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Packungen mit Emotionalität pur dank Kaltfolierung VEREDELUNG Der Winterthurer Spezialist für Verpackungen aus Karton und Papier, PAWI, setzt neu die Inline-Kaltfolierung der manroland AG als Veredelungstechnik ein. Interview mit Andreas Keller, Geschäftsführer der PAWI Verpackungen, und Piet von Gunten, CEO manroland Swiss AG. VON BRIGITTE KRAUS-MEIER* MK Herr von Gunten, bitte erläutern Sie zu Beginn das Prinzip der Kaltfolierung. PIET VON GUNTEN Bei der Kaltfolierung handelt es sich um eine neuartige Applikation, mit welcher eine Folie, wie beim Farbendruck, in einem Druckwerk auf das Papier gebracht wird. In der Regel wird eine silberne oder eine goldene Folie von der Rolle abgewickelt, durch das Druckwerk geführt, wobei das entsprechende Sujet mit Leim versehen wird, so dass in einem nächsten Schritt die gewünschten Stellen von der Folie abgerissen werden. Diese Technologie ermöglicht die Reproduktion sehr feiner Sujets. Ein entscheidender Vorteil sind die guten Farbrasterverläufe. Ganz speziell können mit der Kaltfolientechnik hervorragende Metallic-Effekte erzielt werden. Da die Kaltfolierung ein Inline-Prozess ist, wird nur ein Druckdurchgang nötig und die Folie kann beliebig überdruckt werden. MK Welches sind die Vorteile der Kaltfolierung? ANDREAS KELLER Der klare Vorteil liegt in der hohen Passergenauigkeit. Der Designer muss in der Gestaltung auf technische Gegebenheiten weniger Rücksicht nehmen, er hat mehr Gestaltungsfreiraum. Metallische Farbeffekte können mit der Kaltfolierung realitätsnah und glanzvoll gedruckt werden. Und schliesslich ist die Veredelung durch Kaltfolierung, je nach Design, auch kostenseitig für den Kunden sehr interessant. MK Stimmt das tatsächlich, dass die Veredelung mittels Kaltfolierung die Verpackung günstiger macht? KELLER Das muss man von Fall zu Fall berechnen. Der Preis wird für den Kunden insofern positiv beeinflusst, als die Kosten für teure Prägewerkzeuge wegfallen. Die Alternative zur Kaltfolierung ist die Überdruckung eines mit Folie ka10 Dossier

Piet von Gunten, CEO manroland Swiss AG, und Andreas Keller, Geschäftsführer und Delegierter des Verwaltungsrats PAWI Verpackungen, erklären die Veredelungstechnik Inline-Kaltfolierung.

schierten oder im Heissfoliendruck vorgeprägten Kartons. Dagegen ist die Kaltfolierung auch kostenmässig eine zu prüfende Variante. VON GUNTEN Ich möchte hier gerne ergänzen, dass die Kaltfolierung gegenüber der Heissfolie den entscheidenden Vorteil bietet, dass kein zweiter Durchgang nötig ist. Auch dadurch verringern sich die Kosten. MK Herr Keller, seit wann haben Sie die Kaltfolierungsanlage von manroland? KELLER Seit rund einem halben Jahr. Trotz Wirtschaftskrise halten wir an unserer langfristigen Strategie, im Bereich Premiumverpackung ein Toplieferant auf dem europäischen Markt zu sein, fest. Aus diesem Grund haben wir im Februar 2009 diese Investition getätigt. MK In der Schweiz stehen schon andere Kaltfolierungsanlagen. Warum bei PAWI erst jetzt? KELLER In der Entwicklungsphase haben wir als Verpackungspartner sehr eng mit manroland zusammengearbeitet. Es gehört zu unserer Unternehmensstrategie,

zu den Firstmovern zu gehören, wobei wir nicht die Allerersten sein müssen. So haben wir auch bei der Kaltfolierung die Technologie zusammen mit manroland geprüft und dann investiert, als die ersten Verbesserungen umgesetzt worden sind. MK Welche Entwicklungsergebnisse konnten in den letzten Jahren erzielt werden? Welches ist dabei der konkrete Nutzen für den Markenartikler? VON GUNTEN Zu Beginn konnten wir die Anlage nur in einer Rollenbreite anbieten. Inzwischen stehen hinsichtlich der Folie fünf verschiedene Rollenbreiten zur Verfügung. Ausserdem wurde die Folie hinsichtlich Qualität und Farbstruktur verbessert, insbesondere die Oberflächenelastizität optimiert, so dass die Folie kaum mehr reisst. All diese Verbesserungen geben dem Markenartikler eine grössere Gestaltungsflexibilität beim Verpackungsdesign. MK Herr Keller, was macht die Anlage von manroland besonders?

KELLER Das gesamte Druckmaschinenkonzept. Uns gefällt es, dass nicht nur eine Anlage geliefert wird, sondern ein ganzes Konzept dahintersteht und wir mit manroland jederzeit eine Nachrüstung vornehmen können. MK Was bringt diese Anlage der PAWI? KELLER Die Frage müsste vielmehr heissen: «Was bringt die Kaltfolierungsanlage den Kunden von PAWI?». Grundsätzlich müssen Premiumverpackungen beim Konsumenten Herzklopfen auslösen, wenn er die Verpackung in den Händen hält und öffnet. Mit der neuen Veredelungstechnik durch Kaltfolie kann PAWI ihren Kunden solche raffinierten Effekte ermöglichen und sie damit am Point of Purchase positiv unterstützen. MK Wann empfehlen Sie denn Ihren Kunden die Kaltfolierung? KELLER Natürlich möglichst immer! Die Kaltfolierung ist kostengünstig und äusserst effektvoll. Als Alternative stehen die Heiss‑ folienprägung oder das Über‑ drucken eines mit Silberfolie kaMarketing & Kommunikation 9/09


schierten Kartons zur Verfügung. Zwei Verfahren, die aufwendiger und je nach Konstruktion und Verpackungsdesign teurer sind. MK Ist die Kaltfolierung ökologisch? VON GUNTEN Ganz bestimmt im Hinblick auf den Energiebedarf, da nur ein einziger Durchgang erforderlich ist. Aktuell sind wir daran, den Nutzungsgrad der Folie zu verbessern. Erste Ergebnisse können wir bald vorstellen. Hierin liegt natürlich nochmals eine Verbesserung hinsichtlich Ökologie. MK Worin liegen die Tücken der Kaltfolierung? KELLER Wir haben viele Tests durchgeführt und werden bald erste Serien produzieren. Was wir früher im Tiefdruckverfahren gemacht haben, bekommt nun einen ganz neuen Glanz. Jede MetallicSchrift leuchtet dank Kaltfolierung geradezu. Die verschiedenen Tests haben uns gezeigt, dass die Bedienung der Kaltfolierungsanlage beste Druckkenntnisse voraussetzt. Wir sind froh, dass wir bei der PAWI gutes Fachpersonal

Kaltfolierung: Nutzen und Anbieter Die Inline-Kaltfolierung bietet eine absolut realitätsnahe Umsetzung von Metallic-Effekten, ermöglicht dank Überdruckung ein breites MetallicFarbspektrum und ist kostengünstig, da nur ein Druckdurchgang und keine zusätzlichen Werkzeuge benötigt werden. Schweizer Anbieter mit manroland Inline-Kaltfolierung sind die K+D AG in St.Gallen, die Läser AG in Gontenschwil AG, die PAWI Verpackungen in Winterthur, die P'Auer AG in Fällanden ZH und Roth + Sauter SA in Denges VD.

haben – wir bilden ja selber aus und das zahlt sich bei neuen Anlagen immer wieder aus. VON GUNTEN Die Zusammenarbeit innerhalb der Kette und die ständige Verbesserung der Anlage sind uns sehr wichtig. Unter dem Label «printcom»* fassen wir die Lieferanten zusammen und treiben die Entwicklung voran. In Labors führen wir gemeinsame Tests durch. Wir sehen uns als Vermittler der verschiedenen Akteure. MK Welches sind die Mitbewerber von manroland? VON GUNTEN Zum heutigen Zeitpunkt sind alle in der Schweiz laufenden Anlagen von man-

roland. Wir haben hier klar einen Vorsprung. Zwar sind unsere Mitbewerber daran, ebenfalls Kaltfolierungsanlagen zu entwickeln, bislang stehen in der Schweiz aber ausschliesslich unsere Maschinen. MK Herr Keller, reagieren Sie nun mit der Kaltfolierungsanlage auf bestehende Kundenwünsche, oder schaffen Sie damit erst ein Kundenbedürfnis? KELLER Schauen Sie, es ist der Wunsch des Kunden, einzigartige Verpackungen zu haben, die am Markt erfolgreich sind. Wir liefern das Know-how und die Technik dazu.

VON GUNTEN Gibt es denn auch Kunden, die explizit nach Kaltfolierung fragen? KELLER Oh ja, immer mehr wird von Kundenseite gefragt, ob wir in der Lage seien, Veredelungen mittels Kaltfolierung vorzunehmen. MK Wie würden Sie bei der PAWI die Veredelungsvorgaben umsetzen, wenn Sie noch keine Kaltfolierungsanlage hätten? KELLER Das ist Vergangenheit! Wir können es nun anbieten und wir möchten es nicht missen. VON GUNTEN Dem Spektrum an Farbtönen sind keine Grenzen gesetzt. Die Kaltfolie kann überdruckt werden und so ist ein hervorragender Metallic-Effekt in jedem Farbton möglich. Für ihre Kunden wird PAWI mit der neuen Anlage starke Trends setzen. n *printcom ist ein Bestandteil von «printvalue», dem manroland-Service rund um die Druckmaschine. * Brigitte Kraus-Meier, Inhaberin Konzis, Agentur für Recht und Kommunikation, Zürich.

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Marketing & Kommunikation 9/09

Dossier 11

[Title will be auto-generated]  

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