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Trends & Wissen

Was aus Feng Shui geworden ist Vor wenigen Jahren war es ein Trend. Alles war Feng Shui, alle machten Feng Shui. Ganze Büros und Wohnräume wurden umgestellt. Nach dem kollektiven Möbelrücken ist Ruhe eingekehrt. Warum die ­ Wohn- und Feng-Shui-Beraterin darüber ganz froh ist. Text: Micha Eicher / Fotos: Brigitte Mathys

«Der Trend ist vorbei», sagt Christin Leuenberger (55).

Wir stehen in einem sonnendurchfluteten Schlafzimmer, das die Wohnberaterin eingerichtet hat. Hell und freundlich wirkt es. Was also ist aus Feng-Shui geworden? «Vor 10 Jahren war alles Feng Shui», sagt sie. Schnellbleichen gab es zuhauf. «Das hat zum Glück ausgedient. Der Hype hat mehr geschadet als genützt», sagt sie. Oft ging es nicht übers Möbelrücken hinaus. «Zu Beginn haben viele Feng Shui sehr dogmatisch umgesetzt. Das ist für uns Westler eher schwierig zu verstehen.» Denn die Ausgangslage ist eine andere: «Wir sind keine Chinesen», so Leuenberger. «Man muss die Lehre auf uns anpassen, sonst ist sie zu absolut. Hier wollen die Menschen verstehen, wie und warum etwas funktioniert. In China kommt der Feng-Shui-Meister und sagt, was geändert gesundsitzen

werden muss, und das wird ohne Murren und Fragen gemacht. Wir hingegen wollen das Vorgehen nachvollziehen. Und das ist auch richtig so.» Zeig ihr deinen Grundriss und sie sagt dir, wer du bist «Meine Kunden schätzen es, eine persönliche Beratung unabhängig von irgendwelchen Möbelhäusern zu erhalten», sagt Leuenberger. Ihr Kundenstamm reicht von Privatpersonen zu Unternehmen, Hoteliers, Spitälern, Altersheimen und Bauherren, die einen Neubau realisieren. «Wenn man neu baut, macht es Sinn, schon bei der Planung auf eine optimale Raumausrichtung zu achten.» Allein mit einem Grundriss kann Christin Leuenberger einiges anfangen: «Man sieht darin das Thema der Leute, ihre Lebensaussage, ihre Blockaden.» Grosse

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2015/2016

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Schweizer Magazin für Ergonomie, Gesundheitsbewusstsein und Wohlbefinden. www.gesundsitzen.ch

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