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FLENNEN

Zine

S a m p l e r Kollektiv

no.3


What About?

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W i l l k o m m e n ! Du hältst die dritte Ausgabe des F LENNEN Zines in den Händen. F LENNEN ist ein Kollektiv und macht neben diesem Magazin auch noch Konzertabende. Außerdem geben wir noch einen unregelmäßig erscheinenden, zum Zine zugehörigen Tape-Sampler heraus, auf dem ein Querschnitt von befreundeten Bands und Projekten vorgestellt wird. Diesmal erscheinen Sampler und Zine anlässlich des weltweiten Cassette Store Days am 17.10.2015. Passend hierzu lautet das Thema dieser Ausgabe diesmal *Rausch(en)*. Ein loser Verband von KünstlerInnen und MusikerInnen, von SchreiberInnen und DichterInnen, von FotografInnen und ZeichnerInnen hat sich an diesem Ort zusammengefunden und das gesammelt, was ihnen zu diesem Oberthema einfällt und sich darin versucht auf verschiedenen Wegen, die Assoziationen, Schnittstellen, Gemeinsamkeit und Differenzen von Rausch und Rauschen darzustellen. So verschieden wie die Wahl der Mittel, so sind auch die Menschen, die ihre Arbeiten und Texte zu diesem Thema hier veröffentlichen. Viel Spaß beim Stöbern und Rausch(en), deine F LENNEN.

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Schraube für die endlose Druckunterstützung, Barry Cliffe für all die guten Konzerte, dem WESTGERMANY dafür, dass es nicht geschlossen hat und der beste Konzertort der Stadt ist, Dir fürs erstehen dieses Heftes.


inhalt Kassettentag S.8 Das Trällern der Bachen - S.11 Trucks S.13 Interview - Ampl:tude - S.14 Azur S.25 Hammering S.27 keepingsecrets S.34 Alles rauscht. S.40 Hin zum Schweigen - S.30 Das andere Selbst - S.45 Space is only noise, too - S.46 Verfall S.48 Masserauschen S.58 Interview Gravitys Rainbow Tapes S.60 All you can feel - S.58 AuflÜsen S.65 Releases S.68 Cooking with Tetron - S.70 Musikempfehlung - S.72 Samplerinfo Impressum

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S.74 S.76


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Kassettentag Am 6. Juli 2015 um 17:17:41 MESZ fragte uns Amande von Späti Palace, ob wir an der Veranstaltung zum Cassette Store Day in Berlin beteiligen wollen. Kurz danach saßen wir zusammen mit 3 netten Leuten im Park und einigten uns darauf das „Store“ für aus dem Namen zu streichen und zu schauen, ob wir es schaffen die vielen verschiedenen Gruppen, die etwas mit Kassetten in Berlin machen, an diesem Tag zusammen zu bringen. An diesem, wie bei jedem Konzerttag, geht es uns darum Leute zusammen zu bringen und uns allen das finden uns unbekannter Musik und Menschen zu ermöglichen. Hier stellen wir euch die drei Gruppen vor, mit denen wir den Tag geplant habe >


MANSIONS & MILLIONS Ich bin Anton aus Berlin und ich betreibe das junge Label Mansions and Millions, welches Ende 2014 an den Start ging. In den letzten Jahren lernte ich eine Gruppe talentierter MusikerInnen kennen und ich wollte meine Erfahrungen nutzen, um diesen mehr Aufmerksamkeit zu ermöglichen. Die Acts auf meinem Label kennen sich eigentlich alle persönlich und arbeiten oft miteinander. Mansions and Millions veröffentlicht zwar auch auf Vinyl und digital, aber die Kassette ist mir sehr wichtig, denn ich will dass der physische Tonträger erschwinglich bleibt, was bei Vinyl z.b. immer schwieriger wird. Eine Vision des Labels ist es, die äußere Wahrnehmung der Berliner Musikszene über Techno hinaus gehen zu lassen, da die Musik, die ich veröffentliche, viele Genres abdeckt. Eine Veranstaltung wie der Kassettentag kann ja vielleicht ein kleiner Beitrag sein, die zwei vorher genannten Wünsche (Erschwinglichkeit & Vielfalt) miteinander zu verbinden“

SPÄTI PALACE Was macht ihr? Späti Palace is a Berlin based record label supporting Berlin based bands. We release music and organise events to highlight the diversity at play in Berlin‘s bubbling underground. Our motto: cheap and cheerful ... just like your local späti. Warum? Späti Palace is the natural progression of a thriving local music scene often ignored by many but supported, enjoyed and loved by those who participate. We started it to give these bands some extra help as finding a record label is often the most difficult thing for a band. So by providing support in the form of shows at first and then a release later on, it helps to nurture a unique community feeling where everyone feels part of something. It‘s always changing, new bands are coming along all the time, it feels great to help the bands out and the longer we do it the more rewarding it is. Warum das Format Kassette(-ntag)? Firstly, I really like tapes as an artefact and they also sound great, they are very durable, you can listen to most tapes for years and years, they don‘t wear out quickly. We decided to produce cassettes as the cost of vinyl is simply too high and after releasing a couple of 7 inch singles we realised we could do the same amount for a band with this much cheaper format. The Zelf release last December proved that as it sold out very quickly and the band received a lot of attention. The same is happening with Girlie and Yoga, I think the bottom line is if the band are making music that people want to hear, then people are happy with the format. Giving a digital download with each tape release is obviously allowing people without tape players to listen too but i think more and more people are starting to dig out their old tape players.

SHAMELESS/LIMITLESS Was macht ihr? In addition to hosting a show on Berlin Community Radio and a bi weekly low key DJ night at Das Gift, I book a wide range of artists, bands and DJs for shows and parties around Berlin. Warum? Because we‘re here for a good time, not a long time.

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Warum das Format Kassette(-ntag)? I don‘t have a particularly strong allegiance. What I do have a strong allegiance to, though, is working with friends. Anton and Amande came to me with the idea, and I‘m not going to say no to a couple beauties like them.


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Das Trällern der Bachen Geräusche, Rauschen, Rausch – wo lag das Ei am Anfang? Besser gesagt, was war zuerst da und wieso? Bildrauschen, das Rauschen der Autobahn, Rauschgift. Die semantische Vielfalt des Wortes bringt es mit sich, dass ein Österreicher von einem wunderbar rauschigen Abend berichten kann, während der Satz „Wenn die Leitbache gestorben ist, so können die Bachen auch im Sommer rauschig werden“ in einem Gespräch unter Jägerinnen fallen könnte. Der Bedeutungsursprung vom Rausch/en muss also irgendwo zwischen Suff, etwas Hörbarem und Wildschweinen liegen. Schlurfen, Zirpen, Rascheln – Geräusche tragen oft lautmalerische Namen. Der Grundstock des Ganzen ist auch eine Onomatopoesie. Und die hat um die 1000 Jahre auf dem Buckel. „ruzon“ hieß es im Althochdeutschen, „ruisen“ oder „ruschen“ im Mittelhochdeutschen. Seither wird dieses Ding als dumpfer Ton beschrieben. Der Ursprung dieser Deutung? Die Natur. In einer Zeit lange vor Big Muff und schlechtem Radioempfang gab man Acht auf die Bewegung des Baumlaubs im Wind. Das rauschte. Und weil beim Wort Rauschen die Buchstaben so nah am Empfinden liegen, trat der Begriff sogleich einen Siegeszug durch die Wortschätze an. Plötzlich rauschten Regungen, auch die vom Schwarzwild (im Grimm‘schen Wörtbuch die „ungestüme, wilde Bewegung lebender Wesen“), oder der Kopf, oder das ganze Gemüt, im Taumel von Begeisterung oder Besäufnis oder beidem. Als Walter Schottky 1918 seinem Hobby – den unregelmäßigen Stromschwankungen – nachging, kam das Rauschen auch in die Physik. Ein an Schottkys Stromkreis angeschlossener Lautsprecher legte die Wortwahl für diesen Störfaktor nahe. Die aufmuckenden Wellen beschäftigten nicht nur die Naturwissenschaften, wo unter anderem Funkel-, Schrotund Rosa Rauschen entdeckt wurden. Schlaue Blueserinnen und Blues machten sich mit dem Wissen um das Phänomen in den 50er Jahren an die Verzerrung der Gitarre. Von Howlin‘ Wolf lernten dann die Stooges, von den Stooges lernten Sonic Youth und heute gibt es gefühlt eine Trillion verschiedene Distortionpedale, die alle schön Noise machen. Aber nochmal zum Rausch – nicht nur im Deutschen wird sich bei Beschreibung von Trunkenheit begrifflich ähnlich orientiert. Im Niederländischen schläft man den „roes“ aus und hört ein „ruis“, im Schwedischen sind‘s analog „rus“ und „brus“. Grimms wussten diesen semantischen Sprung so zu erklären, dass es einerseits im Kopf der Trinkenden wirbelt und dass diese andererseits auch nicht leise sind, von der „geräuschvollen Lustigkeit der Zecher“ ist die Rede. Kurzum, beim Rauschen handelt es sich um den Verlust von Differenzierung und/oder von Orientierung. Da können die Bachen ein Lied von trällern.

Luise Vörkel 11


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Fragen an 2/4 Ampl:tude von Tobi Stilz

Tobi: Also, diese Instrumente, die ihr da benutzt sind ja (angesichts ihres Alters – älter als ihr) gebrechlich und unvorhersehbar, daher wahrscheinlich auch jede Performance anders. Inwieweit spielt ihr mit dieser Unberechenbarkeit bei Live Auftritten? Fasziniert euch der Charme des Unfertigen? Johannes: Ich bin eher von der Challenge fasziniert, sich evtl. plötzlich ein neues Instrument suchen zu müssen. Oder das richtige Kabel. Oder den Kippschalter vom Mehrfachverteiler, auf den eben irgendwas raufgefallen ist. Spielen wir damit? Ist das nicht eher immer unsere größte Angst, dass plötzlich auffällt, dass wir doch meist gar nicht Playback spielen? Conrad: Live is da eben live. Oder life. Das ist ja wie bei anderen Bands mit Gitarren und so auch, nur dass eben viele der Instrumente – übrigens nicht alle älter als wir – schon ziemlich tricky oder launisch sind. Es ist schon reizvoll scheitern zu können. Bei plötzlichem, unerklärlichem Nervtöt-Brummen hilft einfach nur

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runterdrehen und grinsend die Schul-

Richtung vorgibt. Vielleicht ein eher

tern hochzuziehen. Wenn sich irgendwas

perkussiver Sound oder etwas flächige-

verstellt spielt man eben einen etwas

res – oder es gesellt sich ein neues

anderen Sound. Das macht das ganze le-

Gerät zum Set Up, dessen Möglichkei-

bendig und tatsächlich klingt's dadurch

ten erstmal genutzt werden wollen. Das

immer wieder ein bisschen anders. Man-

Team an Instrumenten stellt sich immer

che Geräte spielen dann aber auch mit

mal wieder neu auf. Das merkt man auch

uns, wie der Letron, der sich ca. alle

auf den Platten. Auf "Der Igel an der

5 Minuten mit einem 'Dää-Döö!' meldet,

Orgel" hat z.B. ein Billo-Casiokeyboard

wenn man sich nicht um ihn gekümmert

den Klang des Albums sehr geprägt. Das

hat. Das Unfertige liegt bei uns glau-

ist mittlerweile verschwunden. Kaputt,

be ich neben der technisch bedingten

glaub ich. Vor kurzem haben dafür ein

Variabilität in nicht komplett festge-

Juno-60 und ein altes E-Piano angeheu-

legten Melodien und Songteilen. Aber,

ert. Ansonsten: Manchmal gibt es Ideen,

ja, Ampl:tude ist schon stark davon

die jemand mitbringt, manchmal ist es

geprägt was gerade aus diesen Kästen

das klassische gemeinsame Rumprobieren,

herauskommt.

was teilweise mit heillosem Durcheinander beginnt. Das ist dann ein bisschen

T: Für mich sind es ja genau diese

als ob vier Leute mit verschiedenen

Unwägbarkeiten der Synthis, dieses Zwi-

Werkzeugen an 'nem Holzblock rumhan-

schenrauschen, die eure Musik so be-

tieren. Da ist am Anfang zu viel von

sonders macht. Wie entsteht denn bei

allem, wild fliegen Späne – irgendwann

euch überhaupt ein neues Stück – wie

ergibt sich eine Form.

wird das aufgenommen? T: Und wenn vieles dem Zufall geschulJ: Ach, da gab es schon fast alles.

det ist, wie entscheidet ihr euch dann

Aber vor allem vermeintlich ins Lee-

für das "Fertige"? Wann ist denn über-

re laufende Ideen, die dann über Nacht

haupt etwas fertig?

plötzlich fertige Musik waren. Naja, "fertig" in einem sehr weit gefassten Sinn. Gibt ja auch bis heute noch

Konkreter: Wie verhielt sich das bei "Dann Rauschen" eurer Neuinterpretation von "Dann Tauchen"?

Songs/Tracks, die wir außer bei Aufnahmen noch nie zusammen gespielt ha-

J: "Fertig" gibt's nicht. Egal, was ich

ben. Teilweise nicht mal da. Den Auf-

vorher behauptet habe. Allein schon

nahmeprozess kann Matthi bestimmt gut

weil manche dieser Geräte etwas er-

erzählen. Oder noch besser:

ratisch sind. Oder Melodien vergessen

dieses Video von Felix.

werden und nicht rekonstruierbar sind,

(für Abtipper: https://youtu.be/of2FEluPdqs)

weil hochkompliziert zusammengeschraubt. Find ich gut.

C: Ich würde sagen neue Sounds sind meistens impulsgebend für neue Songs. Man kitzelt was aus einem Synthi raus, was dann schon eine Stimmung, eine

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C: Aber im Großen und Ganzen stehen

C: Schauspieler...naja. Ich versuche

die Songs ja dann schon. Wir spielen

mich hier und da. Bei dem was ich im

ja keine Improvisationen in dem Sin-

Theaterkontext mache ist das erfreu-

ne. Wir arbeiten ja auch auf den Mo-

licherweise meist eine Kombination

ment des Festhaltens hin. Meistens. Da

aus musikalischem und schauspieleri-

würde ich dann die Aufnahme schon als

schem Performen. "C.O.P.S." ist damals

fertig bezeichnen, oder als "Produkt".

im Kontext von P14 an der Volksbühne

Aber, genau, beim Live-Spielen gesellen

entstanden. Das war und ist für ei-

sich dann eben wieder diverse chaoti-

nen Teil von uns ein super prägen-

sche Faktoren hinzu. "Dann Rauschen"

der Hintergrund. Die Nähe zu Theater

ist ein Remix-Remake-Hybrid, an dem

ist schon irgendwie da. Offensicht-

ich allein gewerkelt habe. Von daher

licherweise ist bei uns in der Band

ist der Prozess nicht wirklich repre-

nicht höchste Priorität, etwas 'saube-

sentativ. Beim Thema Rauschen ist mir

res' abzuliefern. Ich glaube da gibt

sofort das Intro von "Dann Tauchen",

es starke Parallelen zu dem was wir

dem ersten Track auf "Auf Hören" ein-

sonst machen. Da ist oft viel Schmutz

gefallen. Dann habe ich mit passenden

mit dabei, Sachen, die sich ihren Weg

Versatzstücken aus anderen Ampl:tude

bahnen und ihre eigene Handschrift

Songs und gefiltertem Rauschen als

des Moments haben. Musikalisch gesagt:

Beat weitergemacht. Plus neue Instru-

irgendwie schräge Obertöne, die aber

ment-Spuren. Die Basis des Songs war

dazugehören: Zeichnungen von autonom

damals aus "C.O.P.S." (2003/4?), einem

gewordenen Graphitresten oder ein Loop-

Live-SciFi-Hörspiel, zu dem wir den

Friedhof aus aufgesammeltem Bandsa-

Soundtrack gespielt haben. Das Remake

lat. Einfach so machen und das Materi-

ist teilweise wieder ein bisschen nä-

al auch machen lassen. Das ist in der

her dran an Philipps "Rückblende-Thema"

Band schon auch so ähnlich.

aus dem Hörspiel. Fertig war es als dieses 'Ssssipp!' am Ende richtig saß.

T: Ihr haltet euch mit Auftritten in den vergangenen Jahren relativ bis

T: Jeder von euch hat neben der Musik

ganz zurück ("Zwei Konzerte sind ne

noch ein weiteres künstlerisches Le-

Tour"). Hinter den Kulissen wird gar

ben. Phil führt Theater-Regie, Conrad

von einer ON/OFF Beziehung gemunkelt.

ist Schauspieler, Matthi freier Künst-

Tut euch das gut? Könnt ihr euch nicht

ler / Tätowierer und Jo schreibt Ge-

mehr leiden? Hand aufs Herz: Gibt es

dichte. Inwieweit fließen all diese

Ampl:tude eigentlich noch, oder rafft

Talente in die Musik ein bzw. wie un-

ihr euch immer nur dann zusammen, wenn

terscheidet sich da eure Herangehens-

die Kohle bei den Auftritten stimmt?

weise? J: Gab es Ampl:tude eigentlich je? J: Moment, ich habe noch nie Gedichte geschrieben, ich habe immer nur Punktexte rezitiert.


C: Berechtigte Gegenfrage. Jo und ich sind auch erst seit 2003 dabei. Das müssen dann wohl die anderen beantworten. Ich finde es ziemlich entspannt, dass wir uns Vorstellungen davon was eine Band 'tun muss' ganz gut entziehen können. Es ist angenehm dann zu spielen wenn man eingeladen wird. Dass es bei uns zeitlich nicht immer klappt... ist dann wohl so. Klar gab es eine aktivere Zeit. Da lebten wir aber auch alle noch in der gleichen Stadt und hatten vielleicht einfach weniger andere Projekte. Leiden können wir uns nach wie vor sehr gut. Und: zwei Konzerte sind eben ne Tour. T: Rausch im Sinne von veränderten Bewusstseinszuständen ist ja bei Amp:ltude eher kleingeschrieben, zumindest ist die Hälfte von euch straight (oder war das lange Zeit). Hat das bestimmte Gründe? Die Jungs von Slagsmålsklubben haben mal erzählt, ihr Album sei entstanden, erst nachdem sie sich eine Woche lang nur von Alkohol ernährt hatten, weil dann erst ihr Gespür für die richtigen Harmonien einsetzt. J: Wer ist denn bei uns straight? Bzw. war es und ist es immer noch? // Ich meine, hej, dicht sein und Tanzmusik machen kann ja jede/r. // Wir mögen einfach Kleinschreibung. Hilfswissenschaftler, die wir nun mal sind (teilweise). C: Das mit dem Zu- oder Entsagen in Sachen Rausch oder Rauschmittel ist für uns jeweils eine individuelle Sache, die mit der Band eigentlich nichts zu tun hat. Zumindest nichts mit einer speziellen Haltung, die wir gemeinsam hätten. Ich für meinen Teil bin schon sehr von der Zeit mit meinen Kumpels Gorilla Bisquits, Chokehold und Battery geprägt. Dann irgendwann diese famose Erkenntnis, dass rauschhafte Zustände ein menschliches Grundbedürfnis sind. Manche machen da Sport, manche Weeeeed, andere bleiben einfach schön lange wach. Das Ampl:tude-High erreichen wir beim Nonsense-Schlagabtausch im Proberaum oder im Auto. Das ist schon so unser Ding. Und für die großen Harmonien haben wir Philipp Guhr im Arzneiköfferchen. Find ich irgendwie besser als eine Woche nur Alk. Und auch glaubwürdiger.


T: DIY ist ja ein Begriff, für den ihr

musikalisch. Da meine ich schon Pa-

auch steht. Also eine Art "Wahrneh-

rallelen rauszuhören. Für uns ist in

mungsrauschen below the line", also

den letzten Jahren der Schokoladen ja

unbeachtet von vielen. Ihr gehört ja

ein bisschen wie ein Zuhause gewor-

mehr oder weniger zu dieser "Genera-

den. Auch wenn es dort alles mögli-

tion" Sinnbus, also einem Kollektiv,

che an Musik gibt, hab ich immer das

dass vor etwa 10 Jahren sehr aktiv war

Gefühl, dass sich eine gewisse Szene

und diesen DIY Spirit lebt/gelebt hat.

um den Laden bildet. In der kennt man

Inzwischen hat sich Sinnbus in der

sich und es gibt auch immer mal wie-

Nische als Label etabliert, die Bands/

der neue Formationen. Um für sich die

Musiker, aus dem sich das Label zu

spannenden Sachen rauszufinden muss

Beginn gespeist hat sind aber mittler-

man bei all dem Angebot an Live-Musik

weile fast alle abgetreten bzw. ein-

schon ganz schön wach bleiben – und

fach erwachsen geworden. Gibt es eine

aufpassen, nicht "erwachsen" zu wer-

nachfolgende Generation, gibt es aktu-

den. Da hilft es schon sehr, etwas wie

ell (neue) spannende Musik aus Berlin,

ein Kollektiv oder ein Label zu haben,

die diesem Umfeld nahe steht?

einfach als Orientierungshilfe. Nach innen wie nach außen. Ok Leute, bildet

J: In Ansätzen, vielleicht.. So die Leute vom Bei Ruth, so breit gefächert die auch aufgestellt sein mögen, oder die vom Westgermany, oder die vom Antje Ø. Und der ganze Noise-Drone-Geräusch-Kram mit all diesen Hinter-hofKeller-Läden, die irgendwann plötzlich da sind, und dann plötzlich wieder weg. Aber ist das eine Generation? Das hat sich vermutlich wie vieles komplett in viele viele Sektionen aufdifferenziert, die hin und wieder mal irgendwo sehr zufällig aufeinander treffen. Naja, ich fand Brangelina z.B. ziemlich gut. Und Elyk Wot. Gibt schon guten Kram. Achso, um welches Umfeld ging es jetzt? C: ...um ein irgendwie Sinnbus-nahes Umfeld. Right? Also ich nehme Flennen (Tach!) schon wahr als eine Gruppe von Leuten, die zumindest teilweise die Sinnbus-Aufbauzeit mitbekommen und einiges an Einflüssen mitgenommen hat. In Sachen Kollektiv-Gedanke aber auch

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Crews!


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Alex Roth Als Körper ohne Wände breitet es sich aus Es zieht voran umgarnt uns wärmt uns stößt uns ab verbindet uns Seine Langsamkeit ist kalt seine Gegenwart samtrot Alles in allem weich und weiß Es führt uns durch ein Tal Über uns drehen sich Felsen und Wolken wie Wellen aus Filz Es hilft uns auf die letzten Höhenmeter Es schiebt uns mit aufopfernder Kraft Dann nur noch azur So leer und leise im aufgestülpten Raum ohne Wind und Schatten Wir haben Zeit in uns aufgesogen Wir lauschen Es gibt kein Außen Nur das Rauschen in atemlosen Stößen in zahnlosen Zügen Kein Zischen

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오후의 외출에서 차들은 장례식장 주위의 알수 없는 연기 사이로. 거기, 다음차례의 택시를 기다리는 나이든 이, 그의 창백한 발목은 우아하게, 마치 다른 곳에서 들리는 신음처럼 경련한다. 또한 사람들은 하루종일 서성거리고 있는데, 그들은 절대로 서투르게 걷 는법이 없으며 단지 흐름의 내부속에 있을 뿐, 소란함 속에서 형체없는 어조로. 의자들과 성향들 배경은 가장 확실한 색으로 달구어져있다 모든게 한순간에 일어날 것 처럼 우리는 밖에서 망치질을 응시하고 있다. 그러나 완전한 부동, 눈동자들, 그러나 자신들만의 서사시의 부름이 온 신경을 기름지게 한다. 나의 아버지는, 자신의 외로움을 말한다 난파된 논리가 곧 그의 초상화. 내게 또한 말한다, “너는 써야해, 경계에 관해서 써야해” 그의 요구는 덜 공상적이며, 덜 웅장하다, 부드러운 울림. 그는 쉽게 떠들썩해지다가 금새 평화로워 진다. 단지 무질서와 혼란의 질서를 들을 뿐 그 마구 도는 기계의 정직성을, 썩은 것들과 썩어갈 것들 나쁜 것들과 나빠질 것들을 우리는 단지 들을뿐, 꿈속에 깃든 강박감을  금빛 자유속에서 티끌을 발견하기 위하여 앙상하게 마른 작은 열정과 함께. 우리는 단지 들을 수 밖에, 목소리의 강요를 그리고 얽매인 도시들을  우리에게 다른 쪽은 없으므로, 단지 듣는것, 바로 하나의 구조물을.

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망치질


Hammering

In an afternoon out Cars are through an anonymous smoke near the funeral. There, the aged man in waiting for a next taxi, his ankle Which is pallor, twitching daintily as the groan from another place. And, People wandering all day, they never walk awkwardly, But merely to be the inner wave of a stream, In tumult without a shapable tone. Chairs and characters The scenery has been burning in definite tint As if all must be happening in a moment We are gazing at the hammering outside  But absolutely motionless, eyes, but Chorus of one’s own epic lubricates every nerve My father said that he is so lonely, He’s got The wreckage of the logic and it is a portrait of him. Said also to me, “you should write, write about a boundary.” The demand was less chimerical, it is less grand, a smooth echo. He gets easily boisterous soon be at peace. Only hear the disorder and the order of chaos That‘s the honesty of the machine spinning wildly, Rotten things and things will get rotten, bad things And things will get bad, Only we hear the obsession dwelling into dreams To find motes from golden liberty. With the little bare-bones enthusiasm. We just have to listen that suppression of voices and The entanglements in the cities. We have no alternative but only to be heard, right The one structure.

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Alexander G端nther


Space is only noise, too


. Hier geht es um den Hintergrund. Ein- oder ausblenden. Alles dreht sich um die Wahrnehmung. Etwas ausklammern und sich etwas bewusst machen. Erkennen erfordert Fokus. Produktion durch Reduktion, Reduktion als Produktion. Raum, den man hören kann. Ein Authentizitätsnachweis. Es ist körnig, es klingt staubig. Es ist nicht sauber, vielleicht auch zu oft gewaschen. Keine Stille, nur Störung. Stört das deine Konzentration oder entspannst du dich gerade? Umgeben, mitziehen oder fließen, aber nur drum herum. So schnell, nur Details sind im Schlaglicht zu erkennen. Was hängen bleibt macht dich aus und nur dich ganz allein. Alles und nichts zur gleichen Zeit. Vor allem alles immer. Neues oder Noise. Das ist Rauschen.

J ann Rasmus P etersen 39


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Alles rauscht Eine fast utopische Masse an Informationen, ballen sich auf einer bestimmte Fläche und machen eine Gesamtwahrnehmung dieser Ballung von Informationen gar unmöglich. Diese Ballung definiert das Rauschen. Ist die Größe des Rauschens gleich mit der Größe der Informationen, ist die Mitteilung gleich null. So entlarvt sich uns das Rauschen als ein Störsignal, gekennzeichnet durch Entropie und Chaos. Dort wo man das Rauschen vorfindet, wird oft versucht dieses Chaos mit Hilfe von Filtern zu beseitigen, um Informationen, welche eben nicht benötigt werden, rauszuschleudern. Sei es ein Polarisationsfilter in der Fotografie, welcher Licht absorbiert, um Reflexionen zu mindern oder ein Gate-Effekt in der Musik, bei dem nur Signale ab einer bestimmten Lautstärke übertragen werden und somit die Leisen abgeschnitten bleiben. Überall wird, um eine bestimmte Information zu bekommen, etwas aus dem Rauschen abstrahiert. Da stellt sich umgekehrt die Frage, ob man dem Rauschen auch etwas positives abgewinnen kann? In der modernen Naturwissenschaft ist dabei die Rede von einer stochastischen Resonanz. Menschen, welche durch einen Schlaganfall einen eingeschränkten Tastsinn besitzen, können, durch das Tragen eines elektrischen Handschuhs, welcher die Finger unter einen dauerhaften elektrischen Beschuss stellt, den Tastsinn mit dem Rauschen elektrischer Impulse regulieren. Man kann sich diesen Effekt mit einer Murmel in einem Eierkarton vorstellen. Durch ein schwaches Hin-und-Her-Geschaukel wird es wohl kaum möglich sein diese Kugel in eine andere Mulde zu bekommen. Fängt man nun aber an wild umher zu schütteln, also dem vorherigen schwachen Geschaukel etwas mehr Kraft zu geben, wird sich die Murmel durch einen zufälligen Kick in eine andere Mulde katapultieren. Signalverstärkung durch Chaos. Träumt man herum und überlegt, wo man das Chaos des Rauschens noch überall vorfinden könnte, wird einem schnell bewusst wie lebendig dieses Phänomen in unser Welt ist. Die Finger an der Hand reichen bei weitem nicht aus, um aufzählen zu können, wo uns das Rauschen begegnet. Im Endeffekt ist es das Rauschen, was hier zu einer überfluteten Information seiner selbst wird. Aber besteht nun alles aus einem großen Rauschen? Sehen wir nur ein großes Rauschen der Welt? Ich denke wir können nur ein Bruchteil des absoluten Rauschens wahrnehmen. Zum Beispiel das, was sich vor unsere Augen wirft, jede Situation, die wir wahrnehmen können, ist doch vielmehr ein Zusammentreffen von Informationen, die als Rauschen uns ein bestimmtes Bild entwirft. Und nur durch eine passende Überlappung unserer Sinne mit dem Rauschen, werden die Informationen die wir brauchen bzw. die wir wahrnehmen können, rausgefiltert und somit zu einem uns verständlichen Bild. Filtern durch die Sinne. Wie wäre es wenn wir Einfluss auf unsere sinnliche Filtration haben, sodass wir entscheiden, was wir aus dem großen Rauschen der Welt wahrnehmen können? In diesem Sinne könnte man sehen was man hört und hören was man sieht. Genau an diesem Punkt finden wir uns in unserer Zeit wieder, wo die Forschung schon unzählige Gedankengänge weiter ist. Die Umwandlung von Farbfrequenzen in hörbare Frequenzen ist schon lange kein futuristischer Traum mehr. Wie weit sich so etwas entwickelt, wird sich zeigen. Und ob sich unsere Wahrnehmung so drastisch verändern kann, dass wir bald alles sehen und wahrnehmen können, ist wiederum der neue futuristische Traum. Jedoch ist es ein schöner Traum, etwas mehr Rauschen erleben zu können und zu sehen, wie die Teilchen zwischen den Menschen hin und her springen. Eine chaotische Farbexplosion mit jedem Schritt.

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Oskar Militzer


Jan van Dijk


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Das Andere Selbst

   (Tapelabel)


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Oskar Millitzer

Verfall


Verfall aller Teile, in einem leeren Raum. Unauffindbar, dennoch da, wächst ein tiefer Bruch, versiegelt den Anblick und isoliert jegliche Handlung vom Schein.

Es verkennt sich das Eine mit dem Anderen und trotz Konfrontation, hängt sich dieses verzerrte Abbild benommen auf. Zerrissen aufgefunden reizt jene Spannung.

Irritation im Austausch mit eins oder zwei. Auf der Suche nach einem flüchtigen Verständnis, geht immer etwas verloren und wird in seinem Überschuss zersetzt.

Nur ein paar wenige, beißende Laute zwischen Ruhe und Grellheit, bleiben zerstreut und schimmern gemieden umher. Sie zu sammeln ist ein verspielter Versuch.


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Jonathan L emke


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Warum Tapes? Was macht ein Tape so besonders und worin liegt dort der Reiz für Euch?

Was ist der Grund für die Entstehung von Gravity´s Rainbow Tapes?

Tapes lassen sich auf die verschiedensten Arten gestalten, für die Möglichkeiten Tapes zu verpacken gibt es praktisch unbegrenzte Möglichkeiten. Man muss mit ihnen auch nicht so vorsichtig sein wie mit Schallplatten. Einer Kassette macht es nicht viel, wenn sie mit Sprühlack überzogen wird, man kann sie danach trotzdem abspielen. Musik auf Kassette zu veröffentlichen ist dabei relativ simpel, man ist nicht limitiert in den Auflagen und kann den Großteil der Produktion in Eigenregie erledigen. Hinzu kommt noch ein klanglich ästhetischer Aspekt: Im Gegensatz zu CD's haben Tapes ihren eigenen analogen Klang mit dem charakteristischen Rauschen. Klar, für uns persönlich sind Tapes reizvoll auf beiden Seiten, sie zu produzieren, genauso wie sie zu konsumieren. Allerdings sind Tapes generell nichts Besonderes. Tapes sind nie wirklich von der Bildfläche verschwunden, im Kontext von Szenen wie DIY Punk/Drone/Noise/Black Metal/Hip Hop etc. waren sie immer vorhanden bzw. auch ein grundlegendes Medium. Tapes sind nur ein physisches Medium von drei möglichen. Die Szenen in denen Tapes zirkulieren sind für uns vielmehr interessant, jede von ihnen ist praktisch ein eigenes Universum für sich, aber gleichzeitig verwoben in ein Netzwerk von anderen Szenen. Aufgrund der Möglichkeit, dass Künstler preiswert geringe Auflagen auf Tapes veröffentlichen können, ist es möglich über Kassetten an randständige und obskure Musik heranzukommen, für die eine Produktion auf Platte zu teuer wäre. Eine weitere Besonderheit liegt in den Möglichkeiten der aktiven Eingriffe und Manipulationen des Mediums. Beispielhaft können hier die Tape-Loops, Cut-up Methoden etc. genannt werden. Methoden mit einer nicht zu unterschätzenden musikhistorischen Bedeutung. Ohne Terry Rileys Time Lag Accumulator würde es wahrscheinlich Techno, Hip Hop, Dubstep etc. in der Form nicht geben.

Am Anfang war das Label ein Medium in dem Thomas seine eigene Musik und Projekte veröffentlichen wollte. Mit der Zeit hat sich das dann jedoch über die sozialen Netzwerke im Internet verselbstständigt. Irgendwann bekam Thomas die Anfrage von dem italienischen Künstler Sonologyst, ob er ihn nicht auf Kassette veröffentlichen wolle. Ben ist dann zu dem Projekt dazu gestoßen, als die Produktion für das Sonologyst Tape im vollen Gange war. Ben: Wir haben uns das erste Mal getroffen, als ich meinen Verstärker über Ebay Kleinanzeigen verkauft habe. Thomas kam zu mir um den Verstärker anzutesten und während des Gesprächs fragte er mich plötzlich, ob ich experimentelle elektronische Musik mache. Ich hatte ein paar Tage zuvor bei Facebook ein paar von meinen Sachen in Gruppen gepostet. Darüber hatte Thomas mich gefunden. Wir haben uns dann ein paar Wochen später getroffen, um zusammen zu jammen und so hat die Sache ihren Lauf genommen.

Thomas: Speziell für die Bedeutung von Tapes für das Label ist meine persönliche Sozialisation wichtig, da ich in der DDR aufgewachsen bin. Tapes waren da das einzige Medium, worüber man an die meisten Veröffentlichungen herankam. In dieser Zeit entwickelte ich eine Affinität für das Medium Tape, welche bis heute ununterbochen angehalten hat. Die Ost-Szene im Bereich von Punk, experimenteller und Kunst-Musik funktionierte ausschließlich nur über den Vertrieb und Tausch von Tapes, vorbei an dem damaligen staatlichen System. Die Herstellung von Tapes damals im Untergrund war von Illegalität geprägt und hat vielfach auch Repressionen nach sich gezogen. Auch in der Gegenwart ist das Illegale in einigen Staaten evident, so existiert z.B. im Iran ein riesiger Kassettenmarkt, welcher im Untergrund agiert und Kunst bedient, welche nach der politisch religiösen Doktrin verboten ist. Hierbei geht es in großen Teilen um Musik, die wir dem (auch westlichen) Mainstream zuordnen.

Wie würdet ihr eine unkonventionelle Form der Klänge beschreiben und wodurch zeichnet sich eine solche aus? Ob ein Klang als konventionell oder unkonventionell erfahren wird, hängt immer vom Kontext und der eingenommenen Perspektive ab. Generell können wir da keine Antwort darauf geben. Allerdings sehen wir schon die Möglichkeit, innerhalb eines bestimmten Stils einen unerwarteten Klang zu spielen oder zu erzeugen. Für unsere Performance als Noise/Drone Duo bei der Noiseberg Konzertserie haben wir als Outro für unser Set den Refrain aus Django von Oma Hans spielen lassen, ein Klang, der nicht konventionell für eine Performance eines solchen Stils ist. Ich weiß nicht in wie Fern ihr Field Recordings betreibt, aber falls ja, gäbe es da einen bestimmten Klang den ihr unbedingt aufnehmen wollt? Falls nicht, wie entstehen Eure Sounds? Thomas: Ich habe ein starkes Interesse in Bezug auf Soundstrukturen, welche der physische Stoff Eis in sich trägt. Hier gemeint sind Aufnahmen von brechendem und zerberstenden Eis, das Übereinanderschieben von Eisschichten auf Flüssen aber auch feinste hörbare Rissbildungen und Verschiebungen. In diesem Rahmen lassen sich gerade auch über die Verwendung von Kontaktmikrophonen vielfältige sublime Klangstrukturen generieren. Bezogen auf diesem Bereich plane ich eine Erweiterung der schon bestehenden Klangbibliothek, des Weiteren werden aus dem zukünftigen Material Stücke entstehen, welche ausschließlich auf „Eis-Sounds“ basieren. Ben: Super wäre es zwei kollidierende Planeten aufzunehmen.

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Im Vakuum würde dabei allerdings nicht viel bei rumkommen... ich mag den Gedanken aber trotzdem. Ansonsten interessieren mich Aufnahmen, die eine gewisse Art von Körperlichkeit repräsentieren. Innenaufnahmen von Organen die funktionieren im Gegensatz zu welchen, die nicht richtig funktionieren zum Beispiel. Bei Field Recordings kommt es uns vor allem darauf an, mit einem offenen Hörverständnis durch den Alltag zu gehen, die Klänge der Stadt immer wieder aufs Neue zu entdecken, anders zu hören, und zu filtern. Thomas hat z. B. eine tolle Aufnahme von einer sich drehenden Litfaßsäule gemacht, die dabei über den Boden schleift. Die Aufnahmen werden dann in den meisten Fällen arrangiert, geloopt und mit Effekten bearbeitet. Geplant ist eine Bibliothek an Field Recordings anzulegen, auf die man als Material zurückgreifen kann. Bei unseren Duo Live Sets benutzen wir allerdings im Moment keine Field Recordings sondern arbeiten viel mit Objekten. Wir versuchen dabei Objekte zu nutzen, indem wir sie in einer Art verwenden, für die sie nicht angelegt, gedacht oder in ihrem Zustand aus konventioneller Sicht nicht funktionstüchtig sind. Temporär werden auch konventionelle Instrumente mit Objekten und Material manipuliert und somit ihrer eigentlichen Funktionsweise enthoben. Loops und Feedbacks sind dabei wichtig für die Beschaffenheit des Klangs. Sie ermöglichen die Schichtung und somit eine Klangarchitektur durch einzelne, zeitlich eingegrenzte Sounds. Ein zentrales Element unserer Musik definiert sich über den repetitiven Charakter der Sounds. Ein weiteres Element bezieht sich auf das Ausloten von Frequenz-Grenzbereichen und darüber das Heranführen des Zuhörenden an die Grenzen der auralen Wahrnehmung. Ich denke, in diesem Bereich wird in Zukunft mehr passieren. Wonach sucht Ihr bei Künstlern bzw. wonach suchen Künstler, wenn sie eine Veröffentlichung über Euch machen wollen? Simpel gesagt ist das abhängig von unserer persönlichen Präferenz. Die Auswahl ist letztendlich Resultat unseres Musikgeschmacks, indem wir beide sehr ähnlich sind. Wir versuchen uns dementsprechend nicht zu beschränken. In den meisten Fällen kommen die Künstler auf uns über soziale Netzwerke zu. Wir sind da präsent und die Leute fragen uns an, weil sie die Leute kennen und mögen von denen wir schon Tapes herausgebracht haben. Die einzigen Dinge, die von uns absolut ausgeschlossen werden sind, faschistische/ nationalistische/sexistische/homophobe Ideologien und dementsprechende Künstler die diese vertreten. Gerade in den Subszenen des Dark Ambient / Industrial, in welchen wir uns auch bewegen und mit dem Label agieren, treten leider häufig Schnittmengen zu oben genannten Tendenzen auf. Um nicht als Türöffner für reaktionäre Sichtweisen jedweder Art zu fungieren, unterliegen alle Anfragen einer Recherchearbeit, bevor wir einer Veröffentlichung fix zusagen.

Das Thema unseres Zines ist Rausch/en. Wo findet ihr das angenehmste Rauschen? Das Rauschen von Schallplatten oder Phonographen Aufnahmen ist super. Aber auch Waldesrauschen, generell Klänge von Bäumen. Das Surren von Stromkästen und natürlich der Klassiker: Meeresrauschen. Und welches Rauschen ist im Alltag für Euch am spürbarsten? Rauschen im Kontrast zu Ruhe. Die Geräuschkulisse des Alltags wird erst wirklich erlebbar in der Ruhe. Für Menschen in der Großstadt ist akustische Ruhe ein seltenes Phänomen, das die Überfrachtung mit Klängen aus dem Alltag erst bewusst macht. Ich denke, die in der Stadt permanent existierenden Geräuschkulissen haben einen erheblichen Einfluss auf die Psyche, Verhalten etc... Erlebbare Stille als Kontrapunkt trägt dann schon einen meditativen Charakter in sich. Grundsätzlich lassen sich die Geräuschkulissen der Städte auch als gesellschaftliche Zustandsbeschreibungen lesen, hierbei ist meiner Meinung nach Noise Music nichts anderes als die akustische Pervertierung des Bestehenden als Kritik an den Verhältnissen.

Gravity’s Rainbow Tapes


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M a s s e r a u s c h e n Weißes Rauschen ist eine höchst interessante Erscheinung. Der gesamte Frequenzbereich, also alle vorstellbaren Frequenzen und Töne, sind hier mit gleicher Amplitude vorhanden. Jede denkbare Kombination von Frequenzen ebenso, folglich: jede denkbare Information. Könnte man diese Einzelinformationen isolieren, könnte man auf diese Information zugreifen. Jeder beliebige Ton ließe sich mit einem genügend engen Filterband aus dem Rauschen herauslösen. Die Einzelfrequenz ist im Geräusch oder im Rauschen vorhanden und nicht in ihm aufgelöst; entzieht sich aber der Wahrnehmung. Es kommt hier zu einem dialektischen Sprung: die Quantität der Frequenzen schlägt um in einen qualitativen Wechsel des Klangs. Irgendwann wird dieser als Rauschen wahrgenommen. Nicht wirklich anwachsend, sondern mit einem Sprung. Vor diesem Punkt enthält die Frequenz bereits das Rauschen, wenn auch außer sich so doch als in ihm existierendes Moment. Die Frequenz wird auf Grundlage ihrer selbst aufgehoben und existiert auf höherer Ebene weiter. Wie das Rauschen zur Frequenz so verhält sich die Masse zum Menschen in der Großstadt. Nur, dass die Auflösung hier anders geschieht: der Mensch löst sich nicht vollständig ihn der Masse auf, existiert weiter, ändert aber sein Wesen. Dies ist Produkt der Moderne, der Stadt als Ort der Moderne. Ihre parallelen Entwicklungen und Wandel sind untrennbar miteinander verbunden und bedingen sich gegenseitig, wären ohne das jeweils andere undenkbar, sind Produkt und Wurzel allerlei unlösbarer Widersprüche. Erzählt, besungen, verachtet und von Faszination umweht, ein Ort der Radikalität und des Bruches, ein Ort der Ordnung und des Rausches, des Verfalls und der Geburt. ­­ Was war die Großstadt einmal für ein Ort! Das Unendliche auf einem kleinen Fleck, das Düstere und Strahlende dicht beieinander, die Chance und das Scheitern einen Augenblick voneinander entfernt, ein Ort der Sehnsucht und der Hoffnung. Menschenmassen und Lärm Informationsüberfluss, Heimatlosigkeit, Nichts, Alles, Rauschen.

/// DIE STÄDTE SIND FÜR DICH GEBAUT! Sie erwarten dich freudig. Die Türen der Häuser sind weit geöffnet. Das Essen steht schon auf dem Tisch. Brecht /// Die Stadt bot ein Versprechen. Das ökonomische Glücksversprechen, es in der Stadt zu etwas zu bringen, sich seine eigene Profession selbst aussuchen zu können, also die Geschichte neu und selbst zu gestalten, nicht nur Produkt von ihr zu sein; sowie das Versprechen, sich, frei von Abstammung und losgelöst von Ständen, selbst zu erfinden. Des Weiteren die Möglichkeit dem Leben im und des Dorfes zu entfliehen. /// For those who are lost, there will always be cities that feel like home. Simon Van Booy /// In der Großstadt erwartete den Menschen eine klare Trennung von Privatheit und Öffentlichkeit und entlastete ihn von der Bürde ständig er selbst als Ganzes mit all seiner Geschichte sein zu müssen, diese offen von allen gesehen vor sich her zu tragen und in der Wahrnehmung der Anderen widergespiegelt zu finden, dadurch von ihnen auf ihr Bild von sich zurückgeworfen zu werden. Erst die anonyme Masse schafft das Individuum. In der Stadt trafen verschiedene Individuen zusammen, die alle, von Versprechen beseelt, durch ihr gemeinsames und doch individuelles Schicksal fremd und verbunden zugleich auf engstem Raum existieren mussten. Und gerade hier findet ein Sprung, dem qualitativen Sprung im Rauschen gleich, statt. Eine Masse kann nicht ohne Menschen existieren, wirkt dabei aber auch auf den Menschen zurück. Das Dasein in dieser individualisierten Welt mit ihrer allumfassenden Vermittlung scheint auf den ersten Blick für den Menschen schädlich zu sein, birgt jedoch neue Möglichkeiten in sich. Die zweite Natur bahnt sich ihren Weg, nimmt den Menschen ein, macht sie ihr gleich. Die Stadt mit ihrer Fülle Eindrücken steht einer ersten Natur gegenüber in der zu jeder Entität auf persönlichem und emotionalem Wege reagiert werden kann. Diese zweite Natur ist es, die den Menschen zur ratio zwingt. Die Fülle an Reizen zwingt zur Sondierung und zur Auswahl, sowohl von Eindrücken, als auch von Menschen: der intellektuelle Charakter entsteht aus dieser Steigerung des Nervenlebens. Der Mensch wird von dieser zweiten Natur vereinnahmt und erlebt diese doch nur vermittelt. Werden diese Widersprüche ausgehalten und nicht nur auf Grundlage der Gemeinsamkeiten, sondern unter Fokus auf die Verschiedenheit, aufgehoben, entspringt dem Nicht-Identischen eine Form von Freiheit, die jenes wie dieses in sich birgt. Im Ungleichen liegt hier das Gleiche. Die Mentalität der Gemeinschaft, die


auf vermeintlichen transzendierten Identitäten fußt, trat zurück und wurde von der Gesellschaft als rational notwendiger Verband, auch und vor Allem auf Grund der räumlichen Enge, verdrängt. Der Gemeinschaft im Dorfe – mit seinen unvermittelten, persönlichen Beziehungen – wohnt immer auch ein stiller Terror inne, eine gegenseitige Kontrolle und Normierung. Jeder kennt jeden und jeder achtet auf jeden. Dies kann je nach Verfassung, Bedürfnis und Laune des Einzelnen verschiedenes bedeuten, selten jedoch ein Dasein ohne Sanktion als Individuum losgelöst und gewissermaßen frei vom Rest und zugleich in ihm und durch ihn geprägt. Die Gesellschaft als Verband von Individuen steht dem gegenüber. Die Widersprüchlichkeiten sind der Stadt jedoch immanent und drängen auf Grund der Überforderung zur schnellen Auflösung. Wird nach dem Versöhnlichen gesucht, so werden diese Widersprüche positiv aufgelöst. Der Sinngehalt im Widerspruch verschwindet hierbei, ein Fortschritt wird zurück gewiesen. Die Verschärfung der Widersprüche aufgrund der Liberalisierung von Stadtentwicklungsund Mietpolitik zog keine Verschärfung der Kritik der Stadt nach sich, sondern ließ eine generelle Abkehr vom Konzept von Stadt als Ort für Individualisierung folgen. Die Fetischisierung einer Gemeinschaft im Kiez beschwört das Leben im ///kleinen, halb zivilisierten, halb barbarischen Gemeinwesen” des Dorfes Marx /// und erhebt dieses zur Ideologie. Sie vergeht sich so an der Idee des Individuums in der Masse und der Stadt als ganzes indem sie jenes wie diese negiert und fällt zurück in die Regression. Sie erfährt die Widersprüche der Charaktermasken und schafft die Maske als solches ab, drängt zur ständigen Authentizität, verbrämt in der Forderung sich immer unverstellt als man selbst zeigen zu müssen. Unvermittelte Beziehungen mit all ihren negativen Seiten werden zur reinen und wahren Art des miteinanders erklärt. Der Gedanke der modernen Stadt wird entsorgt und mit ihr zentrale Kernpunkte der Moderne gleich mit. /// Er saß in der großen Stadt Berlin | an einem kleinen Tisch. | Die Stadt war groß, auch ohne ihn. | Er war nicht nötig, wie es schien. | Und rund um ihn war Plüsch. Kästner /// Der Anfang der Moderne, der modernen Stadt bot einen Versuche diese beiden Sphären miteinander zu verbinden, ohne aufzulösen: die des Flaneurs in der geschichtlichen Phase des Übergangs von Vormoderne zur Industrialisierung. In Zeiten der Versöhnung mit den Verhältnissen über eine genehme WorkLife-Balance sowie der allumfassenden sinnvollen Nutzung sowohl der Arbeits- wie auch der Freizeit, Zeiten in denen eine

komodifizierten Vermittlung menschlicher Beziehungen in einem /Work Hard Play Hard/ affirmiert und zu Freiheit verklärt wird, hier nicht als Bedrohung, sondern als Erstrebenswertes wirkt, scheint der Flaneur antiquiert. Er ließe sich auch nicht einfach in die Gegenwart übertragen, sein Dasein ist zu eng mit jener kurzen geschichtlichen Episode seiner Zeit verschränkt. Als Figur mit einem spezifischen Wertgerüst und Habitus ermöglicht der Flaneur jedoch einen möglichen Anknüpfungspunkt dem allgegenwärtigen Dilemma zu entfliehen: nirgends wird eine Synthese der Widersprüche des Menschen in der Stadt und des Menschen in der Moderne so gut vermittelt, wie in eben jener idealtypischen Figur des Umherschweifenden in der Masse. Er besteht in der Masse, kann nicht ohne sie existieren, geht jedoch nicht in ihr auf, schafft sich selbst nicht ab und muss dabei die Masse an sich nicht negieren. Er entzieht sich ihr, indem er in ihr ist. /// He refuses to be alone. He is the man of the crowd. It will be in vain to follow; for I shall learn no more of him, nor of his deeds. The worst heart of the world is a grosser book than the ‘Hortulus Animæ,’ and perhaps it is but one of the great mercies of God that ‘er lasst sich nicht lesen.’ Poe: Man of the Crowd /// Der Flaneur drängt sich dem Fremden auf und bleibt dabei selbst augenscheinlich fremd, lässt sich nicht lesen und ist dabei doch sichtbar, er streift nicht wirklich ziellos umher, sein Ziel ist die Stadt als ganzes, mit Allem und er selbst in ihr. Seine Bewegung ist nicht zweckfrei, sie selbst ist der Zweck, ist verschiedene kleine flüchtige Zwecke, erscheint im Ganzen aber absurd. Er ist Teil der Masse in der er sich bewegt und lässt sich doch nicht von ihr vereinnahmen. Sein Selbst ist entäußert und steht zugleich unter seiner Kontrolle. Er lebt in ihr, durch sie, hält Widersprüche aus ohne sie zu versöhnen, ist selbst von Widersprüchen durchzogen. /// Ich verlange von einer Stadt, in der ich leben soll: Asphalt, Straßenspülung, Haustorschlüssel, Luftheizung, Warmwasserleitung. Gemütlich binich selbst. Karl Kraus /// Die Erkenntnis, dass die Stadt auch ohne ihn existieren kann ist für ihn keine einschüchternde Last, die Selbstzweifel evoziert, sondern Befreiung, schält sein Selbst, sich selbst aus sich sich selbst heraus. Die Masse wird zum Mittel der Ermächtigung seiner selbst. Was sollen wir Nichts. Alles.

nun

heute Rauschen

tun? —

Sebastian Urban


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„All You Can Feel“ „All You Can Feel“ ist der Titel einer künstlerischen Arbeit, die 2011 im Kubus des Berghains gezeigt wurde. Einer der selten bespielten Räume des ehemaligen Heizkraftwerkes: kalt, roh, dreckig und irgendwie anders authentisch als der Rest. „Alle - Worker´s Pearls“ zeigte Werke von Mitarbeiter_innen des, aus dem Ostgut hervorgegangenen, Clubs und es scheint so, als arbeiteten viele Künstler_innen dort. In direkter Eingangsnähe thronten großfomatige Fotos von inszenierten Mensch-Tier-Wesen. Die Vielzahl von Arbeiten bewegte sich in allen Genres, thematisch drehte sich dann vieles um sexualität in allen möglichen Formen. Die Arbeit der Künstlerin Sarah Schönfeld ist jedoch anders. Es gibt weder ein plakativ formuliertes Thema noch eine erkennbare Technik. Was es gibt, sind verblüffende Formen, manche grell gefüllt, andere blass und anmutig. Dahinter könnte alles Mögliche stecken, teilweise erinnern die Bilder an Embryonen, Landschaften oder das Weltall. Tatsächlich handelt es sich jedoch um chemische Reaktionen von Stoffen mit synthetischen Drogen. Etwa dreißig Substanzen ließ die Künstlerin mit der Fotoemulsion von Negativfilmen reagieren. Die daraus resultierte chemische Reaktion ist nun auf den belichteten Fotos zu sehen. Dieser Arbeit hat der Verlag Kerber ein Buch gewidmet: „All You Can Feel“ (Sarah Schönfeld, KerberVerlag). Ein Atlas der Schönheit von LSD, Heroin, Kokain, Ecstasy, Opium, Valium, Speed, Crystal Meth, MDMA und vielen anderen Drogen. Der Frage nach Vorbildern begegnet die Künstlerin mit einer Aufzählung, deren Abschluss der folgende Satz bildete:

“ I love all of them for the same reason: their perspective and way of thinking.”

Sarah Schönfeld im Kaltblut-Magazine

Ganz sicher fasziniert Sarah Schönfeld selbst aus dem gleichen Grund. Weiterführende Informationen: www.sarahschoenfeld.de


Martin Dziallas


Auflösen

Jedes Mal, wenn ich Stille suche, finde ich sie nicht. Das Nicht-Vorhanden-Sein von Geräusch, die absolute Leere, ist unerreichbar. Was mir möglich bleibt, ist ein Stadium des Auflösens, in dem entweder ich oder die Umgebung verschwindet. Wenn ich Nachts, bei geschlossenem Fenster, nur noch vage das Dröhnen der Stadt höre, versuche ich dessen Quelle zu vergessen. Das Geräusch lässt sich lösen und auf andere Ort schieben - Blätter, Wellen, Weltall - was auch immer ich finden kann. In diesem Moment, in dem das konkrete Geräusch aus vielen einzelnen, definierbaren Teilen, zu einem großen Rauschen wird, löst sich auch dessen Bedeutung — der Klang ist (simpel und abstrakt) die Bewegung von vielen einzelnen Teilen. Genau hier liegt die Faszination des Rauschens - die Ansammlung einer ganzen Welt in einem Gebilde. Als hätten wir uns aus einer klar erfassbaren Situation heraus gezoomt und könnten nun alles auf einmal wahrnehmen. Ich habe mich in diesem Moment aufgelöst und bin nicht mehr Teil dieses Systems. Das System selbst ist sowohl die Summe von dem Vielem, das ich von Aussen als Gesamtes betrachte, als auch dessen einzelnen Bestandteile, welche ich zeitgleich erkennen/ verstehen kann. Der Zoom funktioniert in beide Richtungen, in das System herein und heraus und gelangt jeweils zum nächsten Rauschen. Nähere ich mich einem Gegenstand, sehe ich irgendwann nur noch einen Bestandteil dessen, ein Element und könnte ich in dieses eindringen, sähe ich wieder neue Elemente und das System im System. In jeder Zoomphase kommen wir von einem konkreten Gegenstand zu dessen Einbettung in einen anderen Zusammenhang — eine undendliche Verknüpfung von Abhängigkeiten und Interaktionen. Im Wahrnehmen des Rauschens liegt also das Gefühl diese Essenz eines Systems und gleichzeitig dessen Vielschichtigkeit in allen Bestandteilen wahrzunehmen. Das Verstehen dekodiert das Rauschen auf dessen Bestandteile und führt uns zum Nächsten. Wir befinden uns also in einem endlosen Loop von Verknüpfungen und kommen durch den Fokus auf das Rauschen vielleicht am nächsten zum Verständniss dieser Verbindung, jedoch nur, wenn wir uns kurz unserer Einbettung entziehen und uns selbst in eine Art Rausch versetzen. Mit der Annahme, dass alles in sich rauscht, liege ich dann immernoch in meinem Bett und vergesse die Idee der absoluten Stille, denn sie hieße auch, dass ich und alles nicht mehr ist.

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Fuck Buttons - Sweet Love For Planet Earth. (2008) Das erste Album der Fuck Buttons war musikalischer Einstieg in die Zerlegung der Welt. Fast alle Sounds sind verzerrt und zerfallen in ihre Bestandteile. Gleichzeitig steckt in dieser Vielheit der unendliche Wiederhöhrwert dieser Platte, da all diese schwirrenden Bruchstücke miteinander eine wunderbar bewegte und lebendige Kaskade von Sounds in relativ geradelinigen Stücke bilden. Dynamik und Statik und deren Auflösung, ein Gedanke, der sich beim Hören durchaus auf alles anwenden lässt, das mensch sieht. https://www.youtube.com/watch?v=RxVZDxK02QE

Alvin Lucier - I Am Sitting In A Room (1969) Luciers Performance von 1969 wird dem empfohlenen Fuck Buttons Stück zum Ende hin gar nicht unähnlich und ist deshalb Empfehlung Nr.2. Lucier nimmmt in einem beliebigen Raum einen von ihm vorgelesenen Text auf und spielt diesen wieder in diesem Raum ab um dies wiederum auufzunehmen. Dies wiederholt er, bis der Text unhörbar wird, da die Eigenfrequenz des Raumes und dessen Resonanz sich auf der Aufnahme manifestieren und sich von Mal zu Mal verstärken bis sie diese dominieren. Der Raum schwingt in sich selbst indem er sich selbst enthält. https://www.youtube.com/watch?v=fAxHlLK3Oyk


NASA Voyager Recordings - Symphonie Of The Planets (1992 Laserlight Recordings) Diese Plattenkollektion pärsentiert Aufnahmen von elektromagnetischen Wellen, die die Raumschiffe Voyager 1&2 auf ihren Reisen durch unser Sonnensystem gesammelt haben. Unter anderem sind dies: ­— Waves from the magnetosphere — Trapped radio waves bouncing between each planet and the inner surface of its atmosphere — Electromagnetic field noise in space itself — Charged particle interactions of each planet, its moons and solar wind — Waves from charged particle emissions from the rings of some planets http://www.stufftoblowyourmind.com/blog/symphonies-of-the-planets/

Alle Sounds wurden von Komponisten harmonisch angeordnet und arrengiert, sind also nicht die reinen Klänge einer Erscheinung sondern eine Art galaktisches Stück, jedoch näher an dem „eigentlichen“ Weltraumklang, als alles, was ich zuvor gehört habe. https://www.youtube.com/watch?v=2cpXpgjUT2k

William Basinski The Disintigration Loop (2001) Basinski‘s Disinitgration Loop entstand bei dem Versuch seine alten Magnetbandaufnahmen in ein digitales Format zu überspielen. Die Tapes waren jedoch zu alt, so dass der Kasettenkopf langsam die Magnetschicht von dem Trägerband löste. Basinski lies den Verfallprozess gewähren, während er ihn digital aufnahm und mit Reverb bearbeitete. Das Ergebniss sind fünf 40-60 minütige Ambientstücke die sich langsam auflösen. https://www.youtube.com/ watch?v=qYOr8TlnqsY

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Raus & Raus MOLDE, veröffentlichen am 23ten Oktober ihre erste LP namens „BROM“, über MIKROKLEINSTGARTEN auf Vinyl. Eine spitzen Platte auf die wir alle lange und voller Sehnsucht gewartet haben.

GIRLIE, haben ihre erste Kasette „GIRLIE EP“ am 3ten Oktober über Späti Palace veröffentlicht. Eine gute Scheibe für Jugendromantik

YOGA, veröffentlichen ebenfalls ihre erste EP „AZUr“ auf Späti Palace. Ab dem Kassettentag (also heute) könnt ihr das gute Stück in den Händen halten.


Pretty Hurts, haben am 19ten September ihre erste EP namens „Expectations“, über Graveimprint auf Vinyl veröffentlicht. Wunderbar düsterer Punk.

HEIMER & Will Samson, haben am 25ten Mai ihre soundaffinie, anrührende und tranzbare Platte „Animal Hands“, über Karaokekalk auf Vinyl und CD veröffentlicht. Wir freuen uns auf mehr.

neus &Neues Arbeitsgemeinscaft Form veröffentlichen ihre erste Demo „Lichtenberg EP“, über Mikrokleinstgarten via Bandcamp. Instumentalmusik zwischen Postkram, mit einer kleine Prise Jazz.

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Sowol die Gruppe Trucks als auch Dwarphs haben aufgenommen und wir sind gespannt auf die Ergebnisse.


Cooking with Tetron Instructions

Tetron aka Charley Vecten aka Chacha cooked the Fresh Loops. He makes electronic music and his latest work is minimal, dark and techno-oriented.

Toast the bread two or three times depending on how crispy you like it. _ Peel the carrot, get rid of the dirty part. “Fresh loop” the carrot : make thin strips of carrot with a vegetable peeler . (you can actually make a lot of tartines with one carrot). _ Toast the bread again to make it a bit more crusty. _ Spread salted butter on the bread - i like butter so i put a lot. If you don’t have salted butter, it’s no prob, you can add salt on the butter.  _ Open the salmon package - if you don’t like to have your hands greasy, use a fork and a knife. Put the salmon  on the bread.  _ Add the carrot strips (=fresh loops). Add colour and taste with chives that you sprinkle on the toast.  Add a touch of pepper and some drops of balsamic vinegar.  _ Serve with white wine.

Amande D agod


Ingredients Smoked salmon in slices Cereal bread in slices Salted butter 1 carrot Chives Balsamic vinegar Pepper White wine (Riesling)

Playlist Prep : Violence - Andy Scott Cooking : Forget - Twin Shadow Eating : The Way You Make Me Feel - Michael Jackson


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Musik-/ empfehlungen HSY - Sally Eine Band aus Toronto ließ letztens meine Ohren aufhorchen. HSY macht garage, wave, noise, das ganze düster und mit flotten post punk beats unterstrichen. Der Song Sally ist im September dieses Jahres auf dem Album BASK erschienen und landete gleich in meinen MP3 Player. Zu Hause ist die Band auf dem Label Buzz Records mit 10 weiteren Künstlern. Empfehlen kann man von denen auch: Fake Palms, Greys, Odonis Odonis!

SWRILIES Swirlies aus Bosten, die Ep What to Do About Them von 1992. Shoegaze, Indie, Noise Pop. Taang Records. Die Band ist noch aktiv.

Exchampion - Straits (EP: Attaboy Ben Pt.3)

Straits ist der perfekte Anfangstrack für die kleine „Attaboy“ EP und ganz im Sinne unseres Themas, bringt das Lied alles Auseinandergefallene wieder zusammen. Oder zumindest fast - jeder Baustein hängt ein bisschen. Exchampion ist ein Drummer und Produzent, der während seiner Liveshows Sampler-, Synths und Computer per Schlagzeug und Fingern ansteuert. https://ageofdelay.bandcamp.com/album/attaboy-ben-pt-3


Ryoji Ikeda - 0100 (Album: Test Pattern)

Die Sounds von Ryoji Ikeda spielen mit den Grenzen des Wahrnehmbaren und basieren meist auf rohen Klängen, häufig Sinus- und Rechteckwellen an den Rändern des Hörbaren, sowie Rauschen und Geräusch. Im Arrangement entstehen hieraus Teppiche, die sich aufdrängen jedoch nie ganz erschließbar werden. Es bleibt ein seltsames Unbehagen und die Frage nach der Trennung von Klang und Geräusch, nach der Definition von Musik überhaupt. https://www.youtube.com/watch?v=7ItcPhynEQc

Merzbow Woodpecker No.1 (Album: Pulse Demon)

Das Ziel von Merzbow ist eine Amusik, das Auflösen von Musik in einer völligen Befreiung der Form. Harsh Noise will die Grenzen des Ertragbaren ausloten und durchdringen. Die rythmischen Elemente in diesem ausgewählten Stück bieten teilweise noch etwas Greifbares und lassen Reste einer Form erahnen, schaffen so einen Zugang zu diesem intensiven radikalen Hörerlebnis fern von Gewohntem. https://www.youtube.com/watch?v=-gzBqayDmJ8

Gajek Eine schöne Art Musik zu gestalten.

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B ands S ampler No.3

. Pretty Hurts - Bricks From the 7“ vinyl Expectations, Recorded & mixed by Felix-Florian Tödtloff at Golden Retriever Studios & Aetherweight in Berlin. Mastered by Daniel Hajji Husayn at North London Bomb Factory. Released 09/14/2015 on www.graveimprint.com & www.erstetheketontraeger.blogspot.de. check: facebook.com/prettyhurtsprettyhurts . Molde - Noriaki Kasa From the 12”vinyl and CD Brom, Recorded by Christian Ramisch and Molde in Rooms of Love and Dispute, Tonal Editing by Christian Ramisch, Mixed by Felix-Florian Tödtloff at Aetherweight Studio in Berlin. Mastered by Daniel Hajji Husayn at North London Bomb Factory. Released 10/23/2015 on Mikrokleinstgarten www. mikrokleinstgarten.de check: moldemol.de Trucks - Apparate (radio edit) DEMO 2015 check: facebook.com/diegruppetrucks

flennen Sampler No.3

Wir sind sehr stolz auf unseren Sampler NO. 3. Dieses Mal finden sich nicht nur neue Bands aus unserem Freundeskreis, sondern auch Bekannt und fast Unbekannte. Wir hoffen nun, dass mit dieser Kassette der erste Schritt zum Freundewerden gemacht wurde und zwar nicht nur für uns, sondern auch für euch. Wir immer gibt es das gute Stück zum Download auf: flennen.bandcamp.com .EAR - criminally unknown From the Cassette- Don´t Wake Me I Am TravelingAufgenommen und produziert von EAR im Raum der Stille( RDS im späten Winter 2015, Hamburg) Aufgenommen auf einem Tascam 4-Spur Taperekorder//EAR sind Nick Buckenauer-Bass, Schlagzeug/Finn Brüggemann- Gitarre, Bass, Schlagzeug/ Timon SchmollingGitarre, Bass, Schlagzeug …ear.bandmail@gmail.com RDS RECORDS.2015

.Apostrophe - Serenity Now From Apostrophe. Just 4 sample-tracks appearing on bandcamp. N.B. original recording contains 8 songs. Released November 11, 2011. Jeff - Vocals / GuitarMarc – Drums Nico - Bass / Vocals check: listentoapostrophe.com .Doctorella - Like a Black Butterfly (Text: Sandra Grether, Musik: Jens Friebe/Sandra Grether) erschienen auf: Doctorella - Drogen und Psychologen (2012). Produziert von Tobias Siebert. Engineer: Simon Frontzek. Label: CD ZickZack, ZZ 2035. Verlegt von: Hanseatic Musikverlag / Gorgeous Fork Music Publishing Doctorella sind: Kerstin Grether: Gesang, Keyboard, Lyrics, -Sandra Grether: Gesang, Gitarre, LyricsSascha Rohrberg: Gitarre-Fabrizio Steinbach: BassFlavio Steinbach: Drums check: doctorella.de .Tuggy – Isola Tuggy is Tim Gressler and Ola Kolodziej. Isola is from their upcoming release „Fishing For Compliments“. Recorded and Soundengineered by Eike Groenewold. 2015 .Yoga - Ich Weiß Yoga are : Alexander Roth, Elias Hock and Markus Kastrop Songs written by Alexander Roth. Music composed by Yoga Recorded in April, 2015 in Berlin-Tempelhof by Max Stern Mixed and mastered by Max Stern .Lingua Nada - Ultimate Super Black Metal From the Album. Shapeshift. //All right reserved to Lingua Nada released March 5, 2015 //Recorded, mixed and „mastered“ by Adam Lenox Jr /Noise City Studio. Adam Lenox Jr: Guitar / Vocals / Synths //David Bayer: Bass //Simon Wolf : Guitar //John Babenschneider : Drums / Vocals //Michel Geyer : Additional Guitars Thanks to Das Laboratorium Studio for letting us record vocals for Naphead. Thanks to Ole Toense (DIN Martin) for recording vocals on the rest of the tracks.

& CreditS

.Gurr - Super Tired Written by Gurr; Produced and Recorded by Timothy Lalonde at Hit Fountain Studio


A.Arbeitsgemeinschaft Form - Grandt Grandt ist Teil der „Lichtenberg Ep“, die im Herbst 2015 bei Mikrokleinstgarten erscheint. Selbst aufgenommen und gemischt im August 2014, von Hannes Rackow gemastert. check: mikrokleinstgarten.de .Amplitude - dann Rauschen remix / remake: Conrad Rodenberg mastering: Freddy Knop (Listeners Berlin) check: elektro-on.de .Levitations - B_Sides released on cut the cord that records // recorded and mixed by felix-florian toedtloff in spring 2013 // mastered by daniel husayin (north london bomb factory) // artwork by franz // released September 13, 2013 check: levitations.blogspot.de .Xanthippe - colored Vom Album „oszillator“ erscheint im Winter 2015 ... Aufgenommen 2014 im Sommer! Beziehungsweise hab ich am Album insgesamt 2 jahre gearbeitet, aber nich am Stück! Nur dieses Jahr hab ich alles zusammen getragen und weiterentwickelt! Wo? Bei mir zu Hause im proberaum, allein! Girlie - Error 404 Part II released October 2, 2015 /Erscheint bei Späti Palace // www.spaetipalace.com /Tape EP /Limitiert auf 100 Stück. Musik von Girlie /Aufgenommen von Jens Güttes /Gemixt von Felix Tödtloff/Ætherweight /Gemastert von Daniel Husayn / North London Bomb Factory Artwork von Martin Dziallas / martindziallas.tumblr. com check: facebook.com/girlieband .Sfir-Im Westen nichts Noise From the CD _Große Welt_released July 17, 2015 / Written and Produced by Sfir //Mixed by Max Stern // Mastered by Alain @ Calyx Mastering http://sfirband. tumblr.com/ check: facebook.com/vantasmaband

Beteiligte ;

Alexander Günther AlexanderRoth - Yoga Amande Dagod - Späti Palace Tobi Stilz & Ampl:tude Böller - Shy Cine Denes Bieberich Elia- Das Andere Selbst Jan van Dijk - Die Wirklichlkeit Jann Rasmus Petersen Jo Outpt - Ampl:tude Jonathan Lemke - jnthnlmk.tumblr.com Jo Outpt - Ampl:tude Julius Berger Lisa Hansemann Luise Vörkel - Tendre Biche Martin Dziallas Oskar Militzer Roman Daniel Sebastian Urban Trucks

.Tendre Biche - Wood Metal Plastic 2015 Berlin // whatever-pop // Band Sarah, Lulu, Chacha, Amande// Biche oh ma biche Hello: yourtendrebiche@gmail.com .Van Urst - In a Car, Under the Sea From the Album- Van Urst-// Text: Thomas Kastning und Patrick Kopetzky//Aufnahmen und Mix: Hauke Albrecht im LOUDSNEAKER STUDIO// Master: Freddy Knop im LISTENERS.Berlin 2015 FLIGHT13.com checki: vanurst.de .Shy - We Feel it From the Album-Too Shy to Die// Musik: Böller Gesang: Paul //Aufgenommen , gemixt, gemastert at The SuperGroßerBär Studios Berlin// 2015 .Nachtwölfe- Lament Nachtwölfe is Felix-Florian Tödtloff. Show Mercy, Punish, Really Punish. released August 9, 2015 created on a Behringer Xenyx 1002b Studios Berlin// 2015 .Spagat - Maler Aufgenommen von Christian Ramisch// Spagat sind Leon H.-Schlagzeug/ Oskar M.-Gitarre/ Julius B. -Bass, Gesang BERLIN 2015

Impressum Redaktion FLENNEN Gestaltung - Martin Dziallas martindziallas.tumblr.com & Dani Nikitenko Ausgabe - No.3- 17.10.2015 Family - Mikrokleinstgarten mikrokleinstgarten.de Hello

-

flennen.tumblr.com


Refugees are Welcome. Informationen für Aktionen­­

— refugeeswelcome.blogsport.eu www.proasyl.de fluechtlingsrat-berlin.de fluechtlingshilfe.berlin

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Hallo,

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V i e l Rausch(en), mit alten Bekannten & spannenden G 채 s t e n .

Fr e unde& Kollektiv

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