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DiE SüDoStSchwEiz | MITTWOCH, 3. AUGUST 2011

Grelles Feuerspektakel am Mürtschenstock

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Vom Glarner Tag zum Nationalfeiertag Während die ganze Schweiz den Nationalfeiertag feierte, hat Braunwald auch den Glarner Tag gewürdigt. Braunwald/Luchsingen. – Bevor es zum 1.-August-Fest ging, fand tags zuvor der Glarner Tag auf dem Grotzenbüel in Braunwald statt. Das «Zigermanndli» alias Richi Bertini unterhielt die Gäste mit lustigen Geschichten aus dem Glarnerland. Das anfängliche Nebelwetter trübte die Festfreude der Gäste nicht. DJ Beat Elmer legte passende Musik auf, von Ländlermusik bis Schlager und vor allem Glarner Interpreten. Auch kulinarisch wurde der Glarner Tag genossen. «Miteinander statt Gegeneinander» Der Nationalfeiertag fand sodann auf der Bahnhofterrasse Braunwald statt. Die Harmoniemusik Elm stimmte ins Abendfest ein. Peter Zweifel, Präsident des organisierenden Dorfvereins, führte durch das Programm. Die Festrede hielt der junge Politiker Toni Gisler von Linthal (Präsident Junge SVP und Landrat). Inspiriert vom Ferienort Braunwald und dessen Lebensqualität, teilte Gisler mit, was ihn schon immer bewegte. Das Miteinander und nicht Gegeneinander möchte er umgesetzt sehen. Gerade der Leistungsdruck heute fordere Teamarbeit und keine Einzelkämpfer. Und im Hinblick auf die Umsetzung zur Entwicklung der neuen Gemeinde Glarus Süd sei ein Miteinander unumgänglich.

Bei schönstem 1.-August-Wetter wurde in diesem Jahr die Stocklochwand am Mürtschenstock von einer Kaskade von brennendem Magnesium beleuchtet. Magnesium brennt mit einer enorm hellen Flamme. Die Feuerwand kann man darum von weit her sehen, und sie war dieses Jahr einer der optischen Höhepunkte der Glarner 1.-August-Feiern. Bild Sasi Subramaniam

Eine Augustfeier geht auch durch den Magen Die 1.-August-Feier im Freulergarten war abwechslungsreich: Die Gäste erfreuten sich am reichhaltigen Buffet, und Pankraz Freitag betonte, wie wichtig es ist, sich für sein Heimatland einzusetzen. Von Manuela Oertli Näfels. – Am 1. August traf sich Jung und Alt in Näfels: Das Zelt im Freulergarten füllte sich bis auf die letzten Plätze. Ab 9 Uhr konnte man sich am Buffet vielseitig verpflegen. Das Angebot erstreckte sich über Birchermüesli, diverse Brote und Zopf bis hin zu Fleisch, Käse und Wähen. Nachdem die Harmoniemusik Näfels die Gäste musikalisch unterhalten hatte, begrüsste Gemeinderat Bruno Gallati alle Anwesenden und speziell die Verkehrsvereine Näfels und Mol-

lis, die den Anlass jeweils abwechslungsweise organisieren. Von aussen betrachtet gut, aber … Neben anderen wurde auch Pankraz Freitag, Ständerat und alt Regierungsrat des Kantons Glarus, begrüsst. Dieser startete mit seiner 1.-August-Rede den zentralen Teil der Bundesfeier: Im Nationalmythos Willhelm Tell stehe zusammenfassend für die Leitidee aller Eidgenossen, «dass wir ein Volk von einig Brüdern sein wollen». Freitag stellte die Frage, ob die Schweiz das wirklich ist. Er persönlich sehe bei Betrachtung der Schweiz von innen keine besondere Familie: Es gebe neidische Familienmitglieder, solche, die sich aufs Geld vom Vater und vom Staat verlassen, und auch die Problemlösungen seien nicht immer vernünftig. Betrachte man die Schweiz aber von aussen, sehe das anders aus: Die

Arbeitslosenquote ist sehr gering, das Gesundheitswesen ist auch für Arme konzipiert und im Vergleich zu anderen Ländern ist die Schweiz kaum verschuldet. Im Mai sei er als Botschafter für die Schweizer Finanzpolitik, im Speziellen für die Schuldenbremse, eine Woche in Amerika gewesen. Vielfach sei er um Rat gefragt worden. Mehrparteiensystem als Plus Er antwortete jeweils damit, dass der Unterschied zwischen der Schweiz und den USA im Bewusstsein der Bevölkerung liege: Die Schweizer hätten ein ganz anderes Bewusstsein gegenüber dem Schulden-Machen als die Amerikaner. Aber auch die Politik sei solide: Man verzeichne mittlerweile über eine Milliarde weniger Schuldzinsen. Dies habe mit dem Mehrparteiensystem zu tun. In Amerika hat es nur

zwei Parteien, da sei die Gefahr gross, dass sie sich gegenseitig blockieren. Zwar werden beispielsweise in Kalifornien Projekte vom Volk beschlossen, jedoch fehle das Geld für die Durchführung. In der Schweiz werde nebst dem Projekt auch die Finanzierung besprochen. «Ein aussergewöhnliches Land» «Man kann es drehen, wie man will: Wir leben in einem aussergewöhnlichen Land!», so Freitag. Dafür, dass es so bleibe, müssten wir uns einsetzen. Wie Antoine de Saint-Exupéry gesagt habe: «Eine Gemeinschaft ist nicht die Summe von Interessen, sondern die Summe von Hingabe.» Die Anwesenheit der zahlreichen Gäste sah Freitag als einen Mosaikstein dafür. Nach dem gemeinsamen Singen der Landeshymne im Stehen konnten sich die Anwesenden vom Grill verpflegen.

Mehr als nur Reden: Auf die Gäste der Näfelser Bundesfeier wartet neben der Ansprache von Pankraz Freitag (links) und der Begrüssung von Bruno Gallati ein reichhaltiges Buffet, das offensichtlich mit viel Liebe zubereitet ist. Bilder Manuela Oertli

Kinder mit Lampions Nach dem Lampioneinzug der Kinder ging es zum Höhepunkt mit dem Schweizer Kreuz aus Fackeln am Ortstock und einem imposanten Feuerwerk, das die Jugendgruppe Braunwald zum Besten gab. Zum 1.-August-Brunch fanden sich zahlreiche Gäste auf dem Bauernhof der Familie Jakob und Andrea Hefti in Luchsingen ein. Weil die Musik kurzfristig absagen musste, sprang Fridli Kundert mit Büchel- und Alphornklängen ein. (eing)

Neues zum weltweit ältesten Bauplan St. Gallen. – Die Kantonsarchäologie ist im St. Galler Stiftsbezirk auf aussergewöhnliche Schichten aus dem 7. bis 11. Jahrhundert gestossen. Die Funde am Gallusplatz versprächen weitere Rückschlüsse auf den weltberühmten Klosterplan, teilte die Staatskanzlei am Dienstag mit. Die in den vergangenen Wochen am Gallusplatz freigelegten Strukturen erlauben einen direkten Vergleich mit dem karolingischen Klosterplan, dem ältesten Bauplan der Welt. (sda)

leserbriefe schöner 1. August im bühli in ennenda Dieses Jahr haben wir im Bühli in Ennenda den 1.August auf der schön dekorierten Terrasse unter grossen Sonnenschirmen gefeiert. Herr und Frau Leuzinger als Heimleiter und ihre Belegschaft haben die grosse Arbeit für die zahlreichen Gäste elegant gemeistert und für das Wohl aller Anwesenden gesorgt. Das feine Mittagessen mit Salaten und Grilladen aus der Küche hat allen geschmeckt. Für die Unterhaltung sorgte Ramona an der Handorgel. Die Artistengruppen «Die Oldies», auf der Durchreise, die «Sunnyboys» und das Trio Abendrot hatten, wie schon letztes Jahr, ihre Ferien unterbrochen, um mit uns den 1. August zu feiern. Wir hatten alle grosse Freude, und wir danken für den Grosseinsatz von Herzen. Die Bewohner im Bühli 30 und Anwohner im Bühli 28,Ennenda

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Während die ganze Schweiz den Nationalfeiertag feierte, hat Braunwald auch den Glarner Tag gewürdigt. Die 1.-August-Feier im Freuler- garten...