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Kreisinfo

09 - 2012

Zeitung der Partei DIE LINKE in Oberhavel

Dass nie wieder Krieg wir wollen, ... Gesamtmitgliederversammlung zum Weltfriedenstag

„Kleine weiße Friedenstaube, fliege übers Land; allen Menschen groß und kleinen, bist du wohlbekannt.“ Mit diesem Lied auf den Lippen versammelten sich über 140 Mitglieder und Sympathisanten am 1. September 2012 vor dem Gasthof „Weißer Hirsch“ in Borgsdorf und sangen, um so an den Überfall Deutschlands auf Polen und damit den Beginn des Zweiten Weltkrieges vor 73 Jahren zu erinnern. So traurig der Anlass auch war, umso erfreulicher das Ergebnis des gemeinsamen Singens, mit dem eine Wette gewonnen wurde. Hundert Sängerinnen und Sänger hätte es

gebraucht, um die Wette Gerrit Großes zu gewinnen. Dann wären 100 Euro an „Ärzte ohne Grenzen“ gegangen. Ihr Wettpartner, der Bundestagsabgeordnete Thomas Nord, legte dann sogar weitere 50 Euro oben drauf. Dieser, seit dem Göttinger Bundesparteitag im Juni Mitglied im Bundesvorstand, redete als Gast auf der nachfolgenden Gesamtmitgliederversammlung sehr offen über die derzeitige Situation in der LINKEN, die Vorkommnisse um den Parteitag, die Konsequenzen daraus und die vor uns liegenden Herausforderungen. Doch ganz zu Beginn der Gesamtmit-

Elke Bär neue Vorsitzende der Kreistagsfraktion Die am 19.06.1959 in Pritzwalk geborene Elke Bär ist verheiratet und lebt mit Kind und Mann in Glienicke/Nordbahn seit 1983. Dort ist sie auch in zweiter Legislatur Gemeindevertreterin. Sie unterrichtete in Glienicke an der Gesamtschule, seit 2004 ist sie Lehrerin für Sport, Geschichte und Politik am Beruflichen Gymnasium des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum in Oranienburg und Zehdenick. 2008 errang Elke Bär ein Mandat im Kreistag und ist dort vor allem für den Bereich Bildung zuständig.

gliederversammlung konnte die Kreisvorsitzende erst einmal Blumen übergeben. Denn Elke Bär löst Peter Ligner als Vorsitzenden der Kreistagsfraktion ab. Elke Bär diskutierte gemeinsam mit Lukas Lüdtke und Olaf Kästner in einer Gesprächsrunde zum Thema Kommunalpolitik. In zwei Jahren stehen die nächsten Kommunalwahlen an und unser Kreisverband sollte gut vorbereitet und breit aufgestellt in diese eintreten können. Dazu müssen verschiedene Besonderheiten in den Orten, aber auch die Rahmenbedingungen – wie die erstmaligen Wähler mit 16 Jahren – beachtet werden. Um diesen Herausforderungen gerecht werden zu können, verabschiedeten die Mitglieder ein Eckpunktepapier mit einigen thematischen Schwerpunkten wie Bürgerkommune, Daseinsvorsorge und soziale Bewegungen und vor allem mit den ersten Maßnahmen und Schritten im Vorfeld. Dazu gehören unter anderem die Kandidatenfindung sowie die Vorbereitung jener und die Zusammenarbeit von Kreistagsfraktion und Kreisverband. Schließlich will eine erfolgreiche Wahl auch gut organisiert werden! S. Rose Fotos(2): Wunderlich

www.dielinke-oberhavel.de


DIE LINKE Oberhavel

Der Wahlkampf beginnt jetzt! Kandidatenvorstellung bei der LINKEN OHV begonnen

Marcel Stutz und Harald Petzold, beide bewerben sich um die Nominierung als Direktkandidat für den Wahlkreis Oberhavel-Havelland II für die Bundestagswahl 2013 und stellen sich derzeit in der Basis vor Foto: MAZ/Treichel Noch gut ein Jahr, dann wird ein neuer Bundestag gewählt. In unserem Wahlkreis gibt es zwei Kandidaten, die den Wahlkreis für DIE LINKE gewinnen wollen. Am 27. August stellten sich beide im Rahmen einer Mitgliederversammlung in der Hohen Neuendorfer Stadthalle vor. „Mehr als 10 Minuten!“, das ist das Ziel von Harald Petzold (50) aus Falkensee. Vor 3 Jahren war er schon einmal für gefühlte 10 Minuten Mitglied des Bundestages. Doch da DIE LINKE viele Direktmandate holte, zog sein Listenplatz nicht. Im nächsten Jahr will er es schaffen, in den Bundestag einzuziehen, indem er unseren Wahlkreis direkt gewinnt. Das ist auch das Ziel von Mar-

Richtigstellung! In unserer letzten Ausgabe hat sich im Artikel zur Peter- SodannBibliothek e.V ein Fehler in der Telefonnummer von Ruth Rink eingeschlichen. Sie lautet richtig:

03303 - 403993 2

cel Stutz, der ebenfalls im Wahlkreis Oberhavel/Havelland II antreten will. Der 30-jährige Zehdenicker Stadtverordnete wollte im vergangenen Jahr Bürgermeister seiner Heimatstadt werden, musste sich jedoch dem Amtsinhaber geschlagen geben. „Ihr beide habt

Harald Petzold ist vor 50 Jahren in Heringsdorf geboren und wohnt heute in Falkensee. Er ist Lehrer für Musik und Politische Bildung und arbeitet als Referent im Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten. Harald ist Mitglied des Landesvorstandes, Mitglied der Fraktion im Kreistag Havelland und dort Fraktionsvorsitzender und Stadtvorsitzender der LINKEN in Falkensee. Von 1990 bis 1999 war er für die PDS Mitglied des Landtages Brandenburg. Erfahrungen im Bundestag hat er durch seine Tätigkeit als Büroleiter von Kirsten Tackmann von 2005 bis 2009 und danach bei Sabine Stüber sammeln können. Er hat das Aktionsbündnis Andersartig mitbegründet und spielt in seiner Freizeit in der Gruppe „manifest“ Geige.

schon eine Wahl verloren – woher nimmt man die Motivation, jetzt wieder anzutreten?“, fragte Moderator Sebastian Kullack die Kandidaten. Dazu Harald Petzold: „Die letzte Bundestagswahl war die beste, die wir je hatten. Das ist für mich keine Niederlage gewesen. Dass mir letztlich nur 5000 Stimmen gefehlt haben, ist Motivation genug, es jetzt nochmal zu versuchen.“ Auch Marcel Stutz bewertet es nicht als Niederlage, gegen den langjährigen Amtsinhaber nicht gewonnen zu haben. Die anderen Parteien hätten sich garnicht erst getraut, überhaupt einen Kandidaten ins Rennen zu schicken. In der moderierten Fragerunde wurden unterschiedlichste Themenfelder diskutiert – CCS, Fiskalpakt, Europapolitik und die Erfolge der rot-roten Landesregierung. In vielen Themen waren sich beide Kandidaten weitgehend einig und betonten auch, dass sie sich, unabhängig davon wer gewinnt, gegenseitig voll unterstützen. Neben inhaltlichen Fragen wurden auch organisatorische Fragen zum Wahlkampf besprochen. Einer der Zuhörer brachte es auf den Punkt: „Ein Jahr erscheint noch viel Zeit – doch der Wahlkampf beginnt jetzt!“ L. Lüdtke

Marcel Stutz ist in Zehdenick geboren und 30 Jahre alt. Er ist Mitarbeiter für Finanzen beim Bundesvorstand der Linksjugend ['solid]. Als ausgebildeter Informatik-Kaufmann hate er mehrer Jahre in Belfast (Nordirland) gearbeitet. Im Kreisvorstand Oberhavel hat er das Amt des stellvertretenden Kreisvorsitzenden und ist Vorsitzender der LINKEN Zehdenick. Seit 2008 ist Marcel Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Zehdenick und hat sich 2011 um das Amt des Bürgermeisters in Zehdenick beworben. In seiner Freizeit besucht er Konzerte und spielt Golf.


K r e i s i n f o 9 - 2012

Bunte Vielfalt gewinnt in Velten! In der Ofenstadt ist kein Platz für braune Einfalt!

In der Mitte der stellvertretende Ministerpräsident und Finanzminister Brandenburgs, Helmuth Markov (DIE LINKE), mit dem Plakat "Nazis raus: aus den Köpfen". Foto: RR Mehr als 150 Menschen haben am 1. September in Velten den 72 Nazis klar gezeigt, dass auch in der Ofenstadt kein Platz für braune Einfalt ist. Das Bündnis "Oberhavel Nazifrei" bedankt sich bei allen TeilnehmerInnen. Dass Nazis ausgerechnet am Weltfriedenstag demonstrierten, an dem traditionell an den Angriff Deutschlands auf Polen erinnert wird, empfanden die Vizepräsidentin des Landtages, Gerrit Große und die sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete, Angelika Krüger-Leißner, dann auch als besonders unerträglich. In ihren Redebeiträgen forderten sie ein Verbot der NPD und stellten klar, dass es eine gemeinsame Aufgabe aller engagierten Menschen, Gruppen und Parteien sei, dem braunen Spuk Einhalt zu gebieten. Genau dies gelang dann am Samstag auch dem Bündnis. Über der Demonstration wehten die Fahnen von der LINKEN genauso wie von Sozialdemokraten, Gewerkschaften, Falken und Piraten. Die Veltener Gruppe "Mixed Pickels" zeigte sich genauso mit kreativen Transparenten, wie die "Antifa

Gruppe Oranienburg". Unter den Teilnehmern waren dann auch der stellvertretende Ministerpräsident und Finanzminister Brandenburgs, Helmuth Markov, die Bürgermeisterin der Stadt Velten, Ines Hübner, die DGB-Vorsitzende Anke Stahl, sowie zahlreiche weitere bekannte MitbürgerInnen. Das am Rathaus über den Nazis hängende Transparent "Bunte Vielfalt statt brauner Einfalt" war ein klares Zeichen: gegen Rechtsradikale halten die Menschen in Oberhavel zusammen. Dies beweist auch die Tatsache, dass es das Bündnis innerhalb eines Tages geschafft hat, so viele Menschen zu mobilisieren. Wie wichtig dieses Zeichen war, zeigt der Stellenwert, den dieses letztendlich für die Nazis peinliche Event, in der Neonaziszene hatte. Diese nutzten Velten auch als Ersatz für eine in Dortmund verbotene Demonstration. So tauchten viele Neonazis aus Berlin auf, darunter auch aus verbotenen Gruppen wie der "Frontbann 24" oder dem hoffentlich bald verbotenen "NW Berlin".

Auch aus mehreren Landkreisen Brandenburgs waren Neonazis anwesend. Zu einem Eingreifen der Polizei führte dann ein Transparent der "Weissen Wölfe Terrorcrew", einer als besonders gewaltbereit geltenden Gruppe aus Hamburg, die zum Zerschlagen der "BRD" aufrief. Es schien, als wäre dies ein Minievent für die lokale Szene gewesen. Von NPD-Abgeordneten bis hin zu ehemaligen Rechts-Terroristen reichte das Spektrum auf der Kundgebung. Dass es für das Bündnis Oberhavel noch viel zu tun gibt, zeigt auch die Beteiligung von Neonazis aus der Ofenstadt, darunter auch die Mitgründer der "Freien Kräfte Velten". Wir hoffen, dass Velten jetzt seinen begonnenen Weg fortsetzt und dass das bunte Zeichen der antifaschistischen Demonstration den Menschen in Oberhavel Mut macht, nicht wegzusehen und zu ignorieren, sondern einzugreifen, wenn rechtsradikales Gedankengut um sich greift. Orgagruppe des Bündnisses Oberhavel Nazifrei

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DIE LINKE Oberhavel

Altersarmut und ungerechte Renten dürfen nicht das Ergebnis der deutschen Einheit sein

Foto:© www.die-linke.de In wenigen Wochen wird der Tag der deutschen Einheit gefeiert. Das geeinte Deutschland lernten wir als demokratischen und sozialen Rechtsstaat kennen. (Artikel 20 GG) Die Sozialgesetzgebung war und ist zwar recht verstreut in den Sozialgesetzbüchern und Nebengesetzen zu finden, aber es gibt eine Arbeitslosenversicherung, eine Krankenversicherung, eine Rentenversicherung und eine Unfallversicherung. Die DDR kannte hingegen keine Arbeitslosenversicherung. Das Sozialversicherungssystem der DDR war ebenfalls gänzlich anders. Für Berufstä-

tige kostete die Sozialversicherung 10 Prozent des Einkommens, höchstens jedoch 60 Mark der DDR. Neben der Rente gab es Zusatzversorgungssysteme und die FZR. Dieses einfache System der Sozialversicherung musste an das seit dem 01.07.1990 geltende Sozialversicherungssystem der BRD angepasst werden. Dies erwies sich als schwierig, da die Lebensverhältnisse in den alten Bundesländern zunächst besser waren als in den neuen Bundesländern. Nach 22 Jahren jedoch sind hier kaum noch Unterschiede zu erkennen. Zu diesem Ergebnis musste die Bundesregierung bereits im Zusammenhang mit der Einführung des Gesetzes zur Grundsicherung für Arbeitssuchende im Jahr 2006 gelangen, als sie bundeseinheitlich den Regelsatz auf 345,00 EUR anhob. Dies hätte eigentlich der Anlass sein müssen, nunmehr die Renten in Ost und West anzupassen und auch die Hinzuverdienstgrenzen/Einkommensfreigrenzen zu vereinheitlichen. Dies unterblieb bis heute, obgleich der aktuelle Koalitionsvertrag zwischen CDU und FDP die Anpassung der Ostrenten an Westrenten vorsieht. Eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Dagmar Enkelmann hierzu beantwortete die Bundesregierung wie folgt. „Eine

Regelung, die den unterschiedlichen Erwartungen und Interessen aller Beteiligten, also sowohl der Rentnerinnen und Rentner, den Beitragzahlerinnen und Beitragszahlerals auch den Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in Ost und West gerecht wird, ist momentan nicht absehbar“. Neben Rentenangleichung haben künftige Rentner Minirenten zu erwarten, da Vollbeschäftigung durch Mini und Midijobs ersetzt wurde und geringe Einzahlungen in die Rentenversicherung auch nur eine geringe Rente erwarten lassen. Bereits jetzt müssen 800.000 Rentner sich etwas zu ihrer Rente hinzuverdienen, da ihre Rente nicht zum Leben reicht. Dies ergibt sich aus einer Anfrage des Bundestagsabgeordneten Matthias W. Birkwald an die Bundesregierung. Gleichzeitig erklärt Frau von der Leyen, dass das Rentenniveau auf 43 Prozent des Durchschnittseikommens absinken wird. Es mutet daher nahezu kontraproduktiv an, wenn das Wählerklientel der FDP schnell noch einmal bedient wird und der Rentenbeitrag von 19,6 auf 19 Prozent abgesenkt wird. Ohne Anfragen von Bundestagsabgeordneten, die zur Fraktion DIE LINKE gehören, würden diese Themen nicht einmal diskutiert werden. M. Elte

Landesausschuss-Sitzung in Luckenwalde In seiner planmäßigen Beratung beschäftigte sich der Landesausschuss neben aktuellen Themen mit der Vorbereitung kommender Wahlkämpfe, der Leitbildkonferenz, der Neustrukturierung der Landesgeschäftsstelle, einer Information zur Landesarbeitsgemeinschaft LINKE Frauen und weiteren Themen. Zunächst erfolgte eine erste Information im Zusammenhang mit der Vorstandswahl der Landtagsfraktion am 20.08.2012. Die inhaltlichen Erklärungen konnten unsere Mitglieder der aktuellen Presseinformation entnehmen. Es gab Irritationen über die Entscheidung Kerstin Kaisers, nicht mehr als Fraktionsvorsitzende anzutreten und in einer eineinhalbstündigen Diskussion äußerten einige ihre Enttäuschung über diese

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Entscheidung, aber auch über den in den Medien vermittelten Verlauf der Gespräche sowie den Umgang innerhalb der Fraktion. Die anwesenden Fraktionsmitglieder sowie die stellvertretende Landesvorsitzende, Gerlinde Krahnert, nahmen Stellung und versuchten die Hintergründe soweit wie möglich darzustellen. Ein Stück weit Unzufriedenheit und Unverständnis blieb dennoch zurück. Der Landesausschuss nahm den Bericht sowie den Zeitplan des Landeswahlkampfleiters, Matthias Loehr, zur Wahlkampfvorbereitung in den Jahren 2013 und 2014 zur Kenntnis. Die aktuellen Umfragewerte auf Bundesebene sind bekanntlich leider nicht sehr komfortabel. Im TOP 4 erfolgte eine erneute Verständigung zu der am 8. September

2012 stattfindenden Leitbild-Konferenz in Königs Wusterhausen (10 bis 16 Uhr in KW, Hauptstraße 10, Dorfgemeinschaft Diepensee). Zur Teilnahme wurde der gesamte Landesverband insbesondere unsere Kommunalpolitiker - aufgerufen. In zweiter Lesung wurde eine Beschlussvorlage zur Neustrukturierung der Landesgeschäftsstelle in Potsdam beraten. Im Zuge dessen sind mittlerweile auch zwei Stellen ausgeschrieben. Am 30. 06.2012 gründete sich die Landesarbeitsgemeinschaft LINKE Frauen. Der Koordinierungsrat hat bereits seine Arbeit aufgenommen. Alle Frauen im Landesverband sind herzlich eingeladen, mitzuarbeiten. Gunter Züge


K r e i s i n f o 9 - 2012

Kleines Pressefest Miteinander reden – voneinander lernen Wer nicht dabei sein konnte, hat etwas verpasst. Am 1. September trafen sich beim Strausberger Friedensfest 27 Vertreter/innen von 16 „Kleinen“ Zeitungen der LINKEN fast aus dem ganzen Land Brandenburg zu ihrem kleinen Pressefest. Das Friedensfest bot dafür hervorragende Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen, die Zeitungen überregional bekannt zu machen und ganz nebenbei zu erfahren, wie ein solches traditionelles Fest organisiert werden kann. Es sollte ein Treffen des Erfahrungsaustauschs und des Kennenlernens werden doch es war viel mehr. Heiko Hilker vom Dresdner Institut für Medien, Bildung und Beratung analysierte in seinem Eingangsvortrag die Situation der LINKEN und der brandenburgischen LINKEN in den Medien und Möglichkeiten zur Beeinflussung durch eine „Gegenöffentlichkeit“ durch die „Kleinen“ Zeitungen. Mit einem durchschnittlichen Verbreitungsgrad von 285.000 Exemplaren können die Publikationen der Linken in den

Kreisverbänden landesweit eine beachtliche Reichweite erzielen. Eine inhaltliche Profilierung durch die Unterstützung aus dem Landesvorstand (Intranet), der Landtagsfraktion, des kommunalpolitischen forums Land Brandenburg e. V. und der Rosa-Luxemburg-Stiftung wurde verabredet. Zudem brachte der Erfahrungsaustausch zahlreiche Anregungen für Finanzierung, Verteilung und Mitarbeit. Jetzt kommt es darauf an, die Zusammenarbeit und die Schulung der Redaktionen professionell und regelmäßig zu gestalten. Dazu soll es zeitnah eine weitere Veranstaltung zu rechtlichen Problemen geben. Urheberrecht, Anzeigen und Vertrieb werden dann auf der Tagesordnung stehen. Die „Kleinen“ Zeitungen ermöglichen es uns darzustellen, dass DIE LINKE vor Ort, in der Landes- und Bundespolitik gemeinsam an einem Strang zieht. Im Interesse des sozial-ökologischen Umbaus der Gesellschaft. Auch wenn nicht alles auf einmal geht. Im Namen

Hilfreiche Anregungen

Gut besucht das Kleine Pressefest. VertreterInnen von 16 kleinen Zeitungen tauschten ihrer Erfahrungen aus. Fotos (2): © www.dielinke-mol.de Als „Abgesandter“ der Roten Reporter der LINKEN Oberhavel bleibt mir zu ergänzen übrig, dass dieser wertvolle

Meinungsaustausch praktisch auch für uns umsetzbare Vorschläge und Erfahrungen erbrachte. Probleme bei der Ver-

Gerlinde Krahnert, stellv. Landesvorsitzende der LINKEN Brandenburg des Landesvorstandes danke ich allen, die zum Gelingen des Treffens beigetragen haben. Vor allem auch den Strausberger Genoss/innen, die es ermöglichten, dieses Treffen in ihr Friedensfest zu integrieren. G. Krahnert, stellv. Landesvorsitzende

teilung der „Kleinen Zeitungen“ als Massenausgaben werden oft phantasievoll und einsatzfreudig gemeistert, so in der besten Tradition der Arbeiterbewegung durch Radausflüge mit anschließendem Treffen, oder durch Verteilpartnerschaften größerer Ortsverbände mit der „Diaspora“. Mancherorts übergab man man gar Verteilkontingente an die Vertriebe der übliche Werbeblätter, was aber kostspielig werden kann und sich letztendlich der Kontrolle entzieht, ob unsere Presse überhaupt wahr genommen wird. Ein weiterer Gesprächspunkt bestand in der Frage der Gewichtung der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik in den „Kleinen Zeitungen“. Hier überwiegt Pragmatismus, der sich meines Erachtens in der Faustformel niederschlagen muss, dass man möglichst alle Themen vor allem auf konkrete Auswirkungen für die Betroffenen hin darstellen muss. H. Czitrich-Stahl

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DIE LINKE Oberhavel

Eine Buchempfehlung Annette Leo: Erwin Strittmatter, Die Biographie

Bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, der Stadt Fürstenberg und dem Strittmatter-Gymnasium Gransee am 17. August ließt Annette Leo im Fürstenberger Stadtpark aus ihren Buch "Erwin Strittmatte. Die Biographie" Foto. R Wunderlich „Annäherung an eine umstrittene Biographie“- so bezeichnet der AufbauVerlag die vor wenigen Wochen erschienene neue Biographie von Annette Leo über Erwin Strittmatter. Ich habe sehr auf dieses Werk gewartet. Erwin Strittmatter gehörte zu meinen Lieblingsautoren. Ich habe seine Werke im Deutschunterricht gern behandelt, weil er kraftvolle literarische Figuren geschaffen hat, die die historischen Brüche eines Jahrhunderts verkörperten. Seine Naturschilderungen haben für mich der Liebe zu diesem schönen Fleckchen Erde, das ja auch sein Lebensraum war, eine Sprache gegeben. Verunsicherung, Unbehagen und viele Fragen wurden bei mir ausgelöst, als Details zu seinem „dunklen Kapitel“, seinem Schweigen zu seiner Verantwortung im Zweiten Weltkrieg bekannt wurden - auch wenn es ein Schweigen in einem Meer von Schweigen war. Welche Möglichkeit gibt es für mich, mit diesem Schriftsteller weiter umzugehen, inwieweit ist sein Werk belastet durch die Schuld, die er auf sich geladen hat? Antworten auf diese Fragen gibt das Buch von Annette Leo nicht. Antworten muss ich selbst finden. Sie zeichnet ein Bild von seiner Kind-

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heit in Bohsdorf, die ja durch die Trilogie DER LADEN bekannt ist, mit auch für mich neuen Farben. Annette Leo spürt anhand von Briefen, Tagebüchern, Dokumenten und Erinnerungen von Zeitzeugen, dem Leben Erwin Strittmatters nach. Das tut sie sehr einfühlsam. Es gibt nie den Anschein einer Enthüllungsliteratur. Sie geht sparsam und sehr differenziert mit Vermutungen um. Weder bewertet noch verurteilt sie sein Leben. Sie versucht es zu erklären, es in die Zeitgeschichte einzuordnen. Wenn auch ihr eine Erklärung nicht gelingt, stellt sie Fragen. Das bisher unbekannte Kapitel seiner Mitgliedschaft in einer militärischen Einheit der Ordnungspolizei rekonstruiert sie anhand der erstmals zugängigen Dokumente aus seinem Privatarchiv. Sie versucht auch die sehr widersprüchliche Beziehung zu seinen Frauen, vor allem zu Eva und zu den Kindern zu dokumentieren. Interessant war für mich Strittmatters Rolle als 1. Sekretär des Schriftstellerverbandes und sein Scheitern in dieser Funktion. Annette Leo hat auch das schwierige Verhältnis der SED zu den Künstlern der DDR und deren schwieriges Verhältnis zu Partei und Staat bearbeitet.

Strittmatters Rückzug nach Schulzenhof erklärt sich daraus- und gibt mir als Zeitzeugin zu denken. Für uns LINKE ist diese Biographie eine Fundgrube, auch für das Verstehen unserer kulturellen und politischen Wurzeln und der Fehler die den von uns gewollten, erlebten, auch verantworteten Sozialismus zum Scheitern gebracht haben. Wer Strittmatter auf einem Sockel hatte, kann ihn nach dem Lesen der Biographie herunterholen. Wer ihn dort nicht hatte, sondern ganz in seiner Nähe als Mitsuchenden, Mitstreitenden, sich in den Wirren des vergangenen Jahrhunderts zurechtfinden Wollenden, der sollte ihn dort behalten - den Schriftsteller und Menschen Erwin Strittmatter - und weiter lernen. Mich hat die Biographie ziemlich aufgewühlt hinterlassen. Ich habe gleich danach die auch in diesem Jahr erschienen „Nachrichten aus meinem Leben; Erwin Strittmatter; Aus den Tagebüchern 1954- 1973“ gelesen. Das Authentische an diesen Tagebuchaufzeichnungen ergänzt das Charakterbild dieses komplizierten Menschen und herausragenden Autors und löst weitere Fragen aus. Also, liebe Genossinnen und Genossen, guter Lesestoff für die kommenden länger werdenden Herbstnächte. G. Große Annette Leo, Erwin Strittmatter. Die Biographie, Aufbau Verlag, ISBN: 978-3-351-03395-8, Preis: 24,99 EUR In eigener Sache: Beim Schreiben dieser Buchempfehlung kam mir die Idee, ob wir nicht in jeder Kreis-INFO eine kleine Rubrik Buchempfehlung einrichten sollten. Eine lesende Partei DIE LINKE ist eine lernende Partei. Es könnte jeder empfehlen, was er/ sie für lesenswert hält. Das Redaktionskollektiv hätte Stoff. Ich bin gespannt auf Eure Anregungen. G. Große


K r e i s i n f o 9 - 2012

Strittmatter-Lesung in Gransee „Sein Werk stand ihm über allem“ (A. Leo).

Gerhard Semper ließt in Gransee Auszüge aus Erwin Strittmatters Lebenslauf und den Fragebögen der SED zu Strittmatters Vergangenheit Wie in Spremberg, seiner Geburtsstadt, war auch auf anderen Gedenkveranstaltungen zum 100. Geburtstag Erwin Strittmatters am 14. August 2012 von Feststimmung wenig zu spüren. Viele Interessierte waren an diesem Tag zur Lesung in das Heimatmuseum Gransee gekommen, gekommen zu einer Lesung von Texten von oder über Erwin Strittmatter? Eingeladen hatte unsere Kreisvorsitzende Gerrit Große. Texte bzw. Rezensionen über ihn liegen mir vor von Werner Liersch, Annette Leo, Günther Drommer, Irmtraut Gutschke. Meine Frau und ich, wir hatten uns für Textauszüge von Günther Drommer entschieden, weil wir dieses Buch „Erwin Strittmatter und der Krieg unserer Väter“ während einer Lesung kennen lernten und es uns als sehr überzeugend und wahrhaftig erscheint. Das Verhalten eines Menschen zu beurteilen, verlangt immer die Zeit, das unmittelbare Umfeld, die gesellschaftlichen Verhältnisse, in der dieser Mensch gelebt hat, mit zu betrachten. „Er wollte mitschwimmen im allgemeinen Strom, in den so viele gerieten, die keine überzeugten Nazis waren“ (A. Leo). Trifft das nicht auf mindestens die Hälfte der Bevölkerung des damaligen „Deutschen Reiches“ zu? Mit überwiegender

Mehrheit haben die Deutschen „eine verbrecherische Organisation unterstützt oder zumindest deren Machtübernahme billigend in Kauf genommen.“ (G. Drommer). Haben eigentlich unsere Eltern oder Großeltern alles erzählt? Haben wir sie befragt, ein Ausweichen nicht zugelassen? Ist es recht und billig, dass von einem in der DDR beliebten Schriftsteller zu verlangen, noch nach seinem Tode? Aber zum Demontieren eines durch sein Werk berühmten

und beliebten DDR-Schriftstellers kann man trefflich ins Feld ziehen. Ihn demontieren, wie so Vieles aus der DDR, sogar den Antifaschismus. Merkwürdig scheint mir: Allen Autoren bzw. Biografen sind die gleichen Dokumente, Briefe, Akten usw. zugänglich. Dennoch kommen sie zu unterschiedlichen Aussagen. Differenzierte Deutungen, Bewertungen mag es ja geben, mögen berechtigt sein. Aber unterschiedliche Darstellungen von Fakten? Was sich mancher wünscht, dass E. Strittmatter es getan hätte, ist nicht eindeutig nachweisbar. Mit ihrem Namen „Eva und Erwin Strittmatter“ ehrt die Granseeer Schule zwei außerordentlich beliebte und bekannte Schriftsteller. Das sollte auch so bleiben trotz der Streitgespräche über Erwin Strittmatter, seiner umstrittenen Biografie vor 1945, dessen Familie ihren Tagesablauf ihm, d. h. seiner Arbeit, gänzlich unterordnen musste. „Sein Werk stand ihm über allem“ (A. Leo). Auf der Veranstaltung war wohltuend, dass sowohl über ihn als auch aus seinen Werken gelesen wurde; und als Bonmot, sozusagen als literarische Krönung, auch einfühlsame Texte von Eva Strittmatter. Und da möchte ich gern ein Gedicht von ihr empfehlen. Es heißt "Wahrheit". Gerhard Semper

In der Idylle des Museumshofes in Gransee lauschten über 50 TeilnehmerInnen den Worten von Gerrit Große aus Werken von Erwin Strittmatter. Fotos (2): R. Wunderlich

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DIE LINKE Oberhavel

Jugendbildungsabend Eine alternative Krisenbekämpfung ist möglich! Wenn ich Linksjugend ['solid] höre, verbinde ich das mit Aktionen gegen den Castor, Anti-Nazidemos, bunten Aktionen gegen die Bundeswehr, usw. Umso neugieriger war ich auf den Bildungsabend der Oberhavel solids am 10. August zum ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus) und Fiskalpakt. Als Referenten hatte man sich den wissenschaftlichen Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten Michael Schlecht, Martin Günther, eingeladen. In seinem fundierten Vortrag „Wege aus der Krise“ analysierte er nicht nur die Ursachen der Krise, sondern zeigte auch die von der LINKEN vorgeschlagenen Auswege auf. Gegen die soziale Schere also, dass Vermögen und Einkommen immer ungleicher verteilt sind, worunter die Massenkaufkraft enorm leidet, bietet sie als Lösungsansatz die Einführung einer Millionärssteuer und die Beendigung der Niedriglohnpolitik an. Weil die Banken ihrer eigentlichen Aufgabe, der Kreditvergabe für die Realwirtschaft, nicht mehr nachkommen und sich lieber an Zockereien an den Finanzmärkten beteiligen, möchte DIE LINKE die Banken vergesellschaften und demokratisch kontrollieren. Als Beispiel für die Zockerei nannte er die Deutsche Bank. „Ihre Bilanzsumme hat sich zwischen 2002 und 2008 auf 2,2 Billionen Euro verdreifacht. Lediglich nur ca. 5 Prozent davon waren Kredite für reale Investitionen in Unternehmen.“, so Günther. Weiter stellt er fest, „obwohl Griechenland pleite war, bekamen die Banken ihre Kredite durch die „Hilfskredite“ zurück. Das ist fatal,

denn die Krise ist durch die herrschende Politik nicht einzudämmen! Mit dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) und dem Fiskalpakt soll aber gerade diese Politik mit Ewigkeitsgarantie und unter Schleifung der Demokratie verstetigt werden.“ Weiter wurde deutlich, der Fiskalpakt bedeutet eine härtere Schuldenregel für die Vertragsstaaten. Dabei darf das strukturelle Defizit 0,5 Prozent nicht übersteigen. Davon erfasst sind alle öffentlichen Haushalte. Hat ein Land Schulden über 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, müssen diese jährlich um 5 Prozent ab-

Folie

aus

dem

Vortrag

von

gebaut werden. Die Konsolidierung muss durch Kürzungen erfolgen. Der Zugang zum ESM ist an die Ratifizierung des Fiskalvertrages geknüpft und bedeutet eine mögliche Bankenrettung in uneingeschränkter Höhe mit eingeschränkter parlamentarischer Kontrolle. ESM und Fiskalpakt haben eine Ewigkeitsklausel, sind also nicht rückholbar. „Weil diese Politik falsch ist und eine alternative Krisenbekämpfung möglich ist, hat DIE LINKE im Bundestag gegen die „Rettungspakete“ und auch gegen ESM und Fiskalpakt gestimmt.“, so Günther. R. Wunderlich

Martin

Günther.

©

Martin

Günther

Impressum / Kontakt Die Kreisinfo ist eine Mitgliederinformation der Partei DIE LINKE in Oberhavel und wird herausgegeben von der Redaktion Rote Reporter beim Kreisvorstand. V.i.S.d.P.: Gerrit Große / Satz: Ralf Wunderlich Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht. Honorare werden nicht gewährt. Die Redaktion behält sich die redaktionelle Überarbeitung und Kürzung vor. Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe ist der 04.11.2012. Am 07.11.2012 trifft sich die AG Rote Reporter um 18.30 Uhr in der Geschäftsstelle Bernauer Str. 71 in Oranienburg.

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Kontakt zur LINKEN in Oberhavel Beiträge sind einzusenden an: DIE LINKE. Oberhavel; - Redaktion Rote Reporter Bernauer Straße 71; 16515 Oranienburg; Email: kreisinfo@die-linke-ohv.de Geschäftsstelle: 03301 20 09 90 Email: info@die-linke-ohv.de Kreisgeschäftsführer: 0171 93 01 616 Email: geschaeftsfuehrer@die-linke-ohv.de Im Internet ist unsere Mitgliederzeitschrift unter www.dielinke-oberhavel.de erhältlich.


K r e i s i n f o 9 - 2012

Familienfest am Lehnitzsee Wenn Familie ungezwungen auf Politik trifft… Das Familienfest am Lehnitzsee war dank Eurer Hilfe ein Erfolg Es ist offensichtlich genau diese Mischung, die jedes Jahr am letzten Wochenende im August zahlreiche Oranienburger und Gäste aus dem Oberhavelkreis an den Lehnitzsee zur LINKEN lockt. In fröhlicher Volksfeststimmung haben sich auch in diesem Jahr bei schönem Wetter die Jüngsten beim Kinderfest amüsiert und ohne besorgten Blick in die Taschengeldbörse zum Beispiel ihre Runden auf dem Rücken der beliebten Pferde über die Festwiese gedreht. Eltern und Großeltern wiederum konnten sich zwischen Stärkung mit Erbsensuppe aus der Gulaschkanone und einem Stück schmackhaften, selbstgebackenem Kuchen und Live-Musik über linke Politik auf Stadt-, Kreis- oder Landesebene informieren. Neben der Kreisvorsitzenden und Landtagsvizepräsidentin, Gerrit Große, die vom Beginn des neuen Schuljahrs und den personellen Verbesserungen in Brandenburger Schulen berichtete, stellten sich die Direktkandidaten für die Bundestagswahl 2013 vor. Harald Petzold und Marcel Stutz informierten über ihre politischen Kernthemen. Beide sind in den nächsten Wochen in den Ortsverbänden und Basisorganisationen unterwegs, um sich den Fragen der Mitglieder zu stellen. Wie bereits im vergangenen Jahr stattete auch unser Finanzminister und stellvertretender Ministerpräsident, Helmuth Markov, sowie die Bundestagsabgeordnete, Kirsten Tackmann, dem Fest

Richtig für Stimmung sorgte der AMERICAN Lowland Express mit fetziger Musik. Fotos (2): F. Kruse einen Besuch ab und standen den Moderatoren, Stefanie Rose und Olaf Kästner, Rede und Antwort. Helmuth Markov erläuterte, wie es mit der Haushaltskonsolidierung weiter geht und gab zu – auch wenn die Bürgerinnen und Bürger davon profitieren – sich über den Kauf von Brandenburger Seen zu ärgern. Schließlich kassiere der Bund nun Geld für Gewässer, die er zur Wende unentgeltlich einfach in seinen Besitz genommen hatte. Kirsten Tackmann berichtete von ihrer Sommertour sowie dem gemeinsamen Besuch mit Dagmar Enkelmann in Bergfelde zum Bau einer Raststätte (siehe Seite 11). Außerdem lud sie ein, sich am Plan B der Bundestagsfraktion, einem neuen Projekt zum Thema sozial-ökologischer Umbau, aktiv zu beteiligen (www.plan-b-mitmachen.de). Es waren wieder für alle Beteiligten

und Gäste schöne Stunden auf der Festwiese am Lehnitzsee. Da gerät leicht in Vergessenheit, dass das Festkomitee unter bewährter Leitung von Jens Behnisch bereits Monate vorher mit der Vorbereitung begonnen hatte. An Vieles galt es zu denken: Genehmigungen, Partner für die Tombola, das leibliche Wohl, die musikalische Umrahmung und nicht zu vergessen, die Gesprächspartner für interessante politische Talkrunden. Und noch an viele andere kleine Dinge muss jedes Jahr gedacht werden. Dafür gebührt allen Beteiligten ein großes Dankeschön. Gleiches geht an die zahlreichen Hobbybäcker, die das Kuchenzelt mit allerlei Leckereien versorgten. Ohne sie wäre das Familienfest am Lehnitzsee um eine Attraktion ärmer. S.Rose u. A. Kruse

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DIE LINKE Oberhavel

An Kundus-Bombardierung erinnert PACE Fahne weithin sichtbar in Oranienburg gehisst Vor drei Jahren, in der Nacht vom 3. zum 4. September 2009 ereignete sich das Massaker von Kundus. Auf Befehl der Bundeswehr starben in dieser Nacht mehr als 142 Menschen, darunter Kinder und Jugendliche. Immer noch weigert sich die Bundesregierung, die Schuld für die Bombardierung einzugestehen. Die Oberhaveler LINKE hat Flagge gezeigt und an ihrer Geschäftsstelle die PACE (italienisch für Frieden) – Fahne weithin sichtbar gehisst. „Zur Mahnung gibt es noch mal die Ausstellung ‚Afghanistan - Das wahre Gesicht des Krieges’ in unseren Räumen in der Bernauer Straße 71 zu sehen.“, teilte Kreisgeschäftsführer Ralf Wunderlich mit. "Während die Opfer seit drei Jahren auf eine Entschuldigung der Bundesregierung warten, befördert die Bundeswehr Oberst Klein zum General. Nichts ist gut in Kundus,", zitiert er die friedenspolitische

Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, Christine Buchholz. Dies wüsste auch Angelika Krüger-Leißner, wenn sie die, so wie nach ihrer Zustimmung zur Mandatverlängerung der Bundeswehr, im Januar 2010 angekündigte Afghanistanreise schon angetreten hätte. „Dann könnte sie sich überzeugen, dass die Bundeswehr in Afghanistan nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems ist. Der unverzügliche Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan ist überfällig!“, so Wunderlich Geschäftsstelle der LINKEN am 4. September 2012 in Foto: Uwe Kertscher weiter. RR Oranienburg

„Das macht uns alle fassungslos!“ Eindrücke von einer SPD-Veranstaltung zum Skandal um die Zwickauer NSU-Terrorzelle Mit der obigen Bemerkung und Sätzen wie „Ich werde jeden Tag sprachloser“ gab die Ob-Frau der SPD im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Skandal um die Nazimorde der „NSU“ und der Pannen und Ungereimtheiten der Arbeit der Ermittlungsbehörden und besonders der Verfassungsschutzbehörden, Dr. Eva Högl (MdB aus Berlin) Einblick in ihr Seelenleben angesichts der zu Tage getretenen Ungeheuerlichkeiten im behördlichen Umgang mit den Morden an neun Menschen mit Migrationshintergrund und an einer Polizistin. Rund 30 Gäste waren der Einladung der SPD Hohen Neuendorf am 16.8. in die Stadthalle gefolgt, darunter neben SPD-Genossinnen und Genossen auch interessierte Bürgerinnen und Bürger und Mitglieder unserer Partei. Anstatt des angekündigten Innenministers Dietmar Woidke, der MP Platzeck an jenem Abend vertreten musste, ergänzten die Leiterin des Brandenburger Verfassungsschutzes, Winfriede Schreiber und Staatssekretär Rudolf Zeeb aus

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dem Innenministerium das Podium. Moderiert wurde die Veranstaltung von Inka Gossmann-Reetz, die sich gegen „AKL“ um die SPD-Bundestagskandidatur bewirbt. Besonders Eva Högl ließ keinen Zweifel daran, dass die zuständigen Stellen sich in aller Regel als auf dem rechten Auge blind erwiesen hätten. Stellvertretend für das ignorante Wegsehen zitierte sie den bayerischen Verfassungsschutzpräsidenten, der vor dem Untersuchungsausschuss gesagt habe, er hätte sich nie im Leben vorstellen können, dass Rechtsextremisten Morde begehen würden. Das verschlug allen Teilnehmern tatsächlich den Atem. Und so ging es weiter. Die Brandenburger Vertreter, Frau Schreiber und Herr Zeeb, nahmen aus ihrer amtlichen Betroffenheit heraus Stellung. Man habe bereits 1998/99 Hinweise auf eine Kommandozelle gehabt und die Informationen an die Behörden in Sachsen und Thüringen weitergegeben. Zum kommunalen Umgang mit den Umtrieben der Nazis empfahlen beide das neue Kom-

munal-Wiki des Innenministeriums, das Handreichungen praktischer Art anbiete. Natürlich wurden auch Fragen der Umstrukturierung der Staatsschutzbehörden und das Verbot der NPD erörtert. Dass die SPD sich eine komplette Auflösung des Verfassungsschutzes nicht vorstellen kann wird sicherlich niemanden überraschen. Der Schlusssatz von Eva Högl ließ nochmals aufhorchen. Sie sagte: „Verfassungsschutz müsse der Demokratie ganz anders zugewandt sein“. Da sie sich in Anbetracht der noch nicht abgeschlossenen Urteilsbildung im Ausschuss mit Bewertungen noch zurückhielt, wenngleich sie die Fakten schonungslos darlegte, kann diese wohl nicht ganz unkalkuliert gefallene Bemerkung doch nur bedeuten, dass das rechte Auge so manches Staatsschützers nicht nur einfach blind war. Schade nur, dass unsere Partei nicht eine solche Infoveranstaltung hinbekommen hat. Unsere Ob-Frau ist ja bekanntlich Petra Pau. H. Czitrich-Stahl, Glienicke


K r e i s i n f o 9 - 2012

Sommertour in Bergfelde Protest gegen die geplanten Tank- und Rastanlagen am geplanten Standort „Briesetal“ Im Rahmen ihrer Sommertour besuchten die beiden Bundestagsabgeordneten Dagmar Enkelmann und Kirsten Tackmann den Heideplan. Vogelgezwitscher, gepflegte Gärten, spielende Kinder und selten mal ein Auto vorbei – idyllisch. So ist der erste Eindruck, den man als Besucher vom nördlichen Bergfelde erhält. Lediglich die vielen Plakate und rot-weißen Schleifen irritieren. Nach kurzem Hinsehen erkennt man sofort: Hier regt sich Protest gegen die geplanten Tank- und Rastanlagen am geplanten Standort „Briesetal“. Würde der Standort realisiert, müssten 170.000 m² Wald abgeholzt werden und eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete nördlich von Berlin wäre zerstört. Um den Protest der Bürger zu unterstützen, ins Gespräch zu kommen und um sich ein Bild vor Ort machen zu können, besuchten die Bundestagsabgeordneten Dagmar Enkelmann und Kirsten Tackmann (beide DIE LINKE) am Donnerstag, den 23.08., den Ortsteil Bergfelde. Eine gemeinsame Radtour führte zunächst zu einer Autobahnbrücke, von der man einen guten Blick auf das bedrohte Waldgebiet hat. Außerdem wurde hier deutlich, wie hoch schon jetzt die Lärmbelastung ist. Wegen des Lärms wollte auch niemand lange an der Autobahn bleiben. Die Radtour ging weiter, entlang der von Bürgerin-

Mit dem Rad ins Briesetal. Dagmar Enkelmann (MdB), auf Sommertour. Fotos (3): Peter Kleffmann nen und Bürgern im Wald gepflanzten Wildkirschenallee. Die Allee wurde vor zwei Jahren gepflanzt, als die Wildkirsche der Baum des Jahres war. An einem Rastplatz, der nicht für Autofahrer, sondern für Radfahrer und Spaziergänger errichtet wurde hatte die Bürgerinitiative weitere Infotafeln bereitgestellt und informierten die Abgeordneten über ihre Arbeit. Dagmar Enkelmann regte eine weitere Vernetzung zwischen den Bürgerinitiativen entlang der A10

Im Gespräch mit Vertretern der Bürgerinitiative A10-Nord.

an, da viele mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hätten. Gleichzeitig lobte sie das konstruktive Vorgehen der BI A 10 Nord, da nicht nur gegen den Standort protestiert wird, sondern auch gleichzeitig Alternativen vorgeschlagen wurden. Zum Abschluss der Veranstaltung pflanzten Dagmar Enkelmann und Kirsten Tackmann an der Wildkirschenallee ebenfalls einen Baum – eine Lärche, den Baum des Jahres 2012. L. Lüdtke

Die Bundestagsabgeordneten pflanzen einen Baum

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DIE LINKE Oberhavel

Demonstration in Berlin

In Berlin findet am 29.9., dem bundesweiten Aktionstag, eine Demonstration statt. Auftakt um 11:30 Uhr auf dem Potdamer Platz. Anreise per S-Bahn einfach bis zur Station am Potsdamer Platz. Die Abschlusskundgebung findet von 14:00 bis 16:00 Uhr am Neptunbrunnen, nähe Rotes Rathaus, in Berlin Mitte statt. DIE LINKE Oberhavel trifft sich um 10.25 Uhr in Oranienburg auf dem S-Bahnhof wir wollen gemeinsam mit der S1 um 10.32 Uhr von Oranienburg nach Berlin Potsdamer Platz (Ankunft: 11.19 Uhr) fahren.

Termine

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n! sio ve r ck ru rD de n ri

Kandidatenvorstellung: Harald Petzold und Marcel Stutz stellen sich als Bewerber für die Nominierung als Direktkandidat für die Bundestagswahl 2013 für den Wahlkreis Oberhavel-Havelland II an folgenden Terminen vor. u 4.10. 19:30 Uhr – BO Kremmen, Ort offen u 8.10. 15:00 Uhr Alte Bornmühle, Zehdenicker Straße 21 in Fürstenberg u 15.10. 19.00 Uhr OV Mühlenbecker Land und BO Glienicke Bürgersaal Schildow u 18.10. 18:30 Uhr BO Liebenwalde in Kooperation mit Löwenberger Land, Klub der Volkssolidarität, Hammerallee 4 u 20.10. 10.00 Uhr OV Hennigsdorf, in den Räumen der Volkssolidarität

Wir gratulieren allen Geburtstagskindern. Geburtstagsgrüße gehen im September 2012 insbesondere zum:

Nu

u 20.09.2012 18.30 Uhr Sitzung der Fraktion DIE LINKE im Kreistag Oberhavel in der Kreisgeschäftsstelle, Bernauer Straße 71 in Oranienburg u 25.09.2012 19.00 Uhr Bürgersaal Schildow, Diskussionsveranstaltung mit Michael Schlecht MdB und Mitglied des Bundesvorstandes der LINKEN zum Thema Fiskalpakt & Co. u 15.10.2012 14.00 Uhr AG Senioren zum Thema „Wem gehört die jüngste Geschichte?“ Zur Arbeit der Enquetekommission des Brandenburger Landtages. u 23.10.2012 18.30 Uhr Sitzung des Kreisvorstandes der LINKEN Oberhavel in der Kreisgeschäftsstelle in der Bernauer Straße 71 in Oranienburg u 07.12.2012 18.00 Uhr Wahlkreisvertreterinnenversammlung Oberhavel - Havelland II zur Nominierung des Direktkandidaten für die Bundestagswahl, Ort wird noch bekannt gegeben

Wir gratulieren!

Kreisinfo DIE LINKE Oberhavel  

Kreisinfo ist die Mitgliederzeitung der LINKEN Oberhavel und wird herausgegeben von der AG Roten Reporter.

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