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Ausgabe 1/2009

GESUNDHEIT im Norden

Das norddeutsche Magazin rund um Gesundheit, Fitness und Lebensfreude

„Wenn Hand und Fuß das Leben berühren“ Dysmelie oder Amputation – Wie Betroffene damit umgehen

Die Kraft der Ostsee

Algen, Salze und Bernstein für die Seele

Duftiges Vergnügen

Das Geheimnis ätherischer Öle

Vom Glück der Bewegung

Diabetes im Urlaub

Urlaub ohne Grenzen

Auch in dieser Ausgabe: Leckere Rezepte • Buchbesprechung • Gewinnrätsel • Kurzgeschichte • Sudoku • Horoskop

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Die Sanitätshaus Kowsky GmbH zählt zu den ältesten Betrieben der Stadt Neumünster. Seit ihrer Gründung im Jahre 1910 ist sie heute mit knapp 70 Beschäftigten in Norddeutschland eines der führenden Unternehmen im Bereich Sanitätsfachhandel, Reha- und Pflegehilfsmittel, Orthopädietechnik und Kinderversorgung.

Sanitätshaus Kowsky GmbH Für Ihre Gesundheit


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Liebe Leserin, lieber Leser, was brauchen Sie, um glücklich zu sein? Wenn Sie im Sanitätshaus ein Rezept über den Tresen reichen, bekommen Sie dort die verordneten Hilfsmittel. Das sind zum Beispiel Inhalationsgeräte, Bandagen oder Rollatoren. Die Einweisung in die Hilfsmittel und ein Beratungsgespräch gehören natürlich dazu. Häufig stehen dann noch eine Menge Fragen im Raum, die unbeantwortet bleiben. Ich habe mir mal die Mühe gemacht und ganz genau hingehört. Und da tat sich ein Wunsch besonders hervor. Verkäuferin: „Guten Tag, was kann ich für Sie tun?“ Kundin: „Mir soll es wieder besser gehen. Ich möchte bitte glücklich sein“. In meinem Beruf der Werbegrafikerin wird gelehrt, Menschen und Produkte ins optimale Licht zu rücken. Makellose Gesichter und hochglänzende Produkte sollen unser Verlangen wecken. Die hohen Einschaltquoten der TV-

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Sendungen „Deutschland sucht den Superstar“ und „Germany’s next Topmodel“ bestätigen die Wünsche der Menschen. Warum streben wir nach solchen Vorbildern? Wohl, weil wir hinter dem makellosen Äußeren einen glücklichen Menschen vermuten. Doch materieller Luxus, ein einwandfreies Äußeres (meist ist nur Jugendlichkeit das Vorbild!) und gute Gesundheit sind vergänglich. Machen wir unser Glück davon abhängig, können wir es auch schnell wieder verlieren. Die Natur ist facettenreich und launenhaft. Schon unsere Kleinsten haben Allergien, die ihr Äußeres beeinflussen können, auch Verletzungen verändern unser Leben und wenn wir älter werden, müssen wir lernen, mit Einschränkungen und Handicaps - manchmal für den Rest des Lebens – zurecht zu kommen. Im Sanitätshaus gehen wir Tag für Tag mit diesen Themen um und begegnen Menschen, die trotz einschneidender Schicksale ihr Leben meistern. Wie sie

Foto: Shutterstock



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das tun, und was es zum Glücklich­sein bedarf, das erzählen sie uns in dieser und in den folgenden Ausgaben der „Gesundheit im Norden“. Das Magazin gibt uns die Möglichkeit, Ihnen von jenen Themen zu berichten, die im Alltag häufig zu kurz kommen. Erfreuen Sie sich an unserer Welt mit Glanz und Glamour, aber haben Sie auch den Mut, mal hinter die Kulissen zu schauen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und einige gute Denkansätze,

Birgit Burmeister/Redaktionsleitung


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Inhalt

INHALT Titelthema 6-13

„Wenn Hand und Fuß das Leben berühren“ Ohne Gliedmaßen geboren oder durch einen Unfall verloren - Lebensberichte

14

Gesundheit im Alltag 14-16

22-23

„Wohlfühlzaubern“ im Alltag: Durch die Nase in die Seele Ätherische Düfte verzaubern das Gemüt

Diabetes im Urlaub Was es zu bedenken gibt – Interview mit Kai Richter

22

Nordic Walking

24-25

Wandern mit Technik

32-33

Nahrungsergänzungsmittel Gesünder leben durch Pillen, Kapseln und Co.?

44-45

Leben mit Demenz Wenn alle anderen in die falsche Richtung fahren

Unterhaltung

32

24

38

Kreuzworträtsel

39

Sudoku

29-30

Rezepte

42-43

Horoskop

47-49

Kurzkrimi

Rubriken 3

Editorial

50

Impressum

50

Vorschau auf die Herbstausgabe


29

Inhalt

Norden aktuell 26-28

„Operation

am schlagenden Herzen“

18

Der Ausbau des Friedrich-EbertKrankenhauses Neumünster 18-19

„Die Kraft der Ostsee“ Erholung im Ostseebad Damp

36-37

Bademoden für mehr Lebensqualität Ein Abend für Brustoperierte

Fachwissen 20-21

34-35

Quix - spielend einfach Rollstuhl fahren Dr. Lars Paschen:

26

Gesundheitsvorsorge im Rahmen kassenärztlicher Versorgung 40-41

Kassenärztliche Versorgung & Patientenrecht Warten auf den Arzttermin Wie viel Geduld ist zumutbar? Wie gut ist meine Praxis?

36

Kostenerstattung für Gesundheitskurse

Kommentar 46

Neulich - im Rollstuhl Gerda Behrends über alltägliche „Rolliprobleme“

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Buchbesprechung: Clemens Kubi - Unterwegs in die nächste Dimension

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Titelthema

Handicap im Fokus

Lena

Kira

Susanne

Heinz

Andrea

Wenn Ohne Gliedmaßen geboren oder durch einen Unfall verloren – Lena, Kira, Susanne, Andrea und Heinz meistern ihr Leben auf besondere Art und Weise. Von Jessica Conrad Ist denn alles dran? Ein Satz, der frisch gebackenen Eltern gestellt wird. Doch was tun, wenn es nicht so ist? Allein im Hamburger Kinderkrankenhaus Wilhelmstift werden jährlich zehn bis zwanzig Kinder behandelt, die ohne Hand und Arm geboren sind. Überwiegende Diagnose: „Eine Laune der Natur“. Diese so genannten Dysmelien sind Fehlbildungen der Extremitäten, sie können Arme, Beine, Hände, Füße, Finger und Zehen betreffen. Genaue Zahlen über die Häufigkeit gibt es nicht.

das Leben berühren – Ebenfalls ist die Ursache bei vielen Betroffenen ungeklärt. Äußere Einflüsse wie Windpocken oder Röteln in der Frühschwangerschaft sowie Sauerstoffmangel beim Embryo oder Abschnürungen, aber auch Strahlenbelastungen und Durchblutungsstörungen können Auslöser sein. Gendefekte kommen nur vereinzelt vor. Bekannteste Ursache für diese Art von Fehlbildungen ist Contergan, das Anfang der 1960er Jahre dazu führte, dass tausende Babys ohne Arme oder Beine geboren wurden. Laut Statistik leben in Deutschland 220 000 Menschen mit Bein-Amputationen. Sie haben durch Unfall oder Krankheit ihre Gliedmaßen verloren. Oft haben sich diese Menschen zurück ins Leben gekämpft, müssen dann aber noch mit dem Verlust eines Körperteils zurecht kommen. Arm-, Bein-, Hand-



oder Fußprothesen sind dank des medizinischen Fortschritts heute so weit entwickelt, dass sie in den Alltag leicht zu integrieren sind. Für einige Betroffene bleiben die Hightech-Ersatzarme und -beine trotz aller Vorteile etwas Fremdes, andere nehmen sie an wie ein eigenes Körperteil. Eines haben alle körperbehinderten Menschen gemeinsam, sie wollen so akzeptiert werden, wie sie sind – eben mit Handicap. Wir haben einen Blick auf Menschen verschiedener Generationen geworfen und gesehen, mit welcher Willenskraft sie und ihre Angehörigen ihr etwas „anderes“ Leben meistern und was sie so besonders macht.


Titelthema

Handicap im Fokus

„Ich glaube,

Lena wird

Rechtshänderin“

E

in ohrenbetäubender Lärm und die Kiste mit den Legosteinen ist ausgekippt. Über Lenas Gesicht macht sich ein Lächeln breit. Das zwei Jahre alte Mädchen stürzt sich auf ihr Spielzeug und fängt an, Türme zusammenzustecken. Lena ist kerngesund, wenn es dort nicht diesen „kleinen“ Unterschied zu vielen ihren Altersgenossen geben würde: Lena kam mit verkürztem Unterarm und fehlender linker Hand zur Welt.

Lena

Fotos: Birgitta Kowsky

„Sie hat das Peace-Zeichen gemacht!“, hatte Jan Peter Gittner bei einer der vielen Ultraschalluntersuchungen zu seiner Frau Stefanie Gittner gesagt. Die 42-jährige Hamburgerin erinnert sich noch genau an diesen Moment. „Wir haben da wohl die verkürzte Elle und Speiche von Lenas linkem Unterarm gesehen.“ Bei den Vorsorgeterminen hatten die Gittners immer nur den rechten Arm und die rechte Hand ihres ungeborenen Babys auf dem Bildschirm betrachtet, sich darüber aber keine Gedanken gemacht. Nach einer unauffälligen Fruchtwasseruntersuchung, die Stefanie Gittner auf Grund ihres Alters machen ließ, gab es keinen Zweifel darüber ein gesundes Baby zu bekommen. „Wir haben auf den großen Ultraschall verzichtet und bei den anderen Terminen lag Lena immer so, dass der verkürzte Arm eben nicht entdeckt wurde.“ Am Tag der Geburt im März 2007 führten Komplikationen dazu, dass Lena per Kaiserschnitt geholt werden musste. Ein besonderer Tag für die Gittners, da sie auch vom Geschlecht ihres Babys überrascht werden wollten. „Nach dem Kaiserschnitt wurde Lena von einem Kinderarzt untersucht und uns eingewickelt Bauen, schaukeln und Musik machen: Lena lacht und spielt wie ihre Altersgenossen. Die Zweijährige ist ein kleiner Wirbelwind.



wieder gebracht“, erinnert sich Jan Peter Gittner. Der 38-Jährige erfuhr zuerst, was bei Lena nicht stimmte: Der Kinderarzt sagte nur, dass Lena gesund sei, ihr aber ein Teil des linken Unterarmes und die linke Hand fehle. Stefanie und Jan Peter Gittner waren von dem Moment der Geburt so im Freudentaumel, dass ihnen alles egal war. „Lena war einfach so süß“, erzählt Stefanie Gittner, da ist Lenas Behinderung in den Hintergrund gerückt. Lediglich die Frage: „Ist denn alles dran?“, die von den Urgroßeltern gestellt wurde, verunsicherte die Familie kurzfristig. „Wir haben es Lenas Uroma erst nicht gesagt. Als sie dann gesehen hat, wie Lena damit umgehen kann, war auch ihr klar, dass Lena ein ganz normales, selbstständiges Leben führen kann!“ Lenas Schwestern Natalie (19) und Justine (17) waren von der Nachricht aus dem Krankenhaus anfänglich erschrocken. „Wir konnten uns nicht so recht vorstellen, wie es aussieht“, sagt Justine. Der Schreck sei beim ersten Besuch am Babybettchen aber weg gewesen, weil auch sie Lena sofort ins Herz geschlossen hätten. „Viele haben es sich schlimmer vorgestellt, als es ist“, erinnert sich Stefanie Gittner. Erst nach und nach erfuhren die Gittners, wobei es sich bei Lenas Fehlbildung des linken Armes überhaupt handelte. Mit sechs Monaten wurde ihre Tochter im Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in Hamburg gründlich untersucht und ein möglicher Auslöser für die Fehlbildung genannt. Durchblutungsstörungen in der sechsten bis zwölften Schwangerschaftswoche hatten dazu geführt, dass Lenas Unterarm und ihre Hand nicht weitergewachsen sind. Da die Gittners und auch Lenas Schwestern Natalie und Justine kerngesund auf die Welt kamen, war der Hamburger Familie das Krankheitsbild ihrer jüngsten Tochter völlig unbekannt. „Plötzlich haben wir aber immer mehr Menschen getroffen, die auch von einer Dysmelie

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Titelthema

Handicap im Fokus Leute sie anstarren“, sagt ihr Papa. In der Nachbarschaft ist Lena sehr beliebt. Ein Nachbarskind wäre einmal zu Besuch gewesen und hätte dann gesagt: „Ich glaube, Lena wird Rechtshänderin“, erinnern sich die Gittners lachend. Im Ampu-Vita e.V. in Hamburg hat die Familie in einer Selbsthilfegruppe für Kinder mit Dysmelie und Amputationen Menschen getroffen, die ein ähnliches Schicksal teilen. Der Austausch mit anderen betroffenen Eltern tut ihnen gut und soll vor allem Lena helfen. „Sie wird sich durch den Kontakt zu

anderen betroffenen Kindern nicht so allein fühlen“, hofft Lenas Mama und das werde ihr später garantiert in der Entwicklung helfen. Als Lena zum Abschluss unseres Gesprächs eine Tüte Gummibärchen bekommt und vor Freude herumtollt, ist plötzlich klar, was mir ihre Eltern vermitteln wollten: „Mit der Zeit merkt man gar nicht mehr, was Lena fehlt. Und vor allem, man sieht es nicht mehr“, sagt Jan Peter Gittner.

Kleines Händchen

– helles Köpfchen K ira Beckmann aus Bünde in Nordrhein-Westfalen hatte letzten Sommer einen besonderen Tag: ihren ersten Schultag. Mit ihren gerade mal fünf Jahren ist Kira in der Schule etwas Besonderes, aber auch, weil sie anders ist als ihre Klassenkameraden. Das Mädchen kam ohne rechte Hand und mit verkürztem und verschmälertem rechten Unterarm auf die Welt. Für Kiras Eltern Anja und Patrick Beckmann damals ein Schock.

Wenn sich Anja Beckmann an ihre Schwangerschaft zurückerinnert, kommen ihr immer wieder diese Gedanken: „Unbewusst habe ich immer gedacht, dass irgendetwas mit meinem Baby nicht stimmt“, sagt die 35-jährige Krankenschwester. Bei ihrer ersten Tochter Laura (12), die gesund zur Welt kam, hatte sie diese Gedanken nicht. Doch die Ultraschalluntersuchungen waren laut Frauenarzt immer in Ordnung. „Einmal hatte er gesagt, dass er die rechte Hand nicht sehe, dann aber auf den nächsten Termin verwiesen.“ Bei der Geburt der Schock: Kiras rechte Hand fehlte ganz, der Unterarm teilweise. „Die Hebamme sagte nach der Geburt zu mir, ‚erschreck Dich



nicht‘ und zeigte mir, was mit Kira los ist“, erinnert sich die Bündnerin. Anja Beckmann dachte im ersten Moment: „O.k., der Arm ist klein, kann aber noch wachsen!“ Gewachsen ist der Arm nicht mehr viel, dafür wurde Kira immer größer. Mit sechs Monaten wurde im humangenetischen Institut in Münster geklärt, wie es zu Kiras Behinderung kam: „Wir haben mitgeteilt bekommen, dass es sich bei ihrer Dysmelie

Kira

Foto: Privatarchiv Fam. Beckmann

betroffen sind“, sagt Stefanie Gittner. Geholfen habe ihnen vor allem das Internet. „Dort haben wir erstmal alles nachgelesen, was wir Foto: Birgitta Kow wissen wollten“, sky sagt sie. „Mein Alter wie auch die Einnahme von Medikamenten haben mit Lenas Behinderung beispielsweise nichts zu tun.“ Lena hat sich ganz normal entwickelt, sie klettert gern und macht Blödsinn, allerdings gibt es in der motorischen Entwicklung immer mal wieder Einschränkungen. „Sie ist anders gekrabbelt, etwas asymmetrisch“, erinnert sich ihre Mama und auch die Phase des Hochdrückens auf beiden Armen sei kurz gewesen. „Sie konnte schon mit neun Monaten um den Wohnzimmertisch flitzen“, erinnert sich Lenas Papa und mit 14 Monaten sei sie sicher gelaufen. Ihr Spielzeug und auch ihre Lieblingsspeisen bekommen einen besonderen Platz. „Lena klemmt sich den Joghurtbecher zwischen linken Oberarm und Achsel und löffelt ihn dann mit der rechten Hand aus“, erläutert Stefanie Gittner. Ob Lena später eine Prothese tragen wird, können die Gittners noch nicht sagen. „Eine kosmetische Prothese wird für uns nicht in Frage kommen. Eine myoelektrische Prothese, die Lena das Greifen mit zwei „Händen“ ermöglicht, soll sie mit fünf Jahren ausprobieren, damit sie lernen kann sie zu steuern“, sagt Jan Peter Gittner. Trotzdem soll jeder sehen, was mit Lena los ist. „Wir kürzen sogar die linken Ärmel ihrer Kleidung um sieben Zentimeter, damit der überflüssige Stoff sie nicht stört“, sagt ihre Mama. „Und Lenas Unterarm wird nicht mehr viel wachsen.“ Eines liegt den Gittners ebenfalls besonders am Herzen: „Wir wollen lieber gefragt werden, was mit Lena los ist, als dass die


Foto: Privatarchiv Fam. Beckmann

Titelthema

Das macht Spaß: Mit Luftmatratze und Schwimmflügeln plantscht Kira im Wasser. Ihr Handicap schränkt sie beim Spielen kaum ein.

Um die Zukunft ihrer Tochter machen sich die Beckmanns oft Gedanken. „Es gibt uns einen Stich, wenn die Leute Kira die Hand geben wollen und dann fragen, wo ihre Hand denn sei“, sagt Anja Beckmann. Und dann blickt die Familie positiv in die Zukunft: „Bei der Frühförderung fanden wir heraus, dass Kira hochbegabt ist, daher auch die frühe Einschulung“. Die 35-Jährige lacht und fügt hinzu: „Wir haben manchmal das Gefühl, dass sie das, was ihr an der Hand fehlt, mehr im Kopf hat.“

n Fam. Beckman

Handicap zu erleichtern, besuchte Kira die Frühförderung und begann eine Reittherapie. „Kira kann alles, was andere Kinder auch können“, sagt ihre Mutter. Sie fährt Fahrrad, tanzt Ballett und Hip Hop. Probleme hat das Mädchen bei alltäglichen Dingen wie dem Fingernagelschneiden. „Kira schneidet sich nur an ihrem verkürzten Arm, an dem ganz kleine Finger dran sind, die Nägel. Andersherum ist es selbst mit Prothese nicht möglich“, erklärt ihre Mutter. Das größte Problem sei aber das Schreiben. Da Kira Rechtshänderin ist, aber mit links schreiben lernt, muss sie ihr Gehirn umschalten, was die Feinmotorik stören kann. Die vielen Probleme rollten anfangs wie eine Lawine auf die Beckmanns zu. Patrick Beckmann hatte seine Gefühle die erste Zeit tief vergraben. Bei einer Einzeltherapie lernte der Speditionskaufmann mit dem Handicap seiner Tochter umzugehen. Heute ist Kira für ihn eine ganz normale und eben besondere Tochter. Jetzt sind es die bürokratischen Dinge, die Patrick Beckmann verzweifeln lassen. „Wir wollten für Kira eine Zusatzversicherung für Behandlungen beim Heilpraktiker abschließen, diese haben uns alle Krankenversicherungen verweigert. Darüber bin ich empört!“

hiv Foto: Privatarc

um eine Laune der Natur handelt“, erklärt Kiras Mutter. Da die Mehrzahl der Bevölkerung Rechtshänder ist, klärten die Beckmanns im Hamburger Kinderkrankenhaus Wilhelmstift, ob für Kira auch eine operative Lösung in Frage kommen könnte, um dabei eine funktionstüchtige Hand zu formen. Kira hat aber keine Anlage für ein Handgelenk und daher schied diese Möglichkeit aus“, so Anja Beckmann. Bereits mit drei Jahren erhielt Kira eine myoelektrische Unterarmprothese. „Wir wollten, dass Kira so früh wie möglich eine Prothese bekommt, um ihre Gehirnstrukturen auf deren Einsatz zu polen“, erklärt Anja Beckmann. Bei der Ergotherapie stellte sich heraus, dass Kira Rechtshänderin geworden wäre. Um ihrer Tochter das Leben mit

Handicap im Fokus

Volle Konzentration auf dem Rücken des Pferdes. Kira kann sich nur mit einer Hand festhalten – gegenseitiges Vertrauen ist bei der Reittherapie sehr wichtig.

Nachgedacht: Spielzeug mit Behinderung.

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egegnet man einer Idee zum ersten Mal, erscheint sie zunächst eventuell abwegig. So mag vielleicht auch derjenige, der zum ersten Mal einen armamputierten Teddy sieht, befremdet oder gar schockiert reagieren. Nimmt man sich aber Zeit zum Nachdenken, gehört solch „unnormales“ Spielzeug fast selbstverständlich zu einer Welt, in der auch nicht jedes Kind das Glück hat „normal“ zu sein. Handicaps kann man nicht ignorieren - es gibt sie nun einmal und der rationale, tabufreie Umgang mit ihnen bereichert alle Beteiligten. Puppen und Teddies mit den unterschiedlichsten Handicaps, wie sie einige Anbieter weltweit mit großer Nachfrage versenden, dienen verschiedenen wichtigen Zwecken. Zum einen haben Kinder das Bedürfnis sich selbst in ihrem Spielzeug zu reflektieren. So selbstver-

ständlich wie Puppen mit unterschiedlicher Hautfarbe sowie große, kleine, blonde oder dunkelhaarige Puppen werden daher auch Barbies gelähmte Freundin „Becky“ im Rollstuhl, der Amputeddy oder Downsyndrom-Puppen für manches Kind zum einzig echten Freund. Wenn im Familien- oder Freundeskreis eine Behinderung auftritt, kann ein entsprechendes Spielzeug Kindern ohne Behinderung helfen, sich wertfrei mit dem Thema „Behinderung“ auseinanderzusetzen. Nicht zuletzt sind solche Puppen von unschätzbarem Wert für die psychologische Betreuung von Kindern im Krankenhaus. Anstehende Operationen können dem Kind „spielend“ verständlich gemacht werden und es bekommt einen „Leidensgefährten“.



Im Internet finden Sie ein Angebot z.B. unter: www.amputeddy.com, www.sew-dolling.com www.downicreations.com, www.3bscientific.de www.americangirl.com, www.multiculturalkids.com ... gh


Foto: Privatarchiv Susanne Weith

Foto: Shutterstock

Handicap im Fokus

Mit

großer

und kleiner

um die

Hand

Titelthema

Welt

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usanne Weith aus Karlsruhe kam 1978 ohne linke Hand auf die Welt. Ihre Hand fehlt ab dem Handgelenk und hat somit auch keine Greiffunktion. Drei Jahrzehnte lebte die 30-Jährige ohne Hilfsmittel, bis sie 2007 das erste Mal eine bewegliche Prothese bekam. Die Erzieherin und Studentin der Sonderpädagogik hat sich von ihrem Handicap nie behindern lassen und sich sogar für andere behinderte Menschen stark gemacht. Wie erlebten Sie als Heranwachsende Ihre Behinderung? Ich habe mich als Kind nicht behindert gefühlt, da ich mich nicht anders kannte. Fahrrad fahren, auf Bäume klettern, schwimmen, das war alles kein Problem für mich. Nur mit Messer und Gabel essen, dafür hatte ich keinen Trick auf Lager (lacht). Mit 5 oder 6 Jahren wurde mir eine kosmetische Prothese ohne Funktion angefertigt. Diese war mir nur im Weg, sie drückte, rutschte, war schwer und tat weh. So entschied ich mich dagegen. In der Pubertät war der Umgang mit meinem Handicap eher problematisch. Ich wollte wie alle Mädchen hübsch sein und nicht durch meine Fehlbildung auffallen, daher habe ich meine kleine Hand kaschiert und versteckt. Heute möchte ich einfach so sein wie ich bin, und mich mit meiner kleinen Hand zeigen wie ich bin. Bis dahin war es jedoch ein langer, aber für mich sehr wichtiger Weg.

Susanne

Haben Sie auch körperliche Prodavon, voneinander und miteinander zu bleme durch Ihre Dysmelie? Nein. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass durch das fehlende Gliedmaß der Körperschwerpunkt verlagert wird, das heißt man steht schief. Dadurch können sich möglicherweise körperliche Probleme ergeben. Bei genetisch bedingten Dysmelien besteht jedoch die Möglichkeit, dass auch organische Fehlbildungen vorhanden sein können. Das konnte bei mir nach einer genetischen Beratung am Klinikum Heidelberg ausgeschlossen werden. Man spricht von einer „Laune der Natur“.

Sie arbeiten schon seit Jahren als Erzieherin, auch mit behinderten Kindern. Ist Ihre Behinderung dabei förderlich? Ich kann mich besser in viele behinderte Kinder und ihre Eltern hineinversetzen, da man doch oft ähnliche Erlebnisse und Erfahrungen sammelt. Es ist wichtig, Eltern von behinderten Kindern Anerkennung und Aufmerksamkeit entgegen zu bringen, da Arzt- und Therapiebesuche auch eine Menge Kraft und Zeit bedeuten. In der integrativen Kindergartengruppe war es wichtig für die Kinder zu erleben, dass selbstverständlich auch die Erzieherin anders sein kann. So war „Anderssein“ Gruppenalltag. Die Kinder profitieren

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lernen. Neben meinem Studium arbeite ich als freiberufliche Erzieherin und leite Kreativworkshops. Dabei ergibt es sich auch, dass Kinder mit Dysmelie mit mir basteln. Dabei kann ich mit oder ohne Prothese praktische Tipps geben.

Ist es wichtig, den Eltern eine Gesprächs-Plattform zu geben? Sicher ist es toll, sich über lebensprägende Situationen mit anderen betroffenen Menschen auszutauschen. Wenn ich hier das Thema Dysmelie in den Vordergrund stellen darf, habe ich selbst erlebt, dass es für Menschen jeden Alters wertvoll ist, sich mitzuteilen und auszutauschen. Meine Mutter hätte gern vor 30 Jahren die Möglichkeit gehabt, sich mit anderen Eltern über mein Handicap auszutauschen. Für mich wäre es in meiner Entwicklung sicher auch unterstützend gewesen. Heute bin ich in einem Dysmelie-Forum im Internet aktiv und gehe gern auf Dysmelie-Treffen.


Titelthema

Handicap im Fokus Wann kam der Zeitpunkt, dass Sie Tragen Sie die Prothese rund um sich für eine Prothese entschieden die Uhr? haben? Ich trage sie sehr oft, aber nicht immer.

Sie verreisen gern. Haben Sie auf Vor drei Jahren war ich auf einem Dys- Wichtig bei der Entscheidung für die ProIhren Reisen auch Menschen mit melie-Treffen in Stuttgart. Dort stellte these war für mich, mein Handicap nicht ein Prothetiker die myoelektrische Pro- erneut zu kaschieren, denn ich möchte Behinderung getroffen? In Kambodscha habe ich viele Menschen getroffen, die durch Landminen Arme und Beine verloren haben oder erblindet sind. Ich fand es großartig, wie die Kambodschaner mit ihren behinderten Mitmenschen umgehen. Viele Landsleute mit Handicap werden finanziell von anderen unterstützt. Ich hatte das Gefühl, dass die Gesellschaft die behinderten Menschen sehr unterstützt und mitträgt. Sie haben eine gemeinsame Vergangenheit und eine gemeinsame Zukunft.

Was ist Ihnen auf Ihren Fernreisen besonders in Erinnerung geblieben?

nne Wei th

Nach großem Kampf mit meiner Krankenkasse, der ein Jahr dauerte, bekam ich die Genehmigung für eine myoelektrische Prothese. Die Anfertigung ging recht schnell. Diese wurde in mehreren Arbeitsschritten speziell für mich angefertigt und passt wie angegossen. Genau das war auch entscheidend dafür, dass ich die Prothese gern anziehe und einsetze. Meine kosmetische Kinderprothese hatte mich behindert, die Myo-Prothese eröffnete mir ganz neue Möglichkeiten.

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Nein. Ich bin schon immer handwerklich interessiert, bastele, renoviere und dekoriere gerne. So war meine fehlende Hand auch dort kein Hindernis, eher das fehlende Werkzeug (lacht).

Wie lange dauerte das Anfertigen der Prothese?

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Trugen Sie damals eine Prothese?

so wahrgenommen werden, wie ich bin – mit Handicap. Denn durch meine kleine Hand bin ich ja so, wie ich heute bin.

Fotos: Pr

Ich besuchte im Sommer 2005 die Stadt Khao Lak in Thailand. Das war ein halbes Jahr nach dem Tsunami in Süd-Ost-Asien. Mich hat interessiert, wie es vor Ort zugeht. Dort bin ich auf eine Gruppe Iren gestoßen, die ein Tsunami-Projekt auf die Beine gestellt und ein Haus für eine Fischerfamilie wieder aufgebaut hat. Kurzerhand hab ich mich ihnen angeschlossen und mitgeholfen.

thetik vor, also durch Muskelspannung gesteuerte Prothesen. In seinem Vortrag erschien es mir einfach, die Funktionen anzusteuern. Ich hatte auch die Möglichkeit dies selbst auszuprobieren, also: Elektroden auf den Arm, Muskeln anspannen und eine Probeprothese bewegen. Das war großartig und ich überzeugt. Ich konnte mir nach diesem Versuch vorstellen, die Prothese sinnvoll in den Alltag zu integrieren. Die Vorstellung zweiseitig zu greifen, etwas zu halten und mit der anderen Seite zu handeln, gefiel mir sehr gut. Ein weiterer Aspekt ist das durch die Hand fehlende Gewicht auszugleichen. Mehr Sicherheit beim Radfahren war auch ein großes Kriterium für eine Prothese.

Susanne packt mit an: In Thailand hilft sie beim Aufbau eines Wohnhauses für eine Fischerfamilie.

Was war das Erste, was Sie ausprobierten?

Hat Sie dort jemand auf Ihre BeZum Beispiel das Essen mit Messer und hinderung angesprochen? Nur einmal, als der Projektleiter zu mir gesagt hat, dass ich arbeiten würde, als hätte ich drei Hände.

Gabel. Das war super, allerdings auch eine echte Übungssache. Es war einfach toll, plötzlich zwei Dinge auf einmal halten zu können.

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Beim Basteln mit einem Kind trägt Susanne ihre bewegliche Prothese und gibt dabei praktische Tipps.


Titelthema

Handicap im Fokus

Foto: Jessica Conrad

„Da bin ich

mit dem Holzbein

ja noch schneller“

Heinz Goetzke (70) ist seit 44 Jahren oberschenkelamputiert

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rei Wochen war Heinz Goetzke damals verheiratet, als sich sein Leben dramatisch veränderte: Bei einem Motorradunfall wurde sein linkes Bein so schwer verletzt, dass es amputiert werden musste: „Morgen überlebt der nicht, dieser Satz ist mir noch in Erinnerung“, und tatsächlich war der damals 26-Jährige dem Tod näher als dem Leben.

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zeit zwei Kinder wünschte und ein Architekturstudium. Zuhause lief Goetzke zuerst auf Krücken. Damit konnte er in kürzester Zeit wieder gehen, war aber eingeschränkt, bis er seine Oberschenkelprothese bekam. „Das war einfach toll, plötzlich hatte ich beide Hände wieder frei“, erinnert sich der 70-Jährige. Vier Wochen musste er zur Gehschule: „Anfangs brach mir der Schweiß von der unbekannten Bewegung und den Schmerzen aus, aber dann wollte ich nur noch laufen!“ Goetzke bekam ein Mädchen und einen Jungen, nahm das Studium der Betriebswirtschaft auf und schloss es erfolgreich ab. „Durchschnitt war für mich nie genug“, sagt der Allroundsportler, der dank Prothese auch wieder richtig Sport treiben konnte. Vor seinem Unfall hatte Goetzke zeitweise Tischtennis gespielt und war von der Tischtennisplatte jetzt nicht mehr wegzukriegen. Unzählige Landesmeistertitel, die Teilnahme an deutschen Meisterschaften der Allgemeinbehin-

Foto: Je

„Ich bekam dann auch noch Gasbrand“, erinnert sich der Rentner. Durch diese lebensbedrohliche Form der Wundinfektion musste sein Bein immer wieder operiert werden. Schließlich verlor er auch seinen Oberschenkel. Ein Schock für den Leezener, der erfolgreicher Fußballspieler war: „Wenn fünfmal die Woche Training gewesen wäre, ich wäre immer hingegangen“, sagt Goetzke, dessen Mannschaft vergleichbar zweite Bundesliga spielte. Jahrelang war der Fußballplatz für ihn wie ein zweites Zuhause, doch nach dem Unfall mied er das Stadion: „Da bin ich mit dem Holzbein ja noch schneller“, waren Goetzkes Gedanken. „Wenn man selbst nicht mehr richtig laufen kann und dann sieht, wie schlecht die anderen spielen, das konnte ich nicht aushalten!“ Nach einem halben Jahr Krankenhausaufenthalt wurde Goetzke entlassen. „Ich habe immer nach vorne geblickt“, sagt der gelernte Maurer und studierte Betriebswirt, der sich bei seiner Hoch-

derten, 1984 die höchste Auszeichnung des Landes Schleswig-Holstein für Sportler und fast die Teilnahme an Olympia zählen zu seinen Erfolgen. Heute ist er vor allem als Oberschiedsrichter aktiv. Rücksicht wegen seiner Behinderung wollte der rüstige Rentner, der inzwischen ein C-Leg, eine mikroprozessorgesteuerte Oberschenkelprothese trägt, nie. Bei Meisterschaften hätten sich seine Gegner eher vor ihm gefürchtet. „Pass auf den mit dem Holzbein auf“, war ein Spruch seiner Gegner. „Soll ich das Holzbein auch noch ausziehen?“, die Antwort des Leezeners. Nur einmal ist ihm jemand begegnet, der nicht gegen ihn antreten wollte. „Gegen Krüppel spiele ich nicht“, hatte er gesagt und Goetzke ist froh, dass er das damals nicht gehört hat: „Ich habe nämlich früher auch mal geboxt!“

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Heinz Goetzke in der Turnhalle. Hier spielt er mit seiner alten Holzprothese Tischtennis.

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Titelthema

Handicap im Fokus Foto: Privatarchiv Andrea Vogt-Bolm

Ampu-Vita e.V. bietet Hilfe für Betroffene und Angehörige

Zurück ins Leben

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eine Mama hat drei Beine“, hatte die Tochter von „ Andrea Vogt-Bolm mit sechs Jahren voller Stolz gesagt, als ihre Mutter ihre wasserfeste Gehhilfe zum Schwimmen anlegte, denn auch Andrea Vogt-Bolm lebt mit einer Behinderung. Ihr wurde als Baby der linke Unterschenkel amputiert, da sie bei ihrer Geburt unter Fehlbildungen des Fußes und Unterschenkels litt, die durch amniotische Abschnürungen, einer Form der Dysmelie, hervorgerufen waren. „Ich habe mit der Prothese laufen gelernt“, sagt die heute 47-Jährige. „Später gab es Phasen, in denen ich gejoggt bin.“ Die Hamburgerin empfindet ihre Behinderung nicht als Handicap: „Ich trage sogar Stöckelpumps, da ich einen höhenverstellbaren Prothesen-Fuß habe!“ Schon als Kind sei ihre Behinderung normal gewesen, nur in der Pubertät habe sie statt Röcken lieber Hosen getragen. „Ich hatte sogar eine Freundin, die drei Jahre anscheinend gar nicht gemerkt hat, dass ich mit einer Prothese lebe, bis wir schwimmen gehen wollten.“ Negative Reaktionen auf ihre Behinderung hat sie so gut wie nie erlebt: „Wenn einer guckt, der guckt auch wieder weg, haben meine Eltern immer gesagt“, erinnert sich die 47-Jährige. Probleme mit ihrer Unterschenkelprothese gab es bis 2005 nicht, doch plötzlich quietschte ihr Prothesen-Fuß. Bei einem Besuch im Sanitätshaus las sie einen Bericht über eine Selbsthilfegruppe in Süddeutschland. Auf die Frage, ob es im Norden auch so etwas gäbe, antwortete ihr Orthopädiemeister: „Nein, im norddeutschen Bereich gibt es so etwas nicht, aber der Bedarf ist sehr groß!“ Vogt-Bolm machte sich

auf die Suche nach einigen Mitstreitern und gründete den Verein Ampu-Vita e.V. (ehemals Amputierten e.V. Nord). Ein kleiner Artikel im Hamburger Abendblatt löste eine Flut von Anfragen aus: „Wir wollten uns alle nur neben unserem Job im Verein engagieren, aber der Bedarf an Beratung war riesig“, erinnert sie sich. Im April 2006 war es soweit, die Beratungsstelle nahm mit finanzieller Unterstützung mehrerer Stiftungen ihre Arbeit auf. Seither kümmert sich Vogt-Bolm in Vollzeit um Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige. „Wir begleiten die Patienten von vor der Amputation bis zur vollständigen Wiedereingliederung ins Leben“, erklärt sie. Im Januar 2007 kam auch ein Projekt mit Kindern dazu, die Ampu-Kids und DysKids (Kinder, die mit einer Amputation leben und/oder eine angeborene Dysmelie haben). „Ich kenne die Probleme von Kindern und deren Angehörigen ja gut, da ich es selbst durchlebt habe.“ Neben Sport- und Spieltagen, an denen Kinder mit Behinderungen sowie ihre nicht behinderten Freunde und Geschwister kommen, geht Vogt-Bolm in Kindergärten und Schulen, stellt Prothesen vor, bietet Gehtraining und Muskelaufbau für Erwachsene und Kinder, Selbsthilfeund Gesprächsgruppen, reist durch die Kliniken zu Patientenbesuchen etc. „Bei frisch Amputierten muss das gesamte Leben neu geregelt werden, wie wohne ich, wie ist die finanzielle Lage, wie ist das Leben mit einer Prothese?“, sagt die engagierte Vereinsvorsitzende. Doch eine Frage beschäftigt Vogt-Bolm auch immer wieder: Wo finde ich Sponsoren für den Verein? „Mir ging es ja immer gut, andere benötigen aber dringend Unterstützung.“ jc

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Andrea Ampu-Vita e.V. gemeinnütziges Institut für Amputationsvorsorge und Integration

August-Krogmann-Straße 52 22159 Hamburg Ansprechpartnerin: Andrea Vogt-Bolm Telefon: 040/645 811 363 andrea.vogt@ampu-vita.de www.ampu-vita.de Spenden an: Amputierten e.V. Nord Sparkasse Holstein Bankleitzahl 213 516 10 Kontonummer 11 48 70 000 Weitere Selbsthilfegruppen im norddeutschen Raum: Hamburg: www.bein-ade.de Neumünster: Alfons Krott, Kontakt: alfons.krott@t-online.de Eckernförde: „Amputierten SHG Eckernförde“ www.as24340.de Hannover: „SHG für Amputierte Region Hannover“ www.amputierte-region-hannover.de Berlin: „Amputierten-Initiative e.V „ www.amputierten-initiative.de Weitere Selbsthilfegruppen finden Sie schnell über eine Internetsuche oder über Ihre Krankenkasse.


Gesundheit im Alltag

Ätherische Öle

„Wohlfühlzaubern“ im Alltag:

Durch die Nase in die Seele Ätherische Öle „verzaubern“ das Gemüt

L

iebe geht durch die Nase - und die Laune auch! In der Aromatherapie wird jeder Pflanze ein ganz eigenes natürliches Energiepotential zugesprochen, das sich durch ihren charakteristischen Duft auf den Menschen übertragen kann. Auf diese Weise lassen sich die Selbstheilungskräfte des Körpers mobilisieren und seelische Verstimmungen ausgleichen. Über die Nase führt ein direkter Weg zum limbischen System des Gehirns, dem Urhirn, in dem die Instinkte sitzen und das unmittelbar für unsere Gefühle, Stimmungen und Launen zuständig ist. Und dieses Urhirn sorgt nicht nur für negative, oft aber zutreffende Eingebungen wie „den kann ich aber nicht riechen!“, sondern es reagiert umgekehrt auch sehr positiv berührt, wenn es über den Duft von der Seele einer Pflanze angeweht wird.

Duft ist nicht gleich Duft Florale Begegnungen dieser Art werden uns von einer Fülle von Produkten versprochen: Vom Mandarinen-Shampoo bis zum Lavendel-Duschgel, vom Wildrosen-Weichspüler bis zu den zitrusfrischen Haushaltsreinigern, die uns beim Putzen oder Abwaschen aufmuntern wollen, vom Raumluftverbesserer im Bad bis zur Citronella-Duftkerze für den Balkon, die gleichzeitig auch Mücken verscheuchen kann. Aber: Weht uns hier wirklich eine echte Pflanzenseele an? Das limbische System ist kritisch und anspruchsvoll: Synthetisch hergestellte Duftstoffe mögen zwar nett riechen – aber tiefergehende Wohlfühlerlebnisse lassen sich auf ihrer Grundlage nicht erzielen.

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Daher arbeiten professionelle Aromatherapeuten (oder auch gute SpaEinrichtungen und Wellness-Studios) ausschließlich mit 100% reinen natürlichen ätherischen Ölen, die durch Destillation direkt aus den Pflanzen gewonnen werden. Ätherische Öle sind keine Arzneimittel, sondern frei verkäuflich. Sie erhalten sie zum Beispiel in Apotheken oder Reformhäusern. Doch meiden Sie die sehr ähnlich aussehenden kleinen Fläschchen aus dem Kaufhaus oder dem Geschenkartikelladen, auf denen schlicht nur „Duftöl“ steht. Die sind zwar deutlich billiger, aber garantiert synthetisch - und daher für eine ernsthafte private Aromatherapie nicht geeignet.


Gesundheit im Alltag

Ätherische Öle kiefer, Wacholder, Thymian oder Basilikum; die beiden letztgenannten übrigens auch als Kräuterzugabe im Essen. Etwas Pfefferminzöl (auf die Schläfen gerieben) bietet sich als ernst zu nehmender Ersatz für die Kopfschmerztablette an.

Natürliche Gemütsaufheller

Illustration: Gerrit Hansen, Fotos: Shutterstock

Wasser, Feuer und Luft

Sanfte Helfer bei der Gesundung

Das Verdampfen in einer speziellen Aromalampe ist die einfachste Art, der ätherischen Pflanzenseele zur Entfaltung zu verhelfen und dadurch Körper, Geist und Seele positive Impulse zu geben. Dazu geben Sie einige Tropfen ätherisches Öl (in der Regel 5-10, bei intensiv duftenden Essenzen nur 13) in die mit warmem Wasser gefüllte Schale der Lampe und zünden die da­runter stehende Kerze an. Die Hitze der Flamme lässt die Flüssigkeit verdunsten. Der Wohlfühlduft verbreitet sich im Raum und wandert über die Nase direkt ins Gehirn. Was er dort dann im Einzelnen bewirken kann, ist ganz davon abhängig, für welche Note Sie sich entschieden haben.

Den Eukalyptusduft kennen Sie wahrscheinlich schon von Kindesbeinen an; er ist schier untrennbar mit Erkältungskrankheiten und deren möglichst schnellen Linderung verbunden. 5 Minuten Eukalyptusinhalation (mit 3-5 Tropfen ätherischem Öl) lösen den Husten. Noch wohltuender ist ein Bad in 5-10 Tropfen mit etwas Honig vermischtem Eukalyptusöl, das zugleich auch die fröstelnden Knochen wärmt. Auch Inhalationen mit Muskat-, Thujaoder Zitronenöl helfen bei Husten, mit Kamille oder Rosmarin dagegen bekommen Sie die tropfende Nase rasch wieder frei. Teebaum, Wachholder, Lavendel oder Salbei wirken desinfizierend und reinigen, in der Duftlampe verwendet, das Krankenzimmer. Ein Geheimtipp zur Stärkung des Immunsystems ist das Weihrauchöl, das schon vor 3000 Jahren in der altindischen Ayurveda-Medizin eingesetzt wurde. Allgemein kräftigend wirken vor allem herbere Aromen wie Zirbel-

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In der professionellen Aromatherapie werden ätherische Öle insbesondere bei der Behandlung von Niedergeschlagenheit, Nervosität, Schlafstörungen oder Stress eingesetzt. Gerade gegen vorwiegend psychisch bedingte Beschwerden ist allerlei duftiges Kraut gewachsen, das uns hilft, die Dinge gelassener zu sehen. So ganz nebenher - beim Ein- und Ausatmen - können Sie Verspannung in Entspannung oder Müdigkeit in Munterkeit verwandeln, je nachdem, welches Odeur Sie wählen. Lavendel, Melisse und Kamille sind die bewährtesten Beruhigungsmittel, die Mutter Natur für uns bereithält. Sie vertreiben innere Hektik und sorgen für erholsamen Schlaf. Bei depressiven Verstimmungen kann insbesondere Bergamotte Abhilfe schaffen. Auch Geranium oder Rose harmonisieren das verhangene Gemüt. Allgemein aufmunternd, anregend und belebend wirken „waldige“ Duftnoten wie Fichtennadel, Latschenkiefer, Zirbelkiefer oder Zypresse und Zitrusdüfte wie Zitrone, Grapefruit oder Orange, aber auch Rosmarin, Pfefferminze, Lemongras und Eisenkraut (Verbena). Es gibt also eine Vielfalt von recht unterschiedlichen Aromen, die von der Grundrichtung her eine ähnliche Wirkung auf die Stimmung, die Seele und die Gefühle haben. Hier lohnt es sich, verschiedene Sorten auszuprobieren, um genau die duftige Begleitung herauszufinden, die einem persönlich in bestimmten Stimmungslagen besonders wohltut.

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Gesundheit im Alltag

Ätherische Öle Illustration: Gerrit Hansen, Fotos: Shutterstock

Muntermacher - zu jeder Zeit!

Mit Fingerspitzengefühl do­­sieren

Die beschwingende Wirkung der natürlichen Pflanzenessenzen lässt sich jedoch beileibe nicht nur „streng therapeutisch“ nutzen; sie kann auch ganz einfach dazu dienen, das Alltags­ allerlei ein wenig zu verzaubern und die Lebensqualität zu erhöhen. Als „Frühstücksduft“ genossen, verscheuchen frische Zitrusdüfte die Müdigkeit und Morgenmuffelei, und nach einem harten Tag machen sie rasch wieder munter. Die anregenden Aromen sind auch ein idealer Raumduft fürs Büro. Sie erfüllen den Arbeitsplatz mit Inspiration und Zuversicht. Speziell Eisenkraut kann die Kreativität enorm steigern, Pfefferminze macht den Kopf klar und frei, Lemongras, Rosmarin oder Zeder erhöhen das Konzentrationsvermögen. Nun ist aber Feierabend. Und Sie erwarten Gäste? Stellen Sie sich im Grapefruit-, Orangen- oder Lemongrasduft auf ganz besonders spritzige Gespräche ein! Oder kommt statt einer fröhlichen Plauderrunde Ihre neue Flamme zu Besuch? Für sinnliche Stunden zu zweit empfiehlt sich eine etwas andere Duftpalette. Sandelholz, Patchouli, Ylang Ylang oder Muskatellersalbei können sich sehr intensiv und unmittelbar anregend auf das sexuelle Verlangen auswirken. Leichter, zarter und romantischer bringen uns (das leider nur ziemlich teuer in der Apotheke erhältliche) Rosenöl oder Jasmin in die richtige Lust-und-Liebe-Stimmung.

Reinschnuppern lohnt sich also - in vielerlei Hinsicht. Unerwünschte Nebenwirkungen haben ätherische Öle normalerweise nicht. Doch achten Sie darauf, dass Sie des Guten nicht zu viel tun: Vor allem bei sehr intensiven Noten wie Patchouli, Rose, Hyazinthe oder Jasmin genügen 1-2 Tropfen in der Aromalampe. Eine Überdosierung kann statt des Wohlbefindens auch Kopfschmerzen oder Übelkeit heraufbeschwören. Vermeiden Sie auch den direkten Hautkontakt mit unverdünnten Essenzen. Für Kinder sollte man generell nur halb so viele Tropfen wie für Erwachsene nehmen. Babys und Kleinkinder vertragen ätherische Öle noch nicht. Auch während der Schwangerschaft sowie bei einer Neigung zu Allergien oder Epilepsie ist bei der Anwendung der Essenzen große Vorsicht geboten. Bei ernsten Erkrankungen kann die Aromatherapie zwar gut als hilfreiche Zusatzmaßnahme eingesetzt werden - doch eine erforderliche medizinische Behandlung können die zart durch den Raum schwebenden Pflanzenseelchen natürlich keinesfalls ersetzen! mimu

Duftige Begleiter – seit altersher: Die wundersamen Wirkungen aromatisch duftender Pflanzenstoffe werden bereits seit mindestens 5000 Jahren in allen Ecken der Welt zu rituellen, heilenden oder kosmetischen Zwecken eingesetzt. In der altindischen Ayurveda-Medizin verstand man sie ebenso zu nutzen wie in China oder im mesopotamischen und ägyptischen Kulturraum. Die Araber, Griechen und Römer der Antike liebten es vor allem, sich in verschwenderische Duftwolken zu hüllen – doch Hippokrates wies bereits ausdrücklich auf den gesundheitlichen Wert von Kräuterdämpfen oder Räucherungen hin. Der persische Arzt Avicenna (980-1037) perfektionierte das Herstellungsverfahren für Pflanzenessenzen schließlich so, dass reines ätherisches Öl gewonnen werden konnte. Der Begriff „Aromatherapie“ wurde dann von dem französischen Chemiker ReneMaurice Gattefossé aus Grasse geprägt, der 1936 ein wegweisendes Werk gleichen Titels veröffentlichte. Gattefossé arbeitete ursprünglich an Parfüms und Kosmetika. Nach einer Explosion im Labor versorgte er seine Verbrennungen spontan mit Lavendelöl, woraufhin sie sehr schnell und ohne Narben abheilten. Daraufhin stellte er weitere Forschungen an und konzentrierte sich schließlich ganz auf die medizinischen Eigenschaften ätherischer Öle.

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Gesundheit im Norden

Die Kraft der Ostsee

Foto: Shutterstock

Mehr Raum fürs Ich S

ie sitzt einfach nur da. Ganz ruhig. Es ist bereits elf Uhr vormittags und sie hat noch nichts erledigt. Das tut ihr gut. Sie schließt die Augen und atmet tief ein. Der Geruch von Salz und Freiheit lässt sie träumen. Noch einen Moment hält sie inne, bevor sie die Augen öffnet und in die Sonne blinzelt. Kleine, weiße Schaumkronen tanzen auf den Wellen. Das leise Knistern scheint davon erzählen zu wollen wie es ist, unentwegt zu kommen und wieder zu gehen. Ohne Pause, unermüdlich. Da streckt sie die Arme nach oben, verschränkt sie hinter dem Kopf und lässt sich entspannt nach hinten fallen. Den weichen, warmen Sand im Rücken spürend, lächelt sie und schläft ein …

Fotos: Ostseebad-Damp

Kaum vorstellbar, dass die beschriebene Frau vor kurzer Zeit noch voller Unruhe war. Dass sie nicht mehr in den Schlaf fand, obwohl sie ausgelaugt und müde ins Bett fiel. Ihr ging es wie vielen anderen Menschen. Sie ignorierte die Warnsignale ihres Körpers. Ruhe und Entspannung gehörten nicht in ihren Lebensrhythmus. Der Erschöpfung folgten Kopfund Rückenschmerzen, Schlafstörungen und Herzklopfen. Immer mehr Menschen leiden unter ähnlichen Symptomen. Zeit, einen Schritt in eine gesunde Zukunft zu tun. Schleswig-Holstein ist das Land

zwischen den Meeren und bietet eine Vielzahl an Therapieprogrammen. Lufttemperatur und Feuchtigkeit sind nicht nur gut für Atmung und Kreislauf, die Luft ist zudem angereichert mit wertvollen Salzen wie Magnesium und Kalzium. Das Baden im Meer wirkt vitalisierend, denn es übt anregende Reize aus.

Thalassa, das Meer Der Begriff Thalasso kommt von dem griechischen Wort Thalassa, das Meer – und schon die alten Griechen priesen die Heilkraft des Meeres. Ziel von Thalasso ist es, Urkraft und Wirk-

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stoffreichtum des Meeres effizient therapeutisch zu nutzen. Der Organismus wird revitalisiert und langfristig gestärkt. Dabei intensivieren Anwendungen mit Algen, Salz, Bernstein und Kiesel die natürliche Heilwirkung des Meerwassers. Das spezielle Meeresklima, z.B. an der Ostsee, ist eine wichtige Voraussetzung für die Heil- und Entspannungskraft von Thalasso.

Das Ostseebad Damp Direkt an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste, ca. 50 km nördlich von Kiel, liegt das Ostseebad Damp. Es eröffnete am 17. September 2008 die


Gesundheit im Norden

Zu Thalasso gehören vor allem Meerwasser-Wannenbäder: Bei ca. 38° C werden kostbare Inhaltsstoffe gelöst, die Haut nimmt Spurenelemente und Salze auf – nicht zu vergessen die beruhigende Wirkung. Ebenfalls entspannend und zugleich fühlbar wirksam sind die typischen Massagen und Packungen mit Algen und Meeressalz. Sie lockern die Muskulatur, reinigen die Haut, verbessern die Durchblutung und aktivieren wichtige Stoffwechselfunktionen. Sanfte Bewegungsprogramme wie Aqua-Gymnastik und

Nordic Walking runden die heilende Wirkung von Thalasso ab.

Denken Sie an sich Nutzen Sie die schöne Lage Schleswig-Holsteins und erfreuen Sie sich am Meer. Vielleicht machen Sie einen Spaziergang oder suchen sich ein schönes Fleckchen an der Küste. Und: Tun Sie einfach mal nichts. Auch wenn es schon elf Uhr am Vormittag ist und Sie noch nichts erledigt haben. Winston Churchill sagte einmal: „Tue Deinem Körper etwas Gutes, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.“ Informationen zum Ostseebad Damp unter www.damp-urlaub.de. bb

Ambulante Badekuren

Jede Badekur beginnt mit der badeärztlichen Untersuchung und Verordnung von Kurmitteln durch einen Badearzt direkt im Hotel. Geboten werden individuelle Betreuung und Behandlung durch Ärzte und Therapeuten, Gesundheitsvorträge, Kurse zu Entspannungstechniken, spezielle Ernährungsformen (z.B. Reduktionskost) sowie attraktive Sportangebote.

Krankenkassen-Zuschuss

Wenn Sie gesetzlich krankenversichert sind, dann sprechen Sie vor Ihrer Gesundheitswoche mit Ihrer Krankenkasse. Es könnte sich für Sie auszahlen. Denn: Immer mehr gesetzliche Krankenversicherer haben erkannt, dass eine Gesundheitswoche eine Investition in eine gesunde Zukunft ist. Bei eindeutigen Krankheitsbildern bitten Sie Ihren behandelnden Arzt, eine Kur für Sie zu beantragen.

Fotos: Ostseebad-Damp

Pforten seines Original Thalasso Centrums, das Teil des schon bestehenden Vital Centrums ist. Auf zusätzlichen 1.000 qm ist eine Wellness Oase in direkter Lage zur Ostsee entstanden, auf der sich Wellness- und Gesundheitsbewusste erholen können.

Die Kraft der Ostsee


Fachwissen

Quix - Zusatzantrieb

Quix: Spielend einfach Rollstuhl fahren

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uf der Rehab in Karlsruhe stellte die Ulrich Alber GmbH den Rollstuhlscooter Quix Q10 erstmals der Öffentlichkeit vor. Quix ist der erste Zusatzantrieb für manuelle Rollstühle, der mittels einer Lenkstange gesteuert wird – ähnlich wie bei einem Fahrrad. Das macht seine Bedienung intuitiv und den Rollstuhl äußerst wendig. Konventionelle Elektro-Rollstühle und Zusatzantriebe sind mit einem Joystick für die Steuerung ausgerüstet. Dessen Handhabung erfordert eine gewisse Übung und Feinmotorik. Vor allem ältere Personen haben Schwierigkeiten, diese Art der Steuerung zu erlernen und lehnen deshalb häufig ElektroRollstühle ab. Speziell für Personen, die über 75 Jahre alt sind und die wegen einer altersbedingten Erkrankung und nicht aufgrund einer klassischen Behinderung auf einen Rollstuhl angewiesen sind, hat Alber daher den Zusatzantrieb Quix konzipiert. Er macht aus einem manuellen Rollstuhl einen extrem wendigen Elektro-Rollstuhl für den Innenund Außenbereich.

Beim Design wurde sehr viel Wert auf eine ergonomische, übersichtliche und intuitive Handhabung gelegt, zum Beispiel durch die Einhandbedienung: Mit Daumen und Zeigefinger der linken oder rechten Hand kann Quix bequem und mühelos vorwärts und rückwärts gefahren werden. Zusätzlich ist Quix mit intelligenten Sicherheitsfunktionen ausgestattet: Bei engen Kurven reduziert sich die Geschwindigkeit automatisch. So werden auch enge Stellen sicher passiert. Eine Wegfahrsperre verhindert zudem die ungewünschte Benutzung durch andere Personen. Quix passt an die meisten Faltrollstühle. Die Anwender können also weiterhin ihren vertrauten Rollstuhl nutzen. Dank eines speziellen Mecha-

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Fachwissen nismus kann der Rollstuhlfahrer oder eine Hilfsperson den Quix mit einem Knopfdruck am Rollstuhl an- und abdocken. Sollen Rollstuhl und Quix über kürzere Strecken von Hand geschoben werden, lässt sich der Zusatzantrieb ausschalten. Dann werden die Antriebsräder mit Hilfe eines kleinen Elektromotors angehoben. Zum einfachen Hinsetzen und Aufstehen lässt sich die Lenksäule mit einem Handgriff abnehmen. Dank der kompakten Bauweise passt Quix in jeden Kofferraum. Mit einigen Handgriffen lassen sich die Schnellverschlüsse lösen und die einzelnen Komponenten abnehmen und verstauen. Der Quix Q10 ist im Sanitätsfachhandel erhältlich. Er entspricht der EG-Richtlinie 93/42/EWG für Medizinprodukte und ist ein von den Kostenträgern anerkanntes Hilfsmittel.

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Quix - Zusatzantrieb Der Rollstuhlscooter Quix macht aus einem manuellen Rollstuhl einen extrem wendigen Elektro-Rollstuhl für den Innen- und Außenbereich, der sich besonders durch seine intuitive Lenkersteuerung auszeichnet. Ulrich Alber GmbH

Fotos: Ulrich Alber GmbH


Gesundheit im Alltag

Diabetes im Urlaub

Diabetes

im Urlaub

„Die Medikamente für Diabetiker sind weiterentwickelt worden. Und als Betroffener ist man inzwischen in der Lage, viele Dinge selbst zu machen, für die Patienten früher langwierig in Krankenhäusern eingestellt wurden“, sagt er. Den Blutzucker zu messen und die Werte zu kontrollieren, die Menge des Insulins zu berechnen und entsprechend zu spritzen – all das ist für Diabetiker selbstverständliches „Alltagsgeschäft“ geworden, sagt Richter lächelnd. Ein Vorteil sei es, dass die notwendigen Arzneien international kompatibel geworden sind. „Ich bin Seg-

ler. Und wenn es vor Jahren mit dem Boot in Richtung Dänemark ging, war es selbst dort schwierig, das passende Insulin zu bekommen.“ Der Grund, sagt Richter, war die Art der Herstellung des Medikaments. Damals habe die Pharma-Industrie Insuline aus tierischen Stoffen gewonnen. Heute werde Insulin künstlich durch Gentechnik hergestellt. „Selbst wenn das Medikament in einem anderen Land einen anderen Namen hat, ist es doch immer möglich, den Wirkstoff beim Arzt zu bekommen, den man verträgt.“ Auch sei es nicht mehr schwierig, die ausreichende Menge Insulin für den Urlaub im Voraus zu bekommen. „DiabetesPatienten werden heute mindestens

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Foto: Hartmann

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or einigen Jahren war es noch ein echtes Unterfangen, als Diabetiker in den Urlaub zu fahren. „Inzwischen ist es komfortabel geworden. Bei entsprechender Vorbereitung gibt es keine Einschränkungen mehr.“ Kai Richter weiß, wovon er spricht. Der Bereichsleiter für Medizintechnik bei der Neumünsteraner Firma Kowsky ist selbst seit mehr als 40 Jahren Diabetiker und ist trotzdem weit herumgekommen.

Kai Richter ist nicht nur ausgewiesener Kenner der Medizintechnik; seit mehr als 40 Jahren muss er mit Diabetes leben – und tut das nach eigenem Empfinden auch sehr gut.

für einen Monat, wenn nicht sogar für ein Quartal mit ihren Medikamenten versorgt“, so Richter. Das sei durchaus auch im Sinne des jeweiligen Arztes, der durch das Verschreiben größerer Mengen statt kleiner, teurer Einzelportionen sein Budget entlasten könne, erklärt er. Vor Antritt der Reise sei auch der Gang zur Krankenkasse zu empfehlen. Die Fachleute können darüber Auskunft geben, ob der Versicherungsschutz am jeweiligen Reiseziel allein durch die Krankenkassenkarte gedeckt ist und wie im Fall der Fälle Kosten abgerechnet werden.


Gesundheit im Alltag

Fotos: Shutterstock

Auch die Reise selbst müsse sorgfältig vorbereitet werden. „Wer nicht so gut im Überschlagen der Mengen beim Essen und Trinken ist, sollte immer Tabellen zum Berechnen der sogenannten Broteinheiten dabei haben“, sagt Kai Richter. Vorsicht sei auch bei exotischen Speisen geboten, bei denen Zusammensetzung und Wirkung nicht so genau abzuschätzen seien. „Diabetiker sollten – wie andere Reisende natürlich auch – Durchfallerkrankungen vermeiden. Sonst wird es noch schwieriger mit der Berechnung der nötigen Insulin-Menge.“ Deshalb gehöre in jedem Fall auch eine Arznei gegen Durchfall ins Reisegepäck. Das Gleiche gilt für andere Medikamente, die in der Heimat genommen werden. „Es gibt viele Diabetiker, die an Folgeerkrankungen leiden. Auch deren Behandlung muss im Einzelfall bei der Vorbereitung berücksichtigt werden.“ Was ab und zu vergessen werde, sei die Tatsache, dass das Insulin temperaturempfindlich ist, erzählt Richter. Das gelte auch und gerade für Urlaubsreisen in kühlere Regionen. Dann ist der Diabetiker-Alltag auf Bali oder den Malediven der gleiche wie zu Haus? „Na ja, nicht ganz“, lacht Kai Richter. Es gebe durchaus ein paar praktische Tipps für die Zeit am Reiseziel. „Zum Beispiel sollten wir Diabetiker uns nicht zu sehr der Sonne aussetzen, weil wir in dieser Hinsicht besonders empfindlich sind.“ Auch bestimmte Wege sollten gleich nach Ankunft möglichst schnell erkundet werden – wo ist das nächste Krankenhaus, wo der nächste Arzt? „An seinem Heimatort weiß man das, im Urlaub meist nicht“, betont Richter. Auch mitreisende Partner sollten genau wissen, was zu tun ist, wenn der Diabetiker doch einmal bei einer Unterzuckerung das Bewusstsein verlieren

Diabetes im Urlaub sollte. „Am besten ist es, ein Notfallpaket zu schnüren“, sagt Richter. Es gebe Medikamente, die kurzfristig den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen, um es dem Betroffenen zu ermöglichen, Traubenzucker einzunehmen. „So richtig wach ist man durch dieses Medikament zwar nicht; aber um etwas Süßes zu schlucken, reicht es schon aus.“ Die Notfallsets hielten über einen langen Zeitraum an, so der Medizintechniker. „Das kann man schon für mehrere Urlaube benutzen.“ Doch selbst wenn alles gut vorbereitet ist, kann es bei Reisen in ferne Länder zu Problemen kommen, macht Richter aufmerksam. Denn womit noch immer viele Touristen nicht rechnen, ist die Sicherheitskontrolle an Flughäfen, die seit den Anschlägen vom 11. September 2001 drastisch verschärft wurde. Unbekannte Flüssigkeiten und spitze Gegenstände wie Kanülen für Spritzen sind grundsätzlich an Bord eines Fliegers tabu. „Deshalb ist es wichtig, vor der Abreise vom Arzt oder Diabetesberater eine Bescheinigung zu holen, die beweist, dass die Mitnahme von Insulin und den dazugehörigen Gerätschaften unbedingt erforderlich ist“, betont Kai Richter. Der DiabetikerAusweis allein reiche nicht aus, um die Sicherheitsbeamten davon zu überzeugen, dass Medikamente und Spritzen die Reise in der Flugkabine mitmachen dürfen.

kh

Weitere Informationen im Internet:

www.diabetesgate.de www.diabetes-news.de www.diabeteszentrum-heidelberg.de www.diabsite.de www.diabetespartner.de

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Nicht vergessen:

it dem Arzt olen - Rücksprache m Krankenkasse einh er d n ne io at rm fo - In aten r die Reise bevorr fü te en am ik ed M Medikament zur ers - Notfallset mit ung des Blutzuck öh rh E en g ti is fr kurz zusammenstellen und Traubenzucker ngen urchfallerkranku D en eg g te en am - Medik en - vor Sonne schütz

reisen einigung bei Flug - ärztliche Besch die Wege zu - am Urlaubsort linik erkunden Arzt und/oder K


Gesundheit im Alltag

Nordic Walking

Nordic Walking M

ilde Temperaturen, wieder öfter ein strahlender Himmel – die Natur mit ihrem üppigen Grün ist längst aus ihrem Winterschlaf erwacht. Viele Menschen lockt der Frühling jetzt nach draußen. Aber nicht alle genießen nur den Anblick der herrlichen Blütenpracht, viele tun auch gleichzeitig etwas für ihre Fitness.

Wandern mit Technik Immer größerer Beliebtheit erfreut sich das Lauf-Training „Nordic Walking“. Dieses flotte Gehen mit zwei Stöcken bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung, stärkt die Abwehr, fördert die Ausdauer, kräftigt das Bindegewebe und steigert das körperliche und seelische Wohlbefinden. Und das ist noch nicht alles: „Nordic Walking“ ist sowohl für Untrainierte als auch für regelmäßig aktive Freizeitsportler ideal. Aber: Wer lange keinen Sport mehr gemacht hat oder gesundheitlich nicht ganz fit ist, sollte vor Trainingsbeginn einen Check beim Arzt machen lassen.

Raus in die Natur Mit den richtigen Walking-Schuhen, bequemer, atmungsaktiver Kleidung und natürlich den „Nordic Walking“Stöcken (gibt es alles in Sportfachgeschäften) steht dem Training fast nichts mehr im Weg. Vor dem Losmarschieren z. B. in Parkanlagen, auf Wanderwegen oder in ruhigen Siedlungen sind allerdings erstmal Dehnübungen zum Aufwärmen der Muskulatur Pflicht. Dann kann es endlich losgehen: Die Technik ist ähnlich der beim Skilanglauf. Linkes Bein und rechter Arm schwingen dabei gleichzeitig

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nach vorn (und umgekehrt). Der linke Stock berührt immer dann den Boden, wenn die rechte Ferse aufsetzt, der rechte Stock, wenn die linke Ferse aufsetzt. Der Oberkörper wird dabei leicht nach vorn gebeugt. Die Bewegungen tun der Gesundheit gut. Neben den Beinmuskeln wird auch die Muskulatur im Oberkörper beansprucht. Arme, Nacken und Schultern werden so viel besser durchblutet. Das wirkt sich positiv auf den Rücken aus.

Trainieren nach ExpertenAnleitung Weil es beim „Nordic Walking“ auf die richtige Technik ankommt, empfiehlt es sich, vor dem selbstständigen Training einen Kurs zu belegen. Sie werden z. B. von Volkshochschulen, Sportvereinen oder Physiotherapeuten angeboten (Kosten: ca. 50 bis 100 Euro). Unter fachkundiger Anleitung lernt man dort z. B., wie Arme und Beine koordiniert werden müssen, welche Geschwindigkeit ideal ist und wie lang die persönliche Laufstrecke sein sollte. Außerdem trifft man auf Gleichgesinnte – und schließlich macht Sport in der Gruppe vielen mehr Spaß als das Training als Einzelkämpfer.


Gesundheit im Alltag

Fotos: Shutterstock

Übrigens: Viele Krankenkassen beteiligen sich an den Gebühren für einen „Nordic Walking“-Kurs, weil der Trendsport z. B. zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen geeignet ist. „Gesetzliche Krankenkassen fördern Präventionsmaßnahmen, übernehmen bis 80 Prozent der Kosten, aber nur maximal 75 Euro“, erläutert Thorsten Brandt, Kundenberater bei der DAK-Geschäftsstelle in Kiel. Voraussetzung dafür ist, dass der ausgewählte „Nordic Walking“-Kurs eine in sich abgeschlossene Veranstaltung ist, also sich z. B. aus 12 Trainingseinheiten zusammensetzt.

Nordic Walking

Welche Kurse im Einzelnen bezuschusst werden, können die Versicherten in den Geschäftsstellen ihrer Krankenkasse erfahren. Pro Jahr werden aber nur höchstens zwei Kurse gefördert und die müssen zwei unterschiedliche Präventionsfelder abdecken, also z. B. die Bereiche „Bewegung“ und „Ernährung“. Weitere Infos gibt es z. B. im Internet unter www.dak.de. ih

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Gesundheit lokal

FEK Neumünster

Operation

am

schlagenden Herzen

– der Ausbau des FEK Neumünster

N

eumünster – Bagger bewegen sich auf dem großen Krankenhausgelände an der Friesenstraße in Neumünster. Hohe Kräne schwenken hin und her, verteilen ihre Lasten. Die Arbeiten schreiten trotz schlechten Wetters mit Dauerregen voran. Ein Kindertagesstättenbau und ein alter Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg müssen zuerst weichen. Was kaum an anderer Stelle funktioniert: Am Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) wird es gewagt – ein Neubau großer Teile des Klinikums, während der Alltagsbetrieb in der kommunalen Einrichtung störungsfrei weiterläuft. Im März 2008 war Spatenstich und damit Startschuss für die Erweiterung. Der Clou: Ein Teil des alten Krankenhauses wird abgerissen, wenn die Ersatzbauten stehen und ihre Arbeit aufnehmen können.

Ein kleiner Blick in die Zukunft: Ein Sommertag 2015

Grafik: Architekturbüro Ludes

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Dabei hatte es 2001 mit einem Schock für Klinikleitung und Stadtväter begonnen. Um für alle technischen Neuerungen und Erfordernisse gerüstet zu sein, sollte das FEK modernisiert werden. Nach ersten Planungen wurde dann allerdings klar, dass dies gar nicht möglich sein würde. Das Krankenhaus besteht aus zwei Teilen – dem wuchtigen Altbau aus roten Ziegeln, der Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet worden war, sowie dem Haupthaus aus den 70er Jahren. Ausgerechnet Letzteres erwies sich nach eingehender Prüfung unter Kostengesichtspunkten als nicht sanierungsfähig. Überhaupt entsprach die Funktionalität der Bauten nicht


Gesundheit lokal

FEK Neumünster

Neumünster FEK: Das gesamte Ensemble des neuen Friedrich-Ebert-Krankenhauses, wie es sich Ende 2015 präsentieren soll (Grafik: Architekturbüro Ludes). rechts: FEK-Geschäftsführer Alfred von Dollen

Fotos: Hartmann

mehr den Ansprüchen moderner Medizintechnik und Pflege. Auch die Energiebilanz des Baus von 1977 war doch eher mäßig, und das in einer Zeit, in der sich auch auf diesem Gebiet das Sparen immer mehr empfahl. „Wenn wir im FEK die Heizungen anwerfen, wärmen wir gleich auch den Kilometer entfernten Großflecken“, frotzelte Verwaltungs-Chef Alfred von Dollen. Genau so unheimlich erschien das Untersuchungsergebnis der Landesregierung, die eine Untersuchungskommission des zuständigen Sozialministeriums anrücken ließ. Aber das Ergebnis lautete auch bei den Fachleuten des Landes: Das Haupthaus aus den 70er Jahren ist nicht den Erfordernissen anzupassen, schon gar nicht zu verträglichen Kosten. Also, was tun? Das FEK in Neumünster ist zentrales Krankenhaus für die gesamte Region. Auslagern von Kapazitäten für die Zeit des Umbaus war nicht möglich; eine Stilllegung kam schon gar nicht in Frage. Letztlich ist auch ein Krankenhaus ein Wirtschaf tsbetrieb, der es sich nicht leisten kann, in Zeiten von Fallpauschalen Heerscharen von Patienten abwandern zu lassen. Zur rettenden Idee schließlich wurde die „Operation am schlagenden Herzen“. Der Plan: Neue Krankenhausteile werden um den 70er-JahreBau herum errichtet. Sobald die neuen Gebäude in Betrieb genommen worden sind, können Teile des alten Haupthauses abgerissen werden. Das alte Hauptgebäude wird somit sukzessive zurückgebaut und

dann letztendlich gänzlich abgerissen werden. Der Altbau steht darüber hinaus unter Denkmalschutz. Gesagt, getan. Die Architekten-Ausschreibung für dieses bislang einmalige Projekt gewann das Büro Ludes Architekten in Berlin. Diese Firma ist auch in der Lage, auf umfangreiche Erfahrungen im Krankenhaus-Bau zu verweisen. Der Altbau mit seinem H-förmigen Grundriss soll nach Ende der Arbeiten nur noch Pflegebereiche beherbergen. Zwei zusätzliche Bettenhäuser werden dafür sorgen, dass hier auch ausreichende Kapazitäten zur Verfügung stehen werden. Zwei mit Glas überdachte Atrien werden die Verbindung zu den neuen Funktionsbereichen und dem Haupteingang des gesamten Gebäudekomplexes schaffen. Am 19. März 2008 war es endlich soweit: Schleswig-Holsteins Sozialministerin Dr. Gitta Trauernicht vollzog den Spatenstich für das gewaltige Bauvorhaben, das etwa 97 Millionen Euro verschlingen wird. 85 Millionen davon trägt das Land. Die übrigen zwölf Millionen muss das FEK erwirtschaften.

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FEK - Fakten und Zahlen: – Eingeweiht wird das Friedrich-EbertKrankenhaus am 2. Februar 1930. Die Kosten: 3 Millionen Reichsmark. – Die Ratsversammlung von Neumünster beschließt einen Neubau für das FEK am 18. Dezember 1962. – Inbetriebnahme des Neubaus am 1. Mai 1974. Die Kosten für den Bau: 84,9 Millionen D-Mark. – 1998 wird eine Intensiveinheit für 8 Millionen D-Mark gebaut. – Im März 2008 beginnen die Arbeiten an einem Ersatz-Neubau. – Das jährliche Haushaltsvolumen des Krankenhauses beträgt etwa 71 Millionen Euro (Stand: 2004). – Das FEK beschäftigt rund 1300 Mitarbeiter und ist somit einer der größten Arbeitgeber Neumünsters. – Das FEK ist ein so genanntes Akutkrankenhaus mit 620 Betten. – Jährlich werden 25 000 Patienten stationär oder teilstationär versorgt. Dazu kommen rund 20 000 Patienten, die ambulant Hilfe erhalten. – Das FEK ist Lehrkrankenhaus für die medizinischen Fakultäten der Universitäten Kiel und Hamburg. Es bestehen Kooperationen mit den Krankenhäusern Itzehoe, Brunsbüttel und Heide, Rendsburg/Eckernförde und dem Klinikum Bad Bramstedt .


Gesundheit lokal

Natürlich wird ein solches Projekt nicht über Nacht umgesetzt. Die Planungen haben bereits mehr als fünf Jahre gedauert. Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts ist für August 2012 vorgesehen. Der zweite Bauabschnitt dauert dann bis Dezember 2015. Nicht nur

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die Geldsummen, die bewegt werden, sind gewaltig. Auf dem Baugrund von mehr als 49 000 Quadratmetern werden insgesamt 24 880 Quadratmeter Nutzfläche erreicht – ein Ziel, das die Baubeteiligten unbedingt im gesteckten Zeitrahmen erreichen wollen; immerhin entsteht auf diese Weise in Neumünster eines der modernsten Krankenhäuser mit Vollversorgung im gesamten norddeutschen Raum. kh

oben: Am denkmalgeschützten Altbau des FEK entsteht eines der neuen Bettenhäuser mit einer Kapazität von 180 Betten. unten: Das „Gesicht“ des Friedrich-Ebert-Krankenhauses, das Patienten und Besucher bisher gewohnt sind. Aber auch der Eingangsbereich wartet auf einen modernen Ersatz.

Fotos: Hartmann

Das erste neue Gebäude, das für die Bürger der Stadt zu sehen sein wird, ist eines der erwähnten Bettenhäuser mit vier Stockwerken. Allein in diesem Haus entsteht eine Kapazität von 180 Betten. Außerdem werden hier die Physikalische Therapie und die Tagesklinik der Geriatrie untergebracht.

FEK Neumünster


Rezepte

Fotos: Shutterstock

Schlemmer-Rezepte mit Fenchel

SchlemmerRezepte mit:

Die Super-Knollen bringen jetzt Abwechslung auf den Tisch © StockFood.com / Arras, K.

Seit Jahrhunderten wird Fenchel als Gewürz- und Heilpflanze geschätzt, er ist oft in Husten-, Magenoder Darmmitteln enthalten. Aber auch unsere moderne Feinschmecker-Küche kommt ohne die fleischige Fenchelknolle längst nicht mehr aus. Das ist kein Wunder, denn das knackige Gemüse mit dem süßlichen, anisartigen Geschmack ist roh genauso lecker wie gedünstet, gekocht oder gebraten. Der ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Fenchel passt als Beilage perfekt zu Fisch, schmeckt in Hackfleisch-, Nudel- und Gemüsegerichten, in Saucen, als Salat oder zu frischem Brot. Die würzige Köstlichkeit ist noch dazu rundum gesund, enthält neben ätherischen Ölen auch Kalzium, Kalium, Magnesium und die Vitamine A, B und C. Weiteres Plus: Das Gemüse ist figurfreundlich, hat pro 100 Gramm nur 101 kJ (24 kcal)! Kaufen können Sie die Super-Knollen das ganze Jahr über. Frische Ware aus Deutschland hat von Juni bis Oktober Saison. Also, probieren Sie unsere raffinierten Rezept-Ideen einfach mal aus. Von Ihrer Familie und lieben Gästen bekommen Sie dafür garantiert die Bestnote!

Fenchelsuppe (Für 4 Personen)

Zubereitungszeit: 40 Min./Schwierigkeitsgrad: leicht Zutaten: 2 Zwiebeln 3 Fenchelknollen 1 EL Olivenöl 750 ml Gemüsebrühe (Instant) Salz Pfeffer aus der Mühle 2 EL gehackte Petersilie 250 g Sahne Zubereitung: Zwiebeln schälen und fein würfeln. Die Fenchelknollen putzen, waschen und in Scheiben schneiden. Etwas Fenchelkraut zum Garnieren beiseite legen. Die Zwiebeln in heißem Olivenöl in einem Topf anbraten, Fenchel zugeben und kurz mitbraten. Dann Brühe zugießen, aufkochen und ca. 20 Min. bei schwacher Hitze köcheln lassen. Sahne zugeben, anschließend zur Suppe pürieren, wieder aufkochen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit dem Fenchelkraut garnieren.

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Energie- und Nährstoffgehalt: pro Portion ca. 281 kcal (1179 kJ), 26,1 g Fett, 5 g Eiweiß, 7,2 g Kohlenhydrate

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Rezepte

Schlemmer-Rezepte mit Fenchel © StockFood.com / Lehmann, Herbert

Schlemmer-Rezepte mit:

FENCHEL

Erdbeer-Fenchelsalat

mit Limettenfilets und Melissenblüten (Für 4 Personen)

© StockFood.com / Bischof, Harry

Zubereitungszeit: 30 Min./Schwierigkeitsgrad: leicht Zutaten: 1 Limette 2 Fenchelknollen 200 g Erdbeeren 1 TL gehackte, geröstete Mandeln 1 TL Weißweinessig Salz Pfeffer aus der Mühle 1 Msp. Zucker 4 EL Keimöl einige Melisseblüten Minze- oder Basilikumblättchen zum Garnieren eingelegter, asiatischer Ingwer, in dünnen Scheiben 1 Msp. Senf Zubereitung: Limette wie einen Apfel schälen und entlang der Innenhäute die Filets herausschneiden, den austretenden Saft auffangen. Erdbeeren waschen, entkelchen und halbieren. Fenchel waschen, längs vierteln, den Strunk herausschneiden und in feine Streifen schneiden oder hobeln. Das Grün beiseite legen zum Garnieren. Den aufgefangenen Limettensaft mit Essig, Salz, Pfeffer, Zucker, Senf und Öl mit einem Schneebesen verquirlen. Die Limettenfilets und den Fenchel damit marinieren. Den Salat auf Teller verteilen, die Erdbeeren dazulegen, mit Ingwer, Minzeblättchen, Fenchelgrün und Melisseblüten garnieren und mit den Mandeln bestreut servieren. Energie- und Nährstoffgehalt:

Fenchel-Kürbis-Curry mit Paprika

pro Portion ca. 198 kcal (826 k J), 17 g Fett, 3,2 g Eiweiß, 6,8 g Kohlenhydrate

(Für 4 Personen)

Zubereitungszeit: 30 Min./Schwierigkeitsgrad: leicht Zutaten: 2 Fenchelknollen 1 Schalotte 1 Knoblauchzehe 1 - 2 TL frisch geriebener Ingwer 1 rote Paprikaschote 200 g Kürbis Salz 1 EL Sesamöl 1 EL gelbe Currypaste 1 - 2 EL Sojasauce 100 ml Kokosmilch, (ungesüßt, Dose) 200 ml Gemüsefond (Glas) Petersilienblättchen zum Garnieren Zubereitung: Fenchel waschen, putzen und in Streifen oder Scheiben schneiden. Das Fenchelgrün zur Garnierung beiseite legen. Paprika waschen, halbieren, weiße Innenhäute, Kerne und Stielansatz entfernen und in Streifen schneiden. Kürbis schälen und in Streifen schneiden. Schalotte, Ingwer und Knoblauch schälen und fein hacken. Schalotten, Ingwer und Knoblauch in Sesamöl andünsten, Fenchel, Paprika und Kürbis dazugeben und mitbraten, mit der Currypaste und Sojasauce würzen, mit Gemüsefond und Kokosmilch aufgießen und zugedeckt bissfest garen. Mit Fenchelgrün und Petersilienblättchen bestreut servieren. Energie- und Nährstoffgehalt: pro Portion ca. 134 kcal (519 kJ), 6 g Fett, 4,5 g Eiweiß, 12,6 g Kohlenhydrate

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Gesundheit im Alltag

Nahrungsergänzungsmittel

Gesünder leben durch

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Pillen, Kapseln und Co. Calcium-Tabletten, Kieselerde­ Kapseln, Eisen-Tropfen oder Mag­­­ nesium-Pulver – diese oder andere der sogenannten Nahrungsergänzungsmittel gibt es in Deutschland in vielen Darreichungsformen. Die Regale in Supermärkten, Drogerieshops oder Apotheken sind voll davon. Aber lebt man tatsächlich gesünder, wenn man regelmäßig zu diesen Präparaten greift? Oder ist der Körper gar auf eine zusätzliche Vitaminund Nährstoffzufuhr angewiesen, weil unsere industriell erzeugten Lebensmittel uns damit nicht mehr ausreichend versorgen? Viele Verbraucher glauben das. Immerhin nehmen 27,6 Prozent Nahrungsergänzungsmittel ein. Das ist das Ergebnis der jüngsten „Nationalen Verzehrsstudie“, für die das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz 20.000 Menschen zwischen 14 und 80 Jahren zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragen ließ.

Mehr Obst und Gemüse auf den Tisch Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) steht der Einnahme von Vitamin- und Nährstoffpräparaten eher kritisch gegenüber. Statt Pillen und Pülverchen empfiehlt sie den Verbrauchern eine vollwertige, ballaststoffreiche Kost mit viel Obst und Gemüse, fettarmen Milch- und Fleischprodukten, hochwertigen pflanzlichen Fetten und Ölen. Und warum? Weil diese Lebensmittel zum einen nicht nur lecker schmecken, Gemüse und Vollkornprodukte sind zum anderen auch reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Ballaststoffen. Und: Frisches Obst ist ein erstklassiger Vitamin-C-Lieferant!

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Fünfmal eine Handvoll Aber wie viel Obst und Gemüse soll man denn nun essen? Die Antwort der DGE: „5 am Tag!“ Eine Portion entspricht dabei in etwa der Menge, die in die eigene Hand passt. Empfohlen werden rund 400 Gramm Gemüse und 250 Gramm Früchte. Und wie kann man „5 am Tag“ konkret umsetzen? Ganz einfach: Zum Frühstück gibt es statt Weißbrot Vollkornbrötchen oder Müsli, dazu Orangen- oder Tomatensaft. Zwischendurch oder für die Pause im Büro sind Möhren, Radieschen, Kohlrabi- oder Gurkenscheiben eine leckere Alternative zu Schokoriegeln. Mittags zuerst einen frischen Salat essen, dann das Hauptgericht mit Bohnen, Erbsen und Karotten oder Rotkohl ergänzen. Zum Nachtisch darf es z. B. ein Melonen-Salat, ErdbeerQuark oder Fruchtreis sein. Perfekte Zwischenmahlzeiten bis zum Abendbrot sind z. B. geschnittene Äpfel, Paprikastreifen oder Mandarinen.


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Gesundheit im Alltag

Für wen sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?

Fotos: Shutterstock

Wer sich nicht sicher ist, ob seine Ernährung vollwertig und ausgewogen ist, sollte sich beraten lassen. Ob überhaupt ein Nährstoffmangel vorliegt, kann der Arzt durch eine Blutuntersuchung feststellen. Sinnvoll können Nahrungsergänzungsmittel (die übrigens rechtlich zu den Lebensmitteln zählen und keine Zulassung benötigen) für schwangere und stillende Frauen sein. Sie brauchen zum Teil die doppelte Menge an Vitaminen und Mineralstoffen. Gerade an Eisen (enthalten u.a. in Fleisch, Hülsenfrüchten sowie Vollkornprodukten), Jod (enthalten u.a. in Seefisch, Algen sowie Milchprodukten) und Folsäure (enthalten u.a. in Hülsenfrüchten, grünem Gemüse sowie Vollkornprodukten) fehlt es oft. Auch Kinder und Jugendliche benötigen während des Wachstums mehr Nährstoffe als Erwachsene. Problematisch kann es z. B. werden, wenn sich die Kids nicht mit einer ausgewogenen Kost ernähren, sondern einseitig essen (z. B. viel Fastfood oder Süßigkeiten), wenig Milchprodukte, Fleisch, Obst und Gemüse zu sich nehmen. Unterversorgungen können auch bei alten Menschen mit wenig Appetit auftreten. Chronisch Kranke wie z. B. Diabetiker oder Dialyse-Patienten sind ebenfalls häufiger betroffen. Für alle diese Gruppen gilt aber in jedem Fall: Bevor man in Discounter, Drogeriemarkt oder Apotheke nach Nahrungsergänzungsmitteln greift, immer vorher einen Arzt aufsuchen und sich gründlich beraten lassen!

Wer noch mehr Informationen zum Für oder Wider von Nahrungsergänzungsmitteln haben möchte, kann sich z. B. an die örtlichen Verbraucherzentralen wenden. Alle wichtigen Fakten zum Thema sind zudem in dem Ratgeber „Nahrungsergänzungsmittel - Gesünder leben durch Pillen und Pulver?“ zusammengefasst. Die Broschüre mit 104 Seiten kann man im Internet unter www.ratgeber.vzbv.de oder beim Versandservice des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Tel. 0 29 62/90 86 47, für 8,30 Euro inklusive Versand und Portokosten bestellen. ih

Sanitätshaus Kowsky GmbH Kuhberg 23, 24534 Neumünster Tel. 0 43 21/99 45 -48 Bahnhofstraße 11, 24306 Plön Telefon: 04522/2450

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Gesundheitsvorsorge

Dr. Lars Paschen

Dr. med. Lars Paschen ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Rettungsmedizin, Akupunktur und Naturheilverfahren in seiner Praxis in Hamburg-Duvenstedt.

Gesundheit im Fokus von Dr. med. Lars Paschen:

Gesundheitsvorsorge im Rahmen

kassenärztlicher Leistungen

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eit langem wünschen wir uns eine Medizin, die Krankheiten frühzeitig erkennt, statt sie zu behandeln, wenn sie weit fortgeschritten ist. Wenn wir Erkrankungen durch Vorsorgeuntersuchungen frühzeitig erkennen, ersparen wir dem Patienten und seinen Angehörigen sehr viel Leid und Schmerzen. Hinzu kommt eine enorme Kostenersparnis der Krankenkassen – Geld, welches besser in Vorsorgemaßnahmen und Forschung fließen sollte. Auf dem Weg zur Gesundheitsvorsorge sind wir seit dem 01.07.2008 ein Stück weitergekommen. Die Einführung des Hautkrebs-Screenings ist z.B. eine weitere Vorsorgeleistung der gesetzlichen Krankenkassen geworden. Im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung hat der Patient jetzt Anspruch auf mehrere Vorsorgeleistungen, dazu gehören:

• Hautkrebs-Screening • Krebsfrüherkennungsuntersuchung • Allgemeine Gesundheitsvorsorgeuntersuchung (Check-up) • Impfungen Diese sind zum Teil laut Gesetz (SGB V, § 62) verpflichtend. Bei Nichteinhalten kann die Krankenkasse im Krankheitsfall Zuzahlungen vom Patienten verlangen.

Auszug aus dem Sozialgesetzbuch 5, §62: ... Die Belastungsgrenze beträgt 2 vom Hundert der jährlichen Bruttoeinnahmen …1. für nach dem 1. April 1972 geborene chronisch kranke Versicherte, die ab dem 1. Januar 2008 die ... genannten Gesundheitsuntersuchungen vor der Erkrankung nicht regelmäßig in Anspruch genommen haben, 2. für nach dem 1. April 1987 geborene weibliche und nach dem 1. April 1962 geborene männliche chronisch kranke Versicherte, die an einer Krebsart erkranken, für die eine Früherkennungsuntersuchung ... besteht, und die diese Untersuchung ab dem 1. Januar 2008 vor ihrer Erkrankung nicht regelmäßig in Anspruch genommen haben ...

Hautkrebs-Screening Ab dem 01.10.2008 haben Sie alle 2 Jahre ein Anrecht auf ein „Hautkrebs-Screening“. Dieses beinhaltet eine Untersuchung Ihrer sichtbaren Haut und Schleimhäute „vom Scheitel bis zur Sohle“. Der Hausarzt hat für diese Untersuchung eine ausführliche Schulung erhalten und kann somit verdächtige Hauttumore wie z.B. ein Melanom („schwarzer Hautkrebs“) erkennen.

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Gesundheitsvorsorge

Dr. Lars Paschen

Zur „sichtbaren Haut“ gehört auch der Intimbereich, da auch dort Hauttumore entstehen können. Eine vollständige Entkleidung ist für eine gründliche Hautkrebsvorsorgeuntersuchung daher unbedingt notwendig. Sinnvoll ist es, am Untersuchungstag auf Make-Up, Haarspray u.ä. zu verzichten, damit die Haut irritationsfrei untersucht werden kann. Wenn Sie diese Untersuchung bei Ihrem Hausarzt durchführen lassen, folgt bei unklaren Hauterscheinungen eine Überweisung zum Hautarzt. Dieser wird dann im Zweifelsfall weitere Untersuchungen durchführen.

Krebsvorsorgeuntersuchung

Fotos:/Grafiken Shutterstock

Bei den Krebsfrüherkennungsuntersuchungen unterscheidet man zwischen „Männlein und Weiblein“. Die Damen dürfen ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich zur Krebsfrüherkennung; diese wird fast ausschließlich von Frauenärzten durchgeführt. Die Untersuchung der Brust auf „Knoten“ (ab dem 30. Lebensjahr) sowie die Untersuchung der „unteren Geschlechtswege“ mit einer Abstrichuntersuchung (ab dem 20. Lebensjahr) gehören hier zur Routine. Ultraschalluntersuchungen werden von den Krankenkassen leider noch nicht übernommen, sind aber durchaus sinnvoll. Die Krebsfrüherkennungsuntersuchung für Herren wird ab dem 45. Lebensjahr ebenfalls jährlich überwiegend von Hausärzten und Urologen durchgeführt. Hierzu gehört u.a. die Ertastung der Prostata durch den Enddarm. Eine sinnvolle Zusatzuntersuchung außerhalb der „Kassenleistung“ ist die Bestimmung des „PSA- Wertes“, einem sogenannten Tumormarker des Prostatakrebses (neben den Hautkrebsformen die häufigste Krebsart beim Mann). Für beide Geschlechter sind ab dem 55. Lebensjahr zwei Darmkrebsvorsorgeuntersuchungen mittels Darmspiegelung im Abstand von 10 Jahren vorgesehen. Durchgeführt wird diese Untersuchung bei einem/r Facharzt/-ärztin für Innere Medizin.

Check-up Der Check-up steht dem Patienten ab dem 35. Lebensjahr alle 2 Jahre zu. Dieser wird beim Hausarzt durchgeführt. Hierzu gehört die Blutuntersuchung auf Zucker und Gesamtcholesterin, die Urinuntersuchung, eine körperliche Untersuchung sowie die Erhebung relevanter medizinischer Daten. Weitere sinnvolle (Blut-) Untersuchungen gelten als „individuelle Gesundheitsleistung“ und dürfen nicht über die Krankenkassen abgerechnet werden. Welche Untersuchungen für Sie speziell in Frage kommen, erörtern Sie bitte mit Ihrem Hausarzt.

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Impfungen

Es wird empfohlen, dass Sie zu jeder Vorsorge-/ Früherkennungsuntersuchung Ihren Impfausweis mitbringen sollten. Anhand der aktuellen „Impfempfehlungen“ wird Ihr Arzt dann klären, welche Impfungen bei Ihnen eventuell notwendig sind. Selbstverständlich können Sie Ihren Impfausweis auch ohne weiteren Anlass Ihrem Arzt vorlegen. Mit diesen von der Krankenkasse bezahlten Untersuchungen kann man nicht nur verschiedene Krebsarten frühzeitig erkennen, auch „Volkskrankheiten“ wie zu hoher Blutdruck, Durchblutungsstörungen, Zuckerkrankheit oder zu hohe Cholesterinwerte, die Risikofaktoren für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall sind, lassen sich damit rechtzeitig behandeln. Gehen Sie zu Ihrem Arzt bevor es „zu spät“ ist! lp

Kurz notiert: Unabhängige Patientenberatung Wo bekomme ich das passende Hilfsmittel? Wird es von der Krankenkasse bezuschusst oder komplett bezahlt? Fragen zu Leistungen der Kassen, zu Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln, zu Therapien und Krankheitsbildern, also alle Fragen rund um das Thema Gesundheitssystem, beantwortet Ihnen die Unabhängige Patientenberatung Deutschland, kurz UPD. Ein Team von fachkundigen Beratungskräften steht montags bis freitags von 10.00 bis 18.00 Uhr zur Verfügung. Das bundesweite Beratungstelefon hat eine neue und nun kostenfreie Nummer. Unter 0800 0117722 können sich Patienten gebührenfrei beraten lassen. Unter www.upd-online.de sind im Internet alle regionalen Beratungsstellen aufgelistet. bb


Norden aktuell

Bademoden für mehr Lebensqualität

Frauen sind etwas Wunderbares ... Foto: Shutterstock

Bademoden für mehr D

as Sanitätshaus Kowsky hat zu dem Thema „Brust­ epithesen und Lebensqualität“ in die Papierfabrik eingeladen. Gezeigt wurde den knapp 50 Besucherinnen, wie nach der Chemotherapie und Brustoperation mit Epithesen und Dessous individuell versorgt werden kann. Früherkennung hilft, Brustkrebs zu besiegen „Jede neunte Frau erkrankt an Brustkrebs“, so eröffnete Dr. Johanna Höink, Chefärztin der Frauenklinik des Friedrich-Ebert-Krankenhauses in Neumünster, ihren Vortrag. Sie appellierte, dass durch Früherkennung die Hälfte der Erkrankungen heilbar seien und Früherkennungsuntersuchungen und Mammographiescreening wahrgenommen werden sollten. Die alltäglichen Erfahrungen aus der Klinik ließen Dr. Johanna Höink die Geschichte und positive Entwicklung der Operationsmethoden und die Therapie des Mamma-Ca (Brustkrebs) besonders anschaulich darstellen. Zum Ende des Vortrags ging sie engagiert auf die Fragen der Gäste ein. Auf die viel gestellte Frage, ob Hormone Krebs verursachen, antwortet sie: „Hormone verursachen keinen Krebs. Sie können aber einen eventuell vorhandenen Krebs in seinem Wachstum fördern“.

Lebensqualität

Erleben-Verwöhnen-Genießen Der Abend war nicht nur informativ, sondern sprach auch die Seele der Gäste an. Kerstin Stegert, Inhaberin des Hofes Wunderberg in Schilldorf erzählte, wie Farben es vermögen zu beflügeln und wie man mehr aus seinem Typ machen kann. „Schwarz macht schlank – das ist nicht die ganze Wahrheit“, verriet sie. „Allgemein dunkle Farben lassen zurücktreten und helle Bekleidung hebt hervor“ so Stegert. Gewusst wie, können Frauen ihre guten Seiten betonen. Fühlen sie sich rundum wohl, steigt ihr Selbstbewusstsein und damit auch ihre Ausstrahlung.

Eine besondere Modenschau Ein Model der Firma Thämert, selbst brustoperiert, führte neu eingetroffene Miederwaren, Bademoden und Pareos vor. Sie scheute sich nicht, hin und wieder eine Epithese aus ihrem BH zu nehmen, um die verschiedenen Vorzüge spezieller Modelle hautnah vorzustellen. So zum Beispiel die Leicht­epithese oder die Selbsthaftende. Unerlässlich sei die optimale Zusammenarbeit zwischen Patientin, Klinik und Sanitätshaus, da der Körper jeder Frau sich ständig verändere und die Epithesen für einen optimalen Sitz immer neu angepasst werden müssten. „Schon bereits eine Woche nach der Operation können Frauen mit einer fe-

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oben: Rezertifizierung zum Kompetenzzentrum für Brustprothetik nach zwei Jahren. Übergabe des Zertifikates durch Frau Wiesner der Firma Thämert an das Team der Sanitätshaus Kowsky GmbH. unten: Dr. Johanna Höink, Chefärztin der Frauenklinik des Friedrich-Ebert-Krankenhauses in Neumünster, Partner des Holsteinischen Brustzentrums.


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links: Farb- und Stilberaterin Kerstin Stegert half den Gästen dabei, das richtige Modell auszusuchen. rechts: Gut gelaunt ging Model Irmgard Haccius auf die Fragen der Gäste ein

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Das zukunf tsweisende Pflegebett derleichten Watteversion optisch ihre weibliche Silhouette wiederherstellen. Sobald die Patientin es wünscht, kann sie mit ihrem Sanitätshaus einen Termin für die individuelle Beratung ausmachen. Die Patientin wird dann bereits in der Klinik oder bei Bedarf auch zu Hause besucht“ so Annette Riek, Fachkraft im Sanitätshaus Kowsky. Die Versorgung der Brust begleitet sie dann so lange, wie es gewünscht wird. „Der Patientin steht zweimal im Jahr ein BH auf Rezept zu“ informierte sie die Gäste. Bademoden für die besondere Frau. Professionell vorgeführt und ausführlich moderiert, kam nicht zuletzt durch die fröhlichen Farben Urlaubsstimmung auf. bb

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Rätseln & Gewinnen Ernährungsform

Hauptstadt von Kirgistan

Wintersportgerät

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Schlange bei Kipling

Name von Defoe

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Brechung d. Lichtstrahlen ohne Zerlegung in Farben

Teil des Festungswerkes Baldriangewächs

von hinten

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Fluss in Sibirien

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Stadt am Chiemsee

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„Thalasso für Zwei“

(Der Rechtsweg ist ausgeschlossen)

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Abdichtmittel für Glas

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Fachwissen

Ärztliche Versorgung & Patientenrecht

Ärztliche Versorgung & Patientenrecht Was kann der Patient tun?

Wie lange auf den Termin warten? Jeder Patient hat den Anspruch auf eine Versorgung rund um die Uhr. Das besagt der Sicherstellungsauftrag der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Doch in der Praxis sieht es leider anders aus. Patienten müssen mancherorts weit anreisen oder Monate auf Termine warten. Fragen wir also genauer nach, gibt es keine rechtliche Grundlage für begrenzte Wartezeiten oder einen Arzt in direkter Nachbarschaft (so die Kassenärztliche Bundesvereinigung). Für die Ursache des Problems gibt es viele Antworten. Laut KBV fehlen Ärzte. Dem widerspricht aber z. B. das Wissenschaftliche Institut der AOK, das sagt, es gäbe eher zu viele Ärzte. Der Grund kann in dem zunehmenden Ungleichgewicht innerhalb der Planungsbereiche liegen. In Ostdeutschland praktizieren zum Teil weniger Hausärzte, als die amtliche Planung vorsieht. Vermutet wird, dass dies an schlechteren Verdienstchancen liegt. In den Städten wie Hamburg oder Berlin zieht es die Ärzte in die wohlhabenden Gegenden, da privat Versicherte lukrativer sind. Das liegt im Besonderen an der Budgetierung der ärztlichen Honorare in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Es kann aber auch einfach an der Organisation in der Praxis liegen, dass die Wartezeiten unzumutbar werden.

Wartezeiten sollten nicht einfach hingenommen werden. Der Sicherstellungsauf trag der KV besagt, dass der Patient in der Arztpraxis nicht abgewiesen werden darf. Termine müssen zeitnah vergeben werden. Geht es nicht um einen akuten Behandlungsfall, sind bis zu zwei oder drei Wochen Wartezeit noch zumutbar. Darüber hinaus nicht mehr. Bei einem Notfall wird sofort versorgt. Muss der Patient zu lange auf einen Termin warten oder wird er sogar abgewiesen, sollte er seine Krankenkasse anrufen oder mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in Berlin telefonieren (0 30) 40 05 - 0.

Wie gut ist meine Arztpraxis?

Prüfen Sie, ob Sie bei Ihrem Arzt in guten Händen sind und beantworten Sie sich folgende Fragen: 1. Nimmt der Arzt mich und mein spezielles gesundheitliches Problem ernst? 2. Erhalte ich von meinem Arzt eine ausführliche und verständliche Information und Beratung? 3. Erhalte ich von meinem Arzt Hin­­weise auf weiterführende Informationsquellen und Beratungs­angebote? 4. Bezieht mich mein Arzt in alle Entscheidungen bezüglich meiner gesundheitlichen Situation ein? 5. Werde ich von Arzt und Praxispersonal freundlich und respektvoll behandelt? 6. Erhalte ich ohne Probleme Zugang zu meinen Patientenunterlagen? 7. Akzeptiert mein Arzt, dass ich im Zweifelsfall eine zweite Meinung einholen möchte?

Sicher kennen Sie das: Sie haben ein gesundheitliches Problem und wissen nicht so recht, an welchen Arzt Sie sich am besten wenden.

8. Wird in der Praxis der Schutz meiner Person und Intimsphäre gewahrt?

Er soll fachlich kompetent und vertrauenswürdig sein, sowie Ihre gesundheitlichen Probleme und alles, was damit zusammenhängt, ernst nehmen. Außerdem möchten Sie sich auch vom Praxispersonal gut aufgehoben und betreut fühlen. Es fällt jedoch schwer einzuschätzen, ob ein Arzt und eine Arztpraxis diese Erwartungen auch erfüllen können. Aus diesem Grund hat das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) die Checkliste „Woran erkennt man eine gute Arztpraxis?“ erstellt.

10. Kann ich Arzt und Arztpraxis gut erreichen?

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9. Wird in der Praxis der Schutz meiner persönlichen Daten gewahrt?

11. Kann ich erkennen, ob und wie sich Arzt und Praxispersonal um die Qualität meiner Behandlung bemühen? Ausführlich kommentiert finden Sie diese Kriterien unter: www.aezq.de www.patienten-information.de


Fachwissen/Kommentar

Buchvor stellung Clemens Kuby Unterwegs in die nächste Dimension - Meine Reise zu Heilern und Schamanen

Kostenerstattung für Gesundheitskurse

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 340 Seiten, 13,5 x 21,0 cm Mit zahlreichen Fotos

Fotos: Shutterstock

ISBN: 978-3-466-34469-7 € 19,95 [D]

Wenn Sie etwas für Ihre Gesundheit tun, beugen Sie Krankheiten vor. Präventionskurse wie Muskelentspannung, Aqua-Gymnastik oder Qigong können im Jahr mit ca. 150,- Euro für zwei Kurse bezuschusst werden. Voraussetzung ist, dass die Kurse von Physiotherapeuten, Psychologen oder Sportwissenschaftlern geleitet werden. Betreffen tut dies die Bereiche: Entspannung, Ernährung und Bewegung. Wenn Sie im Urlaub etwas für Ihre Gesundheit tun wollen, finden Sie Infos unter: www.akon.de (TK, GEK, IKK, BKKs), www.gesundaktivreisen. de (DAK), www.tui-vital.de (KKH). Erkundigen Sie sich bei Ihrer Kasse nach deren Kooperationen mit entsprechenden Angeboten.

UNSER BUCHTIPP: Clemens Kuby „ Unterwegs in die nächste Dimension – Meine Reise zu Heilern und Schamanen“ Nach dem Sturz aus einem Fenster wurde Clemens Kuby die furchtbare Diagnose gestellt: Querschnittslähmung, unheilbar! Durch die plötzliche Bewegungsunfähigkeit zum Nachdenken gezwungen, beschloss er, diesen Zustand nicht zu akzeptieren und sein Leben komplett zu ändern. In dieser schwierigen Situation ging er einen nicht alltäglichen Weg: Er fragte seine Seele um Rat. Ja, er bemerkte sie eigentlich das erste Mal bewusst und sprach sie ganz direkt an: Was willst du? Nach einer für unmöglich gehaltenen Spontanheilung begab sich der Dokumentarfilmer auf die Reise. Er wollte das Wunder der Heilung entdecken und zwar nicht nur bei uns in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt und in den verschiedensten Kulturen.

bb

So traf er den Dalai Lama, begleitete den Karmapa bei der Inkarnation, wohnte bei Naturvölkern, befragte russische Wissenschaftler und besuchte die unterschiedlichsten Medizinmänner. Auf ganz natürliche Art beschreibt er die graue Wolke der Skepsis, die wir als ungläubige Westler gegenüber jeder spirituellen Erfahrung haben. Er lernt, dass die primitiven Völker uns auf andere Art weit überlegen sind. So haben sie nur ein Wort für Technik, aber 20 Begriffe für Bewusstsein. Er entlarvt einige Scharlatane unter den Heilern, aber sieht andere Menschen, die von diesen Scharlatanen geheilt wurden. Seine wichtigste Erkenntnis über den Selbstheilungsprozess findet er auf vielerlei Arten in den verschiedensten Kulturen und berichtet darüber in wertfreier, interessanter Art. So weckt er bei uns das Interesse, anderen Arten des Denkens und des Heilens offen gegenüber zu stehen und vielleicht den für uns richtigen Weg zu finden. aw

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Horoskop

Service

Wie stehen meine Sterne?

Die Wellnesstipps von Sonne, Mond und Mars

J

ede Jahreszeit schafft ein bestimmtes „Wohlfühlklima“, das sich grundlegend im regelmäßigen Lauf der Sonne durch den Tierkreis widerspiegelt. Mond und Planeten runden dieses Bild dann durch weitere Hinweise dazu ab, was Körper und Seele gerade sehr gut tut – und was eher nicht. Vor uns liegt nun die hellste, wärmste und freundlichste Zeit des Jahres, die alljährlich vom Lauf der Sonne durch die Zeichen Stier, Zwilling, Krebs und Löwe begleitet wird. Mai: Mit Sportsgeist genießen! Im Zeichen des sinnenfrohen Stiers (20.04. - 20.05.) lädt uns die Sonne ein, ausgiebig die prachtvoll grünende und blühende Natur um uns herum zu genießen und dadurch frische Frühlingskraft zu sammeln. 2009 wird unsere Lust auf Ausflüge ins Umland besonders groß sein, meint der himmlische Fitnesstrainer Mars, der in diesem Mai im unternehmenslustigen Widder steht. Mars hilft uns, Trägheitsmomente zu überwinden und mit einer Extraportion Spaß am Sport überflüssige Pfunde purzeln zu lassen. Doch nicht alle Menschen genießen den Wonnemonat gleichermaßen. Löwe-, Skorpion- und Wassermann-

geborene haben in diesem Monat alljährlich mit spürbaren Formtiefs zu kämpfen und sollten sich lieber nicht zu viel zumuten. Krebse, Waagen und Steinböcke dagegen könnten ihren Sportsgeist nun entweder bis zur Muskelzerrung übertreiben – oder es im Gegenteil schwer daran fehlen lassen. Mai und Juni: Anspannung und Entspannung Doppelt viel Frischluft- und Bewegungshunger beseelt uns ab Ende Mai, wenn die Sonne in den umtriebigen Zwilling übergeht. Es gibt so viel zu entdecken, die Welt ist neu und bunt - so bunt, dass es manch einem vielleicht auch entschieden zu bunt wird und ihn furchtbar nervös macht. Letzteres ist vor allem bei Schützen, Jungfrauen und Fischen der Fall, denen der Vollmond am 07.06. durchaus einige schlaflos zergrübelte Nächte bescheren könnte. Gartenarbeit ist das beste Ventil, um diese Anspannung abzureagieren, schlägt Mars vor, der ab Juni den erdverbundenen Stier bewohnt. Juni und Juli: Auftanken! Mit den Zeichen Krebs (21.06. 22.07.) und Löwe (22.07. - 23.08.) erreicht die Sonne ab Ende Juni die beiden „offiziellen“ himmlischen

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Schirmherren der Urlaubssaison. Egal ob Meer, Baggersee oder Badewanne: Im und am Wasser finden wir jetzt die beste Krafttankstelle. Speziell Skorpione, Fische, Stiere und Jungfrauen blühen hier auf. Die Seele einfach baumeln zu lassen, Auszeit nehmen von der Arbeit und dem Streben … das empfiehlt sich vor allem für die momentan auffallend erschöpften Steinböcke, Widder und Waagen. Sehr wichtig ist jetzt eine bewusste Ernährung. Auch wenn uns Trainer Mars im Zwilling ab Juli wieder hilft, neue Pölsterchen gleich wieder fortzusportlern: allzu üppige Grillfeste können gerade in der Krebs-Zeit sehr schwer auf den Magen schlagen! mimu

Die Sternentrends der Saison wurden für Sie übersetzt von Dr. phil. Michaela Mundt, mantische Lebensberaterin in Kiel. Weitere Hinweise finden Sie im Internet unter www.tierkreis.info.


Horoskop

Service Der Trendüberblick - von Widder bis Fisch

Zeichenerklärung: = Stimmung, Kraft und Vitalität: der alljährliche persönliche Sonnenrhythmus = Energie, Sport und Fitness: die aktuellen Marsimpulse

Im persönlichen Biorhythmus lösen ganz natürliche Formtiefs und Kräftehochs einander in regelmäßigem Wechsel ab. Dieser Rhythmus spiegelt sich in den Konstellationen wider, in denen die Sonne und die übrigen Gestirne zu dem Tierkreiszeichen stehen, unter dem Sie geboren wurden. Hier können Sie sich ein Bild von den beiden wichtigsten Impulsen machen.

= Ihr Zeichen prägt das Wohlfühlklima der Saison. Sie erkennen Ihre wahren Bedürfnisse. = Sie haben ein Formtief. Schalten Sie nun lieber auf „Schongang“ für Körper und Seele! = Jetzt sind Sie gut in Form und sprechen positiv auf gesundheitliche Maßnahmen an. Die Grundfarbe Ihrer Woche ergibt sich aus dem jeweils gerade vorherrschenden Impuls.

Monat:

April 09

Mai 09

Juni 09

Juli 09

August 09

Widder (23.03. - 20.04.)

Stier (19.04. - 21.05.)

Zwilling (20.05. - 21.06.)

Krebs (21.06. - 22.07.)

Löwe (22.07. - 23.08.)

Jungfrau (22.08. - 23.09.)

Waage (22.09. - 23.10.)

Skorpion (23.10. - 22.11.)

Schütze (21.11. - 22.12.)

Steinbock (21.12. - 20.01.)

Wasserm. (19.01. - 19.02.)

Fische (18.02. - 21.03.)

Fotos: Shutterstock

Woche Mondphase

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19. 20.

21.

22.

23. 24. 25. 26.

27. 28. 29. 30.

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E

M

n

E

M

E

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H

n

E = Zunehmender Mond: Aufbauen, stärken und kräftigen, was der Unterstützung bedarf. M = Vollmond: Hochspannung! Mit extremen Stimmungen und physischen Reaktionen rechnen. I = Abnehmender Mond: Abbauen, was Körper und Seele belastet (Sport, Entschlackung usw.). n = Neumond: Entscheidungen treffen und neue Wege einschlagen.

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M

H

n


Rubrik

Demenz

Fotos: Shutterstock

Leben mit

Demenz O

bwohl sich die 42-Jährige viel Zeit für ihre Mutter nimmt, plagt sie ständig das Gefühl, nicht genug für sie zu tun. Ihre Mutter wird immer vergesslicher und braucht mehr Pflege. Jeden Tag schaut die Tochter bei der alten Dame rein. Wenn die beiden über die Kindheit reden, scheint alles in Ordnung zu sein, fast wie früher. Doch dann gibt es Momente, da steht die Mutter auf. Rastlos geht sie im Zimmer hin und her, nimmt dieses und jenes auf und legt es wieder ab. Eines Tages erzählen dann die Nachbarn, dass sie die alte Dame auf der Straße umherirrend auffanden. Ohne Jacke und in Hausschuhen ging sie auf die Straße. Nachdem sie die Post aus dem Briefkasten geholt hatte, fand sie nicht mehr ins Haus zurück. Den vollen Ernst der Lage erkannte die 42-Jährige, als ihre Mutter sie nicht mehr erkannte.

Wenn alle anderen in die falsche Richtung fahren. Demenz (lat.) bedeutet so viel In Schleswig-Holstein leben wie: „weg vom Geisteszustand laut Sozialministerium 40 000 sein“ Demenzkranke. Unter Demenz versteht man den Verfall der geistigen Leisungsfähigkeit und des Denkvermögens sowie die Abnahme der Gedächtnisleistung. Dabei unterscheidet man verschiedene Formen von Demenz. Aufgrund zunehmender Eiweißablagerung im Gehirn gehen sämtliche Fähigkeiten und Fertigkeiten verloren. Die Demenz unterteilt sich in verschiedene Stadien, denen unterschiedliche Symptome zugeordnet sind. Der Verfall des Kurzzeit- und des Langzeitgedächtnisses, Orientierungslosigkeit, unruhiges Umherwandern, Nachtaktivität, Misstrauen, Feindseligkeit, Agression, Depression sowie Halluzinationen können diese Krankheit begleiten. Es sind auch körperliche Dysfunktionen ersichtlich. Gleichgewichtsstörungen und auch Schwierigkeiten bei der Koordination verschiedenster Bewegungs- und Handlungsabläufe. Am Ende der Erkrankung kommt es zu Sprachverfall und Teilnahmslosigkeit.

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Statistisch gesehen leidet jeder dritte Bundesbürger über 85 an Demenz. In Deutschland leben über eine Million alte Menschen mit dieser Krankheit. Entsprechend der wachsenden Anzahl älterer Menschen wird in Zukunft auch die Zahl der Demenzkranken steigen. Je älter wir werden, desto rasanter der Anstieg der Altersdementen. Und damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass es uns selbst einmal treffen wird. Höchste Zeit, dass wir uns mit dieser Krankheit auseinandersetzten.

Geborgenheit im „Beschützten Wohn­bereich Es gibt Alten- und Pflegeheime sowie Kliniken, die sich mit einem „Beschützten Bereich“ auf die speziellen Bedürfnisse von Demenz-Patienten ausrichten. Neben der Grundpflege der Bewohner stehen Aktivitäten des täglichen Lebens im Vordergrund. Gleichmäßige,


Rubrik immer wiederkehrende Strukturen und Rituale sind von größter Bedeutung. Durch das meist anhaltende Langzeitgedächtnis des Demenzerkrankten, wird an frühere Tätigkeiten angeknüpft. Dies vermittelt Erfolgserlebnisse, die positiven Ausgleich schaffen. Gemeinsame Ausflüge und Aktivitäten tragen außerdem dazu bei. Auch die Gestaltung des Wohnbereiches spielt eine große Rolle. Eigene Möbel und vertraute Gegenstände tun dem Demenz-Patienten gut. Durch besondere Farbgebung in den Räumen, kann dem Bewohner die Orientierung erleichtert werden. Übersichtlichkeit im Wohnbereich und die Vertrautheit durch einen beständigen Betreuer sind unverzichtbar. Ziel ist es, gemeinsam mit den Angehörigen und der Biografie des Erkrankten, ein neues Zuhause zu schaffen. bb

Anzeigen:

Demenz

Pflegeversicherungsreform: In jedem Fall Leistungen beantragen!

Angelika Wulf, examinierte Krankenschwester im Sanitätshaus: „Meine Kolleginnen und ich versorgen Menschen mit Demenz. Die Betroffenen und deren Angehörige fühlen sich oftmals alleingelassen, in einer für sie fremden Welt. Wir nehmen uns dann die Zeit, sie umfangreich zu beraten.

Ab dem 1. Juli 2008 greift die Pflegeversicherungsreform. Eine gute Nachricht: Die Leistungen zur Betreuung von Menschen mit Demenz wurden von jährlich 460,- Euro auf 1.200,Euro (Grundbetrag) bzw. 2.400,- Euro (erhöhter Betrag) erhöht und werden ggf. auch dann gewährt, wenn der Antrag auf Leistungen aus der Pflegeversicherung zuvor abgelehnt wurde („Pflegestufe 0“). Infos unter www.alzheimerforum.de


Fotos: Shutterstock

Kolumne

neulich im Rollstuhl

Gerda Behrends, geboren 1956, ist seit ihrem 2. Lebensjahr nach einer Polioerkrankung auf die Benutzung eines Rollstuhles angewiesen. Die Meeresbiologin ist seit Langem in der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung aktiv. 1999 hat sie die Forschung aufgegeben, um auch hauptamtlich behindertenpolitisch tätig zu sein. Sie ist jetzt beim Landesverband Schleswig-Holstein der Lebenshilfe im Projekt „Inklusionsbüro“ tätig und arbeitet außerdem ehrenamtlich im Vorstand des Vereins „Unterwegs ohne Grenzen e.V.“.

Neulich,

im Rollstuhl:

von Gerda Behrends

www.rechtaufklo.de Neulich fand ich beim Stöbern im Diese zeichnen sich neben den brei- durfte. Hier hatte man einen 50erInternet eine Seite mit dem schö- teren Türen durch etwas mehr Platz Jahre-Fernsehschrank direkt vor die aus. Die Idee dahinter ist, dass man (einzige!!) Toilette gestellt. Ich hätte nen Titel www.rechtaufklo.de.

Fotos: Gerda Behrends

Seltsam, finden Sie? Dann dürften Sie keine RollstuhlfahrerIn sein. Für diese beginnen und enden alle möglichen Planungen nämlich immer wieder beim Klo. Abends eine Einladung zum Doppelkopfspiel bei guten Freunden? Dann aber nachmittags bloß keinen Tee trinken, denn das Stille Örtchen bei den besagten Freunden hat leider eine Türbreite von 65 cm, der Rollstuhl dagegen eine Breite von 70 cm…Tagesausflug an die Westküste? Gerne, aber wo kann ich denn dann, wenn ich mal muss? In den allermeisten Gastronomiebetrieben ja nicht. Wenn die Klos nicht im Keller sind, dann haben sie in der Regel Kabinentüren mit sagenhaften 53 cm Breite, mein Rollstuhl aber immer noch 70 cm Breite… Flugreisen? Ja, aber nicht so weit, denn an Bord ist die Benutzung des Klos unmöglich. Aber zum Glück setzt sich ja langsam die Erkenntnis durch, dass es auch rollstuhlgeeignete Toiletten geben muss.

mit dem Rolli bis an die Toilette heranfahren und dann umsteigen kann. Dieser Platz ist nun aber das Objekt so mancher Begierde. Dass der Jahresvorrat an Toilettenpapier, Seifenspendern und Einmalhandtüchern in der Rollitoilette untergebracht wird, ist ja schon fast normal. Aber auch Bohnermaschinen habe ich dort schon gefunden – was leider die Benutzung dieses Ortes für mich völlig unmöglich machte. Nun können Fußgänger ja notfalls auch die Rollitoilette benutzen. Mein Vorschlag bei den Verantwortlichen, die Bohnermaschinen deshalb doch lieber auf einer der Fußgängertoiletten abzustellen, stieß aber auf völliges Unverständnis. Dann könne die doch nicht mehr benutzt werden! Ach ...?? Besonders nett fand ich die Bemühungen, den Aufenthalt auf dem Stillen Örtchen etwas unterhaltsamer zu gestalten, den ich kürzlich in einer Tagungsstätte erleben

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allerdings lieber die Toilette benutzt … So war ich als Referentin dann doch etwas unter Druck.

So befremdlich die Forderung nach „Recht auf Klo“ zunächst erscheinen mag – sie ist bitter nötig! Wie gut, dass es die oben erwähnte Webseite gibt. Schauen Sie doch mal drauf!!! Gerda Behrends


Unterhaltung

Kurzkrimi

Prolog: Allein die Anwesenheit von Knut Hansen in leitender Position der Kieler Polizeibehörde war für deren Pressesprecher schon eine mittelschwere Katastrophe. Ein bisschen war es so, als würde in den Niederlanden eine „Frau Antje“ als Chef-Ermittlerin auftreten. Die meisten Menschen hätten Knut Hansen wohl als „Original“ bezeichnet - sein Name klang wie der Künstlername eines Hafenmusikanten und seine Erscheinung stand dem in nichts nach. Die von ihm bevorzugte Kleidung, bestehend aus Jeans, Troyer und Seemannsmütze, zusammengenommen mit seiner etwas spröden, wortkargen Art ließen ihn wie den perfekten Leuchtturmwärter oder Fischkutterkapitän wirken - einen Posten bei der Polizei, geschweige denn als Hauptkommissar traute ihm, auch auf den zweiten Blick, kaum jemand zu. Aufgewachsen war er auf der nordfriesischen Hallig Langeoog. Es gab nur ein anderes Kind in seinem Alter - ein dickes, zickiges Mädchen namens Suse, das mit ihm nichts zu tun haben wollte - daher beschäftigte er sich in seiner Jugend nahezu ausschließlich mit dem Lesen von Kriminalromanen. Er verließ die Insel, um die höhere Schule in Kiel zu besuchen und absolvierte anschließend die Polizeiausbildung wie im Fluge. Hansen, dessen Spitznamen in der lokalen Presse von „Inspektor Kuddeldaddeldu“ bis „Friesenbulle“ reichten, machte es nichts aus, unterschätzt oder belächelt zu werden - Kollegen mutmaßten, er würde es vielleicht gar nicht merken - aber da irrten sie sich …

An dieser Stelle von seinen großen Erfolgsfällen zu berichten, würde den Rahmen sprengen, aus Platzgründen begnügen wir uns mit seinen kleineren Erfolgen:

Die kleinen unbedeutenden Fälle von Hauptkommissar Knut Hansen aus Kiel

Juwelenraub und Literatur

Illustrationen: www.ohnekopf.de, Text: Gerrit Hansen

„Um Himmelswillen, Chef! Was ist das?“ Olaf Köppcke, der ihm untergeordnete Polizeioberkommissar stand in der Fahrertür des Dienstwagens und starrte kreidebleich auf das geöffnete Schraubglas in der Hand seines Vorgesetzten. In trübem Wasser schwammen schimmernde Klumpen und ein beißender Essiggeruch erfüllte das Cockpit. „Das sind Rollmöpse, Köppcke, wollen Sie einen?*“ „Nee danke, Chef - ich wusste gar nicht, dass die wirklich gegessen werden - ich seh‘ die immer nur im Regal stehen.“ Hansen schob sich eine weitere glitschige Fischrolle in den Mund. „Selbstgemacht sind sie natürlich besser, aber ich komme nur selten dazu ... und nun steigen Sie ein, wir müssen los ... äh, wohin eigentlich?“ Köppcke öffnete seinen Notizblock: „Holstenstraße 98, da ist ein Juweliergeschäft leergeräumt worden und der Besitzer beschimpft die Leute von der Streife.“ „Na dann mal los.“ Hansen stopfte sich noch einen letzten Rollmops in den Mund und schraubte widerwillig das Glas zu, nicht ohne sich vorher noch einmal kräftig mit der öligen Kräuteressigbrühe zu bekleckern.

*

Zehn Minuten später standen beide vor dem Juweliergeschäft in der Fußgängerzone der Kieler Altstadt. Die beiden Streifenpolizisten versuchten immer noch, den Inhaber zu beruhigen. Herr Kohlmorgen stellte sich als unangenehmer Choleriker heraus. Die beiden Kommissare waren kaum eingetroffen, da wurden sie auch schon Teil seines Beschimpfungsschwalls. „Sind Sie der Kommissar? Na endlich! Wird aber auch Zeit. Ich werde überfallen, ich bin ruiniert und Ihr inkompetentes Fußvolk lungert hier in meinem Geschäft herum, anstatt den Täter zu suchen. Dass er nicht hier ist, ist doch wohl klar ...“ Er hielt kurz inne, runzelte die Nase und fuhr dann mit affektierter Ekelmiene fort: „Riechen Sie nach sauren Gurken? Und sagen Sie mal, wie sehen Sie überhaupt aus? Wollen Sie heute noch mit ‘nem Kutter raus oder was?“ Es folgte ein ungeheuer unsympathisch-zynisches Lachen. Hansen blieb unberührt: „Rollmops“, sagte er knapp. „Ich rieche nach Rollmopswasser und mit dem Kutter will ich erst nächste Woche raus, das Wetter ist im Moment ungünstig.“

Auf den ersten Blick mochte überraschen, dass Knut Hansen als Inselkind nicht einmal ansatzweise friesischen oder plattdeutschen Dialekt sprach. Außer seiner 95jährigen Mutter und der dicken Suse gab es auch niemanden, der den Grund dafür wusste. Nämlich den, dass Knut schon früh anfing sich einen wertvollen Schatz an Kriminalzitaten anzueignen, und ein Satz wie „Schlechte Leute werden nicht immer aus guten Gründen ermordet“ klang nun einmal eindrucksvoller als: „Eische Lüd warrn nech jümmers wegen goote Ursoken dotslogen.“

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Unterhaltung

Kurzkrimi Dem Juwelier war am Gesicht anzusehen, dass er es nicht gewohnt war, sprachlos zu sein. Bevor er seine Gedanken jedoch wieder sortiert hatte, fuhr Hansen fort und stellte augenblicklich klar, wer im folgenden Gespräch das Sagen hatte: „Die Kollegen machen hier nur ihre Arbeit und nun hören Sie mit dem Gebelle auf und erzählen Sie mir, was vorgefallen ist - Köppcke! Mitschreiben.“ Der Juwelier begann kleinlaut seinen Bericht: „Ist gut, Herr Hauptkommissar - verzeihen Sie, ich war etwas aufgebracht. Also es war so: Heute Morgen um sieben Uhr wollte ich den Laden aufschließen und sah, dass die Stahljalousien schon offen standen. Ich ging also rein und fand den Tresor leergeräumt. Das müssen Profis von langer Hand geplant haben. Nichts ist kaputt oder umgestellt worden - die sind hier einfach eiskalt reinspaziert, haben den Safe geöffnet und sind wieder verschwunden.“ Hansen blieb unbeeindruckt: „Wer außer Ihnen kennt die Safekombination?“ Kohlmorgen war wieder zu neuem Selbstbewusstsein erwacht und seine cholerisch überhebliche Art klang wieder deutlich hörbar in seiner Stimme mit. „Niemand, absolut niemand. Die ist gut verwahrt - einmal in meinem Kopf und einmal auf einer Notiz, sicher verwahrt in einem geheimen Geheimversteck.“ Hansen kratzte sich am Kinn. „Sicheres Geheimversteck, so so ... ich schlage vor, Sie prüfen noch einmal nach, ob die Notiz immer noch sicher verwahrt ist und dann rufen Sie mich nochmal an - und nun gehen Sie und lassen Sie die Leute von der Spurensicherung ihre Arbeit machen.“ Der Rest des Vormittags verlief ereignislos. Hansen arbeitete alten Papierkram ab und beantwortete ein paar lästige Anrufe bezüglich irgendwelcher Formalitäten knapp und schnell. Seine kalte Pfeife wanderte abwechselnd vom linken in den rechten Mundwinkel. Seit Januar durfte im Präsidium nicht mehr geraucht werden, das störte ihn aber nicht weiter, er rauchte sowieso nicht so gern - nur im Mund hatte er die Pfeife gern. Gegen zwölf Uhr wurde der Bericht der Spurensicherung zu dem Juwelenraub reingereicht. Hansen schlug den Pappdeckel auf und las einen zweiseitigen Bericht, der in guter, alter Polizeiberichtemanier wortreich und umständlich verkündete, dass man nichts gefunden hatte. Der Kommissar wunderte sich: Ein professionelles Verbrechen? Hier in Kiel? Sollte es so etwas tatsächlich geben? Es gab keine Fingerabdrücke, keine Spu-

ren, keine Kratzer - nichts. Gerade gab Hansen sich lächelnd der Vorstellung eines fliegenden Einbrecher-Houdinis hin, da klingelte das Telefon. „Jo?“, grunzte er in den Apparat und wartete. „Herr Kommissar, Sie hatten recht - die Klebenotiz mit der Safekombination ist weg. Es muss gestern passiert sein - ein Fenster stand offen, ich dachte, ich hätte es aufgelassen - mein Gott, dann waren die Mistkerle auch in meinem Haus. Man kann sich also in seinen eigenen vier Wänden nicht mehr sicher fühlen.“ „Nun bleiben Sie mal ruhig. Wir kommen gleich mit ein paar Mann von der Spurensicherung vorbei, fassen Sie nichts mehr an und lassen Sie alles, wie es ist.“ Fünfundzwanzig Minuten später standen Hansen, Köppcke und Herr Kohlmorgen in dessen Küche. „So, Herr Kohlmorgen, wie war das? Das ‚absolut geheime Versteck‘ für Ihren Notizzettel war also ein Buch?“ „Sehr richtig, Kommissar. Ich hatte die Kombination auf einem gelben Haftnotizzettel in einen alten Band über die Militärische Kriegsführung im Dritten Reich versteckt. Wissen Sie, meine Bibliothek ist recht umfangreich und ich dachte, der Zettel wäre dort ausreichend sicher versteckt.“ „Kriegsführung sagen Sie? Nun gut. Köppcke, notieren Sie das. Haben Sie auch richtig nachgesehen? Vielleicht haben Sie auch nur die richtige Seite überblättert oder er ist rausgefallen?“ Kohlmorgen lief rot an und er brüllte fast: „Wissen Sie, Herr Kommissar - ich bin ein sehr ordentlicher Mensch - wenn Sie Ihre Belange so ordentlich erledigen wie ich die meinen, müsste dieser Fall schnell aufgeklärt sein. Der Zettel klebt immer an der gleichen Stelle in dem Buch und zwar zwischen Seite 99 und Seite 100 und rausgefallen ist er mir ganz bestimmt nicht.“ Hektisch sah er auf die Uhr: „Sind wir hier bald durch? Ich habe noch einige dringende Telefonate zu führen. Versicherungsangelegenheiten - Sie verstehen?“ Inspektor Hansen lächelte ungerührt sein bestes Dienstlächeln und erwiderte knapp: „Na, dann wollen wir Sie mal nicht aufhalten ... vielen Dank soweit - Sie hören von uns. Köppcke - wir gehen.“

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Unterhaltung

Kurzkrimi

Während die Spurensicherung ihre Arbeit zu Ende führte, gingen die beiden Polizisten schweigend zum Dienstwagen. Köppcke ließ den Motor an und lenkte den Wagen in Richtung Dienststelle. Auf dem Parkplatz angekommen, stiegen beide aus, aber anstatt in Richtung Haupteingang zu gehen, blieb der Kommissar stehen und rief seinem Kollegen nach: „Köppcke! Ich geh jetzt `n Fischbrötchen essen, schicken Sie bitte in der Zwischenzeit eine Streife zu dem Kohlmorgen und lassen Sie ihn aufs Revier bringen. Der zuständige Beamte soll durchblicken lassen, dass wir wissen, dass es keinen Zettel gab und wir wegen Verdachts auf Versicherungsbetrug gegen ihn ermitteln.“ „Aber Chef...?“ Olaf Köppcke war diese Anweisung sichtlich nicht geheuer und gerade wollte er zu weiterem Protest ansetzen, als der Hauptkommissar nett, aber bestimmt abwinkte: „Nun machen Sie schon, wir sehen uns später.“

Illustrationen: www.ohnekopf.de, Text: Gerrit Hansen

Ein Fischbrötchen und zwei Tassen Tee später traf Hansen gemütlich schlendernd wieder in der Dienststelle ein. Er durchquerte den neonbeleuchteten Flur in Richtung seines Büros, als Olaf Köppcke ihn erblickte. Der Assistent lehnte in einem Türrahmen und unterhielt sich mit einer Kollegin aus der Abteilung Kriminaltechnik. Als er seinen Vorgesetzten sah, brach er ab und stürmte auf ihn zu. „Chef, Chef - der Kohlmorgen hat alles gestanden, er hat noch im Auto angefangen wie ein Kind zu weinen und alles Mögliche von Spielschulden und so erzählt. Das mit dem Zettel hatte er sich tatsächlich nur ausgedacht, um das Ganze wie einen gut geplanten Raub aussehen zu lassen.“ Da Hansen einfach weiterging, während er angesprochen wurde, waren sie inzwischen in seinem Büro angelangt. Köppcke schloss die Tür und sah ihn verschwörerisch an: „Nun aber raus mit der Sprache - dass da was nicht stimmte war ja klar, und vermutlich hätte der Kerl auch so die Ermittlung nicht durchgestanden, aber wie konnten Sie so sicher sein? Das war doch geraten, geben Sie‘s zu.“

Hansen setzte sich in seinen Stuhl, klopfte aus Gewohnheit die leere Pfeife in dem leeren Aschenbecher aus, bevor er sie ebenso leer in den Mund steckte und nur zum Sprechen wieder herausnahm. „Na ja – ‚geraten‘ ist übertrieben: Ich hatte es im Gefühl. Außerdem wusste ich, dass er bei der Aussage mit der Notiz mindestens einmal offensichtlich nicht die Wahrheit gesagt hat - zwar ging es dabei nur um eine Winzigkeit, aber Lügner sind ja immer verdächtig.“ Köppcke zog die Stirn kraus “Offensichtlich nicht die Wahrheit gesagt? Da hab ich was verpasst.“ Der Kommissar fuhr fort: „Kohlmorgen hat doch behauptet, dass er die Notiz immer zwischen Seite 99 und Seite 100 legt, erinnern Sie sich daran?“ Köpcke war ratlos: „Ja, und?“ „Ich nehme an, das hatte er sich spontan einfallen lassen, um seine Geschichte glaubwürdiger zu machen. Wenn er mal versucht hätte, einen Zettel zwischen Seite 99 und Seite 100 zu legen, wüsste er, dass das nicht geht - nehmen Sie sich ein paar Bücher und prüfen Sie es nach. Sie sollten sowieso mehr lesen.“ Lachend wies er seinem Kollegen die Tür: „Und nun verschwinden Sie und kümmern Sie sich um Ihre Arbeit. Ich hab hier zu tun.“ Als der Polizeiobermeister den Raum verlassen hatte, gönnte sich Knut Hansen wie immer nach einem abgeschlossenen Fall eine kurze Pause. Er brühte sich eine Friesenmischung auf, lehnte sich tief in seinem Sessel zurück und sah, mit der dampfenden Teetasse in der Hand, aus seinem Fenster auf das Meer hinaus. Es war zwar „nur“ die Ostsee, aber wenn man auf den Horizont schaute, machte das kaum einen Unterschied in Gedanken war er wieder Kind auf Langeoog und dachte an die dicke, zickige Suse. „Eigentlich war sie gar nicht so zickig“, sagte er zu sich und lächelte. Ende

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Inhalt

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IM NĂ„CHSTEN HEFT: Die nächste „Gesundheit im Norden“ erscheint am 1. September 2009. Folgende Themen sind geplant: Handicap im Fokus Multiple Sklerose, die Krankheit mit den vielen Gesichtern Wie gehts? Stimmungsbeeinflussung durch KĂśrperhaltung

Herausgeber: Birgit Burmeister, JĂśrg Kowsky GeschäftsfĂźhrende Redakteurin: Birgit Burmeister, Tel. 04393-969754 Art Direction: Gerrit Hansen ohnekopf - Illustration & Grafik DorfstraĂ&#x;e 60, 24232 TĂśkendorf Tel.: 04348-919103 BĂźrozeiten: Mo. - Fr. 9.00 - 13.00 Uhr Autoren: Birgit Burmeister (bb), Gerda Behrends (gb), Jessica Conrad (jc), Ingrid Haese (ih), Gerrit Hansen (gh), Klaas Hartmann (kh), Michaela Mundt (mimu), Dr. Lars Paschen (lp), Angela Wowra (aw), Schlussredaktion: Angela Wowra (aw) Fotos: Birgitta Kowsky, JĂśrg Gläscher Titelfoto: Shutterstock

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Das Geheimnis des MBT Der erste Schuh, der Muskeln trainiert

Gedruckte Auflage: 10.000 Exemplare

Volkskrankheit Venenleiden Hilfe bei Krampfadern

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Druck: Druckerei Hahn GmbH Rostock-Elmenhorst


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Gesundheit im Norden ­ Ausgabe 1/Sommer `09  

Das norddeutsche Magazin rund um Gesundheit, Fitness, Lebensfreude Die Sommerausgabe 2009 Gedruckte Ausgabe erschienen Juni 2009 Theme...