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Deutschland-Nederland Das Magazin zum INTERREG-Programm

w w w. d e u t s c h l a n d - n e d e r l a n d . e u

April 2013 | 14

In dieser Ausgabe Seite 2

Das INTERREG-Programm nach 2014 Seite 3

Tierseuchenalarm - SafeGuard probt den Ernstfall Seite 4

Grenzüberschreitendes RFID-Projekt abgeschlossen

Liebe Leser,

Dass die EU die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auch über 2013 hinaus fördern will, haben wir an dieser Stelle schon häufiger berichtet. Jetzt nehmen auch die Vorbereitungen im Programmgebiet immer konkretere Formen an. Seit einigen Monaten trifft sich regelmäßig eine Vorbereitungsgruppe für das neue INTERREG V-Programm Deutschland-Nederland. Um das Programm nicht an den Bedüfnissen der Region vorbei zu planen, finden im April zwei Stakeholder-Konferenzen statt. Im Dialog soll die künftigen inhaltliche Ausrichtung des Programm bestimmt werden. Welche Ideen und Visionen haben Sie? Schreiben Sie uns: info@deutschland-nederland.eu

I

(Foto: © istockphoto.com / MsLightBox)

Flüssiggas als Schiffsantrieb der Zukunft Bei Autofahrern wird Erdgas als Kraftstoff immmer beliebter. Vor allem für die, die täglich lange Strecken fahren. Auch in der Schifffahrt gilt verflüssigtes Erdgas als zukunftsweisender Energieträger. „Liquefied Natural Gas“ - oder kurz: LNG - ist im Vergleich zum herkömmlichen Kraftstoff günstig und umweltfreundlich. So wird der CO2-Ausstoss von Schiffen durch LNG um 20% verringert. Kein Wunder also, dass die Konferenz zur Vorbereitung einer LNG-Initiative Nordwest Anfang März im Maritimen Kompetenzzentrum (MARIKO) in Leer auf großes Interesse stieß. 180 Interessierte nahmen an der Veranstaltung teil, die im Rahmen des majeuren INTERREG-Projektes

„MariTIM“ organisert wurde. Im Zuge der Konferenz wurde das Thema LNG aus vielen Blickwinkeln betrachtet. Das Erdgas, das durch die Kühlung auf minus 162 Grad verflüssigt und so auf ein 600tel gegenüber dem ursprünglichen Volumen verdichtet wird, gilt als zukunftsweisender Energieträger, erläuterte Jan Tellkamp von Det Norske Veritas. Je nachdem, wie sich die Trends in der Weltwirtschaft und dem Umweltverhalten entwickeln, prognostizierte er, dass im Jahr 2020 fünf bis 25 Prozent der Schiffe weltweit mit diesem Antriebsstoff fahren werden. Im Prinzip sei die LNGSchifffahrt nichts neues, doch es gilt, viele Hürden zu überwinden. So gibt

die sich in ihren Aktivitäten und Resultaten nicht nur auf eine Region beschränken, sondern überregionale Auswirkungen haben. Majeure Projekte erstrecken sich im Gegensatz zu regionalen Projekten über große Teile des Programmgebiets. Die räumliche Ausdehnung und die hohe Qualität der majeuren Projekte spiegelt sich in der Regel auch im Volumen der Gesamtkosten wieder. Für diese Art der Projekte wurden 35% der EU-Mittel reserviert - rund 45,6 Mio Euro. Mittlerweile

sind diese Mittel vollständig belegt. Derzeit laufen im INTERREGProgramm 11 majeure Projekte unter anderem in den Bereichen Mechatronik, Sensor- und Nanotechnologie, maritime Wirtschaft, Funktionale Oberflächen, Biogas, Lebensmittelsicherheit oder MRSA-Bekämpfung.

Majeure Projekte Die INTERREG-Welt ist voll mit Fachbegriffen. An dieser Stelle wollen wir in jeder Ausgabe des Magazins je einen wichtigen INTERREG-Begriff kurz erläutern. Das Instrument majeure Projekte wurde mit dem Start des INTERREG IV A-Programms DeutschlandNederland im Jahr 2007 eingeführt. Diesen Titel erhalten grenzüberschreitende, innovative Projekte,

In der nächsten Ausgabe:

Begleitausschuss

S tic h wor t INT ER R EG

S t ic h wor t INT ER R EG

Die Redaktion

Ein LNG-Tanker vor Anker. Künftig sollen die Schiffe das Gas nicht nur transportieren, sondern es auch als Kraftstoff nutzen.

es noch sehr wenige Häfen, in denen LNG getankt, beziehungsweise, wie es im Fachjargon heißt, „gebunkert“ werden kann. Meist liefern LKW das Flüssiggas in die Häfen. Umrüstung einer Fähre auf LNG Derzeit ist es auch noch schwierig, Neuentwicklungen im LNG-Schiffsbau prüfen und genehmigen zu lassen, erläuterte Leo van der Burg vom TechnologieCentrum NoordNederland (TCNN) Groningen. Im Rahmen des MariTIM-Teilprojektes „LNG Passenger Vessel“ sollen zwei Schiffe umgerüstet werden, ein Binnenschiff und eine Borkum-Fähre. Untersucht wird noch, wie man schließlich eine Genehmigung für diese Schiffe bekommen kann, da die derzeitigen Richtlinien dafür noch keine hinreichende [...] Fortsetzung auf Seite II Das Projekt Name: MariTIM Lead Partner: MARIKO Gesamtkosten: 8.767.417 € EU-Mittel: 2.959.989 €


Die inhaltliche Ausrichtung des neuen INTERREG-Programms Die Europäische Kommission hat mit der Veröffentlichung der neuen Verordnungsentwürfe vor anderthalb Jahren den Startschuss für die Vorbereitungen des INTERREG V A-Programms Deutschland-Nederland gegeben. Für die praktische Vorbereitung des neuen INTERREGProgramms hat inzwischen eine Vorbereitungsgruppe mit Vertretern der Ministerien, Provinzen und Grenzregionen ihre Arbeit aufgenommen. Von der Vorbereitungsgruppe wurde eine erste Inventarisierung der thematischen Prioritäten im neuen Programm vorgenommen, die als Basis für die Diskussion während der Stakeholder-Konferenzen am 17. April 2013 in Lingen und am 24. April 2013 in Cuijk dient. Die regionalen Akteure sind im Rahmen der Konferenzen aufgerufen, in thematischen Workshops über die Prioritäten des Programms mitzudenken und diese zu konkretisieren. Da sich Mitgliedsstaaten, EU-Kommission und EU-Parlament bisher noch nicht über einen Haushalt einigen konnten, sind auch die Verhandlungen zu den neuen EU-Verordnungen noch nicht abgeschlossen.

Deshalb steht auch die Höhe des Programmbudgets noch nicht fest. Es ist also noch vieles offen. Prioritäten des neuen Programms Die neuen Strukturfondsprogramme in der Periode 2014-2020 sollen sich auf der „EU 2020“-Strategie gründen. Für die Bestimmung der gewünschten Prioritäten im neuen INTERREGProgramm hat die Vorbereitungsgruppe die Aufstellung einer strategischen Analyse in Auftrag gegeben. Aus dieser Analyse ergeben sich als wichtigste Bedürfnisse und Herausforderungen für das Programmgebiet: • Steigerung des Innovationspotentials und der Wettbewerbsfähigkeit für Unternehmen, insbesondere KMU, u.a. durch einen Ausbau und eine Verdichtung bestehender grenzübergreifender Netzwerke zwischen Unternehmen und Wissenseinrichtungen • Effizienterer Einsatz natürlicher Ressourcen, ausgehend von der Perspektive einer geringeren Umweltbelastung, der sicheren Verfügbarkeit und als Motor für

Die deutsch-niederländische Zusammenarbeit wird auch nach 2013 gefördert.

Innovationen

• Fortführung von grenzübergrei-

fenden Kontakten und Zusammenarbeit, abzielend auf die Integration regionaler Arbeitsmärkte, von Unternehmensnetzwerken, neuen Bildungsoptionen und Versorgungsstrukturen. Es hat sich herausgestellt, dass sich die Fokussierung auf Forschung, technologische Entwicklung und Innovation bewährt hat. Dieses Thema wird auch im neuen INTERREG-Programm als wichtigstes Thema vorgeschlagen. Auf Basis der strategischen Analyse wurden von

der Vorbereitungsgruppe außerdem die Themen „Klimaschutz, Natur und Umwelt“ und „Arbeitsmarkt, Bildung und Begegnungen“ inventarisiert. Wie jedes einzelne Thema bei der Auswahl von thematischen Zielen und Investitionsprioritäten genau zugeordnet wird, ist im Rahmen der Programmerstellung noch zu präzisieren. Einigkeit besteht außerdem darüber, dass die Verwaltungsabläufe erheblich vereinfacht werden müssen. So sollen zum Beispiel verstärkt pauschale Abrechnungsformen eingeführt werden.

Neues Fördergebiet Nach den Beratungen zwischen den Programmpartnern wurden der EU-Kommission folgende Regionen als Fördergebiet des künftigen INTERREG-Programms DeutschlandNederland vorgeschlagen: Bisherige Kerngebiete: • COROP Noord-Friesland • COROP Overig Groningen • COROP Delfzijl en omgeving • Landkreis Aurich • Stadt Emden • COROP Oost-Groningen • Landkreis Leer • Landkreis Emsland • COROP Zuidoost-Drenthe • COROP Noord-Overijssel • Landkreis Grafschaft Bentheim • COROP Twente • Kreis Steinfurt • COROP Achterhoek • Kreis Borken • COROP Arnhem/Nijmegen • Kreis Kleve • Kreis Wesel • COROP Noordoost-NoordBrabant • COROP Noord-Limburg • Stadt Krefeld • COROP Midden-Limburg • Kreis Viersen

• Stadt Mönchengladbach Bisher angrezende Gebiete: • Landkreis Wittmund • Landkreis Friesland • COROP Zuidoost-Friesland • COROP Zuidwest-Friesland • COROP Noord-Drenthe • Landkreis Ammerland • COROP Zuidwest-Drenthe • Landkreis Cloppenburg • COROP Flevoland • Landkreis Osnabrück • COROP Veluwe • COROP Zuidwest Overijssel • Kreisfreie Stadt Osnabrück • Kreis Coesfeld • Kreisfreie Stadt Münster • Kreis Warendorf • COROP Zuidwest Gelderland • Stadt Duisburg • Rhein-Kreis Neuss Neue Gebiete • Landkreis Oldenburg • Landkreis Vechta • Landkreis Wesermarsch • Stadt Delmenhorst • Stadt Oldenburg • Stadt Wilhelmshaven • COROP Zuidoost Noord-Brabant • Stadt Düsseldorf

Flüssiggas als Schiffsantrieb der Zukunft (Fortsetzung von Seite I) [...] Grundlage liefern. Die BorkumFähre muss um 14,3 Meter verlängert werden, um genügend Platz für die LNG-Technik zu schaffen, erläuterte Claus Hirsch von der AG Ems, die die Schiffsverbindung bereits seit 1889 zwischen Emden und Borkum und seit 1975 auch zwischen Eemshaven und Borkum betreibt. Beide Referenten betonten, dass die Infrastruktur fehlt, so dass sich immer wieder die Frage stellt: Wie kommen wir an das

IIII

LNG? Im weiteren Verlauf der Konferenz wurde das LNG Ecoliner Concept vorgestellt. Auch die Papenburger Meyer Werft gab Einblick in ihre LNGAktivitäten: Sie hat bereits Schiffe mit LNG-Antrieb gebaut, eines davon wurde im Dezember von der künftigen niederländischen Königin Maxima getauft. Abschließend wurden die Potenziale einer regionalen LNG-Initiative

ausgelotet. In den Niederlanden gibt es bereits regionale und nationale Initiativen, die den Einsatz von LNG in der Schifffahrt forcieren. Demgegenüber steht die geplante Link zum Projekt: www.maritim-de-nl.eu „LNG-Initiative Nordwest“ auf deutscher Seite noch ganz am Anfang. „MariTIM“-Projektleitern Katja Bau-

mann erläuterte die Initiative. Ziel sei es, die maritime Wirtschaft bei der Einführung und Etablierung von LNG zu unterstützen. Dieses soll über den Einsatz von verschiedenen Kompetenzteams in den Bereichen „LNGTechnologie“, „LNG-Infrastruktur“, „LNG-Rechtssicherheit“ und „LNGFinanzierung“ erfolgen. Zahlreiche Unternehmen und Einrichtungen haben ihr Interesse an der Mitarbeit bereits signalisiert.


Begleitausschuss traf sich in der Kirche

Im Ernstfall muss schnell gehandelt werden. (Foto: Darkone / CC BYSA 2.5, wikipedia.org)

Üben hilft, Krisen zu bewältigen Lebensmittelsicherheit, Zoonosen und Tierseuchen – um diese Themen dreht sich das majeure INTERREGProjekt SafeGuard. Als das Projekt vor fast fünf Jahren anlief, ahnte noch niemand, dass die darin behandelten Thematiken heute aktueller sein würden als damals: Pferdefleisch wird zu Rindfleisch, Eier aus Intensivtierhaltung zu Bioeiern und multiresistente Keime stellen nach wie vor eine ernsthafte Bedrohung dar. Am 7. März wurde in Kleve bei einer „Table-Top-Übung“ der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche im deutsch-niederländischen Grenzgebiet simuliert. Im Seuchenfall müssen zahlreiche Informationen gesammelt, ausgewertet, weitergeleitet und schnelle Entscheidungen getroffen werden – und das grenzüberschreitend. Verantwortungsbereiche und Kommunikationswege sind in jedem Land und in jedem Kompetenzbereich verschieden. An der MKS-Übung nahmen hochrangige Vertreter der für das jeweilige nationale Krisenmanagement verantwortlichen Veterinärbehörden und weiterer Einrichtungen teil, die ihr Vorgehen erläuterten und grenzüberschreitende Optionen diskutierten.

zu stoppen und die Kommunikation über die getroffenen und zu treffenden Maßnahmen einzuleiten. Das Szenario in der zweiten Runde konfrontierte die Teilnehmer mit der grenzüberschreitend bislang noch nie eingeübten Situation, im Umfeld Link zum Projekt: http://safeguard.giqs.org/home/ des Seuchenausbruchs Impfmaßnahmen durchzuführen. In früheren Jahren war es üblich, alle Tiere in einem definierten Radius präventiv zu keulen – gleichgültig, ob infiziert oder gesund. Im Zuge verstärkter Tierschutzbemühungen setzt man mittlerweile jedoch wieder auf Impfen. Bislang ungelöst ist zurzeit noch das - rein marktwirtschaftliche - Problem der Vermarktung für gesunde und geimpfte Tiere. In der abschließenden dritten Runde ging es noch um die Regionalisierung der Ausbruchsgeschehen und die Frage, wie und ob sich grenz-

überschreitende Regionen kreieren ließen. Präsentation der Ergebnisse Geplant ist, die Ergebnisse der Krisenübung und die Folgen für die Wirtschaft in einem deutsch-niederländischen Workshop mit Vertretern des Deutschen Raiffeisenverbands und der niederländischen Land- en Tuinbouworganisatie (LTO) zu diskutieren und darüber hinaus in einer öffentlichen Veranstaltung im Herbst die Ergebnisse zu präsentieren. Das Projekt Name: SafeGuard Lead Partner: GIQS e.V. Gesamtkosten: 9.348.020 € EU-Mittel: 4.674.010 €

Anfang März trafen sich die Mitglieder des Begleitausschusses INTERREG Deutschland-Nederland an einem außergewöhnlichen Ort: In einer ehemaligen katholischen Kirche in Leeuwarden, die mittlerweile zu einem Forschungszentrum umgebaut worden ist. Zum ersten Mal leitete Josan Meijers, Deputierte der Provinz Gelderland, die Sitzung. Sie war erst im November zur neuen Ausschussvorsitzenden gewählt worden. Im Rahmen der Sitzung wurde unter anderem über den finanziellen Sachstand des Programm berichtet. Mittlerweile sind fast 96% der zur Verfügung stehen Mittel in Projekten gebunden. Bis Ende 2012 hat die Bescheinigungsbehörde über 60 Mio. Euro an die Projektpartner ausgezahlt. Außerdem nominierten die Mitglieder das Projekt „Mechatronik für KMU“ als Kandidat für den EUWettbewerb „Regio Stars 2014“. Im Anschluss an die Sitzung besuchte der Begleitausschuss die Labore von Wetsus BV, Lead Partner des INTERREG-Projektes „WasserTechnologie“. In der Initiative arbeiten deutsche und niederländische Wissenschaftler zusammen, um unter anderem die Behandlung von Abwässern von Krankenhäusern zu optimieren. Darin finden sich häufig Bakterien und Schadstoffe, die in den Kläranlagen nur schlecht gefiltert werden können. Heleen Sombekke von Wetsus erläuterte den Mitgliedern, dass ein weiteres Schwerpunktthema des Projektes die Energiegewinnung aus Klärwasser und industriellem Abwasser ist. So kann zum Beispiel die Wärme aus dem Klärwasser zum Heizen genutzt werden und so in Zukunft einen signifikanten Beitrag zur Energieeinsparung in der bebauten Umgebung leisten.

Keulen oder Impfen? Die Übung war in drei Runden unterteilt, in denen die Teilnehmer mit immer neuen Fakten konfrontiert wurden. In der ersten Runde ging es hauptsächlich darum, im Seuchenfall Handel und Verkehr von Tieren möglichst schnell und effektiv

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Teilnehmer der Table-Top-Übung in Kleve. (Foto: GIQS)

Josan Meijers, neue Vorsitzende des Begleitausschusses. (Foto: N. Voskens)


Fischen, Akten, Pflanzen: RFID-Projekt abgeschlossen An dem dreijährigen Projekt waren neben der Hochschule Niederrhein die Fontys Hochschule/Venlo sowie das Forschungsinstitut für Telekommunikation und Kooperation (FTK) in Dortmund und weitere wissenschaftliche Projektpartner beteiligt. Seit dem Projektstart im Januar 2010 wurden insgesamt 133 Erstberatungsgespräche durchgeführt, aus denen 34 Business Cases und neun Pilotprojekte entstanden sind. „Das Interesse an dem Projekt hat unsere Erwartungen übertroffen“, so Prof. Dr. Wilhelm Mülder vom GEMIT-Institut. Technik noch präziser Winzig klein und nahezu unsichtbar. Für RFID-Technik gibt es grenzenlose Anwendungsmöglichkeiten. Hier vernäht in einem Textiletikett. (Foto: deister electronic)

Im niederländischen Roermond sind die Ergebnisse des INTERREG-Projektes „RAAS RFID jetzt!“ präsentiert worden. Mit dem Projekt wurde kleinen und mittleren Unternehmen in der Grenzregion der Einstieg in die RFID-Technologie erleichtert. Unterschiedlichste Einsatzgebiete wurden indentifiziert. Link zum Projekt: www.raas-rfid-jetzt.de/ So wurde in einem Krefelder Altenheim mithilfe dieser Technologie ein Frühwarnsystem installiert. Damit konnte verhindert werden, dass demenzkranke Bewohner unbeobachtet aus dem Haus gelangen konnten. In einer Rechtsanwaltskanzlei wurden Akten mit einem RFID-Sender verse-

hen. Mit Hilfe des entsprechenden Lesegerätes wurden die Ablageorte der Akten innerhalb der Kanzleiräumlichkeiten genau identifiziert. Aber auch unter freiem Himmel kann die RFID-Technik sinnvoll eingesetzt werden. Im Rahmen der Wiederansiedlung von Lachsen in regionalen Fließgewässern wurde das Wanderverhalten der Fische für die natürliche Reproduktion untersucht und dokumentiert. Während des Projektes wurde hierfür ein System entwickelt, das eine automatische Erkennung der zuvor markierten Lachse unter Wasser gewährleistet. In einem großen Pflanzenzentrum in den Niederlanden wurden die jungen Gewächse mit RFID-Tags versehen und waren mit einem Lesegerät genau zu identifizieren.

Auch nach Projektende wird die Forschung im Bereich RFID weiter vorangetrieben. „Wir wollen in der Region das RFID-Thema weiter verfolgen. In der Zukunft wird diese Technik noch präziser und über eine größere Reichweite funktionieren. Darüber hinaus wird der Preis günstiger und damit auch für kleine Unternehmen erschwinglich.“ Bisher ist es so, dass die Kapitalrendite nach drei bis fünf Das Projekt Name: RFID Aplication And Support (RAAS) Lead Partner: NV Industriebank LIOF Gesamtkosten: 2.621.369 € EU-Mittel: 1.194.558 €

Kurz berichtet

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Dreharbeiten bei EurSafety Health-net

FOOD Future - Niederländische Bohnen als eiweißhaltige Fleischalternative

Das majeure INTERREG-Projekt „EurSafety Health-net“ erhielt jetzt Besuch von einem internationalen Filmteam. Für einen Bericht über die Erfolge des deutsch-niederländischen Projektes, dass sich unter anderem dem Kampf gegen Keime in Krankenhäusern widmet, wurde in Münster und Groningen gedreht. Das europaweite Netzwerk „INTERACT“ hatte die bereits mehrfach ausgezeichnete Initiative für einen Werbefilm für den „Tag der europäischen Zusammenarbeit“ auf Grund seines Vorbildcharakters ausgewählt. Der Tag der europäischen Zusammanarbeit findet in diesem Jahr übrigens am 21. September 2013 statt. Weitere Infos: www.ecday.eu.

Pflanzliches Eiweiß gewinnt für unsere Ernährung zunehmend an Bedeutung. Studien zeigen, dass der Verzehr im Vergleich zu tierischem Eiweiß nicht nur nachhaltiger, sondern auch gesünder ist. Das start-up Unternehmen W-Foods Ventures aus Groningen untersucht zusammen mit dem DIL (Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik) im Rahmen des INTERREG-Projektes FOOD FUTURE die Möglichkeit, aus niederländischen Bohnen ein exklusives Produkt herzustellen, das so schmackhaft ist, dass auf den Verzehr von Fleisch verzichtet werden kann. Für die Herstellung werden regional gezüchtete Lupine, Ackerbohnen und andere Hülsenfrüchte in Kombination

mit anderen natürlichen Zutaten wie Weizen, Gerste und Hafer verwendet. Diese Kombinationen liefern gemeinsam alle Aminosäuren, die für eine gesunde und ausgewogene Ernährung nötig sind. Durch die prebiotische Wirkung vieler löslicher Ballaststoffe können Bohnen auch zu einem gesunden Darm beitragen. Bohnen passen zudem in die nachhaltige Landwirtschaft, da Hülsenfrüchte ihren eigenen Sticksoff im Boden durch Bakterien herstellen können. Dies reduziert den Düngemitteleinsatz und verringert die CO2-Belastung. Kurzum: Ein leckeres Fleischersatzprodukt auf Basis von regionalen und pflanzlichen Proteinen.

Jahren eintritt. „Allerdings ist das nur sehr vorsichtig zu bewerten und kommt auf den jeweiligen Einzelfall an“, so Professor Mülder. RFID (Radio Frequency Identification) steht für die automatische Identifikation von Objekten mit Hilfe von Funktechnik. Weil sie das schnelle Orten und Identifizieren von Gegenständen ohne Sichtkontakt erlaubt, lassen sich mit RFID-Technik betriebliche Prozesse automatisieren und optimieren.

Impressum Herausgeber Gemeinsames INTERREG-Sekretariat c/o Euregio Rhein-Waal Emmericher Str. 24 | 47533 Kleve info@deutschland-nederland.eu +49 (0)2821 7930 37 Redaktion Christoph Bönig, Karin Eden, Mario Rauch, Armin Möller, Tim Terhorst, Sjoerd Zoete Entwurf Gemeinsames INTERREG-Sekretariat, Kleve

Unterstützt durch:


INTERREG-News aus der Ems Dollart Region

Ihr INTERREGProgrammmanagement Ems Dollart Region Postfach 1202 26828 Bunde

 +31 (0)597 521 818 Professor Rob van Haren von der Rijksuniversiteit Groningen (RUG) erläuterte den Interessierten die Ziele des Projektes „PhytoSana“ im Gewächshaus.

Ist gegen den Krebs ein Kraut gewachsen? Der offizielle Startschuss für das INTERREG-Projekt „PhytoSana“ fiel im März im Gewächshaus der Sabek gGmbH in Papenburg. Bereits im vergangenen Jahr haben sich die beteiligten Partner zusammen gefunden, um das gemeinsame Wissen über Kräuter für die Entwicklung neuer medizinischer und kosmetischer Produkte sowie gesunder Lebensmittel einzusetzen. Das Wissen über die Phytotherapie in den Niederlanden und das traditionelle Kräuterwissen der deutschen Seite greifen ineinander. Moderne Extraktionstechnologie aus Deutschland und das große Kräuteranbauwissen in den Niederlanden

ergänzen sich zudem im Zusammenspiel mit Universitäten, Hochschulen sowie kleinen und mittleren Unternehmen. Garten der Schönheit Auf dem Sabek-Gelände soll unter anderem ein Garten der Schönheit und Gesundheit entstehen, dafür wurde eine kleine Mauer errichtet, in die eine Kupferrolle mit Informationen zum Projekt von den Offiziellen gelegt wurde. Unter den Gästen waren auch der Bundestagsabgeordnete Hans-Michael Goldmann und Marc André Burgdorf, Dezernent des Landkreises Emsland. Abschließend

besichtigten die Projektpartner die Gärtnerei Schulz, wo die Heilkräuter künftig angebaut werden sollen. Im „PhytoSana“-Projekt kooperieren regionale Hochschulen und Unternehmen, um unter anderem die Möglichkeiten des vielversprechenden Podophyllotoxins aus dem (Un-) Kraut Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris) gegen Krebs zu untersuchen. Die Projektpartner erforschen den Anbau und das Extraktionsverfahren dieses Rohstoffes für die Herstellung von Medikamenten gegen Krebs und Rheuma. Ausgangspunkt des Projekts ist es, die bereits gut dokumentierten medizinischen Wirkungen von Heilpflan-

edr@edr.eu

www.edr.eu

zen als Basis für neue Produkt- und Marktentwicklungen einzusetzen. Das Phytotechnikum Innovatiecentrum ist mit den zu gründenden Kräuterwissenszentren in Groningen (Pharmazeutik) und Papenburg (Kosmetik und Nutrazeutik) verbunden. Die Verwendung von Heilkräutern in Kosmetika und Nahrung boomt, diese Märkte entwickeln sich rasant und bieten Perspektiven für Unternehmen aus der Grenzregion, die hier investieren wollen. Das Projekt Name: PhytoSana Lead Partner: Rijksuniversiteit Groningen Gesamtkosten: 1.141.871 € EU-Mittel: 429.977 €

Viele Chancen für„grüne“ Kunststoffe Über aktuelle Marktentwicklungen von „grünen“ Kunststoffen auf Basis nachwachsender Rohstoffe diskutierten jetzt rund 30 Experten aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Klimacenter in Das Projekt Name: Agrobiopolymere Lead Partner: Ems Dollart Region Gesamtkosten: 5.345.400 € EU-Mittel: 2.402.581 €

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Werlte. Die Veranstaltung war Teil des INTERREG-Projekts „Agrobiopolymere“. Zu diesem Netzwerk-Treffen hatten das 3N-Kompetenzzentrum „Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe“ und das Kunststoffnetzwerk in der EmsAchse gemeinsam eingeladen, um Anwendungsbereiche von Biopolymeren und neue Produktentwicklungen vorzustellen. Biobasierte Kunststoffe verfügen europaweit über eine Produktionskapazität von rund 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr. Auch die Produktion von holzfaserverstärkten

Kunststoffe, „Wood Plastic Composites“ (WPC), hat sich in Euroa auf rund 220.000 Tonnen erhöht. Das entspricht rund zehn Prozent der weltweiten Produktion, erläuterte Lena Scholz vom Nova-Institut (Hürth), das ein Marktportal für innovative Werkstoffe betreut. WPC wird vor allem zu Terrassenböden, Zaunelementen oder Möbelteilen verarbeitet. Biowerkstoffe im Fahrzeugbau Im Fahrzeugbau haben sich biobasierte Werkstoffe sowohl im Innenbereich als auch im Außen-

bereich etabliert. So gibt es für den Karosseriebau heute Werkstoffsysteme aus Naturfasern und Pflanzenölharzen, die sich in gängigen Fertigungsverfahren verarbeiten lassen, berichtete Nina Graupner von der Hochschule Bremen. Auch der Verpackungsbereich wird als wachsendes Einsatzgebiet für grüne Kunststoffe gesehen. 2013 ist ein neues Verpackungswerk in den Niederlanden geplant, in dem neuartige BiokunststoffVerpackungen für Frischfleisch aus Polymilchsäure produziert werden, berichtete der Geschäftsführer der Bio4Pack, Patrick Gerritsen.


INTERREG-News aus der EUREGIO

Tourismus: Wachstumsmarkt Niederlande

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 +49 (0)2562 7020

Über 100 Teilnehmer folgten der Einladung des Grenzüberschreitenden Büros für Tourismus nach Hengelo, um sich über den Wachstumsmarkt Niederlande zu informieren. (Foto: Christian van der Meij)

Der grenzüberschreitende deutschniederländische Tourismus nimmt wirtschaftlich mehr und mehr an Bedeutung zu. Doch nur wer den Markt des Nachbarlandes kennt, kann auch erfolgreich Gäste anlocken. Vor diesem Hintergrund fand im Rahmen des INTERREG-Projektes „TourismusMarketing Grenzregion“ im Februar in Hengelo eine Informationsveranstaltung für touristische Betriebe statt. 114 Teilnehmer folgten der Einladung der EUREGIO. Während der Veranstaltung informierte u.a. das Grenzüberschreitende Projektbüro über die Chancen des Wachstumsmarktes Niederlande. Zunächst wurden die Ergebnisse einer aktuellen unabhängigen

Studie zum grenzüberschreitenden Tourismus präsentiert: Die Ankunftsund Übernachtungszahlen von Niederländern in Deutschland und Deutschen in den Niederlanden steigen im EUREGIO-Gebiet von Jahr zu Jahr. Ein Ergebnis, zu dem auch das Grenzüberschreitende Tourismusbüro beigetragen hat. Mehr Schlagkraft im Marketing Doch es gibt noch Handlungsbedarf. Touristische Betriebe müssen noch besser informiert werden, damit sie Sprach- und Kulturbarrieren leichter überwinden können. In verschiedenen Workshops wurde anhand konkreter Beteiligungsmög-

lichkeiten und Marketingempfehlungen gezeigt, wie Besucher angesprochen werden. In den Niederlanden wächst beispielsweise die Social-Media-Nutzung von über 50-Jährigen viel schneller an als in Deutschland. Daraus sollten sich auch unterschiedliche Marketingstrategien ergeben. Laut Heike Rieger, Projektleiterin „Tourismus-Marketing Grenzregion“, kann durch gezielte Zusammenführung von kleinen und mittleren Tourismusbetrieben von beiden Seiten der Grenze noch „mehr Schlagkraft im Marketing“ erreicht werden. Das Projektbüro müsse es sich deshalb mehr und mehr zur Aufgabe machen KMU zu beraten und ihnen Hilfestellung zu leisten. So endete der Work-

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shop mit einem „Matchmaking“, bei dem deutsche und niederländische touristische Betriebe die Möglichkeit hatten, sich auszutauschen und wertvolle Kontakte zu knüpfen. Die große Mehrheit der Teilnehmer zeigte sich begeistert von dem Workshop. Sabine Leclercq-Schulte vom Tourismusbüro in Bad Rothenfelde fand: „Es war eine rundum gelungene Veranstaltung mit aufschlussreichen Vorträgen und interessanten Gesprächen am Rand.“ Das Projekt Name: Tourismus-Marketing Grenzregion Lead Partner: EUREGIO e.V. Gesamtkosten: 6.996.485 € EU-Mittel: 3.080.000 €

Neue Innovationen für das Gesundheitswesen durch„MIAS“ Demographischer Wandel und Fachkräftemangel setzen unser Gesundheitswesen unter Druck. Neue Technologien aus Forschung und Wissenschaft können dabei helfen, das System zu entlasten. Mit „MIAS“ geht jetzt ein INTERREG-Projekt zu Ende, das echte Innovationen für die Branche geschaffen hat. Im Rahmen der offizielen Abschlussveranstaltung Anfang April wurden die Ergebnisse in Enschede präsentiert. So wurden etwa neue Kenntnisse und Konzepte in den Bereichen Neurorobotik, elektrischer Stimu-

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lation und Spielschnittstellen im Projekt entwickelt und integriert, um die Wiederherstellung der oberen Gliedfunktionen etwa nach einem Schlaganfall zu optimieren. In Zukunft werden diese Technologien dem Nutzer die Möglichkeit geben, unabhängig von Therapeuten zu trainieren und somit die Übungsintervalle zu steigern. Ausgewählte Übungsgeräte ermöglichen zudem ein Vor-Ort-Training außerhalb der eigenen vier Wände. Außerdem wurden im Rahmen des Projektes aktivierende Hilfsmittel

entwickelt. Diese unterscheiden sich von bestehenden Produkten, die häufig zu mehr Passivität der PatienDas Projekt Name: MIAS Lead Partner: Fachhochschule Münster Gesamtkosten: 6.919.651 € EU-Mittel: 2.994.825 €

ten führen und damit den Funktionsverlust weiter verstärken. Mit der Zielsetzung entstand zum Beispiel ein Rollstuhl, der die Schultbelastungen reduziert und so die typischen körperlichen Verschleißerscheinungen beim Patienten verringert. Im Rahmen der Abschlussveranstaltung blickten die Projektpartner auch nach vorne: Wie entstehen neuartige Produkte in der Medizintechnik? Wie bringt man sie in den Markt? Welche Kooperationsfelder wird die deutsch-niederländische Grenzregion in Zukunft bieten?


INTERREG-News aus der Euregio Rhein-Waal

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Zahlreiche Lebensmittel mussten im Sommer 2011 wegen EHECVerdacht entsorgt werden. (Foto: flikr.com | CC BY-NC-ND 2.0, Sint-Katelijne-Waver)

EHEC-sichere Gemüse im Grenzgebiet Der Skandal rund im 2013 um Pferdefleisch in der Rindfleischlasagne und die EHEC-Lebensmittelkrise im Sommer 2011 zeigen auf, dass der Verbraucher für eine bewusste Lebensmittelauswahl sehr abhängig ist von den Informationen der Lebensmittelhersteller. Aus Angst um seine Gesundheit beschließt der Verbraucher, bestimmte Produkte, wie Tiefkühlgerichte oder Gurken, nicht mehr zu kaufen. Das bedeutet natürlich einen erheblichen Verlust für die Hersteller dieser Lebensmittel. Die Gartenbaubranche in der Euregio Rhein-Waal setzt pro Jahr circa 1,6 Milliarden Euro um. Während der EHEC-Epidemie hat man

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lange geglaubt, dass Gurken oder Paprika die Schuldigen seien. Dadurch hat der Unterglasanbau in der Euregio Rhein-Waal großen Schaden genommen. Um derartige Situationen in der Zukunft zu vermeiden, beteiligen sich Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Organisationen und Behörden an neuem INTERREGProjekt „EH@C-HUPAction“. Bessere Aufklärung der Verbraucher Ziel dieses Projektes ist es, auf die Grenzregion ausgerichtete Konzepte und Strategien der gemeinsamen Krisenbeherrschung und -kommunikation zu entwickeln. Die Ergebnisse

dieses regionalen Pilotprojektes können im Anschluss durch nationale Einrichtungen auch überregional Anwendung finden. Ein gutes grenzüberschreitendes Kommunikationssystem, abgestimmt mit den Behörden und anderen beteiligten Einrichtungen, wird in der Grenzregion letztendlich zu einer Verringerung der Zahl der Erkrankten und Todesopfer durch Infektionen mit EHEC innerhalb der Wertschöpfungskette Gemüse führen. Durch eine verbesserte Verbraucheraufklärung werden sich die wirtschaftlichen Verluste für die Erzeuger verringern und das Image der Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze aufpoliert.

info@euregio.org

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Dies bedeutet eine bessere Wettbewerbsposition der hier ansässigen Landwirtschafts- und Gartenbaubetrieben. Die Betriebe können sich weiter als vertrauenswürdige Produzenten von sicherem frischem Gemüse positionieren. Die Euregio Rhein-Waal kann sich hiermit auf dem Gebiet der Lebensmittelsicherheit von anderen europäischen Gartenbaugebieten absetzen. Das Projekt Name: e-H@c HUP Action Lead Partner: Stichting Landbouwkundig Onderzoek Gesamtkosten: 711.060 € EU-Mittel: 319.977 €

Auf der Suche nach Freiwilligen

Gemeinsam was für die Hüfte tun

Obwohl es in Deutschland von jeher ein starkes Vereinsleben gibt und die Niederlande zusammen mit Österreich die meisten Freiwilligen in Europa hat, bekommen immer mehr Vereine Schwierigkeiten, alle Funktionen zu besetzen. Der Kreissportbund Kleve hat daher zusammen mit der Gelderse Sportfederatie und der Europäischen Akademie des Sports mit dem INTERREGProjekt „Dynamo“ die Initiative zu einer grenzüberschreitenden Lösung ergriffen. Ein erstes Treffen fand im Februar im Euregio-Forum in Kleve statt. Hier sprachen die Projektpartner darüber, wie insbesondere Jugendliche für

Die Intention des GesundheitsProjektes „Proteus“ ist es, die Behandlungsmethoden in der Hüft- und Knieprothesiologie in Deutschland und den Niederlanden vollständig transparent zu machen. Dadurch können Verbesserungen für Patienten, Krankenversicherungen und Krankenhäuser erzielt werden. Außerdem könnte die orthopädische Versorgung zielgerichteter und preisbewusster organisiert werden. Das Rijnstate Ziekenhuis Arnhem hat daher zusammen mit das WilhelmAnton-Hospital Kleve und das St. Elisabeth Hospital Meerbusch die Initiative zu einer grenzüberschreitenden Vergleichsstudie ergriffen. Zu

die Vereinsarbeit motiviert werden können. Die anwesenden Vereine gaben an, dass Aufrufe auf traditionelle Weise über Vereinsblätter oder Rundmails die Jugendlichen nicht erreichen. Einige Vereine scheinen bereits mit Social-Media wie Facebook oder Twitter zu arbeiten, aber auch dieser Ansatz ist nicht immer erfolgreich, da bei den zumeist älteren Vereinsfunktionären die Erfahrung mit diesen Medien fehlt. Hier will auch Dynamo ansetzen, indem in Zusammenarbeit mit vier niederländischen und vier deutschen Vereinen ein Handbuch entwickelt wird mit Anleitungen für Vereine, um Freiwillige zu werben und zu behalten.

diesem Zweck starten sie jetzt das Projekt Proteus. Die Patienten aus beiden Ländern werden Versorgungsinitiativen im Nachbarland mit mehr Vertrauen erfahren; außerdem können sie direkt von der Verbesserungen bei der Behandlung, die im Nachbarland übernommen wird, profitieren. Die Versicherer erhalten einen guten Überblick über die Kosten bei verschiedenen Behandlungsweisen. Die Berufsgruppe kann ihre eigene Versorgungsinitiative der Prothesiologie an einer ähnlichen Behandlungsform im Nachbarland kritisch überprüfen und eventuelle Anpassungen durchführen.


INTERREG-News

aus der euregio rhein-maas-nord

neuer Stadtteil entstehen. In dem Mischareal aus privaten Eigenheimen, öffentlichen und gewerblichen Einrichtungen sowie sozialem Wohnungsbau werden attraktive Wohnkultur und regeneratives Ressourcenmanagement vereint. Konkretes Ziel: künftige Bauherren bekommen Entscheidungshilfen für die Nutzung regenerativer Energien bei der Beheizung eines Wohnhauses, Erzeugung von Warmwasser und elektrischem Strom an die Hand, um einerseits wirtschaftlich zu bauen und andererseits CO2 einzusparen. Energie aus Gartenabfällen Grenzüberschreitendes Projekt erforscht Einsatz von erneuerbaren Energien in der Grenzregion. (Foto: Windwärts Energie GmbH / CC BY-NC-ND 2.0)

Erneuerbare Energien ohne Grenzen Alternativen zu fossilen Energieträgern zu finden, ist eine der drängendsten Fragen unserer Zeit. Antworten darauf lieferte das INTERREG-Projekt „Energie ohne Grenzen“. Darin legten die beteiligten Partner die Grundlagen für drei Pilotprojekte in der Grenzregion zwischen Geldern, Straelen und Venlo, die einen Beitrag zu nachhaltigen Energieversorgung dieser Region leisten sollten. In der Praxis wurden unterschiedliche Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer Energieressourcen untersucht. Mit dieser Analyse

sollen Bürger, Politik und Wirtschaft gleichermaßen grenzüberschreitend zum Umdenken hinsichtlich der energetischen Versorgung animiert werden. Welche Energie dieses Projekt freisetzen kann, geht aus der Potenzialstudie hervor, die zusätzlich zu den drei Pilotprojekten in Geldern, Venray und in der Gemeinde Peel en Maas erstellt wurde. Lokales Energiemanagement Im niederrheinischen Geldern wurden zum Beispiel Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer Energien

für Wohngebiete untersucht: Im Nierspark, einer 44 Hektar großen Fläche zwischen Bahnhof und Niers, wird in den nächsten 15 Jahren ein Das Projekt Name: Energie ohne Grenzen Lead Partner: Stadt Geldern Gesamtkosten: 625.322 € EU-Mittel: 312.661 €

In den Niederlanden nimmt eine im Projekt entwickelten Idee bereits ganz konkrete Formen an: In der Gemeinde Peel en Maas wurde ein lokales Nahwärmenetz entwickelt um aufzuzeigen, dass ein lokales Nahwärmenetz ökologisch und ökonomisch attraktiv ist. Dies geschieht durch den Einsatz einer KWK-Anlage (Kraft-Wärme-Kopplung). So wird die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen vermindert und der Ausstoß von Kohlendioxid reduziert. Noch vorteilhafter ist die Ökobilanz der Anlage beim Betrieb mit Biomasse – zum Beispiel aus Gartenbaubetrieben. Angesichts der Dichte dieser Betriebe in der Region, ist diese Art der Energieerzeugung besonders geeignet. Die deutschen und niederländischen Partner werden sich auch weiterhin austauschen, um gemeinsam Handlungsspielräume für die Zukunft zu schaffen.

Kunst verbindet Menschen Im Februar wurde im Gemeindezentrum „De Wieksjlaag“ in Beringe (NL) der Startschuss für das INTERREGProjekt „Kunst verbind(e)t“ gegeben. Durch dieses Projekt sollen Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen am kulturellen Leben teilhaben. Für Wethouder Ralf Janssen von der Gemeente Peel en Maas, einem der Projektpartner, ist es wichtig, dass Menschen mit einer Behinderung die Möglichkeit geboten wird, ihre Talente entdecken zu können: „Talente kommen erst dann zum Ausdruck, wenn Menschen sie bemerken und

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Respekt dafür zeigen.“ Der Name dieses Projektes ist wörtlich zu nehmen, denn in dieser Initiatve werden Das Projekt Name: Kunst verbind(e)t Lead Partner: Stiftung Hephata Gesamtkosten: 290.696 € EU-Mittel: 145.348 €

behinderte und nicht-behinderte Menschen grenzüberschreitend an verschiedenen Kunst- und TheaterWorkshops teilnehmen. Pfarrer Christian Dopheide, kirchlicher Vorstand der evangelischen Stiftung Hephata (Mönchengladbach), findet die doppelte Verbindung der zwei Themen sehr wichtig: “Für uns ist Inklusion nicht nur ein Fachbegriff. Wir möchten, dass Inklusion in der Realität stattfindet und nicht nur auf dem Papier!“ Auch Wilma Delissen-van Tongerlo, Bürgermeisterin der Gemeente Peel en Maas zeigt sich begeistert: „Ein tolles Projekt!“

Ihr INTERREGProgrammmanagement euregio rhein-maas-nord Konrad-Zuse-Ring 6 41179 Mönchengladbach

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Deutschland-Nederland | April 2013