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Ausgabe 01 - Fakult채tszeitung der Geisteswissenschaften November 2009

Medien.Macht.Politik

Die vierte Gewalt im Staat? - Seite 1 -


GeWiTTER

EDITORIAL

Inhalt

Seite 4 - Medien die 4. Gewalt? Die unwahrscheinlichsten Taten Liebe Leserin, Lieber Leser, wenn du dieses Editorial liest, habe ich den wichtigsten Teil meiner Aufgabe als Chefredakteur bereits erledigt. Die Zeitung ist gedruckt und verteilt worden und dich hat das Cover genug angesprochen, dass du diese Ausgabe des GeWitters nicht ungelesen weggeschmissen hast. Nicht nur das Design, sondern auch die ganze Zeitung hat sich verändert. Zuerst einmal wurde ein komplett neues Redaktionsteam zusammengestellt. Zweitens wurde auch die inhaltliche Ausrichtung der Zeitung verändert. Es gibt jetzt immer ein Leitthema, das sich wie ein roter Faden durch den ersten Teil der Zeitung ziehen sollte, wobei ich eingestehen muss, dass dieses Schema in der Ersten Ausgabe schon durchbrochen wurde, da das Pro/Kontra sich, aufgrund aktueller Ereignisse mit dem Bologna-Prozess beschäftigt statt mit der „Vierten Gewalt“. Das wichtigste für das Gelingen jeder Zeitung sind die Autorinnen und Autoren. Ihnen gilt mein ganz besonderer Dank und hier möchte ich auch einen Appell an die geneigten Leserin und den geneigten Leser bringen: Anmerkungen, Anregungen, Kritik und generelles Engagement von studentischer Seite, seien es eigene Photos oder Texte sind uns immer herzlich willkommen. Ich hoffe, dass ich den Posten des Chefredakteurs des Gewitters, der in den letzten zwei Jahren oft gewechselt hat, für längere Zeit behalten werde. In diesem Sinne hoffe ich, wir lesen noch voneinander. Lukas Lerchner Chefredakteur GeWitter

Seite 6 - Pro und Contra Bolognaprozess

Seite 11 - StvInnen stellen sich vor

Seite 22 - Comic zur Unibesetzung

Impressum GeWitter Zeitschrift der Fakultätsvertretung Geisteswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz

Für den Inhalt verantwortlich: Fakultätsvertretung Geisteswissenschaften gewitter@oeh.uni-graz.at

Erscheinungsort: Graz Auflage: 7.500 Stück Druck:Universitätsdruckerei Klampfer GmbH, St. Ruprecht/Raab Vertrieb: Österreichische Post AG, >redmail Logistik & Zustellservice Gmb

Chefredaktion: Lukas Lerchner Layout und Foto: Christopher Jaritz Coverdesign: Harald Lustinger Comic: Jörg Vogeltanz Lektorat: Antonia Wagner

Herausgeberin: HochschülerInnenschaft an der KarlFranzens-Universität Graz, Schubertstraße 6a, 8010 Graz

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AutorInnen in dieser Ausgabe: Valerie Fritsch, Vera Kummer, Barbara Schmiedl, Alexandra Resch, Xena-Lea Shrrad, Stefan Auer, Manuel P. Neubauer sowie MitarbeiterInnen aller STVen der Geisteswissenschaften


AUSGABE 01

Liebe Studierende der geisteswissenschaftlichen Fakultät!

I

ch hoffe, ihr hattet alle einen sehr erfolgreichen Semesterstart. Auf der Uni begann dieses Semester ja mit einiger Aufregung, die noch weiterhin andauert. Ausgehend von den Protesten der Studierenden in Wien, ist es auch in Graz zu Besetzungen von Hörsälen gekommen. Die Forderungen der BesetzerInnnen sind teilweise zu begrüßen, teilweise naiv und teilweise einfach rundweg abzulehnen. Der anfänglich von allen Teilen der Studentenschaft getragene Protest für bessere Studienbedingungen und mehr Geld an den Universitäten, ist leider immer mehr in eine bestimmte politische Richtung gelenkt worden und Forderungen wie „Solidarität mit den Metallergewerkschaften“ erwecken nicht den Eindruck, dass studierendenrelevante Themen diskutiert werden. Wenn man der Meinung ist, man sollte gesellschaftspolitische Themen ansprechen, so sollte man formulieren woher das Geld für die Universitäten kommen soll. Ein Ansatzpunkt wäre den Zuschuss für Staatsbetriebe, wie den österreichischen Bundesbahnen, zu kürzen und dieses Geld den Universitäten zur Verfügung zu stellen. Eine weitere Möglichkeit wäre eine breite Diskussion über den Generationenvertrag zu beginnen und offensiv die Frage zu stellen, ob das derzeitige durchschnittliche Pen-

sionsantrittsalter auf lange Sicht im Interesse des Staates und vor allem der jungen Menschen ist. Das somit freiwerdende Geld könnte auch auf die Universitäten umgelenkt werden. Leider diskutiert man jedoch lieber über Studierendengehalt von €1500, eine absolut unrealistische Forderung. Die BesetzerInnen haben die realen politischen Möglichkeiten verlassen und bewegen sich auf den einzig möglichen Ausgang zu: Ihr ursprünglicher Ansatz wird nicht mehr ernst genommen, da ihre Forderungen nicht mehr ernst zu nehmen sind. Der Protest ist gescheitert. inige BesetzerInnen haben aus idealistischen Motiven mitgewirkt und versuchen sinnvolle Forderungen zu formulieren. Dies ist ausdrücklich zu begrüßen und die HochschülerInnenschaft sollte versuchen die genannten Personen in die Arbeit der ÖH einzubauen, da es prinzipiell schade wäre dieses Engagement brachliegen zu lassen. Ich richte hier noch einmal einen Appell an die BesetzerInnen: Das Hörsaalzentrum A, B und C wird zum großen Teil von der geisteswissenschaftlichen Fakultät benutzt. Es wäre ein Zeichen des Miteinanders und kein Zeichen der Schwäche, würden zumindest zwei Hörsäle für den allgemeinen Studierendenbetrieb wieder freigegeben werden.

E

In diesem Sinne verbleibe ich mit besten Wünschen für den Semesterstart an alle Studierenden der GEWI

Euer

Andreas Stöckler

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GeWiTTER

Die viert

Eine Reflexion über Medien, Öffentl Gewaltmonopol und Gewaltenteilung Wenn von „staatlicher Gewalt“ gesprochen wird, verweist diese Bezeichnung unter anderem darauf, dass dem Staat bestimmte Rechte, Pflichten und Funktionen zukommen. Um zu klären, warum in diesem Zusammenhang überhaupt von Gewalt gesprochen wird, scheint ein kurzer Exkurs angebracht. Die Bezeichnung des Staates als „Gewaltmonopol“ geht auf eine Formulierung von Max Weber zurück. Weber verwendet unter anderem den Begriff „Gewaltsamkeit“, welcher in spezifischen Fällen auch auf die staatliche Ausübung von Zwang verweisen kann (beispielsweise wenn bei Nichteinhaltung der Gesetze mit bestimmten Konsequenzen gerechnet werden muss). Staatliche Maßnahmen, welche auf der Ausübung von Zwang und/ oder Androhung von „Gewaltsamkeit“ beruhen, sind – laut Weber – stets die ultima ratio, wenn andere Mittel versagen. Ausgehend von der Idee eines „Naturzustandes“, in dem Krieg „aller gegen alle“ herrscht, ist die – gemeinschaftlich beschlossene – Einsetzung einer vermittelnden Instanz, die in Folge als „Gewaltmonopol“ bezeichnet werden kann, durchaus als Fortschritt zu sehen. Die Beschreibung dieses Naturzustandes und der entsprechenden kontraktualistischen Theorie, welche eine Art gesellschaftlichen Vertragsabschluss inklusive der Übertragung gewisser Rechte und Pflichten an den Souverän (den Staat) enthält, findet sich bei Thomas Hobbes. In modernen, demokratisch organisierten Gemeinwesen werden ver-

schiedene „Gewalten“ unterschieden. Die Unterteilung der „staatlichen Gewalt“ in verschiedene Bereiche ist grundlegend für einen demokratischen Rechtsstaat, da diese „Gewaltenteilung“ die Möglichkeit bietet, der staatlichen Macht Grenzen zu setzen. In Staaten mit demokratischer Verfassung sind somit gesetzgebende Gewalt (Legislative), ausführende Gewalt (Exekutive) und Recht sprechende Gewalt (Judikative) voneinander getrennt.

Die Presse als „vierte Gewalt“ Da politische Inhalte einer Vermittlung bedürfen, um sie diskursiv in der Öffentlichkeit behandeln zu können, kommt der medialen Berichterstattung in modernen Gemeinwesen eine wichtige Rolle zu. Zudem scheint es im Zuge des Prozesses der öffentlichen Meinungsbildung angebracht zu sein, Debatten mit und in der Öffentlichkeit zu führen, was vornehmlich unter Einbeziehung von Medien passiert. Natürlich können beispielsweise PolitikerInnen ihre Positionen auch auf Parteiveranstaltungen in Form der direkten Rede kundtun. Fraglich ist aber, inwieweit es interessierten Bürgern und Bürgerinnen möglich ist, sämtliche (öffentliche) Veranstaltungen zu politischen Themen zu besuchen. Dementsprechend könnte es als Vorteil medialer Berichterstattung gesehen werden, dass diese nicht zwangsläufig lokal beschränkt ist. Angesichts der hohen Anzahl unterschiedlicher Meinungen (nicht nur innerhalb der „Öffentlichkeit“, sondern auch seitens der politischen RepräsentantInnen) bedarf es einerseits einer (idealerweise unabhängigen) Informationsvermittlungsinstanz, welche politische Inhalte in der Öffentlichkeit - Seite 4 -

publik macht, sowie einer (medialen) Plattform, um die „Stimme des Volkes“ zu Wort kommen zu lassen. Zwar sind wir alle – jedes einzelne Individuum – Teil der „Öffentlichkeit“ und somit potenziell aktive Teilnehmer am Prozess der politischen Meinungsbildung, wenn man jedoch öffentlich aktiv werden möchte, beispielsweise indem man es anstrebt, die eigene Sichtweise einer größeren Anzahl von Personen darzulegen, wird hierzu ein Medium benötigt. Abgesehen davon, dass man sich mitunter der Sprache als Medium bedient, wird der Begriff „Medium“ im Kontext der „vierten Gewalt“ meist auf bestimmte Publikationsorgane angewandt, wobei die Bezeichnung „Presse“ im klassischen Sinn auf Printmedien referiert. Nachdem jedoch die digitalen Medien insbesondere in Bezug auf politische Inhalte zunehmend eine Rolle spielen, wäre zu diskutieren, ob unter besagter „vierter Gewalt“ weiterhin vornehmlich Artikel und Berichte in bekannten Printmedien verstanden werden, oder ob auch digitale Publikationen berücksichtigt werden sollen.

Sprache und Öffentlichkeit Hinsichtlich der öffentlichen Meinungsbildung ist natürlich auch die Sprache als Medium von Interesse, da sowohl Artikel in Printmedien, als


AUSGABE 01

e Gewalt

lichkeit und Herrschaftsverhältnisse auch Berichte im Fernsehen (oder im Internet) eine sprachliche Komponente aufweisen. Die Wahl des sprachlichen Ausdrucks kann durchaus ein entscheidendes Kriterium für die adäquate Vermittlung politischer Inhalte darstellen: Wenn beispielsweise spezifische Formulierungen aus der politischen „Sphäre“ ohne kritische Erörterung in einen Zeitungsartikel übernommen

Literatur Adorno, Theodor W.: „Erziehung zur Mündigkeit. Vorträge und Gespräche mit Hellmut Becker 1959-1969“, hrsg. v. Gerd Kadelbach, Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main 1975. Dieckmann, Walther: „Politische Sprache, Politische Kommunikation“, Carl Winter Universitätsverlag, Heidelberg 1981. Edelman, Murray: „Politik als Ritual. Die symbolische Funktion staatlicher Institutionen und politischen Handelns“, Campus Verlag, Frankfurt/New York 1976 (die deutsche Ausgabe enthält die Übersetzung zweier englischer Originalausgaben, welche ursprünglich 1964 und 1971 veröffentlicht wurden). Greiffenhagen, Martin [Hg.]: Kampf um Wörter? Politische Begriffe im Meinungsstreit, Carl Hanser Verlag, München/Wien 1980. Hobbes, Thomas: „Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und bürgerlichen Staates“, hrsg. v. Iring Fetscher, Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main 1984 (Erstausgabe in englischer Sprache: 1651). Weber, Max: „Politik als Beruf“, Reclam, Stuttgart 2008 (Erstausgabe: 1919). Weber, Max: „Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriß der verstehenden Soziologie“, hrsg. v. Johannes Winckelmann, Mohr-Siebeck, Tübingen 1980 (Text von 1922).

werden, kann es vorkommen, dass der sprachliche Ausdruck implizit gewisse Deutungsmuster vorgibt (das bedeutet, es würden nicht nur sachliche Inhalte vermittelt, sondern gleichzeitig – nicht zwangsläufig offensichtlich –bestimmte Weltanschauungen). Die Presse kann zwar einerseits eine Plattform zur Darlegung unterschiedlicher Meinungen und Sichtweisen bieten, womit sie in Folge auch eine öffentliche Debatte anregen kann (u.a. mögliche Einwirkung auf die Staatsgewalt), sie kann aber auch dazu genutzt werden, bestimmte politische Zusam

menhänge in einer Art und Weise zu vermitteln, welche diese Zusammenhänge in möglichst gutem Licht erscheinen lässt (mögliche Einwirkung auf die subjektive Meinung und den öffentlichen Diskurs).

Wenn also „die Öffentlichkeit“ die Funktion eines „kritischen Korrektivs“, einer Kontrollinstanz, erfüllen soll, dann ist persönliches Engagement gefragt. Die Fähigkeit zur kritischen Betrachtung und die Teilnahme am öffentlichen Diskurs stellen einerseits Voraussetzungen einer funktionierenden Demokratie dar, können aber gleichermaßen als Stütze der demokratischen Gesellschaftsordnung fungieren. - Seite 5 -

Summa summarum Der Begriff „vierte Gewalt“ bezieht sich auf die Presse. „Öffentlichkeit“ sind wir alle.

Vera Kummer studiert Philoso-

phie an der KarlFranzens-Universität Graz. Ihre Diplomarbeit behandelte das Thema "Elitenbildung und Bildungseliten", ihre Dissertation über symbolische Rhetorik bei Carl Schmitt ist zur Zeit in Arbeit.


GeWiTTER

Pro Bologna Versuch einer Klarstellung Für den Bologna-Prozess (i. F. Bologna) und alle ihm nachfolgenden Vereinbarungen (http://www.hrk.de/bologna/de/ home/1979.php) eine Lanze zu brechen, mag aus studentischer Sicht und in Anbetracht der aktuellen Ereignisse paradox oder gar häretisch klingen. Der Begriff Bologna hat sich zu einer willkommenen Projektionsfläche für berechtigte Kritik aber auch Ressentiments verschiedener ideologischer bzw. gesellschaftlicher Gruppen entwickelt. Er fungiert als Sündenbock für eine oftmals fehlgeleitete Hochschulpolitik, dem sogar Bücher gewidmet werden wie z. B. Das „Bologna-Schwarzbuch“ (Scholz/Stein; 2009). Anstatt den Advocatus Diaboli zu verkörpern, gilt es aus kritischer Distanz einige differenziernde Feststellungen zugunsten Bolognas zu treffen.Für eine Kritik an Bologna selbst ist es nicht zielführend, das gesellschaftliche, ökonomische und politische Umfeld fundamental zu hinterfragen – vielmehr gilt es die theoretischen Ziele und praktischen Umsetzungen zu analysieren.

Zukunftsweisende Agenden Der ursprünglichen Erklärung folgend schafft Bologna durch die Überwindung nationalstaatlicher Bildungspolitik einen enger verflochtenen europäischen Hochschulraum. Eine Fundamentalkritik an den Zielen sollte nicht vorschnell getätigt werden, da diese eine intensivere Zusammenarbeit und eine bessere Verständigung innerhalb Europas fördern – sei es durch erweiterte Mobilitätsprogramme oder die Implementierung international verbindlicher Studienabschlüsse und akademischer Qualitätsstandards. Dies erhöht auch die Wettbewerbsfähigkeit, was letztlich zur Sicherung unseres Lebensstandards und der steigenden Anziehungskraft des europäischen Modells beiträgt.

Reform des sträflich vernachlässigten Doktorats. Praktische Defizite 2010 als geplantes Datum zur Implementierung aller Maßnahmen war ein zu ehrgeiziges Ziel – es gilt, Bologna als „work in progress“ aufzufassen.

Vielmehr müssen die mannigfachen Versäumnisse bei der unmittelbaren Umsetzung im Zentrum der Kritik stehen. Sie finden sich vor allem in der politischen Einmischung und Instrumentalisierung sowie dem mangelnden Willen zur Neugestaltung. Erkennbar ist dies bei den scheinbaren Autonomien, der Versagung studentischer Mitbestimmung, der Forcierung höherer Akademikerquoten, der überbordenden Bürokratisierung, den Akkreditierungsund Rankingmanien und schließlich der Verweigerung einer umfassenderen Finanzierung. Deshalb sollten Fähigkeiten wie Urteilskraft, kritische Reflexion und konstruktive Kritik dazu eingesetzt werden, um Bologna in einen Erfolg für alle Beteiligten zu verwandeln.

Konkret werden längst überfällige Veränderungen in der Bildungslandschaft in Angriff genommen: Z. B. mittels des Konzepts „Lebenslanges Lernen“, durch die verstärkte Öffnung der Universitäten, die zukunftssichere als auch beruflich anwendungsfreundliche Neugestaltung überfrachteter Curricula (BA), die Bündelung regionaler Kompetenzen in Studienprogrammen (MA) oder die grundlegende

von Stefan Auer

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AUSGABE 01

Contra Bologna Von vorgeschobenen Gründen und wahren Absichten

Die hier zur Verfügung gestellten 3000 Zeichen sind definitiv zu wenig, um einen komplexen Prozess, wie den Bologna-Prozess, der ja schon seit 98/99 läuft, darzustellen und zu zeigen, warum wir uns gegen Teile dessen bzw. seine Fehlentwicklungen aussprechen. Daher werden wir lediglich den Philosophen K. P. Liessmann, Prof. an der Uni Wien, zitieren.

zu zwingen, ihr Hochschulwesen einer kostenintensiven Umstrukturierung zu unterwerfen, scheint dann doch höchst fragwürdig.“ „Letztlich ging es wohl gar nicht um Mobilität. Diese dient […] als vordergründige Rechtfertigungsgrund für eine Vereinheitlichung und Normierung des europäischen Hochschulwesens [...].“

Das Kapitel zu dieser Thematik in seinem Werk „Theorie der Unbildung – Die Irrtümer der Wissensgesellschaft“ nennt er schon programmatisch „Bologna: Die Leere des europäischen Hochschulraumes“ . Wie viele KritikerInnen, hat er nicht unbedingt etwas gegen den Grundgedanken, jedoch sieht er im Prozess selbst eine „Verabschiedung der europäischen Universitätsidee“ . Weiters kommt für ihn der Bologna-Prozess einer „Selbstaufgabe der im EU-Recht verbrieften national-staatlichen Kompetenz in Bildungsfragen“ gleich. Er stellt in Frage, ob Vereinheitlichung der einzige Weg sei, um die Mobilität und wechselseitige Anerkennung zu steigern. „Bedenkt man, daß die Mobilitätsprogramme der EU für Studierende von etwa zehn Prozent eines Jahrgangs genutzt werden, und stellt man in Rechnung, dass sich nicht zuletzt aus ökonomischen Gründen diese Zahl nicht wesentlich erhöhen wird, da für die verschulten Bachelor-Studien kaum Zeit für Auslandssemester bleiben werden, dann entpuppt sich das Mobilitätsargument als ziemlich schwach. Wegen einer kleinen Minderheit von Studierenden alle Staaten

„Der wissenschaftspolitische Sinn des Bakkalaureats […] liegt auf der Hand: Verkürzung der Studienzeit und Hebung der Akademikerquote. Polemisch ausgedrückt: Der Bachelor ist der Studienabschluss für Studienabbrecher. […] Auf dem Papier, das heißt in den OECD-Statistiken, werden sich die zahlreichen Bachelors dann auch ziemlich gut machen.“ Aus Universitäten würden so FHs werden, warnt Liessmann. „Zwar schleicht sich mitunter der Verdacht ein, daß der Wunsch nach einem vorgezogenen Studienabschluß auch von der Wirtschaft kommt, die ihre eigenen Ausbildungskosten minimieren und die Universitäten als Zulieferungsbetriebe in Dienst nehmen möchte […].“ Für Geistes- und Kulturwissenschaften sind die neuen Kurzstudien überhaupt fragwürdig: “Da diese Kurzstudien rasch, kostensparend und ohne Zeitverlust absolviert werden sollen, ist klar, daß für die Studenten […] die vielgerühmte Internationalisierung ein leeres Versprechen bleiben wird.“

„Die Intention ist klar. Durch die verpflichtende Einführung dreijähriger Bachelor-Studien für alle Fächer sollen die Universitäten die Aufgabe erhalten, primär eine ´protowissenschaftliche Berufsausbildung´ zu leisten. […] Auf kaltem Wege wird der Sinn der Universität als Stätte der wissenschaftlichen Berufsvorbildung, die ihre Voraussetzung in der Einheit von Forschung und Lehre hat, liquidiert.“ - Seite 7 -

„Jetzt muß man es über europäische Studienpläne nur noch schaffen, daß zuerst die Titel der Lehrveranstaltungen und der Module gleich klingen, später allerorten auf englisch unterrichtet wird […] und schon hat man das europäisch Hochschulwesen in einer Weise vereinheitlicht, die es erlaubt, tatsächlich überall das gleiche zu studieren – weshalb man getrost zu Hause bleiben kann.“ von einer Stimme aus dem Plenum der BesetzerInnen


GeWiTTER

ETC Europäisches Trainings- und Forschungszentrum für Menschenrechte und Demokratie Seit zehn Jahren ist das ETC Graz, das Europäische Trainings- und Forschungszentrum für Menschenrechte und Demokratie, die Anlaufstelle in Graz allgemein und an der Uni Graz im speziellen, wenn es um Menschenrechte und Menschenrechtslernen geht. Das ETC Graz befasst sich, wie in seinem Namen angesprochen, theoretisch und praktisch mit Fragen der Durchsetzung von Menschenrechten und Demokratie, mit den Schwerpunkten Menschenrechte und Menschenrechtsbildung, Menschenrechte auf lokaler Ebene, Nicht-Diskriminierung, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Good Governance, Südosteuropa und Menschliche Sicherheit. Seine Arbeit basiert auf (Forschungs-) Projekten, Bildung, Lobbying und Öffentlichkeitsarbeit sowie Publikationen. Das Bildungsangebot des ETC reicht von allgemein zugänglichen, offenen Lehrveranstaltungen, Vorträgen, Diskussionen und Workshops über professionelle Fortbildung für unterschiedliche Berufsgruppen (Lehrkräfte, Polizei, Verwaltung, Gesundheitsbereich etc.) bis zur jährlichen Internationalen Sommerakademie, die eine Möglichkeit zu theorieorientierter Fortbildung, wissenschaftlichem und praxisorientiertem Austausch und Lernen an Good Practices bietet. An der KF Universität Graz werden jedes Wintersemester die Ringlehrveranstaltung "Einführung in die Menschenrechte" und das Praktikum "Einführung in die Menschenrechtsbildung" angeboten, alternierend dazu im Sommersemester jeweils ein menschenrechtliche Themen vertiefender Debate Club. Alle Lehrveranstaltungen sind interdisziplinär angelegt

und für StudentInnen aller Grazer Universitäten offen, sie beziehen ihre Spannung auch aus den unterschiedlichen wissenschaftlichen und pragmatischen Zugängen und Lebenswelten der Vortragenden wie der StudentInnen - Mitreden ist also ausdrücklich erwünscht! Für das Praktikum und den Debate Club werden allerdings

Menschenrechtsbildung, "Menschenrechte verstehen" (erhältlich in fünfzehn Sprachen) und redigiert als Geschäftsstelle des Menschenrechtsbeirats den Menschenrechtsbericht der Stadt Graz. Die meisten Publikationen sind sowohl gedruckt als auch online auf www.etc-graz.at verfügbar; zum Manual gibt es online auch zusätzliche Materialien und Übungen. Aktuelle Veranstaltungstipps, News und Links bieten die Website des ETC (www.etc-graz.at) und der regelmäßige elektronische Newsletter (An- und Abmeldung über die Website oder über office@etc-graz.at).

Aktuelle ETCVeranstaltungen

menschenrechtliche Grundkenntnisse vorausgesetzt. In diesem Semester ist die Anmeldung für das Praktikum, das einen methodisch-didaktischen Kickoff für das Vermitteln von menschenrechtlichen Inhalten bietet, noch bis 24. November möglich. Der nächste Debate Club startet am 10. März 2010 (Anmeldefrist über UGO beachten!). Neu ist die Reihe [menschenrechts] film am campus, die einmal im Semester bei freiem Eintritt Film und offene Diskussionen in lockerem Rahmen bietet (in Kooperation mit der ÖH an der TU Graz). Neben Veranstaltungen, Workshops und Trainings gibt das ETC auch Materialien und Bücher heraus, beispielsweise wissenschaftliche Studien, die Occasional Papers, die OnlineZeitschrift Human Security Perspectives (http://www.hs-perspectives.etcgraz.at/) oder das Handbuch zur - Seite 8 -

Praktikum Einführung in die Menschenrechtsbildung: Modul 1 am 1. Dezember 2009, Modul 2 von 9. bis 11. Februar 2010. Information und Anmeldung (noch bis 24. November 2009 möglich): barbara.schmiedl@etc-graz.at oder 0316 322 888 1 Internationaler Tag der Menschenrechte: Zum Start der Kampagne GANZ RECHT! 60 Jahre EMRK steht der Adventmarkt am Eisernen Tor am 10. Dezember 2009 ganz im Zeichen der Menschenrechte Information und Anmeldung barbara.schmiedl@etc-graz.at Mag. Barbara Schmiedl ist Germanistin und Pädagogin sowie “gescheiterte” Juristin. Über den Umweg 'Deutsch als Fremdsprache' wieder bei juristischen Themen bzw. bei den Menschenrechten gelandet und derzeit Menschenrechtsbildnerin und Öffentlichkeitsarbeiterin am ETC.


AUSGABE 01

Medien

Eine dichterische Bestandsaufnahme

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edien. Die Aufklärung hat sie mächtig und die Mächtigen beobachtet gemacht. Heute sind sie die vierte Gewalt und gewaltig für eine Wirklichkeit verantwortlich, die eine bessere oder schlechtere Gegenwart abgibt. Eine dichterische Bestandsaufnahme eines Idealisten, dem es ums Prinzip geht.

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s ist eine Buchstabenmaschinerie, die von der Welt berichtet und es sind Bilder, denen man nicht immer trauen kann. Medien haben sich ausgebreitet auf alle verfügbaren Wörter, Sprachen, Bilder, Filme, Telefone, Satelliten, Computer, Papierseiten und Netzwerke, sie nutzen alle Kanäle, die sie haben und sie graben neue. Sie kontrollieren, artikulieren, kommunizieren, deklarieren, kritisieren, diskutieren, apostrophieren, berichten, beobachten, verschweigen, verknüpfen und dividieren auseinander, und manches Mal schwimmt eine Ente obenauf, auf dem See aus Weltbildern. Sie bilden und bilden ab, sie verbilden und bilden nach, sind weitreichend und zu selten tiefgreifend. Sie sind die Öffentlichkeit und sie schaffen eine Öffentlichkeit. Sie sind der Mechanismus, der formen soll und sich zu häufig mit inflationär Banalem und Lokalem selbst geißelt. Weltbeobachtung ist eine Aufgabe, die als Möglichkeit einer Verantwortung und eines Korrektives verstanden werden will.

M

edien sind wirklichkeitsschaffend und wenn nicht, sollten sie es sein. Medien sind möglichkeitsaufzeigend und wenn nicht, schreiben sie zu wenig von den Luftschlössern des modernen Menschen, die gebaut werden wollen als Ausgleich zu einer Welt, in

der im einundzwanzigsten Jahrhundert Zwangsabtreibungen in China eine geduldete Spielerei des Staates sind. In einer idealen Welt: klären Medien auf, wo die Aufklärung noch nicht hingekommen ist. In einer idealen Welt: berichten Medien sachlich, wenn es um nötige Politik geht, und herzlich, wenn es um ungerechte Tatsachen geht. In einer idealen Welt: halten Medien Rosen und Kriege als Rubriken auseinander.

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n einer idealen Welt: sind es Seiten und Fernsehminuten, auf und in welchen die Barden der Gesellschaft singen, die Kritiker die feigenBlätter von den Mündern nehmen, ungehörige Politik ihren eigenen Abgesang liest. Es ist nicht nur ein Seitenspiegel, es ist der Spiegel eines organischen Zeithorizontes. Zeitung ist zeitgenössisch. Das Medium ist Träger einer Gesellschaft und einer Verantwortung und das eine nicht ohne das andere.

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anche Meldungen der Tageszeitungen machen die Augen dunkel wie Druckerschwärze und trotzdem ist Krieg nicht mehr beeindruckend, wenn er Platz in ein paar Buchstaben hat. Medien berichten von Gewalt und schaffen Nähe und Distanz zu den Gewalten der Welt. Medien kontrollieren die Welt in der sie leben, sie sind der Kontrolleur der Realität und der moralische Appell unserer Informationsgesellschaft. Sie zerstören Illusionen von einem Leben ohne Verantwortung. Sie berichten von dem, was ist. Denn: Nichts tut einer genügsamen Illusion von einem gemütlichen Leben ohne Weitblick soviel Abbruch wie die Wirklichkeit. Und: das ist eine Aufforderung in alle Richtungen.

Valerie Fritsch studiert Germanistik und Rechtswissenschaften, sie ist als Schriftstellerin und Photokünstlerin tätig und erhielt bereits mehrere Auszeichnungen für ihr literarisches Werk.


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Das GeWi-Rätsel 1

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1) Na sowas! Die vertreten uns ja! 2) Dieses Event sei dir eine Lehr’(-). 3) Konstant auch in der Krise: Wenigstens diese Nummer bleibt lebenslang gleich. 4) DAS Verzeichnis wurde wohl vom Gesichtsbuch verdrängt, zum Zergruscheln ist das! 5) Er hat Brei gegesen. Und das beim Studieren im Ausland. 6) Der Junggeselle von heute. Denn es ist noch kein Master vom Himmel gefallen. 7) So beginnt man hierzulande die Geschichte. Generelle Schwierigkeiten. 8) Runde Sache: DIESER Verkehr ist auf der Uni besonders anarchistisch. 9) Unzuverlässigkeit hat ihren Preis. Graz Verdient mit Bussen. 10) 1 dag und’n bitte dazu. 11) Donnerwetter, endlich was zum Lesen! 12) Ein Bruchteil der Hochschule: Wo mehr als nur drei Affen in Kultusgemeinden anstoßen. 13) Demonstratives Platz nehmen. 14) Kaffeetrinken geh’ ich doch nicht in irgendeine Dorfgasse!

15) Spitz die Ohren, Halle! Dieser Raum hat einen Sinn! 16) Die Mediziner walten schließlich nicht hinter(!) dem Spital. 17) Aufgeflogen: Sportlerpartys und Happy Hours auf kleinen bunten Zetteln. 18) Über ihn führen alle Wege zur Geisteswissenschaft. Da bräuchte man als Basis fast eine Standortbestimmung. 19) Guter Zusammenhalt. So müssen Wahlfächer heutzutage auch mal sein. 20) Die Espressohochschule findet sich im Hauptgebäude neben der Bibliothek von Xena-Lea Shrrad

Die Studienvertretung Philosophie stellt sich vor! Im Juli 2009 hat die neue Studienvertretung Philosophie ihr Amt angetreten. Diese besteht aus folgenden MandatarInnen: Katharina Cammerlander, Nadja Kenda, Thomas Knapp, Lukas Lerchner und Gunter Sengmüller. Die Studienvertretung ist in erster Linie eine Interessensvertretung aller Philosophie-Studierenden und gleichzeitig Ansprechperson in studienspezifischen Fragen und Unklarheiten. Sie stellt gewissermaßen die ‚Basis’ der österreichischen HochschülerInnenschaft dar. Es ist weiters die Aufgabe der

Studienvertretung im Interesse der Studierenden einen bzw. eine VertreterIn in verschiedene Gremien (z.B. das Fakultätsgremium), Studierendenvertretungen auf höherer Ebene (z.B. die Fakultätsvertretung), oder auch in Kommissionen (z.B. die Curricula-Kommission) zu entsenden. An dieser Stelle möchten wir kurz näher auf den Aufbau der CurriculaKommission eingehen: Diese besteht zu je einem Drittel aus ordentlichen ProfessorInnen, am Institut zur Lehre angestellten Personen, sowie Studierenden. Studentische Mitglieder - Seite 11 -

der Curricula-Kommission üben somit einen entscheidenden Einfluss auf die Beschaffenheit des Studienplans aus. Für Fragen und Anliegen der Studierenden steht die Studienvertretung jeden Mittwoch von 11:30 bis 13:00 im Aufenthaltsraum für Studierende (6.Stock, Institut für Philosophie)in Form einer Sprechstunde oder per E-Mail unter stv-philosophie@oeh.uni-graz.at für individuelle Terminvereinbarungen zur Verfügung. Aktuelle Informationen (z.B. Stammtische, Veranstaltungen, etc.) sind auf unserer Homepage http:// oeh-stv-phi.uni-graz.at/ zu finden


GeWiTTER

Die Kunst Geschichte zu schreiben.... Nachdem mit Anfang des letzten Studienjahres ein neuer Studienplan in Kraft getreten ist, hat das alte Diplomstudium auch bei uns ausgedient. Jedoch sind nicht nur die Bachelorstudien der gesamten Geisteswissenschaftlichen Fakultät neu, sondern es kam am Institut für Kunstgeschichte auch zu einem Wechsel der Institutsleitung. So darf sich jetzt Prof. Lein als neuer Vorstand behaupten.

Zimmer ÖH (Schubertstrasse 6a, 1. Stock) Eine Skriptentauschbörse wurde eingerichtet. Um einen optimalen Austausch zu gewährleisten, bitten wir um Eure Mithilfe!

Die StV setzt auf eine gute Kooperation mit dem Erstsemestrigentutorium, das als gute Anlaufstelle für alle Neuankömmlinge gilt. Unsere Veranstaltungen werden wir per E-Mail aussenden und ankündigen. Über Anregungen und Mitarbeit bei diversen Projekten würden wir uns sehr freuen.

Ebenso wurde die Studienvertretung neu gewählt und wird sich in den kommenden zwei Jahren bestmöglich für die Interessen der Studierenden einsetzen. Die Sprechstunden der StV finden nun wieder regelmäßig statt. jeden Dienstag (außer am 2.11.2009) von 14.00 bis 15.30 Uhr im GEWI

Liebe Grüße, Elisabeth, Katharina, Lisa, Natalia und Sahar kunstgeschichte@gmx.at

StV Germanistik Die StV Germanistik besteht zurzeit aus fünf gewählten Mitgliedern (Gernot, Carina, Thomas, Max, Istrud) und sieben MitarbeiterInnen (Eva, Verena, Catherine, Steffi, Vrino, Hannes, Christian). Neben unserer Anwesenheit bei Curricula-Kommissionen sehen wir unsere Aufgabe darin, Prob-

leme und Hürden im Studienalltag so gut als möglich beiseite zu schaffen und abseits der Lehrveranstaltungen die Zeit auf der Uni möglichst angenehm zu gestalten. Unser Newsletter informiert die Ger-

manistInnen über Neuigkeiten im oder neben dem Studium. Der Germanistik-Stammtisch soll unseren KollegInnen helfen, sich auszutauschen und mit uns über Probleme im Studium zu sprechen. Ab heuer gibt es wieder die persönliche Beratung, in der zwei Stunden lang jemand von uns Fragen (hauptsächlich zum Studium) beantwortet. Gelegenheit zum gemütlichen Zusammenfinden gab es schon kürzlich beim Maronibraten – weiters sind ein Glühweinausschank (10.12.09) und ein Brunch vor der Germanistik-Bibliothek (21.1.10) geplant. - Stammtisch: jeden letzten Donnerstag im Monat (excl. LV-frei, incl. feiertags) ab 20:00, Café Bica, Mozartgasse 1 - Beratung: jeden Donnerstag (excl. LV-frei) von 12:00 bis 14:00, 24K1 (Mozartgasse 8, KG)

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AUSGABE 01

StV „Doktorat Gewi“ Die StV „Doktorat GeWi“ ist für jene Studierende, die ein geisteswissenschaftliches Studium als DissertantIn betreiben („Doktorat der Philosophie“), zuständig. Wir (Anja, Dany, Johannes, Ursula, Vera) beraten bei Fragen zum alten und neuen Studienplan und setzen uns für eine verbesserte Vernetzung der DoktorandInnen, sowie ein verbessertes Lehrangebot im Dr.-Studium ein. Außerdem bemühen wir uns um die Sichtbarmachung der Forschungsleistung von DoktorandInnen (Publikationsmöglichkeiten wie ERSTAUS-

GABE, Organisation von Tagungen, Workshops wie doktorat.at). Für alle DoktorandInnen, die sich mit historischen Themen beschäftigen, organisieren wir einen Stammtisch (am 2. Donnerstag im Monat, 19.30 Uhr, im „Bica“). Nähere Informationen zum neuen Studienplan finden sich auch in unserem Studienleitfaden, der kostenlos unter ursula.mindler@uni-graz.at angefordert werden kann, sowie auf unserer Homepage: http://doktorat.at/ Uni_Graz_/_Gewi/

Kontakt: Ursula (Vorsitzende): ursula.mindler@uni-graz.at Anja (1. stv. Vorsitzende): anja.thaller@uni-graz.at; Johannes (2. stv. Vorsitzender): johannes.steiner@uni-graz.at Dany: daniela.kaufmann@uni-graz.at Vera: vera.kummer@edu.uni-graz.at. Sprechstunden nach Vereinbarung

Alte Geschichte und Altertumskunde Die Alte Geschichte beschäftigt sich überwiegend mit schriftlichen Hinterlassenschaften von Menschen. Da die ersten schriftlichen Zeugnisse aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. stammen, fängt ab dieser Zeit das Betätigungsfeld der Alten Geschichte im weitesten Sinn an. Im engeren Sinn beschäftigt sie sich vorrangig mit der griechischrömischen Antike, beginnend mit der mykenischen Kultur bis zum Ende der Antike. Das Studium beinhaltet aber auch Lehrveranstaltungen aus dem Bereich der Ur- und Frühgeschichte und befasst sich außerdem mit dem Nachleben der Antike in späteren Epochen.

Die Altertumskunde widmet sich den materiellen Hinterlassenschaften der Antike. Im Studienplan sind Exkursionen im Umfang von 6 ECTS-Punkten vorgesehen. Aufgrund der geringen HörerInnenzahl herrscht in vielen Lehrveranstaltungen immanenter Prüfungscharakter, d.h. man hält in der Regel ein Referat und ist angehalten sich aktiv an Diskussionen zu beteiligen. Für das Studium sind LateinKenntnisse nachzuweisen, auch eine Ergänzungsprüfung aus Altgriechisch muss kurz vor Ende des Bachelorstudiums

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erfolgreich abgelegt werden. Obwohl die Berufsaussichten für AlthistorikerInnen nicht gerade rosig sind, ist es dennoch empfehlenswert Alte Geschichte und Altertumskunde zu studieren, denn Geschichte wiederholt sich immer wieder und ein hohes Geschichtswissen lässt uns die Welt und deren BewohnerInnen besser verstehen. StudienrichtungsvertreterInnen: Markus Schicker Susanne Lehrer Gernot Höflechner strvaltegeschichte@gmx.at


GeWiTTER

Здравствуйте! Zdravo! Здраво! Pozdravljeni! Die StV Slawistik ist heuer mit einem Gemisch aus „alten“ und neuen VertreterInnen einer neuen „Amtsperiode“ entgegen geschritten und bedankt sich recht herzlich für Eure Stimmen bei der Wahl und Euer Vertrauen in uns als Eure VertreterInnen! Wenn Ihr Fragen, Wünsche, Beschwerden habt – meldet Euch bei uns (stv_slaw@oeh.uni-graz.at) oder schaut auf unsere Homepage

slowenischer Studentinnen und Studenten Graz; Kontakt: office@ksssg.at

http://www.uni-graz.at/slaw/. Wir freuen uns Euch weiterzuhelfen! Wichtige Infos zu Studium und Veranstaltungen rund um die Slawistik findet ihr, indem Ihr Euch auf der Mailingliste grazslav@list. uni-graz.at subskribiert. Veranstaltungen, die im Speziellen die Slowenistik betreffen, findet ihr unter: www. ksssg.at (Klub

Das ist Eure StV Slawistik: Derzeit bestehen wir aus fünf gewählten MitarbeiterInnen und einigen freien MitarbeiterInnen:

Die IG/StV-Romanistik stellt sich vor... Seit den ÖH-Wahlen im letzten Semester, besteht die Studienvertretung (StV) Romanistik aus Martin Wittmann, Clara Kaltenegger, Anna Hutter, Julia Pommer, und Julia Kapl.

Die IG Romanistik besteht aus Be- über alles Wichtige, das das Romatrice Maierhofer und Marie Fleis- anistikstudium betrifft. chhacker. Die IG steht jeder und jedem offen, die/der Interesse hat, sich für das Romanistikstudium zu Kontakt engagieren und sich einzubringen.

Neben den gewählten MandatarInnen, hat sich eine Gruppe von Studierenden, die IG (Interessensgemeinschaft) Romanistik, zusammengefunden, die sich für ihr Studium engagieren und verschiedene Aktivitäten für Romanistikstudierende, wie etwa Erstsemestrigentutorien oder Stammtische, organisieren und sich bei einzelnen Aufgaben der StV einbringen will.

Unsere Aufgabe ist es, euch das Studium zu erleichtern und uns für eure Wünsche und Anliegen einzusetzen. Dazu gehört die persönliche Beratung und Unterstützung bei Problemen mit ProfessorInnen und im Studienalltag, sowie die Vertretung eurer Interessen in Gremien, etwa bei der Erstellung und Änderung von Studienplänen. Außerdem informieren wir euch

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E-Mail: romanistik@oeh.uni-graz.at Website: oeh-stv-rom.uni-graz.at Beratungszeiten: Montag, 12.00 - 13-00 Uhr Dienstag, 13.00 - 14.30 Uhr beim Kaffeeautomaten am Institut Mittwoch, 16.00 - 17.00 Uhr im GEWI-Zimmer


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Studienrichtungsvertretung Sprachwissenschaft Hallo an alle LinguistInnen!

Organisatorische Probleme und alle Startschwierigkeiten sind Julias Spe-

Wir sind eure Vertretung: Julia Schäfer, Sonja Hepflinger und Alexander Rath. Was ihr sonst noch über uns wissen könnt: Sonja schreibt gerade an ihrer Diplomarbeit in Allgemeiner Sprachwissenschaft und ihr könnt euch bei fachlichen Problemen jederzeit an sie wenden.

zialgebiet, die auch als Erstsemestrigentutorin engagiert ist. Alexander liegen Verbesserungen in jeglicher Hinsicht sehr am Herzen. Er ist auch gern behilflich, wenn ihr Computerprobleme habt.

Die StV Anglistik/Amerikanistik

Was wir tun… Mitarbeit in der Curricula Kommission (Studienplaneerstellung etc.) Anglistik/Amerikanistik-Party wöchentliche Sprechstunden regelmäßige Beantwortung eurer Emails an strvaa@yahoo.com 5 Wochen Erstsemestrigenberatung im September & 1 Woche MaturantInnenberatung im Februar Erstellung von kostenlosen Info-Broschüren für Erstsemestrige Skripten für die Fachprüfungen Bücherbazar am Beginn jedes Studienjahres 2 Mal im Jahr Erstsemestrigen-Treff Hilfe bei Problemen mit Lehrenden oder Lehrveranstaltungen Info-Wand am Institut für Anglistik Homepage mit aktuellen Infos und Fotos

Wer wir sind… derzeit gibt es zusätzlich zu den 5 gewählten(*), einige freie MitarbeiterInnen. Anita Lämmerer Corinna Orlinger Harald Auer* Judith Brand*(Vors.) Julia Oswald Lisa Hasenhüttel* Nicole Linhart* Resi Wolf Martina Winkler* Anni Göttlich

Wie du uns erreichen kannst… via E-Mail an strvaa@yahoo.com Sprechstunden Di 10.00 bis 12.00 Common Room

Wo du aktuelle Infos bekommst… Entweder auf unserer Pinnwand vor der Fachbibliothek Anglistik oder auf unserer Homepage http://strvaa.unigraz.at/

Unter http://list.uni-graz.at/mailman/ listinfo/angl-info kannst du dich für die Stv-Mailingliste freischalten.

Europäische Ethnologie und Kulturanthropologie Das Team der Studienvertretung (StV) Volkskunde bzw. Europäische Ethnologie und Kulturanthropologie setzt sich seit Juli 2009 aus Gernot Harjung, David Kriebernegg, Sarah Schöberl und Christoph Hochegger zusammen. Inzwischen existiert seit Oktober 2009 neben der StV, auf Betreiben von Gernot, Klaus Breuss und Patrick Wohlkönig, auch hochoffiziell eine Interessensgemeinschaft/Institutsgruppe (IG). Neben Unterstützung der StV, Austausch und Zusamme-

narbeit, will die IG ihrerseits dazu beitragen, das Institutsgeschehen mit vielfältigen Projektvorhaben (wie regelmäßigem Filmabend, der Kooperation und Vernetzung mit anderen Instituten oder studentischen Vortragsreihen) zu beleben. Im Grunde geht es darum, Möglichkeiten für Engagement seitens der Studentinnen und Studenten außerhalb der StV (und über diese hinaus) zu schaffen. Mit www.volxkunde.info wird ge- Seite 15 -

meinsam eine Website betrieben. Die Studienvertretung und die IG sind einerseits per E-Mail unter ethnologie@oeh.uni-graz.at, andererseits im StudentInnen-Forum unter forum. volxkunde.info erreichbar. Die Sprechstunde der Studienvertretung findet (außer an LV-freien Tagen) immer dienstags von 12.30 bis 13.30 Uhr im Sozialraum am Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie in der Attemsgasse 25/I statt.


GeWiTTER

Studienrichtungsvertretung Klassische Philologie Wer Latein oder Altgriechisch (jeweils als Bachelor-, Master-, oder Lehramtstudium) studieren will, ist bei uns richtig! Mitzubringen ist Freude an der Sprache und Interesse an der Antike! Die Klassische Philologie ist gleichermaßen Sprach-, als auch Literaturwissenschaft. Sie beschäftigt sich in erster Linie mit Edition und Interpretation aller lateinisch- und griechischsprachiger Texte, die uns aus der Antike erhalten sind, ihrem kulturellen Umfeld und ihrer Nachwirkung in Mittelalter und Neuzeit. Eine enge Beziehung pflegen wir mit unseren Nachbarinstituten, der Alten

Geschichte und der Archäologie, die mit uns die Begeisterung für die Antike teilen. Da wir zu den kleineren Instituten der Geisteswissenschaftlichen Fakultät zählen, ist die Atmosphäre bei uns familiär und herzlich, jede/r kennt hier jede/n! Mit regelmäßigen geselligen Veranstaltungen vom prandium („Brunch“) bis zum abendlichen symposion („Stammtisch“) - teils auch gemeinsam mit Althistorikern und Archäologen -, gibt es außerdem reichlich Gelegenheit, auch abseits der Uni, über Antikes und Modernes zu diskutieren.

Für weitere Informationen zum Studium, bei Fragen und Problemen, wende dich einfach an deine Studienrichtungsvertretung (Sprechstunde nach Vereinbarung, wir sind aber meist am Institut leicht anzutreffen): Martin Bauer martin.bauer@edu.uni-graz.at, 0699/11692725 Florian Feldhofer florian.feldhofer@edu.uni-graz.at, 0664/5300502 Simon Perktold simon.perktold@edu.uni-graz.at, 0660/5254588

Archäologie Die Archäologie beschäftigt sich mit der Erforschung und Auswertung der materiellen Hinterlassenschaften der Vergangenheit. Dazu gehört die Untersuchung von Architektur, Plastik, Malerei, Kleinkunst und Zeugnissen des alltäglichen Lebens. Das Studium der Archäologie an der Universität Graz hat seine Schwerpunkte in der Klassischen Archäologie und der Provinzialrömischen Archäologie. Auch beinhaltet die Ausbildung die Vermittlung von grundlegenden Kenntnissen über die Prähistorische Archäologie. Dazu werden überdies Lehrveranstaltungen aus anderen Bereichen der Archäologie ange-

boten (zum Beispiel Frühchristliche Archäologie). Neben der Vermittlung der theoretischen Grundlagen, beinhaltet das Studium einen praxisorientierten Teil, damit sind die Teilnahme an Ausgrabungen und Museumspraktika gemeint.

Forschungsinstituten, Universitäten, in Museen, bei der Bodendenkmalpflege, bei Grabungen und Forschungsprojekten, in Bibliotheken, im Verlagswesen, im Kunsthandel und im Tourismus an.

Da die Zahl der Studierenden bei uns recht übersichtlich ist, herrscht eine familiäre Stimmung am Institut, da jede/r jede/n kennt. Seit dem letzten Sommersemester wurde auch die Fußballmannschaft des Instituts, der FC Ferrum Noricum, wiederbelebt. Nach Absolvierung des Studiums, bieten sich Berufsmöglichkeiten an

Institutsleiter: Univ.-Prof. Dr.phil. Peter Scherrer.

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Studienrichtungsvertretung: Stefan Fuchs, Levente Horvath, Maria Scheer Interessensgemeinschaft Archäologie: Hanne Maier


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Musikologie Uns, als StV der Musikologie, ist es wichtig alle Musikologiestudenten - und jene, die es noch werden möchten - bei diversen Problemen nach Möglichkeit zu unterstützen. Auch die Kommunikation zwischen Studierenden aus unterschiedlichen Semestern versuchen wir mit Hilfe unserer Stammtische anzuregen. Unser Team besteht aus unserem Vorsitzenden, Lukas Dullnig, seine Stellvertreter, Johannes Lehner und Florian Hirsch, sowie Markus Becksteiner und Johannes Rath. Unsere Kontaktadresse ist musikologie@oeh.uni-graz. at. Alternativ können E-Mails natürlich auch an die einzelnen Studienvertreter geschickt werden (Vorname.Nachname@edu.unigraz.at). All jene die ein persönliches Gespräch bevorzugen, können mit uns per E-Mail einen individuellen Termin ausmachen, da wir keine reguläre Sprechstunde haben.

StV Geschichte Pünktlich zum Semesterbeginn hat deine StV Geschichte wieder ihre Arbeit aufgenommen, neben der Studienberatung wurden ein Tutorium und im Anschluss daran ein Stammtisch organisiert. Weiters gab es seitens der Studienvertretung das Angebot beim so genannten „Ghostwalk of Graetz“ mitzugehen, was sich als ein sehr interessanter und blutiger Stadtrundgang entpuppte. Nicht nur am Eventcharakter haben wir gefeilt, auch den Studiumsinhalt betreffend gibt es Neuigkeiten zu berichten: In der Curricula-Kommission gelang es für Dezember die vorläufig gestrichenen Fachprüfungstermine durchzusetzen und für die völlig überlaufene VU „Einführung in die Sozialkunde“ konnte ein weiterer Ersatzkurs installiert werden, welcher geblockt im Jänner stattfinden wird. So befinden wir uns mitten im Semester, doch wir haben noch einige Events in der Tasche: Für dieses Jahr sind eine Vortragseihe

über die Entstehung von Graz und (wieder einmal) der inzwischen fest verankerte Glühweinstand geplant. Für das nächste Jahr wollen wir uns wieder Themen widmen, die auf der Geschichte zu kurz kommen und planen eine Vortragsreihe, die im Zeichen Chinas stehen soll. Weiters werden wir wieder das Leobner Museum beehren. Wer Interesse hat, bitte einfach die E-Mails der Geschichte-StV beachten, hier findet ihr die jeweiligen Termin-Updates. Mails bitte an: geschichte@oeh.uni-graz.at

Mit freundlich Grüßen, Eure StV Geschichte; Martin Berger Angie Stowasser Wolfi Lackner Thesi Leitinger Hanno Wisiak

Studienvertretung Übersetzen und Dolmetschen Wir kennen uns aus: Mit den neuen Studienplänen, Ü bergangsfristen ,Auslandsaufenthalten, Ausland spraktikum, A nrechnungsfragen,  studienrechtlichen Anliegen uvm. Wir sind eure erste Anlaufstelle, wenn ihr mit LektorInnen Probleme habt, euch ungerecht behandelt fühlt oder sonstige Wünsche, Beschwerden oder Anliegen habt, die unser Institut betreffen.Wir möchten euch jedoch bitten, dass ihr vor euren Anfragen unsere Institutshomepage http://www. uni-graz.at/itat/ genau durchlest bzw. euch mit dem Studienplan vertraut macht, damit wir eure Anfragen

konkret und gezielt beantworten können. Vorsitzende: Christina Pein (Deutsch/Spanisch/Russisch) 1. Stv. Vorsitzende: Patricia Breschan (Deutsch/Italienisch/Spanisch) 2. Stv. Vorsitzende: Tatjana Demsar (Deutsch/Italienisch/Slowenisch) Seit kurzem wird unser Team auch tatkräftig von Jelena Milosevic (BKS/ Deutsch/Englisch) und Ivana Hrvoj (BKS/Deutsch/Englisch) unterstützt. - Seite 17 -

Fragen, Wünsche, Beschwerden? Kontaktiere uns per Mail oder komm in eine unserer Sprechstunden. Unsere Kontaktdaten: STV-Kammerl: Merangasse 70/I, gegenüber vom Lift (Zimmer 1.202) Email: stv-uedo@oeh.uni-graz.at Sprechstunde WS 09/10: MO 11:30h-12:30h im STV-Kammerl


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Psycho-emotionales Eintopf kochen Omsens Knochbuch, verfasst von den Bernhards Frodl und Pollner, ist mehr als nur eine Ansammlung von Rezepten. „Besser Kraut und Rüben essen als Hundekäufer werden.“ (sprichwörtl., ab ca. 1948, Schweden) Vor allem Kritiker der schwedischen Boulevard-Presse beurteilten in den ersten Wochen und Monaten nach dem Bekanntwerden der „Hundsbrätbrödli“ das Rezept als „zu urban“ und „strotzend vor antiklerikalen Modernismen“. Prise Zumrum, 2000ml Kochwasser von Königsberger Klopsen, delovierte Aarnschoten, 8 bis 10 Sekunden des milden Pfarrer Ewalds Öhlosan® und nicht zuletzt eine frisch geschossene Krähe, wohl nicht einmal in Meinls feinster Gourmet-Abteilung finden.

Man kennt ja die schwedische Presse, sie kann wirklich vernichtend sein. Doch das vorzügliche Gericht mit dem klingenden Namen, das übrigens im Auftrag der Hundsloan-Group zu deren 50-Jahr-Feier kreiert wurde, um „sowohl die Tradition und die emotionale Verwurzelung, als auch die Klarheit der AGBs des Hundeverleihes (im Schweden der Nachkriegszeit galt das käufliche Erstehen eines Hundes als Schandtat) auf das vortrefflichste zum Ausdruck zu bringen“, fand schnell den Weg in die Herzen und Mägen der schwedischen Gourmetkritiker. So erzählt es zumindest die Geschichte in Omsens Knochbuch, das zu jedem seiner Rezepte breit gefächerte Hintergrundinformationen liefert. Doch die verzweifelten Hobbyköche unter Ihnen sollten nicht zu früh die Kochlöffel schwingen, werden sie doch die in diesem K(n)ochbuch angegebenen Zutaten, wie etwa eine

Es handelt sich bei den Rezepten und den dazugehörigen Geschichten um reine Lügen. Das gaben auch die beiden Autoren bei der Buchpräsentation im Café Rosenhain voller Stolz zu. Bernhard C. Frodl und Dr. Bernhard Pollner haben schlichtweg Spaß daran, sich lustige Namen für fiktive Speisen auszudenken. Und weil dieser Spaß für viele nicht nachzuvollziehen war, haben sich die beiden auch gleich ganze Rezepte und Entstehungsgeschichten dazu ausgedacht. So entstanden 18 Gerichte und Geschichten, vom Amorphen Pizzoid aus der Türkei, über den mongolischen Teilweise Molierten Althammel, bis hin zur Ungerupften Krähe in Aspik. Nicht zu vergessen die bereits erwähnten Hundsbrätbrödli, auch Affärsvilkorsmål (dt. etwa Geschäftsbedingungsspeise) genannt. Das Juwel dieser außerordentlichen Sammlung – und dabei eines von vielen – ist der Verstörte Reehlbrei. Es handelt sich hierbei um ein altenglisches Gericht, das nur unter ganz besonderen Umständen gelingt. Der Bomb-Mash, wie der Brei auch genannt wird, erreicht sein volles Aroma nur, wenn Mehl, Kaffeesatz und Ei lieblos zu einer plumpen Masse degradiert und die restlichen Zutaten unter lautem Fluchen untergerührt werden. Anschließend muss man den Brei schimpfend aufkochen lassen und die Tomatenhäute zornig hineinwerfen. - Seite 18 -

Nur dann schmeckt der Reehlbrei wie damals, bei Granny Green in Pensington-upon-Wire, gleich neben dem Flugfeld der Royal Airforce. Wer sich also für psycho-emotionales Kochen und skurrile Geschichten begeistern kann, dem sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt (wobei andere diesen Text wohl auch schon längst aufgegeben haben). Das Buch findet sich im Internet unter http:// www.omsens-knochbuch.com/ und im gut sortierten (Grazer) Buchhandel. Einen besonders wertvollen Tipp bezüglich der Zubereitung des Verstörten Reehlbreis sei den Lesern noch mit auf den Weg gegeben: Ein ledigliches Vorspielen negativer Emotionen führt nicht zum gewünschten Erfolg – seien Sie ehrlich zu sich. Und dem Brei. von Alexandra Resch


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Joaquin GARCIA: Ich war Jack Falcone. riva Verlag 2009, 272 S., 19,90 Euro Ein kubanischstämmiger Amerikaner wird als FBIUndercover-Agent Jack Falcone in den New Yorker Mafia-Clan Gambino eingeschleust. Die vorangegangene Ausbildung zum italienischen Ganoven war so gut, dass die Italiener ihn als einen der ihren anerkennen. Falcone lebt, isst

und arbeitet daraufhin im Kreis der Mafia. Zwei Jahre später – kurz vor seiner Aufnahme in den engen Kreis der Cosa Nostra – beenden groß angelegte Razzien und eine Verhaftungswelle den Fall. Die Cosa Nostra revanchiert sich mit einem Kopfgeld. Joaquin Garcia, 26 Jahre lang

Special-Agent des FBI, bietet in seinem Buch unglaubliche lebendige Einblicke in das organisierte Verbrechen und die Lebens-, Verhaltens- und Funktionsweise der Mafia. Joaquin Garcia kennt sich aus, denn ER war Jack Falcone. (MPN)

Günther ZÄUNER: Unterösterreich. Alles über Österreichs Unterwelt, ecowin Verlag 2009, 236 S, 19,95 Euro Beim Gedanken an die Unterwelt liegen Assoziationen, wie Organisierte Kriminalität und (Russen-)Mafia, nahe. Doch darum geht es in diesem Buch nicht. Die Österreichische Unterwelt-Szene ist eine abgeschlossene kleine Welt, in der man sich kennt, respektiert, oder fürchtet und wo ein umfassender Ehrenkodex gilt – inkl. höchst effektiven

Durchsetzungsmechanismen. Dies ist keine neue Entwicklung, sondern seit Jahrhunderten ein fixer Bestandteil des österreichischen sozio-kulturellen Biotops. Nicht einmal die Skandale der vergangenen Jahre in der Wiener Polizei (Stichwort Sauna-Affäre!) sind vollkommen neu. Das Buch entführt in eine Welt, die in vielen Punkten mit der Österreichischen

Realität korrespondiert und die oft gegenwärtiger und subtiler ist, als man glauben möchte: Der österreichische Boss der Bosse im Interview – vollkommen unbehelligt. Man kennt sich halt - und der wohl informierte Autor kennt sich aus. Spannend und interessant! (MPN)

Horst WAGENBLASS: Volkswirtschaftslehre, öffentliche Finanzen und Wirtschaftspolitik; C.F. Müller Verlag 2008, 336 S., 26,90 Euro

Komplizierte wirtschaftliche Zusammenhänge bieten die perfekte Gelegenheit mit Scheinwissen und billigen – simplifizierten – Parolen auf der einen oder anderen Seite der Gesellschaft populistisch tätig zu werden. Für ökonomische Laien ist meist nicht nur das konkrete Problem nicht hinterfragbar,

sondern es fehlt vor allem das Basiswissen. Das vorliegende Buch setzt hier an: Es behandelt ganz grundsätzliche volkswirtschaftliche Fragestellungen und Probleme. In einer verständlichen Sprache und mit einfachen Beispielen bietet Horst Wagenblaß einen Einblick in Welt

der Wirtschaftswissenschaften: Volkswirtschaftslehre, öffentliche Finanzen und Wirtschaftspolitik. Eine großartige Einführung, die komplizierte wirtschaftliche Zusammenhänge nachvollziehbar macht. Gut für die Gesellschaft, schlecht für Populisten! (MPN)

Helmut KUHN: Arm, reich – und dazwischen nichts? Gustav Lübbe Verlag 2009, 254 S., 20,60 Euro

Die Summen, die die Reichen der Welt in der aktuellen Krise verloren haben, klingen unvorstellbar. Einzig die Armen trifft die Krise noch härter. Der renommierte Journalist Helmut Kuhn legt einen detaillierten Bericht über die Armutsproblematik vor. Das Auseinanderdriften von Arm und Reich wird in schockierender Detailgenauigkeit den LeserInnen vor Augen ge-

führt. Konkrete Beispiele zeigen die harten Mechanismen der Armut auf. Dem Buch liegen Daten aus Deutschland zu Grunde, doch dies schadet nicht. Die Problematiken sind sehr ähnlich, auch wenn in Österreich der Hang zum Sozialstaat ein wenig selbstverständlicher ist. Vernichtend stellt sich in Deutschland wie in Österreich die Lösungskom- Seite 19 -

petenz der Politik dar: Sachliche Diskussionen über das Thema Armut werden nur scheinbar geführt. „Entlastung für den Mittelstand“ tönt es von allen Seiten . Das Wegbrechen des Mittelstandes in den vergangenen zehn Jahren führte zu einer starken Polarisierung der Gesellschaft, doch das ist erst die Spitze des Eisberges. (MPN)


GeWiTTER

Arthur BENZ: Der moderne Staat. Grundlagen der politologischen Analyse. Oldenburg Verlag 2008, 385 S., 27,80 Euro. Der Staatslehre haftet unter Studierenden oft der Ruf einer reinen Rechtswissenschaftlichen Disziplin an. Dies zu Unrecht, wurde doch speziell in Graz die politikwissenschaftliche Seite der Staatslehre stets besonders betont. Benz liefert dazu ein Buch, welches sich mit den Grundlagen

der Staatslehre beschäftigt und er nähert sich dem Thema auf eine –vergleichsweise – sehr geisteswissenschaftliche Art. Er bietet Definitionen, Abgrenzungen und historische Fundamente an, ohne sich jedoch eindeutig auf eine Staatsdefinition festzulegen: Das Buch will einen Überblick bieten

und Zusammenhänge erklären. Der Staat und seine Akteure, sowie Handeln in und durch Institutionen, bilden den Hauptteil dieser umfassenden Analyse eines modernen Staates. Das Buch ist aktuell und schließt mit dem Thema der Veränderungen am Beginn des 21. Jahrhunderts. (MPN)

Marcus LLANQUE: Politische Ideengeschichte. Ein Gewebe politischer Diskurse. Oldenburg Verlag 2008, 544 S., 49,80 Euro. Im Stile eines ideengeschichtlichen Lesebuches stehen bei Llanque nicht die Denker im Vordergrund, sondern die Entwicklung ihrer Ideen. Anhand von Textbausteinen strickt er ein komplexes Gewebe politischer Ideen. Er vergleicht, grenzt ab und interpretiert. Erklärend skizziert er die Entwicklungslinien

von der Antike bis in die Gegenwart. Zusammenhänge werden sichtbar. Gemeinsamkeiten wie Unterschiede fügen sich in kleinen Stücken zu einer einzigen, vordergründig nur groß gegliederten, Geschichte politischen Denkens. Das von ihm erstellte „Gewebe politischer

Diskurse“ ist eng, denn das Buch besitzt trotz großer Breite beachtlichen wissenschaftlichen Tiefgang. Stete Querverweise und ein umfassendes Literaturverzeichnis runden das ausgezeichnete Werk ab. Sehr empfehlenswert! (MPN)

Lothar HÖBELT: Franz Josef I. Der Kaiser und sein Reich. Böhlau Verlag 2009, 184 S., 19,90 Euro Lothar Höbelt gilt als Agent Provocateur mit starken Querverbindungen zum Dritten Lager. Daher liegt es für ihn nahe, ein provozierendes Buch vorzulegen und Höbelt sucht sich ein Thema, in dem er sich auskennt. Heraus kam keine Biographie, sondern vielmehr ein Essay. Und es erfüllt seinen Zweck, denn trotz seiner Straffheit und Höbelt’s

Mut zur Lücke, provoziert es und regt zum Nachdenken an. Höbelt unterscheidet sich - manchmal mehr, manchmal weniger - von bekannten Einschätzungen und versucht neue Aspekte aufzuwerfen. Die Ära Franz Josefs ist eine ganz Entscheidende in der Geschichte

Österreichs und ein ganz wichtiger Aspekt der europäischen (Integrations-)Geschichte. Von den Revolutionen des Jahres 1848, über interne Auseinandersetzungen, bis in die Explosion des beginnenden Ersten Weltkrieges - Höbelts Essay endet kurz vor der vorgezeichneten Implosion der Habsburgermonarchie. (MPN)

Stefan HUBER: ÖH-Recht. NWV 2009, 297 S., 38,80 Euro Die Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert und weiterentwickelt. Die Möglichkeiten und Ressourcen, die der ÖH zur Verfügung stehen, waren nie größer. Engagierten Studierenden stellen sich trotzdem oft große praktische

Probleme in den Weg, will man nicht nur zusehen, sondern auch etwas weiterbringen. Dabei hilft dieser Leitfaden durch den RechtsDschungel des ÖH-Rechts. Huber kommentiert kompakt alle relevanten Rechtsgrundlagen der Studierendenvertretung – Teile des UG und des FHStG genauso wie das Herz - Seite 20 -

der ÖH: Hochschülerinnen- und Hochschülerschaftsgesetz (HSG) und Hochschülerinnen- und Hochschülerschaftswahlordnung 2005 (HSWO). Ergänzende Richtlinien und Verordnungen komplettieren das unumgängliche Standardwerk der Rechtsgrundlagen der Studierendenvertretung. (MPN)


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Michael FLEICHHACKER: Politikerbeschimpfung. ecowin Verlag 2008, 176 S., 22,- Euro Michael Fleischhacker – PresseChefredakteur mit Ecken und Kanten – zieht Bilanz über die zweite Republik und kommt zur Erkenntnis, dass die Wahrheit mit Zynismus und Wortwitz verfeinert leichter zu ertragen ist. Mit qualitätsjournalistischer Genauigkeit und spitzer Feder filetiert er das facettenreiche politische System Österreichs und die kleinen oder auch größeren Schwächen der politischen Akteure. Fleischhacker bewertet die „österreichischen Traditionen“ der Parteipolitik und stellt den handelnden Personen ein vernichtendes Zeugnis aus. Er versteckt seine Wertungen jedoch nicht und spricht Probleme offen an. Fleischhacker schließt mit einem Appell für das minderheitenfreundliche Mehrheitswahlrecht des Grazer Politologen Klaus Poier eine der größten Sehnsüchte der „die Gewissheit, dass sich nichts – auch wenn er weiß, dass dies Österreicher vernichten würde: ändert“. (MPN)

Hans-Heinrich NOLTE: Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts; Böhlau Verlag 2009, 444 Seiten, 29,90 Euro Kein Jahrhundert der Menschheitsgeschichte war ereignisreicher als das 20. Jahrhundert. Hans-Heinrich Nolte gelingt das beachtenswerte Kunststück, diese 100 Jahre Weltgeschichte mit viel Fingerspitzengefühl auf guten 400 Seiten übersichtlich darzustellen. Doch das Buch ist weit mehr als ein Überblick über 100 Jahre Weltgeschehen. Nolte systematisiert gekonnt die Geschehnisse thematisch und – wo notwendig – geographisch; er stellt Zusammenhänge her und führt den Leser, bringt

diesem die Meilensteine und die brennenden Fragen des vergangenen Jahrhunderts näher. Bezüge zur Gegenwart (Stand 2009!) sind allgegenwärtig, der Anmerkungsapparat beachtlich. Das Buch ist kein FaktenNachschlagewerk, sondern es will helfen das vergangene Jahrhundert besser zu verstehen – und daraus zu lernen! (MPN)

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GeWiTTER

Impressionen aus St. Paul

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uerst zu den negativen Punkten des Ausfluges. Erstens: Der Bus fuhr um 8:00, also zu einer für Studierende sehr unerfreuliche Zeit, ab. Zweitens war uns der Wettergott nicht hold. Spätestens als wir nach der Ausstellung zum Bus zurückkehrten waren wir alle ordentlich durchnässt. Sonst weiß ich eigentlich nur Positives zu berichten: Die Bus war (fast) bis zum letzten Platz besetzt. Die Stimmung war von Anfang an sehr gut, auch wenn der Autor hier nur beschränkt Auskunft geben kann, da er die Hinreise dazu nutzte etwas Schlaf nachzuholen. Die Ausstellung war äußerst umfangreich und vielfältig. Über Alte Meister bis hin zu modernen Installationen bekamen die Besucher, in einer einzigartigen Kulisse eines mittelalterlichen Klosters, Kunst in alle ihren Facetten präsentiert. Nach einem sehr kurzen Mittagessen mussten wir allerdings schon wieder den Heimweg antreten. Was bleibt ist die Erinnerung an einen sehr unterhaltsamen und lehrreichen Tag.

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GeWitter November 2009