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Hallo Nachbar das wohnfühl-magazin der gesobau

www.gesobau.de

18. jahrgang · ausgabe 2/2011

Wir feiern Geburtstag

vorgestellt

wohnfühlen

aus den bezirken

GESOBAU-Historie Teil 2: Von 1945-1968

Kinder zeigen ihre Lieblingsplätze in den Kiezen

Frauenfußball-WM: Querpass mit Charly Streuffert aus dem MV


Foto: Sandra Wildemann

wort des vorstands

Die Energiewende Liebe Mieterinnen, liebe Mieter! Das Wort »Energiewende« zählt schon jetzt zu den Favoriten zum Wort des Jahres. Erst recht, seitdem die Regierung um Bundeskanzlerin Angela Merkel am 6. Juni die Abkehr von der Kernenergie bis 2022 und das Konzept zur Energiewende beschlossen hat. Neben dem Kernstück der Novelle, der Abschaltung der 17 deutschen Reaktoren, sieht das Gesetzespaket einen für die Wohnungswirtschaft enorm wichtigen Faktor vor: die Förderung der Gebäudesanierung. Ab 2012 stellt die Regierung für die erhöhte Energieeffizienz bis 2014 jährlich 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung, die in Förderprogramme der staatlichen Bank KfW fließen – das ist eine Steigerung von mehr als 50 Prozent gegenüber 2011. Kein Wunder, denn derzeit machen öffentliche und private Gebäude in Deutschland mit Heizung, Warmwasser und Beleuchtung einen Anteil von 40 Prozent des Gesamt-Energieverbrauchs aus und stehen für fast 20 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes. Von dieser Förderung verspricht sich die Politik eine große Hebelwirkung im

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Hinblick auf das Gesamtziel, die Energiewende. Sie soll den Anreiz für Hausbesitzer noch weiter steigern, in die Gebäudesanierung zu investieren – so wie die GESOBAU dies bereits seit 2008 mit der Komplettmodernisierung ihrer Bestände erfolgreich praktiziert und damit den Energieverschwendern den Garaus macht. Allein die Großsiedlung Märkisches Viertel wird nach Abschluss der Modernisierungsmaßnahmen 75 Prozent weniger CO2-Emissionen aufweisen, die Umstellung auf erneuerbare Energien bei unserem Wärmeversorger noch gar nicht eingerechnet. Der politische Beschluss zur erhöhten öffentlichen Förderung der Gebäudesanierung zeigt uns und unseren Mietern, dass wir mit unseren energetischen Modernisierungsprojekten schon frühzeitig den richtigen Weg eingeschlagen haben. Und damit ein Stück zum großen Ganzen beitragen können. Ihr Vorstand Jörg Franzen, Christian Wilkens

Hallo Nachbar 2/11


inhalt

hallo nachbar 2/11 – ihr wohnfühl-magazin

Themen dieser Ausgabe

diese ausgabe

TITELTHEMA

Wir feiern Geburtstag

Seite 6

VORGESTELLT

GESOBAU-Historie Teil 2: Nach Kriegsende bis zu den ersten Großprojekten Seite 8 Zusammen leben, zusammen feiern: Das Fest der Nachbarn 2011 Seite 9 GESOBAU-Stiftung: Unterstützung für kranke Gülcan Seite 10

WOHNFÜHLEN

Kinder stellen Lieblingsplätze in ihren Kiezen vor

Seite 12

AUS DEN BEZIRKEN

»Zuhause – gewohnt sicher«: Modellprojekt im Märkischen Viertel Anpfiff zur Frauenfußball-WM: Charly Streuffert etablierte den Sport in Berlin Unterwegs am Leopoldplatz: Initiativen stärken den einst berüchtigten Kiez Mieterbeiräte: Im Auftrag von Mietern für Mieter

Seite 15 Seite 16 Seite 20 Seite 23

WUSSTEN SIE SCHON?

Der Lärm der Anderen: Wo Konfliktpotenzial lauert und an wen Mieter sich wenden können Außergewöhnliche Hobbys: Flugmanöver mit Hubschraubermodellen

VERANSTALTUNGEN

das wohnfühl-magazin der gesobau

Seite 24 Seite 25

Seite 27

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panorama

Mein Song. Meine GESOBAU. Dieser Satz hat für die drei Gewinner unseres Gewinnspiels auf Facebook, das wir in der letzten Ausgabe von Hallo Nachbar angekündigt hatten, eine besondere Bedeutung. Er ist als feine Gravur auf ihrem in metallic red schimmernden iPod nano verewigt und verheißt individuellen, modernen Musikgenuss. Herzlichen Glückwunsch! Und das wird mit Sicherheit nicht die letzte Aktion dieser Art auf unserer Facebook-Seite gewesen sein. Seitdem die GESOBAU Anfang des Jahres in das beliebte soziale Netzwerk eingestiegen ist, füllt sich die Pinnwand täglich mehr und mehr mit Leben – und das vor allem auch Dank Ihnen, unseren »Fans« auf Facebook. Über 200 Usern gefällt die GESOBAU derzeit und die Möglichkeit, Informationen und Emotionen, Wort und Bild, Kummer und Lob mit der GESOBAU und ihrer Facebook-Community auszutauschen. Ein Kommentar auf der Pinnwand belegt dies: »Ich finde es super, dass die GESOBAU sich hier in Facebook engagiert und auch nicht nur News postet, sondern den Dialog zu den Nutzern/Mietern sucht. Großes Lob.« Schauen Sie doch auch mal vorbei!

1. GESOBAU-MV-Teamstaffel Im Rahmen der 25. Straßenlaufnacht von Reinickendorf gingen Firmen, Vereine, Schulen und Institutionen am 28. Mai bei der 1. GESOBAU-MV-Teamstaffel an den Start. Die GESOBAU war als Sponsor und Namensgeber des Laufs selbst mit vier Mannschaften vertreten. Die Laufstrecke führte die insgesamt 21 Staffeln über drei Kilometer durch das Märkische Viertel: vom Marktplatz vor dem FontaneHaus über den Senftenberger Ring und das Stadion in der Finsterwalder Straße, entlang des Seggeluchbeckens und wieder zurück

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zum Startpunkt. Eine Staffel bestand aus vier Läuferinnen und Läufern. Der TSV Wittenau übergab als Veranstalter des Tages jedem Team nach dem Lauf einen Präsentkorb und Medaillen zur Erinnerung. Erstmals fand davor auch der 1. Reinickendorfer Bambinilauf statt, der die Tische und Bänke auf dem Marktplatz schon vor der GESOBAU-MV-Teamstaffel füllte. Als krönender Abschluss startete um 20 Uhr der traditionelle Plickert-Nachtlauf über eine Strecke von 10 Kilometern durch das Märkische Viertel und Lübars.

Neuwahlen für Mieterbeiräte im MV Für alle Mieterinnen und Mieter im Märkischen Viertel stehen Neuwahlen der Mieterbeiräte unmittelbar bevor. Die aktuellen Mitglieder werden darüber telefonisch und die Mieter der einzelnen Wohnhausgruppen per Post von der GESOBAU informiert. Im Anschreiben finden sich nicht nur Details zum Ablauf der Wahl, sondern auch ein Kandidaturzettel, den Sie als Mieter der GESOBAU gleich für sich nutzen können. In der am 25. Mai abgehaltenen Neuwahl in der Weddinger Schillerhöhe stellten sich insgesamt fünfzehn Mieter zur Wahl – eine erfreuliche Zahl. Die GESOBAU gratuliert den gewählten Mitgliedern und hofft auf eine ebenso rege Beteiligung im Märkischen Viertel. Sie wollen mehr über die Rolle der Mieterbeiräte wissen? Dann blättern Sie einfach weiter zur Seite 23.

1 Jahr Nachbarschaftsetage Hansastraße 88 Vor einem Jahr öffneten sich die Türen für »die Nachbarschaft« in Weißensee. Viele Kinder und junge Familien leben in den Wohnungen rund um die Hansastraße, Freizeitangebote waren bis zu diesem Zeitpunkt jedoch rar. Gemeinsam mit der Johanniter-Unfall-Hilfe initiierte die GESOBAU 2008 das Nachbarschaftsprojekt und eröffnete am 12. Mai 2010 einen kleinen Nachbarschaftstreff. Damit verbunden war der Wunsch, das nachbarschaftliche Leben vor Ort zu verbessern. Das Jahr war prall gefüllt mit Angeboten, Gesprächen, Vernetzung und Engagement. Täglich kommen kleine und größere Bewohner, Eltern und Senioren in die Nachbarschaftsetage und freuen sich über einen Treffpunkt zum Austausch, interessante Angebote und unkomplizierte Hilfe. Auch freiwillige Helferinnen und Helfer unterstützen die Etage seit einem Jahr regelmäßig und sorgen dafür, dass immer jemand da ist, der die Tür für die Nachbarschaft öffnet. Der Erfolg zeigt: Die Nachbarschaftsetage Hansastraße 88 ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Hallo Nachbar 2/11


panorama

100 Jahre Lebensgeschichte

Lange Nacht der Familie 101 Überraschungen erwarteten die Besucher der 1. Langen Nacht der Familie. Nachtwanderung, Schnitzeljagd, Gruselführung, Film- und Märchennächte – das Angebot am 14. Mai lud ein zum Staunen, Lernen, Erkunden und Mitmachen. Die Veranstalter, das Berliner Bündnis für Familien, wollten zeigen, wie vielfältig die Stadt für Familien und Kinder ist. Neugierige Nachtschwärmer konnten sich auch auf der Familienfarm Lübars einfinden. Gemeinsam mit der GESOBAU hatte diese zu Stockbrot am Lagerfeuer, Kino im Heu und Gruselmärchen am Spinnrad eingeladen. 120 kleine und große Gäste besuchten die Familienfarm am Abend. Auch im kommenden Jahr wird sich die GESOBAU an der dann 2. Langen Nacht der Familie wieder mit geselligen Attraktionen beteiligen.

Am 3. Mai feierte GESOBAU-Mieter Rudolf Weckerling einen ganz besonderen Geburtstag – die Vollendung seines 100. Lebensjahres! Dieses Großereignis wollte die GESOBAU auf keinen Fall verpassen und reihte sich in die lange Reihe der Gratulanten mit ein. Zunächst feierte das »Geburtstagskind« in der Dahlemer Dorfkirche mit »hunderten von Leuten, die von überall her eingetroffen sind – selbst sein Patenkind aus Afrika«, verriet die Tochter. Direkt am nächsten Tag durfte die GESOBAU Weckerling zu Hause besuchen, wo ihm Objektbetreuer Bernd Seidel und Kundenbetreuerin Kerstin Lange Blumen und einen Gutschein in Form einer Mietgutschrift übergaben. Mit seinen 100 Jahren Lebensgeschichte ist Rudolf Weckerling ein sehr lebensfroher und aktiver Mann geblieben, der auch das Treppenlaufen zu seiner Wohnung im zweiten Stock eines Altbaus direkt am Volkspark Wilmersdorf nicht scheut. Apropos Wohnung: Gleichzeitig mit seinem Geburtstag feiert Weckerling auch sein 40jähriges Mieterjubiläum. Genauso wie alle anderen Mieterjubilare lud die GESOBAU das »Geburtstagskind« zu einer besonderen Ehrung am 12. Juni im Rahmen des Pfingstkonzertes ins Märkische Viertel ein.

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»Alte Apotheke« eröffnet

Vor gut einem Jahr übergab die GESOBAU dem Verein Zukunftswerkstatt in Heinersdorf die Gewerberäume der »Alten Apotheke«. Bis zur offiziellen Eröffnung am 25. März, unter anderem mit dem Pankower Bürgermeister Matthias Köhne, investierte der Verein 500 Stunden ehrenamtliche Arbeit und 100.000 Euro, um das alte Gemäuer in ein komfortables, behindertengerechtes Nachbarschaftszentrum umzubauen. In den neuen Räumen ist nun noch mehr Platz für das umfangreiche Angebot für Groß und Klein, Alt und Jung. Neben seinen »Innenaktivitäten« engagiert sich der Verein Zukunftswerkstatt am Dorffest, mischt mit bei der Entwicklung des Stadtteils und schafft Potenziale Zu ziehender für den Ortsteil – gelungene und gelebte Integrationsarbeit eben! Der Verein »Zukunftswerkstatt Heinersdorf« entstand 2007 und machte sich vor allem einen Namen mit seinen Veranstaltungen für Toleranz und Miteinander im Ortsteil Heinersdorf. Mittlerweile hat der Verein zahlreiche Preise für sein Engagement erhalten. Mehr zu den Akteuren und Aktivitäten erfahren Sie unter: www.zukunftswerkstatt-heinersdorf.de

4 Jahre Nachbarschaftsetage und BoxGym Mit einer Fotoausstellung und einem Nachbarschaftsfest feierten der Jugendtreff »BoxGym« und die GESOBAUNachbarschaftsetage ihren vierten Geburtstag. Beide Einrichtungen wurden am 25. Mai 2007 im Märkischen Viertel als Teil des Integrationsprojekts »Gut miteinander wohnen!« eröffnet, um das Miteinander im Stadtteil zu stärken. Unterschiedliche Anforderungen an dieses Miteinander berücksichtigen auch die Konzepte unserer Kooperationspartner: Während Albatros, Mama

Afrika und das Netzwerk Märkisches Viertel in der Nachbarschaftsetage vor allem mehrsprachige Beratung für alle Generationen anbieten und den kulturellen Austausch der Mieter fördern, ist Outreach im BoxGym Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche, die Freizeitbeschäftigung suchen. Beide Einrichtungen haben sich seither als feste Treffpunkte der Bewohner im Viertel etabliert. Die Fotoausstellung in der Nachbarschaftsetage ist wochentags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

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titelthema

Eine Schnapszahl zum Feiern Mit einer süßen Überraschungsaktion feierte die GESOBAU am 25. Mai ihren 111. Geburtstag. Warum sich Schnelligkeit an dem Tag gelohnt hat und worauf sich unsere Mieter und die, die es werden wollen, im Jubiläumsjahr noch freuen können.

Fotos: Lia Darjes

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er Trommelwirbel der Sambagruppe Terra Brasilis durchbricht um Punkt 14 Uhr die monotone Geräuschkulisse der viel befahrenen Straße vor dem Märkischen Zentrum. Passanten folgen dem außergewöhnlichen Klang – zunächst mit den Augen, dann durch gezielte Schritte zum Stadtplatz Märkisches Viertel. Orange Sonnenschirme und eine wachsende Menschentraube verdichten die Vermutung, dass hier etwas Besonderes passiert. Wer vorne steht, der entdeckt sie sofort, die knapp ein Meter hohe Sachertorte. Und schnell wird auch klar, wofür die drei Kerzen darauf stehen: Die GESOBAU feiert heute ihren 111. Geburtstag. Rund 300 Tortenstücke plus je eine Tasse Kaffee gibt die GESOBAU am 25. Mai, der Geburtsstunde des Unternehmens, aus. Angeschnitten wird sie von den beiden Vorständen und der Betriebsratsvorsitzenden

der GESOBAU. Dann geht es schnell: Die 11-stöckige Schokoladentorte ist nach nur zwei Stunden verteilt, auf den Bänken rundherum blickt man an diesem schönen Sommertag in zufriedene Gesichter. Ob Mieterinnen und Mieter oder zufällige Passanten – mitfeiern, -tanzen und -essen darf jeder. Wie es sich für einen Geburtstag gehört, bekommt die GESOBAU dann sogar ganz spontan von drei Mädchen noch ein Ständchen gesungen, was die Besucher mit großem Applaus würdigen. Selbst die einst zur besten Deutschen Sambaband gekürten Musiker von Terra Brasilis lassen währenddessen Trommeln und Stöcke für einen Moment ruhen und lauschen dem mutigen Trio. Danach geht es fröhlich weiter bis in den späten Nachmittag hinein. Alle, die kein Stück der Geburtstagstorte abgekriegt haben, können aber getrost sein: Das war erst der Anfang, die Feier geht weiter – das ganze Jahr über! Während von der Vermietungsaktion auf unserer Internetseite, bei der wir als Countdown bis zum 25. Mai täglich drei Wohnungen 111 Euro günstiger vermiete-

Die GESOBAU-Vorstände Jörg Franzen (l.) und Christian Wilkens schneiden mit der Betriebsratsvorsitzenden Anja Scholze die Geburtstagstorte an

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ten, ausschließlich Neumieter profitierten, sind nun auch unsere Bestandsmieter an der Reihe – schließlich gäbe es die GESOBAU ohne sie gar nicht.

Dinner über den Dächern Ein Drei-Gänge-Menü über den Dächern Berlins. Für dieses Erlebnis muss man nicht zwangsläufig auf den Fernsehturm gehen. Mit Sicherheit ohne Anstehen und Tourifaktor servieren wir unseren Mieterinnen und Mietern am 21. Juli und 1. September von 19:00 -22:00 Uhr ein unvergessliches Dinner auf der Dachterrasse am Senftenberger Ring 24 im Märkischen Viertel. Verlost werden je 11 x 2 Karten, also seien Sie schnell und schreiben uns bis zum 6. Juli eine E-Mail oder Postkarte mit Ihrem Namen, Ihrer Adresse und dem gewünschten Termin an: GESOBAU AG, Unternehmenskommunikation & Marketing, Stichwort »Dinner über den Dächern«, Wilhelmsruher Damm 142, 13439 Berlin, oder hallo.nachbar@gesobau.de


titelthema

Verbrachten bei der Geburtstagsfeier der GESOBAU am 25. Mai einen schönen Tag: Mieter, Passanten und die Stadtteillotsen (u. r.)

House-Running In den eigenen vier Wänden zu leben, ist eine Sache. Sie von außen hinunterzulaufen, eine völlig andere. Wer mutig ist und das Abenteuer liebt, sollte die Chance nicht verpassen und am 6. August beim HouseRunning der Herausforderung direkt ins Auge sehen. Mit Spezialgurten angeseilt, laufen Sie mit dem Gesicht nach unten 15 Stockwerke an der Fassade des Gebäudes im Dannenwalder Weg 196 hinunter. Aber keine Panik, zum einen ist Fachpersonal anwesend, die eine entsprechende Einführung ins House-Running geben und die gesamte Zeit über dabei sind, zum anderen bestimmen Sie die Geschwindigkeit selbst. Wir verlosen 50 Gutscheine für ein persönliches House-Running am 6. August. Bewerben können Sie sich bis zum 23. Juli mit einer E-Mail oder Postkarte mit Ihrem Namen und Ihrer Adresse an: GESOBAU AG, Unternehmenskommunikation & Marketing, Stichwort »House-Running«, Wilhelmsruher Damm 142, 13439 Berlin, oder hallo.nachbar@gesobau.de

Verfolgen Sie auch weiterhin die GESOBAU auf Facebook, unserer Homepage www.gesobau.de und natürlich in Hallo Nachbar – das Geburtstagsjahr geht weiter!

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vorgestellt

Teil 2 der GESOBAU-Historie: Der Neuanfang nach 1945 Nachdem wir in der letzten Ausgabe über die Anfänge der einstigen »Aktiengesellschaft für Bahnen und Tiefbauten« berichteten, beschäftigen wir uns im zweiten Teil mit der Frage, wie die GESOBAU mit der tiefgreifenden Zäsur nach Kriegsende zurecht kam.

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er Zweite Weltkrieg ist vorbei – und damit der Großteil Berlins zerstört. Über 500.000 Wohnungen liegen in Schutt und Asche, darunter die Wohnhäuser der GESOBAU in Schöneberg. Die Versorgung der Berliner mit Wohnraum hat nun oberste Priorität, denn in den ersten Nachkriegsjahren nimmt die Bevölkerung Berlins durch Flüchtlinge und Kriegsheimkehrer wieder erheblich zu. Der Senat setzt bei seiner Wohnungspolitik hauptsächlich auf den sozialen Wohnungsbau, um die Versorgung aller Einkommensschichten mit Wohnungen sicherzustellen. Hier sind nun vor allem die großen städtischen Wohnungsbaugesellschaften gefragt, zu denen auch die GESOBAU gehört. 1949 wird so aus der »Aktiengesellschaft für Bahnen und Tiefbauten« die »Gesellschaft für sozialen Wohnungsbau gemeinnützige Aktiengesellschaft« (GeSoBau) – zunächst jedoch als Tochterunternehmen unter dem Dach der ebenfalls städtischen degewo. Mit den 50er Jahren beginnt ein regelrechter Wettlauf im Wohnungsbau. Insgesamt werden bis 1961 in West-Berlin über 200.000 neue Wohnungen fertig gestellt, davon 90 Prozent Sozialwohnungen. Im Ostteil der Stadt zeugt vor allem die damalige Stalinallee vom Städtebau dieser Zeit. Die Wohnsituation entspannt sich durch den raschen Neubau langsam, allein der Wohnungsbestand der damals noch rein West-Berliner GESOBAU erhöht sich bis 1961 von 349 auf 2.187 Wohnungen. Die Weddinger Schillerhöhe stellt dabei das erste Großprojekt der GESOBAU dar.

Die Schillerhöhe und das Märkische Viertel entstehen Gebaut wird das Viertel 1955 aber durch die degewo, zu der die GESOBAU zu diesem Zeitpunkt noch gehört. Über 2.000 Wohnungen entstehen in unmittelbarer Nähe des Schillerparks auf der Grundlage eines Architekturwettbewerbs. Wie begehrt die Wohnungen sind, zeigt die Tatsache, dass schon 1953 mehr Bewerbungen für die sich noch in Planung befindlichen Wohnungen vorliegen als tatsächlich errichtet werden sollen. Seit 1958 übernimmt die GESOBAU nach und nach Teile der Schillerhöhe von der degewo. Bald bietet das Viertel seinen Bewohnern von einem Hallen- und Freibad bis zu eigenen Mietergärten zeitgemäßen Komfort und erfreut sich großer Beliebtheit bei den Bewohnern in West-Berlin. Trotz des sich langsam entspannenden Wohnungsmarkts gibt es viele Gebiete, die bisher städtebaulich noch gar nicht erschlossen sind. Etwa das wild besiedelte Laubenpieper-Gelände in Wittenau im Norden Berlins an der Grenze zu Pankow – heute als das Mär-

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kische Viertel bekannt. Auch diese Gebiete sollen nun mit einbezogen werden, »Urbanisierung« heißt das neue Stichwort. Das durchaus ambitionierte Ziel lautet: Wohnraum für Tausende schaffen und gleichzeitig architektonische Zeichen setzen. 1962 wird die GESOBAU als Sanierungsträger des Märkischen Viertels beauftragt – eines der wohl ehrgeizigsten Wohnungsbauprojekte in ganz Deutschland. Der Stadtteil soll als beispielhaft, modern und zukunftsweisend gelten. 1974 sind die Bauarbeiten abgeschlossen: Auf einem 385 Hektar großen Areal ist ein neuer Stadtteil mit knapp 17.000 Wohnungen für rund 50.000 Menschen entstanden. Doch bereits 1968 kippt die öffentliche Meinung zum modernen Wohnungsbau dieser Art. Eine Gruppe jüngerer Architekten veranstaltet eine Sonderausstellung zum Thema »Stadtsanierung«, auf der sich das Märkische Viertel vernichtender Kritik unterziehen muss. Zwei Jahre später erreicht die Debatte schließlich ihren Höhepunkt und leitet ein Umdenken bei Politikern, Wohnungsbaugesellschaften und Stadtplanern ein. Die GESOBAU, der Bezirk und das Land reagieren mit umfassenden Maßnahmen im Wohnumfeld und in der Belegungspolitik der Siedlung. Lesen Sie im dritten Teil über die Geschichte der GESOBAU (Heft 3/2011): Vom einfachen Wohnungsverwalter zum Mieterbetreuer: Wie die GESOBAU das Märkische Viertel in den 80er Jahren bis heute schrittweise verändert hat und welche Bedeutung der Mauerfall 1989 für das Berliner Wohnungsunternehmen hatte.

Hallo Nachbar 2/11


vorgestellt

Zusammen leben, zusammen feiern Am 27. Mai feierten Mieterinnen und Mieter der GESOBAU in ihren Bezirken wieder das europäische

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rhöhen glückliche Nachbarn die Wahrscheinlichkeit, selbst glücklich zu sein? Ist gute Nachbarschaft also Bedingung für das eigene Glück oder kann schon die Arbeit am Zustandekommen einer guten Nachbarschaft ein Grund zur Freude sein? Wir meinen ja und stehen im Rahmen unseres sozialen Engagements den vielfältigsten Ideen und Initiativen für eine gute Nachbarschaft aufgeschlossen gegenüber, fördern Projekte und Vereine durch personelle, organisatorische und finanzielle Unterstützung.

Die Idee aus Paris Mit dem Fest der Nachbarn wird seit mehr als 10 Jahren der Versuch unternommen, Nachbarn auf ganz einfache Weise zusammenzubringen. Ein Tag im Jahr, an dem es möglich sein sollte, sich gemeinsam zu einem Essen, einem Spiel oder zum gemeinsamen Musizieren zu verabreden – so ist der Europäische Nachbarschaftstag zu verstehen. 1999 wurde der Tag von den »Freunden in Paris« ins Leben gerufen und verbreitete sich innerhalb von zwei Jahren weltweit. Die Idee war also eine Initialzündung für mehr Nachbarschaft – lokal und solidarisch. Städte, Gemeinden und Wohnungsunternehmen zwischen Moskau und Toronto, Großbritannien und Togo, Mexiko und Japan unterstützen und verbreiten die Idee. Die GESOBAU ist seit 2009 Partner der Pariser Organisation und nimmt den Tag

Besonders beliebt: das Gartenstationenspiel auf der Bettina-Brache im MV

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zum Anlass, gemeinsam mit Stadtteilpartnern kleine und größere Nachbarschaftsfeste zu organisieren und zu unterstützen. Schließlich bieten Feste die beste Gelegenheit, sich kennenzuler- Der MSV Normannia veranstaltete ein Fußballturnier, nen und mehr über- bei dem auch die Jugendlichen von Outreach dabei waren (l.) einander zu erfahren. Der selbstgemachte Kuchen, den man barn gut an. In der Hansastraße 88 freuten mitbringt, gibt nicht selten Anlass zum sich vor allem die Kinder über das kleine LaStaunen, weiß man doch in der Regel eher gerfeuer und im Wedding waren die Nachwenig voneinander, auch wenn man seit barn in der Buttmannstraße eingeladen, das Jahren Tür an Tür wohnt. 2011 wurde der Voranschreiten der Arbeiten im NachbarTag im Wedding, in Weißensee, in Heiners- schaftsladen »Buttmann 16« zu begutachdorf und im Märkischen Viertel gefeiert. ten. Im Märkischen Viertel gab es ebenfalls Und wie kann es anders sein: Gut aufgelegte mehrere Veranstaltungen: Fußball und Grillen waren im BoxGym und beim MSV NorNachbarn überall! mannia angesagt, die den Tag zusammen Große Feier auf feierten. Das Regenbogenhaus hatte zur der Bettina-Brache Diskussion über Nähe und Distanz in der Ganz nachbarschaftlich ging es zum Beispiel Nachbarschaft eingeladen. im Komponistenviertel in Weißensee zu: Größer gefeiert wurde auf der BettinaMan tauschte kleine Geschenke aus, die Brache. Hier stand das Fest unter dem jeder Gast zum Fest für seine Nachbarn mit- Motto »Ein Nachbarschaftsgarten für das bringen konnte. Am Abend gab es eine rich- Märkische Viertel. Gärtner gesucht!« Zur tige Jam-Session; alle, die Lust hatten, brach- Veranstaltung hatte die Inititiativgruppe ten Instrumente mit. In Heinersdorf hatte »Bettina-Brache« eingeladen. Im Rahmen die Zukunftswerkstatt zu einer Kaffeetafel des Förderprogramms Stadtumbau West ist eingeladen und auch in der Schillerhöhe für die brachliegende Fläche im Norden des kamen Kaffee und Kuchen bei den Nach- MV eine Zwischennutzung als Gartenprojekt geplant. Der Nachbarschaftstag bot sich an, den Bewohnern im MV das zukünftige Gartenprojekt auf der Brache vorzustellen. Das Gartenstationenspiel war vor allem bei den Kindern beliebt. Das Interesse für den zukünftigen Nachbarschaftsgarten hat einigen Optimismus bei den Initiatoren der Gartenidee hervorgebracht. Wenn es irgendwann gelingt, das Fest der Nachbarn ausschließlich von Nachbarn für Nachbarn zu organisieren, ist das mehr als nur ein Grund zur Freude für die nachbarschaftliche Gemeinschaft – und trägt vielleicht sogar zum eigenen Glück bei.

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Fotos: Gruppe F, S.T.E.R.N

Fest der Nachbarn. Inzwischen eine kleine Tradition, die die Gemeinschaft einmal im Jahr gezielt stärkt.


vorgestellt

Den Wolken ein Stück näher Die schwere Krankheit der kleinen Gülcan hat das Leben von Familie Kilic komplett auf den Kopf gestellt. Durch eine Spende der GESOBAU-Stiftung erhielten sie wertvolle Unterstützung im Alltag.

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ülcan bedeutet ins Deutsche übersetzt »Rosenseele«. Diesen Namen für ihre heute vierjährige Tochter hat Neumärkerin Patricia Kilic nicht von ungefähr gewählt. In den letzten Monaten ihrer Schwangerschaft stand fest, dass die Kleine gesundheitlich schwer geschädigt auf die Welt kommen würde. Nicht nur, dass die Ärzte eine Diabetes feststellten. Niederschmetternder war eine weitere Diagnose: Mukoviszidose (hartnäckiger Schleim, der in der Lunge festsitzt). Deshalb »Rosenseele« – eine »alte Seele«, die wandert, Kraft und Liebe verschenkt. Das wünscht sich die junge Mutter für ihr Nesthäkchen.

Foto: Katrin Starke

Umzug in eine 5-Zimmer-Wohnung Als im Juni vorigen Jahres von einer Sekunde auf die andere alle ihre Leberfunktionen ausfielen, gaben die Ärzte In der neuen Wohnung kann Gülcan noch drei Tage. »Die Lebenserwartung ErkrankPatricia Kilic der kranken Gülcan das ter liegt normalerweise bei 35 bis 40 Jahren«, sagt Patripassende Lebensumfeld bieten cia Kilic nüchtern. Doch das Wunder geschah und eine passende Spenderleber wurde gefunden. Die Folge: Gülcans Lebensumfeld muss so steril und bakterienfrei wie möglich gestal- ben müssen. Eine große Umstellung für die vierfache Mutter. tet werden. Das Jugendamt bestand auf ein eigenes Zimmer und »Meine Arbeit fehlt mir. Eigentlich wollte ich – trotz der Krankheit ein extra Bad für Gülcan in der elterlichen Wohnung. Rund sieben meiner Tochter – wieder halbtags arbeiten.« Daran ist kein Gedanke Jahre lebte das Paar bis dahin mit seinen drei gesunden Kindern in mehr, Arztbesuche bestimmen den Tagesablauf. Ehemann Mustafa, einer Zweieinhalb-Zimmerwohnung der GESOBAU im Märkischen der in seiner Heimat im Café arbeitete, ist derweil auf Jobsuche. Viertel. Nun mussten die Eltern handeln. Und das schnell. Andern- In der Haushaltskasse herrscht häufiger Ebbe als Flut. falls würde das Jugendamt das Mädchen in einer passenden Pflegefamilie unterbringen. Drei Monate musste Gülcan im Virchow- Wohnungsausstattung mit der GESOBAU-Stiftung Klinikum betreut werden, vier Monate Pflege im Pankower Hos- Und noch einmal hat die GESOBAU ihren Mietern unter die Arme pitz »Sonnenhof« folgten. Soviel Zeit blieb dem Paar. »Während ich gegriffen. »Unsere Familienhelferin hat einen Antrag bei der GETag und Nacht am Bett meiner Jüngsten saß, hat sich mein Mann SOBAU-Stiftung gestellt, um unseren Einzug finanziell zu erleichtrotz Sprachbarriere um eine neue Wohnung bemüht.« Im Dezem- tern«, erinnert sich die 29-Jährige, die von dieser Möglichkeit zuvor ber vorigen Jahres wandte sich Mustafa Kilic an die GESOBAU, nichts gewusst hatte. 800 Euro spendierte die Stiftung. Drei Kleischilderte seine schwierigen Lebensumstände. Die reagierte ohne derschränke, Lampen, Vorleger und eine kleine Sitzecke für die zu zögern: Bereits seit Ende Januar stehen der Familie fünf Zimmer Kinder konnte sich die Familie in der großen Wohnung dafür anzur Verfügung – inklusive eigenem Bad für das kleine Mädchen mit schaffen. Doch nur wenig hat die junge Frau von diesem Prozedere den Augen einer Erwachsenen und dem Körper eines Kleinkindes. mitbekommen. »Die GESOBAU-Mitarbeiter haben sich meinen Im elften Stock am Wilhelmsruher Damm ist Patricia Kilic nun Mann geschnappt und sind einfach mit ihm einkaufen gegangen«, den Wolken ein Stück näher. Einmal tief durchatmen, wenn sie auf sagt Patricia Kilic mit einem kleinen Lächeln. dem Balkon steht, für einige Sekunden aus dem nicht eben leichten Alltag aussteigen. Die Prioritäten in ihrem Leben haben sich seit Informationen über die GESOBAU-Stiftung und entsprechende Gülcans Geburt verschoben. Die Vierjährige darf nur mit MundAnträge finden sich im Internet unter: schutz auf den Spielplatz, regelmäßig müssen ihre Finger desinfiwww.gut-miteinander-wohnen.de/gesobau-stiftung ziert werden. Den Kindergarten darf sie nicht besuchen. Patricia Kilic betreut ihre Tochter rund um die Uhr, ihren Job hat sie aufge-

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vorgestellt

Schadensmeldung per Mausklick – rund um die Uhr Haben Sie schon unseren neuen Online-Service ausprobiert? Seit April können Sie uns rund um die Uhr in nur wenigen Schritten übers Internet Ihre Schadensmeldungen einfach und bequem schicken.

U

m welchen Schaden es sich auch handelt, Sie können ihn uns künftig rund um die Uhr mit nur wenigen Mausklicks im Internet melden. Ihre Meldung durchläuft automatisch das GESOBAU-System und landet direkt bei der jeweiligen Firma. Von dort kann ohne zeitlichen Verzug das Reparaturmanagement gestartet und beim Mieter ausgeführt werden. Natürlich können Sie aber auch weiterhin die traditionellen Kontaktmöglichkeiten nutzen.

Schritt 2 Ihre Schadensmeldung Ist die Identifizierung erfolgt und Sie haben Ihren persönlichen Zugangslink erhalten, können Sie mit der Schadensmeldung fortfahren. Seit April stellen wir auf unserer Website www.gesobau.de ein Online-Formular bereits, das Sie nur ausfüllen und abschicken brauchen.

Wie funktioniert es genau? Schritt 1 Identifizierung Zuerst benötigen wir Ihre E-Mail-Adresse, um Sie als unseren Mieter zu identifizieren. Liegt uns diese noch nicht vor, wenden Sie sich einfach an Ihren Kundenbetreuer oder einen Mitarbeiter im Callcenter der GESOBAU unter der Telefonnummer (030) 40 73-0. Dann erhalten Sie umgehend Ihren persönlichen und sicheren Zugangslink. Der Link ist 24 Stunden gültig und nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt.

Folgende Fragen müssen hier beantwortet werden: Wo ist der Schaden aufgetreten? Um welchen Gegenstand handelt es sich? Was ist daran kaputt?

Um den Schaden eventuell noch detaillierter zu beschreiben, können Sie das Feld »Anmerkungen« nutzen. Denken Sie bitte unbedingt an Ihre Telefonnummer, damit die ausführende Firma Sie zur Terminabstimmung anrufen kann. Auf Ihre Schadensmeldung erhalten Sie zeitnah eine Eingangsbestätigung, wenn Sie dem zugestimmt haben.

Schritt 3

J das wohnfühl-magazin der gesobau

Schritt 4 Schadensbehebung Nachdem die Firma die notwendigen Reparaturen bei Ihnen durchgeführt hat, erhalten Sie von uns eine dritte und letzte Mail zur erfolgreichen Schadensbehebung.

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Fotos: Anke Klensang, GESOBAU

Terminabsprache Hat die Firma mit Ihnen einen Termin vereinbart, bestätigen wir Ihnen diesen noch einmal in einer zweiten Mail (beide Bestätigungsmails werden übrigens automatisch erzeugt, Sie können nicht darauf antworten). Sollten Sie noch wichtige Informationen weitergeben wollen, wenden Sie sich einfach an die Firma.


wohnfühlen

Meine Lieblingsplätze im Sommer

Märkisches Viertel Lara (9) und Nina (11)

Fotos: GESOBAU

Weißensee Lieblingsplatz: Abenteuerspielplatz »Steinacker«, Senftenberger Ring 23

Hannes (7)

Spielplätze sind im Märkischen Viertel seit jeher der große Renner bei Kindern aller Altersgruppen – vor allem aufgrund der riesigen Auswahl. Der Abenteuerspielplatz im Herzen des Viertels ist jedoch besonders beliebt bei Kindern und Jugendlichen – auch bei Lara und Nina. »Ich gehe mit Freunden, aber auch manchmal alleine auf den Spielplatz, weil immer noch andere Kinder da sind, mit denen man spielen kann«, erzählt Lara. Er ist einer der vielen pädagogisch betreuten Spielplätze, auf dem Kinder ab sechs Jahre lernen, spielen und sich ausprobieren können. Gemeinsam buddeln und matschen die Kinder, lesen spannende Geschichten oder malen schöne Bilder. Zudem bietet der Abenteuerspielplatz Märkisches Viertel in Berlin tolle Events wie Übernachtungen auf dem Spielplatz und faszinierende Ausflüge an. Und wenn es mal regnet? »Dann gehen wir mit Mama ins Regenbogenhaus«, sagt Nina. »Dort kann ich am Seil schwingen, das an der Decke befestigt ist.« Das Regenbogenhaus ist eine Familienbegegnungsstätte mit generationenübergreifendem Angebot am Senftenberger Ring 29.

Der Spielplatz liegt – wie der Name bereits verrät – direkt am idyllischen Orankesee. Mitten im Grünen gelegen, genießen die Bewohner Weißensees am kleinen Strand, im Biergarten oder eben auf dem Spielplatz die Sommertage. Auch Hannes verbringt hier am liebsten seine Zeit, weil der Erstklässler auf dem Spielplatz gut Tischtennis- und Fußballspielen kann. Von zu Hause läuft er nur wenige Minuten. »Wenn Freunde bei mir übernachten, kommen wir am nächsten Tag zusammen her.« Hannes kennt den Spielplatz in- und auswendig – schließlich ist er fast jedes Wochenende hier. Meistens spielt er mit seinen Freunden, seinem Vater oder älteren Bruder Fußball auf die zwei Tore. Wenn noch weitere Kinder da sind, spielen sie mit – Berührungsängste gibt es nicht. »Nachts haben wir auch schon mal mit Taschenlampen Fußball gespielt«, erzählt Hannes aufgeregt. Wenn Hannes mal nicht auf dem Spielplatz am Orankesee zu finden ist, dann kickt er mit seiner Mannschaft beim Weißenseer FC in der 2. F-Jugend. Oder besucht Ute von den Johannitern in der Nachbarschaftsetage der GESOBAU in der Hansastraße 88.

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Lieblingsplatz: Spielplatz am Orankesee

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wohnfühlen

Pankow Romy (6) und Emma (6) Lieblingsplatz: »Spinnenspielplatz«, Wolfshagener Straße 106

Schillerhöhe Der »Spinnenspielplatz« – so nennen ihn hier die Kinder wegen des großen Klettergerüsts – liegt in einer ruhigen Seitenstraße direkt neben dem Sommerbad Pankow. Die Mendel-Grundschule und die Musikschule Bela Bartok sind fußläufig zu erreichen. »Das Beste an dem Spielplatz ist das riesige Klettergerüst«, schwärmt die kleine Romy. Mit ihrer Freundin Emma klettert sie bis ganz nach oben, springt auf dem Hüpfband, schaukelt um die Wette, spielt Fangen und übt leidenschaftlich gerne Radschläge. Wenn die beiden mal eine Pause brauchen, wird Suppe oder Pizza zubereitet – die Zutaten: Sand, Gänseblümchen, Blüten und Grashalme. Oder: »Jungs belauschen, wenn sie mit Pokemon-Karten spielen und sich ärgern.« Darüber können sich die beiden Mädchen ohnehin am besten amüsieren.

das wohnfühl-magazin der gesobau

Fabian (14) und Johann (10) Lieblingsplatz: Schillerpark Die Schillerhöhe ist eine Oase in der Großstadt. Mitten im Schiller park gelegen, am nördlichen Rand des Weddings, liegt das Wohngebiet. Der Verkehrslärm der Müllerstraße dringt nicht vor bis dorthin, auch das hektische Großstadtleben ist kaum zu spüren. Nur ab und an donnert ein Flugzeug über die Köpfe hinweg – doch auch das wird bald Geschichte sein. Fabian und Johann sind Geschwister, 14 und 10 Jahre alt. Sie wohnen seit ihrer Geburt in der Schillerhöhe. Die Parkanlagen schätzen sie als Raum zum Spielen, Toben und als Treffpunkt. Der Schillerpark ist deshalb einer der Lieblingsplätze der Jungs. »Am besten sind die tollen Höhlen im Buschwerk, die ›Clubs‹. Davon gibt es fast 20 Stück im Schillerpark. Die Spaziergänger können uns hier nicht sehen, wenn wir spielen.« Der Schillerpark ist eine Art Ausgangspunkt für die Abenteuer, die Fabian und Johann mit ihren Freunden in der Schillerhöhe erleben. Fußball wird natürlich auch gespielt, gleich auf der anderen Seite des Parks gibt es einen sanierten Bolzplatz, auf dem sie sich super austoben können.

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rätsel/impressum

Wie heißt des Rätsels Lösung? In der letzten Ausgabe von Hallo Nachbar 1/2011 suchten wir im ersten Teil unseres Rätsels zur Historie der GESOBAU die 11 richtigen Antworten. Drei Einsender können sich nun über einen Gutschein von IKEA in Höhe von je 111 Euro und 11 Einsender über tolle Trostpreise freuen:

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Welche Folgen hatte Berlin aus dem Zweiten Weltkrieg zu tragen? a) Weniger als 500.000 Wohnungen waren beschädigt waren zerstört

des sozialen Wohnungsbaus

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Wie kam die GESOBAU zu ihrem ersten Großprojekt?

a) Schaffung von sozialem

b) Neubau eines Wohnviertels

b) Kosteneinsparung beim

c) Abriss eines Wohnviertels

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Was steckt hinter den Begriff

Wohnungsbau c) Wohnraumschaffung für alle

3

»Urbanisierung«? a) Ausbau des U-Bahnnetzes b) Kooperation von städtischen

Zu welchem Unternehmen gehörte die GESOBAU zunächst? a) degewo

Wohnungsbaugesellschaften c) Verdichtung und Vergrößerung menschlichen Wohnraums

b) Aktiengesellschaft für Bahnen

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Was für ein Gebiet wurde für das

und Tiefbauten c) Gesellschaft für sozialen

Großprojekt Märkisches Viertel genutzt?

Wohnungsbau gemeinnützige

a) Urbanisierte Fläche

Aktiengesellschaft

b) Landwirtschaftliche Nutzfläche

4

c) Laubenpieper-Siedlung

Um wie viel erhöhte sich der Wohnungsbestand der GESOBAU

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In welchem Jahr war das Großprojekt Märkisches Viertel abgeschlossen?

bis 1961? a) 2.187

a) 1962

b) 349

b) 1974

c) 1.838

c) 1968

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Was war das erste Großprojekt der GESOBAU?

Unter allen Einsendern verlosen wir drei Einkaufsgutscheine von IKEA im Wert von je 111 Euro und 11 Trostpreise.

c) Die Übernahme von Beständen von

a) Übernahme von Wohnhäusern

Einkommensschichten

GESOBAU AG, Abteilung Unternehmenskommunikation und Marketing, Wilhelmsruher Damm 142, 13439 Berlin, oder per E-Mail an hallo.nachbar@gesobau.de. Bitte auch in der E-Mail den vollständigen Namen und Absender nicht vergessen!

b) Mehr Wohnungsinteressenten

angestrebt? Zusammenhalt der Gesellschaft

Wer glaubt, alle 11 Fragen richtig beantwortet zu haben, kann uns bis 21. August 2011 schreiben:

a) Mehr Wohnungen als

der degewo durch die GESOBAU

Wozu wurde eine Politik

Rechts finden Sie unser neues Rätsel, den zweiten Teil unseres Spezials zum 111. Geburtstag der GESOBAU. Alle Antworten sind im Text »111 Jahre GESOBAU« auf Seite 8 zu finden. Aber Achtung: Nur eine der drei möglichen Lösungen ist auch wirklich die richtige!

des Bauvorhabens im Wedding?

als Wohnungen

c) 500.000 Wohnungen mussten

2

Herzlichen Glückwunsch den Gewinnern! Vielen Dank auch an alle anderen, die so zahlreich mitgeknobelt haben!

Wie zeigte sich indirekt der Erfolg

Wohnungsinteressenten

b) Mehr als 500.000 Wohnungen

verkauft werden

1. Daniel Kreuzer, Pankow 2. Ilse-Charlotte Detemeyer, Märkisches Viertel 3. Johanna Elisabeth Brenneis, Weißensee

6

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Wie groß ist das Areal, auf dem sich die Großsiedlung Märkisches Viertel erstreckt?

a) Märkisches Viertel

a) 385 Hektar

b) Schillerhöhe

b) 35.000 Ar

c) Schillerpark

c) 3,4 km2

Wir wünschen viel Glück!

Impressum

»Hallo Nachbar« ist die Kundenzeitschrift der GESOBAU AG, Wilhelmsruher Damm 142, 13439 Berlin, www.gesobau.de Redaktion: Kirsten Huthmann (V.i.S.d.P.), Susanne Stöcker, GESOBAU AG Unternehmenskommunikation Text: Martin Aldag, Helene Böhm, Petra Ebert, Christian Hunziker, Katrin Starke, Susanne Stöcker

14

Layout: www.nolte-kommunikation.de Druck: Motiv Offset Anzeigenkontakt: Telefon: (030) 40 73-15 67, Fax: (030) 40 73-14 94, E-Mail: susanne.stoecker@gesobau.de

Auflage: 38.500 Redaktionsschluss: 23. Mai 2011 »Hallo Nachbar« erscheint 4 x im Jahr, jeweils zum Ende eines Quartals. Die nächste Ausgabe wird ab dem 28. September 2011 an alle

Mieter der GESOBAU AG, an lokale Medien und Unternehmen verteilt.

Hallo Nachbar 2/11


aus den bezirken mv

»Zuhause – gewohnt sicher« Die GESOBAU und das Unionhilfswerk haben ein Modellprojekt gestartet, das Nachbarschaftshilfe, Versorgungssicherheit, Gemeinschaft und Pflege vereint. Damit soll den immer komplexer werdenden

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esonders ältere und hilfebedürftige Menschen schätzen Geselligkeit. Treffpunkte, die gut erreichbar sind für jedermann sind wichtig und stellen nicht selten die einzige noch bestehende soziale Bindung dar. Um diese Möglichkeit der Begegnung und Kontaktbörse zu sichern, hat die GESOBAU im Mai gemeinsam mit dem Unionhilfswerk ein Pilotprojekt im Märkischen Viertel gestartet: »Zuhause – gewohnt sicher«. Nachbarschaftshilfe, Versorgungssicherheit, Gemeinschaft und Pflege ohne Betreuungspauschale sind die Eckpunkte des mit rund 1.500 Wohnungen angelegten Projekts. Es umfasst das Gebiet zwischen dem Wilhelmsruher Damm und dem Senftenberger Ring, in dessen Mitte sich ein Seniorenwohnhaus und die GESOBAU-Nachbarschaftsetage befinden. Den Bewohnertreff bildet das Nachbarschaftscafé. Weitere Bestandteile von »Zuhause – gewohnt sicher« sind ein Service- und Beratungsbüro, barrierereduzierte Pflegewohnungen, eine Pflegewohngemeinschaft und 24-Stunden-Versorgungssicherheit. Dabei soll die Kombination aus

das wohnfühl-magazin der gesobau

freiwilliger Nachbarschaftshilfe und professioneller Unterstützung ein Pflegeund Betreuungsangebot sicherstellen, das die Versorgungsstruktur im Viertel ergänzt und damit die Lebensqualität der Men schen steigert. »Wir wünschen uns, dass mit dem Projekt die Menschen VerIm Dachgeschoss des modernisierten Seniorenwohnhauses am trauen fassen zu den EinSenftenberger Ring 12 befindet sich das neue Nachbarschaftscafé richtungen in ihrer Umgebung und sich nicht scheuen, Hilfe anzunehmen und anzufor- ren aus dem Haus und Nachbarn des Gedern. Das macht gutes und sicheres Woh- bietes eingerichtet werden, denn sie werden nen aus«, erklärt GESOBAU-Sozialmanage- das Café zukünftig nutzen und sollen sich hier heimisch fühlen. Der Kooperationsrin Helene Böhm. Die GESOBAU stellt dem Projekt die partner, die Gesellschaften des UnionhilfsGemeinschaftsräume zur Verfügung und werk, versorgt über den ambulanten Dienst hilft bei der Anschubfinanzierung des eh- die Pflegewohngemeinschaft, übernimmt renamtlich betriebenen Nachbarschaftsca- Beratungsangebote und die Versorgungssifés, das sich im Dachgeschoss des Senioren- cherheit. Die GESOBAU-Nachbarschaftswohnhauses am Senftenberger Ring 12 be- etage und das Netzwerk Märkisches Viertel findet. Das Nachbarschaftscafé soll in den werden ebenfalls in das Konzept »Zuhause – kommenden Wochen gemeinsam mit Senio- gewohnt sicher« integriert.

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Foto: Thomas Bruns

Anforderungen an die demografische Entwicklung Rechnung getragen werden.


aus den bezirken mv

Pionierin in kurzen Hosen Barbara »Charly« Streuffert brachte den Frauenfußball nach Berlin. Mit großer Beharrlichkeit etablierte sie den einst verbotenen Sport und verfolgt nun 40 Jahre später, wie sich zur Weltmeisterschaft im eigenen Land die Stadien füllen.

Der Fußballplatz war ihr zweites Zuhause: Barbara »Charly« Streuffert

Fotos: Lia Darjes

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as Herz rast, der Atem wird kürzer, Blutdruck und Anspannung steigen ins Unermessliche. Wenn die Fußballerinnen der deutschen Nationalmannschaft zum Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft am 26. Juni den grünen Rasen des Berliner Olympiastadions betreten, werden sie inmitten einer für sie bisher einzigartigen Kulisse auflaufen. Jeder einzelne der 74.244 Sitzplätze im Berliner Olympiastadion ist besetzt. Fast absurd mutet es da an, dass eine der wohl wichtigsten Frauen des Berliner Fußballs nicht darunter sein wird. Barbara »Charly« Streuffert verfolgt das Auftaktspiel gegen Kanada im »El Capitano«, ihrem italienischen Stammlokal im Märkischen Viertel. Weniger mitfiebern wird die 66-Jährige deshalb aber nicht – immerhin gehörte Charly 1970 zu den ersten Frauenfußballerinnen Berlins. Dass in diesem Jahr zur Weltmeisterschaft im eigenen Land fast eine Millionen Zuschauer in die Stadien strömen werden, ist das Ergebnis einer Entwicklung, die sie und viele andere vor gut 40 Jahren noch für unmöglich gehalten haben. Wie hätte man es auch ahnen können, immerhin war Frauenfußball bis 1970 offiziell verboten. Die Aufhebung des 15 Jahre anhaltenden Verbots erfolgte nur unter bestimmten Auflagen: So mussten die Frauen-

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teams wegen ihrer »schwächeren Natur« stellt die einstige Spielmacherin fast ein eine halbjährige Winterpause einhalten, bisschen wehmütig fest. Damals steckte Stollenschuhe waren verboten und die Bälle der Sport noch gewaltig in den viel zikleiner und leichter. Das Spiel selbst dauerte tierten Kinderschuhen, fußballbegeisterte nur 70 MinuFrauen wurden ten statt wie der vermeint»Ich habe meiner Mutter erzählt, in bei den Mänlichen Männerich gehe zum Handball« nern 90. Wohl domäne nur beam deutlichslächelt. Charly ten für das damusste sich malige Rollendenken steht jedoch das Prä- selbst bei Freunden und Familie die Akzepsent zum erstmaligen Gewinn der Europa- tanz als Fußballerin hart erarbeiten – und meisterschaft 1989: Der Deutsche Fußball- dafür hin und wieder zu kleineren Notlügen bund (DFB) belohnte jede einzelne Europa- greifen. »Ich habe meiner Mutter immer ermeisterin mit einem Kaffee- und Tafelservice zählt, ich gehe zum Handball, wenn ich von Villeroy & Boch. 23-teilig das Kaffee-, mich zum Fußball verabredet habe«, erzählt 18-teilig das Tafelservice mit dem Namen Charly: »Sie wäre sonst umgefallen.« Zu»Mariposa«, zu Deutsch: Schmetterling. Die sammen mit anderen Mädchen spielte sie in »zarten blauen, gelben und roten Blüten auf Hinterhöfen und verdiente sich ein paar weißem Porzellan« beschrieb, ja bewarb Groschen dazu, die ihnen die Bewohner für sogar der DFB in einem Begleitschreiben an die Kunststücke am Ball aus den Fenstern die Europameisterinnen detailgetreu. Zum zuwarfen. »Ich habe mich trotz blöder SprüVergleich: Sollten die Fußballfrauen am che und Vorurteile nie vom Weg abbringen 17. Juli 2011 den dritten Weltmeistertitel in lassen.« Folge gewinnen, wird jede Spielerin eine An sportlichem Ehrgeiz und BeharrPrämie von 60.000 Euro erhalten. lichkeit hat es ihr ohnehin nie gemangelt. »Für mich kommt die Weltmeister- Eigentlich war Charly Leichtathletin; über schaft im eigenen Land 40 Jahre zu spät«, eine Zeitungsanzeige erfuhr die damals

Ob sportlich oder musikalisch: Charlys Erinnerungen an eine aufregende Zeit

Hallo Nachbar 2/11


aus den bezirken mv

25-Jährige, dass das Ehepaar Lotti und Willi Schmitz Spielerinnen sucht, um eine Frauenfußballmannschaft bei Tennis Borussia zu gründen. Da sich die Läuferin »schon immer zum Fußballspielen hingezogen« fühlte, rief sie kurzerhand den damaligen Trainer Jack White an, der heute als erfolgreicher Musikproduzent bekannt ist. Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten: 1971 und ‘72 wurden die TeBeDamen Berliner Vizemeister, ehe sie 1973 endlich den Meistertitel nach Charlottenburg holten. Als Spielerin und Trainerin kann Charly insgesamt auf drei deutsche Vizemeister- und 12 Berliner Meistertitel sowie acht Berliner Pokalsiege zurückschauen. Stolz zeigt sie die vielen Zeitungsartikel und Fotos aus der Zeit, die sie sorgfältig in einer blauen Mappe aufbewahrt. Und wer Charly besucht, dem gibt sie gern die blaue Mappe auch mit, um darin nach Geschichten aus der Vergangenheit zu stöbern. Die Zeitreise endet abrupt im Jahr 1997. Plötzlich war Schluss mit Fußball. »Das Feuer war aus, die Motivation weg«, erklärt Charly ihren Rückzug aus der Branche. Dazu entwickelte sich der Frauenfußball in eine Richtung, die nicht mehr ihre war. Sie steht zu der Entscheidung, doch so ganz

losgelassen hat die Droge Fußball Charly natürlich bis heute nicht – davon zeugt ihre zweite Leidenschaft: Gitarrespielen und Singen. »Wir Frauen spielen Fußball« heißt ihr Song, den sie bereits 1972 aufnahm und anlässlich der bevorstehenden Weltmeisterschaft jetzt teilweise neu betextet hat. In der Hoffnung, dass es auch offiziell in den Stadien gespielt werden könnte, schickte Charly ihr Lied zu einem alten Bekannten: Jack White. Doch der Plan scheiterte, auch im Frauenfußball geben Sponsorenverträge inzwischen längst den Ton an. Die Freude an der WM-Premiere im eigenen Land vermag das kaum zu trüben. Zu sehr wünscht sie ihren Nachfolgerinnen den Titelhattrick. Doch eines haben die schon jetzt vollbracht: »Wir Frauen spielen Fußball, wer hätte das gedacht, die Zeiten sind vorbei, da uns die Männer ausgelacht«, sang Charly schon vor fast 40 Jahren, doch nie waren die Worte wahrer als heute. Und wie es sich gehört, schließt ihr Lied mit einem Wunsch für die folgenden 40 Jahre: »Kommt zu uns in das Stadion, schaut euch die Spiele an! Wenn ihr dann begeistert seid, denkt einfach nur daran, bei der WM in unserm Land, da fängt die Show erst richtig an …«

Vom Verbot bis zur Weltspitze Okka Gundel

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er Frauenfußball – insbesondere der deutsche Frauenfußball – ist in der ersten Dekade dieses Jahrtausends vor allem eins: erfolgreich. Immerhin hat das deutsche Nationalteam 2003 und 2007 den WM-Titel abgeräumt und schickt sich nun bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land an, den Hattrick zu schaffen. Lange sind die Zeiten vorbei, in denen die kickenden Frauen sich vorwerfen lassen mussten, langsam und unathletisch zu spielen. Aber was sind das für Frauen, die fürs runde Leder

alles geben? In ihrem Buch »11 Freundinnen müsst ihr sein« stellt ARD-SportschauModeratorin Okka Gundel zwölf von ihnen vor: elf Spielerinnen – aktive und ehemalige, die heute als Trainerinnen wirken – und eine Schiedsrichterin. Sie berichtet, wie Martina Voss-Tecklenburg als junge Mutter vergebens versuchte, den Windelhersteller Pampers als persönlichen Sponsor zu gewinnen. Oder was das Tattoo der muslimischen Mittelfeldspielerin Fatmire »Lira« Bajramaj bedeutet. Gundel plaudert mit

VERLOSUNG Hallo Nachbar verlost zwei Exemplare an Mieter der GESOBAU. Schreiben Sie uns Ihren Namen, Ihre Adresse und Telefonnummer an: GESOBAU AG, Unternehmenskommunikation & Marketing, Stichwort »11 Freundinnen müsst Ihr sein«, Wilhelmsruher Damm 142, 13439 Berlin, oder per Mail an: hallo.nachbar@gesobau.de. Einsendeschluss ist der 01. Juli 2011.

das wohnfühl-magazin der gesobau

»11 Freundinnen müsst ihr sein. Warum Frauenfußball begeistert« Knaur-Verlag, 9,99 Euro, ISBN 978-3-426-78449-5

Bundestrainerin Silvia Neid über einen Anruf von Berti Voigts, spricht mit Nia Künzer über vier Kreuzbandrisse in acht Jahren. Torfrau Nadine Angerer gibt preis, dass sie sich von Teamkollegin Lira die Augenbrauen zupfen lässt. Und Alexandra Popp verrät, wie sie trotz ihrer Leidenschaft für Fast Food sechs Kilo abgenommen hat. Absolut kurzweilig sind die Porträts zu lesen – weil es sehr persönliche Erlebnisse sind, über die die Sportlerinnen mit Okka Gundel gesprochen haben. Die perfekte Lektüre für alle, die bei der Weltmeisterschaft mitreden wollen.

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aus den bezirken mv

Stromsparer im Wettbewerbsfieber Andreas Singer konnte es kaum fassen, als er erfuhr, dass er zu den Gewinnern des StromsparWettbewerbs gehört. Am 29. Mai nahm der Mieter im Märkischen Zentrum beim Aktionstag von Vattenfall und GESOBAU mit den anderen Gewinnern seine Preise in Empfang.

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leich zweimal durfte der Mieter aus der Treuenbrietzener Straße aufs »Treppchen«: Im Stromspar-Wettbewerb in der Kategorie pro Quadratmeter Wohnfläche belegte er den ersten Platz und konnte ein Elektro-Fahrrad Tourer 8 der Firma Hercules mit nach Hause nehmen. Allerdings erst einmal in Gutscheinformat, denn das gute Stück muss erst noch auf seine Körpermaße zugeschnitten werden. Im Pro-KopfWettbewerb rutschte er nur knapp auf Platz zwei und gab Janusz Krysiak – ebenfalls Mieter im MV – den Vortritt. Als Belohnung für den zweiten Platz winkte eine WellnessReise in die Yachthafenresidenz Hohe Düne in Warnemünde.

Fotos: Michael Weiner

Das Projekt »Smart Meter« Genau vor einem Jahr statteten Vattenfall und GESOBAU in einem Pilotprojekt rund 10.000 Wohnungen im Märkischen Viertel mit intelligenten Stromzählern, den sogenannten Smart Metern, aus. Die neuen Zähler ermöglichen einen Blick auf den eigenen Stromverbrauch – und das rund um die Uhr, wahlweise über den PC, iPod touch oder das iPhone sowie über den Fernseher. So konnten die Mieter mehr Transparenz in ihr eigenes Verbrauchsverhalten bringen und Stromfressern im Haushalt auf die Spur kommen. Bewussterer Umgang mit Energie

war das Zauberwort. Im Zuge dieser Aktion wurde auch ein Stromspar-Wettbewerb gestartet, an dem mehr als 200 OnlineNutzer teilgenommen hatten.

Ehrgeizige Stromsparer »Ich habe schon immer darauf geachtet, dass zum Beispiel nicht 24 Stunden das Licht brennt«, erzählt Andreas Singer. »Doch mit den neuen Zählern hat mich der Ehrgeiz gepackt. Ich wollte sehen, ob man es tatsächlich schafft, den Verbrauch noch weiter zu senken. Die Möglichkeit, jederzeit zu kontrollieren, wo man steht, hat mich gereizt. Also wurde ab sofort der Herd eher abgeschaltet und mit Restwärme gekocht. Und die Waschmaschine erst angestellt, wenn sie wirklich voll war, der Fernseher nicht mehr auf Standby geschaltet und natürlich Energiesparlampen eingesetzt.« Die Familie konnte er allerdings noch nicht komplett begeistern, da wird er am Ball bleiben müssen. Doch es hat sich auch so gelohnt. Das findet auch Jürgen Peters. Seit zwei Jahren lebt der rüstige Rentner im Eichhorster Weg und fühlt sich pudelwohl im Märkischen Viertel. »Wenn man älter wird, wird man generell sparsamer«, ist sein Fazit. Die Stereoanlage wurde in der Küche installiert, denn hier hält er sich am liebsten auf. Neue Elektrogeräte, die energiesparen-

Die fleißigsten Stromsparer (v. l.): Janusz Krysiak, Silke Urban, Andreas Singer und Jürgen Peters mit ihren Gewinnen

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der sind als die alten, und Sparlampen hat er sich gleich mit dem Umzug nach Berlin angeschafft. Der Wettbewerb hat ihm am Ende den dritten Platz in der Kategorie pro Quadratmeter Wohnfläche eingebracht. Seinen Preis – ein energieeffizientes Haushaltsgerät der Firma Bosch – wird er wohl innerhalb der Familie weiterverschenken. Nicht ohne Grund, denn als seine Kinder zu Besuch waren, sei sein Stromverbrauch gleich in die Höhe geschossen. »Da musste ich erst einmal eine Ansage machen.«

So wie die Erstplatzierten haben viele andere Stromsparer im Märkischen Viertel in den letzten sechs Monaten ihre ganz persönlichen Erfahrungen gemacht. Monique Patzer aus der Treuenbrietzener Straße wohnt in einer Zweizimmerwohnung alleine. Schon die Modernisierungsbroschüre der GESOBAU hat ihr wertvolle Tipps geliefert, berichtet sie. Bei ihr steht jedoch nicht nur Stromsparen auf der Tagesordnung. Mülltrennung ist ein ebenso wichtiges Thema für die junge Frau – im Hinblick auf die Umwelt, aber auch auf den eigenen Geldbeutel. Jessica Schremner aus dem Senftenberger Ring nimmt am Aktionstag für ihr Sparverhalten einen iPod und einen Rucksack mit nach Hause. Wolfgang Fricke aus dem Dannenwalder Weg eine Kamera. Alle Beteiligten sind sich einig: Das Stromsparen hat sich gelohnt und wird sich auch in Zukunft lohnen. Hallo Nachbar gratuliert und hofft, dass alle am Ball bleiben.

Hallo Nachbar 2/11


aus den bezirken mv

»Nachbarschaft.konkret«: Von Nachbarn für Nachbarn In einem neuen Projekt der GESOBAU, des Netzwerks MV und des Evangelischen Familienzentrums [face] werden Hilfesuchende an ehrenamtliche Helfer vermittelt und dadurch konkrete Alltagshilfe unter Nachbarn gegeben.

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onkrete Hilfe im Viertel leisteten in den letzten Jahren vor allem die Jugendlichen des Arbeits- und Qualifizierungsprojekts »Stadttreff«. Ob Einkaufshilfe, Begleitung oder Modernisierungsunterstützung – vielen, vor allem älteren Mietern im Viertel, wurde geholfen. Wie wenig tragfähig ein solches Konzept ist, musste das Projekt Ende 2010 erfahren, als die kommunale Förderung auslief und die Helfer zahlreiche Menschen mit ihrem Hilfebedarf zurücklassen mussten. Was tun, fragten sich Anfang des Jahres in einer gemeinsamen Runde die GESOBAU, das Netzwerk Märkisches Viertel und die Initiative [face] des Evangelischen Familienzentrums der ApostelJohannes und Apostel-Petrus-Gemeinde im MV. Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, sollen weiterhin Unterstützung erfahren und mit Menschen zusammengeführt werden, die bereit sind zu helfen. Die Antwort lautet »Nachbarschaft.konkret« – ein ehrenamtliches Projekt, das neben der konkreten Alltagshilfe auch die Begegnung unter Nachbarn zum Ziel hat. Es will ein »Geben und Nehmen« in der Nachbarschaft anregen und als ergänzendes Angebot nicht in Konkurrenz zu bestehenden Dienstleistungen stehen.

Wie funktioniert »Nachbarschaft.konkret« in der Praxis? Wo geholfen werden soll, da müssen natürlich Helfer sein. Wer als ehrenamtlicher Helfer tätig sein möchte, kann in eine Datenbank eintragen lassen. Aufgenommen werden zeitliche und praktische Möglichkeiten des Helfens. Menschen, die Hilfe in Anspruch nehmen möchten, können sich an das Evangelische Familienzentrum [face] wenden und ihren Bedarf melden. Mithilfe der GESOBAU-Stiftung wurden Postkarten gedruckt, auf denen alle wichtigen Angaben zum Projekt zu finden sind. Die standardisierten Postkarten sind bei der GESOBAU, den Partnern im Netzwerk MV oder den Kirchengemeinden im Viertel erhältlich. Wenn also beispielsweise eine Gardine abzunehmen ist oder ein Kinderroller repariert werden muss, dann kümmert sich die Kirchengemeinde KONTAKT um die Vermittlung Sie bieten oder brauchen Hilfe? Hier ist Ihr Andes Kontakts und sprechpartner: Matthias Gibhardt, evangelivereinbart innerhalb sches Familienzentrum, Tel. (030) 51 05 23 52 weniger Tage die Deoder E-Mail familienzentrum@apg-berlin.de tails der Hilfe.

Seit über 15 Jahren in Reinickendorf! Wir übernehmen für Sie sämtliche Leistungen im Rahmen der Pflege- und Krankenversicherung: - Hauswirtschaft (Hausputz, Einkauf, Kochen) - Körperpflege, Kleiderpflege - Ausführung ärztlicher Verordnungen (Wundversorgung, Blutzuckermessung, Medikamentengabe usw.)

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aus den bezirken wedding

Blühende Hoffnung am Leopoldplatz Der Leopoldplatz im Wedding könnte eine schöne, grüne Anlage sein. Doch Anwohner leiden darunter, dass sich hier Alkohol- und Drogenprobleme konzentrieren. Mehrere Initiativen setzen sich für ein angenehmeres Leben am Leopoldplatz ein – darunter der Straßenladen Max14 mit seinem Leiter Gottfried Uebele. TEXT: CHRISTIAN HUNZIKER

Fotos: Lia Darjes

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er hagere Mann mit den wilden Lo- besser geworden.« Seit 1986 wohnt Uebele, cken und dem langen Mantel sitzt mit- der aus einem kleinen Dorf bei Heilbronn ten auf dem Leopoldplatz, und es geht ihm stammt, in der Maxstraße. Er hat die Ruhe sichtlich nicht gut. Behutsam helfen ihm zur Mauerzeit miterlebt, die Veränderungen zwei Sanitäter beim Aufstehen und beglei- nach der Vereinigung und die harte Zeit ten ihn zur nächsten Sitzgelegenheit, beob- vor etwa zwei Jahren, als der Drogenhandel achtet von Männern mit Bierflaschen in der überhand zu nehmen drohte. »Es gab ZeiHand, die sich auf der benachbarten Bank ten«, sagt Uebele, »da habe ich es wegen niedergelassen haben. des Lärms kaum ausgehalten.« Die Szene gehört zum Alltag auf dem Aber wegziehen, nein, das kam für ihn Leopoldplatz. Der erstreckt sich von der nie in Frage. »Mir gefällt das Migrantische Müller- bis zur Maxstraße hier. Und mir gefällt, dass und war vor langer Zeit man schnell im Stadtzen»Mir gefällt das einmal ein aufwändig trum, aber auch schnell im Migrantische hier« Grünen ist.« Deshalb hat gepflegter Schmuckplatz. Heute aber sind die Nacher sich nie einschüchtern barn – auch die GESOBAUlassen – auch nicht, als ein Mieter in der Schulstraße, der Nazareth- türkischer Verein den Laden direkt unter seikirchstraße und der Maxstraße – damit kon- ner Wohnung mietete und er fortan zu jeder frontiert, dass sich auf dem Platz Alkohol- Tages- und Nachtzeit den Lärm des Treffund Drogenabhängige treffen und dass zu- punkts zu erdulden hatte. Uebele suchte das mindest zeitweise mit harten Drogen gedealt Gespräch mit den Betreibern und Gästen wird. und erreichte so allmählich eine Besserung. Dennoch haben der Leopoldplatz und Die Menschen einander näherbringen seine Umgebung viel zu bieten, findet Gott- will auch der Straßenladen Max14, der vom fried Uebele. Er sitzt an einem Holztisch vor Verein Kulturen im Kiez betrieben und aus dem Laden in der Maxstraße 14, rührt in Mitteln des Programms Soziale Stadt geförseinem Kaffee und sagt: »Es ist in letzter Zeit dert wird. »Der Laden soll ein offenes Haus

sein, ein freundlicher, ziviler Kontrapunkt zur aggressiven Straßenwelt«, sagt Uebele, der das Projekt leitet. Am Mittwoch treffen sich die Mädchen, am Freitag die Jungen, dazwischen erwachsene Anwohner und die Hip-Hop-Gruppe MaxiKings. Dabei schätzen die Kinder besonders das gemeinsame Einkaufen und Kochen. »Das Gemeinschaftliche«, sagt Uebele, »ist das Wichtigste.« Offensichtlich hat der Leiter von Max14 mit diesem Konzept Vertrauen gewonnen. »Gottfried, heute ist Jungstag!«, ruft ein kleiner Junge im Vorbeigehen und kann es kaum erwarten, bis Uebele nicht mehr vom neugierigen Journalisten in Beschlag genommen ist. Dann hält ein vielleicht 13jähriger Junge mit seinem Rad vor Uebele an, am Lenker eine Tüte Brötchen, und sagt zunächst kein Wort. Erst als Uebele ihn freundlich fragt, warum er nicht in der Schule sei, erklärt er, der Lehrer sei krank. Ebenso unvermittelt, wie er angehalten hat, radelt er wieder los. Ein Roma-Junge aus Bulgarien sei er, erzählt Uebele, und noch im letzten Sommer habe er kein Wort Deutsch gesprochen. Der Straßenladen ist nicht das einzige Projekt, das sich für einen lebenswerten

Auf den ersten Blick bietet der Leopoldplatz vor allem eins: viel Grün

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aus den bezirken wedding

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Schöne Altbauten mit Hinterhäusern aus der Gründerzeit kennzeichnen den ehemaligen Arbeiterbezirk

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Die denkmalgeschützte Neue Nazarethkirche ist das Wahrzeichen des Leopoldplatzes

Leopoldplatz einsetzt. Es gibt auch das Quartiersmanagement Pankstraße und das soziale Platzmanagement durch den Verein Gangway, die Bürgerplattform Wedding/ Moabit und den Runden Tisch Leopoldplatz, an dem sich einmal monatlich Gewerbetreibende, Anwohner, Vertreter des Bezirks und der Polizei sowie andere Engagierte zusammensetzen, um Probleme zu besprechen und Lösungen zu suchen. Die GESOBAU fördert diese aktive Zusammenarbeit der sozialen Partner im Quartier und engagiert sich zum Beispiel durch gezielte Spenden und die Bereitstellung vergünstigter Gewerberäume. Geplant ist unter anderem eine Umgestaltung des Leopoldplatzes. Ziel ist es dabei laut dem Bezirk, ein »verträgliches Miteinander aller Akteure und Nutzergruppen« zu erreichen; die Trinkerszene soll also nicht verdrängt werden. Konkret soll zum Beispiel im Bereich vor der vom berühmten Architekten Karl Friedrich Schinkel entworfenen

das wohnfühl-magazin der gesobau

im Jahr 1835 geweihten Alten Nazarethkirche ein Gastronomiepavillon entstehen. Noch sind nicht alle Details der Umgestaltung festgelegt. Kleinere Maßnahmen greifen aber schon jetzt. So ist die Benutzungsgebühr für die Toilette von 50 auf 20 Cent verringert worden – in der Hoffnung, dass dann weniger Leute als zuvor einfach gegen den Zaun pinkeln. Vor allem aber gibt es seit einigen Monaten unter dem Dach der NazarethKirchengemeinde einen Trinkraum. Die Regeln: keine Waffen, keine Gewalt, keine Drogen, kein Schnaps. »Die Leute sind alle friedlich und höflich und helfen mit«, sagt Herta Wilcken, eine der ehrenamtlichen Betreuerinnen. Gottfried Uebele lobt das Angebot: »Hier finden die Trinker einen Ort, an dem sie willkommen sind. Das reduziert Spannungen und Aggressionen.« Dass der Leopoldplatz auch seine schönen Ecken hat, verdeutlicht der so genannte Leogarten. Im Mai luden das Projekt »Da geht der Pank ab« und Max14 die Anwohner ein, Hochbeete auf dem zur Maxstraße hin gelegenen Teil des Parks mit Blumen und Gemüse zu bepflanzen. Stolz führt Uebele die Beete mit Kohlrabi, Kürbis und

Mangold vor, die tatsächlich einige Tage nach der Pflanzaktion noch völlig unversehrt sind. »Wir möchten den Platz schön machen, so dass die Leute sich wohler fühlen«, sagt Uebele. Derweil beobachtet er, dass die Vorzüge der Gegend allmählich auch neue Interessenten ansprechen: Viele Mietshäuser hätten in letzter Zeit den Eigentümer gewechselt, und Leute mit mehr Geld zögen in den Kiez. Ein Beleg für die Aufwertung sieht. er in der Nazarethkirchstraße, wo direkt nebeneinander ein edles italienisches Restaurant, eine Bar sowie ein Feinkost- und Weingeschäft eröffnet haben. Der hagere Mann vom Leopoldplatz, dem die Sanitäter geholfen haben, zählt nicht zu den Gästen dieser Lokale. Er liegt mittlerweile auf der Bank und schläft friedlich. ADRESSEN RUND UM DEN LEOPOLDPLATZ Alte Nazarethkirche Leopoldplatz Laden Max14 Maxstraße 14 Knorke. Trinkraum der ev. NazarethKirchengemeinde Nazarethkirchstraße 50 GESOBAU-Vermietungsbüro Schulstraße 7/ 8 Volkshochschule Antonstraße 37 Karstadt-Kaufhaus Müllerstraße 25 Rathaus Wedding Müllerstraße 147

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aus den bezirken pankow

Idylle pur in der Binzstraße Im August 2010 begann die GESOBAU das vierstöckige Wohnhaus in der Binzstraße 3 komplett zu modernisieren – inklusive umfangreicher Grundrissänderungen. Den typischen Baustellencharakter hat Mieterin Doris Pfeiffer zu keiner Zeit entdeckt.

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Diese Wohnung hat einfach gerufen: Nimm mich!« An den Besichtigungstermin in der Binzstraße 3 in Pankow erinnert sich Doris Pfeiffer noch genau. Zehn Jahre sind inzwischen vergangen, seit die 45-Jährige in die Ein-Zimmer-Wohnung im ersten Stock des Seitenflügels eingezogen ist. All die Jahre hat sie gern hier verbracht – obwohl ihre Wohnung nicht mehr unbedingt modernem Standard entsprach. Doch seit das Haus im vergangenen Jahr komplett modernisiert wurde, fühlt sie sich in ihren 44 Quadratmetern noch um ein Vielfaches wohler. »Das ist mein Zuhause. Hier bleibe ich«, steht für die GESOBAU-Mieterin fest.

Fotos: Katrin Starke, Thomas Bruns

Jedes Detail besprochen Besonders der neue Balkon hat es der Frau mit den kurzen graumelierten Haaren angetan. Eigentlich sollte der ja ans Wohn-Schlafzimmer angebaut werden, an der Westseite des Hauses. Doch die Mieter des Seitenflügels waren sich einig: Zur Südseite hin wollten sie ihre Balkone haben, mit Zugang von der Küche aus. Die GESOBAU erfüllte den Wunsch. »So muss ich nicht jedes Getränk durch die ganze Wohnung tragen«, freut sich Doris Pfeiffer. »Und ich sitze fast im

Baum«, fügt sie lachend hinzu. Direkt vorm Balkon steht eine stattliche Kastanie. »Das ist Idylle pur, wenn auf den Ästen die Vögel sitzen und zwitschern.« Gut gefällt der Mieterin auch, dass sie nun ein schönes, hell gefliestes Bad hat. »Vorher hatte ich nur Toilette mit Waschbecken. Auf dem Boden waren noch Holzdielen. Und die Dusche stand in der Küche«. Im Zuge der Modernisierung wurde die Wand zwischen Küche und Bad versetzt. Jetzt ist die Küche zwar etwas kleiner, aber das stört Doris Pfeiffer nicht. »Die GESOBAU hat jedes Detail mit uns Mietern besprochen – schon Monate vor dem Start der Modernisierungsarbeiten«, erzählt sie. Das ermöglichte es ihr auch, gegen die ursprünglich angedachte amerikanische Küche ihr Veto einzulegen. »Vom Bett in den Kochtopf zu gucken, das musste ich nicht haben.« Bei großen Wohnungen sei das etwas anderes.

Neue Grundrisse gestaltet

Wie in der Vier-Zimmer-Wohnung im Vorderhaus mit der offenen Küche im Berliner Zimmer. »Hier ist ein Koch-Wohnbereich als zentraler Treffpunkt für die Familie geschaffen worden«, berichtet GESOBAUKundencenterleiterin Kerstin Damitz. Noch in Auf ihrem neuen Balkon hält sich der Bauphase sind die leeMieterin Doris Pfeiffer am liebsten auf ren Wohnungen vermarktet worden. »Die Wohnungsinteressenten brauchten schon eine Menge Phantasie, um sich vorzustellen, wie das alles einmal aussehen wird.« Dennoch war die frühe Vermarktung eine ganz bewusste Entscheidung der GESOBAU. »So konnten die neuen Mieter vieles selbst mitentscheiden. Zum Beispiel, welche Fliesen und welches Laminat sie haben wollten.«

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Insgesamt vier Mieteinheiten waren komplett neu zu gestalten. Die hatten aufgrund baulicher Mängel schon länger leer gestanden, waren nur noch Hüllen. Jetzt sind darin drei attraktive Wohnungen entstanden und eine Praxis. Vorher gab es eine Gemeinschaftspraxis von zwei Zahnärztinnen im Haus. Jetzt haben beide ihre eigenen Räume. »Das war schon eine Herausforderung und bedurfte vieler Abstimmungen, um sowohl die Interessen der Zahnärztin als auch die Möglichkeiten der GESOBAU auf einen Nenner zu bringen«, sagt Kerstin Damitz rückblickend. Aber die Mieter – sowohl die langjährigen Bewohner als auch die Neueinzügler – hätten zu jeder Zeit sehr konstruktiv und kooperativ mitgewirkt. »Da können wir uns nur ganz herzlich bedanken.« Der lange Atem hat sich gelohnt. »Die Wohnqualität hat sich deutlich erhöht – kein Vergleich mehr zu vorher«, sagt Doris Pfeiffer. Das lasse schnell vergessen, wie anstrengend die Zeit der Modernisierung gewesen sei. »Vielleicht war es auch deswegen nicht ganz so schlimm, weil alle, die hier gearbeitet haben, unheimlich nett waren«, blickt die Mieterin zurück. »Dadurch hatte das Ganze gar nicht so einen Baustellencharakter.«

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aus den bezirken pankow

Von Mietern für Mieter Die GESOBAU unterstützt aktiv die Bildung und die Aktivitäten von Mieterbeiräten. Die Gründe dafür und was hinter der wichtigen Arbeit der Mieterbeiräte steckt, zeigt sich im Pankeviertel. ie kann das gegenseitige Verständnis zwischen Mieter und Vermieter gefördert und das partnerschaftliche Verhältnis gestärkt werden? Mieterbeirat im Eine ganz praktische Pankeviertel: Antwort sind MieterJürgen Hunneshagen beiräte, die von der GESOBAU tatkräftig gefördert werden. Wie Sie als Mieter noch besser informiert und unterstützt werden und gleichzeitig aktiv mitwirken können, weiß Jürgen Hunneshagen, Sprecher des Mieterbeirates und Erstmieter im Pankeviertel.

Wie würden Sie die Funktion eines Mieterbeirates beschreiben? Jürgen Hunneshagen: Wir sind das Sprachrohr der Mieter. Unser Ziel ist es, ansprechbar zu sein und die Anliegen, die an uns herangetragen werden, gebündelt an die Öffentlichkeit zu tragen und durch eine kompetente Beratung bestmöglich zu lösen. Auch begleiten und überprüfen wir die Prozesse, die von uns oder der GESOBAU angestoßen werden.

Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich bei Ihrer Arbeit? Jürgen Hunneshagen: Die typischen Fragen der Mieter betreffen das Warum und das Wie bezüglich Themen wie Betriebskosten, Mieterhöhungen, Müllabfuhr, Straßenreinigung und alle großen, aber eben vor allem auch kleinen Dinge, die die Leute beschäftigen. Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit der GESOBAU? Jürgen Hunneshagen: Wir arbeiten absolut offen und konstruktiv zusammen. Zu den Zeiten der Modernisierung 2008 im Pankeviertel waren wir besonders eingebunden und fungierten als wichtige Schnittstelle zwischen der GESOBAU und den Mietern. Zum Beispiel stellte sie uns einen direkten Kontakt zur Bauleitung her, sodass wir immer Informationen aus erster Hand hatten. Dank der Unterstützung der GESOBAU kommen wir erst dazu, eine kompetente Beratung anbieten zu können. Wie kamen Sie auf die Idee, sich für den Mieterbeirat zur Wahl zu stellen? Jürgen Hunneshagen: Das war für mich quasi selbstverständlich. Ich habe mich schon

immer gesellschaftlich engagiert. Es braucht schon die Bereitschaft, auch mal etwas für die Allgemeinheit zu tun. Einfach die Tür hinter sich zu schließen und das war’s – sowas bringt uns nicht weiter. Nachbarschaft und Veränderung entstehen nicht von allein.

Werden Sie noch einmal kandidieren? Jürgen Hunneshagen: Wenn es die Gesundheit zulässt, dann ja. Es ist einfach ein gutes Gefühl, wenn man direkt auf der Straße die Dankbarkeit der Menschen spürt und weiß, dass sich die Anstrengungen lohnen. Jeder Hauptmieter der GESOBAU kann sich zur Wahl stellen – wir freuen uns auf mehr Zulauf und eine größere Öffentlichkeit!

INFO Die GESOBAU ist immer auf der Suche nach engagierten Mieterbeiräten. Wer diese Aufgabe in den Gebieten Hansaviertel, Am Steinberg oder Vinetaviertel übernehmen möchte, der kann sich an unseren Ansprechpartner Bernd Röder unter Telefon (030) 40 73-23 56 oder bernd.roeder@gesobau.de wenden.

Neuer Service im Stiftsweg

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ie Fassade im Stiftsweg 1, der GESOBAU-Geschäftsstelle für Pankow und Weißensee, wird zwar noch einige Wochen eingerüstet sein, von innen zeigt sich das modernisierte Gebäude jedoch schon jetzt von einer ganz neuen Seite. Das Highlight fällt dabei Besuchern schon vor Betreten ins Auge: Der verglaste Eingangsbereich inklusive Aufzug und die zusätzlichen Kundenparkplätze. Damit setzt die GESOBAU dem zuvor unausweichlichen Treppensteigen zur Freude der Mieterinnen und Mieter endlich ein Ende.

das wohnfühl-magazin der gesobau

In der 1. Etage empfangen wir Sie in einem ebenfalls neuen Servicebereich. In der Zeit von 9:00 -17:00 Uhr (Montag bis Donnerstag) und 9:00 -14:00 Uhr (Freitag) können Sie unter anderem diese Anliegen am Kundenservice loswerden: Ausstellen einer Mietschuldenfreiheit Klärung von Fragen rund um den Mietvertrag Entgegennahme/Ausgabe von Unterlagen oder Schlüsseln Aushändigen von Informationsmaterialien wie z. B. Gästewohnungen Erteilung von Genehmigungen nach Abstimmung mit dem Kundenbetreuer Weiterleiten von Rückrufen/Terminabstimmungen Die Sprechstunde mit Ihrem Kundenbetreuer findet wie gewohnt am Dienstag in der Zeit von 13:00 bis 18:00 Uhr statt oder nach telefonischer Terminvereinbarung.

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Foto: Thomas Bruns, GESOBAU

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wussten sie schon?

Viel Lärm um nichts? Lärm ist immer noch der häufigste Grund, wenn es um Streit mit dem Nachbarn geht. Wie man ihn verhindern kann und wo weiteres Konfliktpotenzial lauert, weiß Dankwart Kirchner, ehrenamtlicher Mediator im Schlichtungsbüro der Nachbarschaftsetage.

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chon Etliche haben den Mediator um Hilfe gebeten. »Senioren, die früher selbst einmal Nachwuchs großgezogen haben, beschweren sich über den Krach von Kindern aus der Nachbarwohnung, der Arbeitslose, der den ganzen Tag über daheim ist, über die Renovierungsgeräusche der Neuzugezogenen. Der Schichtarbeiter stört sich am Abend an der Musik aus der Wohnung des Studenten über ihm, der wiederum beklagt sich über das Türenschlagen und Treppengepolter des Nachbarn in den frühen Morgenstunden.« Kirchner, seit vielen Jahren im Wedding zu Hause, hat alles schon einmal gehört.

Fotos: Katrin Starke

Immer mehr Konfliktpotenzial Gerade in den jüngsten Jahren haben er und seine vier Kollegen im Schlichtungsbüro nicht wenig zu tun. Der gesellschaftliche Wandel mit unterschiedlichen Arbeits- und Lebensmodellen und sich verändernden Normen schafft in Miethäusern mehr Konfliktpotenzial. Nicht von ungefähr ziehen rund 2,1 Millionen Mieter in Deutschland jährlich um, weil sie sich vom Lärm des Umfeldes gestört fühlen. Jeder dritte Deutsche hat sich schon einmal mit

seinem Nachbarn »gefetzt«, ist in der Statistik der Immobilienbranche zu lesen. Nicht selten enden solche Streitigkeiten vor Gericht. Doch so weit muss es nicht kommen: Bevor Polizei oder Anwälte bemüht werden, steht Dankwart Kirchner mit seinem Team bereit. »Wir sehen uns als neutrale Vermittler, die keinesfalls Partei ergreifen. Stattdessen bemühen wir uns, die Kontrahenten an einen Tisch zu bekommen, eine Aussprache anzuregen«, berichtet der 70-Jährige. Ein Service, der den Streitenden Anonymität gegenüber der GESOBAU zusichert und zudem kostenlos ist.

in der Wohnung oder im Verhalten zu ändern, um einen Streit beizulegen. So dämpfen beispielsweise Polstermöbel, dichte Vorhänge oder flauschige Teppiche den Hall. Filzplättchen unter Stuhl- und Tischbeinen oder Pantoffeln an den Füßen anstelle von Holzclogs oder Absatzschuhen mindern selbst bei Parkettboden die Geräuschkulisse. Außerdem sollten Lautsprecher nicht ohne Unterlage auf dem Boden, Stereoanlagen nicht direkt vor einer Wand stehen. Und mit einer Gummimatte unter der Waschmaschine arbeitet das Gerät selbst im Schleudergang noch im Flüsterton.

Vorkehrungen schaffen

Persönliches Gespräch suchen

Als Schlichter mache er weder Vorschläge noch biete er einen Schiedsspruch an, sagt der engagierte Ruheständler. Manchmal reiche schon gemeinsames Blättern in der Hausordnung, um ein Problem aus der Welt zu schaffen. »Rücksicht auf den anderen zu nehmen, dazu sind manchmal nur wenige Handgriffe nötig«, weiß der erfahrene Schlichter. Vielfach seien nur Kleinigkeiten

Unkenntnis und Unverständnis gegenüber einer anderen Kultur sei oft die Ursache für Missverständnisse. Gefüllte Mülltüten, die vor der Wohnungstür lagern, kleine Kinder, die noch in den Abendstunden im Hof spielen, seien Beispiele dafür. »Hier hilft nur, sich mit den Vorstellungen des anderen auseinanderzusetzen und eine Lösung miteinander zu finden.« Der frühere Psychotherapeut rät, zunächst das persönliche Gespräch zu suchen, ohne dabei gleich mit der »Tür ins Haus zu fallen«. »Beim Plaudern über Alltäglichkeiten lernt man sich nicht nur besser kennen, sondern kann auch freundlich auf Dinge hinweisen, die einen stören.« Doch ein lockerer Small-Talk im Treppenhaus oder im Aufzug ist nicht jedermanns Sache. Wer sich vor einem unmoderierten Gespräch scheue, dem stehe das Team des Schlichtungsbüros gern zur Seite – beratend oder dann eben doch bei einer angeleiteten Aussprache. Sprechstunde im Schlichtungsbüro am Wilhelmsruher Damm 124 ist derzeit dienstags zwischen 16 und 18 Uhr. »Sollten sich weitere Ehrenamtliche finden, die Lust und Zeit haben, sich als Mediatoren ausbilden zu lassen und bei uns mitzuwirken, könnte das Schlichtungsbüro noch häufiger öffnen«, sagt Dankwart Kirchner. »Im Sinne eines friedlichen Zusammenlebens aller Mieter.«

Mülltüten vor der Tür sind häufig nur die Folge kultureller Missverständnisse Auch Haustiere sind oft Streitobjekte zwischen Nachbarn – genauso wie laute Intrumente zur späten Stunde

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Von San Francisco ins Märkische Viertel Außergewöhnliche Hobbys: Thomas Hiller fliegt Hubschraubermodelle.

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Fotos: GESOBAU

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as Hobby von Thomas Hiller ist nicht nur außergewöhnlich, es Thomas Hiller in Rente schicken. ist Teil einer großen Leidenschaft, die sein ganzes Leben ge- Noch heute sitzt er im Cockpit – prägt hat und immer noch prägt: das Fliegen. Jetzt, da er als ehe- allerdings vor seinem PC mit einer maliger Pilot die großen Modelle altersbedingt nicht mehr lenken Flugsimulation. »Tegel ist dort wirkdarf, ist er auf die etwas kleineren umgestiegen. Die per Fernsteue- lich Tegel, und Malaga ist Malaga!«, rung bedienbaren Miniatur-Hubschraubermodelle haben es ihm ein- betont er. Wenn er die Flugzeuge am fach angetan. Wo er steht und geht, sein elektronisches Gefährt be- Horizont durch seine riesige Fenstergleitet ihn. Mit einem schelmischen Grinsen spitzt es der 62-jäh- front hindurch in der Wohnung im rige zu: »Wir müssen immer was in die Luft schmeißen können!« Wilhelmsruher Damm vorbeiziehen Fliegen ist Thomas Hillers Mit »wir« meint er sich und seinen Halbbruder. Die Begeisterung sieht, kommt bei ihm schon mal WehLeidenschaft am Fliegen scheint doch in der Familie zu liegen: Wie er selbst war mut auf. Auf Flugschauen würde er auch schon sein Vater Pilot. gar nicht erst gehen. Um dieses gewisse Funkeln in den Augen des Mannes richtig Seine Hubschraubermodelle, die zum Teil nur wenige Gramm verstehen zu können, muss man seine Lebensgeschichte kennen. schwer sind und so weit fliegen können, wie man sie noch sehen Thomas Hiller war insgesamt 38 Jahre lang Flugzeugführer und hat kann, geben ihm eine gewisse Ablenkung. »Da ist dieses Kribbeln in dieser Zeit die Welt gesehen. »Na was heißt Welt – ich hab die im Bauch, das Adrenalin steigt, man ist dermaßen angespannt, dass Flugplätze der Welt gesehen«, korrigiert er sich augenzwinkernd man bloß keinen Mist baut«, beschreibt der lebensfrohe Mann sein selbst. Rio, San Francisco, Bangkok und Gefühl und fügt hinzu: »Ich bin 62 und Tokio. Orte, die jeder einzeln normamanchmal fühle ich mich als wenn ich »Wir müssen immer was lerweise ein süßes Fernweh wecken, 15 Jahre alt bin!« Das erklärt vielleicht in die Luft schmeißen« waren für ihn als »Wandervogel« nur auch das ein oder andere Flugmanöver: einige Stationen unter vielen. Slalom zwischen Straßenlaternen, in Auch ein traumatisches Erlebnis einem Irish Pub oder als kleine Showkonnte seine Leidenschaft nicht brechen. 1971 sei er als 23-jähriger Einlage die geglückte Landung auf einem mit Gläsern befüllten TabCo-Pilot an Bord der Maschine von Pan International gewesen, bei lett in der Hand eines Kellners. Die saubere Landung ist bei diesen der aufgrund von Kerosin im Wassertank in 600 Metern Höhe beide Leichtgewichten eine knifflige Sache und der Wind oft ein SpielTriebwerke ausgefallen waren. Das Flugzeug musste auf einer Au- verderber. »Andere in meinem Alter sind schon psychisch tot. Das tobahn notlanden. Nicht alle Passagiere überlebten, sein Lebens- kommt aber bei mir nicht in Frage«, sagt er und lässt sein Gefährt wille aber schon. Schließlich musste sein Arbeitgeber Air Berlin noch einmal fliegen.


wussten sie schon?

»Es brennt!« Wie geschulte Achtsamkeit Brandfällen vorbeugen und das richtige Verhalten Leib und Leben retten kann.

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er Ausruf »Es brennt!« ist in Berlin seit dem Frühjahr leider wieder vermehrt zu vernehmen gewesen. Eine Reihe von Brandstiftungen, bei der vor allem Kinderwagen in Hauseingängen angezündet wurden, verängstigten und verunsicherten die Anwohner. Wer jedoch weiß, was im Notfall zu tun ist und wie Bränden sogar aktiv vorgebeugt werden kann, der wird in der Lage sein, entsprechend selbstsicher und umsichtig zu handeln.

Brandfällen vorbeugen und sich auf den Notfall vorbereiten Informieren Sie sich über vorhandene Feuerlöscheinrichtungen (Handfeuerlöscher, Wandhydrant) und deren Bedienung Beachten Sie die nächstgelegenen Rettungs- bzw. Fluchtwege (Treppenräume und Flure zu diesen). Diese müssen frei von brennbaren oder sperrigen Gegenständen bleiben und dortige Türen geschlossen, aber nicht verschlossen gehalten werden. Halten Sie alle Flure, Treppenräume und Hauseingänge frei von brennbarem Material wie Kartons, Möbel, Kinderwagen und ähnlichem. Sorgen Sie für einen begrenzten Zugang, indem Sie Haustüren und Türen zu Keller-, Boden- oder Müllräumen abschließen. Melden Sie technische Defekte (z. B. Hausflurbeleuchtungen) ihrem Kunderbetreuer oder per Online-Schadensmeldung, ebenso Verstöße gegen die oben genanten Richtlinien, sofern der Verursacher nicht festzustellen ist. Bei verdächtigen Handlungen alamieren Sie die Polizei. Installieren Sie in Ihrer Wohnung einen Rauchmelder in einem zentralen Raum, zum Beispiel dem Flur.

Verhalten im akuten Brandfall Feuerwehr alamieren: Notrufnummer 112. (Wichtig: Wo? Was? Wer?) Ruhe bewahren und Brandstelle orten: innerhalb oder außerhalb der eigenen Wohnung? Innerhalb: Fenster und Türen zum Brandraum schließen, um eine Ausbreitung von Rauch und Feuer zu verhindern. Angehörige und Mitbewohner warnen, anschließend Hilfebedürftige und sich selbst in Sicherheit bringen. Keine Aufzüge benutzen, sie können im Brandfall zur tödlichen Falle werden. Feuerwehr erwarten, Zugänge zeigen und ggf. Schlüssel bereit halten. Außerhalb: Wohnungstür unbedingt geschlossen halten, auf die Feuerwehr in der Wohnung warten und sich am Fenster/Balkon bemerkbar machen. Brand nur bekämpfen, wenn Sie sich dadurch nicht selbst in Gefahr begeben.

Die GESOBAU selbst sorgt aktiv für einen effektiven Brandschutz, indem sie regelmäßige Begehungen vornimmt. Gemäß exakt dokumentierter Checklisten und Ablaufpläne werden so zum Beispiel in unterschiedlichen Zeitabständen Fluchtwegbeschilderung- und beleuchtung, Rauchwärmeabzugsplatten, Rauchabzugseinrichtungen, Brandund Rauchmeldeanlagen, Feuerlöschanlagen, Brandschutztüren, Kohlenstoffmonoxid-Warnanlagen, Trocken- und Nasssteigleitungen sowie Elektroinstallationen im gesamten Bestand überprüft.

Brandquellen im Haushalt

Schutz durch Versicherung

Nicht nur vor Ihrer Wohnungstür, auch in Ihrer Wohnung können sich potenzielle Brandquellen befinden.

Im Brandfall hat das eigene Leben und das der Mitmenschen absolute Priorität. Der eigene oder fremde Hausrat hingegen kann letztlich nur durch entsprechende Versicherungen abgesichert werden, die Sie vor einem schmerzlichen, finanziellen Schaden bewahren. Die Hausratversicherung kommt in der Regel für Schäden am eigenen Hausrat auf. Sind durch Sie Sachoder gar Personenschäden an Dritten entstanden, so wird dies von der Haftpflichversicherung in der Regel gedeckt.

Geben Sie Acht auf alte bzw. defekte Elektrogeräte, insbesondere Wäschetrockner offenes Feuer, zum Beispiel Kerzen, Kamine/Öfen

Herd (Fettbrände) Kabel und Steckdosen Bügeleisen Lampen

Ein Aufklärungsvideo zum richtigen Verhalten bei Bränden in Treppenhäusern sowie viele weitere Infos finden Sie auf der Seite www.berliner-feuerwehr.de

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veranstaltungen

Veranstaltungen Der kleine Ferien-Spatz Termin: Sommerferien Ort: überall im Märkischen Viertel Der Ferienplaner 2011 mit einem tollen Ferienprogramm für Kinder, Jugendliche und die ganze Familie im Märkischen Viertel ist da und liegt ab sofort bei der GESOBAU zur Mitnahme für Sie bereit.

gnügt weitergehen. Die nächsten Stationen des filmischen Entertainments sind der Dannenwalder Weg und die Finsterwalder Straße. Freuen Sie sich auf ein Kino-Erlebnis direkt vor der Haustür!

Wedding

Unsere Kleinen können wieder an zahlreichen Ständen und Stationen ihr Geschick beweisen, basteln und einen schönen Sommernachmittag erleben. Mit der begehrten Kinderspielkarte können sie das Glücksrad drehen, Fotobuttons erstellen, auf die Torwand schießen, Kremser fahren und vieles mehr. Auch auf der Bühne wird es wieder ein Spektakel geben. So hat die Tanzschule Steirl einen Auftritt und die Musikschule Reinickendorf lädt zum »Kindermitmach Konzert« ein. Dazu gibt’s Süßwarenstände und ein Catering mit deftigen Speisen.

Termin: 17. Juli 2011 Ort: Schillerhöhe, 13407 Berlin Wie jedes Jahr kommen beim Frühschoppen Anwohner und GESOBAU-Mitarbeiter ins Gespräch, man sitzt gesellig zusammen und lässt sich bei Bratwurst und allerlei Getränken Sonne auf den Kopf scheinen. Für Kinder gibt es Spiele und viel Unterhaltung. Auch in diesem Jahr werden besondere Aktionen wieder für Überraschung sorgen.

Nächste Ausfahrt Wedding Termin: regelmäßig samstags Ort: Wedding, verschiedene Treffpunkte Preis: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro Termine und Anmeldung: www.ausfahrtwedding.de/termine.php

Nach dem Auftakt der Sommerfilmreihe am 20. Mai im Garten der Nachbarschaftsetage Märkisches Viertel mit dem Familienfilm »Ice Age 3« soll es nun ebenso luftig und ver-

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Termin: 24. August, ab 12:00 Uhr Ort: Rathausplatz, Müllerstraße 147, 13353 Berlin Die Schiller-Bibliothek wird 75 Jahre alt! Jene Weddinger Kultur-Instanz für Jung und Alt nimmt dieses besondere Jubiläum zum Anlass, ein buntes Rahmenprogramm auf dem Rathausplatz auf die Beine zu stellen und im Anschluss gegen 18:00 Uhr zu einem interessanten Vortrag mit dem Thema »Bewegte Zeiten – Der Wedding zwischen Diktatur und Sanierung« von Dr. Gerhild Komander einzuladen. Frau Dr. Komander leitet am 31. auch eine außerordentliche Stadtführung zum Thema »Bewegte Orte – Der Wedding zwischen Seestraße und Schillerpark«. Treffpunkt für die Führung ist an der Ecke Seestraße/Müllerstraße.

Weissensee Blumenfest Weißensee Termin: 26.- 28. August, ab 14:00 Uhr Ort: Antonplatz, 13086 Berlin, Park am Weißen See

Kino-Open-Air-Reihe Termin: 29. Juli und 16. September Ort: Dannenwalder Weg und Finsterwalder Straße Nähere Infos folgen unter www.gesobau.de

Jubiläum der Schiller-Bibliothek

Frühschoppen

3. Kinderwiesenwest Termin: 25. Juni 2011, 13:00-19:00 Uhr Ort: Wiese am Seggeluchbecken, Finsterwalder Straße Ecke Calauer Straße, 13435 Berlin

lung, kulturelle Vielfalt, Architektur, Streetlife und Religion. Auch die Bereiche Sport, Kulinarisches, Kleingartenkolonie und das Baudenkmal ExRotaprint sind seit diesem Jahr mit dabei. Anmeldung notwendig.

Entdecken Sie das wahre Potenzial vom Berliner Wedding mit dem Stadtführungsprojekt »Nächste Ausfahrt Wedding«. Ob ein Besuch beim afrikanischen Schneider, im Atelier eines Künstlers oder im buddhistischen Tempel – die Touren bieten die Möglichkeit, den unterschiedlichsten Menschen und Kulturen zu begegnen. Im Programm gibt es Touren zu den Themen Geschichte, Stadtentwick-

Als Fest von Bürgern für Bürger findet am letzten Wochenende im August das Blumenfest Weißensee statt. Vom Antonplatz mit einer Eventbühne über die Berliner Allee entlang zur großen Seebühne am Weißen See kann sich amüsiert werden. Neben dem Live-Programm auf den Bühnen dürfen Sie zum Beispiel auf Frischemarkt, Kunstinstallationen, eine Spielwiese, Steppke-Fußballtunier, Blumencorso, Berliner Blumen Flashmob und die Blumenkönigin-Wahl gespannt sein. Als krönender Abschluss gibt es am 28. August um 21:30 Uhr stilecht ein großes Höhenfeuerwerk über dem Weißen See.

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Fotos: GESOBAU, Nächste Ausfahrt Wedding e. V.

Reinickendorf


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Für mehr Platz und Zeit fürs gemeinsame Spielen: Denn unsere großzügigen Wohnungen liegen in unmittelbarer Nähe von Kitas, Spielplätzen und Schulen. Schön, wenn alles passt – für jeden in der Familie.

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