 E-Mail: HV.PruefZert@vbg.de

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Adressen: Stand November 2007

Wir sind für Sie da!


UNSER ANGEBOT

Neue Medien Der schnelle und kostenlose Service der VBG

www.vbg.de Leitfaden für die Sicherheits- und Notfallorganisation: Zwischenfall, Notfall, Katastrophe

Termine 2008 VBG unterwegs –

hier treffen Sie uns im ersten Halbjahr 2008: Dresden, 18. bis 20. Januar: KarriereStart

Viele Unternehmen und Institutionen sind auf Zwischenfälle, Notfälle und Katastrophen nicht vorbereitet. Zwischenfälle, Notfälle und Katastrophen können in unterschiedlichen Ausprägungen Sabotageakte, Naturereignisse oder Terrorakte sein. Es ist generell sinnvoll, sich auf derartige Ereignisse vorzubereiten. Denn durch die Natur und von Menschen verursachte Zwischenfälle, Notfälle und Katastrophen sind Risiken mit besonderer Dimension. Bedroht sind nicht nur Anlagen, Einrichtungen und sonstige Werte, sondern auch Leben und Gesundheit von Menschen sowie die Funktionsfähigkeit des betrieblichen Ablaufs.

Seit Jahren bietet die KarriereStart Orientierung, wenn es um Fragen der Berufsfindung, der Ausbildung und des Studiums, der privaten und beruflichen Weiterbildung, der Existenzgründung und Unternehmensentwicklung geht.

Hochwasser, wie in Dresden im Jahr 2002, oder kriminelle Handlungen, wie Brandstiftungen und Datensabotage, machen das immer wieder deutlich.

Margarete.Krause@vbg.de

Der neue Branchenleitfaden „Zwischenfall, Notfall, Katastrophe – Leitfaden für die Sicherheits- und Notfallorganisation“ (BGI 5097) bietet den Unternehmen eine detaillierte Anweisung zur risikomindernden Vorbereitung solcher Ereignisse. Suchbegriff: bgi 5097 Branchen online auf einen Blick: SGE – sicher, gesund, erfolgreich SGE-online enthält sämtliche Leitfäden und Praxishilfen, Info-Tools zu speziellen Themen, Fachinformationen sowie Gesetze und Vorschriften für die Branchen Kleinstunternehmen, Banken und Sparkassen, Call Center, Kfz-Prüfanlagen, Produktionen/Veranstaltungen, Sportvereine, Unternehmensberatung, Zeitarbeit. www.vbg.de, Suchbegriff: sge.

Architekten, Bildungseinrichtungen, Gebäudemanagement, Kirchen, Spielstätten, Tierheime/Tierparks, Wach-/Sicherungsdienste,

www.messe-karrierestart.de

München, 28. Februar bis 5. März: IHM Alljährlich im Frühjahr findet die Internationale Handwerksmesse statt. Unter dem Motto „Die ganze Welt des Handwerks“ zeigt diese Mehrbranchen-Messe Ausrüstungen für das mittelständische Gewerbe und präsentiert das vielfältige Angebot europäischer Handwerksbetriebe.

www.ihm.de

Duisburg, 21. Februar: Zeitarbeit – dynamisch und erfolgreich in die Zukunft Experten der Zeitarbeit stellen wirksame Ansätze einer praktischen Prävention dar und diskutieren mit den Teilnehmern spezifische Lösungsansätze. Weitere Fragen beantwortet Ihnen die Leiterin der BV Duisburg: Infos und Anmeldung unter: www.vbg.de Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz Veranstaltungen 2008, rechte Spalte.

Frankfurt, 12. bis 15. März: prolight + sound Die internationale Fachmesse für Veranstaltungs- und Kommunikationstechnik, AV-Produktion und Entertainment.

www.pls.messefrankfurt.com

Erfurt, 4. bis 5. April: 8. Thüringer VBG-Forum Aktuelle Einblicke in die modernste Unfallmedizin bei Verletzungen von Hand und Knie sowie das entsprechende Rehamanagement. Neben Vorträgen von hoch qualifizierten Referenten wird Raum für Diskussionen und Erörterungen unter unfallchirurgischen und rehabilitativen Gesichtspunkten geboten. Infos zum Programm, Übernachtungsmöglichkeiten etc.: Sabine Amm Tel. 0361 2236-151, Sabine.Amm@vbg.de

Wiesbaden, 5. bis 6. Juni: Personal & Weiterbildung Die Leitmesse für das Personal- und Bildungsmanagement bietet Führungskräften, Geschäftsführern, Personal- und Bildungsverantwortlichen und ihren Mitarbeitern die Gelegenheit, sich über Trends und Entwicklungen der Dienstleistungen und Produkte für die Personal- und Bildungsarbeit zu informieren.

www.dgfp.de

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IHR BEITRAG

Postvertriebsstück

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PVSt, Deutsche Post AG, Entgelt bezahlt

Zur Erinnerung:

Der Entgeltnachweis 2007 Der Entgeltnachweis ist die Basis der Beitragsberechnung, die Sie im April 2008 erhalten werden. Diesem Beitragsbescheid legen wir die Entgelte und Angaben zugrunde, die Sie im Entgeltnachweis schriftlich oder elektronisch für das Jahr 2007 nachgewiesen haben. Von Pierre Stage Der gesetzliche Termin zur Abgabe des Entgeltnachweises ist der 11. Februar 2008. Sollten Sie Ihre Entgelte nicht rechtzeitig nachweisen, werden wir diese schätzen. Eine solche Schätzung trifft erfahrungsgemäß nicht immer die tatsächlichen Verhältnisse Ihres Unternehmens. Sie führt durchaus zu einer wesentlich höheren Beitragsberechnung. Dass Ihre Entgelte geschätzt wurden, erkennen Sie daran, dass der Beitragsbescheid den Zusatz „Wir mussten die Entgeltsummen schätzen. Ihr Entgeltnachweis lag zur Beitragsberechnung nicht vor.“ enthält. Wir ändern aber Ihren Beitragsbescheid, sobald Sie uns die tatsächlichen Entgelte nachweisen.

Online melden Reichen Sie den Entgeltnachweis über unsere Online-Geschäftsstelle SERVICE@VBG im Internet unter www.vbg.de ein. Damit Sie die Online-Geschäftsstelle nutzen kön-

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nen, ist eine Registrierung notwendig. Lassen Sie sich schon jetzt registrieren! Nach Erhalt des Kennwortes und der Benutzerkennung können Sie dann unter www.vbg.de nicht nur die Entgelte bequem online melden.

Freiwillige Versicherung Wir empfehlen Unternehmern, unternehmerähnlichen Personen und auch bürgerschaftlich Engagierten den Abschluss der freiwilligen Versicherung. Dadurch erhalten sie bei einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit Leistungen ihrer VBG. Dies bedeutet jedoch auch, dass der Beitrag fristgerecht zu zahlen ist. Hinweis: Sollte der berechnete Beitrag nicht spätestens zwei Monate nach Fälligkeit bezahlt sein, erlischt der Versicherungsschutz. Unabhängig vom Erlöschen des Versicherungsschutzes ist der Beitrag immer bis zum Ende der freiwilligen Versicherung zu begleichen.

Unsere Empfehlung Damit der Versicherungsschutz nicht erlischt, weil der Beitrag nicht rechtzeitig bezahlt wurde, empfehlen wir die Zahlung per Lastschrift. So brauchen Sie sich um den Zahlungstermin nicht mehr zu kümmern und helfen, Verwaltungskosten zu senken. Das Formular für die Einzugsermächtigung finden Sie unter www.vbg.de, Suchbegriff: Einzugsermächtigung.

Für weitere Fragen steht Ihnen Ihre VBG montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr und freitags von 8.00 bis 15.00 Uhr unter der Telefonnummer 040 5146-2940 gern zur Verfügung.

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www.vbg.de Sicherheitsreport 4/2004

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Sicherheitsreport  

Mitteilungsblatt der VBG, gesetzliche Unfallversicherung zur Prävention, Rehabilitation und Entschädigung