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HausAmFels Galerie Brettschuh


Dokumentation der Lehrveranstaltung Projektübung „HausAmFels“ im Wintersemester 2014/15 herausgegeben am Institut für Gebäudelehre | TU Graz, 2015 Institut für Gebäudelehre Lessingstraße 25/IV 8010 Graz Leitung: Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Architekt Hans Gangoly www.gl.tugraz.at www.facebook.com/Gebaeudelehre Lehrveranstaltungsleitung: Ass.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Architektin Uli Tischler Wahlfächer: AK Gebäudelehre | Leitung: Dipl.-Ing. Willibald Fürst Transformation Umnutzung Neuinterpretation | Leitung: Dipl.-Ing. Johannes Paar Studienassistentin: Angelika Hinterbrandner


Einleitung 07 Ausgew채hlte Entw체rfe 15 Impressum 59 Lehrveranstaltung in Bildern 61


1 Andrés Jaque, Silberner Löwe für „Sales Oddity“, das beste Forschungsprojekt der Architekturbiennale 2014 in Venedig.


Nicht weniger als „die Wirkmacht von Architektur“ 1 soll im Entwurf zu zwei Bestandsgebäuden am Arnfelser Hauptplatz thematisiert werden. Nachdem die Landtagsenquete Baukultur 2014 die Stärkung von (Orts)Zentren als wesentliches Anliegen formuliert hat, gibt es einen aktuellen Anlass der Auseinandersetzung mit einer Gemeinde wie Arnfels, deren historische Bausubstanz im Ortskern zum großen Teil leer steht, während an den Rändern zahllose Gewerbe– wie auch Wohnbauten neu entstehen. Das ambitionierte Programm zum „Kultur- und Gästehaus

Arnfels“ des Künstler- und Architektenpaares Muster Brettschuh wird dabei als Ausgangspunkt dienen, um über das kritische und ästhetische Potential von Architektur nachzudenken. Über ein Potential von Architektur, das zwei besondere historische Gebäude in einer ganz besonderen Lage in Arnfels, im Naturpark „Südsteirisches Weinland“ und nahe der Grenze zu Slowenien zum Thema macht. Die Programmierung des Nutzungsvorschlags zum HausAmFels und eine Umsetzung im Entwurf werden dabei die Aufgabe sein.

Uli Tischler


Schwarzplan

Schwarzplan Arnfels


Lageplan 1-500


Bestand von AuĂ&#x;en Haus 14+15


Bestand Innen Haus 14


Bestand Haus 15 Innen


Bestand Haus 14


Ausgew채hlte Entw체rfe

Maria Huber 16 Nicola Jankovic 22 Gresa Kastrati 28 Alexandra Saringer 34 Josef Tischler 40 Alexander Wesely 46 Angelika Hinterbrandner 52


Maria Huber Der Gebäudekomplex am Fels ist geprägt durch seine Heterogenität. Dieser Kontrast ist auch Thema dieses Entwurfes. Das Projekt kontrastiert „innen und außen“, „alt und neu“ sowie „verbunden und getrennt“. Eine neue Außenhülle, angelehnt an die bestehenden Fenstergitter des 14er Hauses sowie eine neue Innenhaut im Haus 15, geben dem Ensemble eine neue Eigenständigkeit und dem Hauptplatz der Marktgemeinde Arnfels einen Impuls zur Wiederbelebung und der Schaffung neuer räumlicher Qualitäten. Der soziale Faktor ist Teil des Fassadenkonzepts: Asylwerber werden ermutigt, bei der Fertigung des Bandstahlgewebes mitzuhelfen und somit den Ort mitzugestalten. Der Fortschritt dieses Einbindung- und Erneuerungsprozesses ist dabei kontinuierlich an der Fassade ablesbar. Im Inneren versteht sich die Galerie Brettschuh als Rundgang durch die obere Etage der beiden Gebäude, verbunden durch eine neue, eigenständige Rampe. Dieser Rundgang beginnt bereits im Foyer: Man betritt den Raum. Der Blick wird gefangen von einem raumhohen Brettschuh-Gemälde, welches sich beinahe über die gesamte Raumbreite zieht. Ein großer, schwerer Tisch, lädt zum Schmökern in Kunstbüchern ein. Anschließend gelangt man durch einen Treppenkern aus rauem Cortenstahl in das Obergeschoß.

Oben angekommen, findet man sich in einem Raum mit alten Wandmalereien auf bröckelndem Putz wieder. Gemeinsam mit den vielen verschiedenen Bodenbelägen und den Spuren darauf lassen sie viele Geschichten erahnen. In Kontrast zum Bestand stehen drei weiße, sterile Ausstellungswände, welche parallel zu den Fensterseiten das Tageslicht abschirmen und somit für optimale Galeriebedingungen sorgen. Bewegt man sich rund um die Mittelmauer, erspäht man ein weiteres neues Element – einen „Glaskasten“, welcher sich mitten im Durchgang zum hinteren Gebäudetrakt erstreckt. Dieser gläserne Raum zieht sich nach außen und mündet in eine Rampe, welche den Rundgang durch einen markanten Gebäudeeinschnitt hindurch in das Obergeschoß des 14er-Hauses fortsetzt. Das Ausstellungskonzept wiederholt sich. Durch die Freilegung des Dachstuhls ergibt sich auch hier die nötige Raumhöhe für Kunstwerke jeglicher Art. Im Hoftrakt des 14er-Hauses befinden sich ebenerdig der bestehende Weinkeller und ein Workshopraum bzw. eine großzügige Werkstätte. Im Obergeschoß gibt es die Möglichkeit des temporären Wohnens für Freunde der Familie Brettschuh.


Blick Rampe

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Ansicht und Schnitte

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Grundriss Erdgeschoss

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Modellfoto Draufsicht

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Modelfoto Perspektive von S端den

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Nicola Jankovic Das Projekt reinterpretiert räumlich die baulich-soziale Struktur der zwei historisch besonderen Arnfelser Gebäude und entwickelt daraus für den österreichischen Künstler Gerald Brettschuh sehr spezifische Nutzungsangebote, sowie eine Galerie, die künftig als Museum und kulturelle Begegnungsstätte genutzt werden soll. Die grundlegende Entwurfsidee des Kunstbesucherzentrums besteht darin, die notwendigen Räume auf drei Baukörper aufzuteilen, die für bestimmte Funktionen genutzt werden können und sich der ortstypischen Bauweisen anpasst. Die Schaffung einer Blockmorphologie begünstigt den Felsen im Norden und eine Bestandswand, wobei der Innenhof von einem Gebäudetrakt freigeräumt wird, damit ein einzigartiges zentrales Patio erzeugt wird. Der Garten ist hierbei ein kommunikativer Versammlungspunkt, der sich auf die intimen Räumen des Gebäudes konzentriert, von Blicken der Straße schützt, während Natur und Umgebung extrovertiert im Mittelpunkt steht. Mit breit gefächerten Nutzungsspektrum - von Workshops, über Wohnungen, bis hin zum Atelier und Galerie - sollte der Garten ein kommunikationsförderndes, interaktives Ambiente verkörpern.

Im Innenraum entstehen durch einfache Elemente wie Deckendurchbrüche verschiedene räumlich fließende Situationen auf verschiedenen Niveaus - immer mit starkem Bezug zum Garten und interessanten Durchblicken zwischen den Räumen. Der Schwerpunkt dabei liegt auf komplexen Wechselbeziehungen, wie voll-leer, hell-dunkel, etc., die den Raum leicht erkennbar und bediendbar machen. Dabei steht die Tragstruktur frei im Raum. Die Materialwahl unterstreicht die reduzierte Formensprache. Das alte Gemäuer wurde innen mit Lehmputz, jedoch weiß ausgemalt, versehen. Alle angedachten Materialien wie Lehmputz und Estrichboden innen, Kalkputz außen, respektieren den Bestand und machen das Raumklima behaglich. Mit einer transluzenten Streckmetallhülle umgeben, leuchtet die Hauptfassade abends, setzt damit einen entscheidenden Akzent und ist so nicht nur für Besucher des Kulturhauses attraktiv sondern auch für die Arnfelser.


Blick in den Innenhof

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Ansicht und Schnitte

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Grundriss Erdgeschoss

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Modellfoto Draufsicht

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Modelfoto Perspektive von S端den

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Gresa Kastrati In diesem Projekt geht es um das Bauen im Bestand. Die historischen Gebäude liegen im Ortszentrum und am Fuße des „Arnfels“. Haus 14 und Haus 15 sind durch zwei bestehende Höfe verbunden. Der neue Galeriraum soll einen angenehm privaten, aber auch halböffentlichen Bereich für den Künster Gerald Brettschuh schaffen. Gleichzeitig sollen die zukünftige Galerie und die neuen Gastateliers ein vitaler, experimenteller Ort werden: Werkstätten bieten sich für diverse Programme an und binden die Besucher aktiv ein.

Vom Zusammenspiel von Fels und Bauvolumen: Ein neuer, kompakter und selbständiger Baukörper am Felsen verbindet die bestehenden Hofgebäude. Dieser neun Meter in den Fels gebaute Kubus einen individuellen, einzigartigen Austellungsraum. Die Komposition von Natur und Architektur ermöglicht einen Austellungsweg, der unterschiedliche Raumatmosphären anbietet - beginnend mit dem dunkleren und älteren Foyerbereich bis hin zum hellen, neuen Ausstellungsraum, in dem der Kontakt mit dem Fels spür- und erlebbar wird.


Blick in den Ausstellungsraum am Fels

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ANSICHT STRASSENSEITE 1:200

SCHNITT B 1:200

ucationalVersion

SCHNITT A M 1:200 Ansicht und Schnitte

GSEducationalVersion

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A

B

A

B

1:100

0.

EG (9) Grundriss Erdgeschoss

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1:100


Modellfoto Draufsicht

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Modelfoto Perspektive von S端den

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Alexandra Saringer Neben der Verwendung einer Galerie als fixes Programm, wird auch ein Kultur – und Kunstverein an diesem Ort Raum finden. Als Plattform für sozialen und kulturellen Austausch bringt dieser Verein in Produktions- und Veranstaltungsräumen Menschen unterschiedlichen Alters und Herkunft bei Festen und Workshops zusammen.

geschlossen werden. Überaus beruhigend wirkt dieser Außenraumbezug auf die Skulpturenausstellung im Erdgeschoß, welche sich nur durch eine Glasfront getrennt, optisch mit dem Hof vereint.

Erst später, auf dem Spaziergang durch das Gebäude, erfährt der Galeriebesucher eine klare Trennung zwischen Alle Funktionen des Vereins sowie ein Wohnatelier sind Außen- und Innenraum. Während den Skulpturen das im südöstlich gelegenen Gebäude untergebracht, wäh- Lichtspiel von außen schmeichelt, wird die Ausstellung der Grafiken und Gemälde im Obergeschoß durch gerinrend das Zweite zur Gänze der Galerie gewidmet wird. geren Tageslichteinfall in Szene gesetzt. Beide, nach Funktionen getrennte, Baukörper schließen einen Hof ein, welcher die Schnittstelle zwischen Galerie Für eine der größten optischen Verwandlungen sorgt und Verein bildet. Durch bedarfsgerechte Überdachung auch die neue Fassade des Galeriegebäudes. Sie ist wird ein flexibler Außen- sowie Innenraum geschaffen. schachbrettartig aufgelöst, wobei der Kontrast durch die Austellungen des Künstlers oder des Vereins können Materialien Beton und Glas hergestellt wird. Der Eingang durch vertikal verstellbare Schirme nicht nur witterungs- ist durch einen Windfang, welcher als einziges Quadrat im fest sondern auch, durch Licht-und Schattenspiele, span- Raster in den Straßenraum ragt, sichtbar. Beim Betreten nend inszeniert werden. Auch für Feste, Theater und des Windfangs hat der Besucher ungehinderten Blick zur Open-Air-Kinoabende bietet der „Hof am Fels“ eine span- Skulpturenausstellung und somit bereits Klarheit in der Wegeführung. nende Kulisse. Besteht der Wunsch, mehr Dialog mit dem Außenraum Neben dieser intuitiven Leitung des Besuchers, wird einzugehen und den wirkmächtigen Fels als Hauptakteur durch die klare Fassadengestaltung vor allem Identität an im Hof wahrzunehmen, können die Schirme problemlos diesem besonderen Ort geschaffen.


Blick Ausstellungsraum + Innenhof

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Ansicht und Schnitte

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Grundriss Erdgeschoss

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Modellfoto Draufsicht

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Modelfoto Perspektive von S端den

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Josef Tischler Im nördlich gelegeneren L-förmigen 15er Haus wird die Galerie, wie auch das Atelier Brettschuh untergebracht. Im Erdgeschoss und Obergeschoss soll die Galerie mit den Werken Gerald Brettschuhs betrieben werden. Das sehr geräumige anmutende Dachgeschoss soll zum Atelier Brettschuh ausgebaut werden. Die Galerie wird durch ein an der Straßenseite großzügiges Portal erschlossen, das in der Fassade zurückspringt und so klar ersichtlich wird. Man betritt das geräumige Foyer, das problemlos bei Vernissagen als Ort für Begrüßungsansprachen und dergleichen benutzt werden kann. Sofort nach betreten des Foyers kann man durch eine große Öffnung in der hofseitigen Fassade den Bezug zum Arnfels erahnen. Die Bewegungsrichtung in der Ausstellung ist durch eine vorgegebene Wegführung definiert. Das Atelier ist getrennt von der Galerie, zwischen den Häusern 14 und 15, begehbar. Über eine zweiläufige Treppe

gelangt man in das Dachgeschoss, wo sich das Atelier Brettschuh wie auch ein daran angeschlossenes Depot befindet. Im 14er Haus finden die Gäste Gerald Brettschuhs Räume vor, um ihren eigenen Kunstwerken nachzugehen und diese entstehen zu lassen. Im Erdgeschoss, wie auch im Obergeschoss befinden sich Räumlichkeiten, um künstlerisch tätig zu werden. Jedoch sollte dies nicht die einzige Nutzung dieser Räume sein. Sie sollen auch für Seminare, Ausstellungen und weitere Events nutzbar sein. Straßenseitig im Obergeschoss befinden sich drei Atelierwohnungen, die als Maisonetten ausgeführt werden und einen gemeinschaftlich genutzten Wohn- und Essraum beinhalten. Diese Wohnungen sollen den Künstlern die Möglichkeit bieten ihre Arbeit über eine längere Zeitspanne auszudehnen.


Modellfoto mit Fels

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Ansicht und Schnitte

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Grundriss Erdgeschoss

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Modellfoto Draufsicht

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Modelfoto Perspektive von S端den

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Alexander Wesely „Aus der Mitte“ - so kann die Umnutzung und Adaption der Galerie Brettschuh in wenigen Worten beschrieben werden. Doch etwas detaillierter: Das Foyer, als zentrales Bauelement, ist sowohl Ankunfts- wie auch Ausgangspunkt eines jeden Besuches und verbindet den öffentlichen Raum mit den Räumlichkeiten der Galerie. Durch die Positionierung in der Grundstücksmitte zieht sich der öffentliche Bereich der Straße in das Grundstück hinein und soll dadurch den Innenhof beleben. Das für die Transformation notwendige Raumprogramm wird nun um das Foyer in die Bestandsbaukörper eingeschrieben. Die Erdgeschosszone wird neben dem Foyer, durch eine Gemeinschaftsküche und einen Weinkeller, sowie durch Seminarräume und Ateliers definiert. Die Galerie befindet sich im Obergeschoss und ist auf drei Räume verteilt, welche flexibel und unabhängig voneinander funktionieren. Neben der Galerie befinden sich im Obergeschoss ein Schaulager und ein Wohnbereich für Gäste. Die neuen Funktionen fügen sich in die Bestandshülle ein, ohne diese drastisch durch Anbauten zu verändern.

Der Innenraum wird durch herausnehmen von Wandscheiben adaptiert, um Funktionen den nötigen Platz zu geben. Weiters wurden im Foyer die Decken bis unter den Dachstuhl herausgenommen um Großzügigkeit und Vertikalität zu erzeugen. Im Galeriebereich wird durch das zusätzliche Herausnehmen von Bereichen der Decke eine Verbindung zwischen den Geschossen hergestellt. Es entsteht so eine Verbindung der Galerie mit dem Atelier, da diese beiden Räume in Zukunft gemeinsam genutzt werden sollen. Um eine vertikale Erschließung der einzelnen Bereiche zu ermöglichen wurden drei Erschließungskerne in die Baukörper eingesetzt. Die zwei Hauptkerne befinden sich in Galerie und Foyer, der dritte Kern ermöglicht die Erschließung der privaten Gästewohnung. Die einzelnen Bereiche sind durch einen überdachten Steg miteinander verbunden. Dieser Steg befindet sich zum Teil im Aussenbereich und bildet eine Aufenthaltszone. Um die Gebäude auch von der Straße her optisch zu verbinden, wurden Teile der Dächer verlängert. Dies ermöglicht eine Überdachung des Zwischenraums und des Verbindungssteges.


Blick in den Ausstellungsbereich

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Schaulager

Atelier

Foyer

Galerie

Vorraum

Foyer

Ansicht und Schnitte

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Atelier


B

C

Weinkeller

Atelier

A A

Foyer

Seminarbereich K端che

Atelier

B

C

Grundriss Erdgeschoss

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Modellfoto Draufsicht

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Modelfoto Perspektive von S端den

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Angelika Hinterbrandner „Ländliches Leben“ - ein Begriff mit dem man heute kaum mehr jemanden locken kann. Unsere Zivilgesellschaft befindet sich in einem Wandel, der sich inzwischen stark bemerkbar macht: Immer mehr, besonders junge Menschen, ziehen vom Land in die Stadt. Viele Gemeinden bieten kaum Arbeitsplätze und kämpfen mit Leerstand. Der demographische Wandel tut sein Übriges. Die Politik hat inzwischen Handlungsbedarf erkannt und reagiert, wie zum Beispiel in der Steiermark, mit der „Landtagsenquete Baukultur 2014“ in der die Stärkung von [Orts] Zentren als wesentliches Anliegen formuliert wurde.

- herauswächst und sich im Obergeschoss zum Haus 14 entfaltet, werden die Beiden im Momenten zusammenhangslos nebeneinander stehenden Gebäude miteinander verbunden - sowohl über die bauliche Gestik als auch funktional.

slow_tourism Um das HauAmFels auch von außen zu beleben, sollen im ehemaligen Heustadel, der dank eines gut erhaltenen Holzdachstuhls und der Nähe zum Fels eine außergewöhnliche Lichtstimmung, wie Raumkonzeption bietet, kleine sehr einfache Zimmer für Gäste entstehen. Die Genau dieser Kontext findet sich in Arnfels wieder: Der Zimmer bieten Raum, um den Felsen und die Stille des kleine Ort, nahe der Slowenischen Grenze, steht zuneh- Ortes zu erleben. mend leer - mitten im Ort. Der Problematik der Abwanderung und des zunehmenden Leerstand soll mit einem sozial_regional Konzept entgegengewirkt werden, das nicht nur auf Pro- Nachhaltig wird sich das HausAmFels allerdings nur dann bleme reagiert, sondern den Ort aus sich heraus stärkt beleben lassen, wenn man auch die Bevölkerung einlädt und so zu neuen Impulsen führt. Im Entwurf wird deswe- sich zu beteiligen. Die Nähe zur Asylunterkunft, die direkt gen nicht nur Kunst und Galerie - die mit dem Schaffen gegenüber liegt und 50 Asylwerbern ein Zuhause gibt, die Gerald Brettschuhs’ einhergehen - thematisiert, sondern Klapothek oder auch regionale Projekte wie beispielsweiauch der Umgang mit Qualitäten des ländlichen Raums, se “Topfreisen” oder “KAMA” bieten sich hier als Ansatzwie die Integration der Bevölkerung in ein Gesamtkonzept punkt an und werden im Entwurf näher untersucht. für den Ort. Über die Kombination aus diesen drei Teilaspekten soll kunst_kultur ein Gesamtpaket entstehen, welches nicht nur baulichen Die zu integrierende Galerie und die damit verbundene Mehrwert schafft, sondern auch die soziale Problematik bauliche Neuinterpretation des Bestandes, bilden den der räumlichen Zersplitterung und des demographischen wichtigsten Eingriff in das Gebäude ab. Durch den hin- Wandels am Land ernst nimmt und darauf reagiert. Denn zukommenden Baukörper, welcher aus dem Erdgeschoss nur über die Integration möglichst vieler Beteiligter lässt des ehemaligen Kaufhaus - der neuen Lobby in Haus 15 sich wirklich ein Wandel bewirken.


Blick in den „Parasiten“

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Ansicht und Schnitte

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bühne

we i n ke l l e r

fe l s e n ke l l e r

fel s gar t en

u n t e r ‘ m g ewö l b e

gr oßes at el i er br et t s c huh

gar ten klapothek

ve ra n s t a l t u n g I I küche klapothek

ve ra n s t a l t u n g I

foyer gal er i e br et t s c huh

klapothek

eingang

Grundriss Erdgeschoss

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Modellfoto Draufsicht

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Modelfoto Perspektive von S端den

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Impressum Broschüre zur Lehrveranstaltung „PÜ HausAmFels“ WS 2014/15 Institut für Gebäudelehre Fakultät für Architektur / Technische Universität Graz Lessingstraße 25 / IV 8010 Graz www.gl.tugraz.at https://www.facebook.com/Gebaeudelehre Leitung Uli Tischler Johannes Paar Studienassistenz Angelika Hinterbrandner unterstützt von: Christiane und Gerald Brettschuh

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Modellfotoserie aller Arbeiten


Schlusspr채sentation und Ausstellung

"Haus am Fels" [Master Design Studio - Recreation]  

Lehrveranstaltungsbroschüre zur Projektübung im Wintersemester 2014/15 am Institut für Gebäudelehre der TU Graz.