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F7: Glück und Sinn des Lebens!

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Glück ist ... 1. Vervollständige folgende drei Sätze eines chinesischen Sprichworts: Willst du einen Tag lang glücklich sein, ...

Willst du ein Jahr lang glücklich sein, ...

Willst du ein Leben lang glücklich sein, ...

2. Wende die Västeras-Methode zu folgenden Zitaten zum Thema Glück an:

Jedermann ist seines Glückes Schmied, vorausgesetzt, dass ihm das Schicksal nicht Hammer und Amboss versagt haben. Volksweisheit

Glück hat auf die Dauer doch zumeist wohl nur der Tüchtige. Helmuth von Moltke

Das Glück hilft denen nicht, die sich nicht selbst helfen. Sprichwort 1


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Auf das Glück darf man nicht warten, dann kommt es nicht; man muss daran arbeiten. !Lebensregel

Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.

Anonym

Mit dem Glück !ht es o# wie mit der B$lle: man hat sie auf der Nase und weiß es nicht.

Dann erst erkennen wir Menschen unser Glück, wenn wir verloren haben, was einst unser war. Titus Maccius Plautus

Glück ist der Zustand, den man nicht spürt.

Kurt Tocholsky

Glück ist selten etwas, das man erlebt, sondern etwas, an das man sich erinnert. ! James Garner

Glück ist ein Mosaikbild, das aus lauter unscheinbaren kleinen Freuden zusammengesetzt ist.

Daniel Spitzer

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Glück ist Scharfblick für Gelegenheiten und die Fähigkeit, sie zu nutzen.

Samuel Goldwyn

Glück ist, sich zu wünschen, was man bekommen kann.

Charles F.

Kettering Glück ist: das mögen, was man muss, und das dürfen, was man mag. Hans Clarin

⚡ = ___________________________________________________________ ☺=___________________________________________________________ ! = ____________________________________________________________ ? = ___________________________________________________________ -> Erklärungsversuch von ___________________________ : ______________________________________________________________ ______________________________________________________________ ______________________________________________________________ ______________________________________________________________ ______________________________________________________________ ______________________________________________________________

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Was braucht man, um glücklich zu sein? -> Think-Pair-Share-Verfahren 1.Think Was brauchst du, um glücklich zu sein? Du solltest mindestens 10 Begriffe finden.

2. Pair Einige dich mit deinem Banknachbarn auf die 5 wichtigsten Begriffe.

3. Share Erstellt nun in Vierergruppen eure eigene Bedürfnispyramide. Der Begriff oben gilt als der Wichtigste Begriff. Vergleicht anschließend eure Bedürfnispyramide mit der von Maslow.

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4. Arthur Schopenhauer und das Geld Die Wünsche des Menschen sind hauptsächlich auf Geld ausgerichtet. Es wird ihnen oft zum Vorwurf gemacht, dass sie Geld über alles lieben. Es ist jedoch ganz natürlich..., das zu lieben, ... durch das man sich jeden Augenblick einen Wunsch oder ein Bedürfnis erfüllen kann. Jeder andere Besitz kann nämlich nur einen Wunsch oder ein Bedürfnis erfüllen: Nahrung ist nur für den Hungernden gut, Wein nur für den Gesunden. Medikamente nur für den Kranken ... usw. Folglich sind sie alle nur relativ gut. Geld allein ist das absolut Gute: weil es nicht nur die Erfüllung eines konkreten Bedürfnisses ermöglicht, sondern die Erfüllung aller Bedürfnisse. nach Arthur Schopenhauer Kannst du Arthur Schopenhauer zustimmen? Begründe deine Antwort.

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Das Bruttosozialglück Macht Geld glücklich? Die Glücksforschung erfreut sich bereits seit mehreren Jahrzehnten immer steigender Beliebtheit, besonders in der Wissenschaft. Der Gedanke, dass der Zustand und das Wohlbefinden eines Landes und seiner Menschen nicht nur von ökonomischen Daten wie dem Bruttoinlandsprodukt abhängt, erscheint sinnvoll, denn was nützt mir ein Wirtschaftswachstum von 2 bis 3 Prozent wenn sich in meinem persönlichen Umfeld nichts zum Positiven ändert? von Mag. Stephan Gruber-Fischnaller Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und das Bruttonationalprodukt (BNP) sind in politischen und ökonomischen Kreisen feste Bestandteile der Bewertung von gesellschaftlicher Entwicklung und oftmals Grundsteine politischer Entscheidungen. Als Durchschnittsbürger_in in Europa allerdings haben diese Kennzahlen häufig nur wenig Aussagekraft über den Zustand und die Qualität des alltäglichen Lebens. So gibt es beispielsweise Studien die aufzeigen, dass die persöniche Lebenszufriedenheit der Menschen in Europa trotz meistens ansteigendem Wirtschaftswachstum, sprich wachsendem BIP, sich seit Mitte der 70er Jahre nicht mehr erhöht hat. Der englische Soziologe Geoff Mulgan vom Institut für soziale Innovation in London bemerkt hinsichtlich der Überschätzung von ökonomischen Kennzahlen wie BIP und BNP: "Bei der Bewertung des Wohlbefindens ist auffällig, dass sich die Zahlen wenig verändern. Dass ein hohes Einkommen nicht unbedingt glücklicher macht, steht ja längst fest." Aufgrund solcher wissenschaftlicher Erkenntnisse gibt es bereits seit mehreren Jahrzehnten das Bestreben nach neuen Indikatoren für die Entwicklung von Ländern und Gesellschaften. Erste Bemühungen der reinen ökonomischen Betrachtung von menschlicher Entwicklung (BIP/BNP) andere Faktoren entgegenzustellen gibt es bereits seit rund einem halben Jahrhundert. Im Rahmen der vom Westen inizierten Entwicklungsprogramme für die Länder des Südens (damals noch als Entwicklungsländer oder 3.Welt bezeichnet) kam bereits zu Beginn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Human Development Index (HDI) zum Einsatz. Dieser "Menschliche-EntwicklungsIndex" vereint unter anderem Faktoren wie Lebenserwartung, Bildungsniveau und Kindersterblichkeit zu einer Kennzahl, die den Entwicklungsstand bzw. die Fortschritte einer Gesellschaft aus nicht ökonomischer Perspektive bewertet. Angesichts der Tatsache, 6


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dass eine hohe Lebenserwartung, relativ gerechte Bildungschancen und gute Gesundheitsstandards in modernen Gesellschaften wie der unseren als Selbstverständlichkeit gelten und auch global gesehen längst weltweit etabliert sein sollten, besteht nun die Notwendigkeit menschliches Glück, Zufriedenheit und Wohlbefinden mit weitreichenderen Kennzahlen zu messen. Als erster Staat hat das asiatische Land Bhutan bereits in den 1970er Jahren das "Bruttonationalglück" als wichtigstes Entwicklungsziel festgeschrieben und orientiert sich seit damals in seinen politischen Entscheidungen an diesem Richtwert. Bruttonationalglück wird in Bhutan unter anderem an Faktoren wie individuelle Lebenszufriedenheit, Schutz kultureller Werte und Schutz der Umwelt gemessen: Und tatsächlich zählt die Bevölkerung Bhutans laut Studien zu den glücklichsten Menschen der Welt. In unserer hochmodernen und aufgeklärten westlichen Welt werden solche politische aber auch gesellschaftliche Ansätze abseits " harter ökonomischern Fakten" wie des BIPs häufig mit einem Lächeln abgetan. Doch auch hierzulande erfreut sich dieser Gedanke wie bereits erwähnt immer größerer Beliebtheit. So wurde beispielsweise vor kurzem ein ähnlicher Index in Großbritannien entwickelt und getestet. Der Well Being Index (WBI) misst beispielsweise die Selbsteinschätzung des eigenen Lebenswertes, Gesundheitsfaktoren wie ausreichende Bewegung und Fitness sowie psychisches Gleichgewicht und Zufriedenheit in der Arbeitswelt. Eingeführt haben diesen neu entwickelten Maßstab menschlicher und gesellschaftlicher Entwicklung bisher Frankreich, Großbritannien und Kanada. Inwiefern weitere Länder folgen und inwieweit politische Entscheidungen dann tatsächlich aufgrund veränderter Daten des Well Being Index und nicht mehr aufgrund einer besseren oder schlechteren Entwicklung des BIPs gefällt werden, bleibt abzuwarten. Jedenfalls wäre eine stärkere Berücksichtigung von nicht ökonomischen Faktoren bei der Beurteilung von Länderentwicklungen aus oben argumentierter Perspektive sicherlich wünschenswert. Denn wie hat bereits der Schriftsteller George Bernard Shaw treffend formuliert: "Es ist nicht schwer, Menschen zu finden, die mit 60 zehnmal so reich sind, wie sie mit 20 waren. Aber nicht einer von ihnen behauptet, er sei zehn mal so glücklich."

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Bruttosozialprodukt VS Bruttosozialglück Arbeitsaufträge: 1. Was hälst du davon, die Entwicklung eines Landes nicht an dem Entwicklungsstand seiner Ökonomie, sondern am Grad der Zufriedenheit und des Wohlbefindens seiner Bürger festzumachen? ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________

2. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Bruttosozialprodukt und Glück?

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Persönliches Glück und Flow-Momente Quarks&Co.: Videoanalyse Arbeitsauftrag: Schau dir das Videodokument aufmerksam an und beantworte währendem folgende Fragen: 1. Welches Phänomen macht u.a. Kletterer glücklich? ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________

2. Wann stellt sich dieses Phänomen ein? ________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________

3. Wieso verspürt Gabi kein Glück? ________________________________________________________________________ 4. Wieso verspürt Michael kein Glück? ________________________________________________________________________ 5. Wieso steigen die Glückswerte bei Oliver an? ________________________________________________________________________

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Theatrales Philosophieren Diogenes und Alexander der Grosse Seit dem Altertum wird die angebliche Begegnung zwischen Alexander dem Großen und dem Kyniker Diogenes erzählt. Alexander war gerade zum obersten Feldherrn gewählt worden und nahm von allen Seiten Gratulationen entgegen, rechnete aber auch mit dem Erscheinen des Diogenes. Als dieser nicht kommen wollte, beschloss Alexander, ihn in Begleitung einiger Offiziere aufzusuchen. Diogenes lag gerade in der Sonne, als Alexander mit seinem Gefolge erschien und fragte, ob er etwas für ihn tun könne. Der bedürfnislose Diogenes habe ihm jedoch nur geantwortet: „Geh mir ein wenig aus der Sonne.“ Alexander antwortete darauf zu seinen Leuten: „Wäre ich nicht Alexander, wollte ich Diogenes sein.“ In einer modernen Version soll Diogenes bestürzt gesagt haben: „Was, das war Alexander! Wenn ich das gewusst hätte...“ Diogenes Glücksauffassung: Diogenes von Sinope verleugnete jegliche Art materiellen Reichtums. Er lebte in einem Faß und verbrachte einen Großteil seiner Zeit damit, andere zu provozieren. Diogenes - ein antiker Hippie Aber im antiken Griechenland gab es nicht nur geniale Denker, sondern auch Menschen, die aufgrund ihrer außergewöhnlichen Lebensweise in die Geschichte der Philosophie eingingen. Einer von ihnen war Diogenes von Sinope, dessen Lebensstil heute mehr Aktualität denn je besitzt. Er war nämlich so etwas wie ein “Ur-Hippie”, der Prototyp des naturverbundenen Menschen, der jede Art von Materialismus verschmäht und gesellschaftliche Regeln und Normen verhöhnt. Wie so viele moderne Hippies stammte auch er aus einer wohlhabenden Familie, entschloss sich aber früh, ein Leben in absoluter (materieller) Armut zu leben und jeglichem Luxus zu entsagen. Seine Überzeugung ging so weit, dass er keine Kleider trug, 10


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in einer Tonne lebte und als er einen Jungen aus der hohlen Hand trinken sah, selbst den einzigen Becher, den er besaß, weggeworfen haben soll. Leben und Lebensstil Diogenes von Sinope lebte bis 323 v.Chr. Über das Jahr seiner Geburt sind Historiker sich nicht einig. Er dürfte irgendwann zwischen 412 und 391 v. Chr. geboren sein. Während ihn die einen für einen Verrückten hielten, verehrten ihn die anderen als Philosophen. Die Geschichten, die sich um ihn ranken wirken heute amüsant. Doch Diogenes war nicht nur ein durchgeknallter Hippie und Revoluzzer, sondern auch ein Philosoph und Denker, der eben auch das lebte, was er predigte. Seine Philosophie war: Demjenigen, der nichts besitzt und der keine Bedürfnisse hat, kann auch nichts genommen werden. Daher könne der Mensch nur ohne jeglichen Besitz und ohne Wünsche glücklich sein. Die meisten Menschen um sich herum verachtete er, weil er sie nicht als Menschen sondern als Sklaven ihrer Wünsche und ihrer Gier sah. Auch Alexander dem Großen brachte er trotz – oder vor allem wegen – seiner Macht und seines Reichtums – nicht viel Respekt entgegen. Einst soll ihm Alexander die Erfüllung eines Wunsches angeboten haben, worauf Diogenes ihn gebeten haben soll, ihm aus der Sonne zu treten. Eine andere Anekdote erzählt, dass er bei helllichtem Tage mit einer Laterne auf dem Marktplatz von Athen nach “Menschen” gesucht habe. Auch die Aufhebung der Ehe befürwortete Diogenes, da er sie als unnatürliches, gesellschaftliches Konstrukt verstand. Er gilt übrigens als der erste, der sich selbst als “Weltbürger” bezeichnete. Verrückter oder Weiser? Platon soll einst gefragt worden sein, was für eine Art Mensch Diogenes sei und er hätte geantwortet: “Ein verrückt gewordener Sokrates!” Und tatsächlich hatte dieser Teile der Lehren Sokrates (dem Lehrer Platons) übernommen. Andere Zeitgenossen beschreiben den genügsamen Weisen als schamlos. Wofür man sich zu Hause nicht schäme, brauche man sich auch in der Öffentlichkeit nicht zu schämen, war seine Devise. So soll er nicht nur am Marktplatz Athens gegessen (was sich damals nicht gehörte), sondern auch öffentlich onaniert haben. Für ihn selbst war das Leben in Einheit mit der Natur und frei von materiellen Zwängen gleichbedeutend mit Tugendhaftigkeit und Vernunft und war Teil seiner Lehre. 11


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Die philosophische Richtung, der man ihn zuordnet, nennt sich Kynismus oder auch Zynismus. Und nicht zufällig bezeichnen wir heute Menschen, die sich über andere spöttisch lustig machen, als Zyniker. Bezeichnender Weise bedeutet das griechische Wort kyon “Hund” - und das war auch der Spitzname Diogenes. Diogenes “der Hund” soll sehr alt geworden sein. Als er schon über 90 war und beschloss, nicht länger leben zu wollen, soll er der Legende nach einfach den Atem angehalten haben und gestorben sein. Aus heutiger Sicht war Diogenes der Wegbereiter einer neuen Lebensweise, in der das Streben nach Luxus und Macht keinen Platz hat. Er war sozusagen der erste berühmte “Aussteiger”. Obwohl er wie ein Bettler lebte, zählt der gebildete Grieche zu den wichtigsten und vor allem charismatischsten Vertretern der “kynischen Schule”.

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Arbeitsheft Glück