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Liebe Leserin, lieber Leser,

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Fotos: Shutterstock

Themen zusammengestellt, die anre-

Wir können unsere Ansprüche dabei

gen sollen, darüber nachzudenken, was

hoch-, aber auch herunterschrauben. Es

hier im Norden scheint das Wetter

uns Menschen zufriedener macht. Nicht

liegt an uns, wie viel wir uns auf einmal

unberechenbar. Kaum haben die Leute

immer ist der Stoff leicht und luftig.

vornehmen und was wir von unserem

ihre Sonnenbrille rausgeholt, kann es

Doch das entspräche ja auch nicht der

Leben erwarten. Denken Sie immer

sein, dass sie im nächsten Moment von

Realität. In unserem Team sind durchaus

daran: Sie sind der Kapitän auf Ihrem

einem Regenschauer erwischt werden.

Zweifler und Grenzgänger und wir spre-

Schiff und Sie bestimmen, wohin die

„Glück gehabt!“, freute sich letztens

chen Themen an, die oft als „nicht gesell-

Reise geht.

eine Kundin, als sie das Sanitätshaus

schaftsfähig“ abgetan werden. Denn

betrat. Gerade schloss sich die Tür hinter

gerade hier können manchmal kleine

Genießen Sie die gute Luft bei uns im

ihr, als es donnerte und ein Platzregen

Tipps eine große Hilfe sein. Machen wir

Norden!

herunterbrach. So ist das mit unseren

es kurz und kommen wir von den klei-

Ansprüchen. Manchmal freuen wir uns

nen Handicaps zu den großen. Johannes

über Kleinigkeiten und ein anderes Mal

Drössler hat Multiple Sklerose. Er berich-

können unsere Erwartungen nicht groß

tet uns aber weder über Medikamente

genug sein. Was erhoffen wir uns vom

noch über Arztbesuche. Seine Geschichte

Wetter, von unseren Mitmenschen oder

zeigt uns, wie viel Kraft wir mobilisieren

von unserer Gesundheit?

können und was unsere Einstellung zum

Wir haben in dieser Ausgabe wieder

Leben zu bewirken vermag.

Birgit Burmeister/Redaktionsleitung

Foto: Shutterstock

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14.08.2009 13:25:49 Uhr


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Inhalt

INHALT Titelthema 6-11

„Wer nicht kämpft, hat schon verloren“ Ein Leben mit Multiple Sklerose

12-13

14

Das Leben neu ordnen Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft bietet umfassende Hilfe

Gesundheit im Alltag 14-15

„Wohlfühlzaubern“ im Alltag: Stimmungsbeeinflussung durch Körperhaltung

26-27

Großmutters Hausmittel

36-37

16

Schnupfnase, Husten & Co. Diabetes Ade Erfolgreiche Operation in Monheim

44-45

Freizeitsport für die ganze Familie

Radfahren macht Spaß und hält fit

Unterhaltung

23

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28

Kreuzworträtsel

29

Sudoku

23-24

Rezepte

46-47

Horoskop

40-43

Kurzkrimi

Rubriken 3

Editorial

50

Impressum

50

Vorschau auf das nächste Heft

13.08.2009 13:14:41 Uhr


26

Inhalt

Norden aktuell 16-18 22

30

Auszeit an der Nordsee Dunkler Matsch als Ausflugsziel?

Erste „Demenz-WG“ in Neumünster Pflege Diakonie startet wegweisendes Projekt

25

DMSG Mecklenburg-Vorpommern Partnerschaft DMSG und Sanitätshaus Kowsky Schwerin

Fachwissen 20-21

Das Geheimnis des MBTs

36

Schuhe mit „Masai Barefoot Technology“ 30-31

Blasenschwäche Wenn Mama sagt, sie bleibt lieber zu Hause ...

32-34

Pflegeversicherung & Patientenrecht - Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung - Ein Pflegebett auf Rezept - Pflegeversicherung

38-39

Krampfadern Ein unabwendbares Schicksal?

Kommentar 35

38

Neulich, im Rollstuhl

44

Gerda Behrends über alltägliche „Rolliprobleme“

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Buchvorstellung:

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Buch: Anna Gavalda „Ich wünsche mir, dass irgendwo jemand auf mich wartet“

Audio CD: Elisabeth Lukas „Ermutigungen für die Zukunft“

14.08.2009 13:23:36 Uhr


Titelthema

Handicap im Fokus

Fotos: Susanne Bielnberg-Bruhn

Wer nicht k hat

Gemeinsam sind wir stark: Manuela und Johannes Drรถssler ziehen Kraft aus ihrer Liebe.

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13.08.2009 13:15:03 Uhr


Titelthema

Handicap im Fokus

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schon verloren Ein Leben mit Multiple Sklerose Johannes Drössler wagte vor zehn Jahren einen großen Schritt. Mit seiner Frau und drei kleinen Kindern zog er aus Hessen ins beschauliche Seedorf im Kreis Segeberg, um die Neurodermitis seines Sohnes erfolgreich in den Griff zu bekommen. Was der 50-Jährige damals noch nicht wusste, er selbst leidet an Multipler Sklerose, kurz MS. Anzeichen gab es bis zu diesem Zeitpunkt viele, die sichere Diagnose für die chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems bekam er erst Jahre später. Von Jessica Conrad 1992: Eine plötzlich auftretende Blasenlähmung von Johannes Drössler wurde auf einen Bandscheibenvorfall aus dem Jahr 1987 zurückgeführt. Der ehemalige Krankenpfleger und studierte Controller erinnert sich noch genau an diese Zeit: „ Die Blasenlähmung lag auf einer ganz anderen Ebene.“ Das hatte ihn damals schon beschäftigt. In den kommenden Jahren folgten andere Ausfallerscheinungen: „Ich hatte phasenweise Schwierigkeiten beim Laufen, konnte teilweise nur noch an Krücken gehen. Dann gab es wieder Phasen, in denen ich

richtig laufen konnte, meistens blieb aber nach einer schlechten Phase noch eine neue Lähmung oder Sensibilitätsstörung haften.“ Zahlreiche Krankenhausaufenthalte brachten den heute 50-Jährigen nicht weiter. Auch eine Computertomografie (CT) gab keinen Aufschluss über seine Beschwerden. Die feinere Magnetresonanztomographie (MRT) war damals noch nicht so geläufig. Während der Untersuchungen fiel auch der Begriff MS. „Für mich war das ein Horrorgespinst aus meiner Ausbildung zum Krankenpfleger“, erinnert sich Drössler, der die wage Diagnose erstmal verdrängte. „Selbst meiner Frau habe ich nichts davon erzählt.“

Drössler, der nach seiner Ausbildung als Krankenpfleger die Leitung eines Herzkatheterlabors übernahm, musste nach einem Bandscheibenvorfall zum Industriekaufmann umschulen. Daneben studierte der 50-Jährige noch Controlling. Jahrelang war er für den Medizinischen Einkauf eines hessischen Krankenhauses zuständig, bevor er 2000 die Leitung des Einkaufs in einem Hamburger Krankenhaus übernahm. An den Tagen, an denen es Drössler nicht gut ging, galt folgende Devise: „Ich habe mich dann irgendwie durchgemogelt. Wenn ich nicht mehr sitzen konnte wegen meiner Wirbelsäule, habe ich mich einfach auf ein Bett gelegt oder Aufgaben im Stehen erledigt. Man muss die Sachen, die man einkauft, ja auch mal ausprobieren“, sagt der Fachmann und schmunzelt. Fortbildungen, Arbeitstage mit 16 Stunden, der lange Weg zur Arbeitsstelle, irgendwann stieß Drössler an seine Grenzen. „Im August 2004 konnte ich nur noch 50 Meter gehen. Und das nur an Gehstützen“, sagt er. Dazu kamen starke Kopfschmerzen. Der Hausarzt überwies seinen Patienten direkt zum Radiologen. „Dort wurden im Kernspin zwei Entzündungsherde in meinem Kopf festgestellt“, erinnert sich Drössler. Das sei der erste Anhalt für MS gewesen. Leider verschlechterte sich zu dieser Zeit auch die Blasenlähmung. Drössler, der sich seit 1992 viermal pro Tag einen Blasenkatheter legen musste, hatte plötzlich eine Urosepsis (Harnvergiftung). Wochenlang lag Drössler in verschiedenen Kliniken, mehrfach auf Intensivstationen, hing zwischen Leben und Tod.

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Fotos: Shutterstock

Titelthema

Handicap im Fokus Nach einer erneuten Blasendruckmessung erhielt Drössler einen Blasenschrittmacher und eine unfreiwillige Diagnose: „Der Urologe murmelte so etwas wie »Und welcher Depp sagt, dass das keine MS ist?« in seinen Bart.“

Nach der Urosepsis gab es wieder einen entscheidenden Schritt in Johannes Drösslers Leben: „Mit dem Laufen war es vorbei, ich musste im Rollstuhl sitzen“, sagt er. Um mobil zu bleiben, kümmerte sich Drössler auch

konnte ab diesem Zeitpunkt wieder allein Auto fahren. „Nach dem Einladen meines Rollstuhls in den Kofferraum hangelte ich mich dann an der Dachreling auf den Fahrersitz“, erklärt Drössler lachend.

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Fotos: Susanne Bielnberg-Bruhn

Johannes Drössler fährt trotz seiner Behinderung Auto. Ein paar Handgriffe und der 50-Jährige ist mobil.

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13.08.2009 13:15:25 Uhr

Foto: Susanne Bielnberg-Bruhn

„Wir sind mit der Diagnose in ein tiefes Loch gefallen“, erinnert sich Drösslers Frau Manuela. Sie seien beide ein Häufchen Elend gewesen und hätten ihr Leben dann aber gemeinsam wieder angepackt. „Ich war nie der Typ, der Däumchen drehen konnte“, sagt Johannes Drössler. Und Manuela fügt hinzu: „Wir waren und sind Menschen, die gern rausgehen, Freunde treffen, wir machen alles mit, Kino und Disko, schon allein wegen unserer drei Kinder.“

um den Umbau seines Autos. „Mit öffentlichen Verkehrsmitteln konnte ich als Rollstuhlfahrer von Seedorf kaum nach Hamburg zur Arbeit kommen“, erinnert er sich. Das Gutachten der BfA für die rollstuhlgerechte Umrüstung des Autos schickte er an verschiedene Anbieter. „Wir waren geschockt von den Kosten“, sagt Drössler. Er habe damals einen Mittelklassewagen gefahren, jetzt stand er allein vor der Frage, welches Auto für ihn und seine Bedürfnisse in Frage komme. „Durch Zufall bekamen wir Kontakt zu Marcus Harner von Handicar in Neumünster.“ Der Werkstattleiter gab praktische Tipps für die Umrüstung und Drössler fand nach langer Suche endlich einen passenden Wagen. „Das Auto ist jetzt so gebaut, dass mein Mann fahren kann und ich mit ein paar einfachen Handgriffen alles so umbauen kann, als wäre es ein normaler Wagen“, erklärt Manuela Drössler. „Allein für diesen Tipp sind wir Marcus sehr dankbar.“ Auch die Kosten für Umrüstung seien dort finanzierbar gewesen, erinnert sich Drössler. Der 50-Jährige


Titelthema

Handicap im Fokus

Foto: Susanne Bielnberg-Bruhn

„Es gibt Tage, an denen man an

seine Grenzen stößt.“ vier Schüben pro Jahr auf einen Schub reduziert“, erklärt Drössler. Doch nicht nur die gesundheitlichen Einschränkungen machten der Familie zu dieser Zeit Sorgen, auch die finanzielle Lage änderte sich dramatisch. „Ich wurde dann zwangsverrentet“, sagt Drössler. „Es hieß, entweder würde ich einen Rentenantrag einreichen, oder es würde nichts bezahlt werden“, sagt Drössler resignierend. Zunächst wurde die Rente für zwei Jahre bewilligt, dann bis 2024, Drösslers eigentlichem Altersrentenalter. Umstände, die die Familie bisweilen verzweifeln ließen. „Die Krankheit ist nicht das Schlimmste, es geht alles, wenn man will, aber die äußeren Umstände machen uns das Leben oft so schwer“, fügt Manuela

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Drössler an. „Ohne Familie und gute Freunde würde man es nicht schaffen.“ Vor allem die Kinder hätten sich immer vorbildlich verhalten. „Wir sind sehr stolz auf unsere Kinder, die trotz unserer Situation in der Schule alles geben, um gute Abschlüsse zu erreichen“, sagt Johannes Drössler. Vor allem würden sie ihren Eltern jederzeit helfend zur Seite stehen. „Ohne meine Frau und meine Kinder wäre ich heute bei weitem nicht wieder so gut hergestellt, wie ich es bin“, fügt Drössler an.

>> Foto: Shutterstock

Ende 2005 kam dann der nächste Schub. „Meine Arme und Hände verkrampften und die Ärztin meinte nur, das wäre wohl neurotisch bedingt“, sagt Drössler und schüttelt den Kopf. Die Medikamente waren nicht richtig eingestellt und in Damp erhielt der damals 45-Jährige eine Kortison-Therapie und Spasmolytica (krampflösende Medikamente). „Plötzlich gingen meine Arme und Hände wieder auf“, erinnert er sich. Sein Blasenschrittmacher wurde bei einer der unzähligen Untersuchungen zerstört und eine erneute OP stand an. Ein halbes Jahr später folgte ein erneuter Schub - in Kiel wurde MS diagnostiziert - und Drössler begann eine schubverzögernde Therapie. „Damit wurde die Schubrate von drei bis

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Titelthema

Handicap im Fokus

Danach ging es mit dem Essen und Trinken immer schlechter. „Ich konnte höchstens 600 ml Flüssigkeit und einen Joghurt pro Tag zu mir nehmen“, erinnert sich Drössler. Er bekam eine Magensonde. Die lag falsch. Das Essen gelangte in die Bauchhöhle und Drössler wurde wieder auf die Inten-

sivstation eingeliefert. „Damals hatte er fast aufgegeben“, erinnert sich die 46-jährige Manuela. Doch dann sei ein Satz gefallen, der auch ihren Lebensmut wieder weckte: „Er sagte mir, dass er am Leben hänge und wieder zu mir und den Kindern wolle“, sagt die gelernte Krankenpflegehelferin. Eine Verlängerung der damals laufenden Reha wurde vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen abgelehnt. „In der Begründung stand, es wäre kein Potenzial mehr da, er solle in ein Pflegeheim entlassen werden“, sagt Manuela Drössler empört.

Fotos: Susanne Bielnberg-Bruhn

Foto: Susanne Bielnberg-Bruhn

Rosenfotos: Shutterstock

Manuela und Johannes Drössler gehen gemeinsam durch dick und dünn.

Anfang 2008 war Johannes Drösslers letzter Schub, wieder einer der ganz schweren Sorte. „Ich konnte plötzlich nicht mehr schlucken und hatte dann auch noch Blasensteine, die operativ entfernt werden mussten.“ In der Aufwachphase nach der OP bekam Drössler plötzlich Streckspastiken, Arme und Beine gingen wieder zu, eine Reaktion auf ein Medikament. Manuela Drössler, die mit ihren Kindern am Bett des Papas stand, bemerkte dann plötzlich, dass ihr Mann nicht mehr atmete. Atemstillstand. Drössler wurde beatmet, wachte wieder auf. Manuela laufen heute noch die Tränen, wenn sie an diesen Moment denkt.

Mit Hilfe seiner Familie, einer Psychologin und der Behindertenbeauftragten des Kreises kämpfte sich Johannes Drössler ins Leben zurück und kam nach einer Reha wieder nach Hause. Seitdem sitzt der 50-Jährige im Pflegerollstuhl und lässt sich nicht unterkriegen. „Ich kümmere mich jetzt um das Jugendzentrum im Ort, betreue das Luftgewehrschießen der

Foto: Susanne Bielnberg-Bruhn

Zum 50. Geburtstag: Während Johannes Drössler im K rankenhaus lag, bauten Freunde und Nachbarn den Kamin im Garten auf. Der Garten ist ein wichtiger Ruhepol.

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Titelthema

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Engel bewachen den Garten der Familie Drössler.

nach sechs Wochen Bearbeitungszeit noch ein Befund fehlte.“ So was solle nicht wieder vorkommen. Die Tochter Jessica ist heute 22 und schon ausgezogen, die Söhne Lars (18) und Daniel (16) wohnen noch zuhause und gehen zur Schule. Studium oder Ausbildung stehen an und müssen finanziert werden. „Da darf man einfach nicht aufgeben“, sagt Manuela. Obwohl es Tage gebe, an denen man heule und an seine Grenzen stoße. Und ihr Mann fügt sein Lieblingszitat von Bertolt Brecht an: „Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren“. Seinen Humor hat der 50-Jährige glücklicherweise noch lange nicht verloren.

Rosenfotos: Shutterstock

hochzukommen. „Und ich muss vormittags arbeiten“, sagt Manuela, „um das Familieneinkommen zu unterstützen“. Viel lieber würde sich die 46-Jährige liebevoll um ihren Mann

Foto: Susanne Bi elnb e

Fotos: Susanne Bielnberg-Bruhn

Jugendlichen im Sportverein und bin immer noch aktiver Reservist.“ Daneben kämpfe er immer noch um Kleinigkeiten, die sein Leben erleichtern. „Allein das Verdickungsmittel für meine Getränke kostet 13 Euro pro Dose, die höchstens drei Tage reicht. Die Krankenkasse weigert sich, es zu bezahlen“, erklärt er. Nehme er das Mittel nicht, verschlucke er sich ständig an den Flüssigkeiten. Auch der Antrag auf den Umbau seines Bades wurde zunächst abgelehnt. Die Sachverständige, die daraufhin zur Besichtigung des Bades kam, schüttelte den Kopf. So könne er dort wirklich nicht geduscht werden. Auch wurde eine erneute Reha immer wieder abgelehnt und dann immer wieder von den Drösslers beantragt. „Wir würden auch so gern wieder in einem Bett schlafen, das geht aber leider nicht“, sagt Manuela. Das Krankenbett ihres Mannes stehe im Wohnzimmer. Oft fehle es ihm an Kraft, die Treppe in den ersten Stock trotz Treppenlifts

Handicap im Fokus

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kümmern. Das gehe aber nicht. „Ich erinnere mich noch daran, als Hannes bei der Urosepsis eher tot als lebendig war. Ich marschierte mit meinen damals drei kleinen Kindern in die Bank und es war kein Geld da, weil der BfA

Was ist Multiple Sklerose? Multiple Sklerose, MS, ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die Autoimmunerkrankung hat zur Folge, dass sich die Abwehrkräfte gegen den eigenen Körper richten. In Gehirn und Rückenmark zerstört sie an verschiedenen Stellen die Schutzhülle der Nervenfasern. Diese Schutzhülle sorgt im gesunden Zustand für die rasche Weiterleitung von Informationen, mit denen das Gehirn den Körper steuert, ähnlich wie die Isolierschicht von Elektroleitungen. Entsteht ein Entzündungsherd im Bereich dieser Schutzhülle, können die Botschaften nicht so wirkungsvoll übertragen werden: der MS Betroffene kann dann abhängig von der Lage des Herdes unter unterschiedlichen Beschwerden leiden. Dazu gehören unter anderem: Erschöpfung, Blasen- und Darmfunktionsstörungen, Sehprobleme, Tremor, spastische Lähmungen, Sprachstörungen, Schluckbeschwerden, Schmerzen und Depressionen. Das Auftreten von einem oder mehreren (multiplen) Entzündungsherden mit entsprechenden körperlichen Störungen und Ausfällen nennt man Schub. Ein Schub hat nichts mit einem plötzlichen Anfall zu tun, meist entwickelt er sich innerhalb von Stunden oder Tagen und klingt nach einiger

Zeit wieder ab. Nach dem Schub kann eine Rückkehr zur normalen Funktion eintreten, entzündetes Nervengewebe kann aber auch vernarben (sklerosieren) und leitet die Impulse dann nicht mehr optimal. Die Folge davon ist, dass sich einige Symptome nicht ganz zurückbilden können. Aufgrund der verschiedenen möglichen Positionen der Herde im zentralen Nervensystem, der unterschiedlichen Häufigkeit der Schübe und des Umfangs der Rückbildung kann das Erscheinungsbild der Erkrankung sehr stark variieren. Deshalb spricht man auch von der „Krankheit mit den 1000 Gesichtern“. Bis heute gibt es keine Therapie, die MS heilen kann. Bei Auftreten eines Schubes werden hoch dosierte Kortisonpräparate gegeben oder niedrig dosierte Chemotherapien gemacht. Zwischen den Schüben wird das Immunsystem zur Stärkung mit Immunsuppressiva wie beispielsweise Beta-Interferon behandelt. Eine Heilung der MS ist noch nicht möglich, lediglich eine Behandlung, die die MS verzögert, die Symptome mildert und den MS-Kranken weiterhin ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen soll. (Quelle DMSG) jc

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13.08.2009 13:15:47 Uhr


Titelthema

Handicap im Fokus

DMSG-Landesverband bietet umfassende Hilfe für Multiple-Sklerose-Betroffene und Angehörige

Das Leben neu ordnen

„Die Palette der Fragen ist riesig“, sagt Andreas Heitmann. Der Geschäftsführer leitet den schleswigholsteinischen Landesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) in Kiel. Der Landesverband, der bereits 1982 von Betroffenen und nicht Betroffenen ehrenamtlich gegründet wurde, arbeitet seit 1985 hauptamtlich und hat alle Hände voll zu tun. Multiple Sklerose (MS), eine Krankheit, die vorwiegend junge Erwachsene im Alter zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr trifft, stellt viele vor ein neues, anderes Leben: „Mitten im Leben wird die Handbremse gezogen, alles steht in Frage - Beruf, Studium, die Behandlungsmethoden und Therapiemodelle“, sagt Heitmann. Und eine Frage stelle sich wohl jeder Betroffene: „Wie geht es überhaupt weiter?“ Heitmann und sein Expertenteam, bestehend aus sozialpädagogischen Fachkräften, die sich in allen Fragen rund um MS auskennen, geben umfassende Hilfe. Sechs Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kümmern sich in der Geschäftsstelle um Sozialberatung, betreuen Angehörige, geben Infomaterial aus und unterstützen Ehrenamtliche und Selbsthilfegruppen beispielsweise mit Seminaren. „In Schleswig-Holstein gibt es zurzeit 63 Selbsthilfegruppen“, sagt Heitmann. 2100 Mitglieder und über 1000 konkrete Beratungsangebote pro Jahr zähle der Verband. „Und da zählen wir nicht die täglichen kurzen Anrufe mit“, so der 35-Jährige . Der Bedarf an Beratung ist groß. Nicht nur, weil in vielen Köpfen MS immer noch mit einem Leben im Rollstuhl verbunden ist. „Wir wollen darüber informieren, was MS eigentlich ist“, erklärt Heitmann. „Viele Betroffene kämpfen mit Vorurteilen, zum Beispiel wenn sie Gleichgewichtsprobleme haben“, sagt Hannelore Finck, Öffentlichkeitsbeauftrage der Selbsthilfeorganisation. Für Betroffene sei es wichtig, dass andere wissen, weshalb sie schwanken und nicht falsche Schlüsse daraus ziehen. Multiple Sklerose ist eine chronische entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. In Deutschland leben rund 130 000 Menschen mit MS, weltweit 2,5 Millionen. Frauen sind weit

häufiger betroffen als Männer. „Der Anteil Frauen zu Männern ist drei zu eins“, sagt Heitmann. Da sich die Symptome bei den Betroffenen unterschiedlich äußern, spricht die Medizin auch von der „Krankheit mit den 1000 Gesichtern“. MS kann nicht geheilt, aber behandelt und damit verzögert werden. Schon die Diagnose lässt im Durchschnitt dreieinhalb Jahre auf sich warten. Immer noch eine viel zu lange, ungewisse Zeit, geht es nach der DMSG in Kiel. „Meist wird erst nach einem Sammelsurium von Untersuchungen die Diagnose MS gestellt“, so Heitmann. Danach würden viele in ein tiefes Loch fallen. „Dann geht es um Fragen, wie man es dem Chef sagen könne, wo man einen Schwerbehindertenausweis bekomme oder eine behindertengerechte Wohnung“, sagt Heitmann. Angehörige möchten oft überhaupt nur wissen, was MS eigentlich ist. Um die Öffentlichkeit besser zu informieren hat die DMSG SchleswigHolstein zusammen mit der Techniker Krankenkasse in diesem Jahr zum 1. Internationalen Multiple Sklerose Tag am 27. Mai einen mobilen Infocounter geschaffen, der über MS informiert. „Der Infocounter stand in der Geschäftsstelle der Techniker Krankenkasse“, sagt Heitmann. Demnächst sehe man ihn im Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) in Neumünster. Der Counter soll quer

durchs Land reisen und viele Vorurteile aus der Welt schaffen und vor allem informieren. „Apotheken, Ärzte oder andere Einrichtungen, die ihn ausleihen möchten, können sich gern an uns wenden“, sagt Heitmann. Das Besondere an dem Computertresen: „Auch Rollstuhlfahrer können ihn bedienen, da er barrierefrei ist.“ Informationen gibt es auch in zahlreichen Selbsthilfegruppen, deren Adressen alle auf der Homepage der DMSG Schleswig-Holstein zu finden sind. Die Arbeit dieser Gruppen hält Heitmann für sehr wertvoll. „Dort erleben Betroffene, wie andere mit ihrer Krankheit umgehen“, sagt er. Störungen des Gehvermögens, der Bewegungsabläufe der Arme und Hände, Gleichgewichtsstörungen, Taubheitsgefühle sowie Störungen des Seh- und Sprachvermögens: Die Auswirkungen der MS können, müssen aber nicht zwangsläufig riesig sein. Dabei ist der individuelle Krankheitsverlauf nicht vorhersagbar. Statistiken belegen aber, dass es nur in Einzelfällen (unter fünf Prozent) innerhalb weniger Jahre zu schwerer Behinderung des Betroffenen kommt. „MS-Betroffene klammern sich gerade wegen der Ungewissheit oft an jeden Strohhalm“, sagt Heitmann. Auch was den Einsatz neuer Medikamente angehe. „Bald wird es die Medikamente in Tablettenform

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Titelthema

Buchvorstellung Anna Gavalda „Ich wünsche mir, dass irgendwo jemand auf mich wartet“ Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt ISBN-10: 3596510694 ISBN-13: 978-3596510696 Gebundene Ausgabe erschienen im Hanser Verlag

geben“, erklärt Heitmann. Wer allerdings bis heute gut mit seiner Therapie lebe, sollte nicht einfach auf andere umsteigen. „Neue Medikamente haben auch immer neue Nebenwirkungen“, erklärt der Geschäftsführer. Über 1000 Gespräche führt die Beratungsstelle pro Jahr. Der Geschäftsführer hat über die Zeit etwas daraus gelernt: „Wer die Krankheit nicht zu seinem Lebensmittelpunkt macht, hat deutlich bessere Chancen, damit zu leben“, sagt er. „Wichtig ist vor allem zu sehen, was kann ich und nicht, was kann ich nicht mehr.“ jc

UNSER BUCHTIPP: Anna Gavalda „Ich wünsche mir, dass irgendwo jemand auf mich wartet“ Mit diesem Erzählungsband wurde Anna Gavalda zum Star der französischen Literaturszene. Die 12 Kurzgeschichten, die alle kleine Schicksalsdramen erzählen, brachten ihr den durchschlagenden Erfolg. Ob es sich um eine anbahnende oder abbrechende Beziehung, um einen jungen Sprössling oder ein altes Ehepaar handelt, die Themen sind vielfältig, nie realitätsfern, manchmal aufrüttelnd und berührend. Gavaldas Schreibstil ist fesselnd, lakonisch, teilweise umgangsprachig. Die Geschichten lesen sich mit einer Leichtigkeit, sind aber keine leichte Kost. Sie zeigen durch Momentaufnahmen, wie wichtig jeder einzelne Augenblick ist und wie leicht er ein ganzes Leben ändern kann. Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte!

Beratung am Telefon: Andreas Heitmann gibt Tipps.

Foto: Jessica Conrad

Elisabeth Lukas „Ermutigungen für die Zukunft“ Audio-CD mit 19 Kapiteln, unterteilt durch Gitarrenmusik von Michael Habecker Kösel Verlag

UNSER AUDIO-CD TIPP:

Elisabeth Lukas „Ermutigungen für die Zukunft“ Suchen Sie nach einem Sinn in Ihrem Leben oder befinden Sie sich gar in einer Lebenskrise, bei der Sie Aufmunterung und Gedankenanstöße gebrauchen können? Kontakt: Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Landesverband Schleswig-Holstein Beseler Allee 67 24105 Kiel Telefon: 0431/560 15-0 Telefax: 0431/560 15-20 E-Mail: dmsg-schleswig-holstein@dmsg.de Homepage: www.dmsg-sh.de

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Wer ständig den Kopf hängen lässt, den Blick nach unten senkt, die Schultern einzieht und seinen Rücken verkrümmt, der hat nicht nur von außen betrachtet eine verkrampfte und traurige Ausstrahlung. Er wird sich auch von innen her recht frustriert und verspannt fühlen. Denn er nimmt auf diese Weise genau die Haltung ein, in der rabenschwarze Stimmungen und Gedanken am allerbesten gedeihen können. Und umgekehrt? Wer sich ganz konkret an Devisen wie „Kopf hoch!“, „Schultern gerade!“, „Bauch rein!“, „Brust raus!“ hält, der atmet freier, der schaut automatisch nach vorn – und geht das Leben daraufhin nicht nur mit dem Körper, sondern auch mit Geist und Seele viel positiver, mutiger und zuversichtlicher an. Probieren Sie das einfach einmal aus. Sie werden sich wahrscheinlich umgehend wohler fühlen!

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Illustration: Gerrit Hansen, Fotos: Shutterstock

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alt‘ dich gerade!“, „Sitz‘ anständig!“ Elternworte, die in Kinderohren zunächst nur nach preußischem Drill, nach brav, korrekt und angepasst sein müssen klingen, waren - mit erwachsenerem Blick betrachtet - vielleicht doch eher als ein gut gemeintes Training fürs Selbstbewusstsein gemeint. Wie das? Die Art, in der wir sitzen, stehen oder gehen kann entscheidende Rückwirkungen auf unsere mentale Einstellung zu unserem eigenen Wert haben.


Gesundheit im Alltag

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Körperhaltung

aufrecht gehen …

aufrecht sehen!

Wie sich mit der Körperhaltung auch die Stimmung verändert Am Ball bleiben ist das Wichtigste

Illustration: Gerrit Hansen, Fotos: Shutterstock

Den Zaubertrick, mit der Körperhaltung zugleich auch die eigene Stimmung zu korrigieren, kann jeder von uns seinen physischen Möglichkeiten entsprechend vollbringen. Dazu bedarf es nicht mehr als einer kontinuierlichen Achtsamkeit und Achtung den eigenen Gliedmaßen gegenüber. Prüfen Sie einfach nur so oft wie möglich, ob Schultern oder Nacken sich wieder einmal verspannt haben, ob Ihre Beine sich heimlich zu hinderlichen Knoten verschlungen haben, statt fest und stabil auf dem Boden der Tatsachen zu stehen, oder ob Sie gerade mit gesenktem, weltabgewandtem Blick umhergehen, statt bewusst wahrzunehmen, was um Sie herum geschieht – und dann ändern Sie das, sofort! Stellen Sie mit der Körperhaltung auch Ihre Haltung zum Leben wieder richtig, immer wieder, unermüdlich … egal, was Sie darüber hinaus sonst gerade noch tun.

Guten Morgen, liebe Muskeln Idealerweise beginnt ein bewusster Umgang mit dem eigenen Körper tagtäglich gleich beim Aufwachen. Jeden Morgen Ihres Lebens liegt es wieder ganz bei Ihnen, sich für einen guten Tag in Form zu bringen. Statt gedankenlos mit dem berühmten falschen

Fuß zuerst aufzustehen, recken und strecken Sie sich zunächst ganz gezielt, so weit Sie können. Erst im Liegen, dann im Stehen: Drücken oder rollen Sie die Schultern nach hinten. Breiten Sie die Arme gen Himmel aus. Geben Sie sich selbst und Ihren Bedürfnissen so viel Raum wie möglich - machen Sie sich so groß, wie Sie sein können!

So „gehen Sie sich“ ins Gleich­gewicht Nicht nur nach dem Aufstehen, sondern auch immer wieder einmal zwischendurch empfiehlt sich noch eine weitere, speziellere Übung: die Überkreuzbewegung. Dazu bewegen Sie zunächst den linken Ellenbogen und das rechte Knie aufeinander zu, dann den rechten Ellenbogen und das linke Knie, immer im Wechsel, so oft und so lange Sie mögen und so weit, wie Ihnen eine Annäherung möglich ist. Am wirksamsten ist diese Übung im Stehen, und im Idealfall berühren Knie und Ellenbogen sich dabei. Überkreuzbewegungen sind ein Frühsport für den Körper, von dem zugleich auch der Geist sehr viel hat. Sie fördern nämlich die Zusammenarbeit zwischen der linken und der rechten Gehirnhälfte, und das wiederum kann die Lernbereitschaft, die Konzentrationsfähigkeit und die Kreativität erheblich erhöhen.

In abgeschwächter Form können Sie Überkreuzübungen auch bei jeder ganz normalen Gehbewegung ausführen. Während Sie ein Bein vor das andere setzen, lassen Sie dazu einfach nur den jeweils gegenüberliegenden Arm ganz bewusst nach vorne schwingen. Beim nächsten Schritt pendelt dann der andere Arm voran … und so weiter. Von den fünf Schritten zur Küchentür bis hin zum ausgedehnten Spaziergang: Auf diese Weise wird jeder Weg zu einem guten Weg für Sie. mm

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Norden aktuell

Gesundheitstourismus

Auszeit an der Nordsee

Dunkler Matsch als Ausflugsziel? von Birgit Burmeister Moin, moin

Die Tage werden kürzer und der Badeanzug ist schon wieder in der Schublade verschwunden. Schnell passt sich unsere Stimmung den trüben Tagen an. Dann heißt es: raus an die Luft! Und was liegt näher, als mal wieder ans Meer zu fahren? Wie mag das zu dieser Jahreszeit wohl sein, bei den Friesen, hinter dem Deich? Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung, erzählt man sich. Das ist ein Thema für meine Leser, dachte ich mir. Gespannt nehme ich Notizblock und Kamera unter den Arm und mache mich auf den Weg nach Eiderstedt, um herauszufinden, was das auf sich hat, mit der rauen See und den Glücksgefühlen. 16 Kowsky_2_09.indb 16

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Fotos: Birgit Burmeister


Norden aktuell

Hinterm Deich

Fotos: Birgit Burmeister

Endlich, nach langer Fahrt durch flaches, saftiges Land erreiche ich den Deich. Mühsam erklimme ich ihn, voller Erwartung auf den grandiosen Ausblick, der sich mir im nächsten Moment bieten wird: die tobende Nordsee. Die Haare wehen im Wind und ich rieche bereits das Meer. Noch einmal tief durchatmen - dann öffne ich die Augen. Doch die Verwunderung ist groß: Wo ist das Meer? Kein Strand! Kein Meer! Nichts als Wiesen. Salzwiesen. So weit das Auge reicht. Das Watt ist gerade noch zu erahnen und ich bin mir nicht sicher, ob das tatsächlich das Meer ist, was da hinten am Horizont schimmert.

Der grüne Strand Die Sonne senkt sich zum Horizont. Es ist bereits 18 Uhr. Fest entschlossen, heute noch ans Meer zu kommen, wandere ich los. Mein Stativ locker über die Schulter geschwungen und den Kragen hochgestellt, bin ich guten Mutes. Mit festem Schritt gehe ich auf den schmalen Stegen durch die

Gesundheitstourismus

Salzwiesen. Hier bestimmen die Stege den Weg zum Meer. Nach einer halbstündigen Wanderung durch den grünen Strand erreiche ich das Watt. Der Himmel färbt sich rot. Ich halte an, um Stativ und Kamera aufzubauen. Ein paar Fotos gelingen mir noch, bevor die Sonne in einem Wolkenband verschwindet. Im Licht der Dämmerung wird mir klar, dass keine Kamera der Welt diesen Augenblick einfangen kann. Dem Horizont den Rücken kehrend, fällt mein Blick auf den Leuchtturm. In diesem Moment lugt die Sonne noch einmal hinter den Wolken hervor und taucht den Leuchtturm in ein bezauberndes Abendlicht. Als ich das Stativ anhebe, erklingt ein schmatzendes Geräusch. Ich ziehe das Stativ und meine Füße aus dem Schlick.

den Niederlanden bis an die Küste Dänemarks ist UNESCO Weltnaturerbe. Besonders beliebt bei den Urlaubern ist die geführte Wattwanderung von der Insel Amrum nach Föhr. Mit Gummistiefeln oder barfuß, je nach Jahreszeit. Jetzt, wo ich mitten in dieser Weite stehe, bekomme ich eine Vorstellung von der Gewalt der sich ständig ändernden Landschaft.

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Watt´n Glück Jetzt fällt es mir wieder ein. Hauptattraktion der Nordseeküste ist ja das Watt. Das schleswig-holsteinische Wattenmeer ist einer der wichtigsten Nationalparks des Kontinents. Der 400 km lange Küstenstreifen von

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Norden aktuell

Gesundheitstourismus

Fotos: Birgit Burmeister

Ein Feuerwerk der Sinne Innerhalb weniger Stunden wurden auf einzigartige Weise alle meine Sinne angesprochen. Die Farben, der Duft und das lang ersehnte Geräusch des rauschenden Meeres lassen den Körper entspannen und die Seele baumeln. Ich schmecke das Salz und es ist mir, als könnte ich spüren, wie das besondere Klima auf mich wirkt. Ja, es macht glücklich, hier zu sein. Ich bin schon weit gelaufen und gestehe mir ein, dass ich das Meer an diesem Abend nicht mehr einholen werde. Genug Abenteuer für diesen Tag. Ich packe meine Sachen zusammen und wandere zurück. Nach einem deftigen Abendbrot falle ich zufrieden ins Bett.

St. Peter Ording

Ich bezahle und mache mich auf den Rückweg. Ein kleiner Junge in roter Jacke und mit hochgekrempelter Hose läuf t vor mir im Sand. Er wird von seiner Mutter ermahnt, er solle doch seine Mütze aufziehen und wieder in die Schuhe schlüpfen, er werde sonst krank. Der Junge aber zieht seine Schuhe nicht an und läuft voraus. Ich tue es ihm gleich und ich versichere Ihnen: Wir werden nicht krank, denn wir sind glücklich. bb

F o t o : A lke S

pr e c

ke l s en

Am nächsten Morgen möchte ich einem geläufigeren Urlaubsbild begegnen. Von den Dithmarscher Salzwiesen führt mich ein kurzer Weg nach St. Peter Ording. Wieder habe ich Weite zu überwinden, bis ich ans Meer gelange. Doch hier ist es feiner, weißer Sand, der meinen Füßen schmeichelt. Der Strand ist fast menschenleer. Nur vereinzelt gibt es Spaziergänger. Umso eindrucksvoller liegt er vor

mir. Einer der größten Strände Europas. Mit einer Länge von 12 Kilometern und bis zu zwei Kilometern Breite. Ich schlendere am Meer entlang. Ziehe meine Kapuze tiefer ins Gesicht und genieße die Kraf t der Natur. In der Ferne kann ich einen der bekannten Pfahlbauten entdecken. Ich steuere ihn an und bin freudig überrascht. Es ist ein Restaurant. Komplett auf Stützen. Dort oben kann die Flut ihm nichts anhaben. Lächeln muss ich bei dem Gedanken, dass auch die Toiletten aus gutem Grund auf Pfählen stehen. Auf der Terrasse des Restaurants trinke ich eine heiße Schokolade mit einem Schuss Rum. Hier liebevoll „Tote Tante“ genannt. Wohlige Wärme steigt in mir auf und mir gehen Bilder vom Sommer durch den Kopf. Sonnenhungrige und Seelenbaumler finden hier am Meer ihr Glück. Wellnessfreunde kommen genauso auf ihre Kosten wie Sportliebhaber. Jedes Jahr richtet St. Peter Ording viele Wettbewerbe aus. Windsurfen, Kitesurfen, Drachenfliegen und Beachvolleyball mit Partys und Programm für die ganze Familie. Hier kommt jeder Urlauber auf seine Kosten.

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Fachwissen

mbt - masai barefoot technology

Gehen wie barfuß dank Inspiration aus der Savanne?

Das Geheimnis des MBTs

Schuhe mit „Masai Barefoot Technology“

Fotos: Shutterstock, Produktfotos © mbt

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chlechte Haltung? Rückenbeschwerden und Verspannungen? Fehlhaltungen führen im Laufe der Zeit zu Beschwerden am Bewegungsapparat, wie z. B. Knie-, Rücken- und Hüftbeschwerden. Eine schlechte Körperhaltung ist oft Ursache für Verspannungen, Rückenbeschwerden und Kopfschmerzen. Auch eine falsche Schonhaltung führt im Lauf der Zeit zu einer Fehlbelastung der Gelenke und somit in Folge zu Knie- und Rückenbeschwerden.

Tausende Menschen in aller Welt haben Beschwerden des Bewegungsapparats gelindert oder gar völlig behoben. Grund dafür ist die Erfindung eines Schweizer Diplom-Ingenieurs. Karl Müller entdeckte zu Beginn der 1990erJahre, dass das ostafrikanische Volk der Masai nicht nur keine Schuhe, sondern auch keine Rückenschmerzen kennt und er entdeckte, dass zwischen dem Fehlen dieser beiden zivilisatorischen Errungenschaften ein Zusammenhang besteht. So begann die Geschichte der „Masai Barefoot Technology“, kurz MBT. MBT ist physiological footwear – also Footwear, die auf den ganzen Körper

positiv wirkt. Diese Wirkung geht von der weltweit patentierten Sohlenkonstruktion des MBT rund um das Herzstück, den Masai Sensor, aus. Wer MBT Footwear trägt, geht wie barfuß auf weichem, natürlichem, unebenem Untergrund – wie ein Masai. Dabei wird die Fuß- und Beinmuskulatur des Trägers angeregt, bei jedem einzelnen Schritt intuitiv jene kleinen Ausgleichsbewegungen durchzuführen, für die sie vorgesehen ist. Auf diese Weise wird eine Vielzahl üblicherweise vernachlässigter Muskeln trainiert und leistet damit ihren wichtigen Beitrag zur Fitness und Gesundheit des gesamten Organismus – mit

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Fachwissen

mbt - masai barefoot technology

ebenso weit reichenden wie positiven Folgen. Gelenk- und Rückenschmerzen können reduziert, der gesamte Bewegungsapparat gestärkt und gestützt, Bein-, Bauch- und Gesäßmuskulatur gestrafft, der Stoffwechsel angeregt und Gang und Haltung verbessert werden. Zudem kann MBT helfen das Körpergewicht zu reduzieren, weil durch das Training der Stoffwechsel­ umsatz erhöht wird und somit mehr Kalorien verbrannt werden als in herkömmlichen Schuhen. Zwischen der Idee der „Masai BarfußSchuhe“ und der Marktreife der „Masai Barefoot Technology“ lagen jahrelange Tests sowie eine umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Dabei ist der Grund für die Wirksamkeit von MBT physiological footwear ganz einfach erklärt: MBT schafft es als erste Technologie, dem Menschen auch auf harten, ebenen Böden alle Vor-

teile des Barfußgehens auf weichem, natürlichem Untergrund zugänglich zu machen. Der Körper kann wieder so stehen und so gehen, wie es die Natur für ihn vorgesehen hat. Die vielen positiven Wirkungen von MBT sind nicht nur durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt, sondern begleiten auch immer mehr Fitness- und Körperbewusste durch den Alltag, die alleine durch das Tragen der physiological footwear ihre Fitness verbessern. Ärzte und Physiotherapeuten empfehlen MBTs als wirksames therapeutisches Instrument, Spitzensportler nutzen ihre MBTs als kleines Trainingsund Regenerationszentrum. bb

Kompetente Beratung rund um den Fuß Der erste Schritt, sich seiner Körperhaltung und der richtigen Belastung der Füße bewusst zu werden ist ein so genannter „Haltungs-Check“, den man in guten Sanitätshäusern durchführen lassen kann. Um sich selbst zu überzeugen, wie der MBT auf die Körperhaltung wirkt, kann der MBT dort Probe gelaufen werden. Mithilfe der elektronischen Fußmessung kann ein Orthopädiemechaniker analysieren, wo genau der Schuh drückt. Denn wenn die Füße schmerzen, helfen oft schnell bequemes Schuhwerk und die individuell angepassten Einlagen. „Für den perfekten Sitz müssen wir oft auch ganz nach Maß anfertigen“, weiß Anja Jansen, Orthopädiemechaniker-Meisterin im Sanitätshaus Kowsky, zu berichten.

Da findet jeder Fuß seinen passenden Schuh.

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Norden aktuell

Demenz-WG in Neumünster

In Neumünster entsteht eine Wohngemeinschaft für demenziell veränderte Menschen

Pflege Diakonie eröffnet erste Demenz-WG in Neumünster

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nsere Gesellschaft wird immer älter. Dadurch steigt das Risiko von Alters­erkrankungen. Eine dieser Krankheiten ist Altersdemenz. In Deutschland leiden derzeit mehr als 1 Million Menschen an dieser Krankheit des Vergessens. Pflege von Demenzerkrankten stößt an Grenzen Nicht nur die Erkrankten selbst sind betroffen. Auch für die pflegenden Angehörigen ist die bislang nicht heilbare Krankheit eine große Herausforderung: Erinnerungslücken gehen irgendwann so weit, dass die Erkrankten ihre Partner und Kinder nicht mehr erkennen. Die häusliche Pflege und Versorgung stößt zudem bei starker Pflegebedürftigkeit, lang andauernder Pflege und konfliktträchtigen Beziehungen rasch an Grenzen.

Neues Angebot in Neumünster: Demenz-WG Fachleute entwickeln verschiedene Wege, um die an Demenz Erkrankten zu betreuen und zugleich die pflegenden Angehörigen zu entlasten, ohne sie zu entmündigen oder zu entmutigen. Die Pflege Diakonie, der größte ambu-

lante Pflegeanbieter in Neumünster und in Altholstein insgesamt, schafft ebenfalls neue Angebote. Ab dem 1. August 2009 gibt es eine neue Wohnform für an Demenz Erkrankte. In der Stegerwaldstraße 2 ist eine Wohngemeinschaft für diese Menschen eingerichtet. Mitten in der Böcklersiedlung können hier insgesamt zwölf Personen gemeinsam leben. In Neumünster ist diese Wohngemeinschaft die erste ihrer Art. Noch sind in dieser WG Plätze frei. Christel Hansen, zuständige Pflegedienstleitung, zur Grundidee dieser Wohnform: „Modern ausgestattete Gemeinschaftsräume und das Außengelände mit Terrasse und Garten fördern das Zusammenleben in dieser Gemeinschaft. Jeder Bewohner kann sich aber auch in sein eigenes Appartement zurückziehen, wenn er das möchte. Wir von der Pflege Diakonie übernehmen als Alltagsbegleiter die Betreuung und Versorgung – rund um die Uhr, sieben Tage die Woche.“

Hansen dazu: „Wir binden die Angehörigen mit ein in die Gestaltung des Gemeinschaftslebens und des Privatlebens der Bewohner. So haben sie ein Mitspracherecht, werden jedoch gleichzeitig von der herausfordernden Pflege und Betreuung der Erkrankten entlastet.“

Weitere Informationen bei:

Christel Hansen Pflege Diakonie Neumünster Kantplatz 11/12 24537 Neumünster Tel. 04321 / 41 01 10

Mitgestaltung und Entlastung Mit diesem neuen Angebot wird das Leben mit Demenz in den eigenen vier Wänden auch dann noch möglich bleiben, wenn Angehörige die häusliche Versorgung nicht mehr leisten können.

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Unterhaltung

Fotos: Shutterstock

Rezepte

SchlemmerRezepte mit:

Gesund und kalorienarm © Shutterstock

Was man aus über 500.000 großen und kleinen Kürbissen so alles Dekoratives zaubern kann, darüber können die Besucher der weltgrößten Kürbisausstellung im „Blühenden Barock“ des Residenzschlosses in Ludwigsburg jetzt wieder staunen (4. September bis 1. November, www. blueba.de). Aber auch die heimische Küche setzt auf den Herbst-Klassiker, den die Botaniker zu den Beerenfrüchten zählen. Das gelb- bis orangefarbene Fruchtfleisch ist ungeheuer vielseitig verwendbar. Man kann es z. B. süß-sauer einlegen, grillen, kochen oder backen. Es schmeckt im Eintopf genauso gut wie in Salat, Gulasch, Brot, Kuchen, Torte, Strudel oder Sorbet. Die Zubereitung ist kinderleicht und geht schnell. Und: Wenn Sie leckere Kürbis-Gerichte auf den Teller bringen, dann tun Sie sogar ganz nebenbei etwas für Ihre Gesundheit. Denn 100 Gramm des aromatischen Fruchtfleisches haben nur ca. 25 kcal (105 kj). Außerdem sind darin Kalium und wertvolle Carotinoide enthalten – gut für Flüssigkeitshaushalt, Haut und Augen. Also, wenn das keine guten Gründe sind, unsere neuen Sammel-Rezepte rund um den Kürbis einmal auszuprobieren. Verwöhnen Sie sich, Ihre Familie und liebe Gäste!

Kürbissuppe mit Thymian und Orangensaft (Für 4 Personen)

Zubereitungszeit: 30 Minuten/Schwierigkeitsgrad: leicht Zutaten: 500 g Kürbis 2 große Zwiebeln 1 Zehe Knoblauch 4 EL Olivenöl 1500 ml Gemüsebrühe 1 Orange, (unbehandelt) Salz Pfeffer 150 ml Milch 1 Bund frischer Thymian 4 El geröstete Kürbiskerne Etwas Sahne oder Crème Fraîche Zubereitung: Den Kürbis schälen und in grobe Würfel schneiden. Zwiebeln und Knoblauch schälen und hacken. Orangenschale abreiben und Saft ausdrücken. Thymian waschen und hacken. Das Öl in einem großen Topf erhitzen. Die Zwiebeln darin 3-4 Minuten dünsten. Dann Kürbis und Knoblauch dazu und 2 Minuten unter Rühren mitdünsten lassen. Brühe, Orangensaft und Orangenschale sowie die Hälfte des Thymians dazugeben. Zugedeckt etwa 20 Minuten köcheln lassen, bis der Kürbis weich ist. Den Topfinhalt mit einem Mixstab glatt pürieren. Dann mit Salz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken. Die Suppe in den Topf zurückgeben und die Milch unterrühren. Das Ganze etwa 3-4 Minuten erwärmen, aber nicht mehr kochen lassen. Dann den restlichen Thymian dazugeben und die Suppe servieren.

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Mit Sahne/Crème Fraîche, Kürbiskernen und Thymian garnieren. Energie- und Nährstoffgehalt: pro Portion ca. 228 kcal (519 kJ), 19 g Fett, 6,7 g Eiweiß, 19,46 g Kohlenhydrate

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Unterhaltung

Rezepte © Foto: A. Vogel

Schlemmer-Rezepte mit: © Foto: A. Vogel

Kürbis-Kastanien-Quiche mit Lachs (Für 4 Personen)

Zubereitungszeit bei vorbereitetem Teig ca. 30 Minuten (+ 30 Minuten garen/+ 30 Minuten backen) Zutaten: für eine Kuchenform von 28 cm Durchmesser. 80 ml Olivenöl 50 ml Weißwein (Alternativ: Wasser) 175 g Vollkornmehl 50 g fein geriebenen Greyerzer-Käse 800 g Kürbis, z. B. Butternuss, geschält 1/2 TL Anissamen 1/2 TL schwarze Senfkörner 1 TL Koriandersamen 2 EL Kürbiskerne 2 EL Buchweizen, ganze Samen, geröstet 100 g gekochte, geschälte Kastanien 1 EL Baumnussöl (Walnussöl) 200 g Räucherlachs, in dünnen Scheiben 1 großes Ei 100 g Crème fraîche (Sauerrahm) 1 Prise Safranfäden 1 EL Olivenöl mit Zitrone (oder etwas Zitronenschale) Kräutersalz (z.B. „Herbamare® Original“ von A. Vogel) Pfeffer aus der Mühle

Kürbis-Pudding Zubereitungszeit ca. 45 Minuten (+ 30 Minuten kochen/+ auskühlen lassen) Zutaten: 300 g Kürbis, z.B. Muscade de Provence, geschält 1/2 Vanilleschote 50 g Roh-Rohrzucker 200 ml Wasser 1 Kardamomkapsel, aufgebrochen 2 TL schwarze Sesamsamen nach Belieben 300 ml Milch 100 grober Maisgrieß «Bramata» 1 TL frischer Ingwer, gerieben Butter für die Förmchen

Zubereitung: Weißwein mit 1/4 Teelöffel Kräutersalz und dem Olivenöl im Schüttelbecher gut mischen. Zu Käse und Vollkornmehl geben, alles zu einem weichen Teig zusammenfügen. Eventuell noch etwas Mehl hinzufügen, in Klarsichtfolie verpackt eine Stunde kühl stellen. Kuchenform mit dem ausgewallten Teig auslegen, einen Rand formen. Teigboden dicht einstechen und ca. 30 Minuten kühl stellen. Alle Zutaten für den Guss verquirlen und abschmecken. Backofen auf 180° C vorheizen. Kürbis in etwa 2 cm große Würfel schneiden. Anis, Senf und Koriander mit einem Teelöffel Kräutersalz im Mörser fein zerstoßen. Mit Kürbiskernen, Buchweizensamen, Kastanien und den Ölen zum Kürbis geben und gut mischen. Auf dem Ofenblech oder in einer großen Gratinform in der Ofenmitte ca. 30 Minuten weich garen. Aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen. Die Kastanien mit einer Gabel etwas zerdrücken. Lachs in Streifen schneiden. Mit Kürbis und Guss mischen, auf dem Teig verteilen. Bei 180° C 25–30 Minuten backen.

Zubereitung: Kürbis in 1 cm große Würfel schneiden. Vanilleschote längs halbieren, Samen herauskratzen. Zucker in einer weiten Chromstahlkasserolle bei mittlerer Hitze haselnussbraun karamellisieren, dabei erst rühren, wenn der Zucker schmilzt. Kasserolle vom Herd nehmen, mit dem Wasser ablöschen (Vorsicht: Die Masse ist sehr heiß!). Vanillesamen und -schote sowie Kardamom beigeben und bei kleiner Hitze so lange rühren, bis sich der Karamell vollständig aufgelöst hat. Kürbiswürfel beigeben, zugedeckt 2–3 Minuten köcheln lassen, bis sie gar sind, aber noch Biss haben. Die Hälfte der Kürbiswürfel aus der Flüssigkeit heben, mit Sesamsamen mischen, zugedeckt beiseite stellen. Restlichen Kürbis zugedeckt weiterkochen, bis er zerfällt. Mit einer Gabel in der Pfanne zerdrücken. Vanilleschote und Kardamom entfernen. Milch beigeben, aufkochen. Maisgrieß einrieseln lassen, bei kleiner Hitze unter Rühren zu einem dicken Brei köcheln. Ingwer beigeben. 4 Förmchen à ca. 120 ml mit Butter ausstreichen, mit der Masse füllen. Zugedeckt auskühlen lassen. Bis zum Servieren kühl stellen. Förmchen kurz in heißes Wasser tauchen, Pudding stürzen. Mit den vorbereiteten Kürbiswürfeln anrichten.

Mit grünem Salat servieren. Pro Portion ca. 28 g Eiweiss, 48 g Fett, 39 g Kohlenhydrate, 2958 kJ/707 kcal

Pro Portion ca. 6 g Eiweiss, 6 g Fett, 39 g Kohlenhydrate, 976 kJ/233 kcal, glutenfrei

Buchtipp:

TIPP: Der Pudding kann auch heiß als süßer Brei serviert werden. Da Kürbis ziemlich geschmacksneutral ist, tut ihm die brennende, frische Schärfe des Ingwers gut, die wärmend wirkt. Auch ist der ebenfalls wärmende Kardamom mit seiner leicht scharf-beißenden Note ein Gewürz, das sich bestens mit Kürbis verträgt, egal ob er süß oder pikant zubereitet wird. Mit dem Karamell wird das Geschmackserlebnis noch verstärkt.

Die beiden Rezepte auf dieser Seite stammen aus dem Buch „A.Vogel für Geniesser“: Der Name A.Vogel steht für Gesundheit und Frische der Natur. Neu ist jetzt das Kochbuch «A.Vogel für Geniesser» mit über 80 Rezepten für Feinschmecker und Liebhaber auserlesener Zutaten. Die Rezepte sind rundum gelingsicher und machen einfach Spaß. Wer gesundes Essen genießen will, findet hier das Beste, was die frische und vollwertige Naturküche zu bieten hat. Felix Häfliger/Ingrid Schindler, „A.Vogel für Geniesser“, 179 Seiten, ISBN 978-906404-21-9, CHF 38.–/Euro 22.50. Erhältlich im Buchhandel oder unter www.avogel.ch/www.avogel.de

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14.08.2009 14:07:23 Uhr


Norden aktuell

DMSG Mecklenburg-Vorpommern

Firma mit Herz

Sanitätshaus Kowsky ist Partner der Multiple Sklerose Gesellschaft Betroffene und Familienangehörige unseren ersten landesweiten MS-Tag. Interessante Workshops, 22 Infostände und Vier-Augen-Gespräche zwischen Ärzten und Patienten halfen, das Wir-Gefühl zu stärken.“ Nicht möglich gewesen wäre der Tag ohne Sponsoren. „Das Schweriner Sanitätshaus Kowsky beispielsweise unterstützt uns seit 20 Jahren und steht uns als verlässlicher Partner bei der Versorgung von Patienten zur Seite“, sagt Gudrun Schoefer und fügt scherzhaft hinzu: „Wenn alle Unternehmen sich so engagieren würden, würde man das nicht aushalten. Nein im Ernst, es ist ein sehr engagiertes Unternehmen, das immer ein Ohr für uns hat.“ Sybille Koppelwiser, die Filialleiterin des Sanitätshauses, begründet ihr Engagement so: „Wir sind ein kleines mittelständisches Unternehmen und haben uns entschieden, die Gelder nicht zu streuen. Wenn wir jemanden unterstützen, dann richtig. Wir haben uns für die DMSG entschieden.“ Auch ehrenamtlich begleitet Sybille Koppelwiser MS-Kranke - als Vorstandsvorsitzende im Förder-

kreis, der vor elf Jahren zugunsten der DMSG im Land zum Leben erweckt wurde. „Ich sehe, wie sich das Leben dieser Menschen verändert und helfe ihnen, es zu meistern.“ Kontakt bzw. Infos zur DMSG unter (0385) 3922022 und www.dmsg.de/mv. Foto: Anja Bölck

Wohl kaum ein Verein, der sich für kranke Menschen einsetzt, zieht in Mecklenburg-Vorpommern so erfolgreich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich wie der Landesverband M-V der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG). Das liegt vor allem an der engagierten Vorstandsvorsitzenden Gudrun Schoefer, die sich seit Jahren für Menschen mit der Nervenkrankheit Multiple Sklerose (MS) einsetzt. Hinter MS verbirgt sich eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems, die ganz unterschiedlich schleichend verlaufen kann und meist im frühen Erwachsenenalter beginnt. Im Landesverband M-V, der nach der Wende gegründet wurde, werden derzeit mehr als 1200 Menschen mit MS und deren Angehörige in 33 Selbsthilfegruppen, drei Beratungs- und Geschäftsstellen und zwölf Stammtischen von mehr als 130 ehrenamtlichen und fünf hauptamtlichen Mitarbeitern betreut. „Außerdem laufen jedes Jahr vielfältige Veranstaltungen“, sagt Gudrun Schoefer. „Erst kürzlich, am 9. Mai, besuchten 250

Eine starke Truppe: Die Mitarbeiter des Landesverbandes der Multiple Sklerose-Gesellschaft Bettina Bräutigam, Gudrun Schoefer und Gina Stricker (v. li.) zählen auf die Hilfe von Sybille Koppelwiser und Gerd Sommer vom Sanitätshaus Kowsky.

Etwas für sich bewegen Die MOTOmed-Therapie lässt sich auch prima zuhause anwenden eine Antispasmus-Steuerung erkenne der Trainer, wenn Verkrampfung aufkommt Foto: Reck-MOTO-med

Wie lassen sich meine Eigenkräfte stärken? Wie kann ich meine Muskeln auflockern? Wie werde ich beweglicher? Solche Fragen bekommt Gerd Sommer im Sanitätshaus häufig von Menschen gestellt, die an Multiple Sklerose erkrankt sind. „Versuchen Sie es mit der MOTOmed Bewegungstherapie“, rät der Experte ihnen dann. „Die lässt sich ganz einfach zuhause anwenden. Sie brauchen nicht mehr Platz als ein Stuhl. Es handelt sich dabei um einen Heimtrainer, der sich individuellen Bedürfnissen anpasst und auch vom Bett oder Rollstuhl aus bedient werden kann.“ Das Gerät lasse sich aktiv mit Muskelkraft bewegen oder passiv mit Motorunterstützung. Durch

Der MOTOmed-Heimtrainer hilft, die Eigenkräfte zu entdecken und zu aktivieren. So lassen sich eigene Behandlungserfolge erzielen.

und lockere daraufhin die Muskulatur. Durch eine bessere Durchblutung werden Arme und Beine beweglicher. So steigert der MOTOmed-Trainer das Wohlbefinden, die Selbstständigkeit und Lebensqualität. Aus diesem Grunde übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Therapie. Wer interessiert ist, schaut am besten im Sanitätshaus Kowsky in SchwerinSüd oder auch in Neumünster vorbei. „Probieren geht über studieren“, sagt Gerd Sommer. „Wir suchen dann gemeinsam das passende Gerät aus.” Frank Düsterhöft/Schwerin live

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14.08.2009 13:44:25 Uhr


Gesundheit im Alltag

Erkältungsbeschwerden

Großmutters Hausmittel bei

Fotos: Shutterstock

Schnupfnase, Husten Erkältungsbeschwerden: Vorbeugen und lindern

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Wenn sich die Viren erstmal breit machen, dann gilt weitestgehend die Volksweisheit: „Die Erkältung kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage.“ Denn: Eine Erkältung dauert durchschnittlich sieben bis neun Tage. Der Körper braucht jetzt viel Ruhe und Schlaf, um mit den Erregern fertig zu werden. Bei einer harmlos verlaufenden Erkältung (grippaler

Infekt) können neben Medikamenten altbewährte Hausmittel aus Großmutters Zeiten Linderung verschaffen. Laut Forsa-Umfrage setzen 63 Prozent aller Frauen sie gern ein. Unabhängig vom Geschlecht sind Hausmittel generell insbesondere bei Menschen mittleren Alters und bei Älteren beliebt: 65 Prozent der 45- bis 59-Jährigen und 68 Prozent der ab 60-Jährigen vertrauen auf ihre Wirkung.

Was tun bei Schnupfen? Auch wenn eine triefende Nase ganz schön nervt, diese Reaktion des Körpers fördert das Gesundwerden. Denn der Schnupfen transportiert die unerwünschten Krankheitserreger wieder ab. Erkälteten Menschen rät Dr. Stefanie Albers, DAK-Expertin für Arzneimittel, möglichst viel zu trinken. Denn dann bleiben Atemwege und Nasenschleimhaut feucht. Zwei Liter am Tag sollten es schon sein. Am besten geeignet sind Wasser, Kräutertees oder Brühe. Aber auch Gesichtsdampfbäder lindern die Schnupfenbeschwerden, lassen die entzündeten Nasenschleimhäute wieder abschwellen, verflüssigen festsitzendes Sekret und befreien die Atemwege. In eine Schüssel zwei Liter kochend heißes Wasser

gießen, eine Handvoll Kamillenblüten (gibt es in der Apotheke) dazugeben, 15 Minuten abgedeckt stehen lassen, bis man sich am heißen Dampf nicht mehr verbrühen kann. Das Gesicht (Augen schließen!) für etwa zwölf Minuten darüberhalten - dabei ein großes Frottiertuch so über Kopf und Schultern legen, dass der Dampf nicht entweichen kann. Sinnvoll sind außerdem entspannende Erkältungsbäder mit ätherischen Ölen (z. B. Eukalyptus, Menthol oder Fichtennadeln). Sie befreien die Nase und regen zudem die Durchblutung des Körpers an. Um den Schnupfen samt des Sekrets schnell wieder los zu werden, können Betroffene zudem Nasentropfen mit reiner Salzlösung nehmen.

Hilfe bei Husten Weil der Schleim, der zur Virenund Bakterienbekämpfung produziert wird, abtransportiert werden muss, plagen sich die Patienten mit lästigem Hustenreiz herum. Schleimlöser sind z. B. Thymian, Spitzwegerich und Pfefferminze: Jeweils eine Handvoll davon in einem Liter Wasser kochen, absei-

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egen und ein rauer, kalter Wind - das oft ungemütliche Wetter im Herbst bietet perfekte Bedingungen für Erkältungsviren. Wen es kalt erwischt, der fühlt sich schlapp, der Schädel dröhnt, die Nase läuft, der Hals schmerzt und alle Glieder tun weh. Etwa 47 Prozent der volljährigen Bundesbürger haben ein- bis zweimal pro Jahr eine Erkältung, zwölf Prozent plagen sich sogar öfter damit herum und 40 Prozent erkranken so gut wie nie. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa aus dem vergangenen Jahr.

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· zielführende Teamsitzungen? hen, abkühlen lassen und mit Honig (stärkt die Abwehrkräfte, beruhigt den Hals) süßen. Ein gutes Mittel bei Husten ist außerdem Zwiebelsaft: Zwiebeln klein schneiden, zuckern und mit wenig Wasser kochen. Von dem abgekühltem Sud alle drei Stunden einen Esslöffel voll einnehmen. Für Kinder empfiehlt Dr. Stefanie Albers vitaminhaltigen Hustensaft: Unbehandelte Zitronen in Scheiben schneiden, mit Zucker bestreuen, über Nacht stehen lassen. Dann hat sich ein ZitronenSirup abgesetzt, von dem man jeden Tag drei Esslöffel voll einnimmt.

Fieber und Halsschmerzen Kalte Wadenwickel können bei Fieber helfen. Bis die Körpertemperatur wieder gesunken ist, müssen sie immer wieder ausgetauscht werden. Tut der Hals weh, sind wiederum warme Wickel zu empfehlen. Außerdem sollte mit warmem Kamillen- oder Salbeitee gegurgelt werden. Das hat sich bei Entzündungen bewährt.

Lieber einmal mehr zum Arzt...

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So gut Hausmittel auch bei harmlos verlaufenden Erkältungen sind, den Weg zum Arzt sollte man nicht scheuen. Er kann eine genaue Diagnose stellen. Schmerzt z. B. die Stirn und der Augenbereich, könnten auch die Nasenhöhlen beteiligt sein. Darauf weist die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hin. Auch wenn der Auswurf eitrig und blutig ist, beim Atmen oder Husten Schmerzen auftreten, das Fieber über 39 Grad steigt oder länger als zwei bis drei Tage andauert, sollte man eine Arztpraxis aufsuchen. Schwangeren, Frauen, die noch stillen, oder Kindern unter sechs Jahren wird ebenfalls empfohlen, in die Sprechstunde zu gehen.

Tipps zur Vorbeugung Wegen der vielen Erreger ist eine Impfung gegen Erkältung leider nicht möglich. Man kann aber einige Ratschläge beherzigen, damit es einen seltener erwischt. Die Experten der AOK Gesundheitskasse raten zu mehr Abstand zu den Mitmenschen (z. B. in Bussen, Bahnen, Warteschlangen), weil sich die Erkältungsviren schnell verbreiten. Händeschütteln, Umarmungen und Küsse sind in Erkältungszeiten tabu. Häufiges Händewaschen hilft ebenfalls, die Ansteckungsgefahr zu verringern. Denn: Die Erreger sitzen an Griffen, Telefonen, Computertastaturen oder Schranktüren und können dort mühelos stundenlang überleben. Zu Hause sollte man für ein gesundes Raumklima sorgen. Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus. Deshalb: Regelmäßig lüften und die Zimmer nicht überheizen. Kalt-warme Wechselduschen, ausreichend Schlaf, körperliche Aktivität und wenig Stress stärken das Immunsystem. Wer selbst schon erkältet ist, kann auch etwas tun, damit sich andere nicht so leicht anstecken: Beim Niesen und Husten immer die Hand vorhalten und Hände regelmäßig waschen! Und dann gilt es noch mit der weit verbreiteten Annahme aufzuräumen Vitamin C sei die Wunderwaffe gegen Erkältungen. Eben nicht, sagen die Experten der AOK. Eine Analyse von mehr als 50 Untersuchungen habe gezeigt, Vitamin C schütze nicht vor Erkältungen. Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung sind zwar immer viel Obst und Gemüse angesagt, weil dies das Immunsystem stärkt. Darüber hinaus bringt eine zusätzliche Zufuhr von Vitamin C aber nichts - zumal ein Zuviel an Vitamin C mit dem Urin wieder ausgeschieden wird.

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Weiterführende Infos rund um Hausmittel gibt es in Apotheken und bei den Krankenkassen. In den Geschäftsstellen der DAK ist die Broschüre „Kräuter helfen heilen“ mit Tipps zu Anwendung und Wirkungsweise von Heilkräutern kostenlos erhältlich. ih

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Fachwissen

Blasenschwäche

Wenn Mama sagt, sie bleibt lieber zu Hause...

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ir leben im 21. Jahrhun- Die häufigsten Auslöser sind: dert und fühlen uns bei Männern: weitestgehend aufge• Prostatavergrößerung klärt. Doch viele Menschen haben Beschwerden, die aufgrund • Folge von Operationen von gesellschaftlicher Tabuisiebei Frauen: rung wenig im Blickpunkt der • Entbindung Öffentlichkeit stehen. Das Thema Blasenschwäche ist eines davon. • Wechseljahre Wir möchten in dieser Ausgabe dar• Schwaches Bindegewebe über berichten, um Brücken zu bauWeitere Auslöser: en und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie betroffene Menschen zu mehr • Neben- und Wechsel wirkungen von Lebensqualität oder sogar zur Hei Medikamenten lung verholfen werden kann.

Auf jeden Fall muss der Hausarzt oder Urologe aufgesucht werden, denn das Verheimlichen der Beschwerden kann viele Jahre Lebensqualität kosten. Dabei ist es durchaus möglich, auch mit Inkontinenz ein normales Leben zu führen. Wird der Arztbesuch aus Scham gemieden, führt die dauernde Unsicherheit vor der z. B. auftretenden Geruchsbelästigung nicht selten zu Isolation und Vereinsamung. Beim Arzt wird geklärt, in welcher Form sich die Inkontinenz zeigt und wie bei den drei leichteren Formen geholfen werden kann.

I Dranginkontinenz: Diese Form ist auf eine Überaktivität der Blase zurückzuführen. Die Betroffenen spüren plötzlich extrem starken Harndrang. Kurz danach ziehen sich die Muskeln der Blase zusammen und es wird - meistens ohne die Toilette rechtzeitig aufsuchen zu können - Urin ausgeschieden. Hier helfen Medikamente und Toilettentraining.

II Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz) Diese Form ist mit zunehmendem Druck im Bauchraum und geschwächter Beckenbodenmuskulatur verbunden. Die erschlafften Beckenmuskeln können einem plötzlichen Druckanstieg in der Blase nicht mehr standhalten, sodass der Urin unfreiwillig abfließt. Der Druck entsteht bei anstrengenden Tätigkeiten wie: Laufen, Heben von schweren Gegenständen, aber auch beim Niesen, Husten oder sogar Lachen. Hier helfen Medikamente, Beckenbodentraining oder Elektrostimulation.

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Fotos: Shutterstock

Unter dem medizinischen Begriff „Inkontinenz“ (lat. Incontinetia - nicht bei sich behalten können) versteht man das Unvermögen, Urin und/oder Stuhlgang bewusst und kontrolliert zurückzuhalten. Ab dem 50. Lebensjahr ist jede 3. Frau und jeder 10. Mann von Blasenschwäche betroffen. Der unwillkürliche Harndrang ist aber nicht auf ein bestimmtes Alter beschränkt. Auch 30- bis 40-Jährige kennen dieses Problem. Inkontinenz tritt in unterschiedlichen Formen auf. Ursache kann eine Störung des Nervensystems oder der Blasenmuskulatur sein.

• Bewegungsmangel • Übergewicht • Diabetes mellitus • Chronischer Husten • Chronische Verstopfung • Blasenentzündung • Seelische Probleme • Parkinson-Krankheit • Alzheimer-Krankheit

Was kann man tun?


Fachwissen

Blasenschwäche Seien Sie aufmerksam, wenn Personen versuchen, ihr Problem zu verheimlichen und helfen Sie ihnen, über ihre Sorgen zu reden und sich von einem Arzt helfen zu lassen. Bei kleinen Beschwerden reicht häufig schon die Beratung in einem Sanitätshaus oder ähnlichen Beratungsstellen aus. bb

Wichtig: Ab dem 50. Lebensjahr ist jede 3. Frau und jeder 10. Mann von Blasenschwäche betroffen. Moderne Hygiene-Hilfsmittel und offener, unverkrampfter Umgang mit dem Problem ermöglichen ein Leben nahezu ohne Einschränkungen.

Möglichkeiten der Bei dieser Form handelt es sich um Kostenübernahme III Überlaufinkontinenz

Fotos: Shutterstock

eine Abflussbehinderung der Harnblase. In den meisten Fällen sind davon Männer betroffen. Die Ursache dafür ist eine Einengung der Harnröhre, z. B. durch eine altersbedingte Prostatavergrößerung. Es können nur wenig Harntropfen ausgeschieden werden und die Blase wird überdehnt. Um Schmerzen zu vermeiden, wird der Betroffene katheterisiert, um die Blase völlig zu entleeren. Oder er wird chirurgisch behandelt. Ist die Form der Inkontinenz festgestellt und sind die Behandlungsmethoden geklärt, wird die Beratung für das passende Inkontinenzmaterial wie Hosen und Einlagen vorgenommen. Wichtig für die optimale Anpassung ist, dass die Beratung von ausgebildeten Krankenschwestern durchgeführt wird. Diese finden Sie z. B. in gut aufgestellten Sanitätshäusern. Entscheidungskriterien für eine optimale Versorgung sollten sein:

Bei den Verbrauchsmaterialien wie z. B. den Einlagen, übernimmt die Krankenkasse meistens die Kosten für die Basisausstattung. Der Arzt sollte einen der folgenden Gründe auf die Verordnung (Rezept) schreiben: Das Inkontinenz-Material ermöglicht die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, dient der Behandlung einer Krankheit (wie Dekubitus) oder der Prävention (bei einer Demenzerkrankung).

• Die persönliche Aktivität und Mobilität • Das Fassungsvermögen der Produkte • Die Hautfreundlichkeit der Materialien • Die Passform

• Vorbeugung von Harnwegs infektionen durch Körperpflegeprodukte • Toilettentraining (optimalen Zeitpunkt für die Blasenent leerung finden und üben) • Übungen zur Stärkung der Beckenbodenmuskeln • Blasenkatheterisierung • Pharmakotherapie (Medikamente) • Chirurgische Behandlung (OP)

(Einlagen und Hosen müssen optimal passen, damit der Auslaufschutz funktioniert.)

• Diskretion der Produkte

(Kein Rascheln oder Knistern darf hörbar sein)

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Menschen mit Inkontinenz trinken weniger, um den Urinverlust zu mindern. Sie sollten aber weiterhin die notwendige Menge von 1,5 bis 2 Litern Flüssigkeit pro Tag trinken. Nieren und Blase müssen durchspült werden, um Infektionen der Harnwege zu verhindern. Wichtig: Zur Reinigung der Haut sollten Wasser und ph-neutrale Waschlotionen verwendet werden. Zur Hautpflege gegen Austrocknung sollten ausschließlich W/O-Produkte (Wasser-in-Öl) oder spezielle Hautpflegeprodukte verwendet werden.

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Maßnahmen, die neben der Anwendung von Inkontinenzprodukten hilfreich sein können: • Korrekte Flüssigkeitszufuhr (1,5 bis 2 Liter am Tag)

• Richtige Diät und regelmäßige Stuhlentleerung • Reduzierung des Übergewichtes • Modifikation der Umgebungsfaktoren (einfacher Zutritt zur Toilette, Bekleidung, die schnell ausgezogen werden kann)

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Fachwissen

Pflegeversicherung & Patientenrecht

Pflegeversicherung & Patientenrecht Damit der eigene Wille zählt: Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung Gerade in den ernsten Phasen des Lebens ist es wichtig, dass der eigene Wille zählt. Infolge schwerer Krankheiten (z. B. Demenz) können wir geistig oder körperlich so stark beeinträchtigt werden, dass wir unseren Willen nicht mehr äußern können. Oder stellen Sie sich vor, Sie haben einen Unfall und fallen ins Koma. Wer spricht dann für Sie? Bestimmen Sie, was in solch einem Notfall geschehen soll und treffen Sie Vorsorge, dass Ihr eigener Wille gilt. Was ist eine Vorsorgevollmacht? In einer Vorsorgevollmacht bevollmächtigt man eine Person seines absoluten Vertrauens, die alle notwendigen Entscheidungen und Angelegenheiten regeln soll, wenn man selbst dazu nicht mehr in der Lage ist. Zum Beispiel ist der Ehepartner nicht automatisch entscheidungsbefugt, auch er braucht eine Vollmacht. Alle Handlungen des Bevollmächtigten sind verbindlich. Die Vollmacht sollte folgende Bereiche abdecken: - - - - - -

Vermögen Wohnungs- und Mietangelegenheiten Aufenthaltsbestimmung Gesundheitssorge und Pflegebedürftigkeit Behörden- und Ämtervertretung Vertretung vor Gerichten

Was ist eine Betreuungsverfügung? In einer Betreuungsverfügung legt man fest, wer die notwendigen Entscheidungen und Angelegenheiten regeln soll, wenn man selbst nicht mehr dazu in der Lage ist. Man benennt einen „Betreuer“, der vom Vormundschaftsgericht offiziell eingesetzt und kontrolliert wird (hier liegt der Unterschied zur Vorsorgevollmacht). Es ist auch möglich, unerwünschte Personen als Betreuer auszuschließen.

Kurz notiert: Vorsorge für die Regelung von: 1. Finanzen, Wohnungs- oder Behördenangelegenheiten - Gibt es keine Vertrauensperson, so hilft die Betreuerverfügung. - Haben Sie eine Vertrauensperson, so hilft die Vorsorgevollmacht. 2. Schwere Krankheit (z. B. Koma) und Sterbeprozess: - Hier entscheidet die Patientenverfügung

Was ist eine Patientenverfügung?

Ist eine Patientenverfügung verbindlich?

In einer Patientenverfügung legt man fest, wie man in aussichtslosen Krankheitssituationen medizinisch behandelt und gepflegt werden möchte. Zum Tragen kommt die Verfügung nur, wenn man sich selbst nicht mehr dazu äußern kann. Denn dann ist der behandelnde Arzt verpflichtet, zusammen mit den Angehörigen und dem Hausarzt den „mutmaßlichen“ Willen des Patienten zu ermitteln. Bleiben hier Zweifel, ist der Arzt verpflichtet, alle nur irgendwie möglichen, lebenserhaltenden und -verlängernden Maßnahmen vorzunehmen. Angehörigen und Ärzten können schwierige Entscheidungen erleichtert werden, wenn wir für solche Fälle vorsorgen.

Mit seiner Entscheidung vom 18. Juni 2009 hat der Gesetzgeber endlich Klarheit geschaffen: Patientenverfügungen sind bindend und Ärzte verpflichtet, sich an Ihren schriftlich verfassten Willen zu halten.

Beachten Sie folgende Punkte: - Die Verfügung muss von Ihnen unterschrieben sein. Die Unterschrift sollte nicht älter als zwei Jahre sein. -

Es muss eindeutig sein, dass Sie bei der Formulierung und Unterzeichnung im Vollbesitz Ihrer geistigen Kräfte waren.

- Ihr Wille muss eindeutig nachvollziehbar sein. - Stellen Sie sicher, dass Ihre Unterlagen bei Bedarf gefunden werden.

Vordrucke finden Sie unter: www.bmj.de (Betreuungsrecht) oder www.hospiz.de

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Fachwissen

Pflegeversicherung & Patientenrecht

Ein Pflegebett auf Pflegeversicherung Leistungen für pflegende AngeRezept hörige - kurz notiert:

Fotos: Shutterstock

Menschen mit Handicaps, für die das Einoder Aussteigen bzw. das Aufrichten in einem herkömmlichen Bett nicht mehr möglich ist, brauchen ein Pflegebett. Auch bei langfristiger Bettlägerigkeit ist die Anschaffung eines speziellen Bettes mit besonderer Lagerung notwendig. Dank ihrer speziellen Funktionen passen sich Pflegebetten den Bedürfnissen der pflegebedürftigen oder behinderten Menschen an. Genauso wichtig ist es für die pflegende Person, dass eine gesundheitsschonende Arbeitsweise möglich ist. Die verstellbare Liegefläche eines Pflegebettes schont z. B. den Rücken des Betreuers und ermöglicht somit auch eine bessere Pflege. Ein Pflegebett kostet zwischen 1500 und 5000 Euro. Ist eine Pflegestufe vorhanden, kann das Bett über den Hausarzt oder den medizinischen Dienst bei der Kranken- beziehungsweise Pflegekasse beantragt werden. Wird das Bett genehmigt, bekommt man es von einem Sanitätshaus als Leihgabe geliefert. Folgende Punkte sind beim Pflegebett zu beachten: Das Bett sollte Rollen haben und eine höhenverstellbare Liegefläche sowie verstellbare Kopf- und Fußteile. Der Anbieter sollte zudem für die Wartung sorgen. Bei der Wahl der richtigen Matratze ist kompetente Beratung nötig. Zum Beispiel senken spezielle Schaumstoffmatratzen den Auflagedruck und reduzieren das Risiko eines Druckgeschwürs.

Viele pflegebedürftige Menschen haben den Wunsch, in den eigenen vier Wänden gepflegt zu werden und viele Angehörige möchten sich auch um ihre pflegebedürftigen Verwandten kümmern. Die Pflegeversicherung bietet verschiedene Leistungen, Hilfestellungen und Absicherungen, um den pflegenden Angehörigen die Pflege zu Hause zu erleichtern.

Leistungen bei Verhinderung der Pflegeperson Macht eine private Pflegeperson Urlaub oder ist durch Krankheit vorübergehend an der Pflege gehindert, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten einer Ersatzpflege für längstens vier Wochen je Kalenderjahr, die so genannte Verhinderungspflege. Bis max. 1470 Euro für längstens vier Wochen je Kalenderjahr. Dieser Anspruch besteht nicht sofort bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit, sondern erst nachdem die Pflegeperson den Pflegebedürftigen mindestens sechs Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt hat.

wiederherstellen (z. B. Badumbau). Ziel solcher Maßnahmen ist es insbesondere, eine Überforderung der Pflegekraft zu verhindern. Bei der Bemessung des Zuschusses wird ein Eigenanteil erhoben, der sich nach dem Einkommen der oder des Pflegebedürftigen richtet. Infos zur Pflegeversicherung: Sozialberatungen in Kliniken und Krankenhäusern. Oder im Internet auf den Seiten des Bundesgesundheitsministeriums. (Unter www.bmg. bund.de in der Rubrik „Pflege“) Hilfe bei Umbaumaßnahmen: Reha-Abteilungen der Sanitätshäuser und Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz.

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Unterstützung für Maßnahmen zur Wohnungsanpassung im Pflegefall Die Pflegekasse zahlt unabhängig von der Pflegestufe auf Antrag bis zu 2557 Euro als Zuschuss für Anpassungsmaßnahmen, die die häusliche Pflege in der Wohnung ermöglichen, erleichtern oder eine möglichst selbstständige Lebensführung des Pflegebedürftigen 090327_GesundheitimNorden_100x70

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Foto: Shutterstock

Kommentar

Neulich, im Rollstuhl:

Foto: Anja Teufel

Gerda Behrends, geboren 1956, ist seit ihrem 2. Lebensjahr nach einer Polioerkrankung auf die Benutzung eines Rollstuhles angewiesen. Die Meeresbiologin ist seit Langem in der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung aktiv. 1999 hat sie die Forschung aufgegeben, um auch hauptamtlich behindertenpolitisch tätig zu sein. Sie ist jetzt beim Landesverband Schleswig-Holstein der Lebenshilfe im Projekt „Inklusionsbüro“ tätig und arbeitet außerdem ehrenamtlich im Vorstand des Vereins „Unterwegs ohne Grenzen e.V.“.

Neulich,

im Rollstuhl:

von Gerda Behrends

Hätten Sie’s gewusst? Im März dieses Jahres trat nach der Ratifizierung in Deutschland die UNKonvention zum Schutze der Rechte und der Würde von Menschen mit Behinderung in Kraft. Im Artikel 8 der UN-Konvention („Bewusstseinsbildung“) ist festgeschrieben, dass die Vertragsstaaten dafür Sorge tragen sollen, durch geeignete Maßnahmen auf allen Ebenen ein Bewusstsein für die Situation von Menschen mit Behinderung sowie für ihre Rechte und Würde zu schaffen.

Ist das denn nötig?

Zum 5. Mai, dem europäischen Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, hatte die Aktion Mensch/dieGesellschafter einen Fragebogen mit Fragen zum Leben mit Behinderung ausgearbeitet. Wie bei einem Autoführerschein gab es verschiedene Antworten zur Auswahl. Wer alle Fragen richtig beantwortet hatte, konnte stolz einen „Gesellschafter-Führerschein“ sein Eigen nennen. Auch in Kiel und in Neumünster füllten am 5. Mai zahlreiche Menschen diese Fragebögen aus.

Dabei stellte sich heraus, dass nur sehr wenige Menschen über ein Leben mit Behinderung Bescheid wissen. Wirklich ALLE Fragen wurden fast nie richtig beantwortet. Ach - nur knapp 5 % aller Behinderungen sind angeboren? Viele hatten gedacht, man könne Behinderung mit vorgeburtlichen Untersuchungen verhindern, aber das geht dann ja gar nicht?? Die restlichen 95% der Behinderungen werden im Laufe des Lebens erworben?! Dann kann Behinderung jederzeit jede und jeden treffen! Richtig, und geht somit auch jede und jeden etwas an. Behinderung ist also tatsächlich ein gesamtgesellschaftliches Problem. Hätten Sie gewusst, wie hoch der prozentuale Anteil von Menschen mit Behinderung an der Gesamtbevölkerung ist? Rund jeder zehnte Mensch ist von einer Schwerbehinderung betroffen – aber wo sind denn alle diese Menschen?? Kennen Sie Menschen mit Behinderung? Zum Beispiel aus der Schule? Aber was ist das nun wieder: in Deutschland besuchen

nur etwa 30% der Kinder mit besonderem Förderbedarf eine Regelschule; in anderen europäischen Ländern liegt der Prozentsatz bei 80%!? Das geht also?! Wenn Kinder miteinander aufwachsen, kann auch das Verständnis füreinander wachsen – eine Voraussetzung für ein gleichberechtigtes Miteinander. Zahlen sagen nicht alles - gerade in der Schule kommt es natürlich auch sehr auf die Qualität des Unterrichtes an. Sie machen aber sehr deutlich, dass es immer noch ein weiter Weg ist, bis Menschen mit Behinderung wirklich dort angekommen sind, wo sie hingehören: nämlich mitten in die Gesellschaft! Und die Aktionen am 5. Mai haben gezeigt, dass der Artikel 8 der UNKonvention tatsächlich nötig ist.

Gerda Behrends

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Gesundheit im Alltag

Diabetes Operation

Fotos: Ingrid Haese

Diabetes

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Nie wieder Blutzucker messen! Gabriele Neumann wurde in Monheim erfolgreich operiert

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Gabriele Neumann suchte schließlich Rat bei anderen Übergewichtigen, besuchte eine Adipositas („Fettsucht“) - Selbsthilfegruppe in Schleswig, obwohl sie mit ihren 100 Kilogramm dort eher ein „Leichtgewicht“ war. In der Runde erfuhr sie das erste Mal von Dr. Michael Frenken. Der Chefarzt der

Die alten Blutzucker senkenden Tabletten werden entsorgt.

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Fotos: Ingrid Haese

as hätte sich Gabriele Neumann aus Neumünster wirklich nicht träumen lassen: Eine einzige Operation machte sie wieder zu dem lebenslustigen und glücklichen Menschen, der sie so lange gewesen war. Und das kam so: Die heute 45-Jährige war jahrelang in ärztlicher Behandlung wegen der Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus Typ 2 (Zuckerkrankheit). Um den damit verbundenen erhöhten Blutzuckerspiegel wieder auf ein Normalmaß zu bringen, schluckte sie sieben Jahre Tabletten, spritzte drei Jahre lang Insulin. Aber ihr Diabetes ließ sich trotzdem nicht gut einstellen. Die sonst so fröhliche Frau wurde depressiv, fühlte sich abgespannt und schlapp.


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Gesundheit im Alltag

Nur noch selten in Gebrauch: das Blutzuckermessgerät.

Fotos: Ingrid Haese

Chirurgischen Abteilung des St. Josef Krankenhauses in Monheim (Nordrhein-Westfalen) hatte schon vielen Patienten mit sogenannten anti-diabetischen intestinalen BypassOperationen (ADIB) helfen können. Gabriele Neumann besorgte sich sofort einen Termin bei Dr. Frenken, denn das St. Josef Krankenhaus ist bundesweit das einzige, in dem diese ADIB-Operationen durchgeführt werden. Von dem Arzt erfuhr sie schließlich, dass für sie eine Darmoperation durchaus sinnvoll sein könnte. Weil fast alle Typ-2-Diabetiker nach dieser OP völlig ohne Insulinspritzen und Blutzucker senkende Medikamente auskommen, entschied sich auch Gabriele Neumann für diesen Eingriff. Im April 2009 war es dann soweit. Während der fünfstündigen Operation führte Dr. Frenken einen sogenannten „Duodenalen Switch“ durch, das heißt, er entfernte einen Teil des Magens, formte aus dem Rest einen schmalen Schlauch, durchtrennte hinter dem Magenausgang den Zwölffingerdarm. Bei einer Länge von 2,5 Metern (von unten gemessen) durchtrennte er den Dünndarm, schloss das eine Ende an den Magenschlauch an, nähte das andere Ende an den Dünndarm (von unten gemessen bei einer Länge von einem Meter). Nach der Darmoperation musste sich Gabriele Neumann erstmal wieder erholen. „Ich hatte ein aufgedunsenes Mondgesicht“, erinnert sie sich schmunzelnd, „aber das war ja nicht weiter schlimm“. Viel unangenehmer sei hingegen das ständige Hungergefühl gewesen, denn in den ersten Tagen nach der OP habe sie nur flüssige Kost zu sich nehmen dürfen. „Angefangen hat es mit Wasser oder Tee, steigerte sich auf Bouillon, bis es dann ab dem

Blasenschwäche zehnten Tag endlich schon Püree gab. Meine Güte, was hatte ich Sehnsucht nach Essen“, erzählt sie lachend. In Erinnerung sind ihr auch die Schläuche geblieben: „Ich hatte eine Magensonde durch die Nase, einen Zugang am Hals und Wundsekretschläuche im Bauchraum.“ Als der erste Schlauch entfernt wurde, sei sie sehr glücklich gewesen, habe das mit dem Aufspringen einer Blumenknospe verglichen. Nach dem Entfernen des zweiten Zugangs, habe sie sich dann vorgestellt, die zarte Blüte öffne sich jetzt immer ein Stückchen weiter. Und als der letzte Schlauch weg war, habe sie eine strahlend schöne Blüte vor sich gesehen. „Ich bin Dr. Frenken und seinem Team unheimlich dankbar, weil sie mich so toll betreut haben und es mir heute so gut geht“, betont Gabriele Neumann. „Ich habe 15 Kilo abgenommen, muss den Blutzucker nicht mehr regelmäßig messen und bin endlich wieder der Strahlemann von früher, voller Kraft und Energie“, freut sie sich. Und mit der notwendig gewordenen Ernährungsumstellung kommt die gelernte Altenpflegerin mit eigenem Betreuungsdienst in Neumünster auch gut zurecht: „Jetzt esse ich eben eiweißreiche Nahrung, viele Milchprodukte, Fisch und wenig Fett“, sagt sie. Lebenslang Pflicht sind ebenfalls ergänzende Vitamine, Spurenelemente und Mineralien wie zum Beispiel Vitamin D3, Vitamin B12 oder Kalzium. Aber das, sagt Gabriele Neumann, mache ihr nun wirklich nichts aus. C

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Gesundheit im Alltag

Krampfadern

Krampfadern – Ein unabwendbares K

rampfadern sind in industriealisierten Ländern ein häufig verbreitetes Problem. Etwa jede 4. Frau, 15% der Männer und mehr als die Hälfte der über 50-Jährigen leiden an Krampfadern. Krampfadern (aus dem lateinischen: Varix, der Knoten) sind nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern können zu schmerzhaften Schwellungen in Knöchel und Beinen führen. Langfristig kann es durch den Rückstau des Blutes auch zu ausgeprägten Hautschädigungen kommen. In etwa 1% aller Fälle kann es sogar zum „Offenen Bein“* kommen. Gesunde Beine beginnen mit dem Wissen über Venenkrankheiten, Informationen zu möglichen Behandlungen und der Beachtung einiger Richtlinien für Ihre Gesundheit.

Schicksal?

Häufig zeigen sich bereits in der Jugend die ersten Symptome. Besenreiser und Krampfadern sind Anzeichen, die spezieller Aufmerksamkeit bedürfen. Das Gefühl von schweren, müden und geschwollenen Beinen kann bereits ohne eine sichtbare venöse Krankheit vorhanden sein. Wichtige Faktoren wie Vererbung, Übergewicht, Berufe, welche langes Stehen oder Sitzen erfordern, können das Risiko für die Entstehung von chronischen Venenleiden verstärken. Im Sommer und in den Tagen vor der Monatsblutung nehmen die Beschwerden zu. Nächtlich wird vermehrt über Wadenkrämpfe geklagt. Um die Diagnose eines Krampfaderleidens zu sichern, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Dieser wird Sie dann zu einem geeigneten Arzt überweisen.

Auch Venen können schlappmachen: 1

Das Herz pumpt das Blut aus den Beinen ganze anderthalb Meter nach oben. Das tut es unentwegt. Tag für Tag. Die Venen transportieren Blut. Es fließt dabei durch oberflächliche und tiefe Venen, die miteinander verbunden sind. Die Seitenäste der beiden oberflächlichen Stammvenen in den Beinen schlängeln sich gut erkennbar unter der Haut. Sie verzweigen sich an der Oberfläche zu feinsten Äderchen, die als Besenreiser sichtbar werden können. Die tiefen Venen sind von außen nicht zu sehen, sie stecken tief zwischen den Muskeln in den Oberund Unterschenkeln. Hinter jeder nach oben geschobenen Portion Blut schließen sich die schaufelförmigen Venenklappen. So verhindern sie, dass das Blut der Schwerkraft

1) Gesunde Vene Das Blut fließt nach oben, die geschlossenen Venenklappen verhindern den Rückfluss. a: Venenklappe offen b: Venenklappe geschlossen

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2

Was ist passiert?

a

2) Kranke Vene Die Venenklappen schließen nicht mehr, Blut fließt zurück und staut sich in den Venen. c: verkrümmte Venenwand

c

3) Vene mit Kompressions­strumpf Kompressionsstrümpfe drücken die Venen zusammen, der Blutfluss normalisiert sich.

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Gesundheit im Alltag mehr Blut in den Beinen. Schließlich überdehnen sich die Adern und das Blut sucht sich seinen Weg durch die oberflächlichen Venen - und schon sind sie da, die Krampfadern.

Druckverteilung im Kompressionsstrumpf:

40% 50%

70%

100%

folgt und zurückfließt. Die Beinmuskeln unterstützen die Arbeit der Venen: Sie pressen die Adern zusammen und massieren sie regelrecht. Diese Muskelpumpe ist besonders aktiv, wenn Sie gehen oder laufen. Sie kann aber schnell schlapp werden, wenn wir uns zu wenig bewegen und zu lange sitzen oder stehen. Sie gibt ebenfalls rasch auf, wenn es sehr heiß ist. Die Pumpe versagt häufig auch dann, wenn Sie eine angeborene Bindegewebsschwäche haben. Das Blut staut sich in den Venen und beschädigt die zarten Klappen, die das Zurückfließen des Blutes verhindern sollen. Wenn die Klappen nicht mehr richtig schließen, versackt immer

In unserem Infokasten geben wir Ihnen Tipps, wie Sie eine Verbesserung Ihres Wohlbefindens erreichen können und das Fortschreiten des Krampfaderleidens verlangsamen können. Ein Rückgang der Krampfadern kann damit nicht erreicht werden. Tritt trotz Beachtung dieser Richtlinien keine Linderung ein oder verfärbt sich die Haut, kann auch operiert werden. Im Normalfall wird die Leitvene entfernt. Sollten keine wesentlichen Begleiterscheinungen bestehen, wird der Eingriff ambulant durchgeführt. Der dem Patient bereits vor der Operation verordnete, angepasste Kompressionsstrumpf soll dann sechs Wochen lang getragen werden. Saunagänge und heiße Vollbäder sollten in dieser Zeit vermieden werden. Medikamentöse Verödung bei Besenreiser-Varikosis, Venenstripping oder Mixbehandlung können nach genauer Untersuchung in Betracht gezogen werden. * Als „Offenes Bein“ bezeichnet man Entzündungen oder ekzemartige Hautveränderungen mit starkem Juckreiz. Die Haut verfärbt sich dabei meist dunkel. Im schlimmsten Fall kann es dann zu Beingeschwüren kommen.

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Tipps für gesunde Beine was Sie tun können BEWEGEN SIE SICH Gehen Sie, steigen Sie Treppen, bewegen Sie Ihre Beine im Büro und zu Hause. Vermeiden Sie langes Sitzen oder Stehen, welches Schmerzen und das Anschwellen der Beine verursachen kann. ERFRISCHEN SIE IHRE BEINE Revitalisieren Sie Ihre Beine nach einem langen, anstrengenden Tag oder in der wärmeren Jahreszeit mit einer kühlen Dusche. Vermeiden Sie es, lange der Hitze ausgesetzt zu sein, wie zum Beispiel beim Sonnenbaden, bei heißen Bädern oder in der Sauna. Dies kann zu Erweiterungen der Venen und Anschwellen der Beine führen. LAGERN SIE IHRE BEINE HOCH Wenn Sie zu Hause auf dem Sofa sitzen oder im Bett liegen, lagern Sie Ihre Beine hoch, um den Blutrückfluss zu erleichtern. Benützen Sie im Büro eine Fußstütze unter Ihrem Schreibtisch. TREIBEN SIE SPORT! Regelmäßige sportliche Betätigung ist empfehlenswert für einen gesunden Körper. Einige Sportarten unterstützen den Rückfluss des venösen Blutes, wie beispielsweise: Schwimmen, Laufen (Jogging), Gehen (Walking), Fahrrad fahren, Gymnastik, Yoga. Sportarten, bei welchen häufig abrupte Stopps vorkommen sind weniger geeignet: Tennis, Squash, Hockey, Volleyball, Basketball. SORGEN SIE FÜR EIN NORMALES KÖRPERGEWICHT Eine gesunde Ernährung hilft Ihnen, ein normales Körpergewicht zu halten und somit Beinbeschwerden zu verringern. (Bei normalem Körpergewicht liegt der BMI zwischen 19 und 24. BMI = Bodymaß Index: Der BMI berechnet sich aus dem Körpergewicht (in kg) dividiert durch das Quadrat der Körpergröße (m2). TRAGEN SIE IHRE KOMPRESSIONSSTRÜMPFE REGELMÄßIG Kompressionsstrümpfe verengen den Durchmesser Ihrer Beinvenen. Das Venenklappensystem funktioniert durch Unterstützung der Kompressionsstrümpfe wieder – Blut versackt nicht mehr in den Beinen. Dehnungsstreifen, Besenreiser und die Ausprägung von Krampfadern werden so vermindert oder ganz verhindert. Der vorgegebene medizinische Druckverlauf (vom Fuß hinauf zum Oberschenkel abfallender Druck) beschleunigt den Rückfluss von venösem Blut zum Herzen. Dadurch wird auch das Risiko von Blutgerinnseln und Embolien geringer. Der verbesserte Stoffwechsel wirkt zusätzlich der Bildung von offenen Beinen entgegen und durch den Druck von außen tritt weniger Gewebsflüssigkeit aus. Somit wirkt der Strumpf auch der Bildung von Ödemen entgegen. Tragen Sie nie Kompressionsstrümpfe auf eigene Faust, denn es gibt auch Gegenanzeigen gegen eine Kompressionstherapie.

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Unterhaltung

Kurzkrimi

Prolog: Allein die Anwesenheit von Knut Hansen in leitender Position der Kieler Polizeibehörde war für deren Pressesprecher schon eine mittelschwere Katastrophe. Ein bisschen war es so, als würde in den Niederlanden eine „Frau Antje“ als Chef-Ermittlerin auftreten. Die meisten Menschen hätten Knut Hansen wohl als „Original“ bezeichnet - sein Name klang wie der Künstlername eines Hafenmusikanten und seine Erscheinung stand dem in nichts nach. Die von ihm bevorzugte Kleidung, bestehend aus Jeans, Troyer und Seemannsmütze, zusammengenommen mit seiner etwas spröden, wortkargen Art ließen ihn wie den perfekten Leuchtturmwärter oder Fischkutterkapitän wirken - einen Posten bei der Polizei, geschweige denn als Hauptkommissar traute ihm, auch auf den zweiten Blick, kaum jemand zu. Aufgewachsen war er auf der nordfriesischen Hallig Langeoog. Es gab nur ein anderes Kind in seinem Alter - ein dickes, zickiges Mädchen namens Suse, das mit ihm nichts zu tun haben wollte - daher beschäftigte er sich in seiner Jugend nahezu ausschließlich mit dem Lesen von Kriminalromanen. Er verließ die Insel, um die höhere Schule in Kiel zu besuchen und absolvierte anschließend die Polizeiausbildung wie im Fluge. Hansen, dessen Spitznamen in der lokalen Presse von „Inspektor Kuddeldaddeldu“ bis „Friesenbulle“ reichten, machte es nichts aus, unterschätzt oder belächelt zu werden - Kollegen mutmaßten, er würde es vielleicht gar nicht merken - aber da irrten sie sich …

An dieser Stelle von seinen großen Erfolgsfällen zu berichten, würde den Rahmen sprengen, aus Platzgründen begnügen wir uns mit seinen kleineren Erfolgen:

Die kleinen unbedeutenden Fälle von Hauptkommissar Knut Hansen aus Kiel

Handtaschenraub

auf hoher

Illustrationen: www.ohnekopf.de, Text: Gerrit Hansen

Es war ein Herbsttag. So einer, an dem nicht einmal die hartgesottensten Ureinwohner Kiels verstehen konnten, warum es das ganze Jahr so viele Touristen in den oft so trüben und ungemütlichen Norden verschlug. Die Kieler Förde, der Wasserkeil, dem die Stadt ihren Namen verdankt und die Stadt in zwei Hälften spaltet, lag unfreundlich grau unter dem wolkenverhangenen Himmel. Der Fördedampfer „Falckenstein“, eine Personenfähre, die mehrmals täglich im Zickzack die verschiedenen Anleger abfährt, hatte pünktlich 15.20 Uhr am Strandkurort Laboe abgelegt und schipperte nun gemütlich durch die grün-graue Ostsee. An Bord war höchstens eine Handvoll Menschen. Annegret Hamann, eine 81-jährige rüstige Rentnerin, stand allein am Heck des Schiffes und schaute gedankenverloren ins eintönige Grau-Weiß der Gischt, die eine lange Bahn hinter dem Schiff zog. Sie fuhr diese Strecke regelmäßig hin und zurück und stand fast immer an der gleichen Stelle. Dabei hing sie den immer gleichen Tagträumen nach, in denen sie wieder das junge Mädchen war, das vor über 60 Jahren oft auf Vaters Fischkutter mitfahren durfte. Dass das Schiff mehrfach anlegte und weiterfuhr, bekam sie nur am Rande mit. Sie schreckte hoch, als sie hinter sich ein Knirschen wie von Sand unter Schuhen hörte und fast zeitgleich einen Ruck an ihrer Handtasche bemerkte. Bevor sie sich umdrehen konnte, wurde sie grob von hinten gepackt, angehoben und eine Sekunde später fiel sie im freien Fall über die Reling. Bevor sie auf dem eiskalten Wasser aufprallte, nahm sie noch die Umrisse einer Gestalt im roten Mantel wahr, die ihren Fall beobachtete. „Weihnachten“ dachte sie für eine Sekunde, wusste aber selbst nicht so genau, warum. Als sie den Mund zum Schreien öffnete, war sie auch schon un-

See

ter Wasser und der kalte Sog des schäumenden Kielwassers ließ sie lange Zeit orientierungslos durch die Fluten straucheln. Als sie endlich wieder auftauchte, war die Fähre weit außer Hörweite und ihre gequälten Hilfeschreie waren reine Kraftverschwendung. „Chef! Cheeeef!“ Polizeioberkommissar Köppcke hastete durch den neonbeleuchteten Präsidiumsflur. Sein Vorgesetzter, Hauptkommissar Hansen, war ein paar Tage mit Grippe zu Hause geblieben und an diesem Mittwochmorgen auch heute nur auf dringende Bitte seines Kollegen in aller Frühe zur Arbeit gekommen. Völlig außer Atem stützte sich Köppcke an einem Heizkörper ab: „Chef ... Gott sei Dank ... gut, dass Sie da sind - das wächst mir hier alles über den Kopf.“ Knut Hansen schob sich die leere Pfeife von einem Mundwinkel in den anderen und wieder zurück. Seine Nase war noch von der starken Erkältung rot, die Augen glasig und er hatte sich einen dicken roten Wollschal um den Hals gewickelt. „Schnief ... ruhig Köppcke - nun lassen Sie mich doch erstmal reinkommen*. Ich mache mir jetzt erstmal einen Pfefferminztee und Sie erzählen mir in aller Ruhe, was los ist ...“ Im Büro angekommen, wartete der jüngere Polizist geduldig, bis

* Auf den ersten Blick mochte überraschen, dass Knut Hansen als Inselkind nicht einmal ansatzweise friesischen oder plattdeutschen Dialekt sprach. Außer seiner 95-

jährigen Mutter und der dicken Suse gab es auch niemanden, der den Grund dafür wusste. Nämlich den, dass Knut schon früh anfing sich einen wertvollen Schatz an Kriminalzitaten anzueignen, und ein Satz wie „Schlechte Leute werden nicht immer aus guten Gründen ermordet“ klang nun einmal eindrucksvoller als: „Eische Lüd warrn nech jümmers wegen goote Ursoken dotslogen.“

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Kurzkrimi

der schier unendlich laute Wasserkocher sich ausschaltete, so dass er seinen Bericht beginnen konnte: „Wir haben wahrscheinlich einen Raub mit versuchtem Totschlag auf dem Fördedampfer. Die 81-jährige Annegret Hamann wurde um ihr Erspartes gebracht und anschließend über Bord geworfen. Die gute Frau ist dann ungefähr einen halben Kilometer bis in den Hafen geschwommen und das bei 14 Grad Wassertemperatur. Danach ist sie klatschnass bis zur Polizeiwache gegangen, weil sie, ich zitiere „sich so nass ja wohl in kein Taxi setzen konnte und ja sowieso kein Geld mehr hatte“. Hier angekommen hat sie dann Anzeige erstattet. Sie hatte wohl 8000 Euro in bar bei sich und diverse „wertvolle Erinnerungsgegenstände“ - sprich: ein paar Fotos.“ Der Hauptkommissar pfiff durch die Zähne: „Stolzes Sümmchen!“ „Sie sagen es - Frau Hamann lässt sich wohl zweimal jährlich eine Dividende aus einer Firmenbeteiligung auszahlen, die auf den Verkauf des Fischereiunternehmens ihres Vaters an eine große Reederei zurückgeht. Das Geld bewahrt sie, wie‘s scheint, zu Hause in einer Keksdose auf. Offensichtlich ist sie nicht der ängstliche Typ, denn ihr dickes Portemonnaie hinderte sie nicht daran, ihre übliche Tour mit dem Dampfer zu machen. Sie fährt wohl mehrmals im Monat nach Laboe raus, isst da im Hafen einen Räucheraal, und fährt gleich die nächste Tour zurück bis in die Innenstadt, wo sie auch wohnt. Zwischen den Anlegern Mönkeberg und Reventlou ging sie dann über Bord und schwamm, wie gesagt, an Land. Zum Täter konnte sie nicht viel sagen, da ihre Augen wohl nicht mehr die besten sind. Sie war sich nur sicher, dass er eine rote Jacke und Mütze trug und nach Weihnachten roch. Wir haben sie dann nach Hause gefahren und noch stundenlang gelacht ... obwohl der Anlass selbstverständlich nicht lustig ist“. „Tröööööööööt“ Inspektor Hansen hatte sein Stofftaschentuch ausgepackt und putzte sich jetzt ausgiebig die Nase. „Na das klingt doch mal nach einem Jahrhundert-Fall ... ›Alte Dame vom Weihnachtsmann beraubt‹ na gut ... erzählen Sie weiter!“ Köppcke blätterte seinen Notizblock um und fuhr fort: „Die alte Hamann ist wohl hart im Nehmen: Noch am selben Abend fuhr sie mit einer Freundin zum Bummeln in die Innenstadt. Im Café Teufelchen hat sie dann einen wilden Schreianfall bekommen und sich an einem Mann festgekrallt, der ihrer Meinung nach der Täter war.“ „Ich rate einfach mal: weiße Haare, weißer Bart?“, gluckste Hansen dazwischen. „Nein, gar nicht... winkte Köppcke gequält lächelnd ab. Der Verdächtige ist Mitte 40, bartlos mit dunklem Kurzhaarschnitt. Der Mann heißt Martin Lamprecht und ist seit 20 Jahren Posaunist im Kieler Kammerorchester. Er und seine Kollegen hatten an dem Tag eine längere Konzertveranstaltung unten im Schloss und ein Teil der Musiker hat sich danach noch auf ›ein Bier‹

getroffen. Wir haben Lamprecht und Hamann dann für die Formalitäten mit auf die Wache genommen. Aber wie zu erwarten war, scheint Frau Hamann doch nicht ganz alle Sinne beisammen zu haben. Lamprecht hat natürlich alles bestritten. Seine Aussagen sind auch stimmig - er hat ein Alibi, keine Vorstrafen, es gibt kein Motiv ... alles eindeutig lupenrein wie‘s scheint ...“. Er verstummte. Inspektor Hansen schaute Köppcke mit kleinen, zugequollenen Augen durch den Pfefferminzteedampf über seiner Tasse an und wartete einen Moment, ob sein Kollege weitersprechen wollte. Dann hakte er in freundschaftlichem Ton nach: „Na komm Olaf, wenn das alles so einfach wäre, hättest du mich doch nicht aus dem Bett geklingelt, also erzähl: Ihr habt Lamprecht also nach Hause geschickt - und dann?“ Olaf Köppcke schien in sich zusammenzuschrumpfen: „Also ... also, Chef - ich weiß auch nicht. Die Frau Hamann hat mich irgendwie in ihren Bann gezogen ... gestern war ich mir so sicher, dass sie ihn wirklich wiedererkannt hat ... da hab ich ihn ... dabehalten.“ Knut Hansen verschluckte sich an seinem Tee: „Dabehalten? In U-Haft? Ohne Grund? ... Köppcke Herrgott nochmal ... was machst du?“ Der Oberkommissar war den Tränen nahe: „Ich weiß Chef, ich lass ihn dann jetzt frei, entschuldige mich bei ihm und warte ab, was von oben auf mich zukommt ...“. Der Hauptkommissar massierte sich das stoppelige Kinn und schaute aus seinem Bürofenster auf den Hafen. „Nun mal langsam, Kollege. Wir kennen uns ja nun schon länger und ich weiß, dass du ein verdammt guter Polizist bist, der nicht ohne Weiteres sein Bauchgefühl über die Tatsachen stellt. Ich schlag dir Folgendes vor: Stell mir die Unterlagen zusammen und lass mich ´ne Stunde allein, vielleicht finde ich irgendetwas, was zumindest die U-Haft rechtfertigt. Dann sehen wir weiter.“ Köppcke war unsicher: „Aber der Lamprecht? Der tobt unten in seiner Zelle!“ Sein Vorgesetzter winkte ab. „Der tobt auch in einer Stunde noch ... schlimmer wird es für dich dadurch auch nicht. Wenn ich nichts finde, möchte ich allerdings nicht in deiner Haut stecken. Aber vertrauen wir doch erstmal auf dich und unser rüstiges Großmütterchen.“ Fünf Minuten später saß Hauptkommissar Hansen mit etwas weniger Zuversicht als er seinem Kollegen gegenüber zur Schau gestellt hatte, vor dem dünnen Polizeibericht. Und studierte immer wieder die mageren Fakten. Allesamt schienen sie darauf zu deuten, dass sein geschätzter Kollege demnächst anständig Ärger mit der Dienstaufsichtsbehörde kriegen würde - von einer eventuellen privaten Klage Lamprechts mal ganz zu schweigen. Was war nur in ihn gefahren? Er war doch sonst nicht so ein Bauchmensch. Hansen schüttelte den Kopf und überflog die langweilige Auflistung von Details: Laut des sorgfältigen, aber kurzen Berichtes wurde Lamprecht um kurz nach acht Uhr abends ins Untersuchungszimmer gebracht. Bei sich hatte er zu diesem

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Kurzkrimi

Illustrationen: www.ohnekopf.de, Text: Gerrit Hansen

Zeitpunkt einen Schlüsselbund und ein Portemonnaie mit 9,30 Euro in bar. Er trug seinen dunklen Konzertanzug und eine dunkelblaue Regenjacke mit hellrotem Futter. Außerdem hatte er seinen Instrumentenkoffer dabei, in dem sich aber lediglich die Posaune, diverse Reinigungsbürsten, ein Lappen und eine Flasche „Ballistol“ Universalöl zum Reinigen befand. Annegret Hamann wurde allem Anschein nach kurz nach 16.00 Uhr mittig zwischen den Anlegern Mönkeberg und Reventlou über Bord geworfen. Zu dieser Zeit war das „Kieler Kammerorchester“ gerade mitten im Konzert. Der beigelegte Programmzettel bestätigte einen Veranstaltungsbeginn um 13.30 Uhr und eine Dauer von gut vier Stunden für zwei Blöcke mit Streichkonzerten, einer längeren „Mittagspause“ mit Buffet und anschließendem „Potpourri klassischer Meister“ als Abschluss. Weder die drei kurzen Pausen noch die Buffet-Auszeit hätten gereicht, um eine Fähre über die Förde und zurück zu nehmen. Lamprecht hatte mehrere Orchestermitglieder benannt, die bestätigen konnten, dass er anwesend war. Der Orchesterleiter erinnerte sich, das Lamprecht einen Einsatz verpasst hatte. Beim Aufbau hatte er versehentlich den Notenständer einer Cellistin umgestoßen und nicht zuletzt hatte sich im Foyer dann ja auch eine größere Gruppe seiner Kollegen zusammengefunden, mit der er dann weiterzog. Hansen überflog die wenigen Berichtzeilen wieder und wieder. Plötzlich, wie aus heiterem Himmel, formte sich das Muster eines Verdachts. Zunächst vage, dann immer deutlicher fügten sich kleine Teile zu einem Ganzen zusammen und bald schon lehnte er sich zurück und nahm lächelnd einen letzten Schluck Pfefferminztee, bevor er zum Telefonhörer griff. Zehn Minuten später verließ er sein Büro und suchte seinen Kompagnon, der mit einem Becher Kaffee auf dem Parkplatz stand und abwesend auf den Hafen und die Werftkräne schaute. „Köppcke! Zack zack! Wir haben zu tun. Schnell! Schicken Sie ein paar Männer ins Schloss, da sollen sie die Handtasche von der Hamann suchen - ich denke da an die typischen Taschendieb-Verstecke: Belüftungsschächte, Feuerlöscherboxen und so. Dann beschaffen Sie sich eine Telefonliste vom Kammerorchester und lassen sich von jedem Einzelnen sagen, inwiefern er sich an Lamprechts Anwesenheit an dem Tag erinnert. Dann bestellen Sie mir die Hamann her und lassen Sie mir den Karton mit Lamprechts ›Kram‹ ins Büro bringen.“

Schicht-Ende auf der Kieler Hauptwache: Die Wolkendecke war inzwischen aufgerissen. Die Kommissare Köppcke und Hansen standen lächelnd auf der Schotterauffahrt des Präsidiums und ließen sich die Herbstsonne aufs Gemüt strahlen. „So, Chef - jetzt nochmal Klartext: Wie war das? Ich hatte ja ne Menge mit der Einsatzleitung zu tun - da ist mir das im Mittelteil irgendwie entgangen. Wann hat sich Lamprechts Alibi denn nun eigentlich in Luft aufgelöst?“ Hansen nahm die Pfeife aus dem Mund: „Ach, da ergab eines das andere ... den zündenden Funken gebracht haben dieses Weihnachtsgerede von der Hamann und das Ballistol-Öl.“ Olaf Köppcke war überschascht: „Wie, dieses Zeug, das der Lamprecht für seine Posaune hatte? Wie das?“ „Ach - das ist purer Zufall - Ballistol ist ja so eine Art Wundermittel für alles Mögliche, zuhause auf Langeoog hat mein Vater darauf geschworen. Der hat das, glaube ich, sogar getrunken - he, he … Das Zeug riecht relativ streng und außer seinen „heiligen“ Boots- und Angelsachen und der alten Flinte rochen bei uns hauptsächlich die Sachen danach, die lange eingelagert wurden. Es wäre mir von alleine nicht wieder eingefallen, aber als es im Bericht erwähnt wurde, musste ich sofort an unseren Weihnachtsbaumständer denken, der zum Schutz gegen Rost immer damit eingeölt wurde. In dem Moment hab ich gedacht: ›Was wäre, wenn die Hamann und ich uns eine Erfahrung teilen?‹ Als ich mir vorhin seine Sachen habe bringen lassen, hab ich nochmal an der Schmiere geschnüffelt und hatte sofort eine Flut von Erinnerungen ... DAS ist wirklich ein Geruch, der sich tief ins Gehirn brennt.“ Hansen runzelte geistesabwesend die Stirn, wechselte die Pfeifenseite und fuhr fort: „Eigentlich war für mich schon deswegen klar, DASS der Lamprecht der Täter war, ich wusste nur noch nicht, wie. Aber unter genauer Betrachtung fiel das Ganze schnell in sich zusammen. Zunächst einmal ist der Mann Posaunist, das ließ mich annehmen, dass er während der beiden Streichkonzerte im ersten Teil des Konzertes nicht übermäßig viel zu tun hatte. Die Überprüfung hat ergeben,

Es wurde ein hektischer Tag: Die Handtasche wurde in einem Toilettenspülkasten in der Besuchertoilette des Schlosses gefunden und Lamprecht hielt dem anschließenden Verhör nicht lange stand. Wie sich rausstellte, hatte er hohe Spielschulden und war von Buchmachern unter Druck gesetzt worden. Er wohnte nicht weit von Frau Hamann entfernt, hatte durch Zufall ein Gespräch über ihre Finanzen mitangehört und sie seitdem ausspioniert.

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Kurzkrimi

„Der gute alte Pfefferminztee“, dachte er und stieg in sein Auto. Ende

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dass der gute Mann in den ersten zwei Stunden nicht eine Note zu spielen hatte. Ihre Befragung aller Musiker des Orchesters hat, wie Sie ja wissen, ergeben, dass genau zwei Kollegen wussten, dass er sich kurz nach Konzertbeginn bis kurz vor der letzten Pause davongemacht hat - die beiden haben sich dabei aber nichts gedacht und alle anderen nahmen an, er sei die ganze Zeit dagewesen, weil er sich gezielt am Anfang und am Ende des Konzertes bemerkbar gemacht hat …“ „Der verpasste Einsatz und der Notenständer!“ , rief Köppcke staunend dazwischen - „Genau! Schon etwas merkwürdig für jemanden, der 20 Jahre Orchestererfahrung hat. Der Rest der Arbeit war ein reines Rechenspiel. Lamprecht war in Reventlou zugestiegen und hatte eigentlich vor, ihr in Laboe die Tasche zu entreißen und wegzulaufen - nach seiner Aussage ergab sich dazu aber keine Gelegenheit. Auf der Fähre zurück sah er unverhofft seine letzte Chance, weil quasi niemand an Bord war. Ein schnelles ›Untertauchen‹ wäre dort nicht möglich gewesen, also hat er die Hamann im Eifer des Gefechts gleich ganz über Bord geworfen. Vorsichtshalber hatte er seine Regenjacke auf der Fähre von innen nach außen gewendet - so dass er scheinbar eine rote Jacke mit Kapuze anhatte. Dann ist er wieder in Reventlou ausgestiegen und zum Schloss gelaufen. Die Tasche hatte er wohl zunächst unter dem Jackett und bei der ersten Pinkelpause vorerst im Toilettenkasten versteckt - später wollte er sie holen und entsorgen.“ „Und das Geld?“ „Ja das Geld ... Im Geständnis kam dann raus, dass er den Buchmacher per Handy ins Café Teufelchen bestellt und ihm da das Geld zugesteckt hat - das war wohl nur ein paar Minuten bevor Frau Hamann mit ihrem guten Riecher vorbeikam und Alarm schlug.“ Die beiden Männer bewegten sich gemeinsam in Richtung Parkplatz. „Insgesamt hat der Bursche das Ganze ganz schön gerissen, wenn auch sehr knapp geplant und wohl auch alles auf eine Karte gesetzt, weil seine Gläubiger ihm solchen Druck machten. Und wenn er nach der Instrumentenpflege die Hände gewaschen hätte, wäre er vermutlich sogar durchgekommen – da haben ihm aber Kommissar Zufall und Annegrets feine Nase einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Köppcke lachte: „Nicht vergessen die feine Nase von Hauptkommissar Hansen, ... ha ha hhhaaaatschie! Bis morgen, Chef!“ „Gesundheit Köppcke! Mann, das klingt ja schlimm ... nehmen Sie sich lieber morgen frei und bleiben im Bett - mit so ´ner Grippe soll man nicht spaßen. Was Sie jetzt brauchen, ist viel Ruhe und eine Menge Pfefferminztee“, sagte Hansen lachend und lockerte seinen Schal, während sich sein Kollege auf dem knirschenden Kiesweg entfernte. Er fühlte sich schon wieder fast gesund.

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Gesundheit im Alltag

Radfahren

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Freizeitsport für die ganze Familie Radfahren macht Spaß und hält fit

S Fotos: Shutterstock

ich auf das Fahrrad zu schwingen und kräftig oder mit Muße in die Pedalen zu treten, diese sportliche Betätigung erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit. 45 Prozent der Bundesbürger fahren mindestens dreimal pro Woche mit ihrem Drahtesel. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Deutschen Sporthochschule Köln aus dem vergangenen Jahr. Dabei ist das Fahrrad nicht nur praktisch, um bequem und zügig zum Arbeitsplatz oder Supermarkt zu gelangen. Gut 70 Prozent der Deutschen setzen sich in ihrer Freizeit aus reinem Vergnügen auf ihre Räder. Sie fahren größere und kleinere Touren, um ihre Umgebung zu erkunden, neue Orte kennenzulernen, die Seele baumeln zu lassen oder einfach mal etwas für ihre Fitness zu tun. Aber auch unter dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ ist Urlaub auf zwei Reifen angesagt, denn gerade in Deutschland gibt es viele attraktive Fahrradrouten. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat die schönsten Strecken in seiner aktuellen Broschüre „Deutschland per Rad entdecken“ zusammengestellt und

nach Kriterien wie z. B. Kinderfreundlichkeit, Beschilderung, Qualität der Wege, Infrastruktur oder Gastronomie beurteilt und mit bis zu fünf Sternen ausgezeichnet. Radtouristen und alle, die Tipps für die individuelle Routenplanung brauchen, erhalten das Informationsheft in allen ADFC-Geschäftsstellen oder beim Fahrradhändler. Im Spätsommer und Herbst machen Fahrradtouren - allein, mit Freunden oder der ganzen Familie - besonders viel Spaß. Die Luft ist mild, die Temperaturen sind angenehm. Beim Radeln in ruhigen Wohnvierteln, auf Strandpromenaden oder auf Feldwegen kommen alle zur Ruhe, spüren den Wind in den Haaren und genießen die Schön-

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Gesundheit im Alltag

Radfahren

heit der Natur. Die kleinen und großen Sorgen des Alltags treten für kurze Zeit in den Hintergrund. Aber egal warum Menschen auf ihr Fahrrad steigen, eines steht fest: Es ist ein ideales Fitnessgerät, mit dem man z. B. die Ausdauer trainieren kann. Und: Radfahren ist ein Sport für alle Altersgruppen. Wer gesund und fit bleiben will, dem empfiehlt der AOKBundesverband jeden Tag eine halbe Stunde zu radeln. Warum? Weil das Herz trainiert und dadurch leistungsfähiger wird. Die Muskeln werden gut durchblutet und das Abwehrsystem gestärkt. Das Gehirn baut Stresshormone ab. Tägliches Strampeln ist auch gut bei Rückenschmerzen, denn die Muskulatur wird gestärkt. Außerdem wirkt es sich positiv auf die Gelenke aus, weil ein Großteil des Körpergewichts durch den Sattel abgefedert

wird und das schont z. B. die Knie. Nicht zuletzt kann Radfahren aber auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht und Bluthochdruck vorbeugen oder zumindest positiv beeinflussen. Wer ganz sicher gehen will, sollte vor dem Beginn des täglichen Trainings einen Gesundheits-Check beim Arzt

machen lassen. Gibt er grünes Licht, steht einer Radtour nichts mehr im Weg. In Sachen Ernährung ist es wichtig, leichte Kost zu essen und z. B. Vollkornbrot oder Müsli einer schweren Mahlzeit vorzuziehen. Außerdem sollten Radfahrer mindestens zwei Liter pro Tag trinken, am besten Mineralwasser oder z. B. Apfelschorle. Und damit es unterwegs auf Wanderstrecken, Straßen, Waldwegen und Co. nicht zu unangenehmen Zwischenfällen kommt, ist ein verkehrssicheres Fahrrad Pflicht. Licht, Bremsen und Schaltung müssen funktionieren. Wer technisch nicht versiert ist, dem empfiehlt der ADFC das Fahrrad in einer Fachwerkstatt auf Sicherheitsmängel hin überprüfen zu lassen. ih

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Unterhaltung

Horoskop

Wie stehen meine Sterne?

Die Wellnesstipps von Sonne, Mond und Mars

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ede Jahreszeit beschert uns ein bestimmtes „Wohlfühlklima“, das sich astrologisch gesehen im regelmäßigen Lauf der Sonne durch den Tierkreis widerspiegelt. Darüber hinaus geben auch der Mond und die Planeten interessante Tipps, was Körper und Seele jetzt besonders gut tun wird – und was eher nicht.

Oktober bis November 2009: Verscheuchen Sie die Nebellaunen! Die Abende werden dunkler und dunkler, die Bäume kahler und kahler ... Das alljährliche Sterben der Natur kann schon recht deprimiert, aber auch verbissen und aggressiv machen.

Unter der Sonne im Skorpion (23.10. - 22.11.09) und Mars im Löwen (16.10.09 - 07.06.10) haben vor allem Stiere und Wassermänner, aber auch die Löwe- und Skorpion-Geborenen selbst mit massiven Anflügen von schlechter Laune und einer erhöhten Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten zu kämpfen. Was können Sie dagegen tun? Schauen Sie sich doch einfach die „Herbst-Überlebenstricks“ der Krebse oder Fische ab, die es sich nun zuhause in der wohlig warmen Badewanne gemütlich machen und im duftenden Wasserdampf von schöneren Zeiten träumen … Oder auch die bewährte Strategie der Steinböcke und Jungfrauen, die ihre Nebellaunen bei der Arbeit ausgesprochen produktiv abreagieren. Der nahende Lichterglanz der Vorweihnachtszeit, in der die Sonne im zuversichtlichen Schützen steht, wird dann ein Übriges tun, um Ihr Gemüt wieder aufzuhellen. mm Fotos: Shutterstock

September 2009: Eine neue Ordnung für Körper und Seele Wenn die Sonne durch das Zeichen der Jungfrau wandert (23.08. 23.09.09), die in der Astrologie als Schutzpatronin der bewussten Körperpflege gilt, ist alle Jahre wieder die beste Zeit gekommen, um sich möglichen gesundheitlichen Problemen zu stellen und diese dann auch grundlegend zu bereinigen. Wo Behandlungen oder gar operative Eingriffe notwendig werden, verspricht der abnehmende Mond (05.09. - 18.09.09) den besten Erfolg. Diese Phase ist zugleich auch ideal für ein konsequentes Diätoder Entschlackungsprogramm. Unterstützt von Mars im Krebs (25.08. - 16.10.09) gelingt es jetzt insbesondere Stieren, Krebsen, Jungfrauen und Skorpionen geradezu wie von selbst, ihre guten Vorsätze auch tatsächlich in die Tat umzusetzen.

September bis Oktober 2009: Ganz entspannt ins Gleichgewicht kommen Der goldene Oktober, in dem die Waage-Sonne (23.09. - 23.10.09) vom Himmel scheint, bringt uns in diesem Jahr auffallend angenehme Wellness-Wochen. Wir fühlen uns entspannt und innerlich gelöst. Tanken Sie jetzt so viel frische Luft wie möglich, am besten bei Spaziergängen an der See. Nehmen Sie sich viel Zeit, die Seele einfach baumeln zu lassen, meditieren Sie, lassen Sie Ihre Träume tanzen – und Ihren Körper auch! Speziell Widder, Krebse, Waagen und Steinböcke sollten jetzt ganz bewusst ein Schonprogramm für sich einplanen. Sie stehen ab Ende September emotional nämlich sehr unter Dampf, reagieren oft extrem wütend auf alles oder jeden – und dieser Ärger könnte Ihnen durchaus auch ganz konkret auf den Magen schlagen. Vor allem in der Vollmondzeit (03.10. - 05.10.09), aber auch um den 26.09. und den 11.10. herum sollten Sie sehr, sehr gut auf sich aufpassen.

Die Sternentrends der Saison wurden für Sie übersetzt von Dr. phil. Michaela Mundt, mantische Lebensberaterin in Kiel. Weitere Hinweise zum aktuellen Lauf der Gestirne finden Sie im Internet auf www.tierkreis.info.

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13.08.2009 13:21:59 Uhr


Unterhaltung

Horoskop

Der Trendüberblick - von Widder bis Fisch

Zeichenerklärung: = Stimmung, Kraft und Vitalität: der alljährliche persönliche Sonnenrhythmus = Energie, Sport und Fitness: die aktuellen Marsimpulse

Jeder Mensch reagiert auf seine eigene Weise auf das allgemeine Wohlfühlklima der Saison. Im individuellen Biorhythmus wechseln dabei regelmäßig ganz natürliche Formtiefs und Kräftehochs miteinander ab. Die folgende Übersicht zeigt Ihnen die wichtigsten astrologischen Impulse der kommenden 13 Wochen für Ihr persönliches Geburtszeichen an.

Monat:

= Sie erkennen nun Ihre wahren Bedürfnisse. Tragen Sie ihnen auch angemessen Rechnung? = Sie haben ein Formtief. Schalten Sie nun lieber auf „Schongang“ für Körper und Seele! = Jetzt sind Sie gut in Form und sprechen positiv auf gesundheitliche Maßnahmen an.

September 09

Oktober 09

November 09

Widder (23.03. - 20.04.)

Stier (19.04. - 21.05.)

Zwilling (20.05. - 21.06.)

Krebs (21.06. - 22.07.)

Löwe (22.07. - 23.08.)

Jungfrau (22.08. - 23.09.)

Waage (22.09. - 23.10.)

Skorpion (23.10. - 22.11.)

Schütze (21.11. - 22.12.)

Steinbock (21.12. - 20.01.)

Wassermann (19.01. - 19.02.)

Fische (18.02. - 21.03.)

Fotos: Shutterstock

Woche Mondphase

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M

V

n

E

M

V

n

E

G

M

V

n

E

E = Zunehmender Mond: Aufbauen, stärken und kräftigen, was der Unterstützung bedarf. M = Vollmond: Hochspannung! Mit extremen Stimmungen und physischen Reaktionen rechnen. V = Abnehmender Mond: Abbauen, was Körper und Seele belastet (Sport, Entschlackung usw.). n = Neumond: Entscheidungen treffen und neue Wege einschlagen.

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13.08.2009 13:22:19 Uhr


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Herausgeber: Birgit Burmeister, JĂśrg Kowsky GeschäftsfĂźhrende Redakteurin: Birgit Burmeister, Tel. 04393-969754 Art Direction: Gerrit Hansen ohnekopf - Illustration & Grafik DorfstraĂ&#x;e 60, 24232 TĂśkendorf Tel.: 04348-919103 BĂźrozeiten: Mo. - Fr. 9.00 - 13.00 Uhr

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IM NĂ„CHSTEN HEFT: Die nächste „Gesundheit im Norden“ erscheint am 15. Dezember 2009. Folgende Themen sind geplant:

Autoren: Birgit Burmeister (bb), Gerda Behrends (gb), Jessica Conrad (jc), Ingrid Haese (ih), Gerrit Hansen (gh), Michaela Mundt (mm), Angela Wowra (aw) Schlussredaktion: Angela Wowra (aw)

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