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weiß: Diäten machen Stress - und Stress macht dick. Insofern ist das Büchlein irgendwie auch eine Abspeck-Maßnahme und eine diplomatische dazu.

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„Diät-Deutsch, Deutsch-Diät“ soll tatsächlich Beziehungen verbessern – allerdings vor allem die zwischen uns und unseren Pfunden.“

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MC: Sie selbst haben ja nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass auch Sie die gesamte Palette der KörpergrößenWechseljahre durchgemacht haben: von 90 kg bis 65 kg zeigte Ihre Waage alles an... Dazu Ihr entwaffnendes und überaus sympathisches Statement: Sie essen gerne und viel! Mal ganz ehrlich: mit welchem Gewicht haben Sie sich im Hinblick auf den damit verbundenen persönlichen Aufwand am allerwohlsten gefühlt?

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SF: Irgendwas in der Mitte ist für mich persönlich am besten. Genau festlegen will ich mich nicht, ich kann zum Glück in jeder Gewichtsklasse glücklich sein!

Foto: Kzenon, fotolia.com; Langenscheidt Verlag

MC: Auf mich wirkt Ihr neuestes Buch sehr unterhaltsam und höchst amüsant. Ich habe allerdings auch Kritiken gelesen, in denen Leserinnen sich über Ihre recht saloppe Ausdrucksweise mokieren, z. B. über Ihre Ratschläge wie „Essen Sie immer nackt vor dem Spiegel...“ Keine Angst, den Anteil Ihrer etwas stärker gewichtigen Leserschaft mit sarkastischen Feststellungen wie „Unser Körper ist eine Baustelle, die früher oder später vollkommen saniert werden muss“ zu vergraulen? SF: Nein, schon deshalb nicht, weil ich so etwas weder behaupten noch schreiben würde. Ich zitiere nur eine – leider - sehr verbreitete Haltung. Das ist nicht meine. Ich fände es auch ziemlich undankbar, meinen Körper, der mir schon so lange Freude macht, der mich weitgehend gesund und ohne große Zipperlein durchs Leben trägt – so respektlos zu begegnen. www.medizincompact.de MedizinCompact_Ausgabe0113.indd 7

MC: Sie haben uns mal verraten, dass Ihre Freundinnen alle Konfektionsgröße 38 aufwärts haben. Das klingt nach einer solidarischen Schicksalsgemeinschaft. Im täglichen Leben jedoch werfen Frauen untereinander nur so um sich mit vergifteten Komplimenten. In Ihrem Kapitel „Abspeckkommentare“ kann man das wunderbar nachlesen.

Langsam spricht sich das allerdings auch unter Frauen rum, dass es schlicht verschwendete Energie ist, sich über anderer Frauen Aussehen zu mokieren.

Was, glauben Sie, ist der Grund für diese weibliche Scheinheiligkeit?

SF: Männer auf Frauenparkplätzen, ungerechte Bezahlung, die Annahme, dass wir Frauen schon irgendwann die Hälfte der Chefposten haben werden, wenn wir nur weiterhin brav auf die Quote verzichten. Und... was alle Frauen auf die Palme bringt: der konsequente Verzicht auf Kohlenhydrate. Das ist überhaupt nicht meins und ich denke, auch andere Frauen versaut es enorm den Tag, wenn sie komplett darauf verzichten.

SF: Meiner Meinung nach geht es um Kontrolle. Uns Frauen wird ständig erzählt, wir müssten unseren Körper, unser Aussehen kontrollieren. Und nicht nur unseres – sondern auch das von anderen Frauen.

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„Solange sich Frauen ausschließlich um ihr Aussehen kümmern, kommen sie auch nicht auf andere „dumme“ Gedanken...“

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... wie dem, etwa die Hälfte aller Vorstandsvorsitze in den Unternehmen zu fordern oder auf gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit zu pochen.

MC: Ich habe gelesen, dass bei Ihnen eine Diät nur funktioniert, wenn Sie keine schlechte Laune haben... Was bringt denn die eigentlich immer fröhliche Fröhlich so richtig auf die Palme?

MC: Sie haben im vorigen November Ihren Fünfzigsten gefeiert. Wie fühlt sich das an, ist jetzt irgendetwas anders? Und... im Rückblick: was war die beste Dekade in Ihrem bisherigen Leben? SF:

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„Die beste Dekade ist immer die, in der ich gerade bin.“

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medizin compact 7 08.02.13 18:53

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Medizin Compact, Ausgabe 01/2013  

Medizin Compact, Ausgabe 01/2013  

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