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Infobrief März/April

Sonderausgabe 2/2010

KREISVERBAND MÜNCHEN


Inhaltsverzeichnis

Termine

Termine. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2

02.03.10 19:00 Uhr, Stammtisch, KOPFECK (!!),Klenzestraße 89, 80469 München 03.03.10 18:30 Uhr, Auftakt „GJM Themenmonat Kernenergie“. Atomkraft Impulsreferat/Hintergrundinformationen (Referent: Maximilian Schmidt) 08.03.10 Weltfrauentag-Aktion. ca. 15 Uhr am Stadtbüro. Nähere Infos folgen per E-Mail. 11.03.10 18:30 Uhr, „GJM Themenmonat - Kernenergie Teil II“. Atomkraft Pro & Contra (Referenten: tbc) 18.03.10 18:30 Uhr, Diskussionsabend „Atomenergie“ + Entwicklung einer Aktion zum Themenmonat Ausblick: 26.03.10 Equal-Pay-Day: Aktion (nähere Infos folgen) 27.03.10 Aktionstag gegen Atomkonzerne 06.04.10 19.00 Uhr, Stammtisch 10.04.10 „Frauen bilden Banden“ Seminar, München 23. – 25.04.10 Landesjugendkongress, Nürnberg

Liebe Mitglieder und Interessierte,.3 Junggrüne Frauen bilden Banden . 4 Keine Chance dem Silvestermüll. . 5 Diskussionsabend 28.01.2010. . . . 6 GJMädchen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 Grüne Jugend Basics voller Erfolg!. 8 Q11-Bildungsstreik-Demonstration. 10 Die Ideologie des Bürokratieabbaus. 11 Zwischen Fronten? Die GJM in Dresden. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 Neue Akzente und Impulse für 2010. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14

Das Stadtbüro befindet sich in der Sendlingerstraße 47 im 2. Stock. Seite 2


Liebe Mitglieder und Interessierte, 2010 kann kommen. Auf der Der neue Vorstand freut sich auf ein Jahreshauptversammlung am ereignisreiches und inhaltlich starkes 20.01.2010 hat die Grüne Jugend Jahr 2010! München ihren neuen Vorstand gewählt. Für den Vorstand Katharina Schulze wurde als Vorsitzende wieder gewählt, Corinna Maximilian Schmidt als neuer Vorsitzender. Corinna Rose und Lorenz Bücheler unterstützen den Vorstand wieder als Beisitzerin bzw. Beisitzer. Nach einer spannenden Wahl um das Amt des Schatzmeisters konnte sich Korbinian Nagel durchsetzen.

Katharina, Maximilian, Corinna, Lorenz und Korbinian

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Junggrüne Frauen bilden Banden Die Frauen der 60er, 70er, 80er und 90er haen viel erreicht. So viel, dass vielen jungen Frauen gar nicht mehr bewusst ist, wie viel es dennoch zu tun gibt. Oft beobachte ich Mädchen, die neu und jung zur Grünen Jugend kommen und eine regelrechte Abneigung gegenüber dem Thema Frauenpolitik, Emanzipation, Sexismus haben. Das klingt nach Schnee von gestern und die Mädels von heute wollen ja auf der Sonnenseite stehen.

dem LJK dazu aufgerufen, Banden zu bilden! Wir werden uns informieren über männerbündisches Verhalten, Sexismen, Kommunikationsverhalten, Satzungsmöglichkeiten, und geben uns Mut und Power, die GJ Bayern in Zukunft (mit) zu rocken! Frauen für Frauen lautet unser Weg.

Natürlich sind auch Grüne-JugendFrauen aus München dazu eingeladen. Das Treffen wird am Samstag, 10. April von 10 Uhr bis 18 Uhr in München im Stadtbüro (SendlingerDass sie gerade auch im politischen str. 47) stattfinden. Weitere Infos Feld von den männlichen Kollegen findet ihr unter http://www.gj-bayausgestochen werden, ist vielen nicht ern.de/termin/events/frauen-bildenklar. Lautstarke Hinterfragungen des banden.html Sinns und Zwecks der Quote und Anmeldungen und weitere Fragen anderen frauenfördernden Maßnah- sind möglich über dimitra.kostimmen sind gerade bei der Jugend keine pas@web.de. Seltenheit, was sehr bedenklich ist. Dimitra Kostimpas Und auch bei der GRÜNEN JUGEND Bayern haben es Frauen nicht leicht. Männerbündisches Verhalten und dominantes Kommunikationsverhalten erschwert es jungen Frauen, im Verband und bei Versammlungen mitzumischen und aufzufallen. So geschieht es auch, wenn zweimal jährlich die GRÜNE JUGEND Bayern auf ihrem Landesjugendkongress (LJK) tagt. Um das zu ändern, sind die Frauen der GJ Bayern zwei Wochen vor Seite 4


Keine Chance dem Silvestermüll Am 31.12.2009 beschlossen wir das alte Jahr mit unserer letzten Aktion: Wir unterstützten den OV Neuhausen-Nymphenburg bei seiner alljährlichen Mülltüten-Aktion entlang des Nymphenburger Kanals. Innerhalb von zwei Stunden befestigten wir rund um den Kanal und bis zur Höhe des Schlosses grüne Müllsäcke mit erläuternden Flyern, damit der in der Nacht anfallende Silvestermüll möglichst nicht in Kanal und Gebüsch landen würde, sondern in unseren Müllsäcken. Dankenswerterweise übernahm die Müllabfuhr der Stadt den Abtransport am nächsten Tag. Wir kamen auch ins Gespräch mit Anwohnern und Passanten und die Aktion wurde vornehmlich positiv aufgenommen. Für den Vorstand Corinna

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Diskussionsabend 28.01.2010 Beim ersten Diskussionsabend im neuen Jahr ging es bei uns um zwei große Themen: Zum einem haben wir über Gewalt in U- und S-Bahnen in München diskutiert und im zweiten Teil über den Bildungsstreik 2010.

Münchner Bildungsvernetzungstreffen statt. Wir sind gespannt, was die nächsten Schritte sein werden und unterstützen die Proteste! Auf jeden Fall wird es am 09.06.2010 wieder einen bundesweiten Bildungsstreik geben!

Nach einer langen und intensiven Debatte haben wir eine Pressemitteilung zum Thema Gewalt in den Münchner S- und U-Bahnen verfasst, die am folgenden Montag an die Presse verschickt wurde. Durch unsere Diskussion kamen wir zu dem Punkt, dass alle Kameras in den Zügen nur oberflächliche Maßnahmen für ein tiefgreifenderes Problem sind. Es muss mehr Gewaltprävention für Jugendliche sowie einen kontinuierlichen Ausbau von Bildungsangeboten, besseren Jobangeboten und gesellschaftlichen Perspektiven für Jugendliche geben. Daneben haben wir auch die mangelnde Zivilcourage der Bevölkerung bemängelt – jedeR sollte eingreifen, anstatt wegzuschauen!

Unmöglich sind die Kürzungen bei den Studentenwerken: Im Nachtragshaushalt steht, dass die Mensazuschüsse um 35% gekürzt werden sollen. Das bedeutet höhere Mensapreise und einen höheren Studentenwerksbeitrag. Dagegen muss etwas unternommen werden; ein erster Schritt ist die Onlinepetition: www.studiereninbayern.de/&nbsp

Danach sind wir noch kurz auf den aktuellen Stand im Bildungsstreik eingegangen. Dort ist im Moment leider die Luft etwas raus. Am 12.02. gab es die große Q11-Demonstration und am Abend fand ein großes Seite 6

Anmerkung der Redaktion: Die Petitionsliste ist bereits geschlossen (15.2.10) Für den Vorstand Katharina


GJMädchen Das Treffen der GJ Mädchen am 15.02. fand, trotz des zeitgleich stattfindenden Rosenmontags mit recht vielen TeilnehmerInnen statt. Zuerst berichtet Dimitra vom Prostitutionsseminar in Berlin, ein Thema, dass an Betracht der Tatsache, dass jeden Tag 1 Million Männer in Deutschland ein Bordell besuchen, nicht länger als rein „gewerbebetreffend“ angesehen werden kann. In einer spannenden Diskussion debattierten wir über das Für und Wider der Legalisierung. Die Prostituiertenvereinigung Hydra e.V. etwa befürwortet das derzeit herrschende Gesetz, da es den Prostituierten eine weitgehend sichere Arbeit ermöglicht und wünscht sich eine Lossagung vom Stigma der Prostitution als frauenverachtende, patriarchalische Institution und einen offeneren Umgang mit dem Tabuthema. Eine andere Organisation, Solwodi e.V., setzt sich für das absolute Verbot von Prostitution nach dem schwedischen Modell ein. Hauptsächliches Problem ist die Definition von Würde. Nicht alle Beschäftigten fühlen sich in ihrer Menschenwürde verletzt, sogenannte Zwangsprostitution findet nur in etwa 15% aller Fälle statt. Viele SexworkerInnen sehen ihren Job

als normalen Beruf, mit dem es sich leicht und schnell Geld verdienen lässt. In unserer Diskussion, die sehr hitzig geführt wurde und auch vor Vergleichen mit Pinguinen und Magermodels nicht Halt machte, kamen wir zum Ergebnis, dass sowohl eine Enstigmatisierung als auch Hilfsprojekte für AusteigerInnen dringend notwendig sind. Als weiteren Programmpunkt planten wir eine Aktion für den Weltfrauentag am 8. März - Blackberrys für alle Fußgängerinnen! Denn es gibt noch viel zu wenige Chefinnen auf dieser Welt! Auch für den Equal Pay Day am 26. März ist eine ähnliche Aktion geplant. Ihr könnt also gespannt sein! Am 10.04.2010 findet das Frauen bilden Banden-Seminar für alle Frauen in der GJ Bayern statt – jede ist herzlich eingeladen. Weitere Infos findet ihr hier: www.gj-bayern.de/ termin/events/frauen-bilden-banden.html Alexandra Huber

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Grüne Jugend Basics voller Erfolg! „Advanced Senior Political Strategies Seminar“ – hinter diesem Begriff verbirgt sich das „Grüne Jugend Basics“-Seminar. Mittlerweile zum zweiten Mal konnte man in München die Grundlagen der Arbeit in der Grünen Jugend erlernen. Weit über 40 TeilnehmerInnen haben sich am Samstag, 16.01.2010 acht Stunden intensiv mit der Grünen Jugend auseinandergesetzt. Nach einer kurzen Einführung samt Vorstellungsrunde, die aufzeigte, dass GJ-Mitglieder aus ganz Bayern gekommen waren, ging es mit dem ersten Modul „Vorstandsarbeit“ los.

München, im zweiten Modul einen Einblick in die Arbeit des/der SchatzmeisterIn gegeben. Dank Martin hat man nun einen Überblick über die verschiedensten Möglichkeiten, wie die Grüne Jugend an Geld kommen kann, bekommen, wie auch die Erkenntnis: Ein guter Schatzmeister ist Gold wert! Nach so viel Input musste erstmal gegessen werden: Das leckere vegetarische Curry stand schon bereit, und nachdem wir uns den Bauch vollgeschlagen hatten, ging es gleich mit Modul 3 „Präsidium“ weiter.

Katharina Schulze und Florian Sperk, Vorsitzende/r der Grünen Jugend München, gaben einen Einblick in die Arbeit des Vorstandsteams. Die Kernaufgaben eines Vorstands sind, den Mitgliedern zu helfen, ihren politischen Willen zu bilden und ihnen ein Forum für den Ausdruck dieses Willens zu bieten. Zu den wichtigsten „Lebensweisheiten“ in einem Vorstandsteam: Vertrauen und Konsens sind unerlässlich, frühzeitiges Planen ist sehr von Vorteil und Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg!

Fabian Hamák und Jakob Hahn, die beide schon langjährige Erfahrung im Präsidium und bei Satzungsfragen haben, gaben einen ersten Einblick in die verschiedensten Möglichkeiten, sich bei der Grünen Jugend einzubringen. Nachdem alle Formen der Anträge durchgesprochen wurden, ging es weiter mit den Tipps und Tricks für den Fall, dass man im Präsidium sitzt. Wie die beiden Referenten richtig feststellten, macht Übung die/den MeisterIn – deswegen einfach jede Möglichkeit nutzen, selbst mal eine Sitzung zu leiten!

Ohne Moos nix los; deswegen hat Martin Schmid, langjähriger Schatzmeister der Grünen Jugend

Danach ging es in zwei Kleingruppen praktisch weiter: Modul 4 stand ganz unter dem Motto „Aktionen

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planen“. Wir haben ein Brainstorming gemacht, zu welchen Themen die GJ in diesem Jahr Aktionen planen kann. Aus der langen Liste haben wir uns ein Thema rausgepickt und eine Aktion exemplarisch durchgeplant. Ihr könnt also auf „Mutanten aus der Tonne“ gespannt sein! Nach diesem kreativen Brainstorming war erstmal Zeit für einen Kaffee. Aber nicht lange, denn die letzten zwei Module standen noch auf dem Programm. Erstmal gaben Fabian Lieke, Politscher Geschäftsführer der GJ Bayern und Florian Sperk, Sprecher der GJ Bayern einen Input über die GJ Bayern und zeigten Beteiligungsmöglichkeiten auf. Dort wurde auch besonders die Raupe und der Papillon vorgestellt, die uns das ganze GJ-Jahr noch viel begleiten

werden. Last but not least stand uns Sepp Dürr, MdL Rede und Antwort. Er plauderte im Modul 6 aus dem Politischen Nähkästchen und zeigte seinen politischen Werdegang auf. Da wurde einem wieder bewusst, dass man mit Engagement und dem Willen, die Welt zu verändern, viel erreichen kann, und dass wir in der Grünen Jugend dies bei uns vor Ort anpacken müssen! Nach acht Stunden intensivem Arbeiten ging es noch ins Kopfeck, wo wir den Tag gemütlich ausklingen ließen. Für den Vorstand Katharina Schulze

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Q11-Bildungsstreik-Demonstration Mehr als 3.5000 SchülerInnen waren in München, Kempten, Bayreuth, Bamberg, Würzburg und Augsburg unterwegs. In München füllte sich der Demozug sehr schnell, die Veranstalter sprachen von 1.5000 Leuten. Nachdem wir dann zwei Stunden durch München gezogen waren, gab es die große Abschlusskundgebung am Odeonsplatz. Dort stellte sich erst Kultusminister Ludwig Spaenle den DemonstrantInnen und versicherte er „werde zuhören und lernen“. Na, dann sind wir ja mal gespannt!

haben, einzurahmen und übers Bett zu hängen, wurde begeistert aufgenommen. Junge Menschen politisieren sich und setzen sich für bessere Bildung ein und es wird ihnen mit Verweisen gedroht – ein Unding! Jetzt ist es wichtig, dass der Protest nicht abreist, sondern SchülerInnen, StudentInnen, Eltern und LehrerInnen weiter für ein besseres und gerechteres Bildungssystem kämpfen!

Die GJM wird sich 2010 auch ganz speziell mit dem Thema Bildung auseinandersetzen: Zum einem in der Grünen Hochschulgruppe und zum anderen im bald gegründeten AK Margarete Bause, Fraktionsvorsit- Bildung. Bringt euch ein! zende der Grünen Landtagsfraktion, erkannte sehr richtig, dass das Kon- Für den Vorstand zept für die gymnasiale Oberstufe dringend auf den Prüfstand muss! Ihr Katharina Schulze Aufruf an die SchülerInnen, die Verweise, die leider viele zu befürchten

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Die Ideologie des Bürokratieabbaus Bürokratie? „Gehört abgebaut!“ würden sicher einige von euch gleich rufen. Verständlich. So sind doch die ganzen Bürokratiemonster – mensch nenne UNO, EU, Ministerien und Kommunen – eine Belastung der Bürger und dienen der Einschränkung der Freiheiten des Einzelnen. Gurkennormen werden genannt. Papierberge, die angeblich niemand liest. Soweit die Schreibart nicht nur der Mainstreammedien. Zu viel Papier, zu wenig Freiheiten, Feindbilder in staatlichen Organisationen – das sind alles Gründe für linke und rechte Zeitungen, auch auf den Zug aufzuspringen. Doch durchleuchten wir einmal die Bürokratie der einzelnen Institutionen. Die EU ist ein Opfer der Versäumnisse der Kompetenzklärungen. So übernimmt die EU alle Aufgaben, die ihr einmal zugeschrieben wurden, und erfüllt sie mit akribischer Gründlichkeit. Gurkennormen – das beste Beispiel für die Medienaufmerksamkeit – sind kein Produkt der Langeweile der Beamten, sondern

ein Effekt des Industrielobbyismus. Die Konzerne hatten bereits seit langer Zeit nur normiertes Obst und Gemüse verkauft und sahen in dieser Regelung neben der Vereinfachung ihres Einkaufes eine Möglichkeit, kleine und regionale Mitbewerber auszubooten. Dass Stoiber jetzt in Brüssel wütet, hat ebenfalls einen anderen Hintergrund als in den Medien dargestellt. Die von Stoiber ausgearbeiteten Pläne zum „Bürokratieabbau“ enthalten vor allem Maßnahmen zur Deregulierung der Märkte – durch Streichen oder Kürzen von Verordnungen. Hier ist nicht der Held des einfachen Menschen unterwegs, der diese davor rettet, mit Kommissionsakten erschlagen zu werden, sondern ein vom Staat (oder eben der EU) bezahlter Lobbyist mit ideologisch begründeter Narrenfreiheit. Doch Bürokratieabbau – eigentlich in dem Maße eine Erfindung des amerikanischen Neokonservativismus – hat noch deutlich unschöneres bewirkt. In einer gezielten Kampagne setzen neokonservative und wirtschaftsliberale ThinkTanks Seite 11


aus den USA Bestrebungen, die UN grundlegend zu reformieren und zu stärken, mit dem Vorwurf der Schaffung bzw. Verstärkung eines Bürokratiemonsters stark unter Druck. Die US-amerikanische Öffentlichkeit stoppte unter diesem Eindruck die eigene Regierung, die diese Reform vorantreiben wollte. Die Realität zeigt allerdings, daß die UN weniger Papier produziert als meine Heimatstadt Dachau. Was war nun der Antrieb hinter dieser Kampagne? Es ging den Neo Cons vor allem darum, Souveränitätsrechte nicht an die übergeordneten Organisationen abgeben zu müssen, und bei den Wirtschaftsliberalen um den Schutz vor weltumspannenden Finanzmarktregelungen. Die Marx’sche Feststellung, die Bourgeoisie habe „an die Stelle der zahllosen verbrieften und wohlerworbenen Freiheiten die eine gewissenlose Handelsfreiheit gesetzt“, kann somit ergänzt werden. Sie hat die zahllosen Freiheiten verrucht gemacht und sogar ihre Befürworter dazu gebracht, diese zu bekämpfen. Samuel Raz

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Zwischen Fronten? Die GJM in Dresden Stundenlang stehen sie in der Kälte und warten, bis sie losgehen dürfen. Sie dürfen aber nicht. Aggressiv werden ein paar Busse der linken Gegendemonstranten zerstört und auf der Heimfahrt in anderen Städten noch Krawall gemacht. Doch von der GJM keine Spur.

fragt er micht etwas? Keinen Bock mehr, sich mit Individuen auseinanderzusetzen. Es wird einfach abgelehnt oder draufgehauen.

Ortswechsel. Egal, was los ist. Sie sind da. Legitimation für Gewaltakte und Zerstörung wird gesucht und gefunden – in Dresden. Später wird erzählt, einmal seien 500 Mann (kaum Frau) schweigend um die Ecke marschiert und fingen auf Befehl an zu brüllen. Abschreckung, aber Erfolg? Einzelne zünden ganze Haufen an Müllcontainern an. Drehen Autos um und greifen Polizei an.

verschiedene Richtungen. Kontakt mit den anderen Gruppen nur selten, aber oft ungewollt intensiv. Gerüchte gehen um. Blockaden werden gebildet und aufgelöst. Kaum einer hat einen Überblick. Doch das scheint irrelevant zu sein. Die Blockaden festigen sich und das lange Frieren geht los. Irgendwann geht die GJM in ihren Stamm-Irish Pub und erfährt am nächsten Abend aus dem Internet, was passiert ist. Ein Zahnrad ohne Überblick zu sein, kann trotzdem Spaß machen.

Von einem Deeskalationsteam keine Spur. Das letzte Mal stand es in der Stadtmitte und war Lokalauskunft. Erfolgreiches Konzept – nach lanOrtswechsel. Nazis – Nein Danke? gem Herumirren letztes Jahr fanden Antifas – Nein Danke? Extremis- wir den Bahnhof. Doch bei dem Vermusgleichsetzung hat Hochkonjunk- ein auch keine GJM. tur. Linke wie Rechte – alle schlecht. Ortswechsel. Ottonormallinke – Es lebe der Mainstream. Eine Men- Clowns – Antifanten – sämtliche schenkette wird gebildet, die Ta- Parteien und Gruppen des linken gesschau.de gaaanz unabsichtlich für Spektrums außer SPD und Grünen die Blockade des Naziaufmarsches – und die GJM. Auf Blockadekurs. lobt. Von der GJM – allerdings nicht Gruppen irren durch die Stadt. Völkvon Altgrün – keine Spur. erwanderungen. Tausende ziehen in

Nomenklatur links, aber was steckt dahinter? Auf jeden Fall ohne GJM.

Ortswechsel. Es kommt schon wieder einer. Greift er mich an oder Samuel Raz

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Neue Akzente und Impulse für 2010 DAS JAHRESPROGRAMM FÜR DIE GRÜNE JUGEND MÜNCHEN Ein neues Jahr hat begonnen und im Januar wurde in der Grünen Jugend München ein neuer Vorstand gewählt. Dieser hat sich in den letzten Wochen sehr intensiv mit dem kommenden Jahr beschäftigt und in dieser Zeit viele Gedanken und Ideen für 2010 entwickelt. Unsere Planungen, Konzepte und Impulse wollen wir euch jetzt vorstellen: Da wir im Jahr 2010 keinerlei Wahlen und die damit verbundenen Wahlkämpfe bestreiten müssen, haben wir dieses Jahr wieder mehr Zeit um uns zu regenerieren und uns auf uns selbst zu konzentrieren. Für uns als Vorstandsteam sind im Jahr 2010 deshalb folgende Dinge wichtig. Erstens wollen wir, dass sich die Mitglieder der GJM selbst weiter fortbilden, entwickeln und lernen können. Zweitens liegt uns am Herzen, die gesamte GJM strukturell zu festigen und zu erweitern. Daneben ist die inhaltliche Arbeit der Hauptpunkt. Wir werden wieder für eine ökologische und gerechtere Welt kämpfen und unsere Ideen zu den Themen Bildung, soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung offensiv formulieren und nach außen kommunizieren. In unserem Fortbildungsprogramm wollen wir zweierlei Impulse setzen. Zum einen soll theSeite 14

matisch gearbeitet und zum anderen unsere methodische Verbandsarbeit intensiviert werden. Inhaltlich sollen sowohl alte Kernthemen wieder aufgefrischt und reanimiert als auch unbekannte, neue und ferne Themen erschlossen werden. Aus diesen Gründen wollen wir uns sowohl mit unseren Basisthemen wie Atomkraft, Klimaschutz, Grundrechte und Ökologie beschäftigen, aber auch unseren Horizont erweitern und uns neuen politische Inhalte wie Integration, Asylpolitik, progressive Sozialpolitik und grüne Marktwirtschaft öffnen. Als besondere Attraktion werden zum ersten Mal und ganz neu bei der Grünen Jugend München die so genannten Themenmonate angeboten werden. Ähnlich wir bei einem Seminar werden hier Referenten ein Thema darstellen, erklären, veranschaulichen und uns näher bringen. Gleichzeitig hat jeder aber auch die Möglichkeiten sich selbst daran zu beteiligen. Erstens in Diskussionen und zweitens in einer abschließenden Aktion. In Planung sind bis jetzt drei Themenmonate. Voraussichtliche Themen werden sein: -im März: Kernenergie - Was ist eigentlich Atomkraft?


-im Mai/Juni: Post-COP - Wie geht’s mit dem Klimaschutz nach Kopenhagen weiter?

weiter fortführen bzw. ändern wollen und dabei natürlich auf euch Alle und euer Engagements setzen.

-im Oktober: Soziale und ökologische Marktwirtschaft - Wie sieht eine grüne Wirtschaft aus?

Wir hatten im letzten Jahr einen Mitgliederzuwachs von 28,57%. An dieser tollen Quote wollen wir natürlich anknüpfen und weiter wachsen, denn es muss unser aller Ziel sein, dass wir weiterhin viele junge Menschen für Politik im Allgemeinen und für grüne Themen und die GJM im Besonderen begeistern. Bis auf wenige Ausnahmen sind vor allem StudentInnen und SchülerInnen in der GJM aktiv. Wir möchten das gerne ändern und ein breiteres gesellschaftliches Spektrum in der GJM schaffen. Deshalb haben wir es uns auf die Fahne geschrieben vor allem junge ArbeitnehmerInnen oder auch junge Selbstständige anzusprechen und für die GJM zu gewinnen. Dazu brauchen wir aber eure Hilfe und eure Mitarbeit! Wir freuen uns als Vorstand auf das kommende Jahr und hoffen mit unseren Gedanken und Anregungen euch anzusprechen und euch weiterhin für die GJM zu begeistern!

Alle anderen bisherigen Aktivitäten, wie Stammtisch, MV, Diskussionsabend, Veranstaltungen der Arbeitskreise etc. gibt es natürlich weiterhin. Die methodische Verbandsarbeit wollen wir sowohl im Bereich Soft Skills der Mitglieder (frei Rede, Auftreten, Aktions- und Projektplanung, etc.) als auch im Bereich innere Struktur (Mentoring, Organisation, Struktur, etc.) intensivieren. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen einerseits Seminare im Bereich Soft Skills anzubieten (sind noch in der Planungsphase) und andererseits auch im innere Strukturarbeit zu leisten. Aus diesem Grund soll deshalb ein Patinnen-Programm für weibliche Neumitglieder eingerichtet werden, falls das Neumitglied Interesse und Lust an einer Patin hat. So wollen wir die Frauenquote von bisher 34% anheben Natürlich können männliche Neumitglieder auch einen Mentor zur Seite gestellt bekommen, falls Bedarf besteht.

Max Schmidt für den Vorstand der GJM

Als Vorstand setzen wir uns natürlich auch mit dem strukturellen Aufbau der GJM auseinander. Dabei sind uns folgende Dinge aufgefallen, die wir gerne Seite 15


Grüne Jugend München Fon: 089 / 21 15 97-20 Fax: 089 / 21 15 97-24 eMail: vorstand@gjm.de Internet: www.gjm.de

Unser Vorstandsteam

Unsere Arbeitskreise

Vorsitzende Katharina Schulze katharina@gjm.de

GJMädchen Judith Greif mail@judithgreif.de

Bankverbindung Stadtsparkasse München BLZ: 701 500 00 Konto: 21 12 23 95

Maximilian Schmidt max.schmidt@gmx.de

GJMedien Martin Schmidt martin@joux.de

Für den Bildnachweis verantwortlich: Corinna Rose Andreas Bartl V.i.S.d.P. Corinna Rose c/o Stadtbüro der Grünen Eigendruck im Selbstverlag Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

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Schatzmeister Korbinian Nagel korbinian_nagel@yahoo.de BeisitzerInnen: Corinna Rose corinna@gjm.de

Grüne Hochschulgruppe Simon Früh simon.frueh@t-online.de

Lorenz Bücheler lorenz@gjm.de

AK Wirtschaft/Nachhaltigkeit Florian Sperk florian.sperk@googlemail.com Astrid Tacke astrid.tacke@web.de

Nächster Redaktionsschluss: wird per E-Mail bekannt gegeben

AK Dachau Michael Mayer mikemyers1860@aol.com


Infobrief März/April