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Gesch채ftsbericht SJ 2011 - 2012


„Kein Weg ist zu lang für den, der langsam und ohne Eile vorwärts schreitet; kein lockendes Ziel liegt zu fern für den, der sich mit Geduld rüstet.“ Jean de La Bruyère

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Inhalt

Vorwort .................................................................................6 Hรถhepunkte 2011/12 .............................................................8 Bildung / Projekte ................................................................ 18 Leistungs- und Wirkungscontrolling ..................................... 23 Personal............................................................................... 28 Finanzen / Jahresrechnung .................................................. 30 Revisionsbericht .................................................................. 32 Schlusswort ......................................................................... 35

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Kernteam und Lehrgang 2011/12 der Polizeischule Ostschweiz

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Vorwort

Die Polizeischule Ostschweiz hat ihren sechsten Lehrgang abgeschlossen. Mit der Diplomfeier Ende September 2012, der Übergabe der Fachausweise und der Zeugnisse endete der sechste Lehrgang. Der Schlussspurt „BBT-Prüfung“ war für die Schülerinnen und Schüler mit viel Schweiss und Nervosität verbunden. Umso mehr dürfen sie nun stolz auf das Erreichte sein. Die frisch brevetierten Polizistinnen und Polizisten können nun mit einer fundierten polizeilichen Grundausbildung den Dienst in ihrem Polizeikorps antreten. Der Geschäftsbericht ist einerseits im Sinne eines „Management Reviews“ ausgestaltet und andererseits mit zusätzlichen Informationen angereichert, die für die Trägerschaft interessant sein dürften. Der Geschäftsbericht stellt den formellen Abschluss des sechsten Lehrganges dar. Leistungs- und Wirkungscontrolling richten sich nach dem Leistungsauftrag vom 15. Februar 2011. Insgesamt bewegte sich der Lehrgang im Rahmen der finanziellen Vorgaben: Der Nettoaufwand für den Lehrgang 2011/12 beträgt CHF 3’855’327.45 (Reduktion gegenüber Budget rund -0.88 % absolut CHF 34’222.55). Das Schulgeld je Schülerin und Schüler beträgt CHF 34’777.45. Neben der Sicherstellung der Polizeigrundausbildung lagen die Schwerpunkte im Qualitätsmanagement. Mit dem sanften Umbau der Bibliothek steht den Schülerinnen und Schülern künftig eine anregende und moderne

Lernumgebung zur Verfügung. Ein Erfolg ist ebenfalls das neu aufgegleiste Fach „Polizeiliche Sprachkompetenz“. Die Polizeischule Ostschweiz ist das erste regionale Ausbildungszentrum der Schweiz (RAZ), das im Fach „Deutsch“ einen Niveauunterricht eingeführt und die Fächer Rapportlehre und Deutsch zusammengeführt hat. Aufgrund der positiven Feedbacks war dieser Entscheid richtig. In diesem Zusammenhang ist erfreulich, dass drei der insgesamt vier Lehrmittel des Fachs „Polizeiliche Sprachkompetenz“ in Zusammenarbeit mit dem Projektteam bereits Ende September 2012 fertig gestellt werden konnten. Mit der neuen Homepage präsentiert sich die Polizeischule Ostschweiz seit April 2012 in einem neuen und zeitgemässen Kleid. Das neue Kernteam der Polizeischule Ostschweiz hat wichtige und richtungsweisende Impulse geben können und viele kleinere Projekte innert kürzester Zeit umgesetzt. Die hervorragende Zusammenarbeit mit den Fächerchefs und den zahlreichen Instruktorinnen und Instruktoren ist sehr erfreulich. An dieser Stelle bedanke ich mich recht herzlich für die angenehme Zusammenarbeit. Die PSO bleibt aber nicht stehen und sucht in Zusammenarbeit mit den Ausbildungsverantwortlichen, den Fächerchefs und den Verbindungsoffizieren aus den Fachkonferenzen ostpol.ch nach Optimierungsmöglichkeiten, um die Ausbildung des Polizeinachwuchses noch besser zu gestalten.

lic. phil. Marcus Kradolfer

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Voller Erwartungen der Zukunft entgegen: Die PSO vermittelt das nötige Rüstzeug für die berufliche Herausforderung.

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Höhepunkte 2011/12

18. & 19. Januar — Besuchstage Regierungsvertreter und Kommandanten Am 18. und 19. Januar 2012 standen die Besuchstage für die Regierungsmitglieder und Polizeikommandanten unserer Vertragspartner auf dem Programm. Den Gästen wurden auf dem Waffenplatz Auenfeld in Frauenfeld Einblicke in die sicherheitspolizeiliche Grundausbildung gegeben. Als Themenschwerpunkte wurden die Ausbildungsmodule Personenkontrolle, Ordnungsdienst, Pistolen- und Maschinenpistolenschiessen gezeigt. Unter Anleitung der Instruktoren führten die Polizeischülerinnen und Polizeischüler ihr bereits erlangtes Können vor – im Umgang mit speziellen Gerätschaften im Ordnungsdienst wie auch beim Schiessen mit der persönlichen Dienstwaffe. Die Besucher kamen zum Schluss: Die sicherheitspolizeiliche Grundausbildung ist auf gutem Kurs!

18. Februar — Familienbesuchstag Erwartungsvolle Augen waren das Motto vom diesjährigen Familienbesuchstag. Jede Schülerin und jeder Schüler hatte die Gelegenheit den neuen „Arbeitsplatz“ vorzustellen. Dieses Angebot wurde auch rege genutzt, und die PSO verwandelte sich an diesem Samstag in ein kleines Bienenhaus. Im Klassenzimmer stellte Armin Fritsche die Schule vor, und in der Aula erläuterte Erwin Benker Situationen aus dem Schulalltag. Zusätzlich wurden alle Besucherinnen und Besucher von ihren ganz persönlichen Begleiterinnen und Begleitern durch die Räumlichkeiten der Schule geführt.

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24. Februar — Wintersporttag Traditionsgemäss am Freitag, 24. Februar 2012, fand der Wintersporttag statt. Dank der hervorragenden Organisation von Peter Färber konnte eine Lawinenrettungsübung in Davos in einem speziell zu diesem Zweck vorbereiteten Lawinenkegel durchgeführt werden. Die Suchaktion wurde mit Lawinenhunden unterstützt. Zu unserem grossen Erstaunen konnten die verschütteten Personen dank den freudigen Spürnasen in kurzer Zeit aufgespürt werden. Der „Fahnder“ drückte seine Freude über seinen Sucherfolg dementsprechend mit lautem Gebell und wedelndem Schwanz unübersehbar aus. Auch der sportliche Teil brachte alle Beteiligten zum Schwitzen. Da nur vereinzelte schon einmal diese dünnen Langlauf-Bretter angeschnallt hatten, wurden vor allem die Bauchmuskeln trainiert.

18. April — OD-Einsatzübung Sipo-Kurs ostpol.ch In der Zeit von Dienstag, 10. April 2012, bis Freitag, 20. April 2012, fand auf dem Waffenplatz Auenfeld in Frauenfeld der sicherheitspolizeiliche Wiederholungskurs statt. Bei den Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern handelte es sich um Angehörige der Polizeikorps aus dem ostpol.ch mit zwei bis fünf Dienstjahren. Im Rahmen dieses Kurses fand am Mittwoch, 18. April 2012, eine ODEinsatzübung mit mehr als 100 Polizistinnen und Polizisten statt. Um die Übung möglichst authentisch zu gestalten, stellte die Polizeischule Ostschweiz die Polizeischülerinnen und Polizeischüler als „Gegenseite“ zur Verfügung. Dabei hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, die von ihnen zukünftig eingesetzten OD-Einsatzmittel und deren Wirkung am eigenen Körper zu erfahren. Neben kleineren Blessuren und einer „Überdosis“ Reizstoff verlief die Einsatzübung ohne Zwischenfälle und hinterliess bei den Polizeischülerinnen und Polizeischülern einen grossen Eindruck.

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30. April – 11. Mai — SIPO-Kurs S-chanf Der zweiwöchige Sipo-Grundkurs wurde bereits zum zweiten Mal im Engadin, auf dem Truppenplatz in S-chanf, durchgeführt. Bei idealen Wetterbedingungen konnte der Kurs mit einem äusserst engagierten Instruktorenteam sowie top motivierten Schülerinnen und Schülern ohne Zwischenfälle erfolgreich zum Abschluss gebracht werden. Die von den Schülerinnen und Schülern erbrachten Leistungen können sich sehen lassen und zeigen, dass sich die Ausbildung im Schiesswesen und im Sipo-Bereich auf einem guten Niveau befindet.

03. – 06. September — „Reality-Training“ Dank der professionellen Theatergruppe „Bilitz“ hatten die Schülerinnen und Schüler auch dieses Jahr die Möglichkeit, sich optimal auf die Eidgenössische Berufsprüfung vorzubereiten. Im Fach „Polizeipsychologie“ werden die in der Lernarena absolvierten Einsätze beurteilt und besprochen. Das theoretisch erlernte Grundwissen wird während dieser praktischen Ausbildungstage gefestigt. Das Modul dient der Vernetzung des theoretischen Grundwissens mit dem verhältnismässigen Agieren.

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14. – 21. September — Eidgenössische Berufsprüfung Bereits zum sechsten Mal wurde Ende September 2012 an der Polizeischule Ostschweiz die Eidgenössische Berufsprüfung durchgeführt. Um insbesondere die praktischen Prüfungselemente noch realitätsnaher zu gestalten, wurden erstmals der Verkehrsunfall sowie der Einbruchdiebstahl ausserhalb der Polizeischule, d.h. im öffentlichen Raum, „angesiedelt“. Die neue „Logistik“, verbunden mit entsprechender Anfahrt zum Einsatzort, ergab keine negativen Auswirkungen, sodass wir auch in der kommenden Prüfungssession diese Neuerung beibehalten werden. Am Schluss der Prüfungswoche konnten wir mit grosser Erleichterung und auch mit einem gewissen Stolz feststellen, dass die Eidgenössische Berufsprüfung 2012 ohne Zwischenfälle und Pannen zum Abschluss gebracht werden konnte. Besonders erfreulich war auch das Resultat der Prüfungen. Mit einem Lehrgangsdurchschnitt von 4.8 konnten sämtliche Kandidatinnen und Kandidaten ihren verdienten Fähigkeitsausweis in Empfang nehmen.

24. & 25. September — Übung Finale Unter dem Motto „Teamgeist Leben – Teamgeist Erleben“ stand zum Abschluss des Lehrganges 2011/12 die traditionelle zweitägige Abschlussübung „Finale“ auf dem Programm. Bei kühlen und regnerischen Bedingungen starteten die Schülerinnen und Schüler von Amriswil in kleinen Gruppen zur 115 km-BikeEtappe nach Chur. Durchnässt und halb erfroren, kamen die Schülerinnen und Schüler endlich nach 7 Stunden in Chur an. Die leeren Energiespeicher konnten anschliessend auf dem Rossboden beim gemütlichen Grillen gefüllt werden. Übernachtet wurde, wie im Jahr davor, in der Kaserne in Chur. In der Früh des zweiten Tages startete die Gruppe zum 20 kmFussmarsch. Der krönende Abschluss bildete die Riverrafting-Tour von Schluein/Schleuis bis Reichenau. Die unfallfrei verlaufene Abschlussübung wird sicher allen Schülerinnen und Schülern in Erinnerung bleiben. 11


27. September – Diplomfeier Mit 78 Polizeischülerinnen und Polizeischülern startete der Lehrgang im Oktober 2011. 76 Lernende absolvierten die Polizeischule erfolgreich und konnten ihr verdientes Diplom entgegennehmen. Louis Martin von der Kantonspolizei St.Gallen war mit einer Durchschnittsnote von 5.6 der Jahrgangsbeste (Eidg. Berufsprüfung) und erhielt anerkennende Worte für seine Leistung. Für das beste Zeugnis (Note 5.4) wurden gleich zwei Schüler ausgezeichnet: Arno Tuena, Kantonspolizei Graubünden, und Sandro Ganahl, Kantonspolizei Thurgau. Das Trio Arsis aus Weinfelden rundete die Feierlichkeiten mit klassischer Musik ab.

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Praxisnahe Ausbildung: Polizeisch端lerinnen und Polizeisch端ler bei einer sicherheitspolizeilichen Einsatz端bung.

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Berichte der Organe Organigramm PSO Exekutive Vertragspartner

Kommandanten Vertragspartner PSO

Direktor

Sekretariat

Fachgremium PSO

Schulleiter

Instruktoren

Hausdienst

Exekutive der Vertragspartner der Polizeischule Ostschweiz Die Konferenz der Ostschweizerischen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren hat – vorbereitet von der Konferenz der Polizeikommandanten der Vertragspartner der Polizeischule Ostschweiz – an der Frühjahrskonferenz vom 19. April 2012 in Küsnacht ZH den Geschäftsbericht 2010/11, die Bilanz

und die Erfolgsrechnung einstimmig genehmigt und den Bericht über die Revision der Jahresrechnung 2010/11 zur Kenntnis genommen. Das Budget für das Schuljahr 2012/13 und der Leistungsauftrag wurden von der Konferenz einstimmig angenommen.

Konferenz der Justiz- u. Polizeidirektorinnen u. -direktoren (Art. 4 der Vereinbarung) Kanton Thurgau Kanton St.Gallen Kanton St.Gallen Kanton Appenzell A.Rh. Kanton Appenzell I.Rh Kanton Appenzell I.Rh. Kanton Graubünden Kanton Graubünden

Regierungsrat Dr. Claudius Graf-Schelling, Präsident Regierungsrätin Karin Keller-Sutter (zu Beginn des Lehrgangs im Amt)

Regierungsrat Fredy Fässler (ab 29. April 2012 Regierungsrat)

Landammann Hans Diem Regierungsrat Melchior Looser (zu Beginn des Lehrgangs im Amt)

Regierungsrat Martin Bürki (ab 29. April 2012 Regierungsrat)

Regierungsrätin Barbara Janom Steiner (zu Beginn des Lehrganges im Amt)

Regierungsrat Dr. Christian Rathgeb (ab 29. Januar 2012 Regierungsrat)

Kanton Schaffhausen

Regierungsrätin Rosmarie Widmer Gysel

Fürstentum Liechtenstein

Regierungsrat Hugo Quaderer

Stadt Chur Stadt Chur Stadt St.Gallen

Stadtpräsident Christian Boner (zu Beginn des Lehrganges im Amt)

Stadtpräsident Urs Marti (ab 08. Juli 2012 Stadtpräsident)

Stadtrat Nino Cozzio

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Konferenz der Polizeikommandantinnen und -kommandanten der Vertragspartner der Polizeischule Ostschweiz Im Zusammenhang mit Traktanden der Polizeischule Ostschweiz tagte die Konferenz der Polizeikommandanten ostpol.ch insgesamt drei Mal. Am 10. November 2011 stimmten die Kommandanten in Eschenz TG einer Anpassung der Schulordnung und der Promotionsordnung zu: Es wurde festgehalten, dass die Polizeischülerinnen und Polizeischüler während der ganzen Schulzeit keine Dienstwaffe tragen – ausgenommen davon ist das Tragen während der Sipo-Instruktionen. Ebenfalls wurde festgehalten, die Schülerinnen und Schüler sollen die Uniform während der Schulzeit tragen. Damit die Schülerinnen und Schüler als Polizeianwärterinnen und -anwärter erkennbar sind, wurden eigens dafür entworfene PSO-Patten angeschafft. Neu sind die Schülerinnen und Schüler auch in der Arbeitskleidung (PAZ) mit der Aufschrift „Polizeischule Ostschweiz“ klar als Auszubildende zu erkennen.

Am 18. März 2012 in Gais AR wurde der Geschäftsbericht, die Bilanz und die Erfolgsrechnung 2010/11 einstimmig genehmigt und zuhanden der Konferenz der Ostschweizerischen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren weitergeleitet. Der Revisionsbericht der Finanzkontrolle des Kantons Thurgau wurde zur Kenntnis genommen. Der Leistungsauftrag und das Budget für das Schuljahr 2012/13 wurden einstimmig genehmigt und ebenfalls zuhanden der Konferenz der Ostschweizerischen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren weitergeleitet. Anlässlich der Konferenz vom 21. Juni 2012 in Eggerstanden AI wurde der Direktionsentscheid zur Kenntnis genommen, wonach die Sipo-Grundausbildung im April 2013 wiederum in S-chanf GR durchgeführt werden soll. Ebenso nahm die Kommandantenkonferenz zur Kenntnis, dass für den Lehrgang 2012/13 ein neues und sehr kompetentes Instruktoren-Team für das Fach „Polizeipsychologie“ ausgewählt worden ist.

Weiter wurde entschieden, die Promotionsordnung auf Vorschlag des Fachgremiums hin anzupassen: Die Fachgruppen „Sicherheit“ und „Einsatztraining“ wurden zusammengezogen und in die Fachgruppe „Sicherheit und Einsatz“ umbenannt. Ebenfalls wurde festgehalten, dass in der Promotionsordnung neu nur noch eine Fachgruppe unter der Note 4 liegen darf – bisher waren für eine erfolgreiche Promotion zwei Noten unter der 4 erlaubt. Konferenz der Polizeikommandantinnen u. -kommandanten (Art. 5 der Vereinbarung) Kantonspolizei Thurgau

Polizeikommandant Hans Baltensperger, Präsident

Kantonspolizei Appenzell A.Rh.

Polizeikommandant Reto Cavelti

Kantonspolizei Appenzell I.Rh.

Polizeikommandant Andreas Künzle

Kantonspolizei Graubünden Kantonspolizei Graubünden

Polizeikommandant Beat Eberle (zu Beginn des Lehrganges im Amt)

Polizeikommandant Walter Schlegel (ab 01. Juli 2012 Polizeikommandant)

Kantonspolizei St.Gallen

Polizeikommandant Dr. Bruno Zanga

Schaffhauser Polizei

Polizeikommandant Kurt Blöchlinger

Landespolizei Fürstentum Liechtenstein

Landespolizeichef Adrian Hasler

Stadtpolizei Chur

Polizeikommandant Ueli Caluori

Stadtpolizei St.Gallen

Polizeikommandant Pius Valier

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Fachgremium

Direktion

Das Fachgremium besteht aus den Ausbildungsverantwortlichen der Vertragspartnerkorps und der Direktion sowie Schulleitung der Polizeischule Ostschweiz. Das Fachgremium tagte im Lehrgang 2011/12 insgesamt vier Mal. Diese Sitzungen dienten vor allem der Transparenz zwischen Schulleitung PSO und den Korps der Vertragspartner. Im Rahmen des Bildungspolitischen Gesamtkonzepts (BGK) bzw. des Rahmenlehrplans werden zum einen Lektionsinhalte diskutiert und optimiert, zum anderen sollen die Polizeischülerinnen und Polizeischüler über direkte Ansprechpartner aus ihren Stammkorps verfügen.

Der Lehrgang 2011/12 ist abgeschlossen. Das gibt Raum und Perspektive, die Ausbildungsleistung der PSO zu reflektieren. Folgende Fragen gilt es dabei zu beantworten: Hat die PSO die Polizeischülerinnen und Polizeischüler mit Blick auf die konkreten beruflichen Aufgabestellungen einer Polizistin bzw. eines Polizisten in genügendem Masse ausgebildet? Sind Wissen, Verstehen und Anwenden mit Blick auf die polizeilichen Handlungsfelder genügend vernetzt worden? Sind die Schülerinnen und Schüler ob der enormen Stofffülle, die sich zu rund zwei Drittel auf kognitive Fächer konzentriert, an ihre Grenzen gelangt? Hat die PSO den Polizeischülerinnen und Polizeischülern eine optimale Lernumgebung zur Verfügung gestellt? Sind die Lektionen zeitgemäss und methodisch-didaktisch sinnvoll aufbereitet und unterrichtet worden?

Fachgremium Kantonspolizei Appenzell A.Rh.

Anjan Sartory

Kantonspolizei Appenzell I.Rh.

Albert Ulmann

Kantonspolizei Graubünden

Daniel Tscholl

Kantonspolizei St.Gallen

Paul Rieser

Schaffhauser Polizei

Romeo Bettini

Kantonspolizei Thurgau

Albert Walzthöny

Landespolizei Fürstentum Liechtenstein

Siegfried Wolf

Stadtpolizei Chur

Roland Hemmi

Stadtpolizei St.Gallen

Heinrich Lieberherr

Grundsätzlich darf resümiert werden, dass die Polizeischülerinnen und Polizeischüler mit einer guten und der polizeilichen Grundversorgung entsprechenden Ausbildung in die Korps entlassen worden sind. Erfreulicherweise konnte die PSO allen Absolventinnen und Absolventen den Fachausweis überreichen. Um einer allgemeinen Forderung nach mehr Praxisbezug gerecht zu werden, wurde die Lernarena der Polizeischule Ostschweiz vermehrt in den Unterricht eingebaut. Instruktorinnen und Instruktoren kriminalpolizeilicher Fächer, dem Fach Eigensicherung und der Polizeilichen Sprachkompetenz haben ihre Lektionen so umgestaltet, dass die Schülerinnen und Schüler theoretische Inputs sogleich in die Praxis umsetzen konnten. Diese Vernetzung von Theorie und Praxis ist wichtig und wird im laufenden Lehrgang noch mehr berücksichtigt. Mit dem „Reality-Training“ und dem vermehrten Nutzen der Lernarena sollen interdisziplinäre Verknüpfungen möglich sein. Es gilt aber auch festzuhalten, dass es ohne die Vermittlung von theoretischem Wissen nicht geht. Dieses Wissen kann aber sehr gut mit Hilfe von sogenannten Leitfällen – also Praxisfällen – vermittelt werden. Der Unterricht findet dann genau umgekehrt statt – und zwar: von der Praxis in die Theorie. Hier bleibt die PSO am Ball und sucht nach neuen Ausbildungsmöglichkeiten – und dies in Zusammenarbeit mit dem Fachgremium, den Fächerchefs und den neu gewählten Verbindungsoffizieren der Fachkonferenzen ostpol.ch. Mit dem neuen Schulleiter (Stellenantritt 1. Mai 2013) wird der Fokus klar auf die Andragogik gelegt werden. 16


Ziel der PSO wird auch sein, die Instruktorinnen und Instruktoren bez체glich neuen Unterrichtsformen auf dem Laufenden zu halten.

Disziplin gefordert: Besammlung f체r die Befehlsausgabe w채hrend der sicherheitspolizeilichen Ausbildung in S-chanf GR. 17


Bildung / Projekte

Grundausbildung

Englisch

Das Unterrichtsprogramm umfasste pro Klasse rund 1’230 Lektionen in 60 Fächern, die in folgende Fachgruppen unterteilt waren: Allgemeinbildung, allgemeine Polizeifächer, Verkehrspolizei, Kriminalpolizei, Sicherheitspolizei, Recht und Sport.

Englisch für die Polizei wird ab dem Lehrgang 2012/13 als Pilotprojekt angeboten. Die Schülerinnen und Schüler können freiwillig einen sehr praxisnahen Unterricht besuchen. Auch dieser Sprachunterricht wird in drei Niveaus unterrichtet.

Polizeiliche Sprachkompetenz

E-Learning-System „e-tutor“

Im Zuge des neuen Fachs „Polizeiliche Sprachkompetenz“ entwickelte ein PSO-Autorenteam in Zusammenarbeit mit dem Compendio-Verlag Zürich im Verlaufe des Lehrgangs drei von insgesamt vier Lehrmittel. Alle Lehrmittel sind grundsätzlich für das Selbststudium aufgebaut. In jedem Kapitel folgen einem Theorieteil Übungen, die anhand von Musterlösungen selber korrigiert werden können. Der erste Band widmet sich den Methodenkompetenzen und Lerntechniken. Die Schülerinnen und Schüler sollen verschiedene Arbeitstechniken und Lernstrategien kennenlernen, um ihre Ausbildung effizient und erfolgreich zu gestalten. Der zweite Band befasst sich mit der deutschen Grammatik, der Stilistik und der Orthographie. Speziell ist: Dieser Band bietet einenUnterricht in drei unterschiedlichen Niveaus an. Der dritte Band vermittelt den Auszubildenden grundlegende Aspekte der Rapporterstattung – basierend auf einem einfachen Einbruchdiebstahlrapport. Der vierte Band wird voraussichtlich im September 2013 erscheinen. Dabei sollen vor allem Polizeitexte produziert werden, indem theoretisches Wissen mit praktischen polizeilichen Aufgabenstellungen und Fallbearbeitungen verknüpft werden.

Im Lehrgang 2011/12 hat die PSO ihr Ziel, 25 Prüfungen elektronisch anzubieten, erreicht. Nach wie vor ist es wichtig, Prüfungen einheitlich aufzuarbeiten und vor allem didaktisch sinnvoll zu verfassen. In diesem Bereich kann die PSO weiterhin auf die Hilfe des ICT-Fächerchefs zählen. Um die Qualität von elektronischen Prüfungen zu verbessern, hat die PSO in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Kreuzlingen einen Weiterbildungskurs für Instruktorinnen und Instruktoren der Vertragspartner angeboten. Den Instruktorinnen und Instruktoren wurden einerseits die Schwierigkeiten von „E-Testing“ aufgezeigt, andererseits konnten sie lernen, wie sie Prüfungsfragen sinnvoll zusammenstellen und aufbereiten. Seit Oktober 2011 wird die Schüleradministration auf „e-tutor“ verwaltet. Software-Probleme konnten in Zusammenarbeit mit der Firma Steag behoben werden. Die Schülerverwaltung auf „e-tutor“ klappt mittlerweile bestens.

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Eckdaten des Lehrgangs 2011/12 Start des Lehrgangs

06. Oktober 2011

Sipo-Grundausbildung

30. April – 11. Mai 2012

Ende des 1. Schulblocks

16. Mai 2012

Praktikum im Stammkorps

21. Mai – 17. August 2012

Letzter Schulblock

03. – 27. September 2012

Eidgenössische Berufsprüfung

14. – 21. September 2012

Polizeischülerinnen und -schüler im Alter 20-25 Jahre

52

Polizeischülerinnen und -schüler im Alter 26-30 Jahre

20

Polizeischülerinnen und -schüler im Alter 31-35 Jahre

6

Grundausbildung gestartet

78

Grundausbildung beendet

76

Berufsprüfung bestanden

76

Im Lehrgang 2011/12 haben von 76 Schülerinnen und Schülern, die zur Eidgenössischen Berufsprüfung zugelassen worden sind, alle die anspruchsvolle Prüfung bestanden.

Weiterbildung / Kursreihe Bereits zum vierten Mal hat die PSO in der „unterrichtsfreien“ Zeit eine eigene Kursreihe angeboten, die das Angebot des SPI lediglich ergänzt. Die Kursinhalte entsprachen den Bedürfnissen der Vertragspartnerkorps. Die Kursleitungen wurden grösstenteils von externen Fachpersonen, in Einzelfällen von Fachspezialisten unserer Polizeikorps wahrgenommen. Methodisch-didaktische Kurse wurden in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Kreuzlingen angeboten.

Kursbezeichnung Erfolgreich unterrichten und präsentieren mit Power Point E-Testing Jugendpolizei neue Medien Gewaltrisiko im Polizeieinsatz Intervention bei jugendlichen Tätern Einvernahmepsychologie im Polizeieinsatz Konfliktbewältigung im Alltag Praxisbezogener Unterrichtsaufbau Abwechslungsreicher Unterricht

Ernüchternd war aber, dass zwei Kurse zum Thema Methodik und Didaktik wegen mangelnder Teilnehmerzahlen abgesagt werden mussten. Wegen der teilweise negativen Schülerfeedbacks im Lehrgang davor wurden in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Kreuzlingen und der Pädagogischen Hochschule St.Gallen entsprechende Kurse aufgegleist. Die Kurse „Praxisbezogener Unterrichtsaufbau“ und „Abwechslungsreicher Unterricht“ werden im 2013 nicht mehr angeboten.

Kursleitung Serdar Günal Rütsche, Kapo St.Gallen Vinzenz Morger, Prof. Dr. phil. I, PHTG Gaudenz Lügstenmann, lic. phil. I, PHTG Glen Aggeler, Chef Jugendkontaktpolizei, Kapo AR Stefan Monstein, Dipl. Psych. FH / Psychologe SBAP / BDP; Inhaber monstein-lindner Begegnung Rita Steffes-enn, Institut für deliktbezogene Täterschaft Mario Müller-Rottmann, Percoms GmbH Werner Schoop, Kapo Thurgau Kurs konnte nicht durchgeführt werden Kurs konnte nicht durchgeführt werden Kurs konnte nicht durchgeführt werden

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Ergänzungen zur Kursreihe

Waffenplätze

Drei neue Kurse werden in der Kursreihe 2013 angeboten: Im Bereich Polizeieinsatz wird im kommenden Jahr neu der Kurs „Betrüger erkennen und verstehen“ stattfinden. Ebenfalls gibt es eine Weiterbildung zum Thema „Strafprozess- und Polizeirecht für Kader“ und einen „Sipo-Weiterbildungskurs“. Der Kurs „Prüfungen vorbereiten – E-Testing“, der in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Kreuzlingen stattfindet, wird ein letztes Mal in unserer Kursreihe angeboten.

Die Einzelausbildungstage für die sicherheitspolizeiliche Ausbildung fanden im Ausbildungszentrum der Militärischen Sicherheit in Kreuzlingen-Bernrain, auf dem Schiessplatz „Liebburgtobel“ in Bottighofen und auf dem Waffenplatz Auenfeld in Frauenfeld statt.

Der Kurs „Jugendpolizei – Intervention mit jugendlichen Tätern“ erstrahlt in neuem Glanz und wird jetzt unter dem Titel „Fallmanagement bei gewaltbereiten Personen“ angekündigt. Die Kurse „Gewaltrisiko im Polizeieinsatz“ und „Einvernahmepsychologie für den Polizeialltag“ runden die Kursreihe ab.

Bildungsbetrieb Die der PSO zur Verfügung stehende Infrastruktur bewährt sich weiterhin.

Bibliothek Während der unterrichtsfreien Zeit im Sommer 2012 wurde die Bibliothek der Polizeischule zu einem zeitgemässen Lernatelier mit Gruppenräumen, Unterrichtsecken und Gruppenarbeitsplätzen umfunktioniert. Es konnte eine angenehme Lernumgebung geschaffen werden, die laufend mit vertiefender Literatur bestückt wird.

Der sicherheitspolizeiliche Grundkurs konnte vom 30. April 2012 bis 11. Mai 2012 auf dem Truppenplatz in S-chanf GR durchgeführt werden. Für den Lehrgang 2013/14 ist geplant, dass der SipoGrundkurs auf dem Waffenplatz Chur stattfinden wird.

Eigensicherung / Dojo Seit dem Start unserer Polizeischule mussten die Instruktoren der Fachgruppe Eigensicherung aus verschiedenen Gründen fast in jedem Lehrgang an einem anderen Ort ausbilden. Dieser unbefriedigende Zustand dürfte im kommenden Lehrgang 2012/13 ein Ende nehmen. Die PSO beabsichtigt – in Absprache mit den Verantwortlichen der Fachgruppe – diese Ausbildung künftig direkt in den Räumlichkeiten der PSO durchzuführen. Es ist dabei vorgesehen, die bisher sehr selten genutzte Aula mit einem speziellen „Dojo-Mosaik-Plattenboden“ zu versehen, der situativ auch ohne allzu grossen Aufwand abgeräumt werden kann. Umständliche Logistik- und Planungsaufwände und lange Verschiebungswege können so vermieden werden. Im Weiteren wird es so auch wieder möglich sein, jeder Klasse pro Woche eine Doppellektion praktischer Ausbildung zukommen zu lassen, was auch die Effizienz und die Kontinuität verbessern wird.

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Sicherheitspolizeiliche Ausbildung

Öffentlichkeitsarbeit

Im Bereich der Sipo-Ausbildung übernahm mit Lehrgangsbeginn 2012/13 Hptm Harald Düring, C Sipo Kapo St.Gallen, neu die Funktion als Fächerchef Sipo Taktik/Schiessen. Als stellvertretender Fächerchef und technischer Leiter Sipo-Kurs ist neu Kpl Sascha Landis, Stapo SG, im Amt. Zusammen mit Armin Fritsche, Schulleiter PSO, zeichnen sie sich verantwortlich für die Umsetzung der Vorgaben für die sicherheitspolizeiliche Grundausbildung. Zur Qualitätssicherung und Qualitätssteigerung begleiten sie die Polizeischülerinnen und Polizeischüler bei den Einzelausbildungstagen sowie während des zweiwöchigen Sipo-Grundkurses, visitieren und/oder auditieren Lektionen, betreuen und beraten das Instruktorenteam.

Mit ihrer Homepage und den regelmässig erscheinenden Newslettern ist die PSO täglich in der Öffentlichkeit präsent. Seit April 2012 steht der PSO eine neue und zeitgerechte Homepage zur Verfügung. Diese Homepage wird wöchentlich aktualisiert. Der Newsletter und weiteres Informationsmaterial rund um die polizeiliche Grundausbildung können seit April 2012 von der Homepage heruntergeladen werden. Führungen durch unsere Schule und Vorträge über die Polizeischule runden die Aktivitäten rund um die Öffentlichkeitsarbeit ab.

Übungsfahrzeuge Für die sicherheitspolizeiliche Grundausbildung kaufte die Polizeischule Ostschweiz drei zivile Personenwagen. Somit verfügt die PSO über eigene Übungsfahrzeuge und kann dadurch die Vertragspartner bei der Bereitstellung von sog. „Strap-Fahrzeugen“ entlasten. Je nach Bedarf und Verfügbarkeit stehen die Fahrzeuge auch für andere Ausbildungsmodule wie beispielsweise Eigensicherung, Kriminaltechnik, Verkehrspolizei etc. zur Verfügung.

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Wichtiger Bestandteil der Ausbildung: Polizeisch端lerinnen und Polizeisch端ler lernen lebensrettende Sofortmassnahmen einzuleiten. 22


Leistungs- und Wirkungscontrolling

Polizeiliche Grundausbildung unter Berücksichtigung der Vorgaben des BGK Leistungsziel Erfolgreicher Schulabschluss

Indikatoren

Standard

Anzahl Schüler mit erfolgreicher Promotion

98%

Anzahl Schüler mit FA Polizist/Polizistin

95%

 Kurz vor dem Praktikum hat die Kantonspolizei St.Gallen das Arbeitsverhältnis mit einem Schüler aufgelöst .  Ebenfalls kurz vor dem Praktikum hat ein Schüler der Kantonspolizei Graubünden den Arbeitsvertrag aus persönlichen Gründen gekündigt.  Von diesen Austritten abgesehen, sind ausschliesslich erfolgreiche Promotionen zu verzeichnen. Der Note ndurchschnitt über die ganze Schule beträgt 5.0 (Streuung von 4.2 bis 5.6).  Von den 76 Schülerinnen und Schülern haben alle die Eidgenössische Berufsprüfung bestanden. Der Notendurchschnitt lag bei 4.8 (Streuung von 4.2 bis 5.6).  In persönlichen Gesprächen wurden den Polizeikommandanten und Ausbildungsverantwortlichen die Leistungen der einzelnen Schülerinnen und Schüler anhand des vor dem Praktikum erstellten Zwischenzeugnisses erläutert. Zielerreichung erfüllt Leistungsziel

Indikator

Standard

Für den Berufsalltag notwendige Lerninhalte vermitteln

Tatsächlich abgehaltene Stunden gemäss Lehrplan (basierend auf BGK-Vorgaben)

98%

 Von 5’020 Planlektionen sind lediglich 11 Lektionen ausgefallen. Der entsprechende Lerninhalt wurde im Selbststudium erarbeitet. Zielerreichung erfüllt Wirkungsziel Zufriedene Polizeikorps

Indikatoren

Standard

Rückmeldungen der Ausbildungsverantwortlichen

Mehrheitlich positiv

Reklamationen betreffend nicht rechtzeitig erfolgten Meldungen über allfällig problematische Schüler

Nicht mehr als 2 Reklamationen

 Es waren durchwegs positive Rückmeldungen zu verzeichnen.  Die PSO erhielt keine Reklamationen, dass eine entsprechende Meldung nicht oder nicht rechtzeitig abg esetzt worden wäre. Zielerreichung erfüllt

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Wirkungsziel

Indikator

Standard

Zufriedene Schüler

Schüleraussprachen und Feedbackformular

Faktisch mindestens Note 4.5

 Die regelmässig mit den Klassensprechern durchgeführten Aussprachen verliefen konstruktiv und ohne sp ezielle Problemstellungen.  Im vergangenen Lehrgang hat die PSO erstmals gezielt einzelne Fächer auf „e-tutor“ durch die Schüler/innen evaluieren lassen. Die entsprechenden Berichte wurden den verantwortlichen Fächerchefs zur Analyse zug estellt – mit der formulierten Erwartung, situativ Verbesserungen anzustreben und die Fachauswertung im Team (Fächersitzung) zu besprechen. Die Evaluation ist in folgende Teilbereiche gegliedert:   

Lehrmittel und Lernunterlagen Instruktoren und Unterricht Prüfungswesen

 Im Grundsatz darf resümiert werden: Die Schüler/innen sind mit der Ausbildung zufrieden. Die Unte rrichtsqualität ist sehr unterschiedlich – von sehr gut bis ungenügend. Der vermehrte Einbezug von Praxisübungen (z.B. Lernarena) wird als positiv gewertet. Im Vergleich zum Vorjahr wurde dieses Versäumnis b emängelt. Mit dem neuen Schulleiter wird der Punkt Unterrichtsbegleitung, Unterrichtsqualität und Lernb egleitung konsequent angegangen. Zielerreichung erfüllt

Koordination und Durchführung der Eidgenössischen Berufsprüfung für den Kreis Ostschweiz Leistungsziel Reibungslose Durchführung

Indikatoren

Standard

Rekurse betreffend formeller Rahmenbedingungen

Keine

Teams und Experten zur richtigen Zeit am korrekten Ort mit den notwendigen Unterlagen

Alle

 Es waren keine Rekurse zu verzeichnen.  Die Durchführung der Prüfung verlief reibungslos. Von den Experten und den Statisten konnten durchwegs positive Feedbacks entgegengenommen werden. Zielerreichung erfüllt Wirkungsziel

Indikator

Standard

Zufriedenheit der Aufsichtsinstanzen

Inspektion SPI und BBT

Keine Beanstandung

 Unsere Prüfung wurde von der Geschäftsstelle SPI und einem Vertreter der BBT visitiert und als „sehr gut und strukturiert, mit tadelloser Logistik versehen und mit qualitativ hochstehenden Prüfungsexperten bestückt “ qualifiziert. Wie der Vertreter des BBT zusammenfasste: Die PSO ist „klein aber fein“.  Die Vorgaben der Geschäftsstelle SPI wurden eingehalten. Zielerreichung erfüllt

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Qualitätssicherung Leistungsziel

Indikator

Standard

Erweitern der Kompetenzen „etutor“ (spezifisches E-LearningSystem)

Durchführen von mind. 25 Prüfungen und Evaluationen

Mehrheitlich positive Rückmeldungen seitens der Nutzer

Umstellen der Schüleradministration auf „e-tutor“

Reibungslose Verwaltung der Schülerdaten

Keine Beanstandungen

 Das E-Learning-System „e-tutor“ ermöglicht der PSO und den Instruktorinnen und Instruktoren administrative Aufwände im Zuge der Prüfungskorrekturen massiv zu verringern.  Es wurden 25 Prüfungen im „e-tutor“ abgelegt.  Seitens der Nutzer (Schülerinnen/Schüler) waren die Rückmeldungen mehrheitlich positiv. Schwierigkeiten offenbaren sich jeweils zu Beginn eines Lehrganges, da die meisten Schülerinnen und Schüler noch keine E rfahrungen mit E-Testing machen konnten. Im Normalfall verhält es sich so, dass – mit Blick auf den Umgang mit „e-tutor“ – jeweils nach der dritten Prüfung aber keine Schwierigkeiten mehr bestehen.  Seit Oktober 2011 läuft die Schüleradministration im „e-tutor“. Probleme, wie sie zu Beginn aufgetreten waren, konnten in Zusammenarbeit mit der Firma Steag behoben werden. Zielerreichung erfüllt

Durchführung von didaktischen Kursen für die Instruktoren wie auch für Mitarbeitende der Polizeikorps ostpol.ch Leistungsziel

Indikator

Standard

Eintägiger Kurs

Anzahl

Mindestens 4

Folgende Kurse wurden ausgeschrieben und durchgeführt:  Erfolgreich unterrichten und präsentieren mit Power Point  Prüfungen vorbereiten – „E-Testing“ Folgende Kurse wurden ausgeschrieben, konnten aber wegen mangelnder Teilnehmerzahlen nicht durchgeführt werden:  Abwechslungsreicher Unterricht  Praxisbezogener Unterrichtsaufbau Zielerreichung nicht erfüllt Wirkungsziel

Indikator

Standard

Individuelle Verbesserung des Unterrichts der Teilnehmer

Kursauswertung bei den Teilnehmern

Mindestens Note 5

 Die durchgeführten Kurse erhielten durchwegs ein äusserst positives Feedback. Zielerreichung erfüllt

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Pr辰zision gefordert: Polizeisch端lerinnen und Polizeisch端ler 端ben sich im Maschinenpistolenschiessen.

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Durchführung von Weiterbildungskursen für Mitarbeitende der Polizeikorps ostpol .ch Leistungsziel

Indikator

Standard

Inhaltlich verschiedene Kurse

Anzahl

Mindestens 5

Folgende Kurse wurden ausgeschrieben und (teils mit geringer Teilnehmerzahl) durchgeführt:  Gewaltrisiko im Polizeieinsatz  Intervention bei jugendlichen Tätern  Einvernahmepsychologie für den Polizeialltag  Jugendpolizei und neue Medien Folgender Kurs wurde ausgeschrieben, aber wegen zu geringer Anmeldezahl nicht durchgeführt: 

Konfliktbewältigung im Alltag Zielerreichung nicht erfüllt (keine Konkurrenzangebote zu SPI-Kursen)

Leistungsziel

Indikator

Standard

Reibungslose Durchführung

Anwesenheit der Instruktoren gemäss Planung

Alle

 Alle instruierenden Personen waren zeitgerecht anwesend und präsent. Zielerreichung erfüllt Wirkungsziel

Indikator

Standard

Zufriedene Polizeikorps

Reklamationen

Keine

 Die Ausbildungsverantwortlichen haben sich über das inhaltliche Angebot wie auch die Qualität der durchgeführten Kurse grundsätzlich lobend geäussert. Leider war die Zahl an Anmeldungen für die Kurse insgesamt ernüchternd. Zielerreichung erfüllt Wirkungsziel

Indikator

Standard

Zufriedene Teilnehmer

Kursauswertung

Faktisch mindestens Note 4.5

 Die durchgeführten Kurse erhielten durchwegs ein äusserst positives Feedback. Zielerreichung erfüllt

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Personal

Kernteam PSO

Lehrkörper

Das Kernteam der PSO hat in diesem Geschäftsjahr viel erreicht und steckt sich weiterhin hohe Ziele. Die Motivation ist gegeben; Ziele werden bestimmt und Prozesse definiert. Die PSO zählt auf das Fachwissen, die Führungsqualitäten und das vernetzte Denken ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. An dieser Stelle bedanke ich mich bei meinem Team für das enorme Engagement.

Der Lehrkörper besteht aus rund 270 Instruktorinnen und Instruktoren. Dabei werden knapp 80 % der Lektionen von Korpsangehörigen der Vertragspartner, ca. 5 % von Fachpersonen aus den Verwaltungen der Vertragspartner und rund 15 % von externen Fachpersonen erteilt.

Direktion Marcus Kradolfer Schulleiter Planung und Andragogik Erwin Benker Technischer Schulleiter Armin Fritsche Sekretariat Brigitte Halter (Leitung) Adriana De Vallier Samira Wick (HMS-Praktikantin) Hausdienst Erwin Stäheli (Spezialhandwerker) Heinz Meili Angela Krähemann-Chesini Claiza Baumann-Markendorf Insgesamt stehen dem Kernteam der PSO folgende Stellenprozente zur Verfügung: Direktion und Schulleitung: 300 % Sekretariat: 160 % Hausdienst: 130 %

Erfreulicherweise ist im Lehrkörper weiterhin eine grosse Kontinuität festzustellen. Im letzten Schuljahr waren 36 Rücktritte zu verzeichnen.

Polizeischülerinnen und Polizeischüler Insgesamt 78 Polizeischülerinnen und Polizeischüler haben im Oktober 2011 die Ausbildung an der Polizeischule Ostschweiz begonnen und deren 76 haben den Lehrgang erfolgreich abgeschlossen und sich damit für die Teilnahme an der Berufsprüfungssession 41-12 vom 14. – 21. September 2012 qualifiziert. Gesamthaft konnten 76 Schülerinnen und Schüler den begehrten Eidgenössischen Fachausweis in Empfang nehmen.


Konzentration gefordert: Polizeisch端lerinnen und Polizeisch端ler lernen den Umgang mit dem Polizeimehrzweckstock. 29


Finanzen / Jahresrechnung

Finanzen Die Jahresrechnung zeigt, dass realistisch budgetiert worden ist. Erfreulicherweise kann gegenüber dem Budget ein positiver Abschluss ausgewiesen werden.

Personalaufwand Betriebsaufwand (ohne Lektionenrückerstattungen) Lektionenrückerstattungen Vertragspartner Ertrag (ohne Sockel und Schulgeld) Nettoaufwand Sockel (30%) Schulgeld (70%) Voraussichtliches Schuldgeld je Schülerin, Schüler

Budget 2011/12 920’800.— 2’077’500.— 990’000.— 195’250.— 3’889’550.— 1’166’865.— 2’722’685.— 33’613.40 (81 Schüler)

Hochrechnung 985’000.— 2’150’000.— 940’000.— 170’000.— 3’905’000.— 1’171’500.— 2’733’500.— 35’225.51 (77.6 Schüler 2 Austritte April)

Rechnung 2011/12 991’515.— 2’008’543.60 930’350.— 182’066.15 3’855’327.45 1’156’598.25 2’698’729.20 34’777.44 (77.6 Schüler 2 Austritte April)

Die Rechnung 2011/12 bewegt sich innerhalb des finanziellen Rahmens und weist keine grösseren Abweichungen aus.

Bilanz

30.09.2012 Aktiven Kasse Post Debitoren Transitorische Aktiven Vorräte Total Aktiven

258.60 435’943.35 2’190.— 1’525’561.55 4’007.50 1’967’961.—

Passiven KK Finanzverwaltung Rückstellungen 13. Monatslohn-Anteil Kreditoren Depot Transitorische Passiven Total Passiven

833’576.— 33’483.85 1’062’978.55 6’760.— 31’162.60 1’967’961.—


Erfolgsrechnung

Schulgeld Vertragspartner Beiträge Vertragspartner Mietzinseinnahmen Schüler Ertrag Schulbetrieb Externe Kurse Werbematerial Verschiedene Einnahmen Ertrag Diverses

30.09.2012 2’698’729.20 1’156’598.25 120’900.— 3’976’227.45 42’704.30 244.— 18’217.85 61’166.15

Total Ertrag

4’037’393.60

Löhne und Gehälter (Verwaltung, Instruktoren und externe Instruktoren) Sozialversicherungsaufwand Übriger Personalaufwand Total Personalaufwand

1’914’314.75 144’800.60 17’758.80 2’076’874.15

Lehrmittel / Schulmaterial Munition Fahrkurse Spezialkure, Exkursionen Sipo-Grundausbildung Diverser Schulaufwand Total Schulaufwand Büromaterial IT-Betrieb Öffentlichkeitsarbeit Qualitätsmanagement / Projektentwicklung Dienstreisen Unterhalt Fahrzeuge Unterhalt Maschinen Raumaufwand Energiekosten Total Betriebsaufwand Verschiedene Ausgaben Porto Externe Kurse Telefonkosten Total diverser Aufwand Total Aufwand

193’908.65 49’651.— 14’000.— 43’917.60 129’015.20 25’130.65 455’623.10 21’429.85 331’575.45 62’323.40 42’261.60 1’356.30 161’788.35 30’799.85 759’322.70 17’053.85 1’427’911.35 40’014.19 3’176.44 30’506.47 3’287.90 76’985.— 4’037’393.60

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Revisionsbericht

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Orientierung und Fitness: Der Orientierungslauf ist fester BeOrientierung und Fitness: standteil der Ausbildung. Der Orientierungslauf ist fester Bestandteil der Ausbildung. 34


Schlusswort

An dieser Stelle bedanke ich mich bei den verschiedenen Funktionstr채gern der Vertragspartner wie auch bei den engagierten Instruktorinnen und Instruktoren f체r die stets konstruktive und angenehme Zusammenarbeit.

Amriswil, Januar 2013

Polizeischule Ostschweiz

lic. phil. Marcus Kradolfer Direktor

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www.polizeischule-ostschweiz.ch Herausgeber Polizeischule Ostschweiz Kirchstrasse 22c 8580 Amriswil Text und Redaktion Polizeischule Ostschweiz Fotos Polizeischule Ostschweiz Druck Stroebele Kommunikation, Romanshorn

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Geschäftsbericht SJ 2011-12  

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