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Norte VI


Liebe Leserinnen und liebe Leser, die sechste Ausgabe der NORTE ist vielleicht die persönlichste von allen bisherigen. In dieser schnelllebigen Zeit voller Veränderungen und Herausforderungen blicken wir auf uns, unsere Generation und die Gesellschaft, in der wir leben. Wer sind wir? Was prägt uns? Wo ist unser Platz in der Gesellschaft? Welchen Aufgaben müssen und welchen wollen wir uns stellen? Seit der Industrialisierung verändert sich unsere Welt und damit unser Selbstbild in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit. Mit der heutigen Individualisierung eröffnen sich Möglichkeiten, unser Leben so zu gestalten, wie wir es wollen. Gleichzeitig zwingt uns diese Freiheit auf ganz neue Weise dazu, Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen, unser Tun zu hinterfragen und uns ständig selbst zu reflektieren. Um mit den Veränderungen und Anforderungen Schritt zu halten, sollen wir immer schneller, effizienter und leistungsfähiger werden. Mit der Digitalisierung wird diese Selbstoptimierung scheinbar immer einfacher. Apps und Tracker unterstützen uns in allem, was wir tun, sei es bei der Tagesplanung oder der Partnerwahl. Sie stellt uns aber auch vor die Frage, ob wir online nicht zu Schatten unserer selbst werden. Wir wissen, dass wir als Generation zum Umdenken und Handeln aufgefordert sind, dass wir, wie kaum eine Generation zuvor, unsere Zukunft gestalten können und müssen. Deshalb brauchen wir offene Diskurse, kritisieren die Verhältnisse und versinken doch immer wieder in Lethargie und im Nichtstun. Wir sind mit den uns gestellten Aufgaben und Problemen überfordert und suchen trotzdem nach Lösungen. Die Texte, Illustrationen und Fotografien in dieser NORTE liefern Fragmente, in denen wir uns und unsere Generation wiederfinden können. Sie erzeugen ein Spiegelbild, das sich unaufhörlich wandelt und nie vollständig sein wird. Sie zeigen eine Generation, die sich verstehen will, die sich den Problemen stellt, die bereit ist zum Widerstand. Meistens. Sie zeigen eine Generation, die für etwas brennt, die sie selbst sein will und die sich die Zeit nimmt, über sich und die Welt, in der sie lebt, nachzudenken. Im Namen der Redaktion wünschen wir viel Freude mit der sechsten Ausgabe der NORTE. Laura Nádvornik und Henriette Simons Chefredaktion NORTE VI


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Text: Lukas Frangart


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Nachts liege ich wach, kann mich selbst kaum fassen: Ein Geblendeter auf Irrfahrt durch verwinkelte Gassen, Orientierung verloren, wenn Systeme zerbrechen, den leeren Phrasen folgen hohle Versprechen, dem Bann der Sirenen folgt sangloser Ausklang, dank algorithmischer Schleifen scheinbar kein Ausgang. Hänge zwischen back to the roots und trendy Hype Trains, zwischen Demeter-Gurken und neuen Nike‘s. Ein Meisterjongleur irisierender Masken, will Selbsttäuschung als Schutzschild verpacken. Doch der Blick in den Spiegel eröffnet die Wahrheit, mein eigener Schatten reißt mich aus der Starrheit. Verlerne künstliche Grenzen im endlosen Neuland, vergesse alle Gesetze, fange einfach neu an: Erschaffe mich selbst, von alten Göttern verlassen, inmitten des Chaos aus Emojis und Asche.


Das Gute muss entworfen werden Text & Illustration: Maximilian Gotthold

Entwürfe sind unvollendet, fragmentarisch. Nichts Fertiges oder Perfektes. Das gilt für Bildhaftes, Geschriebenes und auch für unser Selbst. An einem Entwurf muss gearbeitet werden. Man kann ihn anpassen und verändern, manchmal vernachlässigen, auf neue Impulse warten und ihn wieder aufgreifen. In dem Moment, da wir unseren Entwurf beenden, werden wir zu einem Bild in einer Ausstellung, zu einem Text in einem Buch – zu einem Toten unter den Lebenden. 004


Wenn man versucht zu verstehen, wer man eigentlich ist, kommt man nicht umhin festzustellen, dass es sich schwerlich mit einigen wenigen Merkmalen eingrenzen lässt. Je nach Situation, sozialem Umfeld und Lebensumständen sind wir mal der, mal die, sind vielleicht der lässige Typ bei der Arbeit, die beste Freundin, der unsichere Vater oder die emanzipierte Frau. Die Zahl der Rollen, der verschiedenen Identitäten, die wir jeden Tag, teilweise im Minutentakt, wechseln, geht in die Dutzende. Laut Jean-Paul Sartre könnten wir selbst alleine zu Hause vor dem Spiegel stehen, uns ewig betrachten und versuchen zu benennen, wer wir sind: In dem Moment, in dem wir die Haustür verlassen und den Blicken der anderen ausgesetzt sind, werden wir zu jemand anderem. Der viel zitierte Satz »Die Hölle, das sind die anderen« aus Sartres Theaterstück Geschlossene Gesellschaft untermauert dieses Bild. Es zeigt auf, unter welchem Druck unser Selbstbild steht. Denn eben diese anderen stellen uns jeden Tag vor die Frage, ob wir uns neu zu evaluieren, unser Verhalten neu zu bemessen und anzupassen haben. Dieses Gefühl der ständigen Bewertung durch andere ist es, was uns zu einem ersten »Entwurf« unseres eigenen Seins zwingt. Die Ermahnungen der Eltern, das Kopfschütteln des Mathelehrers, das Schulterklopfen des Judotrainers oder das bedingungslose Lob der Großmutter sind Erfahrungen, die uns von Beginn unserer physischen Existenz bis zum ersten Gewahrwerden unserer Selbst maßgeblich beeinflussen. Wir finden und übernehmen eine Rolle innerhalb der Gesellschaft. Hier erleben wir das Prinzip von Sartres Existenzialismus: Der Mensch beginnt zu existieren, trifft auf sich selbst, tritt dadurch in die Welt ein und beginnt sich zu definieren. Er »entwirft« sich. Aus dieser Auffassung ergeben sich gänzlich neue

Anforderungen und auch Möglichkeiten für den Menschen. Wenn die Existenz dem Wesen (dem Selbst) vorausgeht, wird jegliche deterministische Weltansicht aus dem Weg geräumt. Die Idee, dass es eine menschliche Natur gibt, oder dass unser Leben und unser Verhalten durch universelle Werte vorbestimmt sind, ist nicht länger tragfähig, wenn man davon ausgeht, dass der Mensch zu Beginn seiner Existenz »nichts« ist. Ohne Vorbestimmung, ohne übergeordneten Wertekanon auf die Welt gekommen, kann etwas wie Gott in den Augen Sartres nicht existent sein. Das Gute, der traditionelle Ausdruck für Wert, ist etwas, das wir durch Gott erschaffen haben und das es somit nicht geben kann.

unserer Freiheit einen Rahmen und setzen ihrer Entfaltung Grenzen. Hinter dem Ausspruch »So bin ich nun mal«, können wir uns nicht länger verstecken. Die Freiheit im Entwerfen zu haben, bedeutet daher, in Verantwortung für seine Handlungen zu stehen und auch das Scheitern in den Entwurf einzubeziehen. Sich in diesem Sinne befreien zu wollen, ist kein einzelner Akt, nicht eine Handlung, die, ist sie einmal durchgeführt, uns auf ewig frei macht. Das Sich-Selbst-Entwerfen ist etwas, das uns bis zum Ende unseres Lebens antreibt. Sartre sagte einmal: »Ich glaube nicht an ein Leben nach dem Tod, aber ich glaube an den Tod im Leben.« Der Tod im Leben ist für Sartre der Punkt, an dem wir aufhören, uns weiter entwerfen zu wollen, an dem unsere Persönlichkeit starr wird und wir behaupten: »Das bin »Die Zahl der Rollen, ich und nichts anderes.« der verschiedenen IdenSartre hat dafür gerne einen Vergleich titäten, die wir jeden Tag, zwischen Steinen und Faschisten herangezogen. Der Stein ist etwas An-sich-Existeilweise im Minutententes. Er ist in seiner Gänze ein Stein takt, wechseln, geht in und kann nichts anderes sein als das. Der die Dutzende.« Faschist sagt: »Ich bin Antisemit.« Nichts anderes. Er legt fest, dass er von nun an für Durch den Verlust Gottes sehen wir die immer Menschen anderer Kulturen hasst. unangenehme Erkenntnis des Existen- Er beendet seinen Entwurf und wird zu zialismus: Wir sind selber für alles ver- etwas Absolutem. Damit begibt er sich auf antwortlich. Das Gute erscheint uns nicht die Existenzebene eines Steines. In diesem als etwas immer schon in der Welt Vor- Moment, so Sartre, stirbt er und wird ein handenes. Wir müssen es selber erfinden Toter unter Lebenden. und verwirklichen. Der Verlust von Werten und Anweisungen, die unser Verhalten Wichtig ist, wie wir uns selbst entwerfen vorbestimmen und rechtfertigen, macht wollen, warum wir zu bestimmten Aspekuns weitgehend frei. ten unseres Lebens Stellung beziehen, sie Diese Freiheit birgt jedoch zwei Seiten annehmen, verwerfen, weiterentwickeln in sich. Einerseits können wir uns vom oder zum Mittelpunkt unseres zukünftigen Wertekanon unserer Gesellschaft distan- Seins erklären. zieren, sind frei in der Wahl, zu was wir Mit jeder Wahl (oder Nicht-Wahl), die uns in der Zukunft entwerfen wollen, an- wir treffen, können wir das Bild eines dererseits müssen wir jetzt Rechenschaft Menschen erschaffen, den wir auch in ablegen. Rechenschaft aber braucht ein anderen zu sehen wünschen. So entwerfen Gegenüber. Wir selbst, unsere Umwelt, wir den Menschen an sich und gleichzeitig die anderen und die Gesellschaft geben eine Gemeinschaft von Menschen.

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ICH sein Ich habe andere Gefühle, Wünsche und Vorlieben als du. Trotzdem schwimmen wir gemeinsam im Durchschnitt, mit dem wir uns zufriedengeben. Doch was, wenn ich mein Leben anders gestalten möchte? Wenn ich meine Identität nicht durch Gesellschaftsnormen definieren will? Wenn ich diese eine Sache gefunden habe, die mich aus dem Durchschnitt ausbrechen lässt? Eine Sache, für die ich kämpfe, für die ich lebe. Was, wenn ich mich dazu entschließe, ich zu sein?

Auszug aus der Bachelorarbeit von Annika Eliane Krause www.annikaeliane.de 014


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oben: Mario unten: Anette

oben: Eve unten: Katharina


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Mario Es geht darum, das Beste aus mir rauszuholen, das Beste zu sein. Ich will nicht, wenn ich eine Freundin habe, dass die sagen kann: Irgendwer sieht besser aus als du. Ich will irgendwo hin, wo es keine Steigerung gibt. Das beste Ich sein, das ich sein kann. Jetzt ist die wichtigste Zeit.

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Eve Ich bin weder schwul noch lesbisch. Ich bin eine Frau im Männerkörper, die einen Mann möchte, der die Frau in mir sieht. Aber das ist vielen direkt zu kompliziert, das ist ja keine klare Kategorie mehr. Viele Menschen sind überfordert mit mir, weil sie mich nicht zuordnen können. Dann ist es einfacher zu sagen, ich sei verrückt und komisch, anstatt sich wirklich mit mir auseinanderzusetzen.

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Wo kommst du her? Eine Frage, die oft als banaler Start in den Small Talk dient und bei der manch Hörer rassistische Hintergedanken zu erkennen glaubt. Eine Frage, die sehr oft fällt. Gerade in Deutschland, wo die vielen Dialekte die Sprache häufig bis ins Unverständliche verändern, möchte man die Herkunft erfahren. Als ich das erste Mal nach zehn Jahren wieder in Russland in der Stadt meiner Geburt und Kindheit war, hat man mich wissen lassen, ich hätte zwar keinen Akzent, würde mich aber typisch europäisch verhalten. Meine Nationalität beschäftigte die alten Kumpanen so stark, dass sie sogar wichtiger wurde als mein Name: Während der zwei Wochen wurde ich nur

Wo der Arsch im Warmen ist Text & Illustration: Arkadij Blinow

Identität bezeichnet die Gesamtheit der Eigentümlichkeiten eines Individuums, einer Gruppe oder gar Nation. Sie ist wichtig für unser Selbstverständnis. Dabei ist sie alles andere als selbstverständlich.

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noch »Deutscher« gerufen. Schon ein seltsames Gefühl, in die Heimat zurückzukommen, die sich aber nicht mehr mit dir identifiziert. Unter Freunden oder Menschen meiner Generation und Umgebung scheint die Identifizierung mit einer Nation nicht mehr allzu wichtig zu sein. Die meisten sehen sich als Europäer. Mit welcher Nation ich mich identifiziere, beschäftigte mich persönlich immer wenig. Aber die Teilung in zwei Staatsbürgerschaften, interessierte die Menschen um mich herum umso mehr. In welcher Sprache denkst du? Habt ihr auch einen Hausbären gehabt? Wie stehst du zu Putin? Was, dir ist kalt, du kommst doch aus Sibirien? Fühlst du dich mehr deutsch oder russisch? Hast du einen Drang nach Pünktlichkeit, Ordnung und Disziplin? Ist dir der Komfort deiner Gäste wichtiger als dein eigener? Überschüttest du ein paar Weißwürste mit der einen oder anderen Maß Bier oder wohnt dir eine ständige Melancholie inne, die es mit Wodka zu ertränken gilt? Antworten auf die Fragen meiner Mitmenschen zu finden, fiel mir nicht leicht. Gerade als ich dachte, eine passende Antwort gefunden zu haben, erwischte ich mich selber dabei, wie ich in einem anderen Gespräch eine andere Meinung vertrat. Noch spannender wurde es, wenn ich die Antworten günstig für mich oder für einen interessanteren Verlauf der weiteren Unterhaltung auslegte, bis ich mich selber in dem schizophrenen Konstrukt aus nationalen Zugehörigkeiten verfing. Auf der Suche nach aufrichtigen Antworten fragte ich mich irgendwann: Habe ich keine nationale Identität, habe ich sie verloren? Die Suche nach meiner Identität begann bei meinen Vorfahren. Bei der Recherche nach Heimat und Herkunft kamen mir einige Dokumentationen und Reportagen


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 Klischees kommen nicht von irgendwoher. Sie entspringen unserem Bedürfnis, sich ein Bild von anderen zu machen, um sie zügig in Kategorien einordnen zu können.

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mit Titeln wie »Russlanddeutsche – ein Volk dazwischen« unter die Finger. Ich empfand mich immer als Teil von beiden Nationen. Es ist eine Ironie des Schicksals, die diesen Menschen widerfährt, die überall, wo sie leben, fremd bleiben, egal, ob die eigentliche Muttersprache längst durch die neue ersetzt wurde, oder ob man schon in der dritten Generation im Land lebt und es als das eigene Vaterland sieht, für das man sogar in den Krieg ziehen würde. So erlitten die Menschen der Generation meiner Großeltern häufig eine Identitätskrise: Meine Großmutter Rosa lebte in Kasachstan in einem deutschen Dorf, wo sie bis zum Abschluss ihrer siebten Klasse kein Wort Russisch sprach. Für die weitere Bildung zog sie in die Stadt, lernte Russisch und erarbeitete sich eine leitende Stelle in einer großen Kantine. Es war die Zeit der Sowjetunion. Eine Deutsche in dieser Position war undenkbar. Also hielt sie ihre Nationalität geheim, denn es war immer noch die Nationalität des Feindes. Mit der Migration nach Deutschland erhoffte sie sich eine Heimkehr, einen Ort, wo sie sich nicht mehr verstecken muss und endlich so akzeptiert wird, wie sie ist. Doch es sollte anders kommen: Hier in Deutschland wurde sie als Russin empfangen. Ihre deutsche Staatsbürgerschaft, der deutsche Familienname und ihre deutsche Abstammung spielten keine Rolle. So verlor Rosa endgültig das Gefühl von einer Heimat. Ihre Tochter Vera muss ihre Nationalität nicht mehr verstecken, denn sie kommt selten in Berührung mit der Frage danach. »Heimat ist da, wo der Arsch im Warmen ist!«, sagt sie manchmal und prägt damit auch meine Einstellung. Bei unserem Umzug nach Deutschland stößt Vera auf eine Menge Vorurteile. Das Verständnis für die deutsche Mentalität muss sie sich selbst erarbeiten und erklären. Warum laufen

bestimmte soziale Vorgänge so ab, wie sie es tun? Warum spricht man nicht über Geld oder seinen Verdienst? Warum macht man sich nur schick, wenn man ausgeht? Wieso werden eigene Krankheiten und die Sexualität öffentlich so oft zum Thema? Und bedeutet »Wir müssen uns mal auf einen Kaffee treffen!« wirklich ein Wiedersehen oder möchte man den anderen nur vertrösten? Sie lernt, dass ein Unterschied nicht heißt, dass etwas falsch ist, sondern nur einen anderen Weg darstellt, seine Persönlichkeit zu bilden. Sie hat eine Mission, die sie sich selbst auferlegt hat: den zwei Völkern gegenseitig Lebensstile, Mentalitäten und Alltagsabläufe zu erklären. Klischees kommen nicht von irgendwoher. Sie entspringen unserem Bedürfnis, sich ein Bild von anderen zu machen, um sie zügig in Kategorien einzuordnen.

Aus der auffällig geschminkten und gekleideten Olga kann man natürlich das schließen, was auf der Zunge liegt. Man könnte aber auch folgendermaßen denken: Es sind sieben Monate Winter in den meisten Regionen Russlands, statistisch kommen drei Frauen auf einen Mann, dessen durchschnittliche Lebenserwartung nicht sonderlich hoch ist. Die Frau hat einfach nicht so viel Zeit, um ihre Reize arbeiten zu lassen. So kommt es zu der knallig gekleideten »Natascha« im kurzen Kleid und mit hohen Absätzen.


Oder umgekehrt, wenn Dieter vor oder hin- den, das Leben so zu gestalten, wie es bei ter einem an der Kasse den Warentrenner ihnen schon funktioniert hat. Was nicht nicht bloß hinlegt, sondern das Ganze mit heißen muss, dass es ein ewiger Kreislauf einem belehrenden Blick und Räuspern ist, aus dem man nicht ausbrechen kann. bestärkt. Ordnung muss schließlich sein! Die Charaktereigenschaften, mit denen Dabei geht es Dieter lediglich darum, die man sich identifizieren möchte, sucht man Struktur zu wahren und damit die Arbeit sich selber aus. Nationalität ist jedoch nur des Kassierers zu erleichtern und die Zeit ein kleiner Teil unserer gesamten Identität. aller zu sparen. Mit der Frage nach der Nationalität wird schnell ein Netz aufgespannt aus eigenen sowie gesellschaftlich und medial geprägten Stereotypen. Diese bieten uns schon bei der ersten Begegnung ein Scheinwissen über die uns unbekannte Person. Wichtig ist vor allem, dass es dabei nicht bleibt. Man braucht das Gespräch, den Dialog, um den anderen zu verstehen und ihn als eigenständige Person zu erfahren. Dann wird man auch viele Gemeinsamkeiten mit Wenn ich mich also frage, mit welchem sich selbst finden können. Bei der Suche Land ich mich identifiziere, sage ich am nach Gemeinsamkeiten sollten die Unterliebsten, dass ich mich keiner Nationali- schiede jedoch nicht einfach beiseitegetät zugehörig fühle, sondern mich einfach schoben werden. Gerade sie sind spannend als Mensch verstehe, der sich über andere und oft amüsant, sie machen uns zu den Eigenschaften definiert. So empfinde ich Individuen, die wir sind. Wenn man so mich zuerst als offen, albern, familiär, will, bin ich ein bisschen deutsch und ein zuvorkommend, freundlich, impulsiv, bisschen russisch, bald vielleicht auch ein spontan, egozentrisch, männlich, krea- bisschen spanisch oder italienisch. Wer tiv. Wann kommt denn nun deutsch oder weiß, wo es mich im Leben noch hin verschlägt? Aber vor allem bin ich die Summe russisch, also die nationale Identität? Da ich in Europa lebe, haben geografi- meiner Taten, Charaktereigenschaften, sche Grenzen keinen besonderen Einfluss Interessen und Äußerlichkeiten, und ich mehr. Ebenso die Sprache – man kann sich bin das, was ich noch werde. immer auf eine dritte einigen, wenn man sich nicht versteht. Ja, selbst das Äußere hat nicht mehr genügend Aussagekraft, wenn die Stadtführung durch München eine junge Frau mit asiatischen Gesichtszügen macht. Menschen aus bestimmten Nationen werden ganz gewöhnliche, menschliche Charaktereigenschaften zugeschrieben, die gar nicht spezifisch sind. Wir sind die Kinder unserer Eltern, die wiederum von ihren Eltern geprägt wur-

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Wie unsere Liebe Es gibt jemanden, der Dinge wie diese mit Absicht machte Der wollte, dass sie vollkommen unfair sind Es gibt jemanden, der das Glück eines anderen verschlingt Und etwas, das uns sagt, einer von uns müsse etwas tun Um dieses Spiel zu beenden Und es fair aufzustellen Nicht nur zum Spaß Zum Beispiel Liebe ich dich so sehr wie tausend Männer Doch bringt das die Waage aus dem Gleichgewicht Denn es gibt tausend Männer, die nicht lieben können Oder zumindest Die Liebe eines einzigen Mannes nicht aufwiegen können Es gibt jemanden, der Dinge wie diese mit Absicht machte Der alles mit seinem Gegenüber verband Dein Gesicht und mein Herz Deine Lippen und meine Schultern Deine Hand und mein Haar Deinen Hals und meine Zunge Dein Verlangen und meine Gedichte Mein Gesicht und deine Vergangenheit Zwischen jedes Paar baute er eine gläserne Wand und rief »Los!« Es zerbrachen dein Gesicht und mein Herz Es sprangen deine Lippen und meine Schultern Es brachen deine Hand und mein Haar Es wurden verwundet dein Hals und meine Zunge Es starben dein Verlangen und meine Gedichte Es wurde entstellt mein Gesicht Und es überlebte deine Vergangenheit Es gibt jemanden, der Dinge wie diese mit Absicht machte Der wollte, dass sie einer anderen Zeit angehörten Als hätten sie ihr Verfallsdatum überschritten Wie unsere Liebe


Ramy Al-Asheq ist ein syrisch-palästinensischer Dichter, Journalist und Kurator. Seine auf Arabisch verfassten Texte wurden in verschiedenen Publikationen auf sechs Sprachen veröffentlicht. 2018 erhielt er ein Literaturstipendium der Akademie der Künste in Berlin sowie zwei Aufenthaltsstipendien für das Künstlerhaus Lukas (Ahrenshoop) und das Künstlerdorf Schöppingen. Die Veröffentlichung des Gedichtes in der Norte erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autors. Lilian Pithan studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften, Romanistik und Anglistik in Tübingen und Paris. Seit 2013 arbeitet sie als freiberufliche Journalistin in Berlin. Die Lyrik von Ramy Al-Asheq überträgt sie in enger Zusammenarbeit mit dem Autor ins Deutsche. Text: Ramy Al-Asheq Übersetzung: Lilian Pithan Illustration: Lukas Frangart Fotografie: Jörg Lutz


Auf die Barrikaden! Text: Mara Biebow Illustration: Lukas Hanke & Lukas Frangart

Über Ungehorsam und vor allem, wie man ihm Einhalt gebietet, gibt es zahlreiche Veröffentlichungen. Der Begriff ziviler Ungehorsam ruft allerdings eher ratlose Blicke hervor. Dabei sollten wir im Zeitalter von Internet, Big Data und Klimakrise alle ungehorsam sein. Grenzen übertreten, Tabus ignorieren, Gesetze brechen. Ziviler Ungehorsam ist mehr als bei Demonstrationen mitzulaufen und Online-Petitionen zu unterschreiben. Ziviler Ungehorsam ist ein bewusster Akt der Auflehnung gegen herrschende Strukturen und für die Gesellschaft. Er soll aufmerksam machen und wachrütteln – auch die ganz oben. Zivil ungehorsam zu sein, heißt aber auch, zwischen Recht und Unrecht zu balancieren, Strafen bewusst in Kauf zu nehmen und die Verantwortung für seine Taten zu tragen. Seit dem 14. September 2018 zeigen uns tausende Schüler in Deutschland (und weltweit), wie es geht: Jeden Freitag gehen sie für eine bessere Zukunft nicht in die Schule, sondern auf die Straße. Vor dem Gesetz sind sie damit Schulschwänzer und es drohen ihnen Bußgelder und Arbeitsstunden, im Extremfall könnten sogar

Jugendstrafen verhängt werden. Aber seien wir ehrlich: Wäre der Protest immer noch in aller Munde und würden sich die Politiker wirklich zu Wort melden, wenn die Schüler 107 brav nach der Schule oder samstags vor die Rathäuser und Ämter zögen? Die Fridays-for-Future-Bewegung wird von und durch die Schüler selbst organisiert. Dafür haben sie verschiedene Gruppenchats in Messenger-Diensten eingerichtet und verbreiten diese über ihre Website und Social-Media-Accounts. Protestaktionen werden dort geplant und Informationen und Aufrufe geteilt. Der eigentliche Akt des zivilen Ungehorsams findet auf der Straße statt, organisiert wird er digital. Auf ähnliche Weise erreichte 2011 das US-amerikanische Occupy-movement weltweite Aufmerksamkeit. Am 17. September rief der Chefredakteur der Zeitschrift Adbursters über Twitter zu einer Demons-


Wer heute die Datenströme kontrolliert, hat die Macht.

tration im New Yorker Finanzdistrikt auf. Um die 5 000 Demonstranten folgten dem Tweet und zogen durch die Straßen Manhattans. Durch die sozialen Medien verbreitete sich die Aktion (und die Reaktion der Polizei) wie ein Lauffeuer. Im Oktober desselben Jahres nahmen Millionen Menschen in 82 Ländern an einer globalen Occupy-movement gegen das Finanzsystem teil und errichteten illegale Camps vor Banken und auf zentralen Plätzen. An beiden Bewegungen kann man sehen, dass heute mehr nötig ist, als eine Demo am Sonntagvormittag oder den Boykott der Bankfiliale vor Ort, um die Verantwortlichen ins Schwitzen zu bringen. Dafür braucht es schon tausende Schulschwänzer, illegale Camps vor der Europäischen Zentralbank und die Vernetzung durch das Internet. Das Internet ist jedoch nicht mehr nur Hilfsmittel und Verbreitungsorgan. Es wird zunehmend selbst zu einer Waffe, mit der das wertvollste Kapital unserer Zeit angegriffen und blockiert werden kann: Daten. Wer heute die Datenströme kontrolliert, hat die Macht. Aber Daten werden nicht auf Ochsenkarren über holprige Straßen zu Sammellagern transportiert wie Getreide oder Gold. Die Welt der Daten ist nicht die wirkliche, sondern die virtuelle Welt. Dort gibt es keine zentralen Orte, keine Hauptverkehrsachsen. Das Internet ist dezentral organisiert. Und die Daten sind es auch. Es nützt also nichts, Verkehrswege zu blockieren oder Schatzkammern zu belagern. Wenn man heute dem Finanzmarkt, der großen Politik oder internationalen Or108

ganisationen einen Denkzettel verpassen will, dann muss man ihre Daten angreifen. Und die sind im Netz verborgen. Dort setzt digitaler ziviler Ungehorsam an. Netz-SitIns und DDoS-Attacken, also gezielte Blockaden von Internetseiten durch den gleichzeitigen Zugriff vieler, gehören längst ebenso zum Repertoire des zivilen Ungehorsams wie Straßenblockaden, Nötigung und Hausfriedensbruch. Gewalt, vor allem gegenüber Mitmenschen, wird grundsätzlich abgelehnt. Ziviler Ungehorsam ist, trotz aller Gesetzesbrüche, ein gewaltfreier Widerstand gegen die Regeln des herrschenden Systems. Das gilt auch im Netz. Dabei verlockt gerade die im Internet herrschende Anonymität dazu, Dinge zu tun, die man im realen Leben niemals tun würde. Hinter ihr verstecken sich Trolle und Hass-Mail-Schreiber. Doch auch Internet-Aktivisten und Hacker wissen die Vorteile des Netzes zu nutzen: Sie dringen unerkannt in Netzwerke ein, decken Sicherheitslücken auf und erhalten so Zugriff auf Daten. Was mit den Daten geschieht, liegt in der Hand der Hacker. Sie können sie ohne Rücksicht veröffentlichen, können erpressen und Leben ruinieren. Die Anonymität des World Wide Webs schützt sie vor den möglichen rechtlichen Konsequenzen. Doch sie entbindet sie nicht von ihrer Verantwortung. In ihrer Hackerethik fordert die größte europäische Hackervereinigung, der Chaos Computer Club, Hacker deshalb dazu auf, sich dieser Verantwortung bewusst zu sein und insbesondere private Daten mit Respekt zu behandeln. Sie fordern darin jedoch auch einen offenen Umgang mit gesellschaftlich relevanten Informationen, wie beispielsweise den deutschen Gesetzestexten. Solche Daten sollten für jeden frei zugänglich sein. Zumindest die Gesetzestexte sind es jetzt: Im Dezember 2018 veröffentlichte die Open Knowledge Foundation erstmals (!) das Bundesgesetzblatt zur freien Verwendung für die Bevölkerung. Zuvor konnte man zwar einzelne Texte


einsehen, jedoch weder durchsuchen noch abspeichern, geschweige denn ausdrucken. Im selben Jahr hackte sich das Peng!Kollektiv, ein deutsches Netzwerk aus Hackern und Aktivisten, in die Bundesdruckerei und ließ einen Pass drucken, der von zwei Menschen gleichzeitig genutzt werden kann. Dazu wurden die biometrischen Bilddaten der beiden Personen überlagert. Mit weiteren angefertigten »Doppelpässen« wird nun versucht, lybischen Künstlern die Ausreise nach Europa zu ermöglichen. Peng! ruft über eine Website auch die Bevölkerung dazu auf, ihre Identität mit einer zweiten zu maskieren. Auf diese Art sollen die Datenbanken mit unbrauchbaren Informationen geflutet und so die Anwendung von flächendeckenden Gesichtserkennungsprogrammen erschwert werden. Damit will das Kollektiv auf die Kontroll- und Überwachungspolitik Europas aufmerksam machen. Digitaler ziviler Ungehorsam ist notwendig. Er bringt zum Vorschein, was sonst in den Weiten und Tiefen des Internets verborgen bleiben würde. Er trifft den Gegner dort, wo es am meisten weh tut. Das zeigt auch das Strafmaß: In den USA drohen Hackern härtere Haftstrafen als Vergewaltigern. Ziviler Ungehorsam war schon immer schwer in ein Rechtssystem einzuordnen. Durch die Verbindung mit dem Internet wird das fast unmöglich. Neben den ungeklärten bisherigen Fragen werden völlig neue aufgeworfen: Ist das Eindringen in private Accounts und deren Veröffentlichung zur Aufklärung von Straftaten mit den moralischen Grundsätzen des zivilen Ungehorsams vereinbar? Ist die Publikation sensibler Daten vertretbar, wenn es der Enthüllung von illegalen Machenschaften dient? Wie weit darf ziviler Ungehorsam im Netz gehen? Dies sind Fragen, die zeigen, wie sich ziviler Ungehorsam in unserem digitalen Zeitalter verändert. Statt Verkehrsströmen müssen wir heute etwas anderes blockieren und schützen: Daten.

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Wir sind die Redaktion der Norte VI. Wir sind lebensbejahende, immer gut gelaunte, topgestylte und Start-up gründende Millennials. Gleichzeitig stecken wir bis zum Hals in der Quarterlife Crisis, sind anspruchslos, ängstlich, träge und maßlos überfordert. Wir sind Teil einer Generation voller Widersprüche. Wir sind

Lethargische Hedonisten Text: Laura Nàdvornik Fotografien: Henriette Simons & Rika Thomas

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Sie sitzt im Vorzimmer des Arbeitsamtes und denkt über ihre berufliche Zukunft nach. Da ist es wie mit allen Dingen in ihrem Leben: Eigentlich will sie nicht nur ein Stück vom Kuchen, sie will gleich alles auf einmal. Aber das klappt meistens nicht und dann gibt sie sich doch wieder mit den Krümeln zufrieden. Oder sollte man sagen: Sie gibt sich mit den Krümeln auf?

Ob sie heute noch einmal das Haus verlässt? Unwahrscheinlich. Inzwischen ist es Nachmittag und sie liegt immer noch im Bett. Die ganze letzte Nacht hat sie damit verbracht, sich alles Mögliche auf Netflix anzuschauen. Gerade beschäftigt sie aber vor allem die Party, die heute Abend stattfinden wird. Ob es sich lohnt, dafür aufzustehen? Und ob der Mann da sein wird, den sie so gerne wiedertreffen würde?

Die Fassade hat er sich bereits als kleines Kind aufgebaut. Sie lässt ihn nach außen glücklich erscheinen, auch wenn es in ihm ziemlich wüst aussieht. Er hat sich geschworen, niemals jemandem Zutritt zu seinem Innersten zu gewähren. Manchmal versteckt er sich so gut hinter seiner Fassade, dass er sein Chaos beinahe selbst vergisst.

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Es ist Montagmorgen, 7.30 Uhr als sie aus dem Bett hochschreckt. Sie dreht sich um und vergr채bt ihren Kopf im Kissen. Es sind noch zehn Minuten bis zum Klingeln ihres Weckers. W체rde sie es schaffen, erneut einzuschlafen und die Gedanken an den Tag und die kommende Woche im B체ro noch ein St체ckchen weiter wegzuschieben? Als sie endlich aufsteht, ist es 8.45 Uhr. Um neun muss sie bei der Arbeit sein, doch ihre Gedanken werden den ganzen Tag im Bett bleiben.

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Nicken und Lächeln ist seine Devise, auch wenn er eigentlich schon seit zwanzig Minuten nicht mehr zuhört, sondern konzentriert durch seinen Instagram-Feed scrollt. Er meint das gar nicht böse. Es heißt auch nicht, dass er sein Gegenüber nicht mag oder das Erzählte für unwichtig hält. Wenn er darüber nachdenkt, weiß er eigentlich selbst nicht, warum er das tut.

#morningslikethese

Sie liebt Wissen. Sie liebt es, etwas zu wissen, und sie liebt es auch, Wissen zu teilen. Vor Unwissen hingegen hat sie Angst und besonders vor den Unwissenden. Sie hasst Dummheit und ist mit ihrem Wissen aus Foren und Blogs doch manchmal selbst die Dumme.

Die Stille, die sie spürt, ist schwer zu beschreiben. Die Stille, die sie meistens braucht und doch manchmal hasst. Sie erleichtert ihr das Leben. Man könnte sogar sagen, sie macht ihr das Leben erträglich. Doch hin und wieder, wenn sie ganz alleine ist, bricht alles über sie herein. Dann ist die Stille, die sie vorher so gebraucht hat, plötzlich nicht mehr auszuhalten.

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Sie ist so in ihrer persönlichen Blase gefangen, dass sie es kaum schaff t, über den Tellerrand zu schauen. Klar, denkt sie manchmal an ihre Mitmenschen. Klar, sind ihr andere wichtig, vor allem ihre Freunde und ihre Familie. Aber wenn man sie fragen würde, was sie bereit wäre zu tun, wenn es darauf ankommt, sie könnte für nichts ihre Hand ins Feuer legen. Sie ist sich einfach selbst am wichtigsten.

Sein Leben wird begleitet von Angst. Er hat Angst nicht dazuzugehören, etwas zu verpassen oder jemanden zu verlieren. Er hat Angst vor dem Montagmorgen, Angst vor dem gesamten Tag und vor der gesamten Woche. Aber eigentlich hat er nicht wirklich Angst vor dem Montagmorgen an sich, sondern Angst vor dem, was das Leben für ihn bereithält.

Sein Daumen tut schon weh vom ganzen Swipen nach rechts und trotzdem liegt sein letztes Date Monate zurück. Er ist es leid, immer wieder die gleichen Bilder zu sehen und die gleichen Profile zu lesen. Aber damit aufhören, kann er auch nicht. Das ist wie beim Glücksspiel: Vielleicht verbirgt sich der »Jackpot« ja hinter dem nächsten Swipe?


Sie kann sich gar nicht mehr erinnern, wann sie das letzte Mal richtig glücklich war, wann sie etwas so richtig erfüllt hat. Es gibt nichts was sie nicht schon gesehen, besessen oder gemacht hat. Man sagt ja immer: »Es sind die kleinen Dinge im Leben.« Aber was sind denn diese kleinen Dinge? Und wo kann man sie finden?

Eigentlich kann sie ja gar nichts dafür, dass sie sich nicht entscheiden kann. Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten. Viel mehr als noch zu Zeiten ihrer Eltern oder gar Großeltern. Die sagen ja auch, dass früher alles einfacher war. Da gab es nicht so viele Studiengänge oder Reiseziele oder Joghurt im Kühlregal.

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Impressum

Redaktionsleitung Laura Nádvornik, Henriette Simons Gestaltung Arkadij Blinow, Lukas Frangart, Lukas Hanke, Samuel Lewek, Laura Nádvornik, Rika Thomas Lektorat Mara Biebow, Anke Ortlieb, Prof. Dr. phil. habil. Achim Trebeß Finanzen Antonia Brandl, Annika Reichel Druck Lisa Barwisch, Julia Wulf Weitere Redaktionsmitglieder Jette Emuth, Jasmin Häußermann, Rebecca Osterberg, Joshua Röbisch, Laiva Saurin, Anne Sawall, Felix Spindler, Rebecca Wilhelm, Luisa Maria Zimmermann Autoren Ramy Al-Asheq, Mara Biebow, Arkadij Blinow, Lukas Frangart, Sally Frey, Maximilian Gotthold, Lukas Hanke, Dr. pharm. Felix Hasler, Yvonne Hofstetter, Annika Eliane Krause, Samuel Lewek, Yona Lindner, Laura Nádvornik, Anke Ortlieb, Linda Piorek, Philipp Ring, Joshua Röbisch, Laiva Saurin, Nele Schacht, Henriette Simons, Maria Sinkovskiy, Mathias Wolf, Julia Wulf


Fotografen und Illustratoren Lisa Barwisch, Nele Bielenberg, Arkadij Blinow, Ferdinand Boddien, Jette Emuth, Lukas Frangart, Sally Frey, Maximilian Gotthold, Malte Grabsch, Lukas Hanke, Isabel Hayn, Martin Jamborsky, Annika Eliane Krause, Anika-Babette Liebisch, Sophia Martineck, Laura Nádvornik, Nele Schacht, Henriette Simons, Rika Thomas, Moritz Wippermann Projektbetreuung Prof. Dr. phil. habil. Achim Trebeß, Prof. Dipl.-Des. Arwed Voß Redaktionsadresse NORTE Redaktion Hochschule Wismar Fakultät Gestaltung Postfach 1210 www.norte-magazin.de Herausgeber Hochschule Wismar Dekan der Fakultät Gestaltung Prof. Dipl.-Ing. Achim Hack Philipp-Müller-Straße 14 23966 Wismar www.fg.hs-wismar.de Vertrieb Hochschule Wismar University of Applied Sciences Technology, Business and Design Fakultät Gestaltung

Gesetzt aus Nassim Latin von Titus Nemeth Neue Haas Unica von Team ’77 Digestive von Jérémy Landes Le Murmure von Jérémy Landes Sang Bleu Empire von Swiss Typefaces Apoc von Matthieu Salvaggio Gedruckt auf Fly extraweiß 130 g/m2 HiTec Gloss, 320 g/m² Korrektorat callidus. Verlag wissenschaftlicher Publikationen Technologie- und Forschungszentrum Alter Holzhafen 19 23966 Wismar Druck und Verarbeitung Druckerei Weidner GmbH Carl-Hopp-Straße 15 18069 Rostock Wir danken Prof. Dr. phil. habil. Achim Trebeß Prof. Dipl.-Des. Arwed Voß Kai Hörig, Studierendenwerk Rostock-Wismar Frau Birge Schmidt Frau Gabriele Thormann Dipl.-Ing. Ulf Glende Michael Buhl, Druckerei Weidner GmbH Emmely Baumann, callidus. Verlag wissenschaftlicher Publikationen

Gefördert durch die Kulturförderung des Studierendenwerks Rostock-Wismar Geschäftsführer Kai Hörig St.-Georg-Str. 104-107 18055 Rostock © 2019 Fakultät Gestaltung Hochschule Wismar Printed in Germany ISBN: 978-3-947929-02-3


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Die sechste Ausgabe der NORTE ist vielleicht die persönlichste von allen bisherigen. In dieser schnelllebigen Zeit voller Veränderungen und...

Norte#6, Thema: Ich  

Die sechste Ausgabe der NORTE ist vielleicht die persönlichste von allen bisherigen. In dieser schnelllebigen Zeit voller Veränderungen und...

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