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05 thüringer zeitschrift der Bildungsgewerkschaft GEW

2013

Foto: univienna/flickr.com

Prekär statt regulär? Die Situation Thüringer Hochschulen Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Landesverband Thüringen

www.gew-thueringen.de www.reinindiegew.de https://www.facebook.com/gewthueringen


Inhalt

LesePeter

Seite

Im September 2013 erhält den LesePeter das Kinderbuch:

Rosie und Moussa

GEW Schwerpunkt

Bessere Chancen für wissenschaftlichen Nachwuchs 2f. Vorhaben der Landesregierung 3f. Der Herrschinger Kodex 4f. Ergebnisse der Online-Umfrage 5ff. Höchst Berufungsbedürftig 8f. Befristungskrankheit 9ff. Generationswechsel 12 Der Fall Fachhochschule 12

GEW Aktuell

Vorbildliche Bildungsräume Friedensbildung Hermione Granger Offenes Gespräch

Rechtsstelle

Stufenzuordnung Altersdiskriminierung

Aus den Kreisen Jubilare Kreisnachrichten

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Michael De Cock illustriert von: Judith Vanistendael aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf Beltz & Gelberg, Weinheim Basel 2013 96 Seiten, geb. 9,95 € ab 7 Jahren ISBN: 978-3-407-82024-2

Was für ein Unglück! Rosie ist gerade mit ihrer Mutter ans andere Ende der großen Stadt gezogen, kennt keinen Menschen in dem Hochhaus, das ihre neue Heimat werden soll... und dann das! Der Nachbarjunge Moussa, ein Schwarzer, schleicht sich heimlich mit dem Mädchen auf das Dach – was total verboten ist. Die beiden werden zwar nur FAST erwischt, aber dort oben ausgesperrt, und das im Winter, ohne warme Kleidung. Wie das Abenteuer gerade noch gut ausgeht, wie Menschen einander näherkommen, Selbstvertrauen wächst und die Zukunft nicht mehr so grau aussieht, davon handelt diese kleine Geschichte.

LesePeter

20 20f.

Im Oktober 2013 erhält den LesePeter das Jugendbuch:

Das Paradies der Täter

18 18ff.

Tipps und Termine

GEW-Bildungskonferenz 19 Hinweis: Bildungsklick 21 23. Ratschlag 22 AG Diversity 22 11. Schulkinowoche 23 Preisausschreiben „Unser Europa“ 24

Seidel, Jürgen cbj 2013 397 Seiten 16,99 € ab 14 Jahren ISBN: 978-3-570-15577-6

1952 in Argentinien. Tom Blume, 17, ist mit seinen Eltern aus Deutschland „ausgewandert“ und lebt sich in der deutschen Schule ein. Nazikinder und die Kinder geflohener Juden gehen in eine Klasse, die Konflikte sind vorprogrammiert. Tom verachtet seinen Vater, weiß aber nicht, was der als SS-Mann getan hat. Der Vater schweigt, der Sohn verliebt sich in die schöne Jüdin Walli, aber ihre Liebesgeschichte wird überlagert von der unbewältigten Vergangenheit. Jürgen Seidel beschreibt die inneren Konflikte des jugendlichen Helden, der sich gar nicht weiter mit der Ideologie der Nazis auseinandersetzt, wohl aber einen klaren Standpunkt gegenüber den Naziverbrechen hat. Es geht also gar nicht um Nazis, sondern um die Lügen, die jeder um sich aufbaut, um vor den anderen gut dastehen zu können. Es gibt wenig Literatur über den Zusammenprall von Tätern und Opfern nach dem Kriege, dies ist ein Buch, das nicht nur politisch oder historisch Interessierte packt. www.gew-thueringen.de/LesePeter.html

Herausgeber: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Landesverband Thüringen · Heinrich-Mann-Straße 22 · 99096 Erfurt Tel.: 03 61 - 5 90 95 22 · Fax: 03 61 - 5 90 95 60 E-Mail: info@gew-thueringen.de · Internet: www.gew-thueringen.de E-Mail an die Redaktion: tz@gew-thueringen.de Die tz erscheint in den Monaten Februar, April, Juni, September, Oktober und Dezember. Der Bezugspreis für die tz beträgt ab 01. Januar 2013 für Nichtmitglieder 3,10 Euro pro Einzelexemplar zzgl. Porto, das Jahresabo (6 Hefte) 16,80 Euro zzgl. Porto. Das Jahresabonnement kann drei Monate vor Ablauf des Kalenderjahres gekündigt werden. Erfolgt bis zu

diesem Zeitpunkt keine Kündigung, wird das Abo um ein Jahr verlängert. Die Lieferung erfolgt gegen Vorkasse an die GEW-Wirtschaftsdienst GmbH, DKB Bank Berlin, Kto.-Nr.: 1005400559, BLZ: 12030000. Die Abo-Gebühr für Mitglieder der GEW Thüringen ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. Die in den einzelnen Beiträgen wiedergegebenen Gedanken entsprechen nicht in jedem Falle der Ansicht des GEW-Vorstandes oder der Redakteure. Die Beschlüsse des Vorstandes sind verbindliche GEW-Meinungen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Gewähr übernommen. Bei allen Veröffentlichungen behält sich die Redaktion Kürzungen vor.

Manuskripte und sonstige Zuschriften für die Redaktion der thüringer zeitschrift (tz) werden an die Adresse der Geschäftsstelle erbeten. Einsendeschluss für Beiträge ist immer der 10. des Vormonats. Verantwortliche Redakteurin: Kathrin Vitzthum Redaktionsschluss: 10.09.2013 Layout, Satz, Druck: PROOF Druck- und Medienproduktion · Loreen Scheit scheit@proof-ef.de · Charlottenstraße 3 · 99096 Erfurt· Tel: 03 61 · 5 41 87 58 E-Mail: info@proof-ef.de · Internet: www.proof-ef.de Gültige Anzeigenpreisliste Nr. 04 vom 01.01.2013


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Aktuelles

– dies alte deutsche Sprichwort ist wohl anders gemeint, aber die Realität an Thüringens Hochschulen spricht Bände. Die Bologna-Reform hat das Studieren verschult, die Zugänge zum Masterstudiengang sind häufig beschränkt, die Promovierenden finden immer weniger Stellen, die ihnen das Promovieren ermöglichen. Diese tz-Ausgabe schaut hinter die Kulissen der Hochschullandschaft, blickt auf die Beschäftigungsbedingungen in Wissenschaft, Lehre und Forschung und erhebt Forderungen für gute Arbeit an den Hochschulen. Der Situation von Studierenden als Beschäftigte widmet sich ebenfalls ein Artikel. Im Übrigen berichten wir über die Prämierung der ersten Vorbildlichen Bildungsräume und über die weitere Umsetzung des Personalentwicklungskonzeptes Schule. Rechtsfragen und Informationen aus den Kreisverbänden finden Sie wie immer im hinteren Teil der Zeitschrift.

In der Ausgabe 03/2013 berichtete Bärbel Jähnert über die Arbeit der Jury zum Wolgast-Preis. Wir können an dieser Stelle zumindest den Namen der Preisträgerin verraten: Sharon Rentta erhält für ihr Buch „Doktor Tobis Tierklinik- Ein Tag im Krankenhaus“ den mit 4.000,- Euro dotierten Wolgast-Preis. Die Jury befand, dass sich die Autorin in beispielhafter Weise mit dem Thema „Arbeitswelt“ auseinandersetzt. Vielleicht lesen Sie mal rein? Herzlichst, Ihre Kathrin Vitzthum

Vorwort

„Es fällt kein Doktor vom Himmel.“

Foto: C. Steinbach

Von wissenschaftlicher Neugier und Denken in Modulen „Dieser Roman ist larmoyant, verbittert, arrogant, ungerecht und unpsychologisch; er enthält Stereotypen, Versatzstücke, Gesellschaftskritik, Verhöhnungen, Polemik und ein negatives Weltbild“, warnt das Vorwort des Romans „Hier kommt Michelle“, mit dem die Autorin Annette Pehnt – selbst Hochschuldozentin – dem deutschen Campusroman neuen Schwung verleiht. Einen zimperlichen Humor sollte man nicht besitzen, wenn man sich mit der behüteten, fleißigen Michelle und ihrem Einser-Abi an der Elite-Universität zu Sommerstadt immatrikuliert. Hier bekommt jede Statusgruppe ihr Fett weg, von den engagierten und nicht so engagierten Studierenden, über die noch unverbrauchten und motivierten Jungakademiker, die schon reichlich frustrierten Nichtmehrsojung-Akademiker, seltsame Orchideenwissenschaftler, Professoren alten Schlags bis hin zum sardonischen Personalreferenten und einem Rektor, der davon träumt, dass sich neben der Studienordnung doch auch die Studierenden standardisieren lassen müssten, um einen reibungslosen Ablauf der Module zu garantieren. Hier prallen die Weltbilder von bildungsbeflissenen Forschern mit denen von Anhängern der unternehmerischen Hochschule aufeinander, was nicht anders als in einer Katastrophe enden kann. Und zwischendrin findet sich – als unbedarfte und ein bisschen hilfslose Marionette des Systems – Michelle. Jeder, der das universitäre Leben aus eigenem Ansehen kennt, wird hier Karikaturen bekannter Typen und Vorgän-

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ge finden, und wie es sich für eine Satire gehört, sind die komischsten Partien zumeist jene, die nicht so weit von der Wirklichkeit entfernt sind. Insofern trägt der Roman neben aller Unterhaltung, die er bietet, zur Sensibilisierung für die Bizarrerien im universitären Alltag und im deutschen Bildungssystem überhaupt bei und tischt uns dabei Klischees und Vorurteile nur auf, damit wir sie erst recht in Frage stellen. Dazu bedient sich Annette Pehnt, ganz nebenbei gesagt, einiger interessanter erzählerischer Kniffe. Wer also neben der sachlichen Auseinandersetzung mit Hochschulthemen einmal einen (im allerbesten Sinne) unterhaltsamen Zugang braucht, dem sei „Hier kommt Michelle“ dringend ans Herz gelegt – wie überhaupt allen Leserinnen und Lesern, die eine bissige Gegenwartssatire zu schätzen wissen. Tabea Dörfelt-Mathey

Buchtipp: Annette Pehnt: Hier kommt Michelle. Ein Campusroman. Piper 2012. 140 Seiten, 8,99 €


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Thüringer Hochschulen

Bekommt der wissenschaftliche Nachwuchs in Thüringen jetzt tatsächlich bessere Chancen?

Thomas Hoffmann Foto: K. Vitzthum

Zum Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie zur Änderung hochschulrechtlicher Vorschriften, Teil 1 2009 verankerte die CDU- und SPDgeführte neue Landesregierung des Freistaates in ihrer Koalitionsvereinbarung u. a. die „verstärkte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses“. Was ist nun aus dem Vorhaben, für diesen in Thüringen bessere Perspektiven zu gestalten, geworden? Werden sich die Möglichkeiten durch die aktuelle Novelle hochschulrechtlicher Regelungen verbessern? Die Frage nach dem wissenschaftlichen Nachwuchs greift allerdings zu kurz. In Deutschland wird jede Wissenschaftlerin und jeder Wissenschaftler an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung, der bzw. die nicht eine Professur inne hat, als „wissenschaftlicher Nachwuchs“ bezeichnet – gegebenenfalls bis zur Rente. Im internationalen Vergleich nimmt Deutschland – und Thüringen ist hier keine Ausnahme – eine

Sonderstellung ein, weil der Anteil der „Senior-Staff-Ebene“ – dauerhaft beschäftigte, selbstständig Lehrende und Forschende – relativ klein ausfällt. Darüber hinaus fehlt die Ebene des „Junior Staff“ – hauptamtlich und selbstständig Lehrende und Forschende neben der Professur – fast völlig. Eine Verbesserung der Perspektiven von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ist somit dringend geboten, damit bei Beschäftigungsverhältnissen im wissenschaftlichen und künstlerischen Bereich an Hochschulen (bei Forschungseinrichtungen ist es nicht viel anders) wieder von „attraktiv und planbar“ gesprochen werden kann.

Kernpunkte eines neuen Gesetzes Am 16. Januar 2013 hatte Wissenschaftsminister Matschie in einer Veranstaltung an der Friedrich-Schiller-Universität die Kernpunkte der Gesetzesnovelle vorgestellt. Dazu hieß es in der Einladung: „Damit nicht zu viele Nachwuchswissenschaftler der Hochschule den Rücken kehren, hat das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in einem breiten Dialogprozess einen Gesetzentwurf zur Verbesserung der Karrierewege für den wissenschaftlichen Nachwuchs erarbeitet. Dieser sieht im Kern vor, begabten Nachwuchswissenschaftlern deutlich früher den Weg in eine unbefristete Professur und damit zur selbständigen wissenschaftlichen Arbeit zu eröffnen.“ Hier liegt die Crux. Die Idee, Wissenschaft als Beruf neben der Ebene der Professur auszuüben, kommt gar nicht erst auf. In den Augen des Ministeriums sind nur Professorinnen und Professoren richtige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Daher verwundert es nicht, dass der einzi-

ge Vorschlag zur Verbesserung der Perspektiven des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Gesetzesnovelle die Einführung einer sogenannten Assistenzprofessur ist. Sie kann erhalten, wer auf einer Juniorprofessur positiv evaluiert wurde, aber nach Abschluss derselben nicht sofort eine „Vollprofessur“ erhält. In Thüringen gibt es momentan ca. 50 Juniorprofessorinnen und -professoren, denen die Möglichkeit offen stünde, aus der befristeten Juniorprofessur auf eine unbefristete Assistenzprofessur berufen zu werden – sofern sie nicht ohnehin auf eine ordentliche Professur berufen werden. Für die über 2.800 befristet beschäftigten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im sogenannten Mittelbau gibt es nichts. Nicht einmal Privatdozentinnen und -dozenten oder besonders erfolgreichen Postdocs soll diese Option offen stehen. Auch die Fachhochschulen wurden bei den Überlegungen ganz außen vor gelassen. Weder deren wissenschaftlicher Nachwuchs noch die Lehrkräfte für besondere Aufgaben (LfbA), die teilweise professorale Aufgaben wahrnehmen, können eine Assistenzprofessur erhalten.

Bessere Karriereplanung sieht anders aus Dabei hatte die AG Hochschulkarrieren, deren Ergebnisse das TMBWK im März 2012 erstmalig vorstellte, durchaus andere interessante Vorschläge gemacht, die auch bei den Fachhochschulen gegriffen hätten: so zum Beispiel den Verzicht auf eine eigenständige Kategorie der LfbA und deren Integration in die Kategorie der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zur Begründung wurde u. a. angeführt: „Dazu kommt, dass die Differenzierung zwischen LfbA und wissenschaftlichen Mitarbeitern we-

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Thüringer Hochschulen nig trennscharf ist, so dass auf eine eigenständige Kategorie der Lehrkräfte für besondere Aufgaben verzichtet werden sollte. Von einer solchen Änderung […] könnten insbesondere die Fachhochschulen profitieren ...“. Und selbst die Assistenzprofessur ist eine Mogelpackung. Zwar soll sie nach W2 bezahlt werden, aber ohne die Möglichkeit von Leistungszulagen. Und die Hochschulen können sie zur „Lehrprofessur“ machen, denn in wissenschaftlichen Fächern darf die Lehrverpflichtung 9 bis 18 LVS, in künstlerischen und gestalterischen Fächern 18 bis 24 LVS betragen. In der Gesetzesbegründung heißt es dazu: „Damit kann die Einführung einer Assistenzprofessur dafür genutzt werden, die Betreuung Studierender zu verbessern und forschungsstarke Professoren zu entlasten.“ Da die Forschungsreputation bei der Bewerbung auf eine Professur immer noch als wichtigstes Kriterium gilt, werden Assistenzprofessorinnen und -professoren, die eine hohe Lehrbelastung haben, kaum in der Lage sein, ihre Forschungsleistungen, die sie sich auf ihrer Juniorprofessur aufgebaut haben, weiterzuführen. Sie sind also möglicherweise in einer schlechteren Position bei der Bewerbung auf eine ordentliche Professur. Gute Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben Besseres verdient. Und die langfristige Perspektive einer Assistenzprofessur kann nur heißen: sich schnell auf etwas Anderes bewerben. Die Verbesserung der Karriereplanung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sieht anders aus. Auf eine entsprechende Vorlage der Landesregierung warten wir noch. Marlis Bremisch, Referentin Thomas Hoffmann, Referatsleiter Hochschule und Forschung Link zum Herrschinger Kodex: http://www.gew.de/Herrschinger_Kodex.html

Weitere Vorhaben der Landesregierung im Hochschulrecht Zum Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie zur Änderung hochschulrechtlicher Vorschriften, Teil 2 Die Koalitionsvereinbarung von 2009 sieht vor, dass geprüft werden soll, „ob es Änderungsbedarf hinsichtlich demokratischer Mitwirkungsrechte gibt“. Die Ansichten von GEW und Landesregierung dazu liegen offenbar weit auseinander, denn unter den geplanten Änderungen im Gesetzentwurf finden sich keine Ansätze, von denen eine Redemokratisierung der Hochschulen zu erwarten wäre. Nachdem sich

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erwiesen hat, dass die Möglichkeit einer Eingangsprüfung für beruflich Qualifizierte ohne Hochschulzugangsberechtigung (Abitur) kaum genutzt wird, will die Landesregierung diese Möglichkeit abschaffen und dafür ein sogenanntes Probestudium einführen. Dabei bleiben die Regelungen dafür sehr unscharf, was im Extremfall dazu führen kann, dass das Probestudium als spezielles Sonderstudium angeboten wird, statt im Verlauf eines normalen Studiums absolviert werden zu können. Außerdem fehlt eine Rahmenregelung, die sicherstellt, dass das Probestudium an allen Hochschulen vergleichbar gestaltet wird. Es ist kein Rechtsanspruch formuliert, dass alle Leistungen, die im Probestudium er-

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Thüringer Hochschulen

Marlis Bremisch, Foto: K. Vitzthum

bracht worden sind, auf das Studium angerechnet werden. Eine Reihe von sozialrechtlichen Regelungen sind für das Probestudium ebenfalls nicht geklärt (Studierendenstatus, Krankenversicherung, BAföG usw.).

Unsere völlige Ablehnung trifft die Einführung eines sogenannten gebührenpflichtigen grundständigen weiterbildenden Bachelor-Studiums. Erstens bekennen wir uns als GEW Thüringen zur Gebührenfreiheit des Studiums. Zweitens können BachelorStudiengänge per se nicht weiterbildend sein, denn sie vermitteln die grundständigen berufsbefähigenden Kenntnisse und Kompetenzen. Ein weiterbildender Studiengang baut immer auf einem vorangegangenen Hochschulabschluss und weiterer im Arbeitsleben erworbener Kenntnisse und Kompetenzen auf. Die Landesregierung schafft hier ein Konstrukt für die Hochschulen, um Gebühren für ein Studium erheben zu können. Demgegenüber wäre es dringend geboten, den Rechtsanspruch auf ein Teilzeitstudium bzw. ein berufsbegleitendes (Teilzeit-)Studium an den Hochschulen zu verankern, damit mehr Berufstätige ein Studium

aufnehmen können. Dieser Ansatz fehlt im Gesetzentwurf. Die Landesregierung plant mit der Novelle die Umsetzung einiger Vorgaben des Bologna-Prozesses. Unverständlich ist dabei jedoch, warum versäumt wird, die UN-Behindertenrechtskonvention auch im Hochschulbereich in geltendes Recht umzusetzen, zumal bekannt ist, dass das TMBWK im Schulbereich diesem Thema eine hohe Priorität einräumt. Aus Sicht des Referates Hochschule und Forschung wäre eine umfänglichere Überarbeitung des Hochschulgesetzes nötig gewesen, insbesondere auch die Redemokratisierung der Hochschulen betreffend. Somit liegt jetzt Stückwerk vor, mehr nicht. Marlis Bremisch, Referentin Thomas Hoffmann, Referatsleiter Hochschule und Forschung

Koalitionsvereinbarung von CDU und SPD „Starkes Thüringen - innovativ, nachhaltig, sozial und weltoffen“, Erfurt, Oktober 2009, S. 25 Zu Details siehe z. B.: http://www.soziologie.uni-halle.de/emeriti/kreckel/docs/fes-kreckel-nachwuchswiss-2010-vortrag.pdf 3 Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhalten auf einer befristeten Juniorprofessur auch ohne Habilitation die Gelegenheit, sich für eine Berufung auf eine ordentliche Professur zu qualifizieren. Jedoch gibt es auch bei erfolgreicher Evaluation keine Garantie auf Weiterbeschäftigung. („tenure track“) . 4 Aus: AG Hochschulkarrieren, Abschlussbericht, Papier des TMBWK, S. 6 5 Koalitionsvereinbarung von CDU und SPD „Starkes Thüringen – innovativ, nachhaltig, sozial und weltoffen“, Erfurt, Oktober 2009, S. 26 Siehe dazu: http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/?id=467 1 2

Der Herrschinger Kodex Forderungen zur Eindämmung des Befristungsunwesens Der Herrschinger Kodex formuliert klare Forderungen zur Eindämmung des Befristungsunwesens, die vor Ort an Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen umgesetzt werden sollen. Im Gegensatz zur vorherrschenden Personalpolitik in der Wissenschaft wird darin vom unbefristeten Vollzeitarbeitsverhältnis als Normalfall ausgegangen.

Kernforderungen

Thomas Hoffmann, Foto: K. Vitzthum

Befristung des wissenschaftlichen und künstlerischen Personals soll nur unter bestimmten, klar definierten Bedin-

gungen zulässig sein. Diese sind Vertretung, die eigene Qualifikation und Drittmittelfinanzierung, also die Finanzierung etwa durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, Stiftungen oder andere Geldgeber. Das übrige Personal, auch akademische Mitarbeiter/innen mit überwiegend Lehraufgaben, ist demnach unbefristet einzustellen. Auch werden Mindestvertragslaufzeiten gesetzt: kein Beschäftigungsverhältnis soll für weniger als ein Jahr geschlossen werden. Bei Qualifizierungsstellen muss die Laufzeit mindestens der voraussichtlichen Dauer der Qualifizierung entsprechen und bei Drittmittelstellen der Projektlaufzeit. Außerdem soll bei Promotionsstellen

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mindestens 75 Prozent der Arbeitszeit für die Promotion zur Verfügung stehen. Damit allen Promovierenden auch die nach Wissenschaftszeitvertragsgesetz möglichen sechs Jahre zur Verfügung stehen, wird weiterhin postuliert, dass Zeiten der Beschäftigung als wissenschaftliche Hilfskraft grundsätzlich nicht auf die Höchstbefristungsdauer angerechnet werden. Dass Teilzeitarbeit nur auf Wunsch von Beschäftigten vereinbart werden soll, ist eine weitere Forderung des Herrschinger Kodex, womit an sich nur eine Selbstverständlichkeit formuliert wird. Aber im Wissenschaftsbereich ist leider auch das erforderlich.

Die Personalentscheider haben es in der Hand Als realpolitischer Forderungskatalog richtet sich der Herrschinger Kodex an diejenigen, die an Hochschulen und Forschungseinrichtungen Personalentscheidungen treffen, also an Präsidien und Rektorate, Dekanate, Projektverantwortliche sowie Personal- und Betriebsräte. Er stellt eine solide Grundlage für Dienstvereinbarungen zur Eindämmung des Befristungsunwesens dar. Auch unter bestehenden Rahmenbedingungen gibt es durchaus Möglichkeiten, vor Ort an Hochschulen und Forschungseinrichtungen mehr Beschäftigungssicherheit und -planbarkeit zu erreichen. Das schließt allerdings nicht aus, ein deutliches Umdenken bei der Politik zu fordern, damit eine Kehrtwende eingeleitet werden kann: Hochschulen und Forschungseinrichtungen benötigen eine aufgabengerechte und sichere Grundfinanzierung. Eine Abkehr von der projektbezogenen Drittmittelfinanzierung, die Ausdruck der neoliberalen Wettbewerbsideologie ist, und Überführung der Projektmittel in die Grundbudgets der Hochschulen und Forschungseinrichtungen würde sehr viel mehr unbefristete Beschäftigung ermöglichen. Dazu erforderlich ist eine erneute Föderalismusreform, die das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern im Bildungs- und

Wissenschaftsbereich aufhebt und dem Bund wieder erlaubt, sich an der Hochschulfinanzierung zu beteiligen und darüber hinaus den Wissenschaftsbereich als gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern definiert.

GEW gibt den Anstoß Als Wissenschaftsgewerkschaft hat die GEW diese Diskussion angestoßen, und die Hoffnungen sind nicht unberechtigt, dass nach den Bundestagswahlen eine Mehrheit in Bundesrat und Bundestag sich dieses Themas annimmt. Auch muss das Wissenschaftszeitvertragsgesetz gestrichen oder zumindest deutlich verbessert werden: es muss den Tarifpartnern erlaubt werden, Mindeststandards für befristete Beschäftigungsverhältnisse zu vereinbaren, und die familienpolitische Komponente muss verbindlich ausgestaltet werden, so dass Betreuung von Kindern bei Qualifikationsstellen automatisch zu einem Rechtsanspruch auf Vertragsverlängerung führt . Entscheidend ist und bleibt jedoch die Arbeit vor Ort: die Personalräte müssen gemeinsam mit den Mitgliedern der akademischen Senate und Fakultätsräte an den Hochschulen ebenso wie die Betriebsräte an Forschungseinrichtungen die im Herrschinger Kodex beschriebenen Mindeststandards für befristete Beschäftigungsverhältnisse durchsetzen. Gute Arbeit in der Wissenschaft ist nicht unmöglich. Thomas Hoffmann Referatsleiter Hochschule und Forschung Literatur: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (Hg.) (2012): Herrschinger Kodex. Gute Arbeit in der Wissenschaft, Frankfurt/ Main. Andreas Keller, Doreen Pöschl, Anna Schütz (Hg.): Baustelle Hochschule. Attraktive Karrierewege und Beschäftigungsbedingungen gestalten, W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld 2013

Die Beschäftigungssituation an den Thüringer Hochschulen Die GEW Thüringen befragte Lehrende an Hochschulen und Forschungseinrichtungen – Eine Große Anfrage der Fraktion DIE LINKE zu Beschäftigungsverhältnissen untermauert und ergänzt die Ergebnisse Im Herbst 2012 startete das Referat Hochschule und Forschung der GEW Thüringen eine Onlinebefragung von Lehrenden an Hochschulen und Forschungseinrichtungen zur Arbeitsplatz- und Beschäftigungssituation. Thüringenweit nahmen 1.223 Personen aller Hochschulen und einiger Forschungseinrichtungen daran teil. Derzeit wird die Fülle der Antworten von uns schrittweise ausgewertet. Außerdem wurde bereits im Juni 2012 durch die Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag eine Große Anfrage zu den

Beschäftigungsverhältnissen an den Thüringer Hochschulen gestellt. Die Antwort der Landesregierung liegt seit Anfang 20131 vor. Die Ergebnisse der Großen Anfrage liefern die Datenbasis, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der GEW-Onlinebefragung mit ihren Antworten zum Leben erwecken. Einige Kernaussagen sollen im Folgenden vorgestellt werden. Hatto Frydryszek, Foto: privat

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Siehe Drs. 5/4490 (Große Anfrage) und 5/5382 (Antwort auf die Große Anfrage) unter: http://ww.parldok.thuerin-gen.de/parldok/

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Die Fakten zur Beschäftigung an Hochschulen 2011 Aus den Antworten zur Großen Anfrage ist ersichtlich, dass die Beschäftigtenzahl im Vergleich zu 2009 insgesamt leicht angestiegen ist. Mehr als Dreiviertel der Beschäftigten auf den neu geschaffenen Stellen sind nach den Zahlen der Anfrage in Teilzeit beschäftigt und mehr als 80

Prozent befristet angestellt. Insgesamt waren zum Stichtag (01.12.2011) an allen Thüringer Hochschulen über 70 Prozent des wissenschaftlichen Personals befristet eingestellt. Bei den wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern liegt der Anteil der Befristungen sogar bei 90 Prozent. Auffällig scheint zudem, dass mehr Frauen als Männer in Teilzeit arbeiten und/oder einer befristeten Beschäftigung nachgehen.

Das Klima an den Hochschulen Was sagen die an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen Beschäftigten selbst? Grundsätzlich lässt sich aus der GEW-Onlinebefragung heraus feststellen: Die Zufriedenheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Verhältnis zu ihren Kolleginnen und Kollegen, den Studierenden und zu den Vorgesetzten ist gut. 81,4 Prozent geben an, dass das Verhältnis zu Kolleginnen und Kollegen sehr gut bis gut ist. Gegenüber den Studierenden liegt dieser Wert bei 84,9 Prozent, gegenüber den Vorgesetzten bei 73,7 Prozent. Auch die Ausstattung der Einrichtungen wird überwiegend positiv beurteilt: für gut bis sehr gut halten 61,2 Prozent der Teilnehmenden die technische Ausstattung, die bauliche Ausstattung 60,5 Prozent sowie die Sachausstattung 54,5 Prozent .

FSU Jena, Foto: Marcel Helwig

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Zufriedenheit mit Hochschulpolitik Demgegenüber steht eine deutliche Unzufriedenheit mit der Thüringer Hochschulpolitik:

74 Prozent der Teilnehmenden sind unzufrieden bis sehr unzufrieden mit der Politik der Landesregierung, lediglich 7 Prozent sind zufrieden bis sehr zufrieden. Wir fragten die Teilnehmenden, was sich ihrer Meinung nach an der Thüringer Hochschulpolitik ändern muss. Typische Antworten lauteten: • „Die Befristung der wissenschaftlichen Mitarbeiter/PostDocs sollte unbedingt überdacht werden (…).“ • „Bessere Grundfinanzierung der Hochschulen auch für Neueinstellungen.“ • „Mehr Mitsprache- und Entscheidungsrecht des Mittelbaus in den Hochschulgremien, vor allem im Fakultätsrat und Senat (…).“ • „Daueraufgaben an Instituten müssen auch an Dauerverträge gebunden werden.“

Befristung und Arbeitsbelastung Auch zur Befristungspraxis haben die Teilnehmenden der GEW-Onlinebefragung einiges zu sagen, denn sie haben Erfahrung damit:

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Thüringer Hochschulen Knapp 94 Prozent der 20- bis 34-jährigen Teilnehmenden sind befristet beschäftigt. Bei den fünfunddreißig- bis vierundvierzigjährigen sind es ca. 68 Prozent, bei denjenigen, die 45 Jahre und älter sind, 28 Prozent. Hier äußerten die Teilnehmenden z. B. folgendes: • „fehlende Planbarkeit von beruflicher Entwicklung und Privatleben, permanente Unsicherheit und Abhängigkeit von der Gunst der Vorgesetzten, und regelmäßig die Arbeitsagentur im Nacken“ • „Ich habe so viele Verträge und Änderungsverträge unterschrieben, dass ich mich nicht mehr erinnern kann.“ • „sehr belastend, Existenzangst; Grund für das Verlassen und zwischenzeitliche Aufgabe von Uni/Doktorarbeit“ Während fast 60 Prozent der zwanzig- bis vierunddreißigjährigen Teilnehmenden in Teilzeit beschäftigt sind, sind es bei denjenigen ab 45 nur noch ca. 22 Prozent. Es verwundert daher nicht, dass die zwanzig- bis vierunddreißigjährigen Teilnehmenden gern mehr in Vollzeit – oder zumindest mit einem höheren Teilzeitbeschäftigungsumfang – arbeiten möchten. Bei den über fünfundvierzigjährigen Befragten nimmt demgegenüber der Wunsch nach Teilzeit leicht zu. Aber nicht nur die Befristungspraxis macht den Teilnehmenden der GEW-Onlinebefragung zu schaffen. Die Hälfte von ihnen gibt an, dass ihre Arbeitsaufgaben mit ihrem Beschäftigungsumfang nicht zu erfüllen sind. Weitere 16 Prozent geben an, diese gelegentlich zu erfüllen. Die Hälfte der Teilnehmenden erklärt, ihre Lehrverpflichtung habe in den letzten Jahren stark bis sehr stark zugenommen, nur bei 44 Prozent ist sie gleich geblieben und bei 6 Prozent hat sie (stark) abgenommen.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf Die Frage der Vereinbarkeit von Familie oder Beruf ist ambivalent beantwortet worden. Schaut man die Zahlen an, dann sind 49 Prozent der weiblichen und 57 Prozent der männlichen Teilnehmenden damit zufrieden. Die offenen Antworten zeigen ein differenzierteres Bild: Eine Reihe von Teilnehmenden hat bewusst auf Familie verzichtet, da sie diese als

mit den Arbeitsbedingungen nicht vereinbar betrachten. Andere arbeiten Teilzeit, weil nur so Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen sind. Positiv wird gesehen, dass man an Hochschulen relativ flexibel sein kann, was die Familienarbeit einerseits begünstigt. Andererseits werden u.a. späte Veranstaltungs- und Gremienarbeitszeiten sowie das Fehlen von Planbarkeit und Sicherheit als ungünstig und als zusätzliche Hürde genannt. Weitere Ergebnisse auf Veranstaltungen an den Hochschulen im Herbst und Winter Weitere Ergebnisse wird das Referat Hochschule und Forschung an den einzelnen Hochschulen im Wintersemester 2013/14 vorstellen und mit den Beschäftigten diskutieren. Das Grundsätzliche für die Verbesserung der Hochschulpolitik brachte ein/e Teilnehmende/r auf den Punkt: „Es muss ein klares Bekenntnis zu den Hochschulen erfolgen, mit der Folge, dass wieder eine verstärkte Wertschätzung eintritt. Eine Stärkung der finanziellen Mittel gehört dabei genau so dazu wie die Bekämpfung der Befristungspolitik, denn nur so können die (deutschen) Hochschulen auch auf internationaler Ebene langfristig leistungsstark und attraktiv bleiben bzw. wieder werden.“ Hatto Frydryszek, Marlis Bremisch

Höchst berufungsbedürftig Protokoll aus der akademischen Welt Silvana F. ist auf dem Weg, in wenigen Monaten ihr Habilitationsverfahren in einem geisteswissenschaftlichen Fach an der Universität in Jena abzuschließen und damit die Voraussetzung für die Berufung auf eine Professur zu erfüllen. Ungetrübte Freude will bei ihr trotz des nahenden Abschlusses eines umfangreichen wissenschaftlichen Werkes und damit einer wesentlichen Phase in der akademischen Karriere allerdings nicht aufkommen, denn wie es danach für sie weitergeht, ist unklar. Nicht nur, dass die Projektstelle für die Erarbeitung ihrer Habilitation im nächsten Jahr ausläuft: es wird für sie – wie für alle anderen sogenannten Nachwuchswissenschaftlerinnen – überhaupt schwierig sein, an einer deutschen Universität eine dauerhafte Anstellung zu finden, da das derzeit gültige

Wissenschaftszeitvertragsgesetz für den überwiegenden Teil der Stellen eine Befristungshöchstdauer von 12 Jahren vorschreibt. Ursprünglich sollte diese Regelung dazu dienen, Befristungen einzudämmen, doch eingetreten ist genau das Gegenteil: statt ihre Stellen zu entfristen, werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entlassen. Die nahezu einzige Möglichkeit, ohne Fristverträge im Hochschulbereich tätig zu sein, stellt der Ruf auf eine Professur dar. Der Weg dorthin aber geht in der Regel mit Jahren der Wanderschaft einher, in der mal hier und mal dort eine Stelle vertreten wird, ohne dass eine Garantie dafür besteht, dass sich Schweiß und Mühe lohnen. Ansonsten bleibt nur die Möglichkeit, sich im Jahres- oder bestenfalls

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Thüringer Hochschulen Dreijahresrhythmus von einer Projektstelle zu nächsten zu hangeln oder die Karriere, auf die man lange Jahre hingearbeitet hat, an den Nagel zu hängen. Das ist eine ziemlich herausfordernde Situation in einer Lebensphase – Silvana ist Mitte dreißig –, in der normalerweise andere Dinge im Vordergrund stehen: „Der Familienplanung ist es nicht gerade förderlich, umso mehr, wenn man so was in der Familie gleich doppelt hat.“ Wie geht man mit diesem Druck und den unsicheren Aussichten um? Silvanas Antwort: „Versuchen, nicht dran zu denken, weitermachen und das Beste hoffen – auch wenn das im Wissen um die zum Teil deprimierenden Werdegänge derer, die es nicht ‚geschafft‘ haben, oft schwer fällt.“ „Am schlimmsten“, sagt sie, „ist der Gedanke, dass die ganze Arbeit am Ende vielleicht umsonst gewesen ist, dass man in dem gewählten und in all den Jahren ja erwiesenermaßen erfolgreich ausgeübten Beruf nicht weitermachen darf.“ Dabei denkt sie nicht nur an sich: „Zwölf Jahre Ausbildung finanzieren, nur um dann ein zumindest partielles Berufsverbot zu erteilen – es ist schon erstaunlich, was sich der deutsche Steuerzahler so alles leisten kann.“ Was hält einen also überhaupt in diesem Geschäft? Die Möglichkeit, eigenen Interessen zu folgen, die es in vielen anderen Berufen nicht gibt, das selbstbestimmte Forschen und die Arbeit in der Lehre schätzt Silvana sehr. Ihr idealer Arbeitsplatz sieht für sie daher „im Wesentlichen so wie jetzt“ aus, „nur eben mit fester Stelle“. Doch die Aussichten dafür sind in ihren Augen schlecht: „Die Konkurrenz ist groß, die Anzahl der Lehrstühle überschaubar.“ Ärgerlich findet Silvana, dass von den Bemühungen der Universität um die berufliche Weiterentwicklung ihres wissenschaftlichen Nachwuchses bei ihr wenig ankommt und das, obwohl sie schon lange an der Hochschule tätig ist und die

Mittel für ihre Habilitationsstelle sogar selbst eingeworben hat – Mittel übrigens, von denen auch die Universität finanziell und in Rankings profitiert. Dazu meint sie: „Die Situation in der deutschen Hochschullandschaft ist halt so wie sie ist. Die bekannte Zwölfjahresregelung ist irgendwie nach hinten losgegangen, was die Politik offenbar nicht groß kümmert. Die Uni könnte allerdings wohl einiges tun, um den Druck wenigstens etwas rauszunehmen.“ Ihrem Eindruck nach gibt es vor Ort kaum Engagement für kollegiale Lösungen im Sinne der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: „An manchen anderen Universitäten – vor allem an solchen in den alten Bundesländern – sucht man die Härten der Gesetzeslage eher auszugleichen, zeigt mehr Interesse, eine Schlechterstellung der heutigen Habilitanden gegenüber ihren Vorgängern zu vermeiden, etwa durch Verbeamtungen auf Zeit.“ Dass seit Neuestem ein Mentoringprogramm speziell für Habilitandinnen angeboten wird, findet sie begrüßenswert und hätte gern daran teilgenommen – wenn die Anzahl der Plätze nicht so klein gewesen wäre, dass Bewerberinnen abgelehnt wurden. Zeit, auf einen zweiten Durchgang zu warten, hat Silvana aber nicht. Der schlechten strukturellen Lage durch das Wissenschaftszeitvertragsgesetz steht sie resigniert gegenüber, nicht zuletzt, weil sie nicht glaubt, von eventuellen Änderungen noch profitieren zu können. Hier sieht sie den wesentlichen Handlungsbedarf für Politik und Gewerkschaften, auch wenn sie selbst kein Mitglied ist. Allerdings ist ihr auch klar, dass es für sie als Einzelne kaum möglich ist, Verbesserungen zu erreichen. Die Möglichkeiten, die das System in dieser Hinsicht bietet, hat sie ausgeschöpft. Protokoll: Tabea Dörfelt-Mathey

Studentische „Hiwititis“ – Befristungs- und Vertretungskrankheit Ein Interview mit Mike Niederstraßer, langjähriges Mitglied im StuRa der FSU und Prüfungsberater beim StuRa der FSU Wie viele studentische Beschäftigte gibt es in Thüringen? In der Summe arbeiten an den 9 Thüringer Hochschulen 1.471 studentische Beschäftigte. Diese verteilen sich so: An der FSU: 609 studentische Beschäftigte in allen zehn Fakultäten und zentralen Einrichtungen. An der TU Ilmenau 246 arbeiten an den fünf Fakultäten und zentralen Einrichtungen, an der Bauhaus-Universität Weimar 71, an der Uni Erfurt 152, an der FH Jena 152, an der FH Erfurt 79, an der FH Nordhausen 61, FH Schmalkalden 51 und an der Hochschule für Musik Weimar 36 studentische Beschäftigte. Dies ist in der Summe eine nicht zu unterschätzende Anzahl Betroffener.

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In welchen Bereichen arbeiten sie? Was für Tätigkeiten verrichten sie? Studentische Beschäftigte arbeiten je nach Bedarf nur wenige Wochen oder Monate in allen wissenschaftlichen und technischen Bereichen: vom Tutorium über Versuchsarbeit bis hin zu Prüfungskontrollen, als „Messehostessen“, Dekanatsgehilfen und Bibliotheksbeschäftigte. Sie werden als „Jäthilfen“ in der Ökologie eingesetzt, führen Versuchsreihen in Laboren durch, begleiten ausländische Studierende als Scouts oder kopieren still vor sich hin. Die Tätigkeiten reichen von wissenschaftlicher Tätigkeit bis zu bloßen Handlangerjobs. Nicht immer wird ihr Arbeitsanteil, z. B. in Veröffentlichungen, auch als solcher gekennzeichnet.

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Thüringer Hochschulen

Was verdienen studentische Beschäftigte an den Thüringer Hochschulen? Die Verdienste liegen in einem Bereich von 5,75 Euro bis 9,50 Euro pro Stunde, wobei Menschen ohne Abschluss eine geringere Entlohnung erhalten, als diejenigen mit einem Bachelor. An der FSU sind das mit Abschluss 8,75 Euro und ohne 7,45 je Stunde. Festzustellen ist allerdings, dass für die gleiche Arbeitsleistung weniger Stunden „gewährt“ werden, wenn sie von jemenschen erbracht wird, der/die bereits einen Abschluss hat. Auch wenn eigentlich Tariflohn gezahlt werden müsste, weil es sich bei der Tätigkeit überwiegend nicht um wissenschaftliche Beschäftigung handelt, wird nur entsprechend der „Hiwi-Richtlinie“ gezahlt. Im Vergleich der letzten zehn Jahre sind prekäre Beschäftigungsverhältnisse an den Hochschulen allgemein angewachsen. Dies gilt insbesondere für den Bereich nach § 88 Thüringer Hochschulgesetz, der vielfach den Personalabbau kompensieren soll. Hilfskräfte haben weithin Aufgaben festangestellten Personals übernommen. Nach Erhebungen des TMBWK beträgt das Verhältnis der Beschäftigtenzahl studentischen zum wissenschaftlichen Personal v. a. an der FSU je nach Fachbereich bis zu 1:2. Das heißt bis zu jede zweite Arbeitsstunde wird statistisch so von ihnen erbracht. Dem stehen die Art und Weise ihrer Beschäftigung und deren Bedingungen gegenüber. Von Landes- wie Hochschulseite fehlt überwiegend die Anerkennung der Problemlage wie auch jedweder Lösungswille.

Geht einer Forschungsanstellung/Promovendenstelle eine studentische Beschäftigung voraus? Der Zugang zu diesen „Stellen“ („Hiwis“ sind haushalterisch gesehen Sachmittel) erfolgt über persönliches Kennen, Empfehlungen und Vermittlung über soziale Strukturen. Tatsächlich geht eine studentische Beschäftigung oftmals einer wissenschaftlichen Laufbahn voraus. Viele Forscher, Doktoren und Professoren waren einst studentische Hilfskräfte.

Wie wird befristet? Wie wird kranken- und rentenversichert? Der Bereich der sozialen Absicherung zeichnet sich durch Umgehung gesetzlicher und tariflicher Regeln zu Lasten der Studierenden aus. 100 Prozent der Verträge sind auf weniger als ein Jahr befristet, laufen oft nur zwei bis vier Wochen oder bestenfalls für fünf Monate (Tutorien). Kettenverträge (ein Hiwi-Vertrag wird bei Ablauf durch einen neuen ersetzt) sind Standard, länger studentisch Beschäftigte können leicht 15 bis 20 Verträge in drei Jahren aufweisen. Entfristet wird nur in seltensten Fällen auf eine Klage hin. Nicht in jedem Fall gibt es Arbeitsverträge mit Beginn der Tätigkeit, auch nach einem Monat liegen sie nicht immer vor. Endet der Vertrag, endet dennoch nicht in jedem Falle die Tätigkeit. Befristungen erfolgen sachgrundlos und stets nach dem Wissenschaftszeitver-

Anteil der geleisteten Arbeitsstunden wissenschaftlicher Hilfskräfte am hauptberuflichen wissenschaftlichen Personal: Fakultät / Fachbereich/ Zentrale Einrichtung an der FSU

(Quelle: Antworten

Verhältnis der Arbeitsstunden der studentischen Beschäftigten zu denen des sonstigen wiss. Personals gesamt

weiblich

männlich

Biologisch-Pharmazeutische Fakultät

1 : 6,99

1 : 4,17

1 : 12,46

Chemisch-Geowissenschaftliche Fakultät

1 : 9,03

1 : 7,62

1 : 9,84

Fakultät für Sozial- u. Verhaltenswissenschaften

1 : 3,57

1 : 2,07

1 : 5,95

Fakultät für Mathematik u. Informatik

1 : 7,40

1 : 4,82

1 : 8,04

Philosophische Fakultät

1 : 7,00

1 : 4,69

1 : 10,31

Physikalisch-Astronomische Fakultät

1 : 10,92

1 : 8,11

1 : 11,61

Rechtswissenschaftliche Fakultät

1 : 4,72

1 : 3,88

1 : 5,58

sonstige Einrichtungen

1 : 3,80

1 : 2,84

1 : 4,75

Theologische Fakultät

1 : 6,88

1 : 11,23

1 : 5,83

Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

1 : 4,78

1 : 2,43

1 : 7,04

der Hochschulen an das TMBWK auf Anfrage der Linken im Thüringer Landtag, Ende 2011/ Anfang 2012)

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Thüringer Hochschulen

tragsgesetz, auch wenn keine wissenschaftliche Tätigkeit vorliegt. Vom bisherigen Wahlrecht in der Rentenversicherung wurde an der FSU 2011 nur von 42 Beschäftigten diese Möglichkeit genutzt (von insgesamt 2.978 Beschäftigten). Der Rest blieb uninformiert – die Kostenersparnis für die Hochschule ist offenkundig. Eine Krankenversicherung findet nicht statt, da die Arbeitsverhältnisse unter der Versicherungsgrenze gehalten werden. Auf diese Weise behalten die studentischen Beschäftigten ihren Status als äußerst billige Arbeitskräfte.

Gibt es Krankengeld/Urlaubsgeld für studentische Beschäftigte? Da die Regelungen des Entgeltfortzahlungsgesetzes in der Regel nicht angewendet werden und meist unbekannt sind, wird teils darauf gedrängt, dass Aufgaben nach Urlaub oder Krankheit nachzuarbeiten sind. Ähnliches gilt auch, wenn die Arbeit nicht „fertig“ ist, egal ob vereinbarte Arbeitszeit verstrichen ist. Da häufig keine Meldung an die Krankenkassen/keine Krankmeldung erfolgt und sich auch die wöchentliche Arbeitszeit nicht bestimmen lässt, wird in der Regel kein Krankengeld gezahlt. Urlaubsgeld wird als tarifliche Leistung nicht gewährt, auch dann nicht, wenn eigentlich ein Arbeitsverhältnis nach TV-L vorliegt.

Werden studentische Beschäftigte gewerkschaftlich oder personalrechtlich vertreten oder beraten? Studentische Beschäftigte sind aus dem Personalvertretungsrecht (auf Intervention der Hochschulen hin) herausgenommen worden (siehe § 88 Nr. 2 und § 4 V Nr. 5 ThürPersVG). Sie zählen nicht als Beschäftigte und dürfen auch nicht vertreten werden. Studierendenschaften überschritten mit deren Vertretung ihr „Mandat“. Auch haben studentische Beschäftigte keine Rechte nach dem Personalvertretungsgesetz. Einzelne Studierendenschaften und Gewerkschaften haben daher Anlaufstellen gegründet. Diese sind weithin noch unbekannt und nicht durchsetzungsstark. Auch die Gewerkschaften (ver.di, GEW, IGM) haben noch eine sehr geringe Durchdringung im Bereich studentischer Beschäftigter. Existierende Personalräte sind mit den Fragestellungen oft überfordert, sehen den Bereich als zu groß zur Bearbeitung an und stehen den Forderungen nach einer eigenständigen Vertretung oft skeptisch gegenüber, da sie Einschränkungen ihrer bisherigen Tätigkeiten und Möglichkeiten befürchten. In Einzelfällen werden studentische Beschäftigte (wenn sie nicht an der eigenen Hochschule tätig sind) von ihren Institutsräten vertreten.

Wie verhalten sich studentische Beschäftigungsverhältnisse zu BAföG bzw. Stipendien? Leider sind zusätzliche Arbeitsverhältnisse für viele Studierende unabdingbar. Da die BAföG-Höhe und auch die Stipendien nicht ausreichen, müssen bis zu zwei Drittel

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der Studierenden neben dem Studium arbeiten. Auf studentische Beschäftigungsverhältnisse kann allerdings nicht längerfristig gesetzt werden, dazu sind die Höhe des Einkommens wie auch die Dauer der Verträge zu gering. Studentische Beschäftigungsverhältnisse werden auf die BAföG-Höhe angerechnet.

Welche Initiativen und Anlaufstellen gibt es für studierend Jobbende? Die DGB-Jugend hat bundesweit das Beratungsangebot students at work aufgelegt: das ist hier zu finden: http://jugend.dgb.de/studium/beratung/students-atwork. In Erfurt und Jena gibt es die Hochschulinformationsbüros, die von den DGB-Gewerkschaftsjugenden GEW, IG-Metall, ver.di, NGG, IG BCE und EVG getragen werden: http://hib-thueringen.de/index.php/beratung-vor-ort Im HIB-Hochschulinformationsbüro am Stura der FSU Jena werden regelmäßig am 1. und 3. Donnerstag im Monat von 16.00 - 18.00 Uhr Fragen zu den Themen Jobben neben dem Studium oder Praktika von engagierten Studierenden beantwortet (in der vorlesungsfreien Zeit etwas eingeschränkter). Dort gibt es unter der Mailadresse: beratung@hib-thueringen.de auch Beratung auf Nachfragen zu Fragen studentischer Beschäftigung. Informiert euch hier mal – dies kann viel nützen! Die Fragen stellte Torsten Zern.

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Thüringer Hochschulen

Generationswechsel im GEW-Betriebsverband an der FSU Jena In einer Mitgliederversammlung am 24. Juni wählte der Betriebsverband an der Universität Jena einen neuen, fünfköpfigen Vorstand. Zur Vorsitzenden wurde die dreißigjährige Verwaltungsbetriebswirtin Katrin Glaser bestimmt. Weiterhin gehören dem jungen Team Felix Reinhart (28, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Geographiedidaktik) als Stellvertreter, Sophie Wagner (25, Sachbearbeiterin) als Schatzmeisterin sowie Lysett Wagner (28, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Doktorandin Biologie) und Dr. Ernst Dietzel (63, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Mathematische Physik) als Beisitzer an. Für die nächste Zeit stehen neben der Intensivierung der

Studierendenarbeit verschiedene Veranstaltungen auf dem Plan. So soll (in Vorbereitung auf die Personalratswahlen im kommenden Frühjahr) in die Personalratsarbeit eingeführt werden. Daneben möchte der Betriebsverband auf die Nachfrage der Mitglieder eingehen und über Arbeitsbedingungen und arbeitsrechtliche Fragen des wissenschaftlichen Personals informieren und diskutieren. Wie bisher werden regelmäßig offene Betriebsverbandssitzungen stattfinden, zu denen neugierige GEW-Mitglieder an der FSU herzlich eingeladen sind! Jederzeit besteht auch die Möglichkeit, sich persönlich an den Betriebsverband zu wenden: bv.fsu-jena@gew-thueringen.de. Der neue Vorstand dankt dem bisherigen Betriebsverbandsvorsitzenden Dr. Herbert Schulze sehr herzlich für seine geleistete Arbeit und freut sich, dass er auch weiterhin mit seiner Erfahrung und Kompetenz in der aktiven Arbeit dabei sein wird. BV Uni Jena

BV-Vorsitzende Katrin Glaser Foto: privat

GEW positioniert sich zu Fachhochschulen Der 27. Gewerkschaftstag der GEW im Juni 2013 hat sich mit einem Beschluss zu den Fachhochschulen als eigenständigem Hochschultyp bekannt. Es wird gefordert, dass die Gleichwertigkeit von Fachhochschulen und Universitäten durch den Ausbau einer entsprechenden Personalstruktur bei gleichzeitigem Abbau tarifrechtlicher und personalrechtlicher Diskriminierungen durchgesetzt wird. Diese Diskriminierung besteht beispielsweise darin, dass Lehrkräfte für besondere Aufgaben an Fachhochschulen, die zum großen Teil promoviert sind, in Thüringen immer noch in die Entgeltgruppe 11 eingruppiert sind, obwohl viele von ihnen dieselben Aufgaben wie Professor/innen wahrnehmen – allerdings mit 24 Lehrveranstaltungsstunden (statt 18). Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen gibt es an den Thüringer Fachhochschulen traditionell gar nicht, nur in den letzten Jahren sind einige – ausschließlich befristet – in Drittmittelprojekten und auf ganz wenigen Qualifikationsstellen hinzugekommen. Die GEW fordert daher eine einheitliche Kategorie der Wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen für alle diejenigen, die neben den Professor/innen in Lehre, Forschung und Wissenschaftsmanagement tätig sind, wobei die Eckeingruppierung in die Entgeltgruppe 13 erfolgen soll. Außerdem spricht sich die GEW mit ihrem Beschluss für

eine garantierte Durchlässigkeit zwischen den Hochschultypen auf allen Ebenen sowie für verbesserte Möglichkeiten kooperativer Promotionen (die gemeinsam von Universitäts- und Fachhochschulprofessor/innen betreut werden) aus. Wenn ein entsprechendes Forschungsumfeld vorhanden ist, sollen Fachhochschulen auch das Promotionsrecht erhalten. In dem Antrag wird bewusst nicht auf Ansätze eingegangen, das Präfix „Fach-“ zu streichen, was auf Bestreben einiger Fachhochschulpräsidien die Hochschulgesetznovelle auch in Thüringen ermöglichen soll. Schließlich beschäftigt die GEW sich mit Inhalten und nicht mit Verpackungen. Thomas Hoffmann Referatsleiter Hochschule und Forschung

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GEW Aktuell

Vorbildliche Bildungsräume ausgezeichnet Die Erfurter Kindertagesstätten „Marienkäfer am Ringelberg“ und „Rasselbande“ dürfen seit dem 11. September den Titel „Vorbildlicher Bildungsraum“ tragen In Thüringen finden sich viele Angebote im Bereich der frühkindlichen sowie außerschulischen Bildung und Erziehung von Kindern (Krippe, Kita, Hort). All diese Angebote verfolgen das Ziel, eine qualitativ anspruchsvolle pädagogische Arbeit zu leisten. Die Umsetzung der pädagogischen Forderungen aus den Kita- und Schulgesetzen sowie aus dem Thüringer Bildungsplan verlangt von den Pädagoginnen und Pädagogen hohes Engagement und die Bereitschaft zur steten Qualifizierung. Dies muss aus unserer Sicht mit guten Arbeits‐ und Einkommensbedingungen der Beschäftigten einhergehen.

Torsten Wolf, Vorsitzender der GEW Thüringen, dankte in seinem Grußwort den Beschäftigten für ihr Engagement und die Bereitschaft, ihren Berufsalltag für die Öffentlichkeit transparent zu machen. Gute pädagogische Arbeit fuße zudem auf guten Arbeitsbedingungen. Erst diese ermöglichen es dem Fachpersonal alle Potenziale und Ressourcen zu nutzen und somit einen wichtigen Beitrag für Bildungsgerechtigkeit zu leisten.

Die Idee hinter der Kampagne Mit dem Preis „Vorbildlicher Bildungsraum“ würdigen wir Einrichtungen, die den Ansprüchen von Kindern, Eltern und den Beschäftigten auf hohe pädagogische Qualität und angemessene Tarifbedingungen gerecht werden. Wir lenken den Blick auf die Situation der Erzieherinnen und Erzieher, die mit ihrem Engagement die Grundlagen frühkindlicher Bildung schaffen, und bauen gleichzeitig auf die Strahlkraft, welche die prämierten Vorbilder auf andere Einrichtungen und Träger ausüben können. Der Titel ist diesbezüglich eine gute Möglichkeit, die Beschäftigten zu motivieren.

Die erste Prämierungsfeier Zwei Erfurter Kindertagesstätten bewiesen durch ihre Bewerbung, dass sowohl ihre pädagogische Arbeit als auch ihre Arbeits- und Tarifbedingungen prämierungswürdig sind. Zu der Feierlichkeit in den Räumlichkeiten der GEW wurden alle Beschäftigten, die Arbeitgeber sowie Elternvertreter eingeladen. Nach der Übergabe von Sachpreisen an die Kollegien durften es sich die Beschäftigten bei Sekt und belegten Brötchen in gelöster Atmosphäre gut gehen lassen. Viele nutzten die Gelegenheit, um sich mit den Kolleginnen und Kollegen der jeweils anderen Einrichtung auszutauschen oder um mit uns über den Sinn und Zweck gewerkschaftlichen Engagements ins Gespräch zu kommen. Die Leiterinnen der beiden Einrichtungen, Maria Schmidt für die Kita „Marienkäfer am Ringelberg“ (Förderkreis Jul gGmbH) und Marlies Gothe für die Kita „Rasselbande“ (Thepra), betonten wie wichtig ihnen einerseits der Titel, vor allem aber auch der Bewerbungsprozess war. „Der Blick von außen auf unsere Einrichtung und Arbeit hat auch uns geholfen, unsere Konzeption zu prüfen. Wir werden nicht aufhören, weiter an unserer Konzeption und der Qualität zu arbeiten“, so Maria Schmidt.

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Beschäftigte der Kitas Rasselbande und Marienkäfer

Staatssekretär Professor Roland Merten erklärte dazu, dass er sich von dieser Kampagne eine verstärkte Fokussierung der Beschäftigteninteressen im frühkindlichen und außerschulischen Bereich erhoffe: wer das Fundament für eine gelingende Bildungsarbeit lege, müsse auch eine entsprechende soziale und finanzielle Anerkennung erfahren. Wir als GEW machen uns auf den Weg: für ein vorbildliches, weil gerechteres Thüringen.

Gespanntes und gemischtes Publikum, Fotos: K. Vitzthum

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GEW Aktuell

Wir hoffen, dass sich nach den ersten beiden Prämierungen weitere Einrichtungen um das Zertifikat bewerben. Auch Thüringer Grundschulhorte sind dazu eingeladen. Einen großen Dank möchten wir an dieser Stelle den Ehrenamtlichen der GEW-Projektgruppe „vorbildliche Bildungsräume“ aussprechen. Ihre engagierte und versierte Mitarbeit hat maßgeblich zum Gelingen des Projekts beigetragen. Die Kampagne „Vorbildlicher Bildungsraum“ ist ein Kooperationsprojekt der GEW Thüringen mit dem Berufsförderungswerk der GEW im DGB e.V. und der Friedrich-SchillerUniversität Jena. Nadine Hübener

StS Roland Merten und Torsten Wolf bei der Auszeichnung, Foto: K. Vitzthum

Die Friedensbildung braucht Verstärkung! In den letzten Jahren hat es viel Wirbel um die Rolle und die öffentlichen Auftritte der Bundeswehr an Schulen gegeben. Seither haben sich einige Netzwerke gegründet und viele Organisationen bemühen sich – etwa durch Unterrichtsmaterialien – die Friedensbildung an Schulen zu stärken. Mittlerweile gibt es viel Material, aber noch zu wenige AbnehmerInnen. Jenny und Peter Becker von der Stiftung Friedensbildung suchen daher Lehrkräfte, die sich mit Materialien der Friedensbildung vertraut machen und sie im Unterricht einsetzen möchten. Die Bundeswehr benötigt jährlich 23.000 neue RekrutInnen und intensiviert seit Jahren ihre Werbung in den Schulen. Zur Erhöhung der Legitimation wurden Kooperationsvereinbarungen der Wehrbereichsverwaltungen mit den Kultusministerien in acht Bundesländern abgeschlossen: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen. Unerlässlich für die Ausgestaltung der Kooperation sind die JugendoffizierInnen. Diese sind schon seit Jahrzehnten an Schulen aktiv, jedoch spielen sie seit der Aussetzung der Wehrpflicht eine wichtigere Rolle, auch wenn sie formal nicht für den Dienst an der Waffe werben dürfen. Die JugendoffizierInnen sind in der Regel jung, gut geschult und darauf vorbereitet, als Vorbild für junge Menschen zu dienen. Zu diesen Vorgängen hat der GEWHauptvorstand mit einem Beschluss vom März 2010 Stellung bezogen: • Gegen den zunehmenden Einfluss der Bundeswehr an Schulen; • Exkursionen und Bundeswehr-Unterricht sind kein geeig-

netes Mittel politischer Bildung; die politische Bildung gehört in die Hände der Lehrkräfte; • Lehrkräfte sind souverän und dürfen nicht gezwungen werden (auch SchülerInnen nicht); • Bildungsziele sind Friedenserziehung, Toleranz, Demokratie- und Kritikfähigkeit statt Vermittlung militärpolitischer Konzepte; • Kontroversen müssen abgebildet werden, wie das der Beutelsbacher Konsens verlangt; Friedensorganisationen müssen gleiche Möglichkeiten für die Präsentation ihrer Vorstellungen in Schulen erhalten, sofern friedens- und sicherheitspolitischen Bildungsaspekten nicht von Lehrkräften Rechnung getragen wird.

Netzwerke für Friedensbildung Die Friedensbewegung, zu der man seit der Friedensdenkschrift der EKD 2007 auch die Evangelische Kirche zählen kann, ist sehr aktiv geworden. In Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz entstanden Netzwerke für die Friedensbildung, in denen verschiedene Organisationen der Friedensbewegung zusammenarbeiten. In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gelang es, Kooperationsabkommen mit den Kultusverwaltungen abzuschließen, die den Aktiven der Netzwerke die Teilnahme am Schulunterricht und an der Weiterbildung gestatten. Auf die Angebote der Netzwerke wird im Bildungsserver aufmerksam gemacht. In Hessen gelang es außerdem, ein Kooperationsabkommen mit dem Landesverband der Freien Waldorfschulen abzuschließen. Die Arbeitsgruppe der PoWi-LehrerInnen befasst sich mit den Unterrichtsmaterialien, insbesondere

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GEW Aktuell Planspielen, die in „Politik und Wirtschaft“ gespielt werden können, aber sorgfältiger Vor- und Nacharbeit bedürfen. Eine große Rolle spielt das Institut für Friedenspädagogik Tübingen, das seit einiger Zeit mit der Berghof-Foundation fusioniert ist. Hier arbeiten mit Uli Jäger und Günter Gugel zwei Profis der Friedensbildung. Das Institut stellt in großem Umfang Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. Dazu kommt die Ausstellung Peace Counts, ein interessantes Projekt, das mit Ausstellungen und Workshops über und in Krisengebieten Konflikte analysiert, darstellt und Lösungen anstößt. Dafür wurde es vielfältig ausgezeichnet, u.a. mit dem Peter-Becker-Preis für Friedens- und Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg. Planspiele sind eines der wichtigsten Unterrichtsangebote. Mit der Sichtung der Materialien befasst sich insbesondere das Projekt „Friedensbildung, Bundeswehr und Schule“, das über ein Büro in Bonn verfügt. Dort werden die Unterrichtsangebote zusammengestellt und bewertet. Alle Netzwerke und das Bonner Projekt haben Internetportale eingerichtet. Das Ziel ist, zahlreiche Unterrichtsmaterialien über das Internet bereitzustellen, damit LehrerInnen mit möglichst wenig Aufwand verlässliche Materialien aufspüren können.

„Brückenköpfe“ gesucht All diese schönen Materialien müssen jetzt in die Schule – und das geht nicht ohne die Hilfe der Lehrkräfte. Deswegen rufen die Netzwerke und das Jugendportal EN-PAZ Interessierte auf, sich als „Brückenkopf“ für die Friedensbildung in Schulen zu engagieren.

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Das Schönste wäre, wenn eine Kollegin oder ein Kollege das Kollegium an der eigenen und an benachbarten Schulen, insbesondere der Klassen der Sek II, anspricht und dafür sorgt, dass die Materialien in den Unterricht gelangen. Besonders geeignet dafür dürften Projektwochen oder auch der Nachmittag im Ganztagsbetrieb sein, weil dort ausreichend Zeit zur Verfügung steht. Bei Interesse melden Sie sich per Email an: info@en-paz.de. Bei uns erhalten Sie vielfältige Materialien, Beratung und teilweise auch Qualifizierung. Und noch eine weitere Bitte: Derzeit werden Bildungsstandards für die Sekundarstufe II bearbeitet. Gibt es Kolleginnen und Kollegen, die an der staatsgeführten Erarbeitung der Bildungsstandards PoWi, Ethik, Geschichte, Religion etc. beteiligt sind? Wir haben nämlich festgestellt, dass in den Lehrplänen durchaus Ansätze für zivile Konfliktbearbeitung existieren. Aber der Stoff ist doch ein bisschen sperrig, so dass in einem weiteren Schritt dafür gesorgt werden muss, dass in den Bildungsstandards echte „Aufhänger“ für Friedensbildung vorgesehen werden. Mit freundlicher Genehmigung von Jenny & Peter Becker Stiftung Friedensbildung, EN-PAZ

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Aktuelles

Das muss doch mal gesagt werden! Sequis nostisim volor si tatum iure tat, qui tatum quatie cor sim zzrillaore magna aliquation henis nos eui blam il do et ut deliqui psusci blandrem ipit nulla alit nonsendrerat iriure mincipisim autpatuer il iril exer sustinisim do del utpat nullaor eetummy nulla con ea ad eumsan eugiam, velessi. Met prat. Pit pratisim nulla feu feuipit iriustie facilit prat. Ut in henim velit ilit acillam, sequisi. Deliquisi ea conse magnit elisi. Orem quam, vendiat nit exerosto duip ex eu leserbrief diamet la autatin henisl illametue tie ming eu feugiam nonsequis nis non utpat enit, veliquate do elisl ex erosto odignim dolor seniat veranstaltungen, se te tem zzrilit vulla conulluptat, core magnism olenim irilla facidunt lut num vel ip esed dolore doloreet volut wiscil ute essenit dit, quam, quamcor tincilit dolorer suscin euguer aute dolor illaortion ut luptat nulput vel ex euis amet lum vel ullut laorer iriusto consed ercing elisiscil ipsustie estie modiat. Os nos dolortis alisim velesse quipsum artikel nos at. Utet adiam, sent wisl nachrichten vullam, senim dolorem quatin euipsumsan ut niamet iril ulput ver secte esto dunt incilisi er amet, commy nim augiatet, vullam auguerilit ing ex ex eraesto do dolutpating ero dolore min henismod dolum verosto dunt lamet vel dolobore do dio odolorem vulla adigna feu feu feugue tat. Boreraesed ero do exer am vulla facincip et at wisl et debatten ea alit volenis niat in utpatem vent laor at volorperci blandit alisisis eugue feugait praessim quam, consequis

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GEW Aktuell

Offenes Gespräch – offene Fragen ihre Anmerkungen und Hinweise deutlich gemacht. Eine Implementierungsstrategie ist im TMBWK in Abstimmung. Auf dieser Grundlage sollen regionalisierte Entwicklungspläne auf die Situation in den Schulamtsbereichen abgestimmt weiter disktutiert werden. Die GEW Thüringen wird dafür sorgen, dass die Kolleginnen und Kollegen vor Ort in den Prozess mit einbezogen werden. Angesprochen wurden von der GEW Thüringen u.a. weitere Themen wie Klassenlehrerstunde, Höhergruppierungen und Beförderungen, Arbeitszeit der Lehrer. Diesbezüglich wird die GEW Thüringen auch Gespräche mit dem Thüringer Finanzminister führen. Am 13. September 2013 trafen sich Vertreter des Bildungsministeriums unter Führung von Minister Matschie mit dem Landesvorsitzenden Torsten Wolf, Bärbel Brockmann für den Vorstandsbereich Angestellten- und Beamtenrecht sowie Petra Rechenbach als Referentin für Bildung. Hauptschwerpunkte des Gesprächs waren die Umsetzung des Personalentwicklungskonzeptes Schulen vom Juli 2013, die Implementierung des Entwicklungsplanes Inklusion sowie die Entwicklung von Ganztagsschule in Thüringen. Dabei ging es im Punkt Personalentwicklung vor allem auch um die konkreten Arbeitsbedingungen vor Ort und die Notwendigkeit erster Umsetzungsschritte bezüglich der Verfahren für Abordnungen und Versetzungen, Teilzeit und Gesundheitsmanagement. Die GEW Thüringen verwies auf der Grundlage von aktuellen Studien auf die Notwendigkeit von Präventionsmaßnahmen im Rahmen des Gesundheitsmanagements. Durch das TMBWK wurde bereits mit dem Aufbau der erforderlichen Strukturen begonnen. Beide Seiten waren sich einig, dass die Notwendigkeit für den Aufbau der Personalreserve noch vor den Haushaltsverhandlungen für das Jahr 2015 gegeben ist. Die vom Finanzminister eingeforderten Einsparungen, die zum Aufbau einer Personalreserve schon jetzt eingesetzt werden sollten, dürfen nicht zu mangelnden regionalen Fortbildungsangeboten und fehlender Fachberatung führen. Hier gilt es, gemeinsame Strategien zu entwickeln. Die GEW wird zur Fortschreibung des Personalentwicklungskonzeptes das Thema der Lehrerbildung (Phasen 1 bis 3) in Thüringen vorschlagen. Die gemeinsame Arbeitsgruppe Personalentwicklung sowie einzelne Unterarbeitsgruppen werden ihre Arbeit zur Umsetzung und Weiterarbeit am Konzept Ende September aufnehmen. Weiter wurde der Entwicklungsplan Inklusion diskutiert. Die GEW Thüringen hat in dem Gespräch

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Intensiv diskutiert wurde die derzeitige personelle Situation an unseren Grundschulhorten. Die GEW hat auf die zum Teil sehr schwierigen personellen Probleme, vor allem in den Horten der Grundschulen, deren Schulträger sich nicht am Pilotprojekt zur Weiterentwicklung der Thüringer Grundschule teilnehmen, hingewiesen. Lösungsmöglichkeiten werden hier zur Zeit nur in der Weiterentwicklung der Thüringer Ganztagsschule gesehen, die sich aber noch im Anfangsstadium befindet. Zur Diskussion inhaltlicher Schwerpunkte in der Bildungspolitik wurden weitere regelmäßige Gespräche vereinbart. Bärbel Brockmann, Petra Rechenbach, Torsten Wolf

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Kreisnachrichten

Jubilare

Altenburg

September/Oktober

Ja ist denn jetzt schon Weihnachten?

Die GEW gratuliert folgenden KollegInnen zum Geburtstag. 91 Jahre Ursula Franke, Weimar 87 Jahre Rose Schmidt, Wolfersdorf 85 Jahre Herbert Weiß, Leinefelde Manfred Pfaff, Meiningen 84 Jahre Karl Herrmann, Jena 83 Jahre Joachim Wolf, Bad Salzungen 82 Jahre Helmut Bornkessel, Nordhausen Renate Hebest, Arnstadt Elfriede Hellmuth, Sondershausen Inge Carlsen, Pößneck Annelies Lauschmann, Erfurt 81 Jahre Christa Jacob, Rottenbach Wilhelm Geretzky, Ebertshausen 80 Jahre Brigitte Wolf, Eisenach Brigitte Schwab, Hildburghausen Edith Berbig, Weimar Elisabeth Schiewek, Erfurt 75 Jahre Hans-Jörg Rödiger, Erfurt Felicitas Witter, Westhausen Hans-Joachim Herzig, Schmerbach Hildegard Kapitza, Altenburg Bernd Lotz, Ronneburg 70 Jahre Gerlinde Bode, Mühlhausen Renate Fabig, Breitenbach Heide Weih, Pferdsdorf Bärbel Kopf, Erfurt Elke Dinger, Gotha Gerd Seidel, Gumperda Renate Schrumpf, Leimbach Frank Fache, Altenburg Hannelore Uhlmann, Jena Dr. Gert Ehlert, Jena Karl Heinz Rittel, Eisenach Klaus Henkel, Dorndorf Karin Wolf, Erfurt Inge Dressel, Erfurt

Prof. Dennis-P. De Loof, Jena Jutta Pinther, Erfurt Erika Eser, Lucka Erika Otte, Eisenach Ursula Dietze, Mühlhausen 65 Jahre Wolfgang Finster, Suhl Angelika Zachlot, Erfurt-Alach Gisela Schweickert, Weimar Edith Säuberlich, Gotha Roswitha Wagner, Kranichfeld Veronika Rudolf, Wiehe Marianne Roy, Krölpa OT Trannroda Jutta Renner, Sonnenstein OT Werningerode Dr. Grete Trettin, Jena Renate Derbsch, Auma Anitta Kupfer, Veilsdorf Erika Lotz, Erfurt-Tieftal Uta Uhlmann, Bendeleben Beate Volkhardt, Bad Salzungen Gabriele Heise, Altenburg Carmen Gaupp, Manebach Annelies Metzschke, Altenburg Ulrike Prüger, Langewiesen Evi Hohlbein, Dorndorf Elke Geitner, Hermsdorf Gudrun Feustel, Wildenbörten Christine Fichtmüller, Neuhaus Reinhold Völkel, Tegau Gisela Klehm, Schilfa Marianne Beer, Lobenstein Ingrid Sperlich, Vacha Wolfgang Henkel, Nobitz-Kotteritz Brigitte Bruns, Ilmenau

Nein, aber Redaktionsschluss bzw. Erscheinungsmonat der tz machen es notwendig, Euch liebe Mitglieder, jetzt schon für Donnerstag, den 12. Dezember 2013 zu unserer nun schon traditionellen Jahresabschlussfeier in den Bürgersaal des Ratskellers Altenburg eizuladen. Beginn der Feierlichkeit ist um 16:00 Uhr Anmeldungszeitraum vom 02.12. bis 06.12.2013 unter 0 34 47 · 31 55 02, 0 34 47 · 50 87 29, 03 43 43 · 9 19 69 oder KV.Altenburger-Land@gew-thueringen.de. Bitte gebt Euch außerordentlich große Mühe, die Termine nicht zu vergessen. Viele Grüße von den Kümmerern

Gotha

Vertrauensleute Am Mittwoch, dem 16. Oktober, treffen sich am Nachmittag die Vertrauensleute einzelner Einrichtungen, um in kurzweiliger und witziger Weise mit Dr. Ambold über die Gesundheit sowie deren Schutz im Alltag zu sprechen. Zeit für Fragen, das Darlegen von Problemen und auch für Essen ist eingeplant. Zu dieser Veranstaltung haben die betreffenden Kolleginnen bzw. Kollegen bereits eine persönliche Einladung erhalten. Um Anmeldung wurde gebeten. Wer das bisher noch nicht getan hat, sollte dies bitte sofort nachholen.

Spaß am offenen Unterricht und im Hort Um Spaß am offenen Unterricht und im Hort geht es für unsere Mitglieder am Mittwoch, dem 13.11.2013 ab 16.00 Uhr im Gemeinschaftshaus Goldbacher Siedlung, Goldbacher Straße 44 in Gotha. Nach einem kleinen Imbiss wird Dr. Ambold mit uns die freudvollen Seiten der täglichen Arbeit beleuchten. Zur Planung benötigen wir bis spätestens Montag, den 28.10.2013 Ihre Anmeldung beim KV Gotha per Post: KV der GEW Gotha, Margarethenstraße 2-4, 99867 Gotha Fax (0 36 21 · 30 12 96) oder E-Mail: gew.gotha@googlemail.com. Wir freuen uns auf Ihr Kommen! Ihr Kreisvorstand der GEW Gotha

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Kreisnachrichten Eichsfeld

Einladung zur 7. Ordentlichen Jahres-Mitgliederversammlung!

der Kreisvorstand unserer Bildungs-Gewerkschaft möchte alle seine Mitglieder, genau wie in den vergangenen Jahren, ganz herzlich zur Jahresmitgliederversammlung einladen: Datum: Donnerstag, 28.11.2013 Zeit: 16:00 Uhr Ort: „Schützenstübchen“ Leinefelde (links vor dem Haupteingang der ehem. Baumwollspinnerei) In Anwesenheit des GEW-Landesvorsitzenden Torsten Wolf werden wir über die Anstrengungen der GEW Thüringen in den vergangenen zwölf Monaten für die Stärkung der gewerkschaftlichen Rechte diskutieren. Aber auch die täglichen Probleme und Fragen bezüglich der Arbeit unse-

rer Erzieherinnen sowie Lehrerinnen und Lehrer sollen im Mittelpunkt stehen. Natürlich denken wir im Verlaufe der Veranstaltung auch an die Ehrung unserer Jubilare! Da die Versammlung in einem entsprechend würdigen Rahmen stattfinden wird, bitten wir alle Mitglieder ganz herzlich um verbindliche Rückmeldung bezüglich einer Teilnahme bis zum 21.11.2013 an folgende Adresse: per Post: Eckardt Rösler, Halle-Kasseler-Str. 48, 37339 Breitenworbis oder per E-Mail: e.roesler@freenet.de Mit freundlichen Grüßen Kreisvorstand der GEW- Eichsfeld

Nordhausen

Weimar

Wir laden herzlich ein zur Studienfahrt nach Berlin am 28. September 2013.

Die Senior/innen des Kreisverbandes laden zu folgenden Veranstaltungen ein:

Am 28. November 2013 findet um 15:30 Uhr wie immer im Sonneneck/Gehege Nordhausen die nächste Versammlung für Vertrauensleute und alle interessierten Mitglieder statt.

Am 17. Oktober 2013, 15:00 Uhr ins Schillermuseum, Ausstellung „Wahlverwandtschaften“ und am 14. November um 14:00 Uhr ins Residenzkaffee zur Buchlesung mit Klaus Dalski. Für die Dezemberveranstaltung im Seebachforum wird der Termin noch rechtzeitig bekanntgegeben. Es wird unbedingt um eine Anmeldung gebeten

Informationen und Anmeldung sind unter: kv.nordhausen@gew-thueringen.de möglich.

Renate Schwarz

Karin Greiner

Veranstaltungshinweis Am 23.11.2013 findet unter dem Titel "Eine Schule für alle – Gute Bedingungen für alle" eine GEW-Bildungskonferenz statt. In Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung und der Rosa-Luxemburg-Stiftung widmet sich die GEW Thüringen praktischen Fragen der Umsetzung des Entwicklungsplanes Inklusion mit Expert/innen aus Theorie und Praxis. Die Konferenz findet am 23.11.2013 von 09:00 bis 14:00 Uhr im Erfurter Haus Dacheröden statt. Anmeldung und Information unter 03 61 · 5 90 95 23.

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Aus den Kreisen

Liebe Mitglieder der GEW des Eichsfeldkreises,


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Rechtsstelle

Stufenzuordnung bei Wiedereinstellung in den öffentlichen Dienst nach Befristung Beschäftigte im öffentlichen Dienst werden nach Tätigkeitsmerkmalen, die in der Entgeltordnung beschrieben sind, eingruppiert. Jede Entgeltgruppe umfasst bis zu 6 Stufen. Das Erreichen der jeweils nächsten Stufe innerhalb derselben Entgeltgruppe ist abhängig von einer ununterbrochenen Tätigkeit des Beschäftigten bei seinem Arbeitgeber. So wird z. B. die Stufe 3 nach zwei Jahren in Stufe 2 erreicht. Bisher haben die Arbeitgeber befristet Beschäftigte, die sie nach unschädlicher Unterbrechung wieder eingestellt haben, bei der Stufenzuordnung benachteiligt. Denn die schon zurückgelegten Zeiten der Berufserfahrung innerhalb einer Stufe haben sie beim Stufenaufstieg nicht angerechnet. Diese Vorgehensweise führte bei befristet Beschäftigten dazu, dass sie bis zum Stufenaufstieg länger in einer Stufe verweilen mussten als unbefristet Beschäftigte.

Betroffene GEW-Mitglieder können bei der Landesrechtsstelle ein Musterschreiben für eine Geltendmachung der Restzeiten bei der Stufenzuordnung anfordern. Heike Kandraschow

Altersdiskriminierung bei der Besoldung der Beamtinnen und Beamten in Thüringen Altersdiskriminierung bei der Vergütung der Beschäftigten im öffentlichen Dienst hat bei den Tarifbeschäftigten die Änderung des Tarifvertrages TV-L und TVöD nach sich gezogen. Denn der Europäische Gerichtshof hatte festgestellt, dass eine Diskriminierung wegen des Alters vorliegt, wenn die Grundvergütung eines Angestellten im öffentlichen Dienst bei dessen Einstellung nach dem Alter bemessen wird und der weitere Aufstieg nach dem Lebensalter erfolgt. Für die Angestellten im öffentlichen Dienst wurde die Diskriminierung wegen des Alters durch Änderung der tariflichen Grundlagen bereinigt. Der Aufstieg des Grundgehalts erfolgt seither nach Entwicklungsstufen. Nun steht hierzu die Besoldung der Beamtinnen und Beamten auf dem Prüfstein.

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Rechtsstelle

Die GEW-Landesrechtsstelle ist den Beamtinnen und Beamten, die noch nicht in die höchste Erfahrungsstufe der Besoldungsgruppe aufgestiegen sind, bei der Sicherung etwaiger Ansprüche behilflich. GEW-Mitglieder können sich an die GEW-Landesrechtsstelle wenden. Wir werden zu dieser Thematik aktuell weiter berichten. Heike Schiecke

Hinweis: Was macht gute Weiterbildung für Kita-Fachkräfte aus? Inklusion, Sprache, Kinder unter drei Jahren: Frühpädagogische Fachkräfte sind gefordert, sich kontinuierlich zu neuen Themen weiter zu qualifizieren. Doch was macht gute Weiterbildung aus? Viele Anbieter arbeiten zwar mit allgemeinen Standards der Qualitätssicherung, doch diese beziehen sich nicht explizit auf Veranstaltungen im Bereich der Frühpädagogik.

Die Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) hat deshalb in Kooperation mit der Werkstatt Weiterbildung Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden, Gewerkschaften, Wissenschaft und Weiterbildungsanbietern an einen Tisch geholt, um Träger übergreifend Kriterien für die Qualität frühpädagogischer Weiterbildungen zu entwickeln.

http://bildungsklick.de/pm/88877/was-macht-gute-weiterbildung-fuer-kita-fachkraefte-aus/

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Tipps, Termine

23. A  ntirassistischer und antifaschistischer Ratschlag „Im grünen Wald die rote Stadt, die ein zerschossen ‘Rathaus hatt ‘, noch heute erinnert dieser Spruch am Suhler Rathaus daran, dass sich hier 1920 bewaffnete Arbeiterwehren gegen die faschistischen Milizen während des Kapp-Putsches erfolgreich zur Wehr setzten. Doch nazistische Aktivitäten sind auch in Suhl kein Phänomen der Vergangenheit: Egal, ob Nazikneipen in den umliegenden Orten, Rechtsrockkonzerte, Nazischläger oder regelmäßige Propagandaaktionen – die Region Suhl und Zella-Mehlis ist schon seit Jahren ein beliebtes Aktionsfeld für organisierte und unorganisierte Neonazis in Südthüringen. Allerdings geschieht alltägliche Ausgrenzung auch ohne die organisierte Naziszene. So ist der Alltag von Flüchtlingen in Suhl nach wie vor geprägt von Angst und Unsicherheit. Die Mehrheitsgesellschaft schaut dabei viel zu oft weg oder stimmt stillschweigend zu. Es gibt also viele Gründe aktiv gegen Rechts, aktiv gegen Nazis vorzugehen. Seit nunmehr 23 Jahren versucht der antirassistische und antifaschistische Ratschlag jeweils am ersten Wochenende im November in einer anderen Stadt, alle Menschen in Thüringen zusammen zu bringen, die sich gegen menschenfeindliche Ideologien in ihren unterschiedlichen Facetten engagieren. Der Ratschlag ist ein Ort für Information, Austausch und offene Auseinandersetzung, ohne Differenzen zwischen den Beteiligten kitten oder kaschieren zu wollen. Mehr als 60 Organisationen und Personen unterstützen den diesjährigen Ratschlag in Suhl, doch die Breite der Veranstaltung spiegelt sich auch bei den Themen wider. Neben Infos zur aktuellen Situation von MigrantInnen in Suhl und die Kämpfe von Flüchtlingen gegen ihre oft unmenschliche Lebenssituation geht es beispielsweise um eine kritische Bilanz der beiden Untersuchungs-

ausschüsse zum mörderischen Terror des selbsternannten NSU. Auch rassistische Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft werden thematisiert: Eine kritische Betrachtung der Einpunktpartei „Alternative für Deutschland“ ist ebenso Thema eines Workshops wie eine Auseinandersetzung mit Diskriminierung im Betrieb oder dem Alltag an Schulen. Nicht zuletzt beschäftigen sich mehrere Workshops mit der Geschichte und Gegenwart des Antifaschismus. Begleitet wird all dies von Infoständen, vegetarischer Essensversorgung sowie einer ganztägigen Kinderbetreuung. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich am 2. November in Suhl beim diesjährigen antirassistischen und antifaschistischen Ratschlag zu informieren und auszutauschen. Aktuelle Informationen und das vollständige Programm findet man unter: www.ratschlag-thueringen.de 1. November 18:00 Uhr: a ntifaschistischer Mahngang durch Suhl, Treffpunkt am Bahnhof 20:00 Uhr: T heaterperformance Bavarian Taliban in der Jugendschmiede 2. November Staatliches Gymnasium Suhl, Gebäude Friedensstraße 10:00 - 18:00 Uhr: D  iskussionsrunden, Workshops, Infostände, Essen, Kinderbetreuung Danach: Punkrock – Konzert im Grünen Haus www.ratschlag-thueringen.de info@ratschlag-thueringen.de

AG Diversity Das nächste Arbeitstreffen der AG Diversity findet am 11.11.2013 um 16:30 Uhr in der Landesgeschäftsstelle der GEW, Heinrich-Mann-Straße 22 in Erfurt statt.

der sexuellen und geschlechtlichen Identität, des kulturellen und sozialen Hintergrundes, der Migrationsgeschichte oder aufgrund besonderer Bedürfnisse.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, unverbindlich vorbeizuschauen und auch mitzuarbeiten. Die AG beschäftigt sich mit den verschiedenen Aspekten von Heterogenität und wendet sich damit gegen Diskriminierung aufgrund

Unter diversity@gew-thueringen.de könnt ihr Kontakt mit uns aufnehmen. Marcus Felix und Katrin Ronneburger (SprecherInnen-Team)

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Tipps, Termine

11. SchulKinoWoche in Thüringen Projekt lädt Schülerinnen und Schüler auf Entdeckungstour ein in „Die Welt in der wir leben“

„Die Welt in der wir leben“ lautet das Schwerpunktthema der mittlerweile 11. SchulKinoWoche, die vom 18. bis 22. November 2013 in Thüringen geplant ist. Die Schülerinnen und Schüler dürfen sich wie immer auf bemerkenswerte Filme, anregende Filmgespräche, interessante Referenten und prominente Gäste freuen. Veranstaltet wird die SchulKinoWoche von VISION KINO – Netzwerk für Film und Medienkompetenz und der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar (EJBW). Das Angebot zum Unterricht im Kino richtet sich an Schülerinnen und Schüler aller Altersklassen und Schulformen gemeinsam mit ihren Lehrkräften. Ausgewählte Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme und sowie einige Klassiker laden auch dieses Jahr ein, viel über das Medium Film zu lernen und es innovativ in den Unterricht zu integrieren. Innerhalb dieses Schwerpunktthemas gehen wir der Frage nach, welche Konsequenzen unser alltägliches Handeln für uns selbst, für die Umwelt, für zukünftige Generationen oder Entwicklungsländer haben kann. Es geht darum zu verstehen, dass wir alle Teil einer Welt sind, einer Ökosphäre und wir uns nicht in Sicherheitsdenken und Nationalismus zurückziehen, sondern uns damit beschäftigen müssen, was um uns herum passiert. Die SchulKinoWoche wird sich diesen Fragen mit einer großen Auswahl von Filmen wie „Beasts oft the Southern Wild“, „Life of Pi“, „More than honey“, „Lore“, „Unplugged: Leben Guaia Guaia“ oder auch „Jud Süß“, um nur einige zu nennen, nähern.

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Fast alle großen und kleinen Kinos in Thüringen beteiligen sich an der 11. SchulKinoWoche. Ein umfassendes Programm mit Sonderveranstaltungen, Kinoseminaren, Workshops und Lehrerfortbildungen ergänzt die Filmvorführungen. Ziel des Angebots ist es, Film als Unterrichtsthema und Kinos als soziale und kulturelle Lernorte zu etablieren. Informationen zum Programm gehen den Lehrkräften in den nächsten Tagen zu und sind außerdem auch unter www.schulkinowoche-th-st.de zu finden. Zur Vor- und Nachbereitung des Kinobesuchs wird den Lehrkräften kostenlos pädagogisches Begleitmaterial zur Verfügung gestellt. Unter der Leitung von Peter Schütz hat das Projektteam der SchulKinoWoche seine Arbeit in Weimar wieder aufgenommen und ist telefonisch unter 0 36 43 · 86 23-33 zu erreichen. Projektbüro SchulKinoWoche Thüringen/Sachsen-Anhalt c/o Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar (EJBW) Jenaer Straße 2/4 D-99425 Weimar (Quelle: Pressemitteilung vom 09.09.2013)

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Tipps und Termine

Preisausschreiben „Unser Europa“ Obwohl die Politik der Europäischen Union unser aller Leben in vielen Bereichen immer stärker beeinflusst, ist das Interesse der Bürger an Europa sehr gering. Bürger Europas e.V. informiert seit nunmehr 12 Jahren mit vielfältigen Veranstaltungen und Aktionen Bürger in ganz Deutschland sowie vielen Regionen Europas und der Welt über die EU. Bei ihrem neuesten Projekt handelt es sich um ein Preisausschreiben zum Thema Europa. In acht Fragen können die Teilnehmenden ihr Wissen über Europa testen und werden gleichzeitig auf interessante Fakten aufmerksam gemacht. Die gesamte Aktion wird vom Bundespresseamt unterstützt.

Das Quiz ist eine Möglichkeit, sich auf unterhaltsame Art mit Europa zu beschäftigen und das eigene Wissen über die EU zu testen. Zudem gibt es attraktive Hauptpreise zu gewinnen: fünf Reisen nach Berlin für jeweils zwei Personen. Unsere Hauptgewinner besuchen u.a. den Friedrichstadtpalast und das Detlev-Rohwedder-Haus. Einsendeschluss für die Lösungen ist der 30. November 2013

Der Link zum Quiz: http://www.buerger-europas.de/europaquiz/index.php

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Wer zuletzt lacht...

tz 5/2013  

Ausgabe 05/2013 der thüringer zeitschrift der Bildungsgewerkschaft GEW Schwerpunkt: "Prekär statt regulär? Die Situation Thüringer Hochschul...

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