mbs magazin Sommer 2012

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Ausgabe Sommer 2012

magazin

Development Studies & Transformation

Warum wir interreligiöse und interkulturelle Kompetenzen brauchen Miroslav Volf kommt nach Marburg

› Interkulturelle Arbeit mitten in Berlin › Mission und Entwicklungshilfe › Interviews mit Dr. Thomas Kröck, Prof. Dr. Wilhelm Richebächer und Prof. Miroslav Volf


Editorial „Ehrlich gesagt: Uns fehlt die interkulturelle und interreligiöse Kompetenz, um mit den ausländischen Mitbewohnern in unserer Nachbarschaft zu reden. Das Kopftuch, das Essen, der Glaube - Vieles ist so anders.“ (Zitat aus einem Interview mit einem Gemeindemitarbeiter)

Solche Aussagen hören wir immer wieder, wenn Gemeinden sich aufmachen, den Menschen in ihrem Stadtteil neu zu begegnen. In Deutschland und weltweit vollzieht sich ein in seinen Auswirkungen kaum abzuschätzender gesellschaftlicher Umbruch - nicht nur auf wirtschaftlicher Ebene, sondern auch im Privatleben und in den Kirchen und Gemeinden. Diese globalen Veränderungsprozesse haben viele Fragen aufgeworfen, etwa wie Menschen mit unterschiedlichen kulturellen, ethnischen und religiösen Zugehörigkeiten miteinander leben können. Dieses mbs-Magazin möchte sich vor allem den dabei aufkommenden interkulturellen und interreligiösen Fragen nähern. Zum einen auf der internationalen Ebene. Dort muss geklärt werden, wie wir in unserem „globalen Dorf“ als Christinnen und Christen verantwortlich handeln können und wie Entwicklungspartnerschaften mit anderen Ländern und Kulturen aussehen können. Zum anderen stellt sich die Frage: Wie reagieren wir auf die kulturellen Veränderungen in unserem Land und welche Kompetenzen brauchen wir, um als Gemeinde mit anderen Religionen und Kulturen in unserer Nachbarschaft gut umzugehen?

Auch als mbs wollen wir uns diesen Herausforderungen stellen, und so haben wir im neuen Studienjahr nicht nur am mbs bibelseminar das neue Fach „Interkulturelle Arbeit“ eingeführt, sondern es startet im Herbst 2012 auch unter der Leitung von Dr. Thomas Kröck das Studienprogramm „Development Studies & Transformation“, das sich mit all diesen Fragen auf Master-Niveau beschäftigt. Wir wünschen ein anregendes Lesen!

Tobias Faix (Leiter mbs-Studienprogramm)

Inhalt dieser Ausgabe

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Editorial 2

Interview mit Miroslav Volf

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Interview mit Dr. Thomas Kröck

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»Von der Ausgrenzung zur Umarmung«

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»Development Studies & Transformation«

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Interview mit Matthias Leibbrand

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6. Marburger Studientage Gesellschaftstransformation 11

Mission und Entwicklungshilfe

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Kurzrezension Ganzheitliche Mission

Interview mit Matthias Gibhardt

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Impressum 12

Buchtipp: »Höchste Zeit umzudenken!«

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Kurzvorstellung mbs

Drei Fragen an Wilhelm Richebächer

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Interview

Interkulturelle Arbeit studieren:

Weit mehr als Bücherwissen! Wer sich auf die Aufgaben in der Entwicklungszusammenarbeit vorbereiten will, braucht eine sehr gute Ausbildung. Davon überzeugt ist Dr. Thomas Kröck. Er unterrichtet Interkulturelle Arbeit am Marburger Bildungs- und Studienzentrum (mbs) und wird ab Herbst 2012 das Studienprogramm „Development Studies & Transformation“ leiten.

Worin besteht Deine persönliche Verbindung mit dem Thema Entwicklungszusammenarbeit?

Das Studium ist praxisorientiert, jede/r Studierende bekommt ein Praxisprojekt. Was bedeutet das genau?

Mir ist als Jugendlichem deutlich geworden, dass Christen einen weltweiten Auftrag haben. Ich habe es als meine Berufung gesehen, Landwirtschaft zu studieren, um mich praktisch für andere einzusetzen. Mit meiner Familie habe ich dann zehn Jahre in Tansania gelebt und auch einige Zeit auf den Philippinen verbracht. In Tansania haben wir gemeinsam mit einheimischen Christen Menschen in abgelegenen Dörfern dabei unterstützt, ihre Lebensbedingungen zu verbessern und Gottes Schöpfung zu erhalten. In den vergangenen 13 Jahren habe ich als Leiter der EC1-Indienhilfe gearbeitet und mich daneben im Vorbereitungskreis der Christian-Community-Development Konferenzen engagiert.

Wir wollen nicht nur Bücherwissen vermitteln, sondern auf die Praxis vorbereiten. Deshalb wird jeder Studierende einem Projekt zugeordnet sein und die Studieninhalte an diesem Projekt reflektieren und anwenden. Für Studierende mit Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit kann dieses Projekt ihr bisheriger oder gegenwärtiger Arbeitsbereich sein. Studierende, denen diese Erfahrung noch fehlt, bekommen Gelegenheit, ein Projekt gründlich kennenzulernen und mit einem Projektmitarbeiter als Mentor die Anwendung der Studieninhalte zu erarbeiten. In jedem Präsenzmodul wird Zeit für diese Projektarbeit zur Verfügung stehen.

Was hat Dich dazu bewogen, Studienleiter für „Development Studies & Transformation“ zu werden? Ich habe selber erlebt, dass mich mein Studium in vielen Bereichen nicht ausreichend auf die Arbeit in Tansania vorbereitet hat. Ich musste mir dort Methoden für die Arbeit mit Dorfgemeinschaften aneignen und Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen und anderen Organisationen sammeln. Deshalb war es schon länger mein Anliegen, diese Erfahrungen weiterzugeben und jüngeren Mitarbeitern zu helfen, sich besser für Aufgaben in der Entwicklungszusammenarbeit vorzubereiten. Als Studienleiter für „Development Studies & Transformation“ werde ich dazu reichlich Gelegenheit haben. Woher kommt die Idee für das Studienprogramm? Die Anstöße für das Studienprogramm kommen aus zwei Richtungen: Zum einen von der „University of South Africa“ (UNISA), die bei Projektevaluierungen feststellte, dass von christlichen Organisationen betriebene Entwicklungsprojekte besonders nachhaltig waren. Die UNISA will diese Arbeit unterstützen und schlug daher ihrem Kooperationspartner, dem Marburger Bildungs- und Studienzentrum (mbs), vor, ein Studienprogramm für Mitarbeiter solcher Organisationen zu entwickeln. Der andere Anstoß kam dadurch, dass Christen, die in Entwicklungsprojekten engagiert waren, den Bedarf nach Erfahrungsaustausch und Fortbildung spürten. Deshalb wurde schon 1993 von Klaus Strub, dem Vorsitzenden der EMO2, der „Arbeitskreis Mission und Landwirtschaft“ (AMuL) gegründet. Daraus sind ab 2003 die „Christian-Community-Development Konferenzen“ entstanden, die maßgeblich von Karim Sayhoun geprägt wurden und den Bedarf einer soliden Ausbildung deutlich machten.

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Warum ist es wichtig, das Studienprogramm interdisziplinär anzulegen – d.h., als Mix aus Kultur- und Sozialwissenschaften, Entwicklungszusammenarbeit und Theologie? In der Entwicklungszusammenarbeit überschneiden sich viele Disziplinen, die an den Universitäten als verschiedene Fachbereiche getrennt sind. Dazu gehört natürlich Fachwissen in Medizin, Landwirtschaft oder Technik. Daneben müssen Mitarbeiter aber die sozialen und kulturellen Gegebenheiten verstehen und Verfahren kennen, die die Eigeninitiative der Menschen vor Ort stärkt. Auch für die Zusammenarbeit mit anderen Entwicklungsorganisationen oder dem Staat müssen sie vorbereitet sein. Als Christen beschäftigt uns außerdem, welches Welt- und Gottesbild durch die Entwicklungsarbeit vermittelt wird und welche Wirkung die Projekte auf die örtliche Gemeinde oder den Kirchenverband haben. Auf die Arbeit in diesem komplexen Geflecht wird das interdisziplinäre Studienprogramm vorbereiten. Auch in Deutschland wird viel über interkulturelle Arbeit gesprochen. Haben wir da noch Nachholbedarf? Ja, der Bereich der interkulturellen Arbeit und interreligiösen Arbeit nimmt zu und wir brauchen Menschen, die bereit sind, sich den damit verbundenen gesellschaftlichen und geistlichen Fragen zu stellen. Das Studienprogramm „Development Studies & Transformation“ kann hier ein wichtiger Beitrag sein, denn wir können gerade von internationalen Arbeitsfeldern viel für Deutschland lernen. Das gilt für Kirchen und Gemeinden, sozialpädagogische Arbeit und sozial-missionarische Stadtteilarbeit. Sprich: Gerade der Bereich der Gemeinwesenarbeit (community development) kann hier enorm profitieren. 

Die Fragen stellte Ilona Mahel.

EC = Jugendverband „Entschieden für Christus“ EMO = Evangeliumsgemeinschaft Mittlerer Osten

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Mission und Entwicklungshilfe offene Fragen trotz langer Geschichte

Über das theologische Verständnis von Mission und Entwicklungshilfe wurde schon viel gestritten, dabei verbindet sie eine lange gemeinsame Geschichte. Dennoch bleibt die Frage, wie Entwicklungsprojekte und die Verkündigung des Evangeliums einander ergänzen oder gar verstärken können. Mission ist Gottes Hinwendung zu den Menschen Spätestens seit der Begriff „Missio Dei“ mit der Weltmissionskonferenz in Willingen 1952 an Bedeutung gewonnen hat, ist deutlich, dass Mission nicht mit Mitgliederwerbung für die christlichen Kirchen oder Propaganda für ein christliches Weltbild verwechselt werden darf. Mission ist Teilnahme an der Hinwendung Gottes zu den Menschen. In seinem Sohn hat er sich mit uns Menschen identifiziert und unsere Schwächen und Nöte durchlebt. Durch seinen Tod am Kreuz hat Jesus Christus die Schuld, die uns von Gott trennt, auf sich genommen und den Weg zum Vater frei gemacht. Christen leben in der Erwartung, dass Gott sein Reich aufrichten wird, indem Krankheit und Tod, Ungerechtigkeit und Armut, Gier und Umweltzerstörung überwunden werden und Menschen aus allen Völkern in Harmonie miteinander leben können. Christen sind aufgefordert, an dieser Mission Gottes mitzuwirken. Nicht, indem sie Gewalt ausüben oder Menschen unter Druck setzen, sondern indem sie Menschen als geliebte und wertvolle Geschöpfe Gottes sehen und ihnen in Liebe begegnen. Neben dem Auftrag, den Auferstandenen zu bezeugen (Apg 1,8) und Menschen aus allen Völkern in die Nachfolge einzuladen (Mat 28,18-20), steht das Gebot, Gottes Liebe weiterzugeben (Joh 13,34f). Ganzheitliche Mission im Mittelalter Die Verkündigung der guten Nachricht von Gottes Liebe und der Dienst an Menschen in ihren konkreten Nöten und Bedürfnissen gehörte deshalb von Anfang an zur christlichen Mission. Beispiele dafür sind die iroschottischen Mönche und die Klöster im Mittelalter, die biblische Verkündigung und Lehre mit medizinischer Versorgung, landwirtschaftlicher Entwicklung und Schulunterricht verbanden. So prägten die Klöster nicht nur die geistliche, sondern auch die gesellschaftliche Entwicklung in Europa. Geistliche und gesellschaftliche Erneuerung durch den Pietismus Auch die Erneuerungsbewegung des Pietismus im 17. und 18. Jahrhundert, verband geistliche mit gesellschaftlichen Anliegen. In der „Pia desideria“ beschrieb Philipp Jacob Spener 1675 die Situation der christlichen Gesellschaft und ging auf konkrete Probleme wie das ausschweifende Leben an den Fürstenhöfen und ungerechte Besitzverteilung ein. Er lehrte, dass Glaube nicht nur intellektuelle Rechtgläubigkeit sei, sondern sich in der Tat beweisen müsse. Neben der Bildung von Bibelkreisen (Collegia pietatis) setzte sich Spener für die Beschaffung von Arbeitsplätzen und die Versorgung von Witwen, Waisen und Invaliden ein. Mit der Gründung eines Waisenhauses und einer Schulstadt für 2500 Menschen engagierte sich August Hermann Francke (16631727) in Halle für die Ausbildung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus allen sozialen Schichten. Dabei hatte er 4

eine weltweite Perspektive. Die in Halle ausgebildeten Studenten sollten später in ganz Deutschland, in Europa und darüber hinaus als Pfarrer, Lehrer und Missionare Multiplikatoren für eine grundsätzliche Reform der Gesellschaft sein. Die von Graf Nikolaus Ludwig von Zinzendorf (1700-1760) gegründete Herrnhuter Brüdergemeine war ebenfalls sowohl missionarisch als auch diakonisch aktiv. Die Herrnhuter Missionare setzten sich u.a. für unterdrückte Bauern im Baltikum und für Sklaven in der Karibik ein. Mission und Entwicklungshilfe Die Missionsbewegung des 19. und 20. Jahrhunderts verband Verkündigung mit medizinischer Hilfe, Schulunterricht und Berufsausbildung. In Indien ist es bis heute so, dass viele der angesehensten Universitäten und medizinischen Einrichtungen von Missionaren gegründet wurden. Als um 1960 die Ära der Entwicklungshilfe begann, waren christliche Werke wie „Brot für die Welt“, „Dienst in Übersee“ und die katholische „Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe“ von Anfang an dabei. Spannungsfelder und Fragen Dieser kurze Rückblick in die Geschichte macht deutlich, dass Mission eng mit Entwicklungshilfe bzw. Entwicklungszusammenarbeit verbunden war, lange bevor es diese Begriffe überhaupt gab. Trotzdem gibt es nach wie vor Spannungsfelder und Fragen, mit denen sich in diesem Bereich tätige Missionare und Entwicklungshelfer auseinandersetzen müssen. Dazu gehört die Frage nach der Beziehung zwischen Verkündigung und sozialer Hilfe. Auf die Einzelheiten der Diskussion im Rahmen des Ökumenischen Rats der Kirchen und der Lausanner Bewegung kann hier nicht eingegangen werden. Diese wurden an anderer Stelle ausführlich diskutiert. Mit dem Schlagwort von den „Reischristen“ wurde der Mission vorgeworfen, Katastrophenhilfe und Entwicklungsprojekte als Lockmittel für den christlichen Glauben zu missbrauchen. Auf der anderen Seite werden von der säkularen Entwicklungszusammenarbeit geistliche Bedürfnisse vernachlässigt und übersehen, dass geistliche Erneuerung und die Veränderung des Weltbildes wichtige Voraussetzungen für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung sein können. Das theologische Verständnis von Mission und die Frage nach dem Primat der Verkündigung sorgen bis heute für Konfliktstoff. Dabei muss es darum gehen, den Auftrag der christlichen Gemeinde nicht unbiblisch zu verengen und und ihn gleichzeitig nicht aus den Augen zu verlieren. Welches Weltbild verbreiten wir? Neben dieser grundsätzlichen theologischen Frage gibt es The-


men, die vor allem die Praxis christlicher Entwicklungszusammenarbeit und ihre Wirkung betreffen. Dabei geht es darum, ob Entwicklungsprojekte dazu beitragen, die Ziele christlicher Missionsarbeit zu erreichen oder dies gerade erschweren. Wenig reflektiert wird z.B., welches Weltbild durch medizinische Arbeit oder ländliche Entwicklungsprojekte vermittelt wird. Verbreiten wir damit ein materialistisches Weltbild, in dem Gott für Fragen nach dem Sinn und der persönlichen Spiritualität zuständig ist, während es bei Gesundheit, Landwirtschaft oder Brunnenbau um naturwissenschaftliche Fragen geht, die mit Gott nichts direkt zu tun haben? Andererseits besteht die Gefahr, dass Entwicklungsaktivitäten von den Beteiligten im Rahmen ihres magischen Weltbildes interpretiert und in dieses integriert werden. Fördern wir nachhaltige Entwicklung oder Abhängigkeit? Eng mit der Frage nach dem Weltbild verbunden ist die Problematik der Anhängigkeit (Dependency). Der Slogan „Hilfe zur Selbsthilfe“ und die chinesische Weisheit, dass es besser sei, einen Hungrigen das Angeln zu lehren, als ihm einen Fisch zu geben, werden seit vielen Jahren verbreitet. In der Praxis ist es jedoch oft nicht so einfach, Abhängigkeit zu vermeiden und zur nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Dazu müssen traditionelles Wissen und lokale Ressourcen und Fähigkeiten genutzt und Selbstvertrauen gefördert werden. Geduld und langfristige Arbeit können dabei wichtiger sein als ein umfangreiches Budget und großartige Öffentlichkeitsarbeit. Wie und mit wem können wir zusammen arbeiten? Für die Arbeit eines Missionswerks kann es auch von größter Bedeutung sein, welche Wirkung ein Projekt auf die einheimische Kirchenleitung und örtliche Gemeinden hat. Wird die einheimische Kirche als Partner ernst genommen? Fördert das Projekt das Engagement der Christen und stärkt es die Gemeinden oder führt es zu Rivalität, Auseinandersetzungen und Abhängigkeit und untergräbt so die Glaubwürdigkeit der Gemeinde? Ähnliche Fragen stellen sich hinsichtlich der Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen oder Organisationen, die von anderen Religionen geprägt sind. Persönlichkeit, Einstellung und Hingabe der Mitarbeiter Neben diesen Fragen, die die Projektplanung und –­durchführung betreffen, spielt die Persönlichkeit, Einstellung und Hingabe des Missionars bzw. Entwicklungshelfers eine entscheidende Rolle. Wie versteht der ausländische Mitarbeiter („Experte“) seine Rolle und wie sieht er die einheimische Leitung und Mitarbeiter? Gibt er seine (europäische) Prägung weiter oder öffnet er

sich für die Gastkultur und fragt gemeinsam mit einheimischen Christen nach der Leitung des Heiligen Geistes? Angebote zur Weiterbildung und zum Erfahrungsaustausch In den vergangenen Jahrzehnten haben christliche Werke viel von Entwicklungsexperten aus dem säkularen Bereich gelernt und ihre Methoden und Entwicklungsansätze weiterentwickelt. Daneben gibt es aber auch Fragen wie die oben genannten, die sich besonders christlich geprägten Organisationen stellen. Um Mitarbeitern aus solchen Werken ein Forum für den Erfahrungs austausch und eine Gelegenheit zur Fortbildung zu bieten, wurde 1993 der „Arbeitskreis Mission und Landwirtschaft“ (AMuL) gegründet, aus dem 2004 die internationale „Christian Community Development Conference“ (www.ccdnetwork.de) hervor gegangen ist. Die internationale Konferenz findet im 2-3jährigen Rhythmus statt, das nächste Mal vom 19. bis 23. Mai 2014 in Schwäbisch Gmünd. Eine noch intensivere Möglichkeit der Weiterbildung ist der Studiengang „Development Studies & Transformation“ (www.developmentstudies.de). Er wurde aufgrund der Anfrage der University of South Africa (UNISA) und der Erfahrungen mit der CCD-Conference vom Marburger Bildungs- und Studienzentrum (mbs) entwickelt. Der Studiengang ist besonders für Mitarbeiter christlich geprägter Werke konzipiert und führt ab Herbst 2012 in drei Jahren berufsbegleitend zum Master of Arts an der UNISA. In den Modulen werden neben Entwicklungstheorien und aktuellen Entwicklungsansätzen besonders auch die Bedeutung von kulturellen und sozialen Strukturen, die Stärkung von Partizipation und lokalen Fähigkeiten, sowie Fragen der Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern behandelt. Die Studierenden reflektieren und erproben die theoretischen Grundlagen und vermittelten Erfahrungen in Praxisprojekten. Dadurch sollen Missionare und Entwicklungshelfer befähigt werden, Entwicklungsprojekte so zu planen und durchzuführen, dass die oben genannten Probleme minimiert werden und Gottes Liebe für alle Menschen sichtbar wird.  Dr. Thomas Kröck

Dr. Thomas Kröck unterrichtet Interkul-

turelle Arbeit am Marburger Bildungsund Studienzentrum (mbs) und wird ab Herbst 2012 das Studienprogramm „Development Studies & Transformation“ leiten.

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»Es fehlen hochqualifizierte

Mitarbeiter!«

Matthias Leibbrand ist Direktor von Vision Hope International e.V., einem gemeinnützigen Hilfswerk, das Projekte der Entwicklungszusammenarbeit im Jemen und in Afghanistan begleitet und fördert. Auch er spricht sich für eine fundierte Ausbildung aus. Herr Leibbrand, Sie haben viele Jahre im Jemen gelebt und Entwicklungshilfe als Beitrag zur Gesellschaftstransformation kennengelernt. Welchen Beitrag können aus Ihrer Sicht Christen für die Entwicklung im Jemen leisten? Der Jemen hat eine ganze Reihe massiver Probleme, die mit der aktuellen politisch instabilen Situation, Korruption und massiver Arbeitslosigkeit zu tun haben. Wenige dieser Probleme sind rein technisch, sondern auch stark davon geprägt, dass die Menschen die Hoffnung verloren haben, bzw. den Eindruck haben, von der Weltgemeinschaft vergessen zu werden. Christen mit einer guten technischen Ausbildung in der Entwicklungszusammenarbeit, die solchen Menschen mit Liebe und Achtung begegnen, können in der aktuellen Situation im Jemen einen großen Beitrag zur Gesellschaftstransformation leisten. Nur in einem ganzheitlichen Ansatz kann es gelingen, die massiven Probleme des Jemen zu minimieren.

Was für Hilfe brauchen Sie für Ihre Arbeit? Uns fehlt es sehr an hochqualifizierten Mitarbeitern zur Abwicklung unserer Projekte mit dem Welternährungsprogramm, UNICEF, UNOCHA und verschiedenen anderen Geldgebern. Durch das technische Wissen über alle Aspekte der Entwicklungszusammenarbeit und die Grundlagen der Gesellschaftstransformation werden durch „Development Studies & Transformation“ für uns als Organisation potentiell sehr interessante Mitarbeiter entwickelt.

Welche Fehler sollten dabei vermieden werden? Oft haben Christen ein gutes Herz, aber sind fachlich nicht auf Themen wie Not- und Katastrophenhilfe, Wiederaufbau oder nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit vorbereitet. Zu oft spielt bei solch engagierten Christen das Wort eine zu große Rolle, bzw. die einheimischen Muslime werden als Missionsobjekte gesehen. Die Menschen fühlen sich dann auch so behandelt und können keine Verantwortung übernehmen. Ziel sollte es sein, den Menschen als Bruder und Schwester in der Liebe Gottes zu begegnen, gemeinsam Lösungen für eine Gesellschaftstransformation zu erarbeiten und diese dann zu leben. Wie kann eine gründliche Ausbildung der Entwicklungshelfer dazu beitragen, dass Entwicklungszusammenarbeit gelingt? Ohne fachliche Kenntnisse in der Entwicklungszusammenarbeit ist es fast unmöglich, gute Projekte durchzuführen. Ohne die Fachsprache, z.B. in Project Cycle Management zu beherrschen, ist es schon nahezu unmöglich, Gelder von institutionellen Geldgebern zu erhalten. Damit sind dann Projekte von christlich geprägten Organisationen von Spenden abhängig, obwohl es von der UN, EU und vielen anderen Gebern Möglichkeiten zur Projektförderung gibt, wenn qualitativ hochwertige Anträge formuliert werden. Bei der Projektdurchführung selbst sind Fachkenntnisse in Projektbuchhaltung sehr wichtig, nur so kann z.B. eine saubere Budgetkontrolle stattfinden, außerdem müssen die Berichte an die Geldgeber in spezifischen Formaten erfolgen. Aber noch viel entscheidender ist das Wissen über Grundlagen der Gesellschaftstransformation. 6

Welchen Eindruck haben Sie von dem neuen Studiengang „Development Studies & Transformation“ am mbs in Marburg? Der Studiengang beinhaltet alle wesentlichen Komponenten, um erfolgreiche Projektmitarbeiter hervorzubringen. Der Studiengang ist sehr praktisch und somit erhalten alle Teilnehmer die Möglichkeit, ganz praktisch zu lernen, wie erfolgreiche Projekte geplant, finanziert, durchgeführt, abgerechnet und mit Berichten, bzw. Wirkungsanalysen abgeschlossen werden können. Durch die enge Verknüpfung mit Organisationen durch Praktika wird praxisrelevantes Lernen gefördert.  Die Fragen stellte Tobias Faix.


»Wertschätzung öffnet Tür und Tor« Interkulturelle Arbeit mitten in Berlin. Interkulturelle und interreligiöse Kompetenzen sind nicht nur dann gefragt, wenn Deutsche etwa in Afrika oder Asien arbeiten. Auch hierzulande gibt es viele Berührungspunkte mit anderen Kulturen und Religionen. Matthias Gibhardt, Mitgründer des Familienzentrums [face] im Märkischen Viertel in Berlin, ist bei diesem Thema mittendrin. Matthias, die „Migrationsdebatte“ kocht in Deutschland in regelmäßigen Abständen hoch, Du redest aber nicht nur darüber, sondern arbeitest im Märkischen Viertel in Berlin ganz praktisch mit Menschen aus verschiedenen Kulturen. Wie sieht die Arbeit praktisch aus? Im Märkischen Viertel leben Menschen aus fast 100 Nationen auf engsten Raum. Gehe ich durch meinen Hausaufgang, komme ich beim Türken, Vietnamesen und Iraner vorbei. Die Schulen haben einen Anteil von Schülern NDH (nicht deutscher Herkunft) von 60-80%. Der Begriff „Debatte“ klingt vor diesem Hintergrund fremd. Wir haben keine „Debatte“, sondern das tägliche Bemühen, gut miteinander auszukommen. Integrationsarbeit ist nicht einfach, weil die einzelnen Kulturen häufig doch unter sich bleiben. Die Fremdheit in Gewohnheiten wird durch große Sprachhürden noch verstärkt. Erfolge sind für mich, wenn muslimische Mütter unseren Krabbeltreff besuchen und sich wohlfühlen. Wenn wir Erstkontakte knüpfen können über die Sprachstandsfeststellung für Kinder, die keine Kita besuchen1 oder Integration ganz praktisch in unserem Familienbildungsprogramm FUN2 erleben dürfen. Es ist schön, wenn der Vater aus dem Libanon dem deutschen Vater von seiner Kindheit erzählt oder jede Familie einmal mit ihrem Essen die Gruppe bekochen kann. Natürlich gibt es auch „Misserfolge“. Eine Familie brach den FUN-Kurs ab, weil ihr zu viele Ausländer dabei waren. Als einzige deutsche Familie waren sie fremd im eigenen Land. Für die Zukunft planen wir, noch stärker in die Integration zu investieren. Wir denken über Sprachkurse mit Kinderbetreuung nach und planen z.B. im Herbst ein Interkulturelles Erntedankfest. Welche interkulturellen und interreligiösen Kompetenzen braucht man für eine solche Arbeit? Persönlich ausgedrückt durfte ich lernen, mich und meine Kultur bzw. Wirklichkeit nicht für das Maß der Dinge zu halten. Demut, Empathie und Geduld sind, denke ich, Kernkompetenzen. Besonders spannend wird das Thema natürlich, wenn man es mit Christen aus anderen Kulturkreisen oder anderen Religionen zu tun hat. Das kommt häufig vor. Migranten sind häufig spiritueller als wir und nehmen ihren Glauben selbstverständlicher mit in ihren Alltag. Eine gute Ausbildung mit diesen Schwerpunkten ist da sehr wichtig, da viele doch etwas naiv in die Kulturfalle tappen. Ich finde es toll, dass hier jetzt ein neues Studienprogramm mit den Schwerpunkten gegründet werden soll. Darauf legen wir in unserem Familienzentrum auch großen Wert. Wie kam es zur Gründung des Familienzentrums? Ich war erschrocken über die Geschwindigkeit der sozialen Veränderungen im Märkischen Viertel und habe uns als Ortsgemeinde in der Pflicht gesehen, Gesellschaft in unserer Nachbarschaft mit zu gestalten. [face] ist ein Projekt im Studienprogramm Gesellschaftstransformation, das ich in Begleitung und mit hilfreicher Reflexion von meinen Mitstudierenden entwickeln durfte. Ohne die Werkzeuge der Gesellschaftstransformation - eine gründliche Kontextanalyse, Evaluation, etc. - wäre das Familienzentrum sicher nicht entstanden. Zusätzlich erleben wir in unserem Kirchenkreis, in unserem Diakonischen Werk und in unseren Gemeinden einen neuen Aufbruch zu den Menschen. Wir kooperieren und gehen als Partner gemeinsam in unsere

Nachbarschaft. Diese Einigkeit ist etwas ganz besonderes. Vom Kirchenkreis Reinickendorf wurden wir stark gefördert und unterstützt. Welche Aufgaben haben Christen und Gemeinden gerade im Bezug auf sozial Benachteiligte? Zuerst die Linderung der augenscheinlichsten Nöte, wie wir es mit unserem Second-Hand-Laden, Nachbarschaftshilfe oder auch der Hausaufgabenhilfe tun. Die möglichen Hilfen sind unendlich erweiterbar. Dabei dürfen wir aber nicht stehen bleiben. Strukturelle Fragen des Stadtteils und die Gestaltung des Lebensumfeldes sind genauso wichtig. Das bedeutet für eine Gemeinde, sich ganzheitlich einzumischen. In der Diakonie, genauso aber in Stadtteilgremien und in der lokalen Politik. Tür und Tor öffnet aber eine Haltung der Wertschätzung. Wenn wir mit den Menschen gemeinsam gestalten, ihre Meinung anhören, sie mitmachen lassen, dann kommen wir dem, was Jesus mit Gottes neuer Welt meint, sehr nah. Jesus war unglaublich wertschätzend den Menschen und den verschiedenen Kulturen gegenüber. Das hört sich gut an! Ihr lasst also die Diakonie neu aufleben? Mit [face] versuchen wir, den sperrigen Begriff der Gemeinwesendiakonie zu füllen. Gemeinwesendiakonie bedeutet die strukturelle Vernetzung von institutionalisierter Diakonie und Ortsgemeinde. Salz der Erde zu sein geht dann richtig gut, wenn helfende Hand und verkündigtes Wort gemeinsam erlebbar sind. Viel zu häufig verkümmern unsere Kompetenzen nebeneinander. Zum Anderen meint Gemeinwesendiakonie, wie eben schon gesagt, die aktive Gestaltung von Sozialräumen. Christliche Gemeinde hat an ihren Standorten von Gott die Verantwortung übertragen bekommen, sich zu kümmern. Entziehen wir uns diesem Auftrag, nehmen wir den Menschen weg, was ihnen zusteht.  Die Fragen stellte Tobias Faix. Mathias Gibhardt ist Mitgründer des Familienzentrums [face] im Märkischen Viertel in Berlin, das von den Kirchengemeinden Apostel-Johannes und Apostel-Petrus getragen wird.

1 Vom Senat verordnet 2 FUN = „Familie und Nachbarschaft“, ein präventives Familienprogramm (www.praepaed.de) 7


Buchtipp Brian McLaren

»Höchste Zeit umzudenken!« „Everything must change“ - „Alles muss sich ändern“ heißt das Buch von Brian McLaren im Original. Die Marschrichtung ist also klar - es geht ans Eingemachte!

Provokant, unkonventionell, revolutionär – so muss Jesus seinerzeit auf seine Zeitgenossen gewirkt haben. Etwa 2000 Jahre später schreibt ein US-amerikanischer Pastor ein Buch, mit dem er ebenso provozieren und wachrütteln will: Ein Buch über eben diesen Jesus, der religiöse Konventionen hinterfragt hat und Menschen stattdessen aufforderte, die gute Nachricht vom Reich Gottes zu verbreiten. „Höchste Zeit umzudenken!“ Brian McLaren ist der Ansicht, dass sich auch das Christentum des 21. Jahrhundert hinterfragen lassen muss: Predigen wir wirklich die gute Nachricht eines revolutionären Systemhinterfragers, indem wir Ungerechtigkeit anprangern und den Armen, Kranken und Schwachen zu ihrem Recht verhelfen? Oder drehen wir uns – persönlich und in unseren Gemeinden – nur um den eigenen Seelenzustand und nehmen Hunger, Not und Unterdrückung außerhalb unseres Wohlstandssystems nicht mehr wahr? Eine wahrhaft provokante Frage! Wer sich allerdings provozieren und durch McLarens Buch liebevoll hinterfragen lässt, wird reich belohnt: Mit einem geweiteten Blick auf Gottes Plan für diese Welt, der Lust macht, mit anzupacken. Mit einem geweiteten Herzen, das die Gnade Gottes selbst neu begreift und sich nicht mehr nur um die eigene Frömmigkeit drehen muss. Mit einem geschärften Verstand, der sensibel ist für systembedingte Ungerechtigkeit und globale Missstände.

„Höchste Zeit umzudenken!“ ist ein erfrischend herausforderndes Buch, das eine wahre Lücke auf dem christlichen Buchmarkt schließt. Wer sich die Frage stellt, was eigentlich die wahrhaft gute, verändernde Nachricht in Jesu Botschaft ist und welche Bedeutung sie heute hat, wird in McLarens Buch spannende Antworten finden. Aber Vorsicht: McLaren macht auch vor politischen und wirtschaftlichen Fragen nicht Halt! Und es könnte sogar passieren, dass man die Welt und das eigene Leben auch in dieser Hinsicht mit anderen Augen sieht…  Stefanie Hoppe (ERF Medien, www.erf.de; mit freundlicher Genehmigung)

Brian McLaren Höchste Zeit umzudenken: Jesus, globale Krisen und die Revolution der Hoffnung Verlag der Francke-Buchhandlung 280 Seiten, Paperback ISBN 978-3868270457 € 17,95

Studiengang Development Studies & Transformation Ab Herbst 2012 bietet das Marburger Bildungs- und Studienzentrum in Zusammenarbeit mit der Universität von Südafrika (UNISA) ein neues Master-Studienprogramm an: „Development Studies & Transformation“ ist eine internationale und interdisziplinäre Studien- und Weiterbildungsmöglichkeit, die für leitende Aufgaben in Entwicklungsprojekten sowie in Missions- und Hilfsorganisationen vorbereitet und qualifiziert. Das Studienprogramm vereint Inhalte aus Entwicklungszusammenarbeit, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie Theologie. Darüber hinaus vertiefen Studierende ihre Erkenntnisse in einem eigenen Praxisprojekt. Theorie und Praxis werden so auf besonders intensive Weise miteinander verknüpft. Die Studierenden werden im Studienprogramm für das Berufsfeld der Entwicklungszusammenarbeit (NGOs, Missionsgesellschaften und Regierungsprogrammen), aber auch für vernetzende Tätigkeiten zwischen Kirchen/ Gemeinden und NGOs und Missionswerken qualifiziert – ein Aufgabenfeld, das in Zukunft eine immer größere Rolle spielen wird. Mehr Infos & Bewerbungsunterlagen: www.developmentstudies.de

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Entwicklungspolitik auf christlicher Basis: Die Mentalität der Menschen prägen Drei Fragen an Oberlandeskirchenrat Prof. Dr. Wilhelm Richebächer (EKKW), der als Dezernent für die Bereiche Ökumene, Weltmission und Entwicklungsfragen zuständig ist. Welchen Beitrag können Christen für die Entwicklung Afrikas leisten? Der Auftrag Gottes an die christliche Kirche, das Evangelium von der Versöhnung mit ihm und für die Menschen untereinander zu verkünden und zu leben, hat eine Reihe von konkreten Beiträgen für eine Gesellschaft oder einen Kontinent zur Folge: Es wird dort ein Klima des Vertrauens und des Friedens gefördert, ohne das keine öffentliche Sicherheit und keine Wirtschaft (Investitionssicherheit) möglich ist. Einzelne Personen werden mit ihren Begabungen gefördert ohne Rücksicht auf ihre Herkunft, ihr Geschlecht und vieles andere, was Menschen sonst als Hindernisse aufbauen. Arme und kranke Menschen werden ermutigt, selbst einen Beitrag zu leisten, auch wenn er klein ist; denn keiner ist vor Gott so arm, dass er/sie nichts beitragen könnte.

Dies klingt alles sehr minimal, wenn man es an den Industrienationen misst. Aber es reicht, wenn es die Mentalität vieler Bürger prägt, um mehr Stabilität in Ländern zu haben, in denen bisweilen in einem Jahrhundert mehrfach Mord und Totschlag für viele Wochen und Monaten regierten: Rwanda, Burundi, Kongo u.a.m. Ein tragisches Beispiel dafür, dass Christsein allein noch keinen Fortschritt bedeutet, ist wiederum Rwanda, wo 1994 ein weitgehend von Christen bewohntes Land im Blutvergießen versank. Christsein will gelebt sein, nicht nur im Kopf, im Herzen oder in der Tradition verwahrt werden! Welche Fehler sollten dabei vermieden werden? Vor allem sollte man aufhören zu denken, dass man ein Land oder einen Kontinent von außen her entwickeln kann. Das können, wie der Vater der Unabhängigen Nation Tansania, Julius K. Nyerere schon früh lehrte, nur die Menschen selbst tun, die eine Nation ausmachen und mit Würde und eigenen Zielen der Bildung und der Gerechtigkeit nach vorn arbeiten. Aus diesem Grundsatz ergeben sich weitere Maximen zur Fehlervermeidung: Projekte, mit denen ausländische Firmen nur Geld verdienen wollen, ohne den einheimischen Arbeitskräften faire Arbeitsbedingungen zu gewähren, müssen mittelfristig scheitern. Industriezweige in Afrika, die nicht auch Absatzmärkte in Afrika bedienen können, sind (abgesehen von dem damit verbundenen ökologischen Unsinn) nicht akzeptabel, da es nur um Ausbeutung billiger Arbeitskräfte geht. Die Überflutung mit westlichen Abfallgütern ist entwürdigend. Im Zweifelsfall lieber eine Hose aus afrikanischer Produktion zum Verkauf bringen helfen, als drei Altkleider-Hosen nach Afrika schicken!

Wie kann eine gründliche Ausbildung der Entwicklungshelfer dazu beitragen, dass Entwicklungszusammenarbeit gelingt? Es geht um Entwicklungs-ZUSAMMENARBEIT von Afrikanerinnen und Afrikanern hier und Deutschen bzw. Europäern dort. Damit dies gelingt, sind folgende Maßnahmen notwendig: 1. Afrikanische Sprachen müssen neben Englisch, Französisch oder Portugiesisch gelernt werden. So entsteht sofort eine günstige Lern-Gemeinschafts-Konstellation. 2. Die tiefe Religiosität und der kulturelle Stolz afrikanischer Völker ist zu beachten. Diese sind sehr, sehr gastfreundlich, was aber nicht als Einladung zur billigen Ausbeutung missverstanden werden darf. Genau dies hat sich in der Kultur von Kolonialisten aber entwickelt, die leider in mancher westlich-weißen Arroganz bis heute vorkommt. Diesen Trends muss entgegengearbeitet werden; allein Freundlichkeit oder die Annahme, so würde ja heute doch keiner mehr über schwarze Menschen denken, reicht nicht. 3. Christen müssen andere Formen christlichen Gottesdienstes und christlichen Lebens akzeptieren können: Der eine Herr bildet viele Formen aus. 4. Die Hauptprobleme afrikanischer Wirtschaften (Produktionssicherung, Infrastrukturen, internationale Finanzwirtschaft, Konkurrenz der vermeintlichen HelferNationen als Konkurrenz der Profitsucher) müssen gekannt werden und in ihren weltwirtschaftlichen Verknüpfungen für einen Studierenden durchsichtig sein. 5. Vor allem müssen die Chancen regionaler Märkte vom Produzenten von Gütern und Dienstleistungen bis zum sicheren Absatz der Leistungen kreativ angegangen werden. Hierfür kann man nie genug Best-Practice-Beispiele haben. 6. Last but not least: Auch die Auswirkungen eines bescheideneren Lebens- und Mobilitätsstandards in unseren westlichen Ländern direkt auf Menschen im Süden und indirekt im Blick auf die Energie-Frage und deren Zusammenhang mit dem Weltklima sind nicht einfach wegzuschieben. Automatisch werden Afrikaner freilich nicht reicher, wenn wir ärmer werden. Aber wo unser Reichtum mit ihrer Verarmung korreliert, gelten andere Herausforderungen. Darum müssen die Fragen um Gerechtigkeit und Schöpfungsverantwortung ein wesentlicher Teil der Ausbildung zu einer EntwicklungsFachperson sein.  Die Fragen stellte Thomas Kröck.

Prof. Dr. Wilhelm Richebächer ist Oberlandeskirchenrat in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

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Interview

Versöhnung als zentraler Punkt des christlichen Glaubens Miroslav Volf, Theologieprofessor an der Yale-University, gilt als einer der bedeutendsten Theologen unserer Zeit. Seine Theologie der Versöhnung und Gewaltlosigkeit postulierte er u.a. in „Von der Ausgrenzung zur Umarmung: Versöhnendes Handeln als Ausdruck christlicher Identität”, das im Herbst 2012 endlich auch in deutscher Sprache erscheint. Zudem kommt Professor Miroslav Volf am 15. & 16. März nach Marburg.

Professor Volf, Ihr Buch »Von der Ausgrenzung zur Umarmung« wurde von Christianity Today zu den 100 wichtigsten religiösen Büchern des 20. Jahrhunderts gewählt. Können Sie uns kurz erläutern, warum das Thema Versöhnung gerade heute so wichtig ist?

Wenn wir abgekapselte Wesen wären, die nur äußerlich mit Anderen zu tun hätten, wäre Versöhnung nahezu bedeutungslos. Aber unser Leben ist vernetzt mit dem Anderer und unsere Beziehungen bestimmen, wer wir sind. Zerbrochene Beziehungen führen zu einem zerbrochenen Selbst. Und da brauchen wir Versöhnung. Hinzu kommt, dass wir in einer globalisierten Welt leben, in der immer mehr unterschiedliche Menschen “unter einem Dach” leben. Diese Vielfalt ist ein Reichtum, bringt aber auch Konflikte mit sich. Versöhnung ist der zentrale Punkt des christlichen Glaubens – schließlich gehen wir davon aus, dass Gott die Liebe ist. Was sind denn in unserer globalisierten Welt diese Versöhnung für Christinnen und Christen konkret aus? Sicher ist Versöhnung eine große Herausforderung, insbesondere wenn verschiedene Religionen und unterschiedliche Weltanschauungen aufeinandertreffen. Globalisierung bedeutet, dass die Welt kleiner geworden ist und Religionen sich Geltung verschafft haben. Unterschiede – das betrifft auch Unterschiede zwischen den Religionen – sind ein Grund für Konflikte; und diese Unterschiede erschweren zum Teil auch die Versöhnung, weil wir teilweise ein unterschiedliches Verständnis von Versöhnung haben. Damit verwandt – und meiner Meinung nach noch grundlegender – ist die Herausforderung, ein gelingendes Leben zu führen. Die wichtigste Frage der Menschheit ist doch: Wie sieht gelingendes, blühendes Leben aus? Verschiedene Religionen geben verschiedene – oder genauer gesagt: zum Teil verschiedene – Antworten auf diese Frage. Das ist eine Herausforderung. Hinzu kommt: In unserer Gesellschaft gibt es die starke, zum Teil von der Globalisierung begünstigte Tendenz, die Frage nach gelingendem Leben nicht nur falsch zu beantworten – also, vom christlichen Standpunkt her gesehen – sondern die Frage gar nicht erst zu stellen. Oft ist es der Konsum, das wirkungsvollste Opium für‘s Volk, der das Streben nach einem erfüllten Leben ersetzt. So wird der Glaube mit seinem zentralen Anliegen irrelevant. Sie kommen am 15. & 16. März 2013 zu den 6. Marburger Studientagen Gesellschaftstransformation nach Deutschland - allerdings nicht zum ersten Mal. Welche Erinnerungen haben Sie an ihre Zeit in Deutschland? Fast ein Jahrzehnt lang habe ich dank Stipendien des Diakonischen Werkes und der Alexander von Humboldt-Stiftung in Deutschland studiert und geforscht – vor allem im wunderschönen Tübingen. Ich habe wunderbare Erinnerungen an diese Zeit und damals viele sehr gute Freunde gewonnen. Meine frühen akademischen Arbeiten wären undenkbar ohne das anregende intellektuelle Klima, das reiche kulturelle Erbe, großzügige 10

finanzielle Unterstützung und viele freundliche Begegnungen in Deutschland. Mein Vater hatte deutsche Vorfahren, also habe ich Deutschland sozusagen auch mein eigenes Erbe entdeckt. An den Studientagen geht es auch darum, welche Rollen Christen in unserer Gesellschaft spielen sollen. Warum sind Christen heute für ein gelingendes Zusammenleben von Menschen wichtig? Wichtig ist hier das Wort “sollen”. Christen sind wichtig für ein gelingendes Zusammenleben, falls sie sich so im öffentlichen Leben engagieren, wie sie sollten. Aber oft tun Christen das nicht. Manchmal ziehen sie sich zurück und ihr Glaube verliert seinen eigentlichen Charakter, weil er im Leerlauf ist und keinen Beitrag zum Gemeinwohl leistet. Oder Christen bringen sich zwar ein, denken aber, sie müssten alles nach ihrem Bild neu erschaffen – und vergessen dabei, dass sie Anderen die gleichen Rechte einräumen müssen, die sie für sich selbst einfordern. Wenn das der Fall ist, richten Christen mehr Schaden an als Gutes zu tun – sowohl für sich selbst als auch für andere. Aber es gibt auch Situationen – z.B. in vorwiegend säkularisierten Gesellschaften oder solchen, die von anderen Religionen dominiert werden - in denen Christen das Recht genommen wird, sich öffentlich für ein gelingendes Leben auszusprechen und auf ein solches hinzuarbeiten. Dann werden Christen unfair behandelt, manchmal sogar verfolgt, und das Gemeinwohl leidet. Meiner Einschätzung nach ist der wichtigste Beitrag, den Christen zum öffentlichen Leben leisten können, als Bewahrer eines authentischen Menschseins zu fungieren – immer wieder neu auszudrücken, zu verkörpern und lebendig zu halten, was blühendes Leben bedeutet, das in der Geschichte von Jesus Christus und der Wirklichkeit des dreieinigen Gottes verwurzelt ist. Vielen Dank für das Gespräch!  Die Fragen stellte Tobias Faix.

Miroslav Volf ist Professor für Theologie an der Yale-University in New Haven und Direktor des Yale Center for Faith and Culture.


Buchtipp

Miroslav Volf

»Von der Ausgrenzung zur Umarmung« Wenn ein Buch erst sechzehn Jahre nach Erscheinen übersetzt wird, muss es triftige Gründe geben. Für das vorliegende Buch gibt es gleich mehrere: So wurde es von der populären US-Zeitschrift „Christianity Today“ zu den wichtigsten 100 Büchern des 20. Jahrhunderts gewählt und gewann 2002 den mit 200.000 $ dotierten „Grawemeyer Award in Religion“. Der britische Theologe N. T. Wright würdigte das Buch, indem er sagte: „Von der Ausgrenzung zur Umarmung von Miroslav Volf ist ohne Zweifel das beste theologische Buch, das ich in den letzten 20 Jahren gelesen habe!“. Ähnliches äußerte der Tübinger Theologe Jürgen Moltmann, der„in diesen Tagen keine bessere Theologie (als die von Volf) gelesen“ hat. Warum? Weil es eine lebendige Theologie ist, denn der gebürtige Kroate Volf schreibt ein Versöhnungsbuch als einer, der wegen seiner bitteren Kriegserlebnisse im ehemaligen Jugoslawien eigentlich allen Grund hatte, Versöhnung zu verweigern. Sein Weg der Versöhnung ist in diesem Buch nachzulesen. Volf nimmt dabei seine Leserinnen und Leser mit auf eine Reise in eine Welt voller Konflikte und fordert sie heraus, diesen nicht auszuweichen, sondern ihnen zu begegnen, sie aufzunehmen und Versöhnung als Prozess einer christlichen Identität zu leben. Und das nicht nur auf der persönlichen Ebene wie Familie, Gemeinde und am Arbeitsplatz, sondern auch im gesellschaftlichen Kontext – und das fünf Jahre vor dem 11. September 2001, vor den Kriegen in Afghanistan und dem Irak, vor der Finanzkrise, vor dem arabischen Frühling und was sonst noch an regionalen und globalen Konflikten unsere Welt bis zu diesem Tag in ständige Zerreißproben stürzt. Schon damals wurde diese Auseinandersetzung mit ethnischen und sozialen Brandherden, ihrer soziologischen Einschätzung und den philosophischen Hintergründen als wichtig empfunden. Heute hat weder Volfs Analyse der Ursachen gewaltsamer Konflikte noch sein biblisch-theologischer Lösungsansatz zu Fragen von Identität und Anderssein in einer konfliktbeladenen Welt an Aktualität eingebüßt. Im Gegenteil, vieles ist – etwa durch die Auseinandersetzung um den Islam in Deutschland – noch dringlicher geworden. Zum Beispiel die Frage nach dem Verhältnis

von Religion und Gewalt. Ohne die Praxis aus dem Blick zu verlieren und im Fachjargon der Theoretiker abzutauchen, befragt Volf verschiedene wissenschaftliche Disziplinen auf ihren Beitrag zu Frieden und Versöhnung in Wahrheit und Gerechtigkeit und stellt die Ergebnisse seiner Diskussion in biblische Zusammenhänge wie das Gleichnis vom verlorenen Sohn, die Geschichte von Kain und Abel, das Pfingstereignis oder den weißen Reiter aus der Offenbarung des Johannes. Er eröffnet Christen quer über das konfessionelle Spektrum eine neue Perspektive, indem er ihnen biblische Bilder und Sprache neu erschließt und von verbreiteten Missverständnissen befreit. Theologische Ankerpunkte bleiben das Kreuz und die Trinität. Es gelingt Volf, diese zentralen Glaubensinhalte so frisch und lebendig darzustellen, dass sie zur Grundlage einer befreienden Praxis werden. Dass er sich dabei persönlich nicht ausnimmt, sondern die eigene Biographie immer wieder ins Spiel bringt, macht die Lektüre dieses Buches so gewinnbringend. Ein Buch, das Hoffnung macht.  Tobias Faix & Peter Aschoff

Miroslav Volf Von der Ausgrenzung zur Umarmung Verlag der Francke-Buchhandlung 416 Seiten, gebunden ISBN 978-3-86827-355-7 € 19,95

6. Marburger Studientage Gesellschaftstransformation Mit Miroslav Volf zum Thema „Transformation & Versöhnung“ 15. & 16. März 2013 Evangeliumshalle Marburg In einer Welt voller Konflikte sind „Transformation & Versöhnung” ungemein wichtige Themen. Versöhnungsprozesse sind in unserer Gesellschaft auf der strukturellen wie auf der individuellen Ebene notwendig. Wir wollen uns dem Thema an diesen zwei Tagen auf verschiedenen Ebenen nähern: Professor Volf hat mit seinem Standardwerk „Von der Ausgrenzung zur Umarmung“ gezeigt, dass und wie das Evangelium den Auftrag zur Versöhnung beinhaltet und eine praktische Antwort auf die vielfältigen Konflikte dieser Welt anbietet. Dieses Buch wird zu den Studientagen erstmals in deutscher Übersetzung erscheinen und bildet ihre theologische Grundlage. Mehr Infos: www.gesellschaftstransformation.de

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Rezension

David Bosch

»Ganzheitliche Mission« David Bosch, einem der wichtigsten Missionstheologen des 20. Jahrhunderts, ist mit diesem Buch schier Unfassbares gelungen: Dieser über 30 Jahre alte Text - nun erstmals in deutscher Übersetzung erhältlich - spricht derart präzise in die heutige Situation, dass ihm eine prophetische Dimension kaum abgesprochen werden kann. Bosch liefert eine brilliante theologische wie historische Analyse des Dilemmas moderner Missionsverständnisse, die stets dazu tendieren, Mission einseitig zu sehen. Vor allem aber skizziert er einen Lösungsvorschlag, der es noch immer in sich hat: ein ganzheitliches Verständnis von Mission, das vermeintliche Gegensätze wie Verkündigung und soziales Engagement in einer kreativen Spannung hält. Das Buch ist daher nicht nur für diejenigen von Bedeutung, die sich für Mission im engeren Sinn interessieren, sondern für alle die ein unschätzbar wertvolles Dokument, die auf der Suche nach einem ganzheitlichen Verständnis der christlichen Botschaft sind. Derart kompakt, gut lesbar und somit auch für Nicht-Theologen gut verständlich, wird man kaum etwas Vergleichbares finden. Dr. Tobias Künkler

David Bosch Ganzheitliche Mission Verlag der Francke-Buchhandlung 336 Seiten, Paperback ISBN 978-3-86827-244-4 € 14,95

Impressum Marburger Bildungs- und Studienzentrum Schwanallee 57 35037 Marburger Bibelseminar www.m-b-s.org MBS ist ein Teil des Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverbandes (DGD) Spendenkonto: Bankverbindung: Ev. Kreditgenossenschaft Kassel BLZ 520 604 10 Konto 200 200 107

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Redaktion: Ilona Mahel, Dr. Tobias Faix Layout: Berni Mahel Bildnachweise: Titelbild: maria_a (photocase.com); S. 3 oben: lusi (stock.xchng); S. 3 unten: Judith Ziegenthaler; S. 4 oben: craigbcn (stock.xchng); S. 4 Mitte concoon (photocase.com); S.5: zabalotta (photocase.com); S. 6: Judith Ziegenthaler; S. 9: Dieter Schütz (pixelio.de), S. 10: Francke-Verlag; S. 11: james72 (stock.xchng), Francke-Verlag; S. 12: Francke-Verlag


Das Marburger Bildungs- und Studienzentrum (mbs) Eine Ausbildung mit Zukunft - ein Glaube mit Vergangenheit. Am mbs kommt vieles zusammen: Fundierte biblisch-theologische Ausbildung, verschiedene pädagogische Ansätze, eine zweitausendjährige christliche Tradition, ein Dozententeam mit den unterschiedlichsten gemeindlichen Hintergründen. Als berufliche Grundausbildung bieten wir im mbs_Bibelseminar eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieher/in bzw. zum kirchlich anerkannten Gemeindepädagogen/in an. Durch eine Kooperation mit der Stenden University in Leeuwarden/NL können Absolventen dort innerhalb eines Jahres ein BA-Studium in Social Work abschließen. Dr. Klaus Meiß (Direktor mbs)

Darüber hinaus bieten wir vielfältige Weiterbildungsangebote in der mbs_Akademie an, etwa in den Bereichen Erlebnispädagogik, Mentoring oder Seelsorge. Dazu kommt das mbs_Studienprogramm in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Bildung und Forschung in Europa (GBFE) und Universität von Südafrika (UNISA), in dem man Development Studies & Transformation oder Gesellschaftstransformation studieren kann. Wir suchen Menschen, die unsere Vision teilen und mit uns darin arbeiten wollen, das Evangelium in die kommenden Generationen zu tragen. Wir suchen aktive und selbständige Menschen, die ihre Gaben und ihren Glauben im Alltag leben wollen. Wir möchten ihnen dabei helfen, dies reflektiert und authentisch zu tun. 

mbs studienprogramm M Th Gesellschaftstransformation (46 Studierende) M.A. Development Studies & Transformation (ab Okt 2012) Kooperation mit der Universität von Südafrika (UNISA) und der Gesellschaft für Bildung und Forschung in Europa (GBFE)

B.A. Social Work Kooperation mit der Stenden University (NL) (35 Studierende)

mbs bibelseminar Staatlich anerkannte Fachschule für Sozialpädagogik und kirchlich anerkanntes Seminar für Gemeindepädagogik (4 Jahre, 196 Studierende) Träger des mbs ist der Deutsche Gemeinschafts-Diakonieverband (DGD) Mitglied im Diakonischen Werk der EKD)

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