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01 thüringer zeitschrift der Bildungsgewerkschaft GEW

Inhalt

2011

Seite

  G EW Aktuell Vorwort

2

Lesepeter

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Proteste gegen Kürzungen Eigene Wege gehen und finden

3f. 5

Berufsorientierung als Thema in Wissenschaft und Praxis

5f.

Thüringer Bildungshaushalt

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Wir wünschen allen Kolleginnen und Kollegen ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2011!

  S chule Kein Wintermärchen

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In Thüringen noch ein Wintermärchen? 7f.

  F rühkindliche Bildung und Sozialpädagogik Bericht aus dem Referat

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Erfahrungswerte der Fortbildungen zum „Bildungsbuch der GEW“

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  R echtsstelle Lebenspartnerschaft hat Anspruch auf Familienzuschlag

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Neues Info erschienen

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  A us den Kreisen 12–13   T ipps und Termine Preisgekröntes Europaspiel „that‘s eUrope“

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didacta 14 Grenzspuren 2011

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Aktion Tagwerk

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Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

www.gew-thueringen.de

Proteste gegen Kürzungen Seite 3

Eigene Wege finden und gehen Seite 5f.

Bildungsbuch der GEW Seite 9


Kurznachrichten

Vorwort

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Ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2011 Ihnen, liebe Mitglieder und Ihren Familien und Freunden. Das Jahr startet rasant in die Tarif- und Besoldungsrunde. Es geht um Viel: Eingruppierung der Lehrkräfte, die auf eine gleichwertige Ausbildung und Tätigkeit bezogen ist und es geht um die Besoldungsforderungen der GEW. Die Tarifpartner haben sich auf eine lineare Gehaltserhöhung von 3% und ein Sockelbetrag von 50 Euro verständigt. Die Verhandlungen werden nicht einfach sein, für alle Seiten steht einiges auf dem Spiel. Der Vorsitzende Torsten Wolf und vor allem der Vorstandsbereich A bereiten gemeinsam mit der Landesgeschäftsstelle eine Kampagne mit Materialien und Veranstaltungen vor. Informieren Sie sich über den aktuellen Stand auf unseren Internetseiten www. gew-thueringen.de/Tarifrunde_2011. html. Oder wenden Sie sich an den für Sie zuständigen Kreisverband. In dieser tz Das Thema Berufs- und Studienorientierung ist vor dem Hintergrund

veränderter Arbeitsmarkt- und Studienbedingungen eine Herausforderung für die Lehrkräfte. Eine Arbeitsgruppe der Universität Erfurt arbeitet seit vielen Jahren zur beruflichen Entwicklung. Jana Holstein, Mitglied in der AG Gymnasien hat diese Beitragsreihe organisiert, die uns in den nächsten Monaten begleiten wird (S. 5f.) Gemeinsamer Unterricht und individuelle Förderung sind nun im Schulgesetz verankert. Auf der 7. LVV sind Anträge zu diesem Thema kritisch diskutiert wurden. In dieser Ausgabe sind Wünsche und Forderungen der GEW dokumentiert (Seite 7f.). Interessantes aus den Kreisen (Seite 12f.) sowie Tipps und Termine (Seite 10, 14f.), da ist für jedeN etwas dabei. Beitragsquittung Wie in den letzten Jahren soll auch in diesem Jahr die GEW-Beitragsquittung mit der Februarausgabe der E+W verschickt werden. Herzliche Grüße, Kathrin Vitzthum

Januar - unsere

Jubilare!

Titel, Vorname, Nachname

Ort, Alter

Ursula Mattmüller Weimar, 93 Gisela Hemmann Weimar, 88 Peter Klein Bad Salzungen, 83 Friedrich Kreyer Erfurt, 82 Hans Greiner-Well Lauscha, 82 Brigitte Gast Meuselwitz, 81 Rolf Ender Bad Liebenstein, 81 Magdalene Haupt Weimar OT Legefeld, 80 Gotthard Häser Weimar, 80 Horst Greiling Gotha, 75 Wolfgang Irmsch Sonneberg, 75 Elise Koch Dankmarshausen, 75 Dietrich Böhme Langenorla, 70 Gisela Ludwig Greiz, 70 Hannelore Kramer Steinbach, 70 Barbara Rödl Jena, 70 Gisela Stritzel Nordhausen, 70 Dieter Röckert Erfurt, 70 Gisela Hammermüller Suhl, 70 Ingeborg Waldeck Ohrdruf, 65 Helga Neudörfl Kromsdorf, 65 Ursula Faltermeier Erfurt, 65 Vera Elflein Gotha, 65 Renate Ackermann Mengersgereuth-Hämmern, 65 Reinhard Schlachter Gotha, 65 Regina Zepezauer Ichtershausen, 65

IMPRESSUM Herausgeber Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Landesverband Thüringen im DGB Heinrich-Mann-Straße 22 · 99096 Erfurt Telefon: (03 61) 5 90 95 - 22 Telefax: (03 61) 5 90 95 - 60 E-Mail: info@gew-thueringen.de Internet: www.gew-thueringen.de E-Mail an die Redaktion: tz@gew-thueringen.de Verantwortliche Redakteurin Kathrin Vitzthum Redaktionsschluss 10.12.2010

LesePeter Im Januar 2011 erhält den LesePeter das Kinderbuch ALBERT WENDT

BUMMELPETERS WEIHNACHTSFEST

Jungbrunnenverlag, Wien, 2010 45 Seiten 12,90 € ab 6 Jahre

Peter erlebt die Weihnachtsgeschichte – und ist gar nicht glücklich damit. Er geriet am Heiligen Abend in Not und wird an allen Türen abgewiesen. Im Schafstall findet er endlich Zuflucht. Doch wären da nicht die rettenden Engel – der Schäfer, der Notarzt, die Krankenschwestern  – die heilige Nacht wäre nicht gut ausgegangen für den kleinen Jungen. Im Krankenhaus nimmt sich eine robuste Oberschwester seiner an: „Mir stirbt am heiligen Abend kein Kind“, so bringt sie den Doktor und die Schwestern auf Trab, setzt der lieblosen Tante gehörig den Kopf zurecht und beschert dem Siebenjährigen mit ihrer Zuwendung das schönste Weihnachtsfest.

ISBN: 978-3-7026-5820-5

Auf wunderbar einfache und klare Weise schrieb Albert Wendt ein märchenhaftes Kinderbuch über die schönste Zeit des Jahres.

Herstellung PROOF Maik Stock „Druckproduktion“ Charlottenstraße 3 · 99096 Erfurt Telefon: 03 61/5 41 87-58 E-Mail: info@proof-ef.de Internet: www.proof-ef.de Layout / Gestaltung awosDesign. Nadine Sowa Telefon: 03 62 03/9 40 33 E-Mail: info@awosdesign.de Internet: www.awosdesign.de Gültige Anzeigenpreisliste Nr. 24 vom 02. Mai 2005. Manuskripte und Beiträge Die in den einzelnen Beiträgen wiedergegebenen Gedanken entsprechen nicht in jedem Falle der Ansicht des GEW-Vorstandes oder der Redakteure. Die Beschlüsse des Vorstandes sind verbindliche GEW-Meinungen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Gewähr übernommen. In den Textbeiträgen gilt die männliche Anredeform für beide Geschlechter, wenn nichts anderes ausgewiesen ist. Bei allen Veröffentlichungen behält sich die Redaktion Kürzungen vor. Manuskripte und sonstige Zuschriften für die Redaktion der thüringer zeitschrift (tz) werden an die Adresse der Geschäftsstelle erbeten. Einsendeschluss für Beiträge ist immer der 10. des Vormonats. Bezugspreis Der Bezugspreis für die tz beträgt ab 01. Januar 2002 für Nichtmitglieder 1,80 Euro pro Einzelexemplar zuzüglich Porto, das Jahresabo (11 Hefte) – davon eine Doppelausgabe – 18,50 Euro zuzüglich Porto. Das Jahresabonnement kann drei Monate vor Ablauf des Kalenderjahres gekündigt werden. Erfolgt bis zu diesem Zeitpunkt keine Kündigung, wird das Abo um ein Jahr verlängert. Die Lieferung erfolgt gegen Vorkasse an die GEW-Wirtschaftsdienst GmbH, DKB Bank Berlin, Kto.-Nr.: 1005400559, BLZ: 12030000. Die Abo-Gebühr für Mitglieder der GEW Thüringen ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.

www.gew-thueringen.de/LesePeter.html thüringer zeitschrift 01/2011


GEW Aktuell

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Proteste gegen Kürzungen Rettungsschirm für die Bildung Die letzten Monate des Jahres sind oft die aufregendsten. Vor allem dann, wenn die Landesregierung einen Haushaltsentwurf vorlegt, der insbesondere im Bildungsbereich massive Kürzungen vorsieht. Die GEW hat mit verschiedenen Aktionen gegen die Kürzungspläne protestiert. Wenn auch die Abstimmung im Landtag keine positive Überraschung bot, die Mobilisierungsfähigkeit der GEW Thüringen kann sich sehen lassen. An den Thüringer Hochschulen wurden in der Woche vom 15. bis 19. November fast 5.000 Unterschriften der Studierenden und Beschäftigten gesammelt. Die fast zwanzig Unterschriftenrollen wurden dann am 23. November im Rahmen der Demonstration „Wer heute kürzt, zahlt morgen drauf“ an Bildungsminister Christoph Matschie übergeben. Gut 3.500 Studierende und Beschäftigte aus ganz Thüringen waren dem gemeinsamen Aufruf der KTS (Konferenz Thüringer Studierendenschaften) und der GEW Thüringen nach Erfurt gefolgt und zogen in einem bunten und lauten Protestzug vom Erfurter Hauptbahnhof vor den Thüringer Landtag. Betroffene Studierende, Beschäftigte und bildungspolitische ExpertInnen der Oppositionsparteien und Gewerkschaften stellten ihre Besorgnis um die Zukunft der Hochschulen dar. Bildungsminister Matschie, empfangen mit und häufig unterbrochen durch lauten Pfeifprotest der Demonstrierenden, verteidigte die Haushaltspolitik und musste dafür massive Kritik einstecken. Und die ließ auch nicht nach, als am 8. Dezember erneut BildungsarbeiterInnen und Bildungsteilnehmende vor dem Thüringer Landtag einen „Rettungsschirm für die Bildung“ einforderten. Zu dieser Kundgebung hatten neben der GEW Thüringen auch der DGB Thüringen und die Landtagsfraktion der LINKEN eingeladen. Gefolgt waren ihr überraschend viele Beschäftigte aus der Erwachsenenbildung, der sogenannten vierten Säule des Bildungssystems, die durch ihre chronische Unterfinanzierung jedoch zu einem „Bindfaden“ (Thomas Ritschel, LOFT) geschrumpft wurde.

Unterschriftensammlung an der TU Ilmenau, Foto: Th. Hoffmann thüringer zeitschrift 01/2011

Weniger Protest, vielmehr konkrete Auseinandersetzung mit den Zahlen des Bildungshaushaltes bot das von der GEW Thüringen organisierte und schon tradionelle Hopfenberggespräch am Abend des 23. Novembers. Der Einladung waren neben Abgeordneten der Fraktionen Die Linke und Die Grünen zahlreiche GewerkschaftsvertreterInnen, Studierende, Personalräte und Vertreter der Erwachsenenbildung gefolgt.

Auftakt- und Schlusskundgebung in Erfurt, 23.11.2010, Fotos: K. Vitzthum

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GEW Aktuell Die VertreterInnen der Koalitionsparteien CDU und SPD nahmen an dem Gespräch nicht teil, was die Teilnehmenden sehr bedauerten, hätte es doch die Möglichkeit geboten, ihre Fragen und Argumente an die Regierungsmehrheit direkt zu richten. Folgende Forderungen wurden am Ende des Hopfenberggespräches formuliert: • Rücknahme der geplanten Kürzungen • Einsatz der voraussichtlichen Steuermehreinnahmen für die Finanzierung im Bildungsbereich, nicht zum Schuldenabbau • Zweckgebundene Verwendung der Bundesmittel zur Verbesserung von Studium und Lehre • S tärkung der Investitionen in Bildung vor dem Hintergrund einer attraktiven Bildungslandschaft Thüringen, die junge Menschen in Thüringen hält und nach Thüringen führt •E  rmöglichung von Neueinstellungen in den Schulen in Verbindung mit dem Ausbau der Lehrerausbildung •A  ufgabenadäquate Ausstattung der Erwachsenenbildung als vierter Säule des Bildungssystems, die bislang nur 0,25 Prozent des gesamten Bildungsetats erhält.

Aktion am Plenarsaal, Erfurt, 08.12.2010, Foto: K. Vitzthum

Eines ist bei den Aktionen gegen die Kürzungen besonders deutlich geworden: Erfolgreichen Protest können wir dann organisieren, wenn wir Bildung als gesellschaftliches Gut verstehen, dass aus verschiedenen Stufen, Systemen, Funktionen, Trägern und Einrichtungen besteht und die den/ die Einzelne/n nur in ihrem Zusammenwirken zu einem handlungs- und demokratiefähigen Menschen macht. Das Aktionsbündnis, welches zu dieser Kundgebung aufgerufen hat, wird deshalb in den nächsten Monaten weiter arbeiten, um die kommenden Debatten um die Haushalts- und damit auch die Bildungspolitik kritisch zu begleiten. Wir werden in der tz regelmäßig darüber berichten. Allen Mitwirkenden und UnterstützerInnen sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Kathrin Vitzthum

Rettungsschirm für die Bildung, Erfurt, 08.12.2010, Foto: K. Vitzthum

Zweiter Versuch: Übergabe der Unterschriftenrollen an Bildungsminister Matschie, Foto: K. Vitzthum

Unterschriftensammlung an der TU Ilmenau, Foto: M. Kalupke

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Schule

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Eigene Wege finden und gehen Aktuelles zu Berufs- und Studienorientierung Seit der Bildungskonferenz in Gotha im April 2009 zum Thema „Berufs- und Arbeitsweltorientierung – Was gibt es bereits in Thüringen?“ sind nicht nur einige Monate vergangen – es hat sich auch viel bewegt. Vorhandenes wurde weiterentwickelt, Altes verworfen und Neues wurde geschaffen. Wie geht Schule mit den veränderten Bedingungen am Ausbildungsmarkt um? Was ist neu im Kontext der schulischen Berufsorientierung? Was bedeutet Berufswegeplanung für die individuelle Lebensplanung? Wie können Lehrerinnen und Lehrer Jugendlichen begleitend und unterstützend zur Seite stehen? Viele Fragen - mit den Antworten werden wir nicht allein gelassen… Im Fachgebiet Psychologie der Universität Erfurt beschäftigt sich seit mehreren Jahren eine Arbeitsgruppe mit dem Thema der beruflichen Entwicklung unter der Lebensspannenperspektive. Seit dem Jahr 2008 erarbeitet das Forschungsprojekt „Thüringer Berufsorientierungsmodell (ThüBOM)“ im Auftrag des TMBWK ein Modell zur Berufsorientierung. Im Mittelpunkt des Modells steht die Erfassung des individuellen Standes der Jugendlichen in ihrer beruflichen Entwicklung. Ausgehend von diesen Überlegungen werden die Wissensbestände und Einstellungen beschrieben, über die Lehrerinnen und Lehrer verfügen müssen, um Schülerinnen und Schüler im Erwerb ihrer Berufswahlkompetenz zu unterstützen. Das Modell bietet eine Grundlage zur Konzeption von entsprechenden Maßnahmen im Kontext schulischer Begleitprozesse. Dabei geht das Modell über die reine Betrachtung der Unterrichtsebene hinaus und schlägt für eine gelungene Berufsorientierung die Verankerung des Themas auf der Personal- und Schulorganisationsebene vor.

Mit der heutigen tz beginnt eine Reihe von Artikeln zur „Berufs- und Studienorientierung“, die von Katja DrieselLange, Nicola Schindler und Benjamin Dreer verfasst wurden. Sie wirken in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zur Entwicklung eines Kompetenzvermittlungsmodells in der Berufsorientierung an der Universität Erfurt und können auf reiche Erfahrungen aus Fortbildungsveranstaltungen und Workshops mit Schülern, Lehramtsanwärtern und Lehrerkollegien zurückgreifen. Die Veröffentlichungen sollen die Ergebnisse des aktuellen wissenschaftlichen Diskurses aufarbeiten und Euch wertvolle Praxistipps und Denkanstöße geben. Jana Holstein Referat allgemein- und berufsbildende Schulen

Berufsorientierung als Thema in Wissenschaft und Praxis Der Übergang von der Schule in Ausbildung und Studium ist eine der zentralen Entwicklungsaufgaben im Jugendalter, der sich die jungen Menschen stellen müssen. Jugendliche, die diese Aufgabe erfolgreich bewältigen, erleben eine geringere subjektive Belastung während des Übergangs und sind zufriedener in ihrer Berufsausbildung oder im Studium. Sie können außerdem eher ihren Wunschberuf verwirklichen. Darüber hinaus belegen Studien auch die langfristige Bedeutung eines erfolgreichen

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Übergangs: Die erfolgreiche Berufs- und Studienwahl fördert die berufliche Flexibilität sowie die berufliche Zufriedenheit und schützt vor Arbeitslosigkeit auch im Erwachsenenalter. Für die Bewältigung des Übergangs von der Schule in den Beruf benötigen die Jugendlichen verschiedene Kompetenzen wie Wissen über sich selbst sowie über die Ausbildungs- und Arbeitswelt und müssen lernen, wie man sich solches Wissen verschafft und wie man es ziel-

gerichtet einsetzen kann. Dabei werden sie von unterschiedlichen Instanzen unterstützt: Elternhaus, Schule, Bundesagentur für Arbeit, Freunde und andere. Schulen kommt in der Unterstützung junger Menschen eine besondere Bedeutung zu. Damit Schülerinnen und Schüler ihre Optionen, die sie mit dem Abschlusszeugnis erwerben, auch einlösen können, sollten sie nicht nur wissen, was hinter einem bestimmten Studium, einem Beruf steckt, sondern auch entscheiden können, ob dieser zu ihnen passt. Dies

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Schule

Einführung

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herauszufinden, ist für junge Menschen nicht einfach und setzt ein hohes Maß an Reflexion der eigenen Wünsche, Ziele, Fähigkeiten und Werte voraus. Mit geeigneten pädagogischen Methoden können Mädchen und Jungen in diesem Erkenntnisprozess begleitet werden. Das Thema der Berufswahl ist seit mehr als 100 Jahren Gegenstand der Forschung. Frank Parson beschrieb bereits 1909 Prinzipien, nach denen junge Menschen ihre Berufswahl treffen sollten. Er ging davon aus, dass jeder Mensch seine Interessen und Fähigkeiten kennen muss und diese mit dem Wissen über einen Beruf in Verbindung bringen sollte, um eine Berufswahlentscheidung treffen zu können. Die gedanklichen Schritte dieser Überlegungen sind auch heute noch für die Beschäftigung mit der eigenen Berufswahl, insbesondere für die Berufsberatung, maßgebend. Jedoch ist die Entscheidung für einen Beruf nur ein Aspekt in der beruflichen Entwicklung eines Menschen, die maßgeblich auch durch das eigene Geschlecht und die Herkunft beeinflusst wird. So greifen Mädchen und Jungen häufig auf geschlechtsstereotype Vorstellungen zurück, wenn sie sich mit einem Beruf in der Gesellschaft positionieren. Besonders junge Menschen, die in Bezug auf die Arbeits- und Berufswelt nur auf eingeschränkte Erfahrungen zurückgreifen können, entwickeln Ideen über Berufe, die nicht immer der Realität entsprechen. So werden im Laufe der Jahre Berufsoptionen im Hinblick auf bestimmte Tätigkeitsbereiche und auch berufliche Positionen ausgeschlossen. Das Resultat dieser eingeschränkten Entscheidungsmuster lässt sich am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ablesen: In vielen Berufen arbeiten häufig nur Frauen, in anderen fast ausschließlich

Zum Weiterlesen: • Sauer-Schiffer, U. & Brüggemann, T. (2010). (Hrsg.), Der Übergang Schule – Beruf. Beratung als pädagogische Intervention. Münster: Waxmann. • Famulla, G. E. (Hrsg.): Berufsorientierung als Prozess. Persönlichkeit fördern, Schule entwickeln, Übergang sichern. Ergebnisse aus dem Programm „Schule – Wirtschaft/ Arbeitsleben“. Band 5. Baltmannsweiler: Schneider. • Thüringer Berufswahlpass Praxistipp: Zur weiterführenden Beschäftigung mit diesem Thema im Kontext von Schule und Unterricht empfehlen wir Ihnen die Veröffentlichungen des ThILLM zur „Berufs- und Studienorientierung an Thüringer Schulen“

Männer, obwohl die Berufe für beide Geschlechter zugänglich und auch geeignet sind. Zudem führen Entscheidungen, die nicht auf einer Abstimmung von Interessen, Fähigkeiten und Wünschen, die ein Mensch für sich in Anspruch nimmt und den Anforderungen und Perspektiven, die mit Berufen verbunden sind, häufig zu wenig erfolgreichen Entwicklungen: Menschen sind unzufrieden in ihrem beruflichen Umfeld; sie sehen ihre Interessen nicht verwirklicht und erbringen entsprechend seltener die Leistungen, die für beruflichen Erfolg wichtig sind. Ein Blick in die Statistik der Ausbildungs- und Studienabbrecher deutet darauf hin, dass bei einem erheblichen Teil der jungen Menschen der Übergang von der Schule in den Beruf nicht optimal verläuft. Jeder fünfte Jugendliche revidiert im Durchschnitt seine Entscheidung. Damit verbunden ist häufig eine persönliche und finanzielle Beeinträchtigung. Neben einem Verlust an Lebenszeit hat der Wechsel oder der Abbruch einer Berufsausbildung oder eines Studiums auch finanzielle Konsequenzen, sowohl für den Einzelnen selbst z. B. durch gestoppte Zahlungen an Studierende aus dem BAFöG, als auch für die Gesellschaft, in der durch Ausbildungsabbrüche finanzielle Verluste entstehen. Um junge Menschen besser auf den Übergang von der Schule in die Ausbildung bzw. ein Studium vorzubereiten, bedarf es nicht nur einer entsprechenden Beratung zum Ende der Schulzeit, sondern einer begleiteten Entwicklung, die beispielsweise die Entstehung von Interessen ebenso aufgreift wie die Sammlung und Reflexion von Erfahrungen und Kenntnissen aus der Berufswelt. Diese Entwicklung zu fördern und zu begleiten ist unter anderem Aufgabe der Schule. Die Schule wird dieser Aufgabe durch eine Vielzahl von Aktivitäten gerecht. Jedoch können die vielen Maßnahmen wie Praktika, Betriebsbesichtigungen, Bewerbungstrainings und ähnliches mehr oftmals ihre Wirkung nicht in ausreichendem Maß entfalten. Den Jugendlichen fehlt der Bezug zu ihrer eigenen Person, sei es dadurch, dass sich ihre Interessen nicht spiegeln lassen, sei es aber auch dadurch, dass sie ihre Interessen gar nicht benennen können.

So verpuffen viele gute Angebote, weil sie die Bedürfnisse der Mädchen und Jungen nicht treffen. Diese Situation beschreibt eine problematische Seite der schulischen Berufsorientierung: Das Ergebnis der zahlreichen Bemühungen, Jugendliche auf den Schritt in die Arbeitswelt vorzubereiten, kann nicht in jedem Fall als zufriedenstellend bezeichnet werden. Anstelle einer Ursachenforschung wurde die Lösung dieses Problems in einem (noch) Mehr an Berufsorientierung gesehen. Immer mehr Projekte wurden den Schulen angetragen, in der Hoffnung, dass mit einer ausreichenden Zahl von pädagogischen Angeboten Berufsorientierung für alle erfolgen kann. Eine theoretische Reflexion und Ergebnisprüfung pädagogischer Praxis erfolgte dabei kaum. Der wissenschaftliche Diskurs in der Berufsorientierung konstatiert für das pädagogische Aufgabenfeld eine Grundlegung, die sowohl Bezug nimmt auf die Ergebnisse der Berufswahlforschung als auch auf die aktuellen Entwicklungen der Orientierung an Bildungsstandards. Damit ist es zum einen möglich, pädagogische Begleitung zu individualisieren, um unterschiedlichen Entwicklungsständen und Förderbedürfnissen Rechnung zu tragen. Zum anderen gelingt dadurch eine Orientierung an den Ergebnissen von Lern- und Entwicklungsprozessen, auf die pädagogische Praxis abzielen sollte. Die beschriebenen Anforderungen an schulisches Handeln, die dem Charakter der Berufswahl als Entwicklungsprozess entspringen, bedürfen einer Überarbeitung der Konzepte von Berufsorientierung und ihrer Umsetzung ebenso wie einer beständigen Überprüfung und Fortentwicklung derselben. Um pädagogisch Handelnde in Schulen nicht zu überfordern und ihnen das für diese Aufgabe benötigte Wissen bereit zu stellen, arbeiten in Thüringen Wissenschaft, Praxis und Bildungsadministration gemeinsam an einer neuen Grundlegung schulischer Berufsorientierung. Kontakt: katja.driesel-lange@uni-erfurt.de Katja Driesel-Lange, Nicola Schindler & Benjamin Dreer

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Schule

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Im Raum arbeiten 14 Schülerinnen und Schüler an unterschiedlichen Aufgaben. Hin und wieder stellt der Eine oder die Andere der Lehrerin Fragen, um anschließend die begonnene Arbeit ganz konzentriert fortzusetzen. Sechs Schülerinnen und Schüler sitzen im Computerraum, der nur durch eine Glaswand vom Arbeitsraum getrennt ist, um einen runden Tisch gemeinsam mit einer zweiten Lehrerin... oder ist es eine Sozialpädagogin...oder eine sonderpädagogische Fachkraft? Auch sie sind so vertieft in ihre Arbeit, dass sie sich nicht einmal vom Blitzlicht stören lassen. Zwei Schüler haben sich in den Garderobenraum zurückgezogen, um ihre Präsentation vorzubereiten. Wenn die Eltern kommen, soll alles stimmen. Sie bitten mich, zuzuhören und sie zu korrigieren. Ganz selbstverständlich nehmen sie meine Hinweise an und bedanken sich dafür. In der Pause

gehen alle nach draußen. Die Integrationshilfe wird nicht nur auf „ihr“ Kind aufpassen, sondern sie wird wie immer alle Kinder im Auge behalten. Zeit für Absprachen im Team. Als sich die Kolleginnen und der Kollege bei einer Tasse Tee vorstellen, erfahren wir, dass sich das Team aus einer Gymnasiallehrerin, einem Förderschulpädagogen, einer Sozialarbeiterin und einer Integrationshilfe zusammensetzt, die von allen als Glücksfall bezeichnet wird, da sie sich völlig gleichberechtigt ins Team einbringt. Ein umgedichtetes Weihnachtslied (vermutlich das Ergebnis der Pause) singend, kommen die Kinder zurück. Sie müssen noch ein paar Minuten warten, denn die Kolleginnen und der Kollege brauchen noch etwas Zeit für die Teambesprechung. Als der Unterricht weitergeht, müssen wir leider schon gehen. Wir sind auf dem Weg zum „Inklusion-Kongress“ der GEW am 26. und 27. November 2010 in Hamburg, der vom Koordinierungsausschuss aller Bundesfachgruppen organisiert wurde. Viel Bekanntes und viel Neues war auf der Konferenz zu erfahren, nichts aber hat mich so beeindruckt wie dieser Vormittag in der Erich-Kästner-Gesamtschule in Hamburg, die schon seit 19 Jahren Integration lebt.

Foto: M. Jung

Marlies Jung, Referatsleiterin

Gemeinsamer Unterricht

Kein Wintermärchen

In Thüringen noch ein Wintermärchen!? „Entwicklungsperspektiven der Förderzentren und des Gemeinsamen Unterrichts in Thüringen“ Eine Woche nach der Konferenz in Hamburg haben die beiden Koalitionspartner SPD und CDU im Thüringer Landtag zur oben genannten Veranstaltung eingeladen. Die Ziele waren vielversprechend von den beiden Bildungspolitikern Volker Emde und Hans-Jürgen Döring formuliert. Es sollte um die Interpretation der UN-Resolution, um Ziele und Wege einer gelingenden Inklusion gehen, die Meinung der Eltern sollte eine Rolle spielen und letztendlich sollte die zukünftige Rolle der Förderzentren im Mittelpunkt stehen. Der Minister prägte noch einmal den Satz, dass es nicht um Zahlen geht, sondern um die Entwicklung von Menschen und dass die Beteiligten den Kindern und Jugendliche gerecht werden müssen. Dazu ist ein grundlegender Wandel im Bildungssystem notwendig. Jedes Kind soll an dem Ort gefördert werden, wo es die optimalen bzw. besten Bedingungen hat. Diese Aussagen können wir begrüßen, denn sie entsprechen den GEW-Positionen. Frau Prof. Vernooij und Frau Prof. Sasse boten ihre wissenschaftliche Sichtweise auf eine mögliche Entwicklung

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von Förderzentren und den Gemeinsamen Unterricht in Thüringen dar. Nichts Neues. Der Bericht der AG Visionen (TMBWK) zeigte uns in diesem Rahmen leider keine Handlungsansätze.

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Sozialpädagogik (GU). Dessen Ausgestaltung muss ein Schwerpunkt in der Thüringer Schulentwicklung sein. Theoretische Grundlagen sind teilweise vorhanden, aber die Probleme in der Praxis sind noch sehr groß. Basis der Zusammenarbeit in der Integration/Inklusion ist eine innere Haltung, welche die Einzigartigkeit und Individualität jedes Kindes als Chance begreift. Dies erfordert bestimmte Grundsätze der gemeinsamen Arbeit zwischen Kollegen und Kolleginnen der allgemeinbildenden Schulen und Förderschulpädagoginnen, in die jeder seine Kompetenzen einbringt. Foto: M. Jung

In der anschließenden Diskussion ging es eher um eigene Interessen der Anwesenden und nicht um Fragen der Umsetzung und Erfahrungen mit Gemeinsamem Unterricht. Eines ist klar: Über eine Notwendigkeit des Gemeinsamen Unterrichts von Schülern mit und ohne Behinderung in Thüringen wird nicht mehr diskutiert.

Aus dem Referat

Im Mittelpunkt unserer GEW-Arbeit stehen die Möglichkeiten und Grenzen einer integrativen Beschulung von Kindern mit Behinderung im Gemeinsamen Unterricht

Wir halten eine Beratung vor Beginn der gemeinsamen Arbeit mit Absprachen, z. B. zur Zusammensetzung der Klasse oder gemeinsamer Zielvereinbarungen für notwendig. Die GEW Thüringen hat in ihrer 7. LVV ein Positionspapier zum Gemeinsamen Unterricht und den dafür nötigen Gelingensbedingungen verabschiedet. In der weiteren Arbeit ist dies ein Schwerpunkt in den verschiedenen Gremien der GEW. So wird die GEW ihre Umfrage zum aktuellen Stand des GU erneuern (Februar 2011). Petra Rechenbach, Referentin

Frühkindliche Bildung und Sozialpädagogik Seit der Landesvertreterversammlung in Gera ist nicht nur das Referat Sozialpädagogik im Namen gewachsen, sondern es gibt auch eine neue Referatsleiterin, Katrin Osterloh. Nochmals an dieser Stelle herzlichen Dank für die bisherige Arbeit von Heike Winzer. Der frühkindliche Bereich steht jetzt mit in der Satzung, obwohl wir in diesem Bereich schon von Anfang an im Referat tätig sind. Mit der Gesamtheit des Thüringer Bildungsplanes betrachtet, werden wir künftig noch mehr Pädagogen vereinen, die in diesen Bereichen arbeiten. So z. B. Erzieher/innen, Heilpädagog/ innen, Heilerziehungspfleger/innen, Sozialpädagog/innen und Erziehungswissenschaftler/innen.

In unserer ersten Referatssitzung am 23. November haben wir über die nächsten Aufgaben und Schwerpunkte unserer Arbeit beraten. Diese sind u. a. Begleitung der Umsetzung des Kita-Gesetzes, Fortbildung zum Bildungsplan, Konzeptionsentwicklung, Begleitung des Pilotprojektes „Zur Weiterentwicklung der Thüringer Grundschule“ (Hortkommunalisierung), Mitgliederbetreuung, der Aufbau von Kommunikationsstrukturen zu den KV und Einrichtungen vor Ort und die kommende Tarifrunde 2011. Die Arbeitsgruppen: Kindergarten, Kita-Leiterinnen, Hort (in Verbindung mit Grundschule) und der AK Bildungsbuch sind vom Landesvorstand bestätigt worden und setzten sich speziell mit Themen der Kita`s und der Grundschulhorte auseinander.

Für diese Arbeitsgruppen suchen wir aktive Mitstreiter/innen aus allen Kreisen Thüringens, denn nur so können wir uns mit den Fragen und Problemen unserer Mitglieder beschäftigen und gemeinsam in Erfahrungsaustausch treten. Wir brauchen die Informationen vor Ort! Sind Sie neugierig geworden und haben Interesse mitzuarbeiten? Wir würden uns freuen! Kontakt zu uns ist ganz einfach. Schicken Sie eine Mail an Petra Rechenbach: rechenbach@ gew-thueringen.de oder informieren Sie sich telefonisch unter 0361-5909523. Katrin Osterloh Referatsleiterin

Klassenfahrt nach Berlin (incl. Transfer, Unterbringung, Programm nach Absprache) Broschüre anfordern bei: biss, Fichtestraße 30, 10967 Berlin Telefon (0 30) 6 93 65 30, www.berlin-mit-biss.de

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Sozialpädagogik

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Erfahrungswerte der Fortbildungen für das ,,Bildungsbuch der GEW’’ Bericht aus dem Arbeitskreis Am 20. Februar 2010 setzten wir den Startschuss zu einer 10-tägigen Fortbildung zum „Bildungsbuch der GEW“. Pädagogische Fachkräfte erarbeiteten ein erstes Curriculum: •W  as ist ein Bildungsbuch? • Einführung in die Arbeit mit dem Bildungsbuch •B  ildung und Lernen •W  ahrnehmen – Beobachten – Interpretieren •R  eflexion der eigenen Arbeit. Im mehrwöchigen Abstand trafen sich nun interessierte Erzieherinnen zu den weiteren Fortbildungen, um viel über das Bildungsbuch zu erfahren und in ihrer pädagogischen Arbeit einen neuen Weg zu gehen. In den darauf folgenden Monaten sammelten die TeilnehmerInnen Ideen und Hinweise zum Arbeiten in ihren Einrichtungen. Mit Vorträgen, Videos, Power- PointPräsentationen und vielen praktischen Übungen gestalteten wir das Programm sehr interessant und informativ. Während der Fortbildungsveranstaltungen gelang es uns, Handouts für die Teilnehmer zu integrieren, die sie für ihren Alltag nutzen konnten. Auch wurden Kita’s für die Fortbildungen aufgesucht, in denen die Teilnehmer arbeiten und stolz die nun schon begonnenen Bildungsbücher ihrer Kinder der Tageseinrichtung präsentierten. Die Erzieherinnen bestätigten uns, wie wichtig Fortbildungen im Bereich „Beobachten und Dokumentieren von Bildungsprozessen“ sind, um dem „Thüringer Bildungsplan für Kinder bis 10“ gerecht zu werden. Die Teilnehmer brachten eigene Beiträge ein - Dokumentationen von Beobachtungen, Fotodokumentationen und Lerngeschichten ihrer Kinder aus der Kita - und diskutierten und berieten über Methoden zur Umsetzung.

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Eine Erzieherin schrieb folgendes über die Bedeutung des Bildungsbuches: „Ich arbeite als Erzieherin in der Kindertagesstätte ,, Haus Kunterbunt’’ in Herbsleben. Im August 2008 wurde ich zum ersten Mal auf das Thema Bildungsbuch aufmerksam gemacht. Am Anfang war ich sehr skeptisch, ob das Führen eines Bildungsbuches für jedes Kind umsetzbar ist? Ich begann also damit, mich intensiv mit diesem Thema auseinander zusetzen. Die Fortbildungen, verschiedene Fachbücher und andere Materialien, waren mir dabei eine große Hilfe. Wir haben einen Elternabend gestaltet, um den Eltern das Bildungsbuch nahe zu bringen. Jedes Elternteil hat das in den Anfängen entstehende Bindungsbuch seines Kindes mit nach Hause bekommen, um die ersten Seiten mit ihrem Kind zu gestalten. Nach kurzer Zeit haben die Kinder ihre Bildungsbücher wieder mit in die Einrichtung gebracht. Ich war sehr überrascht, wie viel Mühe sich die Eltern mit der Bearbeitung und Gestaltung der ersten Seiten gemacht haben. Für mich als Erzieherin war nun der Zeitpunkt gekommen, mit den Bildungsbüchern zu beginnen. Da das Bildungsbuch individuell für jedes Kind gestaltet wird, denn es ist ja das Buch des Kindes, ist die Beobachtung des Kindes in meiner pädagogischen Arbeit noch mehr in den Vordergrund gerückt. Ganz wichtig ist für mich, immer eine Digitalkamera in der Nähe des Erziehers zu haben, um für die Kinder mit Fotos zu dokumentieren. Nach dem Erarbeiten einer Dokumentation, z. B. einer Lerngeschichte oder einer Fotodokumentation, und dem Besprechen mit dem Kind, freue ich mich immer auf die positiven Reaktionen des Kindes und dessen Eltern. Durch diese und andere Formen der Dokumentation bekommen die Eltern einen Einblick in die Arbeit eines Erziehers und sie können jederzeit die Entwicklung ihres Kindes verfolgen.

Das Bildungsbuch der GEW ist für mich zu einem wichtigen Bestandteil meiner täglichen pädagogischen Arbeit geworden. Ich finde es spannend, immer verschiedene Dokumentationsformen nutzen zu können und sie mit immer neuen Ideen im Bildungsbuch sichtbar zu machen.“ (Erzieherin Caroline Ehrlich ,,Haus Kunterbunt’’ in Herbsleben) Im Jahr 2011 finden weitere Fortbildungen zum,, Bildungsbuch der GEW’’ in verschiedenen Kindertageseinrichtungen statt, in denen es um Schwerpunkte geht wie • S prache und Dialog •E  lternarbeit • S tärken und Schwächen •P  hilosophieren mit Kindern. Wir freuen uns wieder auf unsere aktiven und interessierten Teilnehmer. GEW-Arbeitskreis Bildungsbuch Beatrix Weis Referentin des Bildungsbuches der GEW Petra Rechenbach Referentin für Schulen und Sozialpädagogik

Foto: tz-Archiv


§§§ Aus der Rechtsstelle

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Lebenspartnerschaft hat Anspruch auf Familienzuschlag

GEW-LANDESRECHTSSTELLE

Tipp

Bei Rückfragen zu den rechtlichen Fragen, die in der tz angesprochen werden, wenden Sie sich bitte an die GEW-Landesrechtsstelle unter der Telefonnummer 0361/5909550. Die Sprechzeiten der Landesrechtsstelle und des Referates Angestellten- und Beamtenrecht: Mo: 14 – 16 Uhr Di:   13 – 17 Uhr Mi:   14 – 16 Uhr Do: 13 – 17 Uhr Während dieser Zeiten stehen Ihnen die Juristinnen für telefonische Beratungen zur Verfügung. Für persönliche Beratungen vereinbaren Sie bitte einen Termin innerhalb dieser Sprechzeiten.

Neues Info erschienen Das Informationsblatt der Landesrechtsstelle mit der Nr. 10/2010 informiert über das Thema Rentenüberprüfung. Der GEW-Rechtsschutz umfasst auch die Beratung und Vertretung in rentenrechtlichen Angelegenheiten. GEWMitglieder können sich daher mit ihren Fragen zu ihrer Rente an die Rechtsschutzbeauftragten der Kreisverbände sowie an die GEW-Landesrechtsstelle wenden.

Preisgekröntes Europaspiel „that´s eUrope“ geht in die zweite Runde Wie fit sind junge Europäer im Europawissen? Und wie kann interkultureller Austausch bequem vom Klassenzimmer aus stattfinden? Das Europaspiel „that´s eUrope“ ist die Antwort! Hier können Schüler/innen im Alter von 15 bis 26 Jahren aus ganz Europa ihre Kenntnisse über den Kontinent im direkten Vergleich mit anderen europäischen Klassen oder Gruppen online testen. Politik, Kultur, Geografie und Sport sind nur einige Gebiete, in denen das Wissen der jungen Leute gefragt ist. Zwölf Fragen müssen die Teams jeweils beantworten. Gleichzeitig ist die Internetseite www. european-online-learning.eu eine tolle Plattform, um mit Partnerschulen oder anderen europäischen Schulen in Kontakt zu treten – und diesen zu pflegen. Die Aktion wird vom Programm „Jugend in Aktion“ der Europäischen Kommission und dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung gefördert und bereits zum zweiten Mal vom Verein Bürger Europas e.V. angeboten. Letztes Jahr verzeichnete das Spiel mit über 800 Begegnungen zwischen Schulklassen und Jugendgruppen aus 28 Staaten einen solchen Erfolg, dass es vom Parlamentspräsidenten Jerzy Buzek mit dem „Europäischen Bürgerpreis“ ausgezeichnet wurde.

Das Europaspiel kann noch bis September 2011 in dreizehn Sprachen täglich über die Internetseite www.europeanonline-learning.eu gespielt werden. Auf die Siegerteams warten viele attraktive Sachpreise. Ob auch Jugendliche aus unserer Region unter den Gewinnern sein werden? Mitmachen ist einfach: mit der Schulklasse, dem Sportverein oder der Freundesclique auf der oben genannten Website anmelden – und los geht´s! Ansprechpartner in Thüringen: Bürger Europas e.V. Hans Wolf Prager Str. 8/1106 99091 Erfurt Tel.: 0361 - 7923755 www.buerger-europas.de

thüringer zeitschrift 01/2011

Preisgekröntes Europaspiel „that´s eUrope“ geht in


Hintergrundinformationen zum Thüringer Bildungshaushalt Hintergrundinformationen zum Thüringer Bildungshaushalt

Der Thüringer Landtag hat in seiner Sitzung am 9.12.2010 den Landeshaushalt 2011 entsprechend der Vorlage der ReDer Thüringer Landtag hat in seiner am 9.12.2010 den 2011 sind mit Regierungsmehrheit abgelehnt gierungskoalition beschlossen. AlleSitzung Änderungsanträge der Landeshaushalt Oppositionsparteien entsprechend der Vorlage der Regierungskoalition beschlossen. Alle Änderungsanträge der wurden. Welche möglichen Auswirkungen die nun beschlossenen Kürzungen haben können, sollen die ausgewählten Oppositionsparteien sind mit Regierungsmehrheit abgelehnt wurden. Welche möglichen Übersichten Grundlage Kürzungen des Hopfenberggespräch (siehedie Seite 3f.) waren. Auswirkungenzeigen, die nundie beschlossenen haben können, sollen ausgewählten Übersichten zeigen, die Grundlage des Hopfenberggespräch (siehe Seite 3f.) waren.

Bereich Hochschulen Bereich Hochschulen

Abb. Entwicklungder derPersonalstellen Personalstellenund undStudierendenzahlen Studierendenzahlen (1992 = 100%) Abb. 1: 1: Entwicklung (1992 = 100%) 350 300

Hintergrundinformationen zum Thüringer Bildungshaushalt 250

Der Thüringer Landtag hat in seiner Sitzung am 9.12.2010 den Landeshaushalt 2011 200 entsprechend der Vorlage der Regierungskoalition beschlossen. Alle Änderungsanträge der Oppositionsparteien sind mit Regierungsmehrheit abgelehnt wurden. Welche möglichen 150 Auswirkungen die nun beschlossenen Kürzungen haben können, sollen die ausgewählten Übersichten zeigen, die Grundlage des Hopfenberggespräch (siehe Seite 3f.) waren. 100

Bereich Hochschulen 50

Abb. 1: Entwicklung der Personalstellen und Studierendenzahlen (1992 = 100%) 0

350 300

Studierende

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Personal

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Obwohl die kontinuierlich steigen, bleibtbleibt die Zahl Personalstellen Obwohl dieStudierendenzahlen Studierendenzahlen kontinuierlich steigen, dieder Zahl der Personalstellen weitgehend gleich bzw. sinkt 50 weitgehend gleich bzw. sinkt leicht. Angesichts der am 9.12.2010 beschlossenen Kürzungen im leicht. Angesichts der am 9.12.2010 beschlossenen Kürzungen im Bereich der Hochschulen, ist eine weitere Verschärfung 0 Bereich der Hochschulen, ist eine weitere Verschärfung zu erwarten. Problematisch ist die zu erwarten. auch Problematisch ist die Entwicklung auch dem Hintergrund Wegfalls der Wehrpflicht: Thüringen muss Entwicklung vor dem Hintergrund des Wegfalls dervor Wehrpflicht: Thüringendes muss mit etwa Studierende Personal 2.000etwa zusätzlichen Studienanfängern rechnen. mit 2.000 zusätzlichen Studienanfängern rechnen. 100

Bereich Schulen Obwohl die Studierendenzahlen kontinuierlich steigen, bleibt die Zahl der Personalstellen weitgehend gleich bzw. sinkt leicht. Angesichts der am 9.12.2010 beschlossenen Kürzungen im Die beiden Übersichten zum Bereich Schulen zeigen das Dilemma deutlich auf: Einerseits gab es einen massiven Abbau von Personalstellen, andererseits ist durch eine falsche Personalpolitik die Bereich der Hochschulen, ist eine weitere Verschärfung zu erwarten. Problematisch ist die Abb. 2: Personalstellen an Schulen insgesamt Entwicklung auch vor dem Hintergrund des Wegfalls der Wehrpflicht: Thüringen muss mit etwaAltersstruktur nahezu homogen. Ältere Beschäftigte werden in den nächsten Jahren in Größenordnungen den Schuldienst quittieren. Notwendig ist eine attraktive 2.000 zusätzlichen Studienanfängern rechnen.

Bereich Schulen

Abb. Schulen 2: Personalstellen Bereich 35.000

Neueinstellungspolitik des Landes, damit eine Verjüngung im Lehrerzimmer gelingen kann.

an Schulen insgesamt

Abb. 3: Altersstruktur der Lehrkräfte an Schulen insgesamt Abb. 3: Altersstruktur der Lehrkräfte an Schulen insgesamt 95 7 90 5 98 3 95 4 86 0 90 1 85 2 96 6 10 24 11 0 10 2 58 10 54 10 32 97 94 2 7 86 1

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Abb. 2: Personalstellen an Schulen insgesamt

Hierzu wird die GEW Thüringen die Gespräche mit dem TMBWK weiterführen.

Die beiden Übersichten zum Bereich Schulen zeigen das Dilemma deutlich auf: Einerseits gab es einen massiven Abbau von Personalstellen, andererseits ist durch eine falsche Personalpolitik die Altersstruktur nahezu homogen. Ältere Beschäftigte werden in den nächsten Jahren in Größenordnungen den Schuldienst quittieren. Notwendig ist eine attraktive Neueinstellungspolitik des Landes, damit eine Verjüngung im Lehrerzimmer gelingen kann. Hierzu wird die GEW Thüringen die Gespräche mit dem TMBWK weiterführen.

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Zahlenmaterial

GEW Aktuell


Aus den Kreisen

Kreisnachrichten

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Nordhausen

Eichsfeld

Jahresausklang mit Ausblick

Bilanz gezogen – Jahresversammlung

Am 02.12.2010 trafen sich wie immer im Sonneneck Nordhausen interessierte und engagierte Kollegen zum Jahresausklang. Es gab viele Informationen des Vorstandes, z.B. zum Thema LVV (neuer Vorsitzender, Referate etc.), Start in die Tarifrunde 2011, Vorbereitung 100 Jahre Frauentag, Schulnetzplanung und mehr. Die Anwesenden nutzten die Gelegenheit um Fragen zu stellen, sich auszutauschen und Probleme an den Einrichtungen zu benennen. Wir hatten extra den Veranstaltungsbeginn zwei Stunden später als üblich gewählt, um auch Erziehern und Hortkollegen ihre Teilnahme zu ermöglichen. Leider war nur eine Vertreterin aus diesem Bereich anwesend (was auch schon eine Steigerung um 100% im Vergleich ist!). Der Kreisvorstand bittet hiermit nochmals ausdrücklich um Teilnahme vieler GEW-Mitglieder oder von Kollegen, die es werden wollen. Kritisiert wurde z.B. der Umstand, dass die Arge derzeit Gutscheine für bezahlte Nachhilfe an einkommensschwache Familien ausstellt, ohne die geringste Ahnung von Schule zu haben. Laut Meinung einer Kollegin sind diese Gelder falsch gestreut oder erfüllen ihren Zweck kaum oder gar nicht (Gutscheine für die Jugendkunstschule als Nachhilfe). Zum Thema Gemeinsamer Unterricht gab es ebenfalls rege Diskussionen. Die absehbare Schließung der Förderschulen wird längst nicht von allen begrüßt, viele Probleme für die Kinder sind ungeklärt und können nicht in 1 oder 2 Wochenstunden Förderung behoben werden. FÖ-Lehrer weisen auf zu erwartende Schwierigkeiten in den Regelschulen u.a. Schularten hin.

Seit drei Jahren ist es gute Tradition geworden, dass sich die GEWerkschafter des Eichsfeldkreises am Donnerstag vor dem 1. Advent im „Schützenstübchen“ Leinefelde zu ihrer Jahresversammlung einfinden. Heidi Towara und Anja Raabe hatten den Versammlungsraum mit tollen Ideen und großem Fleiß ausgestaltet. In Anwesenheit des neuen Landesvorsitzenden Torsten Wolf und unserer Juristin Heike Kandraschow von der LGS konnte eine durchaus positive Bilanz in der Arbeit des Kreisverbandes gezogen werden. Schatzmeister Herbert Weiß berichtete von den Anfängen der GEW im Altkreis Worbis und dabei wurden viele Erinnerungen an die turbulente Zeit nach 1989 wach. Schnell aber kam das Gespräch wieder auf die Reizthemen von heute: L-EGO und Gemeinschaftsschule sorgten dafür. Die Postulierung der TGS ist ein erster Schritt – aber nicht mehr. Natürlich haben wir in der Versammlung auch an die Ehrung unserer Jubilare gedacht. Mit besonderer Freude konnte festgestellt werden, dass die Anzahl der Rückmeldungen erneut angestiegen war. Gerade im Zeitalter der modernen Medien ist auf Dauer gewerkschaftliche Arbeit nur durch Pflege persönlicher Kontakte erfolgreich. Spätestens bei der Verabschiedung äußerten die Teilnehmer ihre Anerkennung über die gelungene Veranstaltung. Deshalb steht für uns fest: Die nächste Jahresmitgliederversammlung unseres Kreisverbandes wird am 24. November 2011 am gleichen Ort stattfinden. Allen Mitgliedern noch ein ein frohes und gesundes Jahr 2011. Eckardt Rösler

Termine 2011

Suhl

26.01.2011 Aktion in der Fachhochschule zum Auftakt der Tarifgespräche 24.02.2011, 15:30 Uhr Sonneneck Vertrauensleute und interessierte GEWler 11.03.2011, 19:00 Uhr Frauentagsveranstaltung des KV NDH anläßlich 100 Jahre Jubiläum i. d. Rolandstuben NDH / Programm mit „Kalter Kaffee“ ab 20.00 Uhr 09.-11.07.2011 Sommertreffen der GEW in Tabarz (Anmeldung über KV oder persönlich) Karin Greiner Erfurt Nachruf Am 16.11.2010 verstarb im Alter von 79 Jahren unser langjähriges aktives Mitglied Esther Günther. Wir werden sie stets in guter Erinnerung behalten. Die Senioren des KV Erfurt

GEW Stammtisch Wir laden alle lesefreudigen Kolleginnen und Kollegen am 26.01.2011 um 16 Uhr zu einer gemütlichen Runde in das Cafè „Bei Katrin“ auf dem Döllberg ein. Heidi möchte uns eine Buch vorstellen, welches sie in letzter Zeit gelesen und besonders interessant gefunden hat. Vielleicht regt es euch an, ebenfalls Literatur mitzubringen, was unsere Neugierde erweckt. Wir bitte um eure telefonische Anmeldung bis 24.01.2011 unter 03681/761 588 oder 03681/302 324. Auf euer Kommen freuen sich Bärbel, Margit und Ilse im Namen des KV Suhl

Hinweis an die Kreisverbände: Vielen Dank für eure rege Beteiligung an den Kreisnachrichten. Bitte denkt daran, die Texte bis zum Redaktionsschluss jeweils am 10. des Monats einzureichen. Wenn ihr Bilder zu euren Artikeln schickt, so schreibt bitte auch, wer das Foto gemacht hat, damit sie oder er entsprechend gewürdigt werden kann. Eure Texte, Kritiken und Hinweise könnt ihr auch an folgende E-MailAdresse schicken: tz@gew-thueringen.de.

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Gotha Der KV Gotha auch 2011 auf Bildungstour „Es hat sich gelohnt! Wir wollen im nächsten Jahr wieder fahren.“ Das waren die Worte während der Heimfahrt von der didacta 2010. Aus diesem Grund stellt der KV Gotha erneut für seine Mitglieder einen eigenen Bus am Dienstag, den 22.02.2011, zur didacta nach Stuttgart. Abfahrt: 06.00 Uhr Busbahnhof Mohrenstraße in Gotha Rückfahrt: 17.00 Uhr ab Stuttgart Kosten (incl. Eintritt): GEW-Mitglieder: 20,00 €; Nichtmitglieder: 30,00 € Neben den Angeboten der rund 800 Aussteller in fünf Messehallen bietet die didacta ein umfangreiches Programm für alle Bildungsbereiche. Aus diesem Grund wird die Bildungsmesse als Fortbildungsveranstaltung vom ThILLM anerkannt. Wichtig! Die schriftliche Anmeldung erfolgt bis spätestens 25.01.2011 unter Verwendung des unbedingt vollständig ausgefüllten Anmeldeabschnitts (s. AG Regelschulen) oder mit den geforderten Angaben per Mail an kv.gotha@gewthueringen.de. Sollten Sie nichts von uns hören, sehen wir uns im Bus. Änderung der Sprechstunden Mit Beginn des neuen Kalenderjahres verändert der Kreisvorstand der GEW Gotha seine Sprechstundenzeiten wie folgt: während der Schulzeit jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat von 15.00 – 17.00 Uhr. Selbstverständlich sind wir nach Absprache auch außerhalb dieser Zeiten für unsere Mitglieder da. Ursula Wilhelm KV-Vorsitzende Gera Wahl des neuen Kreisvorstandes der GEW Gera – alle GEW-Mitglieder sind herzlich eingeladen Die bisherigen Kreisvorstände Greiz und Gera fusionieren per 01.01.2011 zum Kreisvorstand Gera. Am Dienstag, 18.01.2011, 17.45 Uhr findet im Zabel-Gymnasium Gera, Clara-Zetkin-Straße 7, die Wahl des neuen Kreisvorstandes statt. Motivierte, engagierte, belastbare und junge Kolleginnen und Kollegen für die Mitarbeit im neuen Kreisvorstand gesucht. Wir bitten um Vorschläge und Meldungen an GEW Gera, Herderstraße 16, 07545 Gera oder Gunter.Zeuke@web.de. Gunter Zeuke KV Gera

Weimar Zwei Kreise – Eine Vorsitzende: KV Weimar und KV Apolda mit einer neuen Struktur Am 27.10.2010 wurde im KV Weimar ein starkes Team gewählt: neun „alte“ und neue Kreisvorstandsmitglieder, die aus den verschiedenen Schulbereichen kommen, unterstützen die Arbeit des Kreisverbandes. Helmut Istel als langjähriger Kreisvorsitzender wurde vom ehemaligen Landesvorsitzenden Jürgen Röhreich und dem neuen stellvertretenden Landesvorsitzenden Andreas Heimann würdig verabschiedet. Ins Jahr 2011 geht der Kreisverband Weimar mit einer neuen Kreisvorsitzenden: Steffi Kalupke. Das Besondere ist, dass sich nun die zwei benachbarten Kreisverbände Apolda und Weimar ihre Vorsitzende teilen, die Arbeit der einzelnen Vorstände aber trotzdem eigenständig bleibt. Doch warum die neue Struktur? „Die GEW-Personalräte im Bezirkspersonalrat beim Schulamt Weimar sind schon immer aus beiden Kreisverbänden gekommen. Dass sie auch gemeinsam und erfolgreich zusammen arbeiten, bewies die deutliche Mehrheit der Stimmen zu den Personalratswahlen 2010“, so Steffi Kalupke. Sie sieht deshalb auch in anderen Punkten gute und sinnvolle Verknüpfungen, die alle ein Stück entlasten und weiterbringen können. An eine neue Geschäftsstelle müssen sich die Kolleginnen und Kollegen aus Weimar und Weimarer Land allerdings gewöhnen. In der „Zöllner-Villa“ in der Gutenbergstraße 29a sind immer dienstags KollegInnen von 14 bis 17 Uhr anzutreffen, unter der alten Nummer 03643/202840 ist dies auch telefonisch möglich. Vor allem in der Ansprache, Betreuung und Motivierung des einfachen Mitgliedes sieht Steffi Kalupke ihre Aufgabe. Dazu müssen KollegInnen in den Einrichtungen wieder gezielt angesprochen werden, um so schnell Informationen weitergeben zu können, aber auch die Probleme, Anfragen der KollegInnen zu bündeln. „Das ist im Hinblick auf die Tarifrunde 2011 dringend erforderlich, denn nur die wenigen Mitglieder des Kreisvorstandes werden keine deutliche, spürbaren Signale an die Arbeitergeber senden können, dazu müssen die Kollegen selbst Flagge zeigen“, formuliert sie klar ihren Auftrag. Mit Treffs vor Ort, z. B. in Begleitung von Kreisvorstandsmitgliedern oder GEW-Juristinnen, will sie auch die von der Kilometerzahl entfernteren Mitglieder im weitläufigen Weimarer Land erreichen. Einen größeren Auftakt wird es in einer verspäteten Feier „20-Jahre-GEW“ im Februar geben, wozu jedes Mitglieder persönlich eingeladen wird. KV Weimar im Gespräch mit Kathrin Vitzthum

Klassenfahrt nach Berlin (incl. Transfer, Unterbringung, Programm nach Absprache) Broschüre anfordern bei: biss, Fichtestraße 30, 10967 Berlin Telefon (0 30) 6 93 65 30, www.berlin-mit-biss.de

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Kreisnachrichten

Aus den Kreisen


didacta

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Termine, Tpps

Die AG Regelschulen organisiert 2011 für alle eine Fahrt zur Bildungsmesse Aussteller aus 15 Ländern zeigen in fünf Messehallen vom 22.02. – 26.02.2011 auf der didacta in Stuttgart aktuelle Produkte und Dienstleistungen rund um das Thema Lehren und Lernen. Wir wollen erneut am Eröffnungstag dabei sein und laden Sie ein, uns am Dienstag, dem 22.02.2011, zu begleiten. Abfahrt in Erfurt: Abfahrt in Suhl: Rückfahrt: Kosten (incl. Eintritt):

06:00 Uhr Busbahnhof am Bahnhof 07:00 Uhr Parkplatz vom toom BauMarkt an der A 71 17:00 Uhr ab Stuttgart GEW-Mitglieder: 20,00 €; Nichtmitglieder: 30,00 €

Die Bildungsmesse ist als Fortbildungsveranstaltung vom ThILLM anerkannt, denn Sie haben hier die Möglichkeit durch den Besuch von Workshops, Vorträgen, Podiumsdiskussionen u.a. sich gezielt weiter zu bilden und neue Trends zu erfahren. Die Anmeldung erfolgt schriftlich bis spätestens 25.01.2011 unter Verwendung des beigefügten Abschnitts oder per Mail an rechenbach@gew-thueringen.de. Bitte beachten Sie, dass alle geforderten Angaben vollständig ausgefüllt sein müssen. Sollten Sie keine Mitteilung erhalten, sind Sie dabei. Ursula Wilhelm, AG Regelschulen

Anmeldung zur didacta am 22.02.2011 Anmeldung zur didacta am 22.02.2011

Anmeldung

Name/Vorname: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anschrift:

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Tel.-Nr.:

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

E-Mail:

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GEW-Mitglied:

 ja

Einrichtung:

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 nein falls ja, GEW-Mitglieds-Nr.: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Ich bekomme bereits eine Eintrittskarte:

 ja

 nein

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Termine, Tpps

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„Grenzspuren 2011“ vom 06.-08.05.2011

Zu den Zielen und Schwerpunkten des Projektes •B  esichtigung des ehemaligen Grenzstreifens mit den Entwicklungen bis 2009, Veränderungen des Lebens der Bevölkerung östlich und westlich der Grenze, • Besondere Auswirkungen in der Natur aufgrund des unberührten Wachsens und Werdens, • Erinnerungen an die Umstände vor der Grenzöffnung, geschleifte Höfe, Leben im Sperrbezirk, Leben verwandtschaftlicher Beziehungen im geteilten Deutschland,

• a ktive Auseinandersetzung und Diskussion zur unterschiedlichen Entwicklung in Ost- und Westdeutschland nach der Wende bis jetzt, Vorurteile zu den Ost- und Westmentalitäten. •W  o stehen wir 21 Jahre nach der Wiedervereinigung? •D  ie Teilnehmer am Projekt sollten aus den beiden anliegenden Bundesländern Bayern und Thüringen kommen Die Gebühr beträgt ca. 70 € Zuzahlung, Anfahrtskosten werden bis zu 51,00 € übernommen. Anfragen richten Sie bitte an Kerstin Lauer (Tel.: 03693 501816, Kerstin. Lauer@vhs-th.de). Ihre schriftliche Anmeldung schicken Sie bis zum 11.02.2011 an vhs Schmalkalden/Meiningen, Klostergasse 1 bzw. an die Email: anmeldung-mgn@vhs-sm. de. Weitere Informationen zum Programm finden Sie auch unter www.pointalpha.com.

Kampagne „Dein Tag für Afrika“ 2011 von Aktion Tagwerk für Bildungsprojekte in Afrika: Bundesweiter Aktionstag am 21. Juni 2011 Aktion Tagwerk bietet für Schülerinnen und Schüler eine außergewöhnliche Aktionsform des freiwilligen Engagements an, um die Bildungssituation vieler Kinder und Jugendlicher in Afrika zu verbessern: die Kampagne „Dein Tag für Afrika“. Bundesweiter Aktionstag und Höhepunkt der Kampagne ist am Dienstag, den 21. Juni 2011. Alle Schulen haben aber auch die Möglichkeit ihren Aktionstag an einem anderen, selbst gewählten Termin im Schuljahr durchzuführen.

Aktion Tagwerk-Projektpartners Human Help Network in Angola, Burundi, Ruanda, Sudan und Südafrika gefördert (www.hhn.org).

Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler aller Schulformen und jeder Altersstufe. Dabei können sie selbst entscheiden, wie ihr „Tagwerk“ aussehen soll: So gehen Schülerinnen und Schüler z.B. einen Tag lang jobben und schnuppern ins Berufsleben hinein. Sie können sich aber auch durch Klassenaktionen, Sponsorenläufe oder Hilfsdienste im Freundes- oder Familienkreis beteiligen. Mit dem Erlös ihres Tagwerks werden Bildungsprojekte des

Außerdem bietet Aktion Tagwerk den Schulen Unterrichtsmaterialien wie z.B. die Fotoausstellung „Ein Tag und dazwischen 6.000 km“ an, die den Tagesablauf einer Schülerin in Deutschland mit dem einer Schülerin in Ruanda vergleicht.

Das Bewusstsein für Afrika und seine Menschen zu fördern und gleichzeitig Kinder und Jugendliche in Afrika bei ihrem Recht auf Bildung zu unterstützen, ist das langfristige Ziel von Aktion Tagwerk.

Auf www.aktion-tagwerk.de gibt es weitere Unterrichtsmaterialien und viele Informationen zur Kampagne „Dein Tag für Afrika“ 2011.

jede Woche neue Angebote

schulfahrt.de thüringer zeitschrift 01/2011

Aktionstag

Ein Projekt der vhs Schmalkalden/Meiningen mit Besichtigung der ehemaligen innerdeutschen Grenze auf Point Alpha. Zum Kennenlernen des Lernorts mit Museumsbesuch, Zeitzeugengesprächen und Grenzwanderung sowie Auseinandersetzung mit der deutsch-deutschen Geschichte vor und nach der Grenzöffnung.


GEW-Kalender 2011/2012

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Bestellung GEW-Kalender 2011/2012 Hiermit bestelle ich verbindlich den GEW-Kalender im A5-Format für das neue Schuljahr 2011/2012 bis spätestens 25. Februar 2011 bei der GEW-Wirtschaftsdienst GmbH Heinrich-Mann-Str. 22, 99096 Erfurt Tel.: 0361/59095-55 oder Fax: 0361/59095-60 E-Mail: vetter@gew-thueringen.de Preis pro Stück für Mitglieder 5,00 Euro, für Nichtmitglieder 6,00 Euro zuzüglich Versandkosten. Die Lieferung (ab 15. KW) ab 10 Stück erfolgt direkt vom Verlag versandkostenfrei auf Rechnung an:

 Privat Name: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Vorname: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Straße: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . PLZ / Ort: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tel.-Nr.: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . E-Mail: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

 Schule Schule: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ansprechpartner: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Straße: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . PLZ / Ort: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tel.-Nr.: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . E-Mail: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

GEW-Mitglieder Name, Vorname

Anzahl

Nichtmitglieder Name, Vorname

Anzahl

Ort, Datum / Unterschrift: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

thüringer zeitschrift 01/2011

tz 01/2011  

Ausgabe 01/2011 der thüringer zeitschrift der Bildungsgewerkschaft GEW

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