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Inhaltsverzeichnis

Festschrift zum 50jährigen Bestehen der Gemeinschafts-Grundschule Am Höfling v.i.S.d.P.: Anita Groß, GGS Am Höfling, Am Höfling 14, 52066 Aachen Konzept und Layout: Lorenz Hölscher Anzeigen-Aquisition: Günther Laschet Auflage: 800 Stück Druck: Druckerei QuickPrint, Aachen

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Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis

50 Jahre Schule Am Höfling Dr. Jürgen Linden Grußwort des Oberbürgermeisters .......... 4 Claudia Meyer zur Heyde Grußwort der Schulamtsdirektorin .......... 5 Anita Gross Einleitung der Schulleiterin ................... 6 Fräulein Heyll Für Dein Poesie-Album ......................... 7 Schul-Chronik 1957-1967 Aller Anfang ist schwer ......................... 8 Schul-Chronik 1968-1988 Moderne Zeiten ..................................14 Erste Kinderladenklasse in einer Aachener Grundschule Revolution in der Schule ......................20 Das Gut Höflein und das Haus Höfling Warum es "Am Höfling" heißt ................21 Schul-Chronik 1988-1999 Die Schule öffnet sich ..........................22 Karnevalsfeier 2007 50 Jahre Höfling - immer 1. Liga!...........26 Schulchronik 1999 – 2007 Gemeinsam Schule machen bringt mehr! 28 Der Gemeinsame Unterricht Vom Exoten zum Alltag ........................36 12 Jahre Am Höfling - Ein kleiner Rückblick 3 x 4 = 12..........................................37 Panorama-Fotos Merkwürdige Perspektiven ...................38 Geschichte zur Bücherwurm-Rallye 2003 Die Insel der gestrandeten Gummitiere...41

Ein pädagogischer Rückblick Auf Spurensuche ................................ 42 Yeah! Der Höfling-Rap.................................. 52 Erinnerungen an den Martinszug St. Martin, St. Martin........................... 53 Evangelische Schule III in der Kapitelstraße Erinnerungen an meine Volksschulzeit ... 54 Foto-Collagen Ein Jahr am Höfling............................. 56 Die Familien Alexius und Prömpeler Herzlichen Glückwunsch, Höfling! ......... 61 Förderverein der GGS Am Höfling Wir helfen gerne! ............................... 62 Welt-Chronik 1957 Was passierte im Jahre 1957?............... 64 Schullied Viele kleine Leute... ........................... 66 Die alternative Lernstands-Kontrolle Hätten Sie's gewußt? ........................... 67

Wir danken dem Förderverein und allen Eltern, Lehrkräften und Anzeigenkunden, welche die Erstellung dieses Hefts tatkräftig oder finanziell unterstützt haben!


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Dr. Jürgen Linden

Dr. Jürgen Linden

Grußwort des Oberbürgermeisters Zum 50-jährigen Bestehen der Gemeinschaftsgrundschule Am Höfling gratuliere ich der Schulleitung, den Lehrern, Schülern und Eltern sehr herzlich und übermittle allen meine besten Grüße und Glückwünsche. Die Gemeinschaftsgrundschule Am Höfling steht in einer nunmehr schon fünf Jahrzehnte währenden erfolgreichen Bildungs- und Erziehungstradition, die den Wandel der Zeiten, Veränderungen der pädagogischen Methoden und schulpolitischen Zielsetzungen und auch manche kontrovers geführte Debatte und Diskussion sowie etliche Schulreformen bestens bewältigt hat. Ausgestattet mit einem reichen Erfahrungsschatz, weiß die Schule, dass sie ihren Sinn nicht allein im Unterrichtsangebot, in der Verwirklichung der Lernziele und Vorgaben einzelner Lehrpläne findet. Ein spezielles Kriterium ist es vielmehr, das an vorderster Rangstelle das Leben und die Arbeit an dieser Schule kennzeichnet: das erzieherische Moment der Bildung. Auch nach dem Pisa-Schock gilt, dass die Schule nicht einfach nur als Schaltstelle für die Vergabe von beruflichen und sozialen Aufstiegspositionen missverstanden werden darf. Die Besinnung auf den Erziehungsauftrag der Schule ist zu einer der wichtigsten inneren Voraussetzungen geworden, die

Vertrauen und Zuversicht auf die kommenden Jahre und Jahrzehnte blicken und an ihrem Platz mit ganzer Kraft mithelfen, Unterricht und Erziehung so zu gestalten, dass die Schule ein Ort des erfüllten und freudigen Lernens und Zusammenlebens zum Wohle der jüngsten Schülerinnen und Schüler bleibt.

Dr. Jürgen Linden Oberbürgermeister der Stadt Aachen

im Schulwesen heute und in Zukunft immer wieder neu geschaffen werden müssen. Dies gilt insbesondere für die Grundschulen, in denen ganz wesentlich die Weichen für Förderung, Forderung und Integration der Kinder gestellt werden. Für die Gemeinschaftsgrundschule Am Höfling hoffe und wünsche ich, dass alle am Leben dieser Schule Beteiligten mit


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Claudia Meyer zur Heyde Claudia Meyer zur Heyde

Grußwort der Schulamtsdirektorin Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Eltern, liebe Kinder, die Schule Am Höfling wird 50 Jahre alt! Diese Schule kann mit Stolz auf ihre Vergangenheit zurückblicken. Sie hat sich immer wieder neu allen pädagogischen Herausforderungen gestellt und mit viel Engagement und Fachkompetenz Erfolge erzielt, die den ihr anvertrauten Kindern den Weg ins Leben geebnet und erleichtert haben. Schulleitung, Kollegium und Elternschaft haben es sich zur Aufgabe gemacht, das einzelne Kind mit seinen Stärken und Schwächen in das Zentrum der pädagogischen und unterrichtlichen Arbeit zu stellen, es zu fordern und zu fördern. So ist ein Markenzeichen dieser Schule der erfolgreiche Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern und gleichzeitig die Förderung von besonders begabten Kindern. Die notwendigen Rahmenbedingungen, wie z. B. die Gestaltung des Schullebens, konnten so positiv geschaffen werden, weil die Gemeinschaft der an Schule Beteiligten sehr intensiv, kooperativ und fachkompetent agiert, evaluiert und sinnvoll verändert. In dieser Schule leben Menschen, die Kindern Geborgenheit und Vertrauen geben und Leistung entwickeln und stärken. Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Eltern, im Namen der unteren Schulauf-

sicht danke ich Ihnen ganz herzlich für die sehr erfolgreiche Arbeit mit den Kindern und wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft, Freude und Erfolg. Euch, liebe Kinder, wünsche ich viel Spaß in der Schule und eine erfolgreiche Grundschulzeit. Herzlichen Glückwunsch!

Claudia Meyer zur Heyde Schulamtsdirektorin


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Anita Gross

Anita Gross

Einleitung der Schulleiterin Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Kinder, 50 Jahre Schulleben, dieses Jubiläum gilt es zu feiern. Dass die städtische Gemeinschaftsgrundschule Am Höfling eine innovative und gute Schule ist, war schon vor dreißig Jahren bekannt, als ich meinen ältesten Sohn hier einschulte. Damals ahnte ich nicht, dass ich neun Jahre später an eben dieser Schule als Lehrerin arbeiten würde. Eine glückliche Fügung, denn noch heute, nach fast 21 Jahren, bin ich sehr gerne am Höfling. 50 Jahre Höfling. Das sind 50 Jahre Pädagogik, die gesellschaftliche Entwicklungen und Veränderungen im Blick hatte und umzusetzen versuchte. Engagiert und teilweise eigenwillig wurden und werden hier gemeinsame Ziele verfolgt. 50 Jahre Höfling. Das bedeutet auch: Engagement der Eltern, Beteiligung von Kindern, Spaß am Lernen, Projekte und viele gemeinsam organisierte Feste. Ein gewachsenes Schulklima, das seinesgleichen sucht. Damals wie heute werden an dieser Schule sowohl Lehrpersonen als auch Kinder und Eltern herzlich willkommen geheißen, können sich schnell einleben und am Schulleben beteiligen, auch das macht den Höfling aus. Der gemeinsame Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern, die Förderung und Forderung von lernschwa-

chen sowie besonders begabten Kindern, das ist seit vielen Jahren Alltag am Höfling und führte zu einem der wesentlichen Leitgedanken unseres Schulprogramms: Gemeinsam Leben gemeinsam Lernen. Das wurde nur möglich durch das Zusammenwirken aller Beteiligten in der Bildungsund Erziehungsarbeit der Schule. 50 Jahre Höfling. Die Maxime, jedes Kind da abzuholen, wo es steht und zu akzeptieren, dass jedes Kind anders ist und Lernen im Gleichschritt eine Illusion ist. Die Beteiligung der Kinder an ihrem eigenen Lernprozess, das Einbeziehen ihrer kreativen Ideen, ihrer Wünsche, das Zusammenwirken in der Klassengemeinschaft und darüber hinaus im Kinderparlament; fördert das Gefühl ihre Schule mit zu formen und ihr Lernen mit zu bestimmen. In einer Zeit, wo es keine Garantie dafür geben kann, dass gute Bildung auch eine gute berufliche Zukunft beinhaltet, ist es besonders wichtig, Kompetenzen zu fördern, die nicht mit Noten messbar sind. Dazu braucht es den Mut, im demokratischen Miteinander neue Wege zu gehen. Verschiedene Zeiten fordern unterschiedliche Maßnahmen. Eines ist und war jedoch allen Kolleginnen und Kollegen, die an dieser Schule über fünf Dekaden ihre Spuren hinterließen, gemeinsam: Mit Herz und Hand, Sachverstand und Tatkraft daran zu arbeiten, den besonderen Charakter

der Grundschule Am Höfling zu erhalten und sie gleichzeitig wo nötig zu verbessern. Ihnen allen gilt mein besonderer Dank. Meine Vorgängerinnen Frau Dockhorn und Frau Sanfleber seien hier stellvertretend genannt für so viele, die diese Schule im letzten halben Jahrhundert zu einem guten Ort für unsere Kinder gemacht haben. Für uns, die wir heute in dieser Tradition weiterwirken dürfen, bedeuten 50 Jahre Höfling die Verpflichtung, auch in Zukunft gute Arbeit zu leisten; dieser Aufgabe stellen wir uns. In diesem Sinne: Auf die nächsten 50 Jahre!

Anita Groß Schulleiterin der GGS Am Höfling


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Fräulein Heyll rechts oben: hier die alte, ... rechts unten: ...da die neue.

Fräulein Heyll

Für Dein Poesie-Album Die damalige Konrektorin Fräulein Heyll schrieb das folgende Gedicht ihrer Schülerin Irene in deren Poesie-Album: Es will mir gar nicht in den Sinn, daß ich heut' ins Album hinschreiben muß, weil zieht hinaus die zweite vom Netzmacherhaus. Vor drei Jahren war's Renate, der ich beim Abschied sagt': wie schade! Und heut ist es nun schon Irene, die mir eine dicke Träne laufen lässt übers Gesicht und der ich zum Abschied schreibe ein Gedicht. Was soll ich nächstens denn nur machen, wenn mir fehlt Dein freundlich' Lachen und seh' - wenn in die Klass' ich komm' -

neben oder hinter Tom nichts als einen leeren Platz? Wer sagt mir dann einen lieben Satz, wenn alle andern schlafen? - Ach, Irene, auch Werner wird nicht mehr wach, wenn niemand neben ihm mehr schmunzelt. Und wenn Fräulein Heyll die Stirne runzelt, sagt keiner mehr mit stillem Gesicht: "Ach bitte, schelten Sie mich heute nicht!" Weißt Du, das muß schon mal jemand sagen, wenn einen die bösen Buben plagen. Am besten, Du tust, was jeder hofft, und besuchst uns hier recht oft. Damit sich nicht vergessen lassen Deine beiden ersten Klassen,

hier die alte, da die neue, ich Dir in Dein Album streue. Und zum Abschied wünsch' ich Dir: bleib so fröhlich stets wie hier! Und denk auch noch eine kleine Weil' an Deine Lehrerin Friede Heyll


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Schul-Chronik 1957-1967

Schul-Chronik 1957-1967

Aller Anfang ist schwer "Am 17.1.1957 zogen die Kinder der mit diesem Tage nach achtjährigem Bestehen aufgelösten evangelischen Schule Höfchensweg in die neue Schule am Höfling ein." Mit diesen Worten beginnt die SchulChronik der Evangelischen Schule III, um anschließend zu beschreiben, wie die 125 Schüler und Schülerinnen aus ihrer vorübergehenden Bleibe in die neugebaute Schule gewandert sind. Die Konrektorin, Fräulein Heyll, durfte das weiße Band durchschneiden "und damit waren dem fröhlichen Einzug alle Türen geöffnet." Die übrigen Kinder, die auf verschiedene andere Schulen verteilt waren, kamen erst zu Ostern 1957 in das neue Gebäude. Zur offiziellen Einweihungsfeier am 4. Juni 1957 konnten schließlich 337 Kinder, 4 Lehrerinnen und 2 Lehrer sowie Rektor Kleingarn den Schulbetrieb eröffnen.

unten links: Fräulein Heyll durfte das weiße Band vor dem Eingang durchschneiden unten Mitte: Kinder bei der Einweihungsfeier oben rechts: vorher im Höfchensweg unten rechts: nachher im neuen Klassenraum

Schon damals modern Wie der Zeitungsbericht von damals beschreibt, war das Gebäude vom Aachener Architekten Hubert Hermann nach modernsten Prinzipien entworfen: "Ein Gang durch das neue Schulgebäude, weit ab vom Lärm des Verkehrs und der Stadt in einer Parkanlage gelegen, gab einen anschaulichen Begriff davon, wie schön und zugleich zweckmäßig neue Schulen gebaut werden können. Die sieben Klassenräume sind licht und hell gehalten. Die Schüler brauchen keine 'Schulbank zu drücken', sie sitzen auf praktischen, frei beweglichen oder Drehstühlen." Das war doch etwas ganz anderes als die Holzbänke in der provisorischen Unterkunft am Höfchensweg. Die fortschrittliche Gestaltung des Unterrichts ist sogar auf dem Foto von Ostern 1957 zu sehen: Gruppenarbeitstische

in freier Anordnung! Wie alt doch manche unserer Neuerungen schon sind... Der Schulbetrieb bestand noch aus 8 Jahrgängen, denn die damalige Volksschule umfasste die heutige Grund- und Hauptschule. Teile des Kollegiums waren katholisch, obwohl es ja eigentlich aus-


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Schul-Chronik 1957-1967 oben links: die Handballmannschaft 1960/61 unten links: Festliche Einweihung 1957

drücklich eine evangelische Schule war. Es war sozusagen eine unfreiwillige Gemeinschafts-Schule. Im Sport erfolgreich "Das Schuljahr 1960/61 war für unsere Schule das Jahr der Sportsiege", vermerkt die Chronik. Da gewann die SchulHandball-Mannschaft die HandballStadtmeisterschaft der Aachener Volksschulen und erhielt aus der Hand des "Lei-

ters des Stadtamtes für Leibesübungen" den begehrten Wimpel. "Bei den Bundesjugendspielen am 31.1.1961 errang die Mädchen-Mannschaft unserer Schule [...] zum dritten Male den Sieg über alle Aachener Volksschulen. Am 8.6.1961 findet sich allerdings die Notiz, dass ab sofort kein Sport mehr durchgeführt werde, da Kinderlähmungsgefahr bestehe. Erst im November 1962 schien dafür eine langfristige Lösung gefunden zu sein: "Die erste Schluckimpfung gegen Kinderlähmung findet hier statt; auch das Kollegium beteiligt sich daran. Bisher sind bei uns keine Krankheitsfälle dieser Art vorgekommen." Im Jahre 1963 errangen die Mädchen unserer Schule dann einen ersten und einen zweiten Platz im Turnwettkampf der Aachener Volksschulen. Im gleichen Jahr gewannen auch zwei Schüler vom Höfling die Schwimmwettkämpfe der Volksschulen der Stadt Aachen. Pocken Während die Kinderlähmung an der Schule praktisch spurlos vorbeigegangen war, tauchte ein Jahr später eine ebenso gefährliche Epidemie auf: Pocken! Der Stadtdirektor höchstpersönlich informierte am 26.2.1962 vormittags die Schulleitung: "Da im Lande die Pocken aufgetreten sind, die um sich zu greifen

drohen und damit die Gesundheit der Bevölkerung ernstlich gefährden, müssen Isolierstationen eingerichtet werden. Es wird die Möglichkeit erwogen, die Schule Am Höfling, abseits und im Grünen gelegen, als Quarantäne-Station einzurichten. Gegen 13:30 Uhr kam der fernmündliche Bescheid, dass die Schule Am Höfling als Quarantäne-Station eingerichtet werde. Unverzüglich benachrichtigte der Schulleiter alle Lehrkräfte im Laufe des Nachmittags: alle wollten gern persönlich zugegen sein, wenn die Klassen geräumt werden. Das gesamte Schulgebäude wurde geräumt." Die katholische Volksschule Michaelsberg stellte großzügig 6 Klassenräume und ein Lehrerzimmer zur Verfügung. "Der gepflegte Geist des gegenseitigen Helfens erwies sich als so kräftig, dass unser inneres Schulleben durch das Räumenmüssen nicht erschüttert wurde. Wir durften Eintracht mit unseren katholischen Glaubensbrüdern praktizieren und kamen ihnen ein erhebliches Stück näher." Am nächsten Morgen wurden alle Kinder vom Kollegium vor dem Schultor abgefangen, die Schule durfte nicht mehr betreten werden. Dort waren noch am vorigen Nachmittag Aufenthaltsräume, Schlafzimmer und eine Arztstation für die Pockenverdächtigen eingerichtet worden. Zudem versperrte eine kurzfristig errichtete Mauer den Ausgang zum Schulhof,


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Schul-Chronik 1957-1967 links: Luftfoto von 1959 unten: Rückkehr vom Probealarm 1964

allerdings so, dass noch ein schmaler Gang zu den Toiletten blieb. Erst zwei Monate später, im April 1962, konnte der Schulbetrieb wieder am Höfling stattfinden. Die Mauer hingegen blieb noch bis Juni 1962 bestehen. Soziales Engagement Im Sommer 1962 planten Vertreter des evangelischen Hilfswerks eine Stadtranderholung für Stadtkinder während der Sommerferien und schlugen unsere Schule als geeignete Unterkunft vor. "Das Kollegium stimmt gern zu, glücklich darüber, dass es Menschen gibt, die sich unserer oft nur auf Gassen und Gossen

angewiesenen Kinder annehmen wollen." In diesen Jahren war das Gebäude viel mehr als nur eine Schule. Schulerweiterung Schon im Juni 1961 - nur 4 Jahre nach dem Einzug - gab es erste Überlegungen, die Schule zu vergrößern. Vermutlich durch die Pocken-Räumung bedingt findet sich erst im Sommer 1962 wieder ein Gedanke an mehr Platz: "Gemeinsames Singen und Sagen im Treppenhaus, ein anderer Feierraum steht uns leider noch nicht zur Verfügung; wir hoffen, ihn demnächst in Gestalt einer Pausenhalle zu bekommen.

Doch wir finden uns zurecht auf engem Raum (über 350 Kinder aufgestellt im Treppenhaus), lernen uns behelfen, Rücksicht nehmen, Disziplin halten: ein wichtiges Stück politischer Bildung!" Endlich, im November 1962, wurde der Erweiterungsbau für die Schule vom Stadtrat der Stadt Aachen beschlossen. "Im Sommer 1963 erlebten wir die große Freude, dass mit dem längst geplanten Erweiterungsbau endgültig begonnen wurde. Dieser Erweiterungsbau soll umfassen: 6 Klassenräume und 4 Gruppenräume; verbunden werden soll er durch eine beheizbare, verglaste Pausenhalle mit dem Hauptgebäude. Unter der Pausenhalle soll ein Luftschutzkeller geschaffen werden. Ein Bauzaun wird erstellt, der das Baugelände vom übrigen Schulgebäude abtrennt, so dass die Schulkinder durch die Bauarbeiten auf keinen Fall gefährdet


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Schul-Chronik 1957-1967 oben links: Verabschiedung von Frau Wolf 1959, vor dem damaligen Haupteingang unten Mitte: Allerlei Gedichte 1961 unten rechts: Chor und Flötengruppe 1961, es dirigiert Frau Dahlbenden oben rechts: Festliche Einweihung 1957

war. Neben den vielen Darbietungen werden die über 200 selbstgebackenen Kuchen erwähnt, welche die Eltern gestiftet hatten.

werden können. Baumaschinen - vor allem Räumer und Bagger - verursachen einen erheblichen Lärm. Aber das Kollegium nimmt das gern in Kauf, wir stimmen uns mit den Bauleuten ab, die ebenso wie wir einzig darauf bedacht sind, zügig und ohne Stockung zu arbeiten, damit das Werk recht bald vollendet werde." Das hätte auch für den aktuellen Erweiterungsbau zur Offenen Ganztagsschule nicht besser formuliert werden können... Anfang September 1964 war alles fertig und am letzten Ferientag konnten die neu gelieferten Möbel eingeräumt werden. Am 7. November 1962 fand die offizielle Einweihungsfeier für den Erweiterungsbau statt, die offensichtlich ein voller Erfolg

Weitere Bauten Ganz unbescheiden endet der Bericht über die Einweihungsfeier: "Nun fehlt nur noch die eigene Turnhalle." Als eher kleinere bauliche Aufgabe wurden kurze Zeit später Eisentore an der Schulhof-Zufahrt angebracht, um vor allem die Müllfahrzeuge am verbotenen Befahren des Schulhofs zu hindern. Und schon im Mai 1965 hatte die Wahl der Schulpflegschaft "ein weiteres wichtiges Ergebnis: die Sache mit der eigenen Turnhalle langsam ins Gespräch bringen." Das schien erfolgreich zu sein, denn im Juli 1965 reichte die Schule bei der Stadt einen Antrag auf Errichtung einer eigenen

Turnhalle ein. Trotzdem dauerte es noch 10 Jahre bis zur tatsächlichen Eröffnung der Turnhalle.


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Schul-Chronik 1957-1967

oben links: Dankesworte an den scheidenden Rektor Kleingarn 1963 unten Mitte: Schulausflug in die Tropfsteinhöhle (Dechenhöhle im Sauerland) 1967

Kurzschuljahre Durch Landesgesetz wurden die Kurzschuljahre vom April 1966 bis November 1966 und von Dezember 1966 bis Juli 1967 eingeführt. Gleichzeitig wurde die Schulpflicht um ein Jahr auf 9 Pflichtschuljahre verlängert und der Einschulungstermin vom 1. April auf den 1. August verlegt. "Zum 30.11.66 gibt es bei uns keine Entlassungen. Kraft Gesetz wird das 8. Schuljahr ab 1.12.66 als 9. Schuljahr weitergeführt; in Wirklichkeit gehen diese Jungen und Mädchen lediglich 4 Monate länger zur Schule als ihre Vorgänger, gelten aber als Absolventen des offiziellen 9. Schuljahres, da nehmen die Eltern diese Opfer an Zeit gern in Kauf." Feiern An unserer Schule wurde immer gerne und viel gefeiert. Das begann natürlich direkt mit der Einweihungsfeier, nach der die

Konrektorin Heyll in der Chronik vermerkt: "Es ist uns im Laufe des Jahres eine liebe Gewohnheit geworden, uns zu seinen Höhepunkten in unserem schönen Treppenhaus zu einer Feierstunde zu versammeln, zu der alle Klassen ihren Beitrag brachten." Das neue Schuljahr beginnt mit einem Gottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche und endet im Treppenhaus mit dem so genannten "Schlusssingen und -sagen: Jede Klasse liefert einen Beitrag, Gedicht oder Lied. Zum Schluss richtet der Schulleiter ein Wort an die Schulgemeinde." Auch 1962, noch während der Schulbetrieb in der Schule Michaelsberg stattfand, wurden liebgewordene Zeremonien beibehalten: "Fast regelmäßig werden unsere

Konferenzen mit einer Kaffeetafel eingeleitet, zu der das letzte Geburtstagskind des Kollegiums Kaffee und Kuchen stiftet:

Das hilft über die Mittagspause hinweg, regt die Gespräche an und schafft günstige Voraussetzungen für persönliche Kontakte." Nur einmal schien das Feiern fast gescheitert zu sein: Im September 1962 "begehen wir in einer Feierstunde den 'Tag der Heimat'. Leider kommen die Weisungen des Kultusministeriums sehr spät; bis dahin bleiben wir im unklaren, was an diesem Tage geschehen soll. So bleibt uns nur wenig Zeit, eine würdige Feier vorzubereiten. Denn wenn schon Feier, dann auch eine wirkliche Feier, mag sie auch noch so schlicht sein." Die Einweihungsfeier des Erweiterungsbaus im Jahre 1964 hingegen wurde "von den drei Vertretern der Presse übereinstimmend und spontan als einmalig bezeichnet". Immerhin wurde das gleichzeitig stattfindende Schulfest auch von Erich Döhler ausgerichtet, der damals Regisseur und Ausstattungs-Chef beim Aachener Stadttheater war. Lorenz Hölscher


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Schul-Chronik 1968-1988


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Schul-Chronik 1968-1988 links: Herr Ketteniß 1976 mit seiner 4c rechts: Abschied 1976 vom Schützenhaus

Schul-Chronik 1968-1988

Moderne Zeiten Im Frühjahr 1968 sprachen sich die Eltern unserer damals evangelischen Grundschule für die Umwandlung in eine Gemeinschaftsgrundschule aus. Im Zuge der allgemeinen Umwandlung der Volksschulen mit bisher acht Klassen gingen die Kinder der "Oberstufe" zum größten Teil zur Hauptschule Ellerstraße (heute Malmedyer Straße), der Rest zur Hauptschule Luisenstraße. Wir waren nun die "Städtische Gemeinschaftsgrundschule Am Höfling" unter Leitung der neuen Rektorin Frau Dockhorn. Doch es gab gleich noch mehr Änderungen: Anfang 1969 wurden vorübergehend zwei Sonderklassen für sehbehinderte Kinder der Schule angegliedert. Und im März beschloß die Stadt Aachen, einen Schulkindergarten im Gebäude einzurichten. Anfang Juni 1969 wurde im Keller ein eigener Eingang geschaffen. Der Betrieb begann im September im provisorisch eingerichteten Physikraum mit 18 Kindern. 10 Jahre später gab es erste Gerüchte, dass die Existenz der Schulkindergärten "auf längere Sicht in Frage gestellt sei". Tatsächlich geschlossen wurde der Schulkindergarten aber erst viel später. Turnhalle und Schützenhaus Andere Umbauten zogen sich deutlich länger hin. Nachdem die Schule schon 1965 den Antrag auf Errichtung einer ei-

genen Turnhalle eingereicht hatte, stand immerhin schon 1971 in der Zeitung, dass deren Fertigstellung für jenes Jahr geplant sei. Aber noch im Oktober referierte Oberamtsrat Plum vom Schulamt über die Pläne und nahm Wünsche und Anregungen entgegen. Da wundert es nicht, dass der Baubeginn 1973 (!) wegen eines Baustopps aus konjunkturellen Gründen wieder verschoben wurde. Anfang 1974 versuchte die Schulpflegschaftsvorsitzende Frau Lorenz es mit einer Unterschriften-Aktion und brachte sogar die Turnhallenberechnungen selbst zum zuständigen Amt nach Köln. Das half wohl, denn im Juni 1974 wurden die Bauarbeiten für die Turnhalle ausgeschrieben und im Juli sogar die Baugrube schon ausgeschachtet. Mitte Oktober 1975 endlich konnte die neue Turnhalle eingeweiht werden, kaum 10 Jahre

nach den ersten Überlegungen! Die Schule hatte aber nicht nur Raumnot beim Turnen. Nachdem schon die sehbehinderten Kinder 1971 in den Räumen der benachbarten St.-Hubertus-Schützen untergebracht worden waren, war es 1975 erneut so eng, dass eine überzählige Klasse in das Schützenhaus ausweichen musste. Das führte zu Zeitungsartikeln über die "Beeinträchtigung des Unterrichts, der durch das Zurücklassen von Bier- und Zigarettenrauchdünsten entsteht, wenn abends die Schützen den 'Schulraum' benut-


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Schul-Chronik 1968-1988 oben links: Frau Dockhorn, Frau Vogel und Frau Renkens 1974 im Lehrerzimmer unten links: Frau Renkens, Frau Vogel, Frau Steller und Frau Jansen 1974 im Lehrerzimmer unten rechts: "Verkehrspolizisten" passen auf beim Schulfest 1973

zen und die Schüler am nächsten Morgen zum Unterricht kommen." Rektorin Dockhorn notierte dazu am Rande des Artikels, dass es keineswegs rieche. Erst Ende 1976 nahm die letzte Klasse Abschied vom Schützenhaus: "Einstimmiges Urteil lautet: Schön war's dort!" Erziehung im Umbruch Gerade in der Zeit nach 1968 wurden auch an der Schule die allgemeinen Veränderungen in der Gesellschaft sichtbar. 1969 hörten immerhin 170 Eltern (bei rund 250 Kindern!) dem Vortrag "Erziehung heute" zu: "Während es früher genügte, den Kin-

dern althergebrachtes Wissen beizubringen, muss die Hauptaufgabe der Erziehung jetzt sein, den Kindern die Möglichkeit zu geben, sich auf neue Situationen einzustellen." Im gleichen Jahr gab es einen weiteren Vortrag "Was unsere Kinder lesen, was sie lesen sollten". Sogar die Tageszeitungen berichteten anschließend darüber: "Das Referat wurde mit einem Lichtbildervortrag 'Die Eltern waren ahnungslos' verbunden. Es war aufschlussreich, aus dem Mund eines erfahrenen Pädagogen zu erfahren, was Kindern jeden Alters an Druckerzeugnissen am besten ansteht. 'Das rechte Buch zur rechten Zeit' sei dabei der richtige Wahlspruch. Klar und eindeutig führten die Lichtbilder vor Augen, mit welchem 'Wortschatz' und mit welchen Verhältnissen auch sexueller Art Kinder und Jugendliche in Groschenromanen, Leihbuchreißern und sonstigen Schmökern aller Schattierungen konfrontiert werden." Trotzdem wurde ab September 1970 auch der Sexualkunde-Unterricht in der Grundschule Pflichtfach. Die Elternversammlung vorher war erwartungsgemäß "mit etwa 170 erschienenen Personen sehr rege." 1971 wird zudem noch die Mengenlehre eingeführt, die den Eltern ebenfalls auf einem Elternabend erst erklärt werden muss. Als ob das nicht genug des Umbruchs

wäre, zeigte der Vortrag "Kinder und Jugendliche heute - Im Einfluss der Massenmedien", dass auch das Fernsehen zunehmend zum Thema wurde. So standen auf dem zugehörigen Positionspapier gar unerhörte Thesen: "Das Fernsehen in der Familie verhindert jedes Gespräch und lässt keine Zeit mehr für andere Beschäftigungen in der Freizeit" oder "Das Fernsehen in unserer Gesellschaft ist ein Instrument der herrschenden Klasse. Es dient dazu, [...] das Volk zu verdummen und Missstände in der Gesellschaft zu verschleiern." Da konnten auch andere Einflüsse der Gesellschaft nicht vor den Schultoren halt machen. Der Konrektor Brammertz bezeichnete 1971 das sonst eher recht tradi-


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Schul-Chronik 1968-1988 oben rechts: Konrektor Brammertz im Steinbruch unten links: GoCart-Bahn beim Schulfest 1973 unten Mitte: Spannung bei der Generalprobe zu "Rumpelstilzchen" vor dem Schulfest 1973 unten rechts: "Lustige Tigergeschichten" beim Schulfest 1973

tionelle Pfingstsingen im Treppenhaus sogar als "Sit-in". Im Schuljahr 1973 wurde eifrig weiter diskutiert, diesmal darüber, wie "die Lernschule mit der Denkschule zu verbinden" sei. Auf einem späteren Elternabend gab es lebhafte Diskussionen zum Thema "Konfliktsituationen". Aber "nicht alle Eltern begrüßten diesen 'Einbruch' der sehr jungen Eltern", wie die Chronik vermerkt. Schließlich gab es 1974 auch Unmut von der anderen Seite: "das Kollegium rebelliert gegen die Neuen Richtlinien und die damit verbundene Teamarbeit, mit der Aufgabe, einen gemeinsamen Stufenjahresplan zu erarbeiten." Und direkt im Anschluss: "das Kollegium rebelliert gegen die freiheitliche Form der Schülerentlassung - sie wünschen härtere Disziplin." Verkehr Im Jahre 1969 erwähnt die Chronik "die leuchtend gelben Mützen, die die Kleinen im Verkehr schützen sollen, [sie] lassen

sie auch sofort im Schulgelände als zu Beschützende erkennen." Obwohl erst im März 1973 das Thema "Verkehr" wieder aufgegriffen wurde, war es dort bereits als zweiter Appell überschrieben: "Es geht wieder einmal um die Sicherheit Ihrer Kinder auf dem Schulweg. [...] Für manche Kinder ist der Übergang bei den Lotsen der Karl-Marx-Allee ein kleiner Umweg, aber ein zumutbarer, wenn es um das Leben der Kinder geht. [...] Wir danken allen Autofahrern, die nicht mehr in der Einfahrt Höfling wenden. leider haben einige Eltern nicht verstanden, dass zwar das Einfahren relativ ungefährlich ist, die eigentliche Gefahr jedoch im Wenden liegt." Das schien alles nichts geholfen zu haben und machte schon im August 1973 eine erneute schriftliche Mahnung notwendig: "Bitte fahren Sie nicht in die Einfahrt Am Höfling ein, denn Sie müssen ja wieder zurückfahren, also wenden oder

zurücksetzen. Die guten Fahrer wissen, dass es Winkel gibt, in denen man dann ein unachtsames kleineres Kind nicht sehen kann." Im Rahmen der Aktion "Sicherer Schulweg" wurde 1974 an der Stelle der heutigen Ampel ein Übergang eingerichtet. "Nach den Osterferien wird ein erwachsener Schülerlotse eine neue Übergangsstelle an der Karl-Marx-Allee betreuen. [...] Wir hoffen, dass Sie unser Bemühen nach Kräften unterstützen, indem Sie die Kinder immer wieder auf die Gefahren des Straßenverkehrs einerseits und die Schutzwirkung des Lotsendienstes andererseits hinweisen!" An einem anderen Lotsen-Übergang (an der heutigen Aral-Tankstelle) sollte drin-


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Schul-Chronik 1968-1988

oben: Herr Ketteniß mit "Olympiadach" 1976 unten links: "Burtscheider Glockenspiel" 1980 unten rechts: "Sparschweine" 1981

die Verkehrswacht Aachen anhand von Filmen, wie Eltern durch Vorleben und Einüben ihr Kind verkehrstüchtig machen können. "Interessant war, dass die Eltern sich kaum die Frage stellten, was können wir tun, sondern nur forderten, dass die Stadt etwas tun sollte", schrieb Rektorin Dockhorn danach. Ein weiteres Jahr später war Frau Graffenberger als Schülerlotsin für unsere Schule der Tageszeitung sogar einen halbseitigen Artikel wert. Schließlich führten sie und zwei weitere Lotsen die Kinder schon seit 6 Jahren sicher über die Straße. Trotz des öffentlichen Lobes war im Mai 1979 aber wieder ein Elternbrief fällig, der auf das absolute Halteverbot im Höfling und vor allem die Gefahren hinwies, die vom Parken in zweiter Reihe oder sogar auf dem Lotsenübergang ausgingen. 1984 hatte sich immer noch nichts verbessert: es gab weiterhin Schülerlotsen und eine Elterninitiative forderte im Verkehrsausschuss der Stadt Aachen eine Ampelanlage an der Karl-Marx-Allee.

gend eine Ampelanlage eingerichtet werden, forderten Schule und Schulpflegschaft den Stadtrat 1976 auf. Der Verkehrsausschuss "will empfehlen, den Ausbau vorrangig zu beginnen." Wie eigentlich immer passierte aber of-

fenbar erst einmal nichts. Daher gab es Ende 1977 einen Elternabend, auf dem eine neue Unterschriftensammlung für die zu erstellende Ampelanlage beschlossen wurde. Bei der gleichen Veranstaltung zeigte

Alaaf! Weniger ernst, wenngleich ebenfalls auf der Straße, war die Teilnahme am Aachener Karneval. Ein erstes Mal findet sich 1970 der Hinweis darauf, dass die Kinder am Samstag vor Karneval oder am Nachmittag (!) des Fettdonnerstags in Kostümen in den Klassen spielen und tanzen.


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Schul-Chronik 1968-1988 oben links: Karnevalszug 1975 unten links: Schulteich 1985 unten rechts: Pflanzarbeiten am Teich 1985 oben rechts: Titelbild der Schülerzeitung 1980

lief die 4b unter Leitung von Frau Lanzrath wieder im Kinderkostümzug mit: "Nachdem, wie sich mittlerweile überall in der Stadt herumgesprochen hat, das Rathaus sein Glockenspiel bekommen hat, wollten auch die Burtscheider nicht länger zurückstehen. Für die 'Burtscheider Glockenspiele' plädierten jedenfalls die Jungen und Mädchen der GGS Am Höfling ganz närrisch." Im nächsten Jahr gingen die Schüler und Schülerinnen ein vorerst letztes Mal im Zug mit, als "Sparschweine der Nation". So geht es weiter bis 1974 mit "Karneval in allen Räumen", dies sogar als einziger Eintrag in der gesamten Chronik mit einem rotem Stift. Sollte das närrische Treiben da noch als Fehler vermerkt werden? Aber schon ein Jahr später nahm unsere Schule sogar am Kinderkostümzug teil und erhielt im Zeitungsbericht direkt eine lobende Erwähnung. Die Schüler und Schülerinnen der 3c unter Leitung von Herrn Ketteniß hatten sich als Schneemonster verkleidet. 1976 trugen 50 Kinder aus allen vierten Schuljahren eine Plastikplane auf Besenstielen unter dem Motto "Münchens Dach für Olympia", weil bekannt war, dass das Stadiondach im Austragungsort Montreal nicht rechtzeitig fertig würde. Glücklicherweise nahm die Schule im folgenden Jahr nicht am Karnevalszug teil, "da es furchtbar geregnet hat". Erst 1980

Besondere Initiativen Immer mal wieder tauchen in der Chronik einzelne Aktionen auf, die im Schulleben einmalig blieben. Manche davon unfreiwillig wie die Räumung der Schule zur Pockenepidemie 1962, aber andere eben auch als geplante Highlights. So erschien im Februar 1980 erstmalig die Schülerzeitung "Pause", die in einer

Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von Frau Rüssler (heute: Frau Wolf) sehr selbstständig von den Kindern erstellt und für 30 Pfennig verkauft wurde. Zum Schulfest 1981 gab es eine weitere Ausgabe, die neben Witzen und Rätseln wieder sehr liebevoll gemalte und selbst getextete Anzeigen enthält: "Blumenhaus Dagmar: Kränze, Sträuße, Gestecke und Schnittblumen gibt es hier. Alles billig und natürlich gute Bedienung. Also kommen Sie zum Blumenhaus Dagmar." 1982 schließlich findet sich die letzte dokumentierte Ausgabe der Schülerzeitung. Dafür hielt 1985 ein großes Projekt der 3. Klassen die Schule in Atem: der Schul-


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Schul-Chronik 1968-1988 oben links: Plan des Schulteichs unten links: Spaß beim Wassereinlassen 1985 unten rechts: Hof-Café beim Sommerfest 1969

weiher wurde angelegt. Im Mai trafen sich Schüler, Eltern und Reporter mit Spaten, Schaufeln und Schubkarren zum ersten Spatenstich. Anderthalb Stunden lang schufteten sie, bis knapp 80 qm Rasen

abgestochen und abseits gelagert worden waren. Im Oktober dann war die Grube soweit ausgehoben und mit einer riesigen Teichfolie versehen, dass die ganze Schule in einer gemeinsamen Feier das Wasser einlaufen lassen konnte. Das war offensichtlich eine Riesengaudi, bei der auch ein Schlauchboot und nasse Füße nicht fehlen durften. Konrektor Brammertz war nicht nur treibende Kraft beim Teichprojekt, sondern hatte 1986 noch Zeit, ein Gesellschaftsspiel "Dreimal rund um Aachen" zu entwickeln. Kinder der 4. Klasse stellten es mit ihm in einem Zeitungsartikel vor. Im September 1986 hatten zwar die Kinder schulfrei, weil der Deutsche Katholikentag in Aachen stattfand und alle Klassen als Quartier benötigt wurden. Für die Lehrer bestand jedoch Dienstpflicht im Rahmen einer Pädagogischen Konferenz zum Thema "Sachunterricht". Das war eine gute Gelegenheit für Herrn Brammertz, über unseren "Schulweiher im Unterricht in Theorie und Praxis" zu referieren. Im nächsten Schuljahr nutzte Frau Schröder die Chance, mit ihrer 4c beim Wettbewerb "Das lesende Klassenzimmer" des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels teilzunehmen. Zwar brachte das Projekt dort nur eine Teilnahmeurkunde ein, machte aber of-

fensichtlich allen Beteiligten so viel Spaß, dass mindestens 6 Schüler später mit Sicherheit einmal Schriftsteller werden wollten. Und die Stadtbücherei bot an, das 72 Seiten starke Buch zu binden und zur Ausleihe bereitzustellen. Lorenz Hölscher


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Erste Kinderladenklasse in einer Aachener Grundschule

Erste Kinderladenklasse in einer Aachener Grundschule

unten: Frau Dockhorn mit ihren Kinderladen-Kindern

Revolution in der Schule Im Sommer 1976 begann für Frau Dockhorn - damals Schulleiterin am Höfling ein spannendes Experiment: Die ersten Kinder aus Aachener Kinderläden standen vor ihrer Einschulung. Die Eltern suchten gemeinsam eine Grundschule, die ihren hohen pädagogischen Ansprüchen genügen könnte. Eine Voraussetzung: alle 18 Kinder sollten natürlich zusammen in eine Klasse kommen! Der Höfling wurde als mögliche Schule unter die Lupe genommen und für geeignet befunden. Das Schuljahr begann mit der "Lehrer –

Schüler – Konferenz" von Thomas Gordon, einem Geschenk der Eltern für die Schulleiterin. So stellten sie sich die Schule ihrer Kinder vor! Die Klassenlehrerin Frau Dockhorn nahm die Herausforderung an. Es gelang ihr problemlos, die ständigen Unterrichtsbesuche der engagierten Eltern zu integrieren. Im Vorfeld ermunterte sie weitere Eltern, ihre Sprößlinge in die Klasse der "jungen Wilden" zu schicken, um die damals übliche Klassenstärke von über

30 Kindern zu erreichen. Es wurde eine spannende und gelungene Grundschulzeit, vielseitige Erfahrungen auf beiden Seiten. Unzählige Aktivitäten der Kinder und Eltern innerhalb und außerhalb der Schule ergänzten den Unterricht. Zu großen Übermut von Kindern und Eltern wusste Frau Dockhorn mit einem beherzten Griff zu ihrer Gitarre und einem Lied zu besänftigen. Hanne Gertz-Thör Antin Schwenger-Klika


Das Gut Höflein und das Haus Höfling

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Das Gut Höflein und das Haus Höfling

unten links: Foto von der (heutigen) Straße Am Höfling aus unten rechts: Gemälde des Bauernhofs von H. Gehlen 1932

Warum es "Am Höfling" heißt Das Gut Höflein, auch "Große Zeise" genannt, stand - mit nur sechs Morgen Land umgeben - an der heutigen Straße Am Höfling. Ob der nur sechs Morgen Land ist die Bezeichnung "Höflein" wohl berechtigt. Im 18. Jahrhundert stand das "Höflein" im Eigentum des Aachener Bürgermeisters de Loneux, der durch die Mäkeleien im Aachener Rat bekannt wurde und der auch 1728 Vogtmajor (Meier) von Burtscheid war. "Höfling" und "Großen Zeisen" hatte der

Vater von de Loneux am 25. September 1716 gekauft. Am 8. Juni 1791 wurde das Gut zur Tilgung einer Schuld dem Gläubiger übertragen. In der Franzosenzeit (1812) hatte der Hof die Hausnummer 306 und war von der Familie Knops bewohnt. Am 7. Februar 1885 kaufte die Gemeinde Burtscheid das Acker- und Wiesengütchen "Höflein" mit einer Grundfläche von drei Hektar, 14 Ar und 48 Quadratmetern für 39.000,- Mark zum Zwecke der Errich-

tung eines Isolierhospitals, das wohl um die Jahrhundertwende fertiggestellt und später zu der Milchverwertungsanstalt "Am Höfling" erweitert worden ist. Also längst nicht mehr landwirtschaftlich genutzt, hatte wohl der Landwirt Kleiber (von Kockarts Erb) nach dem Zweiten Weltkrieg dort noch seine Geräte untergebracht, um in der Nähe liegende Flächen zu bearbeiten. Die "Milchverwertungsanstalt" musste 1973 dem Bau einer Turnhalle weichen, die am 24. November 1975 fertiggestellt wurde. Mit Beginn der Bautätigkeit an der Ecke Branderhofer Weg/Am Höfling wird wohl auch das "Höflein" abgerissen worden sein (etwa 1928). aus: Heinrich von Schwarzenberg, Alte Höfe in Burtscheid, Aachen 2000


22 Schul-Chronik 1988-1999

Die Schule öffnet sich Große Buchwoche Am Höfling In der Zeit vom 14. März bis zum 18. März 1988 findet in der Schule eine "Buchwoche" statt. Leseförderung wird hier immer großgeschrieben. Alle Klassen haben sich seit Wochen intensiv mit Kinderbüchern beschäftigt, die Ergebnisse werden in der Buchwoche vorgestellt. Ziel der Woche: Die Kinder zu verstärktem Umgang mit guten Büchern zu führen.

Schul-Chronik 1988-1999 links unten: der Pavillon wird 1990 vom Kran auf das Fundament gesetzt Mitte unten: ein Teil des Pavillons ist 1990 schon an Ort und Stelle unten rechts: Hausmeister Brunkartz erklärt den Kindern 1990 die Baustelle

Wie vielschichtig die Möglichkeiten im Umgang mit Literatur sein können, erfahren die Kinder bei den kreativen Aktionen in den zahlreichen Projektgruppen. Dauerthema Am Höfling – Raumnot Mit den Anmeldezahlen zum Schuljahr 1989/90 kommt wieder das Thema "Raumnot" auf die Tagesordnung. Der versprochene Pavillon, der auf dem kleinen Schulhof installiert werden soll, kann erst im Januar 1990 bezogen werden. Doch die Freude ist nicht ungeteilt, es gibt massive Elternproteste aufgrund einer angenommenen Asbestbelastung, die jedoch nicht nachweisbar ist. Einschulungsfeier schon vor den Sommerferien Um die Schulneulinge frühzeitig auf ihre neue Schule einzustimmen, werden sie

schon vor den Sommerferien zu einer Einschulungsfeier mit Theaterstück und anschließendem Basteln eingeladen. Im Jahr 1989 wird von der Klasse 4c unter Leitung der Klassenlehrerin Anita Groß das Singspiel "Frederik" nach Leo Leonni aufgeführt. Leseförderung Im März 1990 wird die Kinderbuchautorin aus Aachen, Sigrid Zeeveart, eingeladen,


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Schul-Chronik 1988-1999 links: die 4c führt 1993 das Singspiel "Frederik" auf rechts oben: Frau Sanfleber hilft beim Burtscheider Lichterfest 1990 rechts unten: Frau Molitor stellt 1990 ebenfalls Kerzen auf

sie liest aus ihrem ersten Buch "Max mein Bruder". Dieses Angebot zur Steigerung der Lesemotivation wird in den folgenden Jahren immer wieder fortgesetzt. Die Schulbücherei wird aus dem dunklen Keller ans Licht gebracht. Die Kinder können in einem neuen Raum nach Herzenslust schmökern und in den übersichtlichen Regalen Bücher finden und ausleihen. Bis zum Jahr 2002 wird der Buchbestand regelmäßig aktualisiert und erweitert. Engagierte Eltern ermöglichen es den Kindern, in allen großen Pausen sowohl Bücher auszuleihen als auch gemütlich zu schmökern. Im Juni 1991 wird wieder eine Sternwanderung aller Klassen zum Freizeitgelände in Wahlheim organisiert. Dort finden Spiel- und Sportaktionen statt, Eltern sorgen für das leibliche Wohl. Neue Formen schulischen Lernens Im Rahmen des Projektes "Abenteuer Lesen" wählen Kinder der Klasse 3c Abenteuerbücher aus und gestalten auf dieser Grundlage im fächerübergreifenden Unter-

richt reale Abenteuer- und Erlebnisräume. In ihren "Fantasieräumen" tragen sie den Kindern der Schule und vielen Eltern und Gästen ihre Abenteuergeschichten vor. Sie verbringen sogar eine Lesenacht in ihren Räumen, eine Aktion, die in den folgenden Jahren in vielen Klassen zum festen Bestandteil der Leseerziehung wird. "Das Schöne an Abenteuerbüchern ist, dass für eine Zeit lang Erfundenes nicht von Wirklichem getrennt werden kann, das Leserinnen und Leser in eine ferne Welt versetzt werden". Burtscheider Lichterfest Mehrere Jahre beteiligt sich die Schule am Burtscheider Lichterfest, das auf den Kurparkwiesen mit bunten Teelichtern gestaltet wird: z.B. das Schullogo 1990 oder eine Schnecke 1993. Wohin mit den behinderten Kindern nach vier Jahren erfolgreicher Integration? Nach vier Jahren erfolgreicher Integration in der Grundschule stellt sich auf einmal die Frage: Wie geht es weiter mit unseren behinderten Kindern? Frau Sanfleber sowie die Elternschaft initiieren ein Podiumsgespräch zu dieser Thematik. "Unsere ersten behinderten Kinder werden zum Ende des Schuljahres eine wei-

terführende Schule brauchen, die die Integration fortführt. Es scheint noch wenig Aussichten auf Erfolg unserer vielfältigen Bemühungen zu geben." Bewegung in der Schule Unter der Konrektorin Anita Groß erhalten die sportlichen Aktivitäten einen größeren Stellenwert. In Zusammenarbeit mit der AOK wird 1993 "Laufen macht Spaß" eingeführt. Im Rahmen der jährlich stattfindenden Bundesjugendspiele können alle Kinder auch das Sportabzeichen erwerben. Das Angebot wird von den Kindern angenommen, die Schule belegt stadtweit jährlich einen Spitzenplatz beim Sportabzeichen-Wettbewerb.


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Schul-Chronik 1988-1999 links: Frau Lanzrath und Frau Groß freuen sich 1994 über die Urkunde bei "Laufen macht Spaß"

sonen, die Aufführungen des DAS DATheaters werden Bestandteil des Jahresprogramms der Schule.

Sportaktionstage finden statt und die Schule beteiligt sich an außerschulischen Veranstaltungen zur Förderung der Bewegungsfreudigkeit (Vital Gesundheitspreis 2000; Friedensläufe; Aachener Triathlon u.V.m.). Viele Schulfeste stehen ebenfalls unter einem sportlichen Motto, es gibt im Wechsel Sommerfeste und Jux-Sportfeste (1994), bei denen kreative Bewegungsstationen zum Mitmachen motivieren. "Den Besucher erwarten zahlreiche Spiel- und Spaßaktivitäten. Es gibt viel Gesang, Tanz und Akrobatik." Der frisch gegründete Förderverein veranstaltet eine Tombola, zwei Fußbälle, signiert von prominenten AlemanniaSpielern werden versteigert, sodass die

Kasse einen Grundstock erhält. Der Plan, die Pausen mit einem Klettergerüst bewegter zu gestalten, kann nicht sofort umgesetzt werden, da zwar das Gerüst finanziert werden kann, nicht aber die erforderlichen Fallschutzmatten. Zur Freude der Kinder wird im Mai 1996 das Klettergerüst mit einer Feier in Beschlag genommen. DAS DA-Theater 1995 verwandelt das DAS DA-Theater zum ersten Mal unsere Pausenhalle in einen Theatersaal. Begeistert verfolgen unsere Kinder "Ich und Du", ein Stück von der Angst und wie man sie überwindet. Nicht nur die Kinder sind begeistert, sondern auch die Lehrper-

Die Politik meldet sich wieder zu Wort 2.000 Kinder, Lehrer und Eltern demonstrieren im Mai 1995 auf dem Marktplatz unter dem Motto: "Null Bock auf weniger Bildung" und: "Wir wollen keinen Unterrichtsausfall". In diesem Rahmen veranstaltet eine Klasse ein Verhüllungshappening à la Christo: "Die Klasse 4c verhüllt unter der Leitung von Monika Schröder sieben Schulstühle mit Heftseiten und vielen geknüpften Fäden. Die Stühle waren uralt und in sehr schlechtem Zustand. Unserem Antrag auf andere Möbel ist jetzt nachgekommen worden, sie wurden ersetzt durch gebrauchte Stühle einer anderen Schule". 1996 befragen Kinder unserer Schule im Zirkus Roncalli Politiker zu dem Thema: "Kinder haben Rechte". Im Kinderforum von UNICEF stellen einige Kinder Fragen zu den Bereichen Kinderrechte, Treffpunkte für Kinder, gemeinsames Leben von behinderten und nichtbehinderten Kindern. Projektwochen Das Schuljahr 1996/97 beginnt mit einem ganz neuen Lernerlebnis: Die Klassenverbände werden aufgelöst, jahrgangsüber-


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Schul-Chronik 1988-1999 rechts: "Sanfthildchen und die Höflingszwerge", das Theaterstück 1999 anläßlich der Verabschiedung von Frau Sanfleber als Schulleiterin

greifend arbeiten Lehrpersonen, Eltern und Kinder gemeinsam an einem Thema. Mit der Projektwoche: "Wie und wann kann ich mich als Kind sicher fühlen", begeben sich alle in pädagogisches Neuland. Es gibt verschiedenste Projekte, die Anita Groß mit außerschulischen Partnerinnen und Partnern organisiert. Ziel ist, "dazu beizutragen, die Schülerinnen und Schüler zu sensibilisieren, einen Blick für 'gefährliche' Situationen zu bekommen und sie so unter anderem zu befähigen, zu ihrer eigenen Sicherheit durch Vermeidung beizutragen". Dies gilt natürlich auch für die sozialen Belange der Kinder. In mehreren Gruppen z.B. Kinderschutzbund und Marienhospital geht es darum, Kinder für Krisensituationen handlungsfähig zu machen. Nicht nur schulisch ist die Projektwoche ein Erfolg. Die Dokumentation der Projektwoche, von Anita Groß verfasst, wird beim landesweiten Wettbewerb des GUV (Gemeindeunfallversicherungsverband), dem alle Schulen angeschlossen sind, eingereicht. Die Schule gewinnt den mit 5.000,- DM dotierten 1. Preis. Diese Projektwoche "macht Schule". Gestärkt durch den Lernzuwachs von Kindern und Erwachsenen plant das Kollegium, alle zwei Jahre zu einer Thematik im Rahmen einer ebenso gestalteten Projektwoche zu arbeiten.

In den Folgejahren werden folgende Themen in jeweils mindestens zwanzig verschiedenen Projektgruppen während einer Woche behandelt: 1998/99: Kinder stark machen; 2000/01: Kinderspiel(t)räume; 2002/03: Handwerk(statt) Schule; 2004/05: Bücherwurm trifft Leseratte; 2006/07: 50 Jahre Höfling – Immer 1. Liga. Zeugnis ohne Noten – Berichte sagen mehr Dieses Motto versteht die Schulkonferenz als Leitlinie ihrer Beschlüsse in den Jahren 1997 und 1998, denn im dritten Schuljahr werden - wie auch in den ersten und zweiten - reine Berichtszeugnisse geschrieben, die ausführlich den Entwicklungsstand der Kinder beschreiben. Eine Mutter betont, dass sie "mit diesen Hinweisen zur Leistung ihres Sohnes viel mehr anfangen (kann), als wenn da eine Note stünde. Ich erkenne mein Kind darin wieder und weiß, woran man etwas tun kann." Eltern-Themenabende Anknüpfend an Themenabende für Eltern organisiert die Schulpflegschaft in Kooperation mit dem Förderverein im Mai 1999 einen Abend zum Thema: "Gewalt in der Schule." In lockerer Folge bietet die Schulpflegschaft auch weiterhin pädagogische Infoabende an (z.B. zum Thema Sexualerzie-

hung, Übergang zu weiterführenden Schulen) und setzt so die schon unter Frau Dockhorn begonnenen pädagogischen Abende fort. Eine Epoche geht zu Ende Ende des Schuljahres 1998/99 verabschiedet der Höfling mit einer kreativen, abwechslungsreichen und alles andere als förmlichen Feier seine Rektorin Frau Sanfleber. Ein besonderer Höhepunkt ist das Theaterstück des Kollegiums "Sanfthildchen und die Höflingszwerge". Der Abschied von der "Vollblutpädagogin" fällt nicht leicht. "Das Kind in seiner ganz persönlichen Art ernst zu nehmen, war ihr ebenso wichtig, wie den Teamgeist im Kollegium zu fördern und die Zusammenarbeit mit den Eltern zu intensivieren." Frau Sanfleber lädt am letzten Schultag das "Eismännchen" auf den Schulhof ein und versüßt den Kindern so ihren Abschied. Anita Groß und Dietrich Marold


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Karnevalsfeier 2007 Alle Fotos: Bärbel Dohr-Buschmann

Karnevalsfeier 2007

50 Jahre Höfling - immer 1. Liga! Auch in diesem Jahr war unsere Schule wieder beim Aachener Kinderzug vertreten, wie es schon seit über 37 Jahren Tradition ist. Unser eigenes Motto "50 Jahre Höfling - immer 1. Liga!" für die Teilnahme am Kinderkarnevalszug 2007 war angelehnt an das offizielle Motto "Märchenprenz at mänech Johr, ömmer 1. Liga wor". Am Fettdonnerstag haben alle Kinder

natürlich auch schon in der Schule gefeiert. Von dieser Feier hat Bärbel DohrBuschmann ein paar Impressionen ausgewählt.


Karnevalsfeier 2007

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Schulchronik 1999 – 2007 unten: Stadtmodell zum Verkehrssicherheitspreis 2000

Schulchronik 1999 – 2007

Gemeinsam Schule machen bringt mehr! Arbeit am Schulprogramm Die Vorgabe des Schulministeriums, dass Schulen ein Schulprogramm entwickeln, ist der Anlass, gemeinsam Leitlinien zu erarbeiten, die das Profil der Schule beschreiben. Dass dies bei der Vielzahl der pädagogischen Vorstellungen eines großen Kollegiums nicht in einer Konferenz abgehandelt werden kann, ist von vornherein klar. Im Mai 1999 findet sich das gesamte Kollegium und interessierte Eltern zu einer zweitägigen pädagogischen Arbeitstagung zusammen, um ausreichend Zeit zu haben, eine von allen getragene Leitlinie als Ausgangspunkt für die weitere Schulprogrammarbeit festzuschreiben. Aus diesem Klärungsprozess entwickelt sich unser Motto: "Gemeinsam Leben gemeinsam Lernen". Es bedarf noch vieler Klein- und Großgruppentreffen und teilweise intensive und ausdauernde Diskussionen, bis das Schulprogramm im August 2002 in Form einer Broschüre der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Da die Arbeit am Schulprogramm ständig fortgeschrieben wird, soll eine Lose-BlattSammlung gestartet werden, in der pädagogische Inhalte, gemeinsame Lehr- und Arbeitspläne, Planung von Veranstaltungen und Aktivitäten usw. ihren Platz finden.

Neue Leitung – neuer Schwung! Zu Beginn des Schuljahres 1999/2000 wird Anita Groß mit der kommissarischen Leitung der Schule beauftragt und im September 2000 zur Rektorin ernannt. Viele schon in ihrer Konrektorinnenzeit begonnene Projekte werden fortgesetzt und intensiviert (Schulprogramm, umfangreiche regelmäßige Projektwochen, Basare und Schulfeste, Theater und Lesungen, sportliche Aktivitäten usw.) Im Rahmen der Verkehrserziehung startet eine dritte Stufe im Frühjahr 2000 einige Aktionstage rund um die Verkehrssicherheit. Höhenpunkte sind ein Schilderrap, Reaktionsschulung, der Bau eines

dreidimensionales Stadtmodells sowie eine Verkehrszählung und eine Modenschau für sichere Verkehrskleidung. Mit den Ergebnissen beteiligt sich die Schule am `Verkehrssicherheitspreis NRW 2000´ und gewinnt den zweiten Platz. Gemeinsamer Unterricht Im Rahmen der Aachener Grundschulwoche im November 2001 setzt die Schule ihren Schwerpunkt auf den Gemeinsamen Unterricht, der seit diesem Schuljahr in vier Klassen stattfindet. Sie organisiert hierzu eine Podiumsdiskussion. "Ausgehend von Kathryn Caves Kindergeschichte 'Irgendwie Anders' schilderten die


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Schulchronik 1999 – 2007 oben links: Frau Groß beim Schulfest "Spiele ohne Grenzen" 2002 Mitte und unten links: Nach der Zeugnisausgabe 2003 steigt die Elternfête, sogar mit Band unten rechts: Treppenlift-Einweihung 2001 mit Mitarbeiterinnen von ab&p

engagierten Lehrerinnen, dass der Gemeinsame Unterricht erfolgreich und für alle Betroffenen bereichernd ist."

Allerdings wird an diesem Abend wieder deutlich, dass der Übergang auf weiterführende Schulen nach wie vor nicht zufriedenstellend gelöst ist. Nur wenige Kinder finden einen Platz in der Gesamtschule Brand, die mit dem gemeinsamen Unterricht begonnen hat. Alle anderen müssen auf Förderschulen wechseln. Durch den Einbau eines Treppenliftes wird es möglich, auch Kinder mit einer Körperbehinderung in der Schule aufzunehmen. Der Verein 'Arbeitsgemeinschaft Behindertenhilfe & Projektentwicklung e.V.', hat der Schule diesen kostspieligen Einbau finanziert. In einer kleinen Feierstunde übergibt die Projektleiterin Frau Ponten den Treppenlift an die Stadt Aachen. Der Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden nimmt das Geschenk an. Hintergrund dieser Übergabe: Mit der Annahme des Geschenkes übernimmt die Stadt Aachen die Wartung und

Instandhaltung der Anlage. Einen zweiten Lift sponsert der Verein im Februar 2002, auch dieser wird in einer Feierstunde der Stadt Aachen übergeben. Grund zum Feiern! Nicht nur für Kinder soll es Feste geben. Warum nicht auch für die Eltern der Schule, die aktiv und engagiert die schulische Arbeit unterstützen, einmal etwas völlig Neues anbieten? Auf Anhieb gelingt der Versuch, am Tage der Zeugnisausgabe Ende Januar 2001 eine Elternfete zu veranstalten. Das Fest ist sehr gut besucht, es wird gegessen, gelacht, getanzt und diskutiert. Erst am frühen Morgen leert sich die festlich geschmückte Pausenhalle. Seit diesem Jahr findet die Elternfete jährlich am Zeugnistag zum Ende des Schulhalbjahres statt. Am 10.03.01 erhält Frau Gertrud Dockhorn, die erste Rektorin der Gemeinschaftsgrundschule, für ihr unermüdliches Engagement in Bolivien das Bundesverdienstkreuz. Es wird ihr im weißen Saal des Rathauses verliehen. Die Schule platzt aus allen Nähten – fünf 1. Klassen! Bei allen gemeinsamen Veranstaltungen in der Pausenhalle wird die Enge deutlich. So auch bei der Einschulungsfeier am 20.08.2001, als zum ersten Mal fünf erste


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Schulchronik 1999 – 2007 links oben und unten: 2002 kommt das Mädchen-Team ins Endspiel

Zeitung in der Schule Am 15.02.02 findet die Auftaktveranstaltung zum Projekt "Zeitung in der Schule" in unserer Pausenhalle statt. In den folgenden Wochen steht das Medium 'Zeitung' im Mittelpunkt des Unterrichts der dritten Klassen. Kreativ und inhaltlich setzen sich die Kinder damit auseinander, wie eine Zeitung entsteht, wie sie aufgebaut ist, wie sie zu benutzen ist, aber auch, was mit ihr im Kunstunterricht anzufangen ist.

Schuljahre eingeschult werden. Nun gibt es keinen Fachraum mehr an der Schule. Ein erste Klasse übernimmt der neue Konrektor Ulrich Nellessen, der vor etlichen Jahren sein Referendariat Am Höfling verbracht hat. Als engagierter Sportlehrer tritt er in die Fußstapfen der Rektorin und bringt "Bewegung in die Schule".

Im Rahmen der Fußball-Stadtmeisterschaften der Aachener Grundschulen setzt er sich dafür ein, dass es neben den antretenden Jungenmannschaften auch Mädchengruppen gibt. Die Mädchengruppe der Schule gelangt auf Anhieb in die Endausscheidung. Viel Bewegung bringt auch das Schulfest 'Spiele ohne Grenzen' im Juni 2002. Neben vielfältigen Bewegungsangeboten wird auch der Integrationsgedanke umgesetzt: Bei Rollstuhl-Geschicklichkeitsfahrten erleben Kinder, wie es sich anfühlt, in einem Rollstuhl zu sitzen und sich fortzubewegen. Ein Teil des Erlöses des Schulfestes geht an den Bauspielplatz 'Kirschbäumchen', der besonders Bewegungsangebote für benachteiligte Kinder und Jugendliche anbietet.

Blütenregen im Mai 2002 Am 10.05.2002 heiratet Anita Groß ihren langjährigen Lebensgefährten. Vor dem Standesamt erwarten sie die Kinder ihrer Klasse, Eltern und KollegInnen, um ihre ersten "gemeinsamen Schritte" mit einem Blütenregen zu begleiten. Die große Hochzeitsfeier mit vielen Darbietungen, Spaß und Tanz und gutem Essen steigt einen Tag später in der Pausenhalle. Parlez-vous français? Im Juni 2001 startet ein neues Modellprojekt zwischen Deutschland und Belgien, das von der Schulaufsicht des Schulamtes für die Stadt Aachen sowie der Politik unterstützt wird: Es gibt keinen Schüleraustausch, sondern die Lehrpersonen tauschen stundenweise ihren Arbeitsplatz und unterrichten im Nachbarland in ihrer Mut-


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Schulchronik 1999 – 2007 links: Papier schöpfen bei der Projektwoche 2003 rechts: Frau Kaussen schminkt Kinder auf dem Schulfest 2002

Ohne Energieverlust Anne Lanzrath, seit mehr als dreißig Jahren an der Schule, erreicht zum Schuljahresende 2001/02 die Altersgrenze und muss in einem rauschenden Fest verabschiedet werden. Eigentlich fühlt sie sich noch zu fit für den Ruhestand und würde gern weiter arbeiten. Das ist jedoch nicht möglich. Ihre Energie wird uns fehlen, unvergessen ihre Organisation der Martinszüge, Vorbereitung der Gottesdienste und Schulfestivitäten. Mozarts 'Zauberflöte' open air! Als wohlverdienten Abschluss des Schuljahres erleben Kinder und ihre LehrerInnen auf der Burg Monschau einen zauberhaften Einstieg in die Sommerferien. Dort wird im Rahmen der Open Air Klassik 2002 Mozarts Oper `Die Zauberflöte´ unter freiem Himmel aufgeführt. Diesen Genuss gönnt sich die Schulgemeinde auch in den folgenden Jahren. tersprache. Mme Médol aus Vervier parliert an einem Tag in der Woche mit Kindern des Höflings und Herr Marold bringt belgischen Kindern aus Vervier nahe, warum z.B. deutsche Kinder im November mit Laternen durch die Straßen laufen.

Trauer um eine Kollegin Im April 2001 erkrankt Andrea Kaussen an Krebs. Unfassbar für alle; Andrea ist eine überaus engagierte und offene Kollegin, die das Schulleben seit vielen Jahren durch Wärme, Gemeinschaftssinn und kreatives Engagement bereichert hat. Über Jahre leitet sie einen Schulchor, begeistert die Kinder für das Singen und

begleitet mit viel Herz und Schwung unsere Schulfeiern auf dem Klavier. Die Arbeitsgemeinschaft 'Pantomime' liegt ihr besonders am Herzen. Bei den ersten Aachener Schultheatertagen im Mai 2000 führt ihre PantomimeGruppe das Stück "Sketch up's'"auf. Zu diesem Zeitpunkt ist niemandem klar, dass sie nicht mehr an die Schule zurückkehrt. Sie stirbt am 05.11.2002 an den Folgen ihrer Krankheit und die Schulgemeinde gibt ihr das letzte Geleit. Ein Gummifrosch auf Abwegen Ein Gummifrosch treibt allein mit der Flut aufs offene Meer und was passiert dann? Dieser Frage gehen viele Kinder der Schule nach, schreiben Geschichten und reichen diese bei der Bücherwurm-Rallye 2002/03 des Ministeriums für Schule, Jugend und Kinder des Landes NRW ein. Auf Stadtebene erreicht die Geschichte von Kindern eines dritten Schuljahres den ersten Platz (siehe Seite 41).


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Schulchronik 1999 – 2007 oben und unten: Kinder experimentieren 2003 mit Tinte und Schaum

Abschluss des Schuljahres mit einer tollen Kinderfête eingeweiht wird. Auch in den kommenden Jahren gibt es ausreichend Gründe, diese Kinderfête zum Schuljahresausklang zu wiederholen.

Höflingkinder erlaufen eine Musikanlage In Zusammenarbeit mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) in Aachen veranstaltet die Schule im Mai 2003 einen Sponsorenlauf. 50 % des erlaufenen Geldes ist für das SPZ bestimmt, mit der anderen Hälfte soll der Grundstock zum Kauf einer guten Lautsprecheranlage für die Pausenhalle gelegt werden. Mit ungeahnter Motivation und Ausdauer drehen die Kinder trotz stürmischen Regenwetters so viele Runden im Ferberpark, dass insgesamt mehr als 12.000,- € zusammenkommen. Das reicht für die neue Anlage, die zum

Modellschule für besonders begabte Kinder Zu Beginn des Schuljahres 2003/04 startet ein anspruchsvolles Projekt. Der Höfling wird eine der sechs Modellschulen, die mit Unterstützung der Bürgerstiftung die Förderung besonders- und hochbegabter Kinder entwickeln und erproben wird. In der Hauptsache sollen die Kinder innerhalb des Klassenverbandes individuell gefördert werden. Auch hier geht es also um Integration, genauso wie bei den behinderten und schwach begabten Kindern. Dies ist ein weiterer Schritt hin zum gemeinsamen Unterricht aller Kinder - egal welcher Begabung.

Dauerbrenner Raumnot! Die Raumnot in der Schule nimmt drastische Formen an. Die eigentlich dreizügige Schule hat sich seit Jahren hin zu einer Vierzügigkeit entwickelt. Fachräume gibt es nicht. Im kommenden Schuljahr, wenn drei vierte Klassen gehen und vier neue erste kommen, fehlt sogar ein Raum. Um ihrer Forderung nach Erweiterung der Schule Ausdruck zu verleihen, füllen Kinder und Eltern die Besuchsreihen bei der Schulausschusssitzung im November 2003. Während der Bürger- und Bürgerinnen Fragestunde stellen sie kritische Fragen. Die Aufstellung eines Pavillons wird in Aussicht gestellt. Gestrandet in der Süd(see)halle! Sport mal anders: Nicht die Leistung soll im Vordergrund stehen, sondern der Spaß. Unter dieser Maxime organisiert die Referendarin Petra Würz Ende April 2004 ein Schwimmfest für alle sechzehn Klassen der Schule. Die gesamte Schwimmhalle - an diesem Tag für die Schule reserviert ist in einen Erlebnisraum verwandelt worden. "Viele Stationen gab es zu bewältigen: Ein Floß bauen, Notsignale senden, vom sinkenden Schiff springen, Wasser holen und natürlich einen Schatz zu finden." Durch die perfekte Planung wird es mög-


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Schulchronik 1999 – 2007 rechts: Platznot schon bei der Einschulung 2001

lich, dass im Laufe des Vormittags nicht nur fünf Schiffbrüchige sondern 400 Grundschulkinder die Stationen mit viel Spaß und Einsatz passieren. Ein verspäteter Aprilscherz! Bei der Ankündigung in den Aachener Nachrichten im April 2004, dass die Schule für die längst überfällige Sanierung der Fenster vorgesehen ist, gibt es einen Druckfehler: 110.000.000.- € stehen bereit. Anlass genug, alle Kinder nach ihren Wünschen zu befragen und herzlich für die überaus großzügige "Spende" zu danken. "Ein großer Tierpark mit vielen Tieren müsste da eigentlich schon drin sein, und natürlich ein großes Grundstück, klar, denn irgendwohin müssen wir den Freizeitpark hinsetzen. Achterbahnen, Geisterbahnen und Wildwasserbahnen standen bei den Klassen hoch im Kurs." Die guten Ideen werden gesammelt und ausgehängt - wer weiß? Die Schulministerin will's wissen! Im September 2004 wird landesweit die Lernstandserhebung "VERA" in den Fächern Mathematik und Deutsch durchgeführt. Geprüft werden die Kinder in den vierten Klassen, da die vorangegangenen offiziellen Tests nicht die erhofften Ergebnisse zeigten. Zu festgelegten Zeiten im vorgeschriebenen Zeitraum sind von der Uni-

versität Landau vorgelegte Aufgaben von den Kindern zu bearbeiten, ohne dass zuvor eine inhaltliche Vorbereitung erfolgen kann. Hilfestellung durch die Lehrpersonen ist strikt untersagt. Ein enormer Aufwand an Vor-, Nachbereitung und Papier! Den Kindern hat es dennoch Spaß gemacht. Ab dem Jahr 2007 werden die Lernstandserhebungen in den dritten Klassen durchgeführt. Betagte Damen, belebende Kids Auf Initiative einer Mutter der Schule, die Altenpflegerin in einem Heim ist, wird ein Begegnungsprojekt zwischen Jung und Alt durchgeführt. Kinder der Schule und alte Menschen,

von denen einige an Demenz leiden, bereiten eine Zirkusaufführung vor. Sie üben verschiedene Nummern ein und zeigen die Ergebnisse im Rahmen einer Projektwoche in der Turnhalle. Mit viel Intuition gehen die Kinder auf die Alten zu und es fällt ihnen leicht, deren Einschränkungen zu akzeptieren und, wo es möglich ist, zu kompensieren. Vorhang auf! Im Juni 2005 öffnet sich der Vorhang für einen Kinderfilmnachmittag Am Höfling zum ersten Mal. Die Kollegin Karin Dohmen-Topbas organisiert für die Kinder einmal im Monat ein solches Highlight. Die Filme werden unter pädagogischen


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Schulchronik 1999 – 2007 links oben: Herr Marold testet die Kletterwand 2001 unten: verschiedene Väter montieren 2001 die Griffe

Gesichtspunkten ausgewählt. Actionfilme sind tabu, wobei grundsätzlich Spannung und Spaß nicht zu kurz kommen sollen. Bitte mischen! Seit März 2004 steht es fest: die Anzahl der Eltern, die sich wünschen, dass ihre

Kinder im kommenden Schuljahr in einer altersgemischten Klasse lernen, reicht aus. Vorausgegangen sind zahlreiche pädagogische Konferenzen, Dienstgespräche und turbulente Diskussionen innerhalb des Kollegiums. Auch in der Elternschaft ist wild spekuliert und diskutiert worden. Grundsätzlich können sich die Lehrerinnen und Lehrer frei entscheiden, ob sie in einer jahrgangsgemischten Klasse oder einer jahrgangsbezogenen arbeiten wollen. Auch für die Eltern bleibt die Wahl frei. Beide Systeme sollen nebeneinander bestehen bleiben. Zum Schluss gehen fünf

Lehrpersonen und Eltern engagiert daran, das Projekt - Jahrgangsmischung in vier kommenden Klassen - inhaltlich vorzubereiten. Schulprojekte werden besucht, die bereits die Altersmischung praktizieren, Literaturstudien vermitteln Vorgehensweisen, die für den neuen Unterricht denkbar sind. Notwendige Arbeitsmaterialien werden in Zusammenarbeit mit Eltern erstellt. Es wird in unendlich vielen Treffen sehr viel gearbeitet. Die Zuversicht, dass dieses Projekt positiv starten wird, erfüllt die Gruppe. Zur Erleichterung des Einstiegs werden die vier jahrgangsgemischten Klassen im Schuljahr 2005/06 für ein Jahr nur aus den Klassenstufen eins bis drei gebildet. Bei der Anmeldung zum Schuljahr 2006/07 wünschen mehr als 50 Neulingseltern einen Platz für ihr Kind in einer jahrgangsgemischten Klasse. Nur 50 % erhalten einen Platz. Die Klassenstärken in den vier Klassen liegen zwischen 26 und 28 Kindern. Auch für das Schuljahr 2007/08 liegen mehr Anmeldungen für die Altersmischung vor, als Plätze in den vier Klassen vorhanden sind. Wenn Träume Wirklichkeit werden! Seit Jahren legt der Förderverein nach jeder Festivität einen Teil des Geldes zurück um einen großer Plan zu realisie-


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Schulchronik 1999 – 2007 rechts: Konferenz 2003 zum Schulprogramm

ren: eine behindertengerechte Kinderküche. Die Veranstaltungen der Schule füllen die Kasse, der Auftrag zum Einbau wird an eine Burtscheider Firma vergeben. Im Herbst 2005 dampfen in der Küche die ersten Töpfe und köstliche Gerüche ziehen durchs Schulhaus. Nach bekannter Prozedur wird in einer Feierstunde die Küche an Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden übergeben. Er darf ein Blech mit Plätzchen aus dem Ofen holen und sie an die Gäste verteilen. Die Schule Am Höfling bald auch ganztags! Ein weiteres großes Projekt ist im Aufbau. Die Offene Ganztagsschule soll im Schuljahr 2007/08 mit fünf Gruppen starten. Lange haben zahlreiche Eltern den Bedarf nach längerer Betreuung angemeldet. Bei der engen Raum- und Finanzsituation sah sich jedoch die Schulverwaltung nicht in der Lage, diesem Wunsch zu entsprechen. Mit Schließung der Horte verändert sich die Situation grundlegend. Seit Herbst 2006 wird auf dem Gelände der Schule ein Neubau mit fünf Räumen errichtet. Alle hoffen, dass er zu Beginn des kommenden Schuljahres bezugsfähig ist. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Ein Kooperationspartner musste gefun-

den werden, der den Zielvorstellungen der "Höfling-Pädagogik" entspricht. Bei gemeinsamen Gesprächen mit der Euro Jugend e.V. kristallisiert sich schnell heraus, dass es für eine gemeinsame Arbeit viele Anknüpfungspunkte gibt. Die professionelle Herangehensweise sowie die Kompetenz im Bereich "Freizeitpädagogik" beeindruckt Schulleitung und Eltern. Die bisherige Zusammenarbeit hat einen Planungsstand erreicht, der den Erfolg des Projektes verspricht. 50 Jahre Höfling - immer 1. Liga: die große Höflingshow! Die Vorbereitungen für die große Projektwoche vom 23.04. bis 28.04.07 laufen. Im Vorfeld haben sich Eltern, Kolleginnen und Kollegen daran beteiligt. Für die Kinder heißt es dann wieder: Auflösung der Klassenverbände und Arbeiten in einer Projektgruppe ihrer Wahl. Zwanzig ver-

schiedene Themen stehen zur Wahl, jedes Kind hat drei Wünsche. Einen der Wünsche bekommt es mit Sicherheit erfüllt. Die ehemaligen Schülerinnen und Schüler sind in einem Zeitungsartikel aufgerufen worden und viele haben sich gemeldet. Einige haben Zeit und sind bereit, die Projektwoche zu unterstützen. Am Präsentationstag - Samstag, den 28.04.07 wollen sie sich in einer Talkrunde zu ihrer Schulzeit befragen lassen. Ein Vater der Schule hat sich angeboten, eine Festschrift zu dem Jubiläum zu verfassen. Unermüdlich wird daran auch in der ersten Osterferienwoche gearbeitet, einige Personen aus dem Kollegium beteiligen sich. Bei dieser guten Vorbereitung wird die Projektwoche und das anschließende Fest mit Sicherheit ein großer Erfolg. Herzlichen Glückwunsch, Höfling! Anita Groß und Dietrich Marold


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Der Gemeinsame Unterricht Der Gemeinsame Unterricht

Vom Exoten zum Alltag Nachdem in den 90er Jahren zunehmend mehr Eltern behinderter Kinder den Gemeinsamen Unterricht forderten, entbrannte in Fachkreisen die Diskussion über eine mögliche Integration behinderter SchülerInnen in den Regelunterricht. Eine gesetzliche Grundlage in NRW gab es hierfür noch nicht. Auch in Aachen wünschten immer mehr betroffene Eltern die Integration, so dass Grundschulen gesucht wurden, die freiwillig behinderte Kinder aufnehmen wollten. Die Maria-Montessori-Schule in Eilendorf war "Vorreiter", aber schon wenig später erklärte auch die GGS Am Höfling ihre Bereitschaft, einen Versuch zu wagen. Bereits zu Beginn des Schuljahres 1990/91 wurden die ersten vier behinderten Kinder in eine erste Klasse aufgenommen. Möglich war dies durch eine Kooperationsempfehlung des Schulministeriums, in der gemeinsame Unterrichtsaktivitäten von Regel- und Sonderschulen bzw. -klassen empfohlen wurden. Dies bedeutete, dass die behinderten Kinder SchülerInnen der zuständigen Sonderschule waren und lediglich der Unterrichtsort "zeitweise" in die Grundschule verlegt wurde. Auch die personelle und mediale Versorgung der behinderten Kinder erfolgte durch die Sonderschule. Diese Kooperationsmöglichkeit wurde in Aachen so großzügig ausgelegt, dass die

entsprechenden Kinder gemeinsam mit einer Sonderpädagogin ständig am Unterrichtsgeschehen der Grundschule teilnahmen. Diese Form der Integration war deshalb etwas Besonderes, weil die behinderten SchülerInnen alle zieldifferent unterrichtet werden mussten. Trotzdem ist das Wagnis an der Grundschule Am Höfling gelungen. Seit dem 1. August 1995 gibt es in NRW ein Gesetz zur Regelung des Gemeinsamen Unterrichts. Und am Höfling blieb es nicht bei dieser einen "Exotenklasse". Seit 2000 gibt es in jedem Jahrgang eine Klasse mit Gemeinsamem Unterricht. Unverändert groß ist die Nachfrage interessierter Eltern nach Aufnahme ihres (behinderten oder nicht behinderten) Kindes in diese Klassen. Anne Dohmen-Henrichs


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12 Jahre Am Höfling - Ein kleiner Rückblick 12 Jahre Am Höfling - Ein kleiner Rückblick

3 x 4 = 12 Geplant war es nicht. Es hat sich einfach so ergeben. Begonnen hat alles zum Schuljahr 1992/93. Als Neulinge betraten wir neugierig und etwas unsicher die Grundschule am Höfling, in die unser ältester Sohn nun eingeschult wurde. Was weiß man schon noch über Schule? Lange ist es her, dass man selber die Schulbank gedrückt hat, die Erinnerungen wage, die Erfahrungen mehr oder weniger gut. Die Aufnahme war herzlich, die Stimmung an der Schule freundlich und unkompliziert. Da haben wir nicht lange überlegt, wir wollten uns engagieren, unsere Ideen und Vorstellungen, wie Schule sein soll, mit einbringen und wurden mit offenen Armen aufgenommen. Ein Förderverein wurde gegründet, Basare organisiert und verschiedene Projekte gestartet. Natürlich waren Lehrer und Elternschaft nicht immer einer Meinung, aber die eine als auch die andere Seite leistete Überzeugungsarbeit, und so ließ sich doch meistens ein Kompromiss finden oder sogar etwas Neues im Schulalltag verankern. Über all die Jahre wusste ich viele engagierte, fleißige Eltern an meiner Seite, ohne die die vielen guten Ideen, die in der Schulpflegschaft initiiert wurden, nicht umzusetzen gewesen wären. An dieser

Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an alle Mitstreiterinnen und Mitstreiter! Während ich mich mehr und mehr in die Elternarbeit einbrachte, betätigte sich mein Mann im Förderverein der Schule. So gab es oftmals einen "kurzen Dienstweg". Viele Dinge wurden am Küchentisch diskutiert, verworfen, entschieden. Wobei wir durchaus nicht immer einer Meinung waren. Aber in einer Sache waren wir uns immer einig. Eine Schule mitzugestalten, in der sich alle Beteiligten wohl fühlen, LehrerInnen, Eltern und vor allem die Kinder. Für unsere Familie hat es gestimmt – 12 wunderbare Jahre für unsere Kinder und für uns. Wir hoffen, dass es für viele andere Familien auch so war und ist. Noch heute sind wir der Schule freundschaftlich verbunden, besuchen regelmäßig die Elternfete und werden natürlich auch dabei sein am Jubiläumstag. Der Schule Am Höfling wünschen wir weiterhin viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Ziele, auch wenn es manchmal ein bisschen länger dauert, weil die Umstände es nicht anders ermöglichen. Aber wie steht es doch so richtig im Schulprogramm - auch kleine Schritte können die Welt verändern! Petra und Robert Josephs


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Panorama-Fotos

Panorama-Fotos

Merkwürdige Perspektiven Kennen Sie das Schulgebäude genau? Dann schauen Sie sich doch einmal diese Fotos an und raten Sie, was darauf zu sehen ist. Wo müssen Sie stehen, um dasselbe zu sehen? Sie werden sehen, dass einiges sich heute schon verändert hat. Zwei Bilder sind inzwischen sogar gar nicht mehr so zu fotografieren, weil dort etwas Neues steht. Wenn Sie nicht mehr weiterwissen, wo

das Foto gemacht wurde - fragen Sie Ihre Kinder, die wissen es bestimmt! Dann müssen Sie auch das Tier nicht lange suchen, das hier rechts abgebildet ist. Vielleicht berühren Sie es ja gerade? Lorenz Hölscher


Panorama-Fotos

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40 alle Fotos: Lorenz Hรถlscher

Panorama-Fotos


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Geschichte zur Bücherwurm-Rallye 2003 Geschichte zur Bücherwurm-Rallye 2003

Die Insel der gestrandeten Gummitiere Gummibert, der Gummifrosch, schwamm auf dem Meer und traf auf einen riesigen Dampfer. Fast hätte ihn der Dampfer unter die Meeresoberfläche gedrückt und Gummibert erschrak sehr. Zum Glück sprang ein großer Schwertwal aus dem Wasser und schnappte sich den Gummifrosch. Gummibert dachte: "Glück gehabt! Dieses Tier mit der langen Nase ist gerade rechtzeitig gekommen!" Aber dann schleuderte ihn der Schwertwal mit seiner Schwanzflosse in die Luft. Gummibert war speiübel, weil er noch nie so hoch in der Luft gewesen war und weil er nicht schwindelfrei war. Auf einmal schnappte ihn ein Albatros. Mitten in der Luft hatte der Vogel ihn aufgefangen und dabei versehentlich seinen Stöpsel herausgezogen. Während sie weit über das Meer folgen, verlor Gummibert immer mehr Luft. Nach langer Zeit war unter ihnen eine Insel zu sehen. Der Albatros flog tiefer und tiefer und ließ Gummibert sanft auf den Boden fallen. Von seinem Flug war er erschöpft, luftlos und ganz zerknittert, deshalb schlief er bald ein. Als er wieder aufwachte, sah er über sich ein großes Gummi-Nilpferd, das ihn gerade aufpumpte, und um ihn herum standen kleine und große Gummitiere. Gummibert hatte große Angst, aber dann merkte er, dass die Gummitiere ganz

freundlich waren. Nachdem er wieder voll Luft war und sein Stöpsel wieder reingesteckt war, fragte er: "Wo bin ich hier?" Das Nilpferd antwortete: "Du bist hier auf der Insel der gestrandeten Gummitiere und ich bin der Gummikönig. Herzlich Willkommen! Komm mal mit! Wir zeigen Dir unsere Insel." Sie gingen los und alle Gummitiere wollten dem Frosch ihre Gummihäuser zeigen. Nach einer Weile kamen sie auch an der Villa des Gummikönigs vorbei. Der Gummikönig sagte: "Komm doch mit zu einer Tasse Algentee!" "Oh, ja!", sagte gummibert. So ging der Gummifrosch mit dem Gummikönig in die Villa und trank dort eine Tasse Algentee. Nachdem sie den Tee ausgetrunken hatten, fragte der Gummikönig: "Willst Du nicht zum Essen bleiben?" Dieses Angebot ließ Gummibert sich nicht zweimal sagen. Als das Essen fertig war, rief der Gummikönig die Treppe hoch: "Essen kommen!" Gummibert wunderte sich, wer denn da oben sein könnte. Da kam auch schon ein hübsches GummiNilpferd die Treppe herunter getrampelt! Sie setzten sich an den Tisch. Der Gummifrosch guckte das GummiNilpferdmädchen die ganze Zeit während des Essens an. Der Gummikönig meinte plötzlich: " Oh, Entschuldigung, ich habe vergessen, Dir meine Tochter vorzustellen! Das ist Prin-

zessin Gummifalda. Und das hier, Gummifalda, ist Gummibert, ein Neuer auf der Insel!" Gummibert merkte, wie sein Herz anfing zu pochen. Nachdem sie zu Ende gegessen hatten, sagte der Gummikönig: " Ich habe mir gedacht, dass Du drüben im Nachbarhaus schlafen willst." Gummibert wollte gerne da bleiben, weil er sich in die Tochter vom Gummikönig unsterblich verliebt hatte. Außerdem hatte er das Gefühl, dass sie ihn auch liebte. Als es spät war, ging Gummibert in das andere Haus hinüber und legte sich ins Bett. Bald schlief er ein und träumte von Gummifalda. Gummibert träumte, dass er und sie heiraten würden und dass sie in einem wunderschönen, selbstgebauten Gummihaus ganz süße, kleine NilGummifrösche kriegen werden! Und wisst Ihr was? Dieser Traum ging nach einiger Zeit in Erfüllung und das Hochzeitsfest war das schönste Fest, das es auf der Insel jemals gegeben hatte! Die 4b aus dem Jahre 2003


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Ein pädagogischer Rückblick unten: Frau Dockhorn im Interview 2007

Ein pädagogischer Rückblick

Auf Spurensuche "50 Jahre Höfling - immer erste Liga" Unter diesem Motto defilierten im Februar 2007 im Kinder-Karnevalszug SchülerInnen, Eltern und Lehrer unserer Schule durch Aachen. Stolz schwingt da in dem Motto mit, auch Selbstbewusstsein, auf alle Fälle eine hohe Identifikation mit "unserer Schule". Doch der Satz sollte nicht missverstanden werden: Es ging und geht nicht darum, Schülerinnen und Schüler zu Hochleistungen anzutreiben und in der Notenskala die besten Ergebnisse zu erzielen, sondern pädagogisch die Nase vorn zu haben, offen zu sein für Neuerungen und damit Kindern auf unterschiedlichsten Leistungsniveaus neue Lernchancen zu eröffnen und damit in ihrer Weiterentwicklung zu unterstützen. Der Artikel will dieser Leitidee nachspüren - auf Spurensuche gehen nach dem, was heute als Standard im Schulprogramm festgeschrieben ist. Glücklicherweise waren wir dabei nicht nur auf die Schulchronik und Konferenzprotokolle angewiesen, sondern konnten uns mit den 'Zeitzeugen' der gesamten Grundschulzeit der Schule am Höfling unterhalten. Die Rektorinnen Frau Dockhorn, Frau Sanfleber und Frau Groß, die das Profil dieser Schule entwickelt und geformt haben, standen Rede und Antwort und verliehen den trockenen Fakten Leben

- Leben, wie es eben nur die Schulwirklichkeit schreibt. 1968–1980: Die Entwicklung einer neuen Schulform Fünfzig Jahre Schule Am Höfling, das sind nicht 50 Jahre Grundschule, denn zu Beginn war die Schule ein neues Gebäude für die bereits vor dem Krieg existierende evangelische Volksschule. Frau Dockhorn ist heute mit ihren 89 Jahren immer noch sehr engagiert und hat uns als Zeitzeugin gerne aus dieser Zeit berichtet, denn sie begann ihre Arbeit als Lehrerin 1961 zu Zeiten des großen Lehrermangels: "Ja, als ich zum Höfling kam, sagte mir der Schulleiter: 'Hier haben Sie 70 Schüler. Sie kriegen alle ihre Stunden, jetzt machen Sie, was Sie wollen!' Ich hab' dann zwei Klassen gebildet und jede Klas-

se hatte zwei bis drei Stunden am Vormittag….." Weitreichende Neuerungen standen aber bald ins Haus. Mit der geplanten Trennung der Volksschule in Grund- und Hauptschule wurde die Schulleitung erst einmal nicht vor pädagogische Herausforderungen gestellt, sondern vor strukturelle: "1967 hatten wir in der Unterstufe nicht genug Schüler, auch nicht genügend Anmeldungen, als dass die Schule als evangelische Schule hätte weiter bestehen können. Sie wäre also wahrscheinlich aufgelöst worden." Nach der Umstellung auf die Gemeinschaftsschule mussten sich alle Lehrkräfte einsetzen, um am Erhalt der Schule mitzuarbeiten: "…. dann haben wir … natürlich für unsere Schule geworben, damit wir für das erste Schuljahr mehr Anmeldungen kriegten." Es gelang - und im Schuljahr 1968/69 begann dann die Gemeinschaftsgrundschule Am Höfling unter der Leitung der Rektorin Frau Dockhorn ihre Arbeit. Sie musste nicht nur der Sprung ins kalte Wasser der neuen Schulform wagen, sondern auch sofort die neue Leitungsrolle übernehmen, auf die sie vorher nicht als Konrektorin eingearbeitet worden war. Wie stellte sich die neue Grundschule dar? Für Frau Dockhorn zuallererst eine soziologische Veränderung im Altersgefüge der Schulkinder:


Ein pädagogischer Rückblick

"Von der Erziehung her hat sich einiges geändert, denn normalerweise waren ja die Viertklässler so die Mittleren, nicht mehr die Kleinen, aber auch nicht die Großen, während von dem Moment an, als es Grundschule war, waren das die Großen, denen man allerlei Verantwortung geben konnte." Der Fokus wurde damit auch in der Pädagogik verändert. Diese neue Schulform wollte nicht einfach als Zulieferer der weiterführenden Schulen verstanden werden, sondern musste sich selbstständig definieren. Veränderungen in den Lehrmethoden der grundlegenden Kulturtechniken ließen nicht auf sich warten. Die Ganzheitsmethode im Lesen und die Mengenlehre in der Mathematik wurden heftig diskutiert. "Die Ganzheitsmethode und die Mengenlehre, das war alles in dieser Zeit, wobei ich beides sehr gerne unterrichtet habe. Mengenlehre als Unterstützung des Rechnens ist wichtig, denn die ganze Mathematik ist ja Mengenlehre. Jede Zahl ist ja eine Menge oder stellt eine Menge dar." Probleme bestanden für Frau Dockhorn nicht so sehr in den Methoden, sondern vielmehr in der mangelhaften Umsetzung der Lehrpersonen, denn "wenn man das sehr sorgfältig und genau machte, funktionierte es gut." Offenheit für neue Konzepte kann nicht verordnet werden, für die Rektorin Frau

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Ein pädagogischer Rückblick links und unten: Frau Dockhorn im Interview 2007

Dockhorn war dies im protestantischen Ursprung der Schule begründet: "Wir waren allem Neuen sehr aufgeschlossen gegenüber und befassten uns mit Dingen, von denen man sich versprach, dass sie für die Kinder gut sind." Sich Neuem zu öffnen, bedeutete aber nicht, Ministeriumsinitiativen fraglos zu folgen, sondern eine eigenständige Position im Sinne der Kinder zu entwickeln. "Von den 'drei' Schritten, die die Erlasse immer verlangen, von denen dann aber nachher sowieso zwei wieder zurückgenommen werden, haben wir immer nur

den einen vorwärts gemacht." Wie der Artikel über die Schulchronik dokumentiert, stand Schule in den 1970iger Jahren häufig unter dem Einfluss gesellschaftlicher Veränderungen. Die Öffnung der Schule hin zur Gesellschaft war auch mit ganz persönlichen Herausforderungen verbunden. "Ich habe ja auch die letzten vier Jahre Kinder aus lauter Kinderläden gehabt." Auf die Frage, wie sich die Arbeit in dieser Klasse gestaltete, antwortet sie spontan: "Gut, sehr gut! Das waren wirklich eine meiner schönsten vier Jahre. … Man

musste viel Zeit für das 'miteinander Sprechen' aufwenden, aber dann hielten die Kinder sich auch an das, was wir abgemacht hatten. … Ich habe mit ihnen eine Schulordnung aufgesetzt und sie haben ihre Ordnung durchweg ohne Verbote aufgeschrieben. Wenn überhaupt etwas untersagt werden musste, wurde das positiv ausgedrückt: 'Mach lieber dies anstatt das'." Die Arbeit in den Klassen ist aber nur ein Teil dessen, wie sich eine Schule nach außen darstellt. Zwei weitere wesentliche Faktoren sind die Beteiligung der Eltern und das Schulleben. In einer Zeit, da dies noch nicht üblich war, setzte Frau Dockhorn bereits auf die Mitarbeit der Eltern: "Die Elternarbeit war immer intensiv, auch als es noch Volksschule war ….. aber das war allgemein nicht üblich, im Gegenteil, manche sagten, man solle sich bloß


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Ein pädagogischer Rückblick Alle Fotos: Dietrich Marold

nicht auf Eltern einlassen. Und es ist sehr gut, wenn man sich auf Eltern einlässt. In dem Moment, wo sie sich mit der Schule identifizieren, sind es gute Eltern." "Identifikation" ist das Schlüsselwort für ein gelungenes Schulleben. Das gilt aber nicht nur für die Eltern, sondern in noch höherem Maße für Kinder und Lehrpersonen. Und was fördert dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit besser als gemeinsame Feiern, Feste und Projekte, in denen sich alle auf verschiedensten Ebenen kennen lernen? Feste im Jahreslauf gehörten schon zur Tradition der Volksschule. In der Grundschule wurden diese Aktionen verstärkt. "Als wir den Neubau eingeweiht haben, wurde das erste große Schulfest gefeiert. Also das war etwas ganz Neues, die Schulfeste, die Schulbasare und all diese Dinge, das hat's früher nicht gegeben." Ein persönliches Resümee dieser Aufbauphase zu ziehen, fällt Frau Dockhorn nicht schwer, denn sie hat ihre Aufgabe stets mit Freude und Engagement gemeistert und was ihre Arbeit im Kollegium, mit Kindern und Eltern betrifft, so meint sie am Ende des Gesprächs: "Ja, wir haben den Höfling immer als 'pädagogische Insel' bezeichnet."

oben und unten: Frau Sanfleber im Interview 2007

1980-1999 Neue Methoden - neue Strukturen Auch unter der Leitung Frau Sanflebers hörte die Weiterentwicklung der Schule nicht auf - sei es aus Eigeninitiative der Schule oder den Vorgaben der Politik und dem gesellschaftlichen Wandel folgend. Dieser hatte den Bürgern, hier also den Eltern, mit dem Wirtschaftswunder schon lange die 5-Tage-Woche beschert - und dieses Thema holte auch die Schule ein. Die Mehrheit der Lehrpersonen war darüber durchaus nicht unglücklich, eine kleinere Zahl jedoch focht für die Beibehaltung der 6-Tage-Woche in der Befürchtung, die Komprimierung der festgelegten Stundenzahl auf fünf Tage sei pädagogisch nicht zu vertreten. Die neue Rektorin sah hingegen, dass der Verzicht auf den Samstag durch Straffung des Stundenplanes durchaus möglich war und setzte geduldig und ausdauernd zu Überzeugungsarbeit an. Dies war besonders bei den Eltern erforderlich, deren Mehrheit sich als Gegner herausstellte, wie Frau Sanfleber sich erinnert: "Viele Eltern fanden es auch ganz bequem, die Kinder am Samstag immer in der Schule zu wissen." Es wurde viel und lange diskutiert und zunächst die Zwischenlösung gefunden, jeden zweiten Samstag schulfrei zu halten. Letztlich wurde demokratisch abge-

stimmt, und die 5-Tage-Woche hatte klar gewonnen. "Bei Patt hätte die Schulleitung entscheiden müssen - zum Glück kam ich nicht in die Situation", freut sich Frau Sanfleber noch heute - es hätte gar nicht zu ihrem Führungsstil gepasst, der immer


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Ein pädagogischer Rückblick links: Frau Sanfleber im Interview 2007

auf Überzeugen setzte statt Anordnen. Allen war klar, dass die Komprimierung besonders für die Kinder anstrengend ist und "...ein vernünftiger Wechsel zwischen starker Anstrengung und schöpferischen Pausen sinnvoll wäre und, pädagogisch gesehen, zu einer Entzerrung der Belastungen für die Kinder führte", wie Frau Sanfleber sagt - ein Ziel, das zum Thema Ganztagsschule überleitet, allerdings "zur richtigen Ganztagsschule. Die Offene Ganztagsschule ist doch noch ein deutscher Kompromiss, der in Einzelfällen zur Versorgung der Kinder sinnvoll ist, aber nicht zum besseren Lernen führt.

Da muss noch mehr geschehen, da muss noch viel mehr Geld investiert, müssen mehr gute Leute eingestellt werden". Während ihrer Rektoratszeit empfand Frau Sanfleber vieles als "viel zu hektisch: Mittags stürmte alles aus der Schule, es war zu wenig Zeit, miteinander zu reden, auch mit Kollegen - zum Glück hat sich das inzwischen verändert". Das Miteinander-Reden war Frau Sanfleber immer besonders wichtig und Bestandteil ihres pädagogischen Konzeptes: "Eines meiner größten Anliegen war z.B., zu einer besseren Kooperation zwischen Lehrern zu kommen; die Lehrer

waren ausgesprochene Individualisten und Einzelkämpfer. Es zeigte sich auch zuerst eine abwartende, zögernde Haltung, Zusammenarbeit zu akzeptieren, aus der Befürchtung heraus, noch mehr arbeiten zu müssen als so schon - die aus Kooperation erwachsenden Chancen wurden nicht von allen wahrgenommen." "Ich war ja auf eine sehr gute Schule gekommen, und Vieles, was ich mir unter einer guten Schule vorstellte, lief da schon. Es war Am Höfling immer schon so und ist auch so geblieben: Vieles ist in Schulgesetzen verankert worden, was wir viele Jahre vorher schon aus pädagogischen Gründen von uns aus eingeführt haben. Trotzdem ist es für eine Schulleitung schwer, Neues gegen ein eingefahrenes Kollegium durchzusetzen. Ich habe immer versucht, zu überzeugen und zusätzliche Konferenzen eingeführt, damit man miteinander spricht - das ging schon an die Freizeit, und manche haben sich dagegen gewehrt, aber um gemeinsam zu arbeiten, braucht man Zeit, mehr Offenheit; ich war überzeugt, es kommt viel mehr dabei heraus." Dieses Konzept hat sich inzwischen weitgehend durchgesetzt, das Verantwortungsgefühl für die Schule wird von dem Kollegium geteilt: "Heute ist es viel besser", weiß Frau


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Ein pädagogischer Rückblick

Sanfleber - "und trotzdem immer noch verbesserungsfähig, und es ging viel langsamer als ich das erwartet hatte. Manches, wie z.B. die Vorbereitung des Schuljahres in einer Konferenz am letzten Ferientag, ist inzwischen in allen Schulen Standard." Rückblickend auf die mit Neuerungen und Änderungen einhergehenden Konflikte stellt Frau Sanfleber fest, dass die Beteiligten darunter leiden, weil sie emotional reagieren - eine Eigenschaft, die für den Umgang mit Kindern ganz wichtig ist -, bei diesen Sachdiskussionen aber professionelles Reagieren erwartet werden muss. Sie räumt ein: "Aber ich hab’s auch nicht gut genug trennen können". "Eltern auf Augenhöhe mit den Lehrern" - eine weitere Herausforderung der Gesellschaft an die Schule in Form des Schulmitwirkungsgesetzes: Waren bisher die Entscheidungen von Kollegium und Schulleitung in Lehrerkonferenzen getroffen und den Eltern das Ergebnis mitgeteilt worden, wurde jetzt die paritätische Mitwirkung der Eltern eingeführt. Hier blieben Diskussionen nicht aus: Es galt, Befugnisse zu teilen. Frau Sanfleber resümiert: "Es mussten erst alle lernen, damit zurechtzukommen, aber an unserer Schule ist das hervorragend gelaufen, weil wir Eltern haben, die sich engagieren; wir profitieren alle davon".

Die Einführung des Gemeinsamen Unterrichtes 'behinderter' und 'nicht behinderter' Kinder im Jahre 1992 war "kein so großes emotionales Problem im Kollegium", erinnert sich Frau Sanfleber - aber eher "eine emotionale Unterstützung unter dem Gesichtspunkt, selbst nichts damit zu tun zu haben". Am Höfling war es der Kollege Brammertz, der überzeugt hinter dem GUKonzept stand - kein Kollege musste in der Klasse unterrichten, der das nicht wollte -, und so wurde der Höfling nach der Montessori-Grundschule über Jahre die einzige Schule (von 43), die den Gemeinsamen Unterricht durchführte, was selbst der Schulverwaltung Probleme bereitete, gab es doch kein Computerprogramm, das akzeptieren wollte, 'behinderte' Kinder in die Statistikbögen aufzunehmen, und "mit der Hand durfte ich das nicht", lacht Frau Sanfleber heute darüber. Erst viel später setzte die Schulrätin die Einführung einer zweiten Lehrkraft für GU-Klassen durch, so dass Frau DohmenHenrichs zur Unterstützung von Herrn Brammertz eingestellt werden konnte. "Vom ersten Jahr an waren viel mehr Eltern an der Integrationsklasse interessiert als Plätze zur Verfügung standen - sei es aus Überzeugung für das Konzept oder aus erzieherischen Gründen für das eigene 'nicht behinderte' Kind", erinnert sich Frau Sanfleber.


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Ein pädagogischer Rückblick links: Frau Groß im Interview 2007

Die Fortsetzung des Gemeinsamen Unterrichts in weiterführenden Schulen ist allerdings bis heute nicht ausreichend gelöst: Trotz aller Bemühungen ist es weiterhin schwierig, 'behinderte' Schulabgänger auf weiterführenden Schulen unterzubringen, da dort in der Regel die begleitenden Sonderschullehrer nicht vorhanden sind. Was gab es noch Neues? Die Mittagsbetreuung wurde eingeführt, die sich nach

Unterrichtsende in der Schule um Kinder kümmert, bis sie von den Eltern abgeholt werden: zu Beginn bis 11:30 Uhr, inzwischen bis 13:30 Uhr. Dies ist ganz besonders dem Förderverein zu danken, der die Mittagsbetreuung organisiert und dafür auch hier - wie so oft für den Höfling - wesentliche Mittel bereitstellt. Gefragt nach den pädagogischen Highlights ihrer Erinnerungen kommt die ehe-

malige Rektorin ins Schwärmen über eine Zeit, in der dank glücklichen Zusammentreffens besonders kreativer Eltern, SchülerInnen und LehrerInnen musikalische Abende und Konzerte, Theaterstücke, Buchvorstellungen und Lesenächte stattfanden, sogar Klassenräume nach ausgewählten Büchern gestaltet wurden. "Dies war neben dem Verdienst unserer Schule ganz besonders das der engagierten Eltern", fügt Frau Sanfleber hinzu, ein Glücksfall, und bedauert, dass für eine derartige Vielzahl kultureller Aktivitäten heute kaum noch die Zeit vorhanden ist - man muss sich mit kleineren Highlights begnügen. Rückblickend sieht Frau Senfleber als Rektorin der Schule Am Höfling über 19 Jahre die Entwicklung auf allen Gebieten positiv - in Bezug auf das pädagogische Konzept, die Entscheidungswege, die kollegiale Zusammenarbeit und die mit den Eltern. Sie bedauert nur, dass Widerstände gegen Veränderungen oft zu emotional geführt wurden und Überzeugungsarbeit, wie sie sie praktizierte, nur mühsam und langsam zum Erfolg führte. An Anita Groß als Nachfolgerin hat sie 'ihre' Schule gern übergeben. 1999–2007: Gemeinsam etwas bewegen Beim Abhören der Aufzeichnung des Gesprächs mit der dritten und jetzigen Rek-


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Ein pädagogischer Rückblick

torin Anita Groß fällt sofort etwas auf: Hier gibt es nur selten fertige Antworten, viele Gesprächsteile sind eher engagierte Diskussion und Austausch als Reflektionen über erreichte Ziele, Projekte und pädagogische Leitlinien. Einerseits ist das mehr als verständlich, denn in der laufenden Arbeit gibt es nur gelegentlich so viel Distanz, dass Bewertungen leicht fallen. Auch die Rollen von Fragenden und Befragter werden viel unklarer, da die drei GesprächsteilnehmerInnen Am Höfling zusammenarbeiten. Fragen, die besprochen werden, betreffen die eigene Arbeit und die eigene Position zur Schulwirklichkeit. Andererseits ist damit unmittelbar die Thematik unseres Abrisses angesprochen, denn die Art, wie alle zusammen diskutieren, ist für Frau Groß Programm: "Also für mich war es immer vollkommen klar, dass ich nur mit einem demokratisch-partnerschaftlichen Führungsstil arbeiten wollte". Noch in ihrer Konrektorinnen-Zeit begann sie, dieses Konzept umzusetzen. Die erste wichtige Aufgabe war die Entwicklung des Schulprogramms, die zum ersten Mal von den Kollegien verlangte, ein pädagogisches Profil für die Schule zu entwickeln. "Sehr zügig habe ich dem Kollegium das Projekt vorgelegt, die Eltern mit einbezogen und dann sind wir intensiv in die Ar-

beit eingestiegen. So intensiv, dass wir uns für die Diskussion der Leitziele ein Wochenende lang Zeit genommen haben." Die Arbeit war erfolgreich und Frau Groß konnte als Rektorin das noch heute gültige Schulprogramm der Öffentlichkeit vorstellen. Die gelungene Kooperation bestärkte sie darin, pädagogische und institutionelle Entscheidungen weitgehend offen zu legen und mit dem Kollegium zu diskutieren: "Mir war klar, dass ich das, was ich so im Kopf habe, mit dem Kollegium Am Höfling am ehesten realisieren kann. Ich wollte mit den Leuten, mit denen ich zusammenarbeite, etwas bewegen und weiterkommen, damit wir uns und unsere Arbeit weiterentwickeln." Diese Öffnung nach innen entsprach der nach außen. Schule soll für die Bildung der Kinder alle Möglichkeiten nutzen, die sich in ihrem Umfeld bieten. Noch heute kommt Frau Groß ins Schwärmen, wenn sie von der ersten von ihr organisierten großen Projektwoche zum Thema 'Wie und wann kann ich mich als Kind sicher fühlen!' berichtet: "Es gab über 20 Angebote. Von der Bahnpolizei und der Feuerwehr bis hin zur Initiative FUSS, eher eine linke Organisation aus dem Bürgerinitiativen-Umfeld, Pro Familia und Kinderschutzbund, alle Organisationen, die sich um die Sicherheit der Kinder bemühen, waren vertreten." Projektwochen finden jetzt regelmäßig


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Ein pädagogischer Rückblick oben und unten: Frau Groß im Interview 2007

alle zwei Jahre unter ihrer Listung statt. 2007 steht sie natürlich unter dem Motto '50 Jahre Höfling'. Die Diskussionen um das ständig steigende Qualifikationsniveau in der Forschung und Wirtschaft ging auch an den Schulen nicht vorbei. Die Forderung nach stärkerer Individualisierung beinhaltet die Förderung aller Begabungen. Ins Blickfeld kamen besonders begabte Kinder, deren Förderung bislang nur wenig beachtet wurde. "Grundlegende Impulse gingen von den Eltern aus, deren Kinder trotz überdurchschnittlicher Begabung im Schulalltag scheiterten oder große Schwierigkeiten

hatten. Diese Eltern kamen darauf, dass ihre Kinder eine besondere Förderung gebraucht hätten. … über einige Zwischenstufen sind wir dann Modellschule zur Förderung besonders begabter Kinder geworden." Dass 'Gemeinsam etwas bewegen' sich nicht immer einmütig vollzieht, sondern sehr kontrovers diskutiert werden kann, zeigte sich bei der Einführung von altersgemischten Klassen. Von wechselnden politischen Vorgaben begleitet, gab es unterschiedlichste Positionen, die sich nur schwer vereinbaren ließen. Frau Groß war in ihrer Leitungsposition gefordert: "Einerseits sind altergemischte Klassen eine pädagogische Herausforderung, die ich annehmen wollte und will, aber andererseits ist mir die Zusammenarbeit im Kollegium sehr wichtig. Ich kann mir kaum eine Schule vorstellen, in der nach unterschiedlichen Konzepten nebeneinander her gearbeitet wird und ein Austausch nicht stattfindet." Letztlich gelang der Spagat zwischen den Positionen und es hat sich gezeigt, dass die Zusammenarbeit von Lehrpersonen, die nach unterschiedlichen Konzepten unterrichten, durchaus produktiv ist. Elternbeteiligung ist heute eine Selbstverständlichkeit. In den Gremien, bei Projekten, Festen und auch in den Klassen ist ihre Mitarbeit nicht mehr wegzudenken.

"Das ist mir unbedingt wichtig - eine engagierte Zusammenarbeit ist lohnend und auch für eine gute Arbeit mit den Kindern unabdingbar." Um auch Eltern einen selbstständigen Platz im Schulleben zu geben, initiierte Frau Groß mit Unterstützung der damaligen Schulpflegschaftsvorsitzenden vor fünf Jahren die Elternfete am Höfling: "Es ist eine tolle Sache, Eltern die Möglichkeit zu bieten, einmal ohne pädagogischen Hintergrund zusammenzukommen, miteinander zu feiern und zu tanzen und es ist schön zu sehen, wie sich alle unterhalten…" Von demokratischen Neuerungen sollten natürlich auch die Kinder, die ja im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit stehen, profitieren. Gesprächskreise in den Klassen, Klassen-


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Ein pädagogischer Rückblick links: Frau Groß im Interview 2007

sprecherwahlen, 'Kummerkästen' usw. wurden weiterentwickelt und institutionalisiert. "So wie ich das Mitwirken des Kollegiums und auch der Elternschaft förderte und schätzte, wollte ich auch die Beteiligung der Kinder am Schulleben verankern. Aus diesem Grund wurde vor drei Jahren das Kinderparlament eingerichtet, in dem Klassensprecherinnen und Klassensprecher alle 14 Tage zusammenkommen und über Inhalte sprechen, die den Kindern wichtig sind. In jeder Klasse findet wöchentlich eine Klassenratssitzung statt, die von Kindern geleitet wird." Schulleben, dieser Begriff fasst zusammen, was das Schulprogramm des Höflings als Grundtenor mit 'gemeinsam arbeiten – gemeinsam leben' benennt. "Ich bin der festen Überzeugung, dass ein funktionierendes Schulleben wesentlich darüber entscheidet, in wie weit sich alle in der Schule Arbeitenden und an der Schule Beteiligten mit ihr identifizieren können."

Dass es nicht selbstverständlich und für immer besteht, weiß Frau Groß nur zu gut. Für sie geht es darum, Lehrerinnen und Lehrern weiterzugeben, wie wichtig diese Identifikation mit dem Arbeits- und Lebensbereich ist. "Ich freue mich jedes Mal, wenn ich einen Praktikanten oder eine Praktikantin ins Kollegium bringe - oft sind es ja wirklich viele Leute, die während eines Schuljahres zu uns kommen - , dass dann alle immer zu allen freundlich sind. Es gibt eine ausgeprägte Bereitschaft, 'Fremde' in die Klasse zu lassen. Das finde ich super!" Wie Frau Groß ihre gesamte Arbeit bewertet, wäre eine Abschlussfrage gewesen, die nicht gestellt werden konnte, denn sie ist ja 'mitten drin'. Doch den Tenor ihrer Bemühungen verrät sie, als sie von der Einführung der Förderung besonders begabter Kinder erzählt: "Ein Wille und ein Wunsch, pädagogisch etwas zu verändern, war im ganzen Kollegium immer da. Manchmal bedurfte und bedarf es nur eines kleinen Anstoßes, um etwas ins Rollen zu bringen. Vielleicht habe ich manchmal den richtigen 'drive', die richtige Wellenlänge gefunden, die Kolleginnen und Kollegen sowie die Eltern und die Kinder mitzureißen." Antje Wolf und Dietrich Marold


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Yeah!

Yeah!

Der Höfling-Rap Kennt Ihr schon den Höfling-Rap? Der geht so: Elefanten, Drachen, Füchse, Mäuse, tummeln sich im Schulgebäude Pandabär'n, Fuchs, Raben, Tiger, spielen hier in einer Liga! Frösche, Katzen, Löwen, Bären: Ach, wie soll'n wir's euch erklären? Dieses ist kein großer Zoo, sondern eine gute Mischung, denn sie macht uns froh! Refrain: Dies ist uns're Schule Am Höfling, yeah! Wir kommen gern her und wir lernen täg-

lich mehr. Ihr werdet es nicht glauben, uns're Schule gibt's schon lang, genau seit 50 Jahren geht das Ganze seinen Gang. Förderung der Begabung – alle Stufen dieser Leiter – Egal, wo du auch stehst, nach oben geht’s für alle weiter. Und hast du auch mal Frust, verdirbt dir was die Lust, dann mach dir nicht ins Hemd: Für solche Fälle gibt es unser Kinderparlament!

Refrain: Dies ist uns're Schule ... Sport ist hier ganz angesagt, da fühl´n wir uns ganz groß! Durch den Namen der Rektorin, fällt dies Glück in unsren Schoß! (So-so, aha, na-na-na-na!?) Und ist dir das dann noch zu wenig, bist in and'ren Dingen du König, haben wir 'ne Vielzahl von AG'en parat: Probier doch einmal diesen buntgemischten Salat! Refrain: Dies ist uns're Schule ... Claudia Pelka


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Erinnerungen an den Martinszug Erinnerungen an den Martinszug

St. Martin, St. Martin Wer den großen Martinszug am Höfling mit all den vielen selbstgebastelten, ideenreichen Laternen der Kinder, der sich wie ein Lichtband durch die Dunkelheit des Gillesbachtales zieht, heute erlebt, kann sich kaum vorstellen, wie die Anfänge dieses Martinsfestes waren. Als ich Anfang der Siebziger Jahre zum Höfling kam, fand ich es sehr schade, dass dieses schöne, traditionsreiche Fest, das als Lichterfest zu Beginn der dunklen Jahreszeit für die Kinder ein besonderer Höhepunkt ist, keine Beachtung fand. Es war ja ein katholisches Fest und die Schule hatte doch eine evangelische Tradition! Doch meiner Meinung nach durfte das für die Kinder keine Begründung sein. Also versuchten wir, das heißt einige Lehrpersonen, einen Lichterzug zum Martinsfest zu organisieren. Das war nicht so einfach, wie wir uns das vorgestellt hatten. Was musste nicht alles bedacht werden: Musik, die von allen gehört werden konnte, ein Martin in einem passenden Kostüm mit Helm, Schwert und Kettenhemd, möglichst auf einem Schimmel, der von allen gleich gut gesehen werden konnte, Weckmänner, die allen schmeckten und dabei preisgünstig waren und noch vieles mehr! In jedem Jahr gab es Beschwerden und Enttäuschungen, die nicht vorhersehbar waren. Eigentlich klar, denn wir waren ja keine

Profis, und viele Menschen, die in verschiedenen Funktionen dabei mitwirkten, mussten ihre Aufgabe pünktlich und zuverlässig wahrnehmen. Immer gab es Anlass zur Kritik: die Kinder sangen nicht laut genug, die Eltern redeten zu viel, die Aufstellordnung wurde nicht eingehalten, die Mikrofonanlage funktionierte nicht, die Musiker kamen nicht rechtzeitig und noch vieles mehr. Einmal passierte eine besondere Panne: unser Martin, der in der Schervierstraße wohnte, wartete in vollem Ornat vergeblich zu Hause, um von "seinem Pferd" abgeholt zu werden. Wegen einer Fehlinformation wartete das Pferd mit der Pferdeführerin auf dem großen Schulhof auf Martin. Sie fanden nicht zusammen. Also musste der Martinszug ohne Pferd und Reiter losziehen. Während der Laternenumzug durch das Gillesbachtal zog, sollte doch wenigstens Martin zum Ende des Zuges auf dem Pferd ums Feuer reiten. Was tun? Das Pferd musste nun möglichst schnell vom großen Schulhof zum kleinen Schulhof gebracht werden. Das war nur durch die Pausenhalle möglich. Mit Hilfe der Pferdeführerin, des Hausmeisters und vieler anderer wurde das verängstigte Tier durch die Pausenhalle gezogen, besser geschoben und gehoben. Der Hausmeister stellte seinen Bade-

mantel zur Verfügung, die Pferdeführerin schwang sich im Bademantel aufs Pferd und ritt als St. Martina ihre Runden ums Feuer. "Die haben noch nicht einmal einen richtigen Martin!", war die Meinung der Eltern. Nach vielen Jahren des Lernens gibt es heute am Höfling einen Martinszug, der dank des unermüdlichen Einsatzes von Frau Syrbe all die Schwierigkeiten der ersten Jahre vergessen läßt und der zum selbstverständlichen Höhepunkt des Schuljahres Anfang November gehört. Anne Lanzrath


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Evangelische Schule III in der Kapitelstraße

Evangelische Schule III in der Kapitelstraße

Erinnerungen an meine Volksschulzeit Meine Volksschulzeit, heute würde man sagen Grundschulzeit, verbrachte ich in der Evangelischen Volksschule AachenBurtscheid, von der vier Klassen in der Kapitelstraße untergebracht waren. Ich erinnere mich an eine kleine Tür in einer Ziegelsteinmauer, hinter der einige Stufen zum Schulhof hinaufführten. Durch diese Tür kamen wir jeden Morgen vor 8 Uhr, die Kinder des ersten bis vierten Schuljahres und auch die Lehrer. Ein riesiger Baum, eine Ulme, ein "seltener, wertvoller Baum", wie ich in Heimatkunde lernte. Unter ihm an die Mauer angelehnt eine Reihe Bretterbüdchen, die Klos, in einem abschreckenden Zustand für ein Kind meiner Art und nur ein- oder zweimal in vier Jahren im äußersten Notfall benutzt.

Der Hof, das Reich unserer Spiele und Begegnungen mit den anderen Kindern, denn im Haus und in der Klasse sollte Ruhe sein, da wurde man meist durch Erwachsene gestört beim Gespräch oder Streit mit den anderen Kindern. Aber hier draußen fühlten wir uns als Herren, besonders als wir das dritte/vierte Schuljahr erreicht hatten. Es ging wild und laut zu. Als ich den Arm gebrochen hatte, musste ich aus Sicherheitsgründen wochenlang während der Pausen am Zaun zum Gärtchen des Hausmeisters stehen, durfte weder spielen noch laufen, nur brav stehen. Schulgebäude Das Haus, von hinten zum Hof hin in meiner Erinnerung ein alter Backsteinbau, das wir immer nur aufgestellt in Zweierreihen betraten, dunkel mit einer ausgetretenen Holztreppe zum ersten Stock. Unten rechts und links je ein Klassenraum, 1. und 2. Schuljahr, auf halber Treppe ein kleines Zimmer für unseren Rektor Ring. Auf der ersten Etage wieder zwei Klassenräume, 3. und 4. Schuljahr und darüber die Hausmeisterwohnung. Damals waren vier Lehrkräfte in der Schule Kapitelstraße: Rektor Ring, der 1934 pensioniert wurde, Fräulein Toepfer, Fräulein Heyll und Herr Römer, der im zweiten Weltkrieg gefallen ist. Die Klassenräume alle vier in meiner Er-

unten links: Frau Fohrbeck 1978 oben rechts: Frau Fohrbeck unten rechts: Lehrer Krüger mit seiner Klasse in der Schule Kapitelstraße

innerung gleich. Hinten in der Mitte ein großer runder Kanonenofen, der auch während des Unterrichts gelegentlich nachgeheizt werden musste. Die Plätze in seiner Nähe viel zu warm, aber auch immer belegt, weil alles sehr eng und voll war, 60 Kinder in unserem Jahrgang. Zweierbänke mit angearbeiteten Pulten, für Kinder meiner Größe und


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Evangelische Schule III in der Kapitelstraße unten: Frau Fohrbeck mit ihrer Klasse 4c rechts: bei der Verabschiedung 1978

Stärke (ein "Elefant", sagte die Mutter einer Mitschülerin) meist zu klein und zu eng, obwohl es mehrere Größen gab; aber ich wollte ja bei der besten Freundin sitzen, und die war klein und zart. Andere Kinder Und da waren da noch die Kinder aus der Hauptstraße, die "Ureinwohner Burtscheids". Sie haben gewiss nicht alle in der Hauptstraße gewohnt, aber ich bildete mir dies ein. Es war eine so hübsche, aber auch geheimnisvolle und für mich fremde Straße. Diese Kinder rochen und lernten schlecht. Einige waren auch schon sehr alt, mindestens 12 Jahre alt. Da war manchmal die Rede von einer Hilfsschule, aber sie blieben alle bei uns in der Klasse, die ganzen vier Jahre. Sie blieben auch nicht sitzen. Einige waren schon sitzen geblieben, bevor sie zu uns kamen.

Schöne Erinnerungen Wie es angefangen und wie es aufgehört hat, weiß ich nicht mehr, aber einzelne Schulstunden oder einzelne Schultage, die könnte ich noch sehr genau beschreiben. Und von dem Geist dieser Schule ist etwas geblieben: fleißige, gediegene Arbeit, Disziplin, aber fröhliche, oft auch ausgelassene Kinder. Ein wenig zu viel evangelisches Elitebewusstsein der katholischen Bevölkerung gegenüber (auf dem Schulweg ging das manchmal "evangelische Pisspötte" und "katholische Arschlöcher", was mich nicht hinderte, nachmittags nur mit meinen katholischen Freundinnen zu spielen) und auch den sozial schwachen Kindern in der eigenen Schule gegenüber. Aber auch echte Frömmigkeit, die uns vorgelebt wurde. Vier Jahre lang war damals die Schule Kapitelstraße mit ihrem etwas schäbigen äußeren Rahmen ein wesentlicher Teil unserer Welt mit Aufgaben und Problemen, mit Lernen und Spielen, mit Geborgenheit und Angst, mit Zuwendung und Liebe. Und wenn ich sie mir vorstelle, scheint immer die Sonne auf den Schulhof und im Klassenzimmer, ist der große, alte Ofen geheizt und gibt Wärme. Lilli Fohrbeck, Lehrerin, im Juli 1978

Nachtrag Frau Fohrbeck war von 1930-1936 Schülerin an der Evangelischen Schule III, unserer Vorgänger-Schule. Von 1961 an war sie dann an der GGS Am Höfling selber als Lehrerin tätig. Der vorstehende Text entstand aus Anlaß Ihrer Abschiedsfeier im Juli 1978, die vom "Zirkus Höfling" der Schüler und Schülerinnen umrahmt wurde.


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Ein Jahr am Höfling 1. Einschulung Vorbereitungen für den 1. Schultag! Die zukünftigen Schulkinder basteln gemeinsam mit ihren Paten (Kinder aus dem 3. Schuljahr) ihre Schultüten für die Einschulungsfeier. Am Ende des 1. Schultages lassen die Erstklässler ihre mit Gas gefüllten Ballons in die Luft steigen. Das Klassenfoto zur Erinnerung an das 1.Schuljahr darf natürlich nicht fehlen.

Foto-Collagen oben (3): Umzug zu St. Martin unten (7): Schultütenbasteln und Einschulung


Foto-Collagen unten (1): Weihnachtliches Krippenspiel rechts (2): Elternfête

2. Sankt Martin Jedes Jahr findet ein schöner und langer Martins-Umzug statt. 3. Weihnachten Für die jährliche Weihnachtsfeier der Klasse und der Schule, wird ein Theaterstück aufgeführt, begleitet mit Musikinstrumenten und vielen Weihnachtsliedern.

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rechts (7): Eindrücke Projektwochen unten (10): Karneval 2003 beim Kinderzug

4. Elternfête Zum Ende des 1.Halbjahres eines Schuljahres findet die beliebte und zahlreich besuchte Elternfête statt. Dazu werden auch natürlich die Lehrer und Lehrerinnen, ehemalige Eltern und Freunde der Schule eingeladen.

Ein besonderes Bonbon der Elternfete ist es, wenn Bands aus der Elternschaft als Vorgruppe für die Disco auftreten. 5. Karneval Am Fettdonnerstag sind alle Kinder, Eltern, Hausmeister, Zivi, Lehrer und Lehre-


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links (3):Schulfeste unten (3): Gartentage

Überraschungsauftritt zu Engeln werden. Die verkleideten Kinder der Klassen feiern Karneval mit Spielen und Karnevalsliedern, bevor der große Auftritt in der Pausenhalle beginnt. Mit viel Freude und Elan nehmen zahlreiche Kinder und Eltern vom Höfling am traditionellen Kinderzug der Stadt Aachen teil.

rinnen und Freunde der Schule herzlich willkommen! Begeistert wird eine große Karnevalsfeier in der Pausenhalle gefeiert, gestalten von den einzelnen Schulklassen und Lehrern der Schule. Karneval lässt die Lehrer bei ihrem

6. Projektwoche Alle zwei Jahre findet eine Projektwoche statt. Zum Thema "Unsere Schule soll schöner werden..." entstanden viele wunderschöne und kreativ gestaltete Kunstprojekte und geschickt gearbeitete Anlagen wie z.B. diese Kräuterspirale und Spieltische.


60 rechts (4): Sport und Spiel

7. Gartentag Drei Mal im Jahr finden Gartentage an Samstagen statt. Hier helfen freiwillige Schüler und Schülerinnen, Eltern, Lehrer und Lehrerinnen das große Terrain der Schule, Blumenkübel, angelegte Weidenpflanzen, Blumenbeete etc. zu pflegen. 8. Schulfest Im Zwei-Jahres-Rhythmus finden Schulfeste wie z.B. das Sportfest statt. Viele verschiedene Bewegungs- und Spielangebote werden von jeder Klasse mit Unterstützung von den Eltern angeboten, so dass es eine große Auswahl an unterschiedlichsten Aktionen gibt. Karin Dohmen-Topbas

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Die Familien Alexius und Prömpeler Die Familien Alexius und Prömpeler

Herzlichen Glückwunsch, Höfling! Die Familie Alexius und die Familie Prömpeler schauen sehr zufrieden und manchmal sehr wehmütig auf die Grundschulzeit ihrer Kinder zurück. 1987 wurde Tobias Alexius eingeschult. Eine nicht einfache Zeit für die Familie, da sie frisch aus Köln zugezogen war. Die herzliche Aufnahme an der Schule und sofort das Gefühl dazu zu gehören, machte der ganzen Familie den Neuanfang leichter. Da der Termin für das Schultütenbasteln verpasst war, wurde sie wie selbstverständlich nachgebastelt und für den neuen Schüler reserviert. Es folgten die Kinder Ina und Leonie. Die Zufriedenheit blieb. Gerne machten die Eltern bei manchen Gremien (Förderverein, Schulpflegschaft...) mit. Vielleicht kann sich Frau Schröder noch an die Kinder erinnern. Zufrieden war auch Familie Prömpeler. Acht Jahre (1997-2004) fühlten wir uns als Teil der Schule. Andrea und Christina hatten beide das Glück, nacheinander in die Klasse von Frau Wagenführ zu kommen. An diese Zeit erinnern sich beide gerne zurück. An die Einschulungsfeier und ihre Paten können sie sich noch sehr genau erinnern. Die zahlreichen Schulfeste und Projektwochen sind allen noch gut in Erinnerung. Wenn Andrea, heute in Klasse 10, von der Nachbarin erfährt, dass ein Schulfest ansteht, zieht es sie immer noch in die

Grundschule zurück. Die Projektwochen waren immer ein besonderes Highlight. Es wurde in unserer Zeit am Höfling "computert"; der Schulhof wurde renoviert und verschönert. Die Bleistiftskulptur, die Trockenmauer so wie auch ein SinnesParcours wurden gebaut bzw. angelegt. Es entstanden Hochbeete, die bepflanzt wurden, die Betonröhren wurden bemalt und in höllischer Hitze ein Mosaik im Schulhofboden installiert. Viele, viele Mühen, die sich aber immer gelohnt haben. Ein anderes Mal bauten wir Schiffe aus verschiedensten Materialien und ergründeten alles rund ums Wasser. Auch Bücher wurden erstellt: wie funktioniert das Drucken und wie binde ich ein Buch? Andere schrieben einen Krimi, erstellten die Texte und fertigten Fotos zur Bebilderung der Krimis. Hüte wurden kunstvoll erstellt, die Theaterwerkstatt des Aachener Stadttheaters besucht und Theaterstücke geschrieben und aufgeführt. Der Präsentationstag war der Höhepunkt jeder Projektwoche und alle, die in der Woche manchmal gestöhnt haben, waren an diesem Tag stolz und glücklich, all diese Dinge geleistet zu haben. Ohne die Mithilfe zahlreicher Eltern und den unermüdlichen Einsatz der Lehrer wäre all dies nicht denkbar gewesen, kei-

nem hat seine Unterstützung Leid getan. Auch ein Juxsportfest ist uns allen noch gut in Erinnerung. Ein Wettrennen mit Rollstühlen und Bobbycars, vor allem lustig, wenn die Eltern diese Gefährte bedienen mussten. Neben den Projektwochen kam das Basteln nie zu kurz. Manche Stunde wurde für Weihnachts- und Osterbasare investiert. Viele Herausforderungen gemeistert. Letztendlich war der Stolz dann groß, wenn sich am Tag des Basars Menschenmassen durch die Gänge zwängten und kauften und kauften. Der Sponsorenlauf im Ferberpark bei strömendem Regen, der den Kauf der Musikanlage ermöglichte, erfüllt heute noch die Kinder mit Stolz. Nass aber glücklich kehrten alle nach Hause zurück und freuten sich auf die Disco, die dann jährlich stattfand. So könnte man noch viel berichten über Karneval, Weihnachten, Advent, Bundesjugendspiele, Martinsumzug, Apfelfest und Klassenfeste. Alles in allem war die Grundschulzeit ein Stück Leben, in dem man "als Eltern" einbezogen und gerne gesehen war. Sich darauf eingelassen zu haben, erfüllt uns mit Freude. Es war eine gute Zeit, die wir nicht missen möchten. Höfling, mach weiter so! Familien Alexius und Prömpeler


62 Förderverein der GGS Am Höfling

Förderverein der GGS Am Höfling rechts: Logo des Fördervereins unten: Klettergerüst 1999

Wir helfen gerne! Das Protokoll der Gründungsversammlung hält fest: am 3. Februar 1994 beschließen 27 Personen die Satzung unseres Fördervereines und wählen ihren ersten (Gründungs-)Vorstand, Günther Glenewinkel und als Vertreter Werner Meisel einstimmig. Als man um 22.15 Uhr nach Hause geht, sind Monate der Vorbereitung erfolgreich abgeschlossen, der Förderverein ist arbeitsfähig. Eines der wesentlichen Ziele war seinerzeit die Gründung einer Mittagsbetreuung, die es ermöglichen sollte, eine Verbindung von Beruf und Familie wenigstens in Ansätzen zu ermöglichen. An diesem Ziel wurde intensiv gearbeitet. Eine Installation der ersten Gruppe von zunächst 20 Kindern war für das Schuljahr 95/96 geplant, das konnte so auch realisiert werden. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Förder-

verein gerade einmal 68 (!) Mitglieder, durch intensive Spendenakquisition, den Einnahmen vom Sommerschulfest 94 aber schon ein Finanzvolumen von 10.000 DM ! Jetzt galt es auch die anderen Ziele, nämlich die Arbeit der Schule in vielfältiger Weise für unsere Kinder zu unterstützen, zu konkretisieren. In diese Zeit fällt die Planung und Bau des beliebten Klettergerüstes. Dies ist aber eingebunden in grundsätzliche Überlegungen zur Gestaltung des Schulhofes. Kontinuität Rückblickend kann man sagen, dass durch die Einbindung der Schulleitung in den Vorstand und die immer problemlose Zusammenarbeit mit der Schulpflegschaft viele Dinge im Konsens bewegt wurden, die aus heutiger Sicht prägend für die Schule sind, aber dennoch keine Selbst-

verständlichkeit darstellen. Vieles galt es anzuschieben, und dies hat der Gründungsvorstand mit Bravour gemeistert: Anerkennung der Gemeinnützigkeit, Mitgliederverwaltung, Mittagsbetreuung mit 2 Angestellten, Unterstützung bei Klassenfahrten und so vieles mehr; eine Aufzählung würde den Rahmen des Berichtes sprengen. 1996 erfolgt die Wiederwahl: die Personen sind die gleichen, teilweise ändern sich die Funktionen. Der eingeschlagene Weg verfestigt sich, es kommt Ruhe in den Vereinsaufbau und die Vereinsarbeit, aber ein Wechsel kündigt sich an. Sobald die eigenen Kinder die Schule verlassen, wird der Kontakt zwangsläufig lockerer, neue Eltern müssen "ran", die die Schule im Alltag erleben und mitgestalten wollen. Generationenwechsel In der Vorstandsneuwahl 1998 erfolgt der "Generationenwechsel": Günther Glenewinkel bleibt noch 2 Jahre Vorsitzender, mit Hans Cloot-Süthoff als Stellvertreter und vielen neuen Beisitzern werden aber die Weichen für die Zukunft gestellt. Endgültig erfolgt die Übergabe dann im


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Förderverein der GGS Am Höfling

links: der aktuelle Vorstand des Fördervereins

den damit einhergehenden Veränderungen gibt es jede Menge Arbeit und Möglichkeiten, sinnvoll unseren Etat im Sinne unserer Satzung einzusetzen. Werden Sie Mitglied! Jeder ist herzlich aufgerufen, sich auch einzubringen, wir sind keine geschlossene Gesellschaft! Wer mehr über den Förderverein wissen möchte geht einfach auf www.ggs-am-hoefling.de und stöbert dort unter "Förderverein". Holger Klingebiel

Jahre 2000: Hans Cloot-Süthoff und an seiner Seite Robert Josephs , später Bernd Leonhardt werden bis 2006 die Geschicke lenken. In diese Zeit fällt der Ausbau der Mittagsbetreuung mit einer zweiten Gruppe; neben Alloua Cheniguell, dem Urgestein der Mittagsbetreuung, und Bill Schroers betreuen auch Monika Weiskopf und Beatrix Göbbels mittlerweile jeden Schultag rund 50 Kinder bis 13:20 Uhr und geben unserer Schule somit auch ihr Gesicht. Immer hängt es aber auch von Einzelnen ab: so wurde vom Förderverein ein Zyklus von Lesungen für Kinder ins Leben gerufen, der dankbar angenommen wurde. Hier können noch weitere Schwerpunkte unserer Arbeit liegen. Nachdem dann die Pausenhalle mit einem Multifunktions-

schrank und einer bemerkenswerten Beschallungsanlage ausgestattet wurde, war der vorläufige Höhepunkt Ende 2005 in der Einweihung der Schulküche zu sehen. Möglich war dies neben dem gewachsenen Volumen an Mitgliedsbeiträgen (Stand April 2007: 218 Mitglieder!) durch eine erstaunlich hohe Zahl an Einzelspenden und den Erträgen aus Projektwochen, Elternfeten, Schulfesten und vielem mehr. Im Herbst 2006 wurde der derzeitig amtierende Vorstand gewählt. Es sind (auf dem Foto von links nach rechts) Karl-Heinz Becker, Anita Groß, Bernd Leonhardt (Vorsitzender), Guido Hinz (stellv. Vorsitzender), Holger Klingebiel und Rolf Kaim. Leider nicht im Bild ist Ursel Syrbe. Gerade vor dem Hintergrund des beginnenden Betriebes der Ganztagsschule und


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Welt-Chronik 1957 rechts: Nummer 1-Hit 1957

Welt-Chronik 1957

Was passierte im Jahre 1957? Anfang 1957 ist es so weit: Der lateinamerikanische Tanz Cha Cha Cha wird erstmals in den deutschen Tanzschulen gelehrt. Entwickelt wurde der Cha Cha Cha von dem Kubaner Enrique Jorrin, ein französisches Profitanzpaar führte den Tanz 1956 in Deutschland vor. Anfang 1957 wurde er dann auf der Tanzlehrertagung offiziell vorgestellt - als neuer Modetanz. Aber es gab noch mehr wichtige Ereignisse im Gründungsjahr der Schule: Januar 01.01. Das Saarland wird zehntes Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. 02.01. In zwölf Großbetrieben der DDR wird die 45-Stunden-Woche eingeführt. 21.01. Der Bundestag verabschiedet das Gesetz über die Rentenreform und führt damit die Dynamische Rente ein. Februar 27.02. Erste Aufführung der Dreigroschenoper von Bertolt Brecht und Kurt Weill im Deutschen Fernsehen. März 01.03. In mehreren Betrieben der Bundesrepublik Deutschland wird die 45-StundenWoche eingeführt. 12.03. Abschluss des Abkommens über die zeitweilige Stationierung sowjetischer Streitkräfte auf dem Territorium der DDR.

15.03. Die USA teilen mit, dass ihre Streitkräfte in der Bundesrepublik über Atomwaffen verfügen. 23.03. Das Bundesarbeitsgericht in Kassel stellt fest, dass das Gleichberechtigungsgesetz auch beim Abschluss von Tarifverträgen gilt. Dementsprechend sind tarifliche Bestimmungen, die für Frauen bei gleicher Tätigkeit einen geringeren Lohn vorsehen als für Männer, nichtig. 25.03. Vertreter der Benelux-Staaten, Frankreichs, Italiens und der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnen die so genannten Römischen Verträge über die Schaffung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM). April 01.04. Die ersten rund 10.000 Wehrpflichtigen rücken in die Bundeswehrkasernen ein. 04.04. Bundeskanzler Adenauer tritt in einer Pressekonferenz für die atomare Aufrüstung der Bundeswehr ein. In Oberhausen werden die ersten Massenimpfungen gegen Kinderlähmung durchgeführt. 12.04. Im "Göttinger Manifest" fordern 18 führende deutsche Atomwissenschaftler die Bundesregierung zum Verzicht auf die atomare Bewaffnung der Bundeswehr auf. 23.04. Rund 150 Rundfunkanstalten

übertragen weltweit eine Ansprache des Nobelpreisträgers Albert Schweitzer (1875-1965), der vor den Gefahren durch Atomstrahlen warnt und zur Einstellung der Atomwaffen-Versuche aufruft. Mai 03.05. Der Bundestag verabschiedet ein Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Darin wird die Zugewinngemeinschaft als gesetzlicher Güterstand in der Ehe eingeführt. Außerdem wird entschieden, dass Männern weiterhin bei Uneinigkeit in Bezug auf die Kindererziehung einen "Stichentscheid" haben. 07.05. Auf der Büromaschinenfachausstellung in Hannover wird die erste elektrische Schreibmaschine vorgestellt. 11.05. Das Bundesarbeitsgericht erklärt die so genannte "Zölibatsklausel" für ungültig, nach der ein Arbeitsverhältnis im öffentlichen Dienst mit der Eheschließung


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Welt-Chronik 1957 links: das Katalog-Titelbild für den VW-Bulli

einer Arbeitnehmerin endet, sofern das Familieneinkommen für ihre wirtschaftliche Versorgung ausreicht. 21.05. Das Bundesverfassungsgericht stellt fest, dass West-Berlin ein Land der Bundesrepublik ist und demnach dort auch das Grundgesetz gilt. Juni 18.06. Verkündung des Gesetzes über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts in der Bundesrepublik. Juli 04.07. Der Bundestag verabschiedet das Kartellgesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen. Der Aufbau des Bundeskartellamtes zur Sicherung des freien Wettbewerbes stellt eine der Grundlagen der freien Marktwirtschaft dar. 07.07: John Lennon und Paul McCartney begegnen sich zum ersten Mal auf einem Kirchenfest in Liverpool. Als Beatles werden sie mit George Harrison und Ringo Starr die bekannteste Rockband der Musikgeschichte 25.07. Der Kölner Buchhändler Gerhard

Ludwig eröffnet den ersten Taschenbuchladen in der Bundesrepublik Deutschland. 29.07. Die drei Westmächte und die Bundesrepublik veröffentlichen die "Berlin-Erklärung" zur deutschen Einheit. Darin wird die Forderung nach ViermächteVerhandlungen und Abschluss eines Friedensvertrages mit einer frei gewählten gesamtdeutschen Regierung gestellt. August 01.08. Aufgrund des Bundesbankgesetzes vom 26.7. wird die Deutsche Bundesbank als zentrale Notenbank der Bundesrepublik und West-Berlins gegründet. September 01.09. In der Bundesrepublik wird die Geschwindigkeitsbegrenzung in geschlossenen Ortschaften eingeführt. 16.09. Die ersten Einwegflaschen ersetzen die Mehrwegflaschen für Wein und Traubensäfte in der Bundesrepublik. Oktober 04.10. Die UdSSR starten den ersten künstlichen Erdsatelliten "Sputnik1" und eröffnen damit die Ära der Raumfahrt. Der technologische Erfolg der Sowjets löst in den USA den so genannten Sputnik-Schock aus. 23.10. Der Bundesgerichtshof erkennt die Züchtigungsbefugnis der Lehrer gegenüber Schülern grundsätzlich an, verweist

aber zusätzlich darauf, dass diese nur in Ausnahmefällen angewendet werden sollte. 31.10. In Garching bei München geht als erstes bundesdeutsches Kernkraftwerk ein Forschungsreaktor in Betrieb. November 10.11. In West-Berlin wird mit dem Aufbau eines jüdischen Gemeindezentrums begonnen. Dezember 10.12. Verleihung der Nobelpreise: Albert Camus erhält den Literaturnobelpreis. Der Friedensnobelpreis geht an den kanadischen Außenminister Lester Bowles Pearson (1897-1972), der sich besonders für die Lösung der Suezkrise eingesetzt hat. 16.12. Der erste Atomreaktor der DDR wird in Rossendorf bei Dresden in Betrieb genommen. Außerdem 1952: Erster Fernsehempfang in Aachen 1958: Aachen hat 162.866 Einwohner und damit die bei der Volkszählung 1939 ermittelte Wohnbevölkerung wieder erreicht und überschritten. zusammengestellt von Christa Siebes


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Schullied Schullied

Viele kleine Leute... In der Schule Am Höfling wurde von Anfang an viel und gerne gesungen. In den ersten Jahren gab es nach dem Gottesdienst zum Schuljahresbeginn ein so genanntes "Schlusssingen und -sagen": Jede Klasse lieferte einen Beitrag, Gedicht oder Lied. Sehr eindrucksvoll mit so vielen Schülern

und Schülerinnen ist dabei sicherlich ein Kanon wie dieser. Dieses Lied "Viele kleine Leute" von Detlev Jöcker ist entstanden nach einem Sprichwort aus Ghana. Es ist auf der gleichnamigen CD beim Menschenkinder-Verlag in Münster erhältlich.


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Die alternative Lernstands-Kontrolle

oben: was fehlt da noch? darunter links: wer spricht hier? darunter rechts: wer mag das sein?

Die alternative Lernstands-Kontrolle

Hätten Sie's gewußt? Wer die Festschrift bis hierher aufmerksam gelesen hat, sollte die folgenden Fragen eigentlich direkt beantworten können. Alle anderen dürfen gerne noch einmal zurückblättern... 1. Bei der Teilnahme am Kinderkarneval 1980 stellten die Schüler und Schülerinnen unserer Schule dieses "Musikinstrument" dar:

2. Nicht in jeder Baustellengrube entsteht ein Gebäude, denn diese wurde nur mit Plastik und einer Flüssigkeit zugedeckt. Was entstand hier? 3. Diese Veranstaltung wechselt sich mit dem Schulfest ab. So nah waren Sie der Lösung noch nie! 4. Weil es für einen großen Bauernhof nicht gereicht hat, hieß das Gut nur...

7. Erkennen Sie die Sprecherin auf dem linken Bild? 8. Wie Sie sehen, sehen Sie nichts, denn auf dem Foto rechts oben fehlt ein seit Jahren existierender Gebäudeteil. 9. Hurra, die Schule trennt! Nämlich hochansteckend Kranke von der Bevölkerung. Wegen welcher Krankheit wurde 1962 die ganze Schule evakuiert? 10. Die Dame auf dem Foto rechts bekam nicht nur mehr Schüler und Schülerinnen, als ihr lieb war, sondern noch eine ganze Schule obendrein. 11. Vor der Trennung in Grund- und Hauptschule war die GGS Am Höfling eine solche Schule.

5. Wenn die Schule länger dauert, braucht es diese Abkürzung.

12. Der/die hat vormittags recht und nachmittags frei. /

6. Dieses Gebäude steht gar nicht auf dem Schulgelände, doch seit seiner Fertigstellung wurden viele Luftsprünge gemacht.

13. Hier dürfen sogar die mitreden, um die es immer geht. -

Die markierten Buchstaben ergeben hintereinander geschrieben zwei Lösungsworte. Der Begriff beschreibt eine Auszeichnung, welche die GGS Am Höfling vor einigen Jahren erhalten hat.

Zu gewinnen gibt es nichts, außer der Freude, alles richtig gelöst zu haben. Lorenz Hölscher


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Die alternative Lernstands-Kontrolle

50 Jahre Gemeinschafts-Grundschule Am Höfling  

Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Gemeinschafts-Grundschule Am Höfling

50 Jahre Gemeinschafts-Grundschule Am Höfling  

Festschrift zum 50jährigen Jubiläum der Gemeinschafts-Grundschule Am Höfling

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