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Medizin &Menschen Das Magazin des LeopoldinaKrankenhauses Schweinfurt

Hygiene im Krankenhaus Gut leben mit Typ-1-Diabetes Immer mehr junge Menschen leiden an der Stoffwechselerkrankung Arbeitsplatz Operationssaal Ausbildung zum/zur Operationstechnischen Assistenten/Assistentin Hirnarterien-Aneurysma Die tickende Zeitbombe ist oft ein Zufallsbefund Medizin fĂźr Kids Ausgabe 08 | Mai 2017


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Editorial

Medizin &Menschen Das Magazin des LeopoldinaKrankenhauses Schweinfurt

Hygiene im Krankenhaus Gut leben mit Typ-1-Diabetes Immer mehr junge Menschen erkranken an Typ-1-Diabetes Arbeitsplatz Operationssaal Ausbildung zum/zur Operationstechnischen Assistenten/Assistentin

Inhalt

Hirnarterienaneurysma Die tickende Zeitbombe ist oft ein Zufallsbefund Medizin für Kids Ausgabe 08 | Mai 2017

Editorial .............................................................................. 3 Besserer Schutz vor Krankenhauskeimen Ausgeklügeltes Hygienemanagement ................... 4 Gut leben mit Typ-1-Diabetes Leopoldina einziges DDG-Behandlungszentrum

Liebe Leserinnen und Leser,

für Kinder in Nordbayern............................................. 8 »Wir sollten Wissen und Erfahrung dieser Menschen nicht unterschätzen«

Hygiene im Krankenhaus ist ein Dauerbrenner. Immer wieder werden Kliniken damit konfrontiert, beim Hygienemanagement zu nachlässig zu sein. Die letzten diesbezüglichen Schlagzeilen, hervorgerufen durch einen im ARD-Magazin Plusminus veröffentlichten Bericht des Recherchenetzwerks Correctiv, stellten die Behauptung auf, in deutschen Kliniken fehle es an Fachpersonal, das sich um Hygiene kümmert. Erst bei genauerer Betrachtung wurde klar, dass der Bericht auf einer veralteten und in vielen Fällen falsch interpretierten Datenbasis beruhte.

Dr. Andreas Beck war für die Hilfsorganisation humedica in Äthiopien .............................................. 10 Das Hüftgelenk ........................................................... 12 Pflege studieren Erwartungen und Chancen der Akademisierung der Pflegeberufe ..........................15 Hirnarterien-Aneurysma Tickende Zeitbombe oft Zufallsbefund ............... 18

Seit ein gesetzliches Förderprogramm in Höhe von 460 Millionen Euro Fortbildung und Personalaufbau für diesen Klinikbereich unterstützt, hat sich vieles in den Kliniken deutlich verbessert. Im internationalen Vergleich zeigen sich keine Auffälligkeiten bei den Infektionen.

Arbeitsplatz Operationssaal

Wir Krankenhäuser würden uns oftmals eine differenziertere Darstellung solch komplexer Themenbereiche in den Medien wünschen. Zurück bleiben bei solchen »Skandalen« häufig verunsicherte Patienten und Mitarbeiter. Konstruktive Verbesserungsansätze sind oft Fehlanzeige.

Mehr Flexibilität und erweiterte Angebote ........ 22

Vor diesem Hintergrund haben wir den Themenbereich Hygiene in den Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe von »Medizin&Menschen« gestellt. Wir hoffen sehr, Ihnen damit einen Einblick in unseren Umgang mit dem Thema Hygienemanagement geben zu können.

Der Ausbildungsberuf zum Operationstechnischen Assistenten...................... 20 Neues von den »Leo-Störchen« Still und oft tödlich Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit ................. 24 Wir im Überblick ......................................................... 28 Wo Notfälle Alltag sind Zentrale und interdisziplinäre Notaufnahme..... 30 Kurzmeldungen .......................................................... 32 Ihre Meinung ist uns wichtig/Gewinnspiel ... 36 Medizin für Kids

Meinungen, Ideen und Vorschläge richten Sie bitte weiterhin an magazin@ leopoldina.de. »Medizin&Menschen« können Sie auch bequem im kostenfreien Abo erhalten. Nutzen Sie dazu bitte magazin@leopoldina.de oder die Antwortkarte zu unserem Gewinnspiel auf Seite 37.

Unser Küchenchef empfiehlt ................................... 40

Viel Vergnügen beim Lesen!

Der Gesundheitspark Schweinfurt .................... 42

Das Harnsystem ............................................................ 38 Regionale Raffinessen

Eine gute Balance von Körper, Geist und Seele Interview mit Dr. Werner Menzler .......................... 44 Veranstaltungen ........................................................ 46

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Foto: Adobe Stock

Besserer Schutz vor Krankenhauskeimen. Im Zeitalter vermehrter Antibiotika-Resistenzen bedarf es eines ausgeklügelten Hygienemanagements in Krankenhäusern. Sie sind überall an unseren Händen und im Körper – und trotzdem unsichtbar: Bakterien und andere Erreger. Einerseits erledigen die Kleinstlebewesen zentrale Aufgaben für unseren Organismus. Im Darm beispielsweise – hier leben mehr Bakterien als Zellen im gesamten Körper – sind sie für unsere Verdauung von großem Nutzen. Auch im Mund und auf der Haut schützen sie uns vor schädlichen Erregern. Doch wie uns manche dieser »Gäste« beschützen, so können sie sich verwandeln und zur lebensbedrohlichen Gefahr werden. Keime lauern überall: in der Luft und Nahrung, auf Türklinken, Computertastaturen oder am Einkaufswagen. Hauptsächlich weitergegeben werden sie über direkten Hautkontakt, etwa beim Händeschütteln oder beim Niesen und Husten. Oft lösen sie Infektionskrankheiten aus: Allein in den deutschen Krankenhäusern erkranken jedes Jahr circa eine halbe Million Patienten an einer nosokomialen Infektion. Richtig gefährlich wird es aber erst bei multiresistenten Keimen. Gegen sie wirkt im schlimmsten Fall kein Antibiotikum mehr.

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(Text: Stefan Pfister)

Bekannteste Vertreter sind der methicillinresistente Staphylococcus aureus (MRSA) und die mehrfach resistenten gramnegativen Bakterien (MRGN). In Krankenhäusern können sie von infizierten Patienten, die nicht unbedingt selbst daran erkranken müssen, direkt oder indirekt auf das Personal und andere Patienten übertragen werden. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, schwerstkranke und immungeschwächte Erwachsene und Kinder, zum Beispiel nach Operationen. Rund 30.000 Patienten jährlich sind davon betroffen, weshalb diese Erreger häufig auch als »Krankenhauskeime« bezeichnet werden. Drei wirksame Hygiene-Bausteine im Leopoldina Um ihre Verbreitung zu verhindern, sind mehr denn je ein konsequentes Hygienemanagement und die Reduzierung des ausufernden Gebrauchs von Antibiotika gefordert. Das Leopoldina-Krankenhaus legt seit Jahren ein besonderes Augenmerk auf diesen hochsensiblen Bereich. Das hauseigene Hygieneprogramm fußt auf drei Bausteinen:

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•  Antibiotic Stewardship: Mit dem international anerkannten ABS-Programm kontrolliert und verbessert das Leopoldina den Einsatz von Antibiotika. In diesem Bereich kooperiert man mit einem der größten deutschen Hygiene-Institute, dem Deutschen Beratungszentrum für Hygiene (BZH) in Freiburg. •  Hygiene-Team: Das Leopoldina-Krankenhaus verfügt über ein speziell ausgebildetes Team, das ebenfalls eng und erfolgreich mit dem externen Dienstleister BZH zusammenarbeitet. •  Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS): In diesem Programm des Nationalen Referenzzentrums für Surveillance von nosokomialen Infektionen, an dem das Leopoldina teilnimmt, werden bundesweit Daten von Krankenhäusern erfasst und analysiert sowie die Infektionshäufigkeit verglichen. Der Vorsitzende der Hygienekommission, Prof. Dr. med. Hauke Rensing, ist sich sicher: »Wir sind mit unserem umfassenden Hygieneprogramm sehr gut aufgestellt.« Unverzichtbar ist seiner Ansicht nach ein rationaler Antibiotika-Einsatz, wie es im Leopoldina-Krankenhaus bereits der Fall sei. Mit dem Antibiotic Steward­ ship gibt es klare Maßnahmen und Strategien: Ein ABS-Team ist vorhanden, es bestehen Behandlungsleitlinien und Antibiotika-Hauslisten, zusätzlich werden Daten zu Erregern und Resistenzen gesammelt, spezielle Antibiotika-Visiten durchgeführt und die Mitarbeiter kontinuierlich geschult. Durch ABS sollen insbesondere die Therapiedauer auf das nötige Minimum reduziert und die Dosis individuell optimiert werden. Erste Studien zeigen bereits, dass durch das Programm bis zu 40 Prozent weniger Antibiotika verordnet werden können, ohne dass der therapeutische Erfolg eingeschränkt wird. Der Chefarzt der Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin verweist auf einen weiteren, wenngleich kleineren Erfolg: Durch mehrere Maßnahmen habe es in den letzten zwei Jahren keine Zunahme mehr bei den MRSA-Erkrankungen gegeben. Dass irgendwann überhaupt kein Antibiotikum mehr wirkt, daran glaubt Prof. Rensing nicht: »Das oft heraufbeschworene postantibiotische Zeitalter sehe ich nicht kommen.« Gleichwohl sieht er die Pharmaindustrie weiterhin in der Pflicht, nach neuen Antibiotika-Substanzen zu forschen. Immerhin sei der Weckruf der Mediziner in den vergangenen Jahren dort angekommen.

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Hygiene-Team auf der Suche nach Schwachstellen Zweiter wichtiger Baustein in der Strategie des Leopoldina ist das Hygiene-Team, dem die staatlich geprüften Hygienefachkräfte Susanne Zimmermann, Heidemarie Neubert, Cornelia Grönert und Bruno Amann angehören. Sie alle mussten nach ihrer Ausbildung zur/zum Krankenschwester/-pfleger zunächst mehrere Jahre Berufserfahrung sammeln, bevor sie die zweijährige Weiterbildung beginnen durften. Unterstützt werden sie bei ihrer Arbeit von den Hygiene-Fachärzten vom BZH, Dr. Astrid Holz-Bremer und Daniel Petraschka (in Weiterbildung). Wie gelangen die Keime eigentlich ins Krankenhaus? Überwiegend bringen Patienten sie von außen mit. Deshalb werden alle neuen Patienten, die über bekannte Risikofaktoren verfügen, vorab getestet: zum Beispiel alle Menschen, bei denen bereits eine Vorerkrankung mit solchen Erregern bekannt ist, und jene, die sich zuvor im Ausland aufgehalten haben, sowie Dialysepatienten oder auch Patienten, die beruflich mit Tieren zu tun haben, etwa in der Landwirtschaft, weil bei der Tiermast häufig Antibiotika zum Einsatz kommen. Das Hygiene-Team ist für die hygienische Betreuung des gesamten Krankenhauses verantwortlich. Überall soll es Schwachstellen aufdecken. Dies geschieht vornehmlich bei Begehungen auf den Stationen und in Gesprächen mit dem Personal. Dabei werden die alltäglichen Arbeitsabläufe genau unter die Lupe genommen und die Mitarbeiter sensibilisiert beziehungsweise auf Fehler aufmerksam gemacht. »Wir suchen immer nach Schwachstellen und Optimierungsbedarf«, erläutert Susanne Zimmermann ihre Tätigkeit und listet zusammen mit ihren Kollegen einige konkrete Beispiele auf: Wie und mit welchen Mitteln werden die Geräte und Materialien gereinigt? Sind sie ordnungsgemäß sterilisiert? Wie werden die Infusionen gerichtet? Desinfizieren sich Ärzte und Pflegepersonal und alle anderen an der direkten Versorgung der Patienten Beteiligten die Hände richtig? Regelmäßig müssen Verbandsund Medizinprodukte überprüft werden, ebenso die Qualität des Wassers. Auch bei einem Umbau im Krankenhaus ist das Hygiene-Team beteiligt. Schulungen für das Personal sind ein weiterer zentraler Punkt im Aufgabenbereich der Hygienefachkräfte, die sich auch selbst regelmäßig fortbilden. Darüber hinaus müssen alle auftretenden Infektionen im Rahmen des KISS-Programms exakt dokumentiert werden. Und wenn das Gesundheitsamt zur Kontrolle kommt, teils angekündigt, teils unangekündigt, dann ist das Team ebenfalls im Einsatz.

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Alles in einem dicken Buch – der Hygieneplan In einem mehrere Hundert Seiten umfassenden Hygieneplan und Hygienehandbuch sind alle Handlungsanweisungen aufgelistet. Sie werden aktualisiert und fortgeschrieben, sobald neue Erkenntnisse vorliegen. Die Anleitungen bieten dem Personal eine gewisse Sicherheit – nicht nur im Alltag, sondern auch in gefährlichen Situationen: Was ist beispielsweise zu tun, wenn ein Patient wirklich an einem bestimmten Erreger erkrankt? Muss er isoliert werden, und wenn ja, wie lange? Wie müssen sich Pfleger und Ärzte bei speziellen Erkrankungen selber schützen, und wie die anderen Patienten? Und auf welche Weise müssen der Müll und die Wäsche eines Patienten mit gefährlichen Keimen eigentlich behandelt werden? Im Handbuch stehen die Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen. Neben spezifischen Schulungen auf den einzelnen Stationen gibt es weitere Maßnahmen, mit denen den Leopoldina-Mitarbeitern die Bedeutung und Notwendigkeit von Hygieneregeln ins Bewusstsein gerufen werden. Das gilt selbst für einfachste Regeln: Beim Aktionstag »Saubere Hände« erinnert das Hygiene-Team an die richtige Handhygiene (siehe auch Infografik »Infektionen vorbeugen: Richtig Hände waschen schützt!«), in diesem Jahr am 9. November. »Die Übertragung der Keime erfolgt in 90 Prozent der Fälle über die Hände. Man kann gar nicht oft genug daran erinnern«, erklärt Hygienefachkraft Cornelia Grönert. Deshalb sei man erfreut, dass diese jährliche Aktion von den Mitarbeitern immer sehr gut angenommen wird. Tipps für die häusliche Hygiene • Mit gründlichem und regelmäßigem Händewaschen schützt man sich und andere vor ansteckenden Infektionskrankheiten (siehe Infografik). • Halten Sie beim Husten oder Niesen mindestens einen Meter Abstand von anderen Personen und drehen Sie sich weg. • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch. Nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich die Hände waschen! • Ist kein Taschentuch griffbereit, husten und niesen Sie in die Armbeuge und wenden Sie sich dabei ebenfalls von anderen Personen weg. • Im privaten Haushalt genügt eine gründliche Reinigung mit gängigem Haushaltsreiniger. • Verwenden Sie für Küche sowie für Bad und Toilette getrennte Putzlappen. • Putzlappen und Putzschwämme sollten Sie häufig wechseln und bei mindestens 60 °C waschen. Quelle: Hygiene-Team Leopoldina-Krankenhaus

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17.02.14 17:30:32

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Fotos: VM Photodesign

Gut leben mit Typ-1-Diabetes. Immer mehr junge Menschen erkranken an Diabetes. Leopoldina einziges DDG-Behandlungszentrum für Kinder in Nordbayern. Dass die fünfjährige Hanna über Wochen sehr viel trinkt und trotz gutem Appetit Gewicht verliert, fällt in ihrer Familie zunächst nicht weiter auf. Erst als sie nachts im Bett einnässt, sind ihre Eltern alarmiert. Beim Kinderarzt erfahren sie nach einer Untersuchung des Urins die Diagnose: Hanna hat Diabetes. Dieser fiktive Fall von Hanna ist kein Einzelschicksal: Seit Jahren nehmen Diabetes-Erkrankungen bei Kindern zu. Mehr als 25.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sind von Diabetes mellitus, Typ 1 betroffen. Es ist mittlerweile die häufigste Stoffwechselerkrankung von Menschen unter 18 Jahren. Das Diabetes-Team im Leo hat ebenfalls einen kontinuierlichen Anstieg junger Diabetes-Patienten zu verzeichnen – circa 20 Neuerkrankungen pro Jahr, Tendenz steigend. »Trotz der Krankheit und den lebenslangen Einschränkungen können die jungen Patienten ein recht normales Leben führen«, betont Dr. med. Johannes Herrmann, Diabetologe und Leiter der Klinik für Kinder und Jugendliche am Leopoldina-Krankenhaus. Leider wird die Krankheit nicht immer sofort bemerkt, weil nicht jedes Symptom gleich an Diabetes denken lässt: Häufiges Wasserlassen, plötzliches Einnässen, viel Durst oder schlimme Bauchschmerzen deuten oft erst mal auf andere Erkrankungen hin. Dabei ist eine frühzeitige Diagnose eminent wichtig. Denn wenn der Diabetes zu lange unentdeckt bleibt, droht Lebensgefahr.

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(Text: Stefan Pfister)

Ungesunde Ernährung und Übergewicht nicht verantwortlich Bei Kindern und Jugendlichen liegt in den allermeisten Fällen ein Typ-1-Diabetes vor. Im Gegensatz zum Typ-2-Diabetes, der vornehmlich bei älteren Menschen auftritt und nicht selten durch ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht ausgelöst wird, spielen beim Typ 1 diese Aspekte so gut wie keine Rolle. Selbst Neugeborene, Kleinkinder und sportliche Jugendliche können urplötzlich daran erkranken. Bislang hat die Forschung das Rätsel um die die exakten Ursachen und die steigenden Erkrankungszahlen nicht lösen können. Verschiedene Faktoren sind ausschlaggebend für die Irrungen des Immunsystems, das die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse teilweise oder ganz zerstört und den Blutzucker ansteigen lässt. Bei der Entstehung eines Typ-1-Diabetes spielen auch Infekte, genetische Aspekte und Umwelteinflüsse eine Rolle. Ein Leben lang Insulin spritzen Wenn im Körper kein eigenes Insulin mehr produziert wird, muss dieses Hormon von außen zugeführt werden. Neben der Diagnose ist dieser Umstand eine weitere Belastungsprobe für Kind und Eltern. »Die betroffenen Kinder müssen ein Leben lang Insulin spritzen«, erklärt Dr. med. Corinna Schöpp. Die Diabetologin und Fachärztin ist Leiterin des Diabetes-Teams und der Diabetes-Ambulanz, die seit zehn Jahren im Krankenhaus existiert und seit Anfang

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2016 ihre neuen und größeren Räume im benachbarten Gesundheitspark bezogen hat. Im Wesentlichen gibt es zwei Therapieformen: Bei der einen (ICT = intensivierte konventionelle Insulintherapie) wird das Insulin zu jeder Mahlzeit über eine Spritze oder einen Pen gegeben. Bei der anderen (CSII = kontinuierliche subkutane Insulininfusion) wird das Hormon kontinuierlich über eine Insulinpumpe, die am Körper getragen wird, zugeführt. Speziell geschultes Diabetes-Team Viele Eltern aus ganz Nordbayern suchen Rat im Leopoldina-Krankenhaus, das mit einem einzigartigen Angebot aufwartet: Es ist das einzige Behandlungszentrum für Kinder und Jugendliche der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) im Großraum zwischen Frankfurt und Nürnberg. Ein eigenes Schulungskonzept für Kinder und Jugendliche mit Diabetes gibt es an der Kinderklinik bereits seit den 1990er-Jahren, da sich Schulung und Therapie der Jüngsten erheblich von der Behandlung der Erwachsenen unterscheiden. Sie orientieren sich am Alter und der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen (0 bis 18 Jahre) und an der Einbeziehung bzw. erforderlichen Unterstützung der Eltern. Zum Diabetes-Team gehören zwei Diabetologen und weitere Assistenzärzte, drei Diabetes-Beraterinnen, mehrere erfahrene Kinderkrankenschwestern, eine Erzieherin, eine Lehrerin, Physiotherapeuten, eine Diplom-Sozialpädagogin, eine Diplom-Psychologin, eine Ergotherapeutin sowie eine Ärztin für Psychosomatische Medizin. Nach der Diagnosestellung werden die Kinder und Jugendlichen mit ihren Eltern während eines knapp zweiwöchigen stationären Aufenthaltes in der Kinderklinik vom Diabetes-Team umfassend geschult. »Wir begleiten und unterstützen Kinder wie auch Eltern und nehmen ihnen zugleich die Angst – und manchen auch ihre Schuldgefühle«, berichtet Diabetes-Beraterin Sabine Kastner, denn, so ergänzt Dr. Corinna Schöpp: »Oftmals machen sich die Eltern Vorwürfe, dass sie die Krankheit hätten verhindern können. Aber niemanden trifft eine Schuld, man kann es einfach nicht verhindern – weder mit Schlaf noch mit Sport oder gesünderer Ernährung.« Alles essen, aber auch alles berechnen Alles wird gemeinsam geübt: die Messung des Blutzuckers, das Berechnen der Kohlehydrate bzw. der Broteinheiten, das Wiegen des Essens und das Spritzen der berechneten Insulinmenge. So lange, bis es die jungen Patienten und ihre Eltern selbstständig beherrschen: Hilfe zur Selbsthilfe. Grundsätzlich gilt die Regel: Die Kinder dürfen alles essen, sie müssen es nur richtig berechnen und entsprechend Insulin spritzen. Zur Schulung gehört auch das Einspeichern der Notfallnummer im Handy. »Wir sind immer erreichbar«, sagt Sabine Kastner. Das Diabetes-Zentrum für Kinder und Jugendliche ist rund um die Uhr

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besetzt, hilft schnell und kompetent bei allen Fragen und selbst in brenzligen Situationen. Das Leben mit Diabetes hält einige Herausforderungen parat. Besonders Eltern mit kleineren Kindern sind zeitlich und psychisch stark gefordert. Trotz vielseitiger Unterstützung muss nicht selten ein Elternteil beruflich kürzertreten, weil die Betreuung zu zeitintensiv wird, wie Dr. Corinna Schöpp zu berichten weiß. Aber, so lautet eine weitere Erfahrung des Diabetes-Teams, je positiver und aufgeschlossener die Kinder und Eltern gegenüber der Krankheit und deren Auswirkungen sind, desto größer sind die Chancen, dass sich das Kind diszipliniert an die Vorgaben hält und somit auch weniger Folgeerkrankungen auftreten. Bundesweites Modell seit 2012 Wenn die Kinder das Krankenhaus verlassen, sind sie keineswegs auf sich allein gestellt. Sie und ihre Angehörigen werden danach in der Diabetes-Ambulanz bei Dr. Corinna Schöpp weitergehend betreut. Die meisten Patienten kommen etwa alle drei Monate zur Routineuntersuchung – bis zu ihrer Volljährigkeit. Erst dann wechseln sie zum Erwachsenen-Diabetologen. Inzwischen betreut die Einrichtung am Leopoldina-Krankenhaus gut 130 junge Patientinnen und Patienten aus dem gesamten nordbayerischen Raum. Auch für das Personal von Kindergärten und Schulen werden in der Kinderklinik Schulungen angeboten. Zudem begleitet seit 2012 das Diabetes-Team Familien auch zu Hause. Eine Diabetes-Beraterin kommt auf Wunsch in die eigenen vier Wände und gibt Tipps im Umgang mit Diabetes im Alltag. Finanziert wird dieses bundesweit einmalige Projekt über die AOK Schweinfurt, das Leopoldina-Krankenhaus und die örtliche Selbsthilfegruppe, mit der die Klinik eng zusammenarbeitet. Die SHG Diabetischer Kinder und Typ-1-Diabetiker wurde 1988 gegründet und zählt heute zu den größten ihrer Art in der Bundesrepublik. Rund 250 betroffene Familien in der Region MainRhön werden mit verschiedenen Angeboten betreut. Das Motto der Gruppe spendet den jungen Patienten Mut und gibt ihnen Hoffnung: »Normales Leben mit Diabetes. Uns fehlt nur Insulin. Wir können alles im Leben erreichen.« Klinik für Kinder und Jugendliche Chefarzt Dr. med. Johannes Herrmann Tel.: 09721 720-3312 Selbsthilfegruppe SHG Diabetischer Kinder und Typ-1-Diabetiker Vorsitzender: Norbert Mohr Tel.: 09721 933208 www.diabetiker-schweinfurt.de

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Fotos: Andreas Beck

Eine Kara-Familie, die Frauen und Mädchen mit stammestypischem Halsschmuck in den Farben der Kara.

»Wir sollten Wissen und Erfahrung dieser Menschen nicht unterschätzen« Dr. Andreas Beck, Assistenzarzt in der Klinik für Urologie und Kinderurologie im Leopoldina-Krankenhaus, war für die Hilfsorganisation humedica in Äthiopien, um ein medizinisches Hilfsprojekt im Südwesten des Landes zu unterstützen. Zurück in Schweinfurt hat er uns von seinem Einsatz erzählt. Die kleine Volksgruppe des südäthiopischen Kara-Stamms zählt rund 1.500 Menschen. Sie leben abgeschieden und weitgehend unberührt von der modernen Zivilisation in einfachen Holz- und Strohhütten ohne Strom und fließendes Wasser. Das nächste Krankenhaus ist eine Tagesreise zu Fuß durch die karge Steppe entfernt. Und obwohl sich die Kara selbst mit traditionellen Naturheiltechniken behandeln, sind sie offen für die westliche Medizin. Gesundheitlich leiden sie insbesondere an Rückenschmerzen, Wurm- und Pilzinfektionen, Durchfallerkrankungen und Malaria. Außerdem treten Lungen-, Mittelohr- und Augenentzündungen ebenso wie Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten auf.

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Ein weiteres Problem stellen mangelndes Wissen über Hygiene und die nicht vorhandene Basisgesundheitsversorgung dar. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei gerade mal 43 Jahren. Um den Kara eine dauerhafte medizinische Versorgung anbieten zu können, wurde mit Unterstützung der Hilfsorganisation humedica im Dorf Dus eine Gesundheitsstation errichtet, die Ende 2016 fertiggestellt werden konnte. Unterstützt durch den regelmäßigen Einsatz ehrenamtlicher Ärzteteams aus Deutschland, kann eine den Umständen entsprechend bestmögliche Gesundheitsversorgung für die Menschen realisiert werden.

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Herr Dr. Beck, viele Ihrer Altersgenossen verbringen ihre Freizeit auf sonnigen Inseln und genießen La Dolce Vita, Sie dagegen engagieren sich bei den Ärmsten der Welt. Warum? Dr. Andreas Beck: Eigentlich wollte ich bereits meinen Zivildienst bei einer Hilfsorganisation leisten, das war damals aber kaum möglich. Während meines Medizin-Studiums kam dann immer wieder der Gedanke auf, sich für solche Hilfsprojekte starkzumachen. Letztlich wächst meine Motivation hierfür aus unserem täglichen Leben. Wir sind in unseren Breitengraden so unglaublich privilegiert, dass ich das Bedürfnis hatte, etwas zurückzugeben. Wenn dann noch ein wenig Abenteuerlust dazukommt, kann man schon fast die Koffer packen. Ich kann das nur empfehlen. Insgesamt bin ich sehr dankbar, dort gewesen sein zu dürfen. Hatten Sie keine Bedenken ob der Situation vor Ort? Dr. Andreas Beck: Nein, dazu habe ich mir keine Gedanken gemacht. Es gab zwar einige Wochen vor unserer Ankunft einige Unruhen, aber das war auf die Region um die Hauptstadt Addis Abeba begrenzt. Unser Einsatz dort ist zudem eng mit den Stammesältesten der Kara abgestimmt und hat deren volle Unterstützung. Darüber hinaus ist humedica eine sehr erfahrene Hilfsorganisation, die großen Wert auf die Sicherheit ihrer Mitarbeiter legt. Welche Gesundheitsversorgung existiert denn bei den Kara? Dr. Andreas Beck: Im größten Dorf der Kara, Dus, war unsere Basis. Von dort fahren die Hilfskräfte in die umliegenden Dörfer, um Patienten zu versorgen. Teams wie meines sind zweimal im Jahr vor Ort. In der restlichen Zeit werden die Kara in kürzeren Abständen von einer sehr erfahrenen humedica-Mitarbeiterin betreut, welche die nötigste Versorgung aufrechterhält. Während unseres Einsatzes konnten wir außerdem die schon erwähnte Gesundheitsstation einweihen. Dort soll eine dauerhafte Dr. Andreas Beck mit einem der vielen Kinder, die zur Behandlung kamen. Versorgung der Kara zunächst durch externe und später durch einheimische Mitarbeiter etabliert werden. Daneben gibt es Naturheiler aus dem Stamm der Kara. Ich war da zu Anfang sehr skeptisch, durfte aber erleben, dass diese Heiler in vielen Fällen sehr gut helfen können. Wir hatten beispielsweise den Fall eines Kindes mit völlig kariösem Zahnstatus, ein Zahn musste definitiv raus. Da kein Zahnarzt in unserem Team war, entschlossen wir uns, den einheimischen Heiler bei der Entfernung des Zahns zu unterstützen. Wir sedierten das Kind, damit es keine Schmerzen leiden musste. Den Eingriff

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Wartende Patienten vor den zu Behandlungsräumen umfunktionierten Klassenzimmern einer örtlichen Schule.

selbst allerdings führte der Naturheiler durch. Es war beeindruckend, zu sehen, wie gekonnt er dabei vorging. Mit Erfolg. Wir sollten Wissen und Erfahrung dieser Menschen nicht unterschätzen. Was hat Sie an Ihrem Einsatz am meisten beeindruckt? Dr. Andreas Beck: Das unkomplizierte Tun. Wir sind angekommen, haben sofort begonnen zu behandeln und konnten helfen. Ohne viel Aufsehen und mit einfacher Infrastruktur. Spannend waren für mich auch die Reaktionen der Menschen, die von Angst über Ablehnung bis hin zu großer Freude und Dankbarkeit reichten. Das Leben der Kara ist sehr beschwerlich. Selbst Pferde oder Rinder zur Unterstützung beim Ackerbau gibt es nicht. Die Menschen müssen viel Energie aufwenden, um in sehr bescheidenen Verhältnissen zu überleben. Dennoch machen sie größtenteils einen Ein lokaler Heiler bei der Entfernung eines kariösen Zahns. zufriedenen Eindruck. Da hinterfragt man schon, ob der ganze Materialismus in den westlichen Industrienationen wirklich so erstrebenswert ist oder ob man nicht auch mit viel weniger sehr glücklich leben kann. Würden Sie sich wieder für humedica in einem Hilfsprojekt engagieren? Dr. Andreas Beck: Ja, auf jeden Fall. Das war eine Erfahrung, die einem ein Leben lang bleibt. Ich glaube, man profitiert in vielerlei Hinsicht davon. An dieser Stelle auch noch einmal vielen Dank an das Team der Klinik und Chefarzt Dr. Roland Bonfig für deren Unterstützung.

Spendenkonto humedica – Internationale Hilfe Sparkasse Kaufbeuren BIC: BYLADEM1KFB IBAN: DE35 7345 0000 0000 0047 47 www.humedica.org/spende

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Foto: Adobe Stock

Beckenknochen Hüftpfanne

Gelenkkapsel Hüftkopf

Oberschenkelhals

großer Rollhügel

Oberschenkelknochen

Sitzbein

Das Hüftgelenk. Das Hüftgelenk wird aus dem Oberschenkelknochen mit Hüftkopf und dem Beckenknochen mit Hüftpfanne gebildet. Es verbindet Becken und Oberschenkel, also den Körperrumpf mit dem Bein. Da das Hüftgelenk ein Kugelgelenk ist, erlaubt es einen großen Bewegungsumfang. Es ist nach dem Kniegelenk das zweitgrößte Gelenk im menschlichen Körper. Damit es zu keiner großen Reibung im Hüftgelenk kommt, sind die beiden Knochen (Hüftpfanne und Hüftkopf ) mit einem circa 3 bis 4 mm dicken Knorpel überzogen. Dieser Knorpel hat die Eigenschaft, die Reibung zu reduzieren und Stöße, wie sie typischerweise beim Gehen, Springen und Laufen auftreten, abzudämpfen. Um das Gelenk herum befindet sich neben der Kapsel und der Gelenklippe eine sehr kräftige Bandstruktur. Die

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Gelenkkapsel dichtet das Gelenk ab und produziert Flüssigkeit (Hyaluronsäure), die den Knorpel ernährt und für eine reibungslose Bewegung sorgt. Die Bandstruktur stabilisiert das Hüftgelenk und lässt uns zum Beispiel völlig entspannt stehen, ohne die Muskulatur anzuspannen. Das Hüftgelenk stabilisiert sich sozusagen selbst. Tag für Tag ist unser Hüftgelenk aber beim Stehen, Gehen oder beim Sport hohen Belastungen ausgesetzt. Dabei können Kräfte auf das Gelenk wirken, die deutlich über dem Körpergewicht liegen. Durch Beanspruchung, Verletzungen oder Verschleißerscheinungen kann unser Hüftgelenk Beschwerden verursachen. Schäden durch Unfälle, aber auch Durchblutungsstörungen können das Gelenk stark in Mitleidenschaft

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Arthrose sorgt für Schmerzen und Schwellungen Die häufigste Erkrankung des Hüftgelenkes ist die Hüftgelenksarthrose, die durch Verschleiß entsteht und gehäuft im Alter ab 60 Jahren auftritt. Dabei kommt es infolge zunehmenden Abriebs des Gelenkknorpels schließlich zu dessen Zerstörung, die auch weitere Gelenkstrukturen wie Gelenkkapsel, Knochen und die zugehörige Muskulatur schädigen kann. Die Folgen sind in erster Linie Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen des Gelenkes. Durch Schonung können sich in der Folgezeit Fehlhaltungen und/oder Fehlbelastungen anderer Körperregionen entwickeln. Typischerweise strahlen die Schmerzen bei Hüftarthrose auch ins Knie, die Leistengegend, das Gesäß und die Wirbelsäule aus. Durch konservative (nicht operative) Maßnahmen wie Krankengymnastik, Reduzierung von Übergewicht, gezielte Bewegung, Schmerzmedikation und Massagen kann anfangs noch Linderung erreicht werden. Durch die Injektion von Hyaluronsäure oder hoch konzentrierte körpereigene Blutplasmabestandteile wird zum Teil eine deutliche Schmerzlinderung bis zur Beschwerdefreiheit erreicht. Bei einer ausgeprägten Arthrose ist jedoch der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes sinnvoll. Mit den heute verwendeten Materialien und speziellen minimalinvasiven Operationsmethoden sind die Patienten direkt nach der Operation unter voller Belastung mobil. Schmerzfreiheit, uneingeschränkte Aktivität und Sportfähigkeit kombiniert mit einer Lebensdauer des neuen Gelenkes von über 20 Jahren machen diesen Eingriff zu einem der erfolgreichsten in der Orthopädie. Im Leopoldina-Krankenhaus Schweinfurt steht Ihnen mit dem Team des EndoProthesenZentrums der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie, Hand- und Wiederherstellungschirurgie um Chefarzt Dr. med. Matthias Blanke eine nach höchsten Maßstäben zertifizierte Spezialklinik zur Verfügung. Viele weitere Infos zu orthopädischen Fragestellungen rund um unsere Gelenke finden Sie in unserem Ratgeberportal www. orthopädie-ratgeber.de. Gerne begrüßen wir Sie auch als Gast zu einem der vielen Arzt-Patienten-Seminare von Chefarzt Dr. Matthias Blanke.

Foto: VM Photodesign

ziehen und manchmal sogar zerstören. Auch angeborene Fehlstellungen – zum Beispiel die Hüftdysplasie, bei der die Gelenkpfanne nicht ausreichend ausgebildet ist – können das Hüftgelenk schädigen.

Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie, Hand-und Wiederherstellungschirurgie EndoProthesenZentrum Chefarzt Dr. med. Matthias Blanke Tel.: 09721 720-2267 E-Mail: orthopaedie@leopoldina.de

Arzt-Patienten-Seminare Leopoldina-Krankenhaus Schweinfurt (immer 18:00–19:30 Uhr) Di., 02.05. Arthrose: Moderne alternative – operative – rehabilitative Behandlungsverfahren Mit Dr. Jörg Ziegler (Chefarzt Luitpoldklinik Bad Kissingen) Mi., 17.05. Neue Behandlungsmöglichkeiten der Schulter: Rotatorenmanschette, Impingement, Arthrose Mi., 12.07. Vom Hallux valgus bis zur Hammerzehe: Moderne Therapiemethoden Mi., 11.10. Moderne Arthrose-Therapie: Von der ACP-/Hyaluron-Injektion bis zum künstlichen Gelenk Mi., 15.11. Moderne Handchirurgie: Vom schnellenden Finger bis zum Morbus Dupuytren Mehr zu orthopädischen Themen mit Chefarzt Dr. Matthias Blanke finden Sie auf: www.orthopädie-ratgeber.de

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Pflege studieren. Erwartungen und Chancen der Akademisierung der Pflegeberufe. Sandra Meier ist seit November 2016 Trainee in der Pflegedienstleitung im Leopoldina-Krankenhaus Schweinfurt. Die ausgebildete Krankenschwester hat an der Fachhochschule Würzburg ein Studium zum Bachelor of Arts für Pflege- und Gesundheitsmanagement absolviert und im Sommer 2016 erfolgreich abgeschlossen. Zuvor war Sandra Meier acht Jahre als Krankenschwester in der viszeralchirurgischen Abteilung im Krankenhaus Tauberbischofsheim tätig. Hallo Frau Meier, herzlich willkommen bei uns in Schweinfurt. Wie war denn Ihr erstes halbes Jahr im Leopoldina? Ich hoffe, Sie haben Ihre Entscheidung nicht bereut. Sandra Meier: Nein, meine Entscheidung habe ich nicht bereut. Ich war während meiner Ausbildungszeit und Berufstätigkeit als Krankenschwester in einem kleineren Haus der Grundversorgung tätig. Bereits den praktischen Teil meines Studiums habe ich bei einem großen Maximalversorger, dem AKH in Wien, absolviert. Die Erfahrungen dort haben wohl dazu beigetragen, nach Abschluss des Studiums in einem großen Krankenhaus wie dem Leopoldina arbeiten zu wollen. Die Strukturen und Abläufe in einem so großen Krankenhaus sind einfach komplexer, es werden viel mehr Themen behandelt. Das macht es auch ein wenig spannender, ohne die kleineren Versorgungseinheiten schmälern

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zu wollen. Insgesamt bin ich sehr gut aufgenommen worden und fühle mich in Schweinfurt wohl. Was genau ist denn ein Trainee? Welche Aufgaben übernehmen Sie? Sandra Meier: Ein Trainee ist per definitionem in den allermeisten Fällen ein Hochschulabsolvent, der innerhalb eines Unternehmens in seine zukünftige Rolle als Führungskraft hineinwachsen soll. Dazu erhält er Einblicke in die verschiedenen Abteilungen eines Unternehmens. Stärken und Kompetenzen können gezielt gefördert werden. Ich persönlich sehe das Trainee-Programm hier im Leo als perfekten Berufseinstieg für mich. Ich bin in kleinen Projekten und Analysen in der PDL und auf den Stationen eingebunden, nehme an verschiedenen Besprechungen teil, führe Bewerbungsgespräche und übernehme Recherche- und Assistenzaufgaben für meinen Geschäftsbereichsleiter. Ich gewinne gute Einblicke in die vielfältigen Aufgaben einer Führungskraft in der Pflege, von Beschwerdemanagement über Bettensteuerung bis hin zur Stellen- und Personalplanung. Sie waren einige Jahre als Krankenschwester in der Viszeralchirurgie tätig. Warum dann noch ein Studium? Welche Erwartungen waren damit verbunden? Sandra Meier: 2007 habe ich mein Krankenpflegeexamen gemacht. Danach braucht man ein wenig Zeit, um in die Rolle der

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examinierten Pflegekraft hineinzuwachsen. Diese Zeit habe ich mir gerne genommen, aber 2009 bereits mit der Weiterbildung zur Praxisanleiterin begonnen und Praktikanten und Schüler in der Ausbildung betreut. So ab 2011 hatte ich dann wieder den Wunsch, noch was Neues zu machen. Die Frage damals war nur, ob Stationsleitungslehrgang oder Vollzeitstudium. Ich habe mich für ein Stipendium bei der Stiftung für Begabtenförderung in Bonn beworben, und das hat geklappt. Ich habe das Stipendium bekommen und mich für ein Studium entschieden. Ich bin mit dem Studium breiter aufgestellt und kann meine berufliche Zukunft in vielen Bereichen finden. Übrigens kann das beschriebene Stipendium von jeder examinierten Pflegekraft mit zwei Jahren Berufserfahrung und einem Examen von mindestens 1,9 beantragt werden. Ist Pflege Ihr Traumberuf? Sandra Meier: Nach meinem Schulabschluss war der Krankenpflegeberuf eigentlich ohne Alternative. Ich hatte mal ein Praktikum im kaufmännischen Bereich gemacht, das war nicht wirklich das, was ich wollte. Der Beruf der Krankenschwester hat meine Erwartungen erfüllt. Ich habe in der Pflege gefunden, was ich wollte. Mit den vielen weiteren Entwicklungsmöglichkeiten, die sich jetzt auch in der Pflege eröffnen, kann ich den Beruf relativ uneingeschränkt empfehlen. Sie spielen auf die Akademisierung der Pflegeberufe an. Braucht Pflege Akademisierung? Sandra Meier: Ja, auf jeden Fall. Wie bereits gesagt, glaube ich, dass damit auch die Attraktivität der Pflegeberufe steigt, und wir müssen im Wettbewerb mit anderen Berufen gute und qualifizierte Köpfe für die Pflege gewinnen. Wir in der Pflege erkennen viele Probleme und Herausforderungen im Umgang mit unseren Patienten und Strukturen in Einrichtungen des Gesundheitswesens. Da ist es essenziell, dass wir diese auch lösen können. Ein Studium bereitet umfassender darauf vor, komplexe Sachverhalte zu erfassen und zu lösen, als das in einer Ausbildung oder einer Weiterbildung möglich wäre. Ich denke da an die Bereiche Wissenschaftliches Arbeiten, Unternehmensführung oder Personalmanagement. Man darf auch nicht vergessen, dass nach dem Bachelor ja noch weitere wissenschaftliche Qualifikationen wie der Master und Ähnliches möglich sind. Das ist zwar die Spitze des Eisbergs, aber auch da brauchen wir Top-Leute, um den Herausforderungen in unserem Berufsfeld gerecht zu werden. Ein Blick über den eigenen Tellerrand hinaus lohnt häufig. Wie stellt sich der Krankenpflegeberuf in anderen Ländern dar? Sandra Meier: Europaweit findet die Ausbildung für geregelte Gesundheitsfachberufe wie Pflege, Physiotherapie etc. überwiegend an Hochschulen statt. Mit dem Bachelor-Abschluss wird in fast allen EU-Mitgliedsstaaten die Berufsbefähigung und,

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damit gekoppelt, die Erlaubnis zur Ausübung des jeweiligen geregelten Berufes erworben. In Deutschland erfolgt die Ausbildung in den Pflegeberufen überwiegend an Krankenpflege-, Kinderkrankenpflege- und Altenpflegeschulen gemäß dem Krankenpflegegesetz bzw. Altenpflegegesetz. Das ist Stand der Dinge. Es gibt aber viele weitere Unterschiede. Die Aufgaben, die beispielsweise in Skandinavien von einer Pflegekraft übernommen werden, gehen weit über das Aufgabenspektrum der Pflegekraft in Deutschland hinaus. Wissenschaftliche Untersuchungen konnten nachweisen, dass das Pflegeergebnis infolge einer höheren Akademisierungsquote steigt. Wenn dem so ist, spricht das nicht nur für eine weitere Akademisierung, sondern ganz allgemein für ständige und konsequente Weiterbildung in den Pflegeberufen. In welchem Umfang sehen Sie die Akademisierung des Pflegeberufes als gerechtfertigt an? Sandra Meier: Der Wissenschaftsrat der Bundesrepublik nennt 20 Prozent Akademisierungsquote als ausreichend und zielführend. Soweit ich weiß, sind wir in Deutschland noch unter 5 Prozent. Es bleibt also noch einiges aufzuholen. Man kann davon ausgehen, dass in zehn Jahren große Abteilungen oder Stationen nur noch von Pflegekräften mit Studium geleitet werden. Solche Pläne gibt es, auch im Kontext von Qualitätsanforderungen, seit Längerem immer wieder. Solange die Finanzierung allerdings nicht steht, bleibt vieles Spekulation. Braucht das nicht zwingend eine Neuorganisation der Pflegeberufe? Ist da schon was im Werden? Sandra Meier: Eine älter werdende Gesellschaft, die zunehmende ökonomische Bedeutung des Gesundheitsmarkts, neue Organisationsformen der Gesundheitsversorgung – diese und andere Trends krempeln das Gesundheitswesen gehörig um. Ich glaube, es wäre an dieser Stelle sinnvoll, die verschiedenen Möglichkeiten auszuloten. Die Herausforderungen zwingen geradezu dazu. Allerdings bin ich auch sehr skeptisch. In der Diskussion um die generalisierte Pflegeausbildung erleben wir doch gerade, wie die unterschiedlichen Interessen ein sinnvolles und gutes Projekt beschädigen und letztlich vielleicht doch noch verhindern können. Zurück zu Ihnen. Haben sich Ihre Erwartungen an das Studium und die neuen Aufgabengebiete erfüllt? Wo sehen Sie sich in Zukunft? Sandra Meier: Ja, auf jeden Fall. Ziel war, der Herausforderung Führungskraft näher zu kommen. Mit meinem Trainee im Leo werde ich aktuell bestens darauf vorbereitet. Viele Werkzeuge habe ich aus dem Studium mitgebracht, andere muss ich noch erarbeiten. Nein ich bereue meine Entscheidungen nicht. Ich würde mich sehr freuen, auch nach meiner Traineezeit im Leopoldina bleiben zu können. Es gefällt mir bei euch!

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Schädeldecke wird geöffnet

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Bei einem Aneurysma handelt es sich um eine krankhafte Aussackung eines Gefäßes. Das Problem versuchen die Ärzte in den meinsten Fällen mit einem Titan-Cllip zu beseitigen.

Hirnarterien-Aneurysma. Die tickende Zeitbombe ist oft ein Zufallsbefund. Rund zwei bis drei Prozent aller Menschen entwickeln im Verlauf ihres Lebens ein Hirnarterien-Aneurysma. Die Ursache liegt in einer Bindegewebsschwäche. Die mittlere Schicht der Gefäßwand ist bei betroffenen Patienten nur schwach ausgebildet. Die Gefäße neigen im Laufe des Lebens dazu, sich zu erweitern. Ist ein arterielles Gefäß krankhaft erweitert, spricht man von einem Aneurysma. Frauen sind von Aneurysmen der Hirnarterien deutlich häufiger betroffen als Männer. Neben der erblichen Veranlagung gibt es einige Risikofaktoren, die das Entstehen begünstigen. Hierzu zählen neben einem schlecht eingestellten Bluthochdruck das Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum. Da Aneurysmen in der Regel keine Beschwerden verursachen, werden sie oftmals nur als Zufallsbe-

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(Text: Dr. med. Jérôme Manville)

fund entdeckt, etwa, wenn zur Abklärung anderer Beschwerden eine Untersuchung des Gehirns mittels Computer- oder Kernspintomografie erfolgt. Gelegentlich können diese Aussackungen jedoch auch intensive Symptome hervorrufen, zum Beispiel zu Hirnnervenausfällen führen oder Kopfschmerzen von bisher nie gekannter Intensität verursachen. Eine lebensbedrohliche Komplikation tritt ein, wenn das Aneurysma einreißt oder gar platzt. Das Blutungsrisiko liegt statistisch gesehen bei fünf Prozent in fünf Jahren, ist aber von vielen Faktoren abhängig. Hierzu gehören unter anderem die Größe der Gefäßaussackung, deren Form und auch die Lokalisation. Reißt ein Aneurysma ein, kommt es zur Subarachnoidalblutung (Hirnblutung) mit in jedem zweiten

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Fall tödlichem Ausgang. Eine Blutung aus einem Aneurysma im Gehirn lässt sich in folgende Schweregrade einteilen: • Grad 1: geringe Kopfschmerzen, leichte Nackensteife • Grad 2: mäßig bis schwere Kopfschmerzen, Nackensteife • Grad 3: Verwirrtheit, leichte Bewusstseinstrübung • Grad 4: mäßige bis schwere Lähmung einer Körperseite (Hemiparese), vegetative Störungen, tiefe Bewusstseinstrübung • Grad 5: tiefes Koma Unterschiedliche Therapieformen Wenn ein Aneurysma eingerissen ist und eine Blutung verursacht, wird es nach Möglichkeit auch behandelt. Ausnahme bilden Patienten, deren Zustand zu kritisch ist, um eine Behandlung durchführen zu können. Schwieriger gestaltet sich die Frage nach einer Behandlung, wenn ein Aneurysma entdeckt wird, obwohl es keine Beschwerden macht. Die Aneurysma der linken mittleren Hirnarterie in der Katheter-Angiographie. Entscheidung für oder gegen eine Behandlung bedarf einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung, da die zur Verfügung stehenden Therapiemöglichkeiten mit möglichen Risiken behaftet sind. Zunächst sollte man unterschieden in: • Aneurysmen, die asymptomatisch sind und zufällig entdeckt werden, • Aneurysmen, die symptomatisch sind und zum Beispiel Druck auf umgebende Hirnnerven bedingen, und • Aneurysmen, die bei Patienten gefunden werden, bei denen es aufgrund einer anderen Gefäßaussackung bereits zu einer Blutung gekommen war. Diese Differenzierung ist wichtig: Sie gibt zusätzliche Hinweise auf das individuelle Ruptur-Risiko und muss deshalb neben der Größe und Lokalisation des Aneurysmas in die Risikobewertung eingehen. Weil die Gesamteinschätzung so kompliziert ist, ist es ungünstig, wenn ein Arzt alleine die Entscheidung fällt. Besser ist, wenn sich Neurochirurgen, Neuroradiologen und Neurologen gemeinsam mit dem gut informierten Patienten auf die weiteren Schritte einigen. In jedem Fall bedarf es einer sorgfältigen Diagnostik und Aufklärung des Patienten, um alle Möglichkeiten und Alternativen zu besprechen und eine optimale Behandlung zu ermöglichen. Ist das Aneurysma noch klein, kann in der Regel abgewartet werden. Bei regelmäßigen Kontrolluntersuchungen wird das erweiterte Gefäß genau beobachtet. In solch einem Fall sollten aber die

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beeinflussbaren Risikofaktoren, die das Einreißen eines Aneurysmas begünstigen – Bluthochdruck, Rauchen, Alkoholabusus –, sorgfältig und konsequent eingestellt bzw. therapiert werden. Operation am Gehirn: Coils oder Clips Ist eine Operation unumgänglich, existieren zwei Methoden, die jeweils Vor- und Nachteile haben. Beim sogenannten Coiling führt ein Neuroradiologe einen dünnen Schlauch von der Leiste bis in den Kopf des Patienten ein und bringt durch diesen Katheter winzige Platinspiralen ins Aneurysma ein. An den Spiralen, den Coils, gerinnt das Blut und das Aneurysma verschließt sich. Beim Clipping hingegen bringt ein Chirurg in einer Operation am offenen Gehirn von außen einen Clip an der Aussackung an und verschließt diese dadurch dauerhaft. Meistens geben Form und Lage des Aneurysmas vor, welche Methode die geeignete ist. Zum Beispiel können Aussackungen mit besonders breitem Hals mit Coils nicht ausreichend sicher verschlossen werden. Andere Hirnarterien dagegen können wiederum offen chirurgisch nur mit einem sehr viel höheren Risiko erreicht werden. Während Clips ein Aneurysma meist dauerhaft verschließen, kann sich das Aneurysma nach dem Coiling wieder öffnen. Bei beiden Verfahren kann es zu Blutungen kommen, Plaques (Ablagerungen an den Gefäßwänden) können sich lösen und Gefäßverschlüsse im Gehirn verursachen. Bei beiden Methoden liegt das Risiko für Zwischenfälle bei mindestens vier Prozent. Je nach Lage und Größe des Aneurysmas, weiteren Krankheiten, Lebensgewohnheiten und Alter des Patienten kann es auch deutlich höher sein. Unabhängig von der Art der Behandlung müssen die betroffenen Patienten ein Leben lang zur Nachsorge kommen. Wer einmal ein Aneurysma hatte, bei dem ist das Risiko für ein zweites deutlich erhöht. Die Neurochirurgische Klinik im Leopoldina-Krankenhaus bietet eine zuverlässige und kompetente Anlaufstelle für Erkrankungen der Hirngefäße. In enger Zusammenarbeit mit den Kliniken für Neuroradiologie und Neurologie erarbeiten wir einen individuell abgestimmten Behandlungsplan. Für Kontrolluntersuchungen im ambulanten Bereich steht die Neurochi­ rurgische Praxis im MVZ Leopoldina, Robert-Koch-Straße 10 in Schweinfurt, mit der Subarachnoidalblutung aus einem Sprechstunde von Dr. Jérôme Aneurysma mit Blut in den Manville und Dr. Anita Achtflüssigkeitsgefüllten Räumen um die Hirnarterien. schin zur Verfügung.

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Arbeitsplatz Operationssaal. Der Ausbildungsberuf zum Operationstechnischen Assistenten hat Karriere gemacht. Ein Erfahrungsbericht von Kirsten Wagenhäuser, Ausbildungsleitung OTA im Leopoldina-Krankenhaus. (Text: Kirsten Wagenhäuser) »Als ich vor 30 Jahren den Beruf der Krankenschwester erlernt habe, war die Welt eine andere. Auch im OP. Meine ersten Erfahrungen in diesem Bereich habe ich während eines Kurzeinsatzes im Rahmen der allgemeinen Krankenpflegeausbildung gesammelt. Der Einsatz dauerte nur vier Wochen. Dennoch war der Operationssaal für mich sehr spannend und die Aufgaben waren so interessant und vielfältig, dass ich nach Ausbildungsende direkt in den OP wechselte und dort, den neuen Aufgaben entsprechend, angelernt wurde. Kolleginnen und Kollegen mit der Fachweiterbildung ›Fachkrankenschwester/-pfleger für den Operationsdienst‹ waren rar. Diese Zusatzausbildung war nur an sehr großen Häusern möglich und keine zwingende Voraussetzung dafür, im OP zu arbeiten. Das nötige Rüstzeug zum richtigen Instrumentieren, Lagern oder Gipsen wurde von den erfahrenen Kollegen an die jüngeren weitergegeben.

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Heute ist der Anteil von Pflegekräften mit Fachweiterbildung wesentlich höher. Nach zweijähriger Berufserfahrung als Krankenschwester/-pfleger – davon müssen mindestens sechs Monate in einem Funktionsdienst, zum Beispiel im OP, nachgewiesen werden – kann man die Fachweiterbildung beginnen. Die Ausbildung ist berufsbegleitend möglich und dauert zwei Jahre. Schweiz und Niederlande als Vorbild Vor dem Hintergrund fehlenden Fachpersonals entwickelten Ärzte und OP-Pflegekräfte Anfang der 1990er-Jahre ein gemeinsames Konzept für eine gänzlich neue Ausbildung. Der/die OTA (Operative/-r Technische/-r Assistent/-in) sollte sich von Beginn an auf die Aufgaben im OP fokussieren und den Arbeitsplatz OP einer breiteren Zielgruppe öffnen. Dabei nahm man sich die Nachbarländer Schweiz und Niederlande zum Vorbild, wo

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Kontinuierliche Weiterbildung Kontinuierliche Fort- und Weiterbildung ist in unserem Arbeitsfeld ein absolutes Muss. Der wissenschaftliche Fortschritt in der Medizin und die immer komplexer werdenden Eingriffe und Techniken erfordern qualifiziertes Personal, das immer auf dem aktuellen Stand des Fachwissens ist. Zurzeit machen sieben Auszubildende ihre Ausbildung zum/ zur OTA bei uns im Leo. Drei davon stehen bereits kurz vor ihrer Abschlussprüfung. Der theoretische Teil der Ausbildung findet an der Fachakademie der Universitätsklinik Würzburg statt. Während der praktischen Ausbildungszeiten im Leopoldina-Krankenhaus durchlaufen die Schüler alle operativen Abteilungen im OP. Längere Einsätze erfolgen in der Viszeralchirurgie und in der Orthopädie/Unfallchirurgie/Hand-und Wiederherstellungschirurgie. Weitere kürzere Einsätze finden in der Gynäkologie, der Urologie, der Gefäßchirurgie, der Neurochirurgie, der HNO und der Wirbelsäulenchirurgie statt. Einen kleinen Einblick bieten zudem die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, die Augenchirurgie und die plastische Chirurgie. Hinzu kommen Einsätze außerhalb des OPs

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in der Pflege, der Endoskopie, der ZSVA, der Anästhesie und der zentralen Notaufnahme. Angeleitet werden unsere jungen Kolleginnen und Kollegen in dieser Zeit von erfahrenen OTAs und OP-Schwestern/-Pflegern sowie ausgebildeten Praxisanleitern. Immer wieder finden Praxistage statt, an denen wir ein spezielles Thema aufarbeiten und besprechen bzw. einüben können. Dabei geht es um Themen wie Händehygiene, steriles Anziehen, Lagerung oder Patientensicherheit. Wie man steril Handschuhe anzieht, hat schon den einen oder anderen zur Verzweiflung gebracht, und trotzdem: Gelernt haben sie es irgendwann alle. Die Lehrverantwortlichen aus Würzburg besuchen ihre Schützlinge während der praktischen Einsätze direkt vor Ort und machen sich so ein Bild von dem praktischen Werdegang der Auszubildenden. Dazu gehören auch vier über den Ausbildungszeitraum verteilt stattfindende Lernzielkontrollen, bei denen die praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Azubis geprüft werden. Die Mischung macht’s Ich kann mir unseren OP ohne die OTAs nicht mehr vorstellen – trotzdem halte ich eine gesunde Mischung aus verschiedenen Berufsgruppen, die in unserem OP zusammenarbeiten, aus vielerlei Gründen für wichtig. Nach drei Jahren in der Pflegeausbildung bringt man eine ganzheitliche Sicht auf den Patienten mit – ein OTA kann schnell im OP Verantwortung übernehmen, da er die Spezifika intensiver gelernt hat. Jeder Mitarbeiter bringt das Detailwissen aus seinem jeweiligen Werdegang ins Team. Dieser Mix ergänzt sich zu perfekter Teamarbeit, wovon der Patient profitiert.«

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eine entsprechende Ausbildung bereits seit 20 Jahren etabliert war. 1990 wurde in Mülheim an der Ruhr die erste OTA-Schule eröffnet. Heute gibt es in Deutschland über 80 solcher Ausbildungsstätten. Die OTA-Ausbildung dauert drei Jahre und umfasst mindestens 1.600 Stunden theoretischen Unterricht und 3.000 Stunden praktische Ausbildung in den verschiedenen operativen Fachdisziplinen. Darüber hinaus finden kurze Einsätze in anderen Abteilungen des Krankenhauses statt, außerhalb des OPs. In der Ausbildung werden die fachlichen, sozial-kommunikativen, methodischen und persönlichen Kompetenzen vermittelt, die für patientenorientierte, medizinisch-technisch korrekte Arbeitsweisen notwendig sind. Alle Mitarbeiter des OPs, egal ob Pflegekraft oder OTA, betreuen die ihnen anvertrauten Patienten vor, während und nach operativen Eingriffen bzw. Untersuchungen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu deren reibungsloser Versorgung. Wir bereiten die Eingriffe vor und stellen die benötigten medizinischen Geräte, das Instrumentarium und alle erforderlichen Medizinprodukte bereit. Wir tragen durch qualifizierte und fachlich versierte Assistenz Mitverantwortung für einen patientenorientierten Ablauf des Eingriffs und sind somit Partner des Arztes im OP. Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist dabei, die Sicherheit des Patienten zu jeder Zeit mit zu gewährleisten und die umfassenden Hygienerichtlinien penibel einzuhalten.

Wer sich weiter über die OTA-Ausbildung informieren möchte, kann sich gerne mit Kirsten Wagenhäuser in Verbindung setzen. Kontakt: Kirsten Wagenhäuser Ausbildungsleitung OTA Tel.: 09721 720-6686 E-Mail: kiwagenhaeuser@leopoldina.de

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Neues von den »Leo-Störchen«. Mehr Flexibilität und erweiterte Angebote rund um die Entbindung im Leopoldina. Bereits seit mehr als einem Jahr arbeiten die Hebammen des Leopoldina-Krankenhauses als Beleghebammen im Poolsystem. Durch diese freiberufliche Struktur können sie dem höheren Arbeitspensum durch die steigenden Geburtenzahlen besser gerecht werden. Gleichzeitig führt die Umstellung zu mehr Flexibilität und vielen neuen Angeboten rund um die Entbindung im Leopoldina-Krankenhaus. Foto: Adobe Stock

Dank ihrer Freiberuflichkeit können die Hebammen ihre Dienste nach Bedarf besetzen und eine kontinuierliche optimale Betreuung der Frauen im Kreißsaal gewährleisten. Die flexiblere Dienstbesetzung hat somit für die werdenden Mütter und für die Hebammen große Vorteile. Viele Frauen werden bereits in der Schwangerschaft bzw. im Geburtsvorbereitungskurs durch Leopoldina-Hebammen betreut. Das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Hebamme wird durch die kontinuierliche Betreuung verbessert. Die Wünsche und Bedürfnisse der werdenden Eltern können im Rahmen der medizinischen Möglichkeiten in die Betreuung aufgenommen und berücksichtigt werden. Innerhalb des Teams werden

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(Text: Franziska Lutz)

wichtige Informationen aus der Betreuungszeit vor der Geburt weitergegeben und kurzfristige Vertretungen ermöglicht. Nach der Geburt übernehmen die Hebammen auch die Nachsorge im häuslichen Wochenbett. Darüber hinaus konnte dank der neu gewonnenen Flexibilität auf der Mutter-Kind-Station (Station 21) im Leopoldina-Krankenhaus eine stationäre Wochenbettbetreuung, eine sogenannte Hebammenvisite, eingeführt werden. Eine Hebamme besucht dabei die Wöchnerinnen mindestens einmal am Tag, führt Laborkontrollen durch und steht für alle Fragen, die die Zeit nach der Geburt betreffen, zur Verfügung. Zudem können die Frauen bei Bedarf alternative Therapieformen wie Kinesio-Taping, Akupunktur und Homöopathie wählen, die von den Hebammen angeboten werden. Deren Leistungen werden direkt mit den Krankenkassen abgerechnet. Neben den genannten Angeboten bieten die Leo-Hebammen auch zahlreiche Kurse an – von der Geburtsvorbereitung über Rückbildungstraining bis hin zum Babyschwimmen. Die Kurse sowie Informationen

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über das gesamte Hebammenteam »Leo-Störche« sind unter www. Hebammenteam-Leo-Störche. de abrufbar. Ein weiteres Angebot ist das Projekt »Gut betreut – rundum versorgt«. Es widmet sich der besonderen Betreuung von Frauen, die während der Schwangerschaft länger stationär im Krankenhaus bleiben müssen. Die Schwangeren können dann Angebote wie Einzelgeburtsvorbereitung, Bauchgipsen, Maniküre, Pediküre, Akupunktur, Kinesio-Taping und vieles Weitere mehr nutzen. »Die Rückmeldungen der betreuten Frauen zu den zahlreichen Neuerungen fallen durchweg positiv aus. Die Angebote werden gut angenommen. Auch wir Hebammen fühlen uns damit sehr wohl und können uns ein Arbeiten nach altem Muster kaum mehr vorstellen«, erzählt Ramona Kühlmann, die leitende Hebamme der »Leo-Störche«. Gemeinsam mit ihrem Team freut sie sich auf viele weitere Geburten im Leo.

Unser neues Infovideo Jetzt bei YouTube abschauen: youtu.be/4OS8RjXcY4k

Info-Abend An jedem ersten Montag im Monat um 19:30 Uhr, 8. Obergeschoss. Anmeldung nicht erforderlich.

Kreißsaalbesichtigung Im Anschluss an den Info-Abend oder sonntags um 11 Uhr nach telefonischer Rücksprache mit den diensthabenden Hebammen, Tel.: 09721 720-2140. Weitere Infos unter www.leopoldina-krankenhaus.com/medizin-pflege/funktionsabteilungen/kreisssaal/ und unter www.hebammenteam-leo-störche.de

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Still und oft tödlich. Bluthochdruck ist eine unterschätzte Volkskrankheit.

halb des Normalbereichs von 140 zu 90 mmHg oder sogar höher auftreten. Wichtig dabei: Für die Diagnose müssen nicht beide Werte hoch sein. Auch wenn nur einer der beiden Werte erhöht ist, spricht man von Bluthochdruck. Tagein, tagaus zu hoher Druck im Gefäßsystem – das bedeutet Dauerstress für unser Herz und weitere lebenswichtige Organe, die damit überlastet sind. Der Alterungsprozess des Gefäßsystems setzt früher ein und schreitet schneller fort. Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) ist die Folge. Bluthochdruck gehört deshalb neben Diabetes mellitus und Rauchen zu den häufigsten Ursachen von schwerwiegenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch Nierenerkrankungen und Sehbehinderungen sind Folge zu hohen Blutdrucks. Das Risiko von schwerwiegenden Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall) ist infolge von Bluthochdruck deutlich erhöht.

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Keine Schmerzen, kaum akute Beschwerden und nur wenige Einschränkungen im Alltag. Menschen die an so gearteten Erkrankungen leiden, nehmen diese oft nicht ernst genug, sofern sie überhaupt davon wissen. »Bluthochdruck ist solch ein stiller Killer, der sich oft über Jahre hinweg unbemerkt entwickelt und – da häufig zu spät erkannt – ernsthafte, sogar tödliche Folgen haben kann«, weiß Dr. med. Diana Filko, Kardiologin im Medizinischen Versorgungszentrum Leopoldina in Schweinfurt. 50 Prozent der Herzinfarkte und Schlaganfälle wären vermeidbar, wenn rechtzeitig etwas gegen einen zu hohen Blutdruck gemacht würde, so die Deutsche Hochdruckliga. Betroffen seien in Deutschland 35 Millionen Menschen. Nur die Hälfte weiß darum, und davon lassen sich gerade mal etwa 20 Prozent behandeln. Von der Diagnose Bluthochdruck sprechen Mediziner, wenn bei mehreren Messungen an verschiedenen Tagen Werte ober-

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Komplizierte Wechselwirkungen Die Regulation des Blutdrucks durch den Körper ist sehr vielschichtig. Organe, Hormone, Blutgefäße und das Nervensystem stehen dabei in Austausch und Abhängigkeit zueinander. Es kommt zu komplizierten Wechselwirkungen, die bis heute nicht in vollem Umfang erforscht sind. Sehr fundiert ist das Wissen der Mediziner allerdings zu den Umständen, die Bluthochdruck begünstigen. Im Vordergrund stehen dabei neben den Erbanlagen vor allem zu wenig Bewegung, ungesunde Ernährung, Übergewicht und Stress. Das ist für Patienten eigentlich eine gute Nachricht. Bedeutet es doch, dass zumindest Menschen mit leichtem Bluthochdruck allein durch eine Umstellung ihrer Lebensgewohnheiten ihre Blutdruckwerte auf Normalniveau senken können und somit keiner weiteren Therapie bedürfen. »Aus meiner ärztlichen Erfahrung weiß ich, dass vielen Patienten die Umstellung ihrer Gewohnheiten sehr schwerfällt. Es ist mir daher ein wichtiges Anliegen, darauf hinzuweisen, dass wir auch hierzu gerne beraten«, sagt Dr. med. Diana Filko. Die Medizinerin betont, dass sich diese Maßnahmen auch bei stärker von Bluthochdruck betroffenen Patienten auszahlen. Diesen empfiehlt sie allerdings darüber hinaus, in engem Kontakt zu ihrem behandelnden Arzt zu bleiben und den Blutdruck engmaschig zu kontrollieren. Patienten mit deutlich zu hohen Blutdruckwerten müssen fast immer medikamentös behandelt werden, um die Werte auf Normalniveau zu senken. Wie weit sie

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gesenkt werden, entscheidet der verantwortungsvolle Mediziner individuell mit dem Patienten. Für jeden gilt es optimale Werte zu erreichen, mit denen sich der Patient wohlfühlt.

Die wichtigsten Empfehlungen für einen gesunden Lebensstil • • • • • • •

Übergewicht vermeiden zurückhaltender Alkoholgenuss Aufnahme von Kochsalz reduzieren Regeln einer ausgewogenen Ernährung beachten Rauchen vermeiden regelmäßige Bewegung regelmäßige Erholung und Entspannung in den Tagesablauf einplanen

Welche Blutdruckwerte sind normal? Im nicht belasteten Zustand ist ein Blutdruckwert optimal, der 120/80 mmHg nicht überschreitet. Als normal wird ein Wert von nicht mehr als 129/84 angesehen, 130–139/85–89 mmHg gilt als hoher Normalwert. Ein leicht erhöhter Blutdruck liegt vor, wenn die Messwerte 140–159/90– 99 mmHg betragen. Bei höheren Werten spricht man von mittelgradig erhöhtem (160–179/100–109 mmHg) bis schwerem Bluthochdruck (mehr als 180/mehr als 110 mmHg).

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Im Medizinischen Versorgungszentrum Leopoldina im Gesundheitspark Schweinfurt stehen betroffenen Patienten seit Anfang des Jahres die Kardiologen Dr. med. Diana Filko und Jochen Genzel mit Rat und Tat zur Seite. Die Facharztpraxis für Kardiologie bietet ihren Patienten ein breites Spektrum modernster kardiologischer Untersuchungsverfahren. Die Praxis behandelt Patienten aller gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen. Unter anderem werden angeboten: • ausführliche ärztliche Beratung und Untersuchung • EKG, Belastungs-EKG, Spiroergometrie • Ultraschall des Herzens (Echokardiographie) und der Gefäße (Duplexuntersuchungen) • Stressechokardiographie • Kontrolle von Herzschrittmacher-, Defibillator(ICD)- und ­­ CRT-Systemen • Schrittmacher-Implantation und Aggregatwechsel • Langzeit-EKG, Langzeit-Blutdruckmessung Neben dem gesamten Spektrum der kardiologischen Erkrankungen sind die besonderen Behandlungsschwerpunkte: • Abklärung von Beschwerden (Luftnot, Brustschmerz, ­Herzrasen, Schwindel, verminderte Belastbarkeit) • Bluthochdruck inklusive Ursachenabklärung • Koronare Herzerkrankung • Herzmuskelschwäche • Herzklappenfehler • Herzrhythmusstörungen • Vorsorgeuntersuchungen (Herz-Kreislauf-Check, ­Sporttauglichkeitsuntersuchung)

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Dr. Diana Filko

Jochen Genzel

Kardiologische Fachpraxis im MVZ Leopoldina Sprechzeiten Vormittag Montag bis Donnerstag: 8–12 Uhr Freitag: 8–13 Uhr Nachmittag Montag: 13.30–17 Uhr Dienstag bis Donnerstag: 13.30–16.30 Uhr und nach Vereinbarung Anmeldung über Tel. 09721 720-2780 E-Mail: kardiologie.mvz@leopoldina.de

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Wir im Überblick. Wir beschäftigen nahezu 2.000 Mitarbeiter, jährlich behandeln wir 33.000 Patienten stationär und 32.000 Patien­ten ambulant. Das Leopoldina-Krankenhaus stellt als modernes Schwerpunktkrankenhaus die medizinische Versorgung für die Bürger von Stadt und Landkreis Schweinfurt sowie der Bevölkerung im nördlichen Unterfranken sicher. Darüber hinaus sind wir akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Würzburg und einer der größten Arbeitgeber der Region – wir bieten jungen Menschen durch qualifizierte Aus- und Fortbildungen beste Berufschancen. Eine medizinische Behandlung auf dem neuesten Stand von Wissenschaft und Technik mit menschlicher Zuwendung, Respekt und individueller Betreuung zu verbinden, das ist das erklärte Ziel unseres Hauses. Hierzu betreiben wir zahlreiche Fachkliniken, zentrale Abteilungen und interdisziplinäre Zentren. Die kontinuierliche Verbesserung der Unterbringungsqualität, die Verbesserung aller Abläufe bei der Untersuchung und Behandlung und nicht zuletzt der hohe Qualifikationsstand und die Motivation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen für eine hochwertige und anteilnehmende Versorgung der Patientinnen und Patienten. Medizin, Pflege, Service und Management arbeiten hierfür Hand in Hand.

Wichtige Rufnummern: Zentrale Notaufnahme

09721 720-6601

Pädiatrische Bereitschaftspraxis

116 117

Urologische Notaufnahme

09721 720-6490

Kreißsaal

09721 720-2140

Telefonzentrale Rezeption

09721 720–0

Geschäftsführung

09721 720-3001

Anschrift: Leopoldina-Krankenhaus der Stadt Schweinfurt GmbH Gustav-Adolf-Straße 6–8 97422 Schweinfurt info@leopoldina.de · www.leopoldina.de

Legende Krankenhausleitung ∙ Aufnahmebereich Fachabteilungen und Stationen Psychosomatik ∙ Strahlentherapie ∙ Nuklearmedizin ∙ Labor Technik La Casa ∙ Verwaltung Kinder- und Jugendpsychiatrie Gesundheitspark ∙ Medizinisches Versorgungszentrum Parkhaus

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Medizin&Menschen


Anästhesie und operative Intensivmedizin Chefarzt Prof. Dr. med. Hauke Rensing Sekretariat Frau Blum, Frau Baierl Telefon 09721 720-2240 Fax 09721 720-2989 E-Mail sekretariat-anaesthesie@leopoldina.de Chirurgische Klinik Visceralchirurgie, Thoraxchirurgie, Kinderchirurgie Chefarzt Prof. Dr. med. Detlef Meyer Sekretariat Frau Fürst, Frau Weyer Telefon 09721 720-2261 Fax 09721 720-2258 E-Mail cfuerst@leopoldina.de Abteilung für Gefäßchirurgie Chefarzt Prof. Dr. med. Detlef Meyer Oberärztin Katrin Körner Sekretariat Frau Fürst Telefon 09721 720-2261 Fax 09721 720-2258 E-Mail cfuerst@leopoldina.de Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Gynäkologie, Geburtshilfe, Brustzentrum, Gynäkologisches Krebszentrum, Perinatalzentrum, Urogynäkologie Chefarzt Prof. Dr. med. Michael Weigel Sekretariat Frau Faulhaber Telefon 09721 720-2132 Fax 09721 720-2136 E-Mail frauenklinik@leopoldina.de Klinik für Kinder und Jugendliche Interdis. Kinderklinik, Diabetologie, Epileptologie, Neonatologie, Intensivmedizin, Psychosomatik Chefarzt Dr. med. Johannes Herrmann

Klinik für Urologie und Kinderurologie Erkrankungen der ableitenden Harnwege (Niere, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre) Chefarzt Dr. med. Roland Bonfig Sekretariat Frau Watamaniuk, Frau Wolf Telefon 09721 720-2282 Fax 09721 720-2248 E-Mail jwatamanjuk@leopoldina.de Medizinische Klinik 1 Kardiologie, Nephrologie, Pulmologie, Interventionelle Angiologie, Internistische Intensivmedizin Chefarzt Prof. Dr. med. Hubert Seggewiß Sekretariat Frau Wiesinger, Frau Geuder, Frau Gessner Telefon 09721 720-2487 Fax 09721 720-2984 E-Mail mwiesinger@leopoldina.de Medizinische Klinik 2 Gastroenterologie, Hepatologie, Hämato-/Onkologie, Diabetologie, Infektionskrankheiten Chefarzt Prof. Dr. med. Stephan Kanzler Sekretariat Frau Kram, Frau Latzkow Telefon 09721 720-2482 Fax 09721 720-2484 E-Mail akram@leopoldina.de Neurochirurgische Klinik Schädel-Hirn-Verletzungen, Hirntumore, Hirngefäßerkrankungen und Bandscheibenoperationen Chefarzt PD Dr. med. Johann Romstöck Sekretariat Frau Schuler, Frau Rohrer Telefon 09721 720-2626 Fax 09721 720-2992 E-Mail vrohrer@leopoldina.de Abteilung für Spezielle Wirbelsäulenchirurgie Leitender Arzt Shadi Shararah

Sekretariat Frau Mantel, Frau Stefan, Frau Markert, Frau Höhn Telefon 09721 720-3312 Fax 09721 720-2959 E-Mail emantel@leopoldina.de

Sekretariat Frau Ludwig Telefon 09721 720-2656 Fax 09721 720-2964 E-Mail sshararah@leopoldina.de

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Chefarzt PD Dr. med. Wolfgang Briegel

Neurologische Klinik Erkrankungen des Nervensystems, Schlaganfallzentrum Chefärzte Prof. Dr. Dr. med. habil. Wilfried Kuhn Dr. med. Johannes Mühler

Sekretariat Telefon 09721 720-3370 Fax 09721 720-2901 E-Mail kjp@leopoldina.de Klinik für Psychosomatik Leitender Arzt Dr. med. Thomas Schmelter M.A. Sekretariat Frau Bayer, Frau Füglein Telefon 09721 720-3610 Fax 09721 720-3611 psychosomatik@leopoldina.de

Sekreteriat Frau Scheuring, Frau Zinnheimer Telefon 09721 720-2153 Fax 09721 720-2985 E-Mail azinnheimer@leopoldina.de Orthopädie, Unfallchirurgie, Hand- und Wiederherstellungschirurgie Endoprothetik, Sportorthopädie, Schulter-, Fußchirurgie, Alterstraumatologie Chefarzt Dr. med. Matthias Blanke

Klinik für Spezielle Schmerztherapie Chefärztin Dr. med. Jutta Albrecht

Sekretariat Frau Klein, Frau Walter, Frau Rennert Telefon 09721 720-2267 Fax 09721 720-2982 E-Mail gklein@leopoldina.de

Sekretariat Frau Göb, Frau Lauerer, Frau Klopf Telefon: 09721 720-6405 Fax: 09721 720-2935 E-Mail: sgoeb@leopoldina.de

Pathologie Chefarzt PD Dr. med. Hans-Ullrich Völker

Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie Chefarzt PD Dr. med. Reinhart Sweeney

Sekretariat Frau Cetinkaya, Frau Weinmann Telefon 09721 720-3532 Fax 09721 720-2996 E-Mail hvoelker@leopoldina.de

Sekretariat Frau Frink Telefon 09721 720-3242 Fax 09721 720-3247 E-Mail rsweeney@leopoldina.de

Radiologie und Neuroradiologie Chefarzt PD Dr. med. Dominik Morhard

Zentrale Notaufnahme Leitender Arzt Dr. med. Edin Zelihic

Sekretariat Frau Schlemmer Telefon 09721 720-3210 Fax 09721 720-2946 E-Mail dmorhard@leopoldina.de

Sekretariat Frau Frink Telefon 09721 720 6601 Fax 09721 720 2913 E-Mail zna@leopoldina.de

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MVZ-Leopoldina GmbH Robert-Koch-Str. 10 97422 Schweinfurt Zentrale Anmeldung Telefon 09721 720-2710 E-Mail mvz@leopoldina.de Allgemeinmedizin Dr. med. Gisela Kutter Dr. med. Ute Völker Frauenheilkunde und Geburtshilfe Someia Shararah Gastroenterologie Dr. med. Jürgen Schiemann Dr. med. Brigitte Götz Dr. med. Stefan Schmitt Hämatoonkologie Dr. med. Hans Reinel Dr. med. Andrea Buwe Dr. med. Olaf Uhle Hals-/Nasen-/Ohrenheilkunde, Allergologie Cihan Yüksel Innere Medizin · Rheumatologie/Nephrologie Dr. med. Karl-Heinz Gerhardt Dr. med. Silke Osiek Kardiologie Dr. med. Diana Filko Jochen Genzel Kinderheilkunde und Jugendmedizin Dr. med. Hans Ibel Dr. med. Corinna Schöpp Neurochirurgie Dr. med. Anita Achtschin Dr. med. Jérôme Manville Pathologie PD Dr. med. H.-Ullrich Völker Strahlentherapie PD Dr. med. Reinhart Sweeney Dr. med. Sami Ok Ambulantes OP-Zentrum Robert-Koch-Str. 10 97422 Schweinfurt Telefon Fax

09721 720-2771 09721 720-882770

Anästhesie Dr. med. Dirk-Christian Nüchter Claudia Nüchter MVZ Labor Schweinfurt Prof. Dr. med. Hans Sprenger Prof. Dr. med. Ralf Großmann Dr. med. Sandra Rickhoff Sekretariat Frau Söllner, Frau Seifert Telefon 09721 53332-0 Fax 09721 53332-299 E-Mail msoellner@laboraerzte-schweinfurt.de Pflegedienst Geschäftsbereichsleitung Pflege Dipl.-Kfm. (FH) Jürgen Lehmann RbP Sekretariat Frau Schätzle Telefon 09721 720-3131 Fax 09721 720-2945 Krankenpflegeschule Robert-Koch-Str. 10 97422 Schweinfurt Sekretariat Frau Wiener Telefon 09721 720-3542 E-Mail: krankenpfleges@leopoldina.de Förderverein Leopoldina-Krankenhaus Schweinfurt e. V. 1. Vorsitzender: Horst Masuch Veit-Stoß-Straße 8 97422 Schweinfurt Telefon 09721 44400 Homepage: www.leopoldina-foerderverein.de

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Foto: Adobe Stock

Wo Notfälle Alltag sind. Die zentrale und interdisziplinäre Notaufnahme im Leopoldina-Krankenhaus. Sonntagmorgen, 7:30 Uhr. Peter W. wird vom Rettungsdienst mit Schmerzen im Brustbereich in die zentrale Notaufnahme im Leopoldina-Krankenhaus eingeliefert. Verdacht auf Herzinfarkt. Der Rettungsdienst übergibt erste Informationen an die Notfallspezialisten, die sofort mit der weitergehenden Behandlung und Diagnostik von Peter W. beginnen. Die Notaufnahme ist gut frequentiert, etliche Sitzplätze im Wartebereich sind besetzt. Patienten, die nicht bedrohlich erkrankt sind, müssen mitunter längere Wartezeiten in Kauf nehmen. »Wir arbeiten nach dem ESI-Triage-System, einem standardisierten Verfahren zur Ersteinschätzung in der Notaufnahme. Es geht darum, bei neu eintreffenden Patienten möglichst schnell die Behandlungspriorität festzulegen. Schwerstverletzte und lebensbedrohlich erkrankte Menschen haben Vorrang«, erklärt der Leiter der zentralen Notaufnahme im Leopoldina-Krankenhaus, Dr. med. Edin Zelihic. Die neue (Übergangs-)Notaufnahme im Leo ist für alle Notfallpatienten des Krankenhauses erster Anlaufpunkt. Das Team um Dr. Zelihic übernimmt die Notfallversorgung für alle Kliniken des Leopoldina-Krankenhauses mit Ausnahme der Klinik für Kinder und Jugendliche sowie Gynäkologie und Urologie. Was für das Schweinfurter Krankenhaus noch relativ neu ist, ist auch

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in Deutschland noch nicht Standard. Während interdisziplinäre und eigenständig geführte Notaufnahmen in vielen anderen europäischen Ländern sowie im angelsächsischen Sprachraum bereits auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken können, blieb diese Entwicklung in Deutschland bis vor einigen Jahren noch aus. Die klinische Notfallmedizin zeigte in puncto Zuständigkeit und Organisation ein sehr heterogenes Bild. Erst seit etwa zehn Jahren gehen mehr und mehr Kliniken dazu über, die Notaufnahme neu und interdisziplinär zu restrukturieren. Das späte Umdenken in Deutschland darf dabei durchaus verwundern – mittlerweile gilt es als gesichert, dass interdisziplinäre Notaufnahmen sowohl medizinische als auch ökonomische Vorteile mit sich bringen. Nicht zuletzt deshalb beschäftigt das Thema inzwischen auch den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA). Das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland diskutiert und entscheidet über Behandlungspfade, nach denen die Strukturen der klinischen Notfallversorgung in den nächsten Jahren überarbeitet werden sollen. Patienten im Schweinfurter Leopoldina-Krankenhaus können bereits jetzt die Vorteile einer an aktuellen Standards orientierten

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Neues Fortbildungszentrum für Notfallmedizin Darüber hinaus investiert das Leopoldina-Krankenhaus in die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter der ZNA. Als einziges Krankenhaus in der Region werden die Schweinfurter ab 2017 die staatlich anerkannte Weiterbildung zur Fachpflegekraft Notfallpflege anbieten. Des Weiteren können alle Mitarbeiter nun durch zertifizierte Notfallkurse für die Herz-Lungen-Wiederbelebung und die weiterführende Versorgung von kritisch kranken Patienten fortgebildet werden. Dafür gründete das Leopoldina-Krankenhaus zum Jahresanfang ein Fort- und Weiterbildungszentrum für Notfallmedizin unter der Leitung von Manuel Geuen. Die noch junge notfallmedizinische Fachweiterbildung für Pflegekräfte bereitet gezielt auf die Anforderungen am Arbeitsplatz Notaufnahme vor. Nach erfolgreichem Abschluss dürfen sich die Pflegekräfte dann Fachpflegekraft Notfallpflege nennen. Ähnliche Weiterbildungen gibt es beispielsweise bereits für die Bereiche Intensivpflege, OP-Pflege und für die Onkologische Pflege. Die Ausbildung gilt als wichtiger Schritt in Richtung einer Anhebung von Qualitätsstandards und einer weiteren Verbesserung der Patientenversorgung in der Notfallmedizin. Die Weiterbildung kann berufsbegleitend innerhalb von zwei Jahren absolviert werden. Vermittelt werden in 780 Theorie- und 800 Praxisstunden Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen, die auf die Versorgung von akuten medizinischen Notfällen vorbereiten. Interessierte Pflegekräfte können sich jederzeit an den für diese Weiterbildung zuständigen Ausbildungsleiter Manuel Geuen wenden, um weitere Informationen zu erhalten.

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Foto: Manuel Geuen

zentralen Notaufnahme nutzen. Im Idealfall ist die ZNA die alleinige Anlaufstelle für Notfallpatienten, egal ob sie selbst dorthin kommen oder vom Rettungsdienst gebracht werden. Der Zugang von außen ist schnell und ebenerdig möglich. Ein Team von Notfallspezialisten entscheidet routiniert, wie mit den Patienten weiter verfahren wird – welche Diagnostik und Behandlung dringend notwendig ist und ob eine stationäre Aufnahme nötig ist. Für die wichtigen Schritte der Erstbehandlung sind alle personellen und technischen Voraussetzungen in der ZNA vereint. Ärzte aus unterschiedlichen Fachgebieten stehen dem Patienten in kürzester Zeit zur Verfügung. Eine strukturierte Organisation der Abläufe und ein abgestimmtes Raumkonzept sorgen für kurze Wege und eine schnelle Übergabe der Patienten in die bettenführenden Bereiche, falls eine stationäre Weiterversorgung nötig ist. So weit die Idealvorstellung. Bis dahin ist es auch im Leo noch ein Stück Weg. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass zu Beginn des Jahres 2018 der Umzug der derzeitigen »Übergangsnotaufnahme« an ihren endgültigen Standort stattfinden kann. Planungen und Bauarbeiten laufen auf Hochtouren.

Auch Fachärzte bilden sich weiter Auch bei den Medizinern steht der Bereich Notaufnahme vor einem Umbruch. Um die Patientenversorgung noch weiter zu steigern, haben die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensivmedizin und Notfallmedizin (DIVI) und die Deutsche Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) einen gemeinsamen Antrag für eine ärztliche Zusatzweiterbildung »Klinische Notfallmedizin« abgestimmt. Etwa 21 Millionen Patienten suchen jährlich die Notaufnahmen der Krankenhäuser auf. Die größte Herausforderung für die Mediziner ist dabei die hohe Heterogenität dieser Patienten. Es gilt, die unterschiedlichsten Diagnosen und Symptome professionell und fachübergreifend zu erkennen und die Patienten bestmöglich zu versorgen. Bisher gab es in Deutschland dafür keine spezielle Ausbildung. Auf Grundlage europäischer Empfehlungen wird jetzt eine entsprechende Ausbildung installiert. Voraussetzung dafür ist die abgeschlossene Facharztausbildung in einem der Fächer, die häufig in die Versorgung von Notfallpatienten involviert sind. Erwerben können die Zusatzweiterbildung Anästhesisten, Allgemeinmediziner, Chirurgen, Internisten, Neurologen, Neurochirurgen und Pädiater.

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Überregionale Schlaganfallstation erfolgreich rezertifiziert. Stroke Unit im Leopoldina genügt höchsten Qualitätsanforderungen.

Von links nach rechts: Bernd Pfeuffer und Elsbeth Baumann-Banzaf (Qualitätsmanagement), Lena Braun, Chefarzt Dr. med. Johannes Mühler, Jürgen Hub und Klaus Dötter (Neurologische Klinik), Johannes Ewert und Prof. Dr. med. Neumann-Haeselin (Auditoren der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft).

Der Schlaganfall ist eine der am häufigsten auftretenden, zu einer Behinderung führenden Erkrankungen in einer alternden Gesellschaft. Jedes Jahr erleiden nahezu 270.000 Bundesbürger einen Schlaganfall. Dies ist die überwiegende Ursache für bleibende Behinderung im Alter. »Time is brain« – Schnelligkeit und Professionalität sind die entscheidenden Faktoren, um die Auswirkungen eines Schlaganfalls zu begrenzen. Die Behandlung von Patienten mit einem akuten Schlaganfall erfolgt im Leopoldina-Krankenhaus daher auf der 1998 eröffneten spezialisierten Schlaganfallstation (überregionale Stroke Unit). Das sogenannte »Stroke Team« setzt sich zusammen aus spezialisierten Ärzten und Pflegeexperten der Neurologischen Klinik sowie bestens ausgebildeten Physio-, Logo- und Ergotherapeuten. Zusammen versorgen sie mehr als 1.000 Patienten pro Jahr. Im Verbund mit dem Institut für Neuroradiologie werden modernste Katheterverfahren genutzt, um in der Akutsituation Gerinnsel aus hirnversorgenden Adern zu entfernen. »Aufgrund unserer hohen Expertise sind wir außerdem einer der tragenden Pfeiler eines Netzwerkes zur teleradiologischen Schlaganfallsversorgung Nordwest-Bayerns (TRANSIT-Stroke-Netzwerk), welches von Kronach im Osten bis Aschaffenburg im Westen reicht und den herausragenden Stellenwert unserer Stroke Unit belegt«, erläutert Klaus Dötter, Oberarzt der Stroke Unit.

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Im Rahmen einer unabhängigen Prüfung durch externe Spezialisten wurde dem Stroke-Unit-Team im Januar 2017 erneut bestätigt, dass unsere Patienten nach den hohen Behandlungsstandards der Deutschen Schlaganfallsgesellschaft (DSG) und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe behandelt werden, die zur Zertifizierung als überregionale Stroke Unit erforderlich sind. »Damit verfügen wir für die Schlaganfallpatienten in unserer Region über eine anerkanntermaßen hoch kompetente und qualifizierte Behandlungseinheit am Leopoldina Krankenhaus, die alle spezialisierten Verfahren für die schnellstmögliche Diagnostik und Therapie rund um die Uhr vorhält«, so Chefarzt Dr. Johannes Mühler. Anzeige

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Wenn Schüler die Station übernehmen. Das Projekt »Schüler übernehmen die Station« ist inzwischen ein fester Bestandteil der Ausbildung zum/zur Gesundheits- und Krankenpfleger/-in in der Krankenpflegeschule des Leopoldina-Krankenhauses. Die angehenden Pflegekräfte aus dem Oberkurs hatten einige Tage das Kommando auf der Neurologie im Leo. Gemeinsam organisierten und bewältigten sie den Arbeitsalltag und kümmerten sich neben der Pflege der Patienten auch um Aufnahme, Entlassung oder Gespräche mit den Ärzten. Stationsleiter Jürgen Hub, die Praxisanleiter und die Lehrkräfte Katrin Manzau, Monika Hofmann und Robert Koßner standen zwar mit Rat und Tat zur Seite, hielten sich aber weitgehend im Hintergrund. »Das Projekt ist zur Vorbereitung auf das Examen, aber auch für das spätere Berufsleben äußerst bedeutsam und wertvoll«, sagt Katrin Manzau. »Die Pflegekräfte lernen, selbstständig und eigen-

Foto: Christian Kirchner

Projekt ist inzwischen fester Bestandteil der Ausbildung.

verantwortlich zu arbeiten, und müssen ihren Arbeitsablauf selbst organisieren.« Seit Dezember liefen in der Klasse die Vorbereitungen für das Projekt. Es wurden Standards für Aufnahme, Entlassung oder die Vorbereitung auf Untersuchungen und Operationen entwickelt, die jetzt in die Tat umgesetzt werden mussten.

Energiekosten langfristig senken. Leopoldina-Krankenhaus ist Teil des Energieeffizienz-Netzwerks Unterfranken. Durch regelmäßigen, moderierten und systematischen Erfahrungsaustausch die möglichen Energieeinsparpotenziale verfügbar machen und somit eine Senkung der Energiekosten erreichen – das ist das Ziel des Energieeffizienz-Netzwerks Unterfranken, zu dem auch das Leopoldina-Krankenhaus gehört. Die beteiligten Unternehmen führen dazu mithilfe einer qualifizierten Energieberatung eine Bestandsaufnahme über ihr jeweiliges Einsparpotenzial durch und stecken sich im Anschluss eigene Ziele zur Energieeinsparung. Drei- bis viermal jährlich treffen sich die Energieexperten aller Unternehmen, um untereinander und mit externen Fachleuten konkrete Themen und Entwicklungen der Energieeffizienz zu diskutieren. Idealerweise wird dies mit gegenseitigen Betriebsbesichtigungen verbunden. Ein jährliches Monitoring überprüft das Maß der Zielerreichung. Die erzielten Effizienz-

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gewinne und CO2-Emissionsminderungen informieren über den Erfolg des Netzwerks. Nach allen bisherigen Erfahrungen werden die anfänglich gesetzten Netzwerkziele über die Gesamtlaufzeit erreicht oder sogar deutlich überboten, sodass spürbare Energiekostensenkungen sehr wahrscheinlich sind. Quelle: http://been-i.de/been-i/ was-ist-ein-energieeffizienz-netzwerk/

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Ihre Meinung ist uns wichtig. Jetzt mitmachen, das Rätsel lösen und tolle Preise gewinnen! Bitte lassen Sie uns Ihre Ideen, Kritik, Anregungen zum aktuellen Magazin sowie Themenvorschläge für die kommende Ausgabe des Leopoldina-Magazins per Post oder via E-Mail zukommen. Zusätzlich können Sie das richtige Lösungswort des Kreuzworträtsel auf der Antwortkarte eintragen und attraktive Preise gewinnen.

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1. PREIS

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Ein Verwöhnwochenende für 2 Personen »Arrangement Zweisam« im Wert von 350 € im Bio Hotel Sturm in Mellrichstadt

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Meine Meinung zum Leopoldina-Magazin:

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Ich bin interessiert an Informationen des Leopoldina-Krankenhauses zum Thema Gesundheit. Ja, ich möchte das Leopoldina-Magazin im kostenfreien Abo per Post erhalten.

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Postadresse: Leopoldina-Krankenhaus der Stadt Schweinfurt GmbH z. Hd. Herrn Kirchner Gustav-Adolf-Straße 6–8 97422 Schweinfurt oder ganz einfach per E-Mail: magazin@leopoldina.de

Die Preise werden unter allen Einsendern mit dem korrekten Lösungswort verlost, Teilnahmeschluss ist der 31. 07. 2017. Die Gewinner werden von uns benachrichtigt. Pro Person wird nur eine Einsendung akzeptiert. Die Verlosung erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Eine Barauszahlung, Änderung sowie Umtausch der Gewinne sind ausgeschlossen. Teilnahmeberechtigt sind alle Personen über 18 Jahre.

Preisübergabe Am 1. März lud Geschäftsführer Adrian Schmuker die Preisträger unseres Gewinnspiels der 7. Ausgabe ins Leopoldina-Krankenhaus ein und übergab die Preise. 1. Preis: ein Verwöhnwochenende für Annette Sauer aus Schweinfurt 2. Preis: ein Wertgutschein für Rudolf Diener aus Schweinfurt 3. Preis: 24 Kästen Mineralwasser für Melanie Bauer aus Frankenwinheim

V. l. n. r.: GF Adrian Schmuker, Annette Sauer und Rudolf Diener.

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Wir danken allen Teilnehmern für die große Resonanz und den positiven Zuspruch für das Krankenhaus-Magazin.

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Medizin für Das Harnsystem Unser Körper besteht zu fast drei Vierteln aus Wasser. Je jünger der Mensch ist, desto höher ist der Wasseranteil. Verschiedene Körpergewebe enthalten unterschiedlich viel Wasser: Im Blut, in den Skelettmuskeln und der Haut ist besonders viel Wasser, im Fettgewebe nur wenig. Ein normaler Erwachsener braucht etwa zwei Liter Flüssigkeit pro Tag, um das Wasser zu ersetzen, das der Körper jeden Tag verliert – durch Schweiß, ausgeatmete Luft usw. Wasser hält auch den Blutdruck aufrecht und verteilt die Wärme im Körper. Das Wasser dient als Transportmittel für alle Stoffe, die der Körper braucht – Mineralstoffe, Hormone, Nahrungsbestandteile – und die er verbraucht hat. Stoffwechselprodukte, die der Körper nicht verwerten kann, müssen wieder ausgeschieden werden. Der Darm beseitigt die Abfallstoffe der Verdauung. Die Lunge befördert beim Ausatmen Kohlendioxid hinaus. Die Haut schwitzt Wasser, Salze und Gifte aus dem Körper. Die Nieren filtern Wasser, Salze und einige chemische Verbindungen aus dem Blut. Das Harnsystem umfasst die Nieren, die Harnleiter und die Harnblase. Durch das Harnsystem wird der Körper vor allem von Stickstoff befreit. Diese Stickstoffe entstehen bei der Verarbeitung von Eiweiß aus der Nahrung und sind sehr giftig.

Was bedeutet Wasserhaushalt?

Foto: Fotolia

Die Nieren sorgen dafür, dass der Gesamtgehalt des Wassers im Körper immer gleichbleibt. Die Wasserabgabe des Körpers wird also immer der Wasseraufnahme angepasst. Je mehr Wasser getrunken wird, desto mehr müssen die Nieren ausscheiden. Im Gehirn gibt es ein Durstzentrum, dort wird die Konzentration des flüssigen Blutbestandteils (Plasma) gemessen. Wenn der Körper Flüssigkeit verliert, nimmt die Konzentration des Plasmas zu, und das Durstzentrum löst ein Durstgefühl aus.

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So funktioniert die Ausscheidung durch das Harnsystem •

 achdem die Zellen alle erforderlichen Nährstoffe aus der verN dauten Nahrung herausgeholt haben, werden die Abfallstoffe wieder ins Blut befördert. Das Blut bringt sie zu den Nieren. Die Nieren filtern das Blut, das heißt, sie holen Abfallstoffe aus dem Blut, sammeln sie und vermischen sie mit Wasser. Aus diesem Filtervorgang entsteht der Urin. Überschüssiges Wasser, Salze und Harnstoff werden zu Urin. Der Urin fließt durch die Harnleiter in die Blase. Die Blase dehnt sich aus und speichert den Urin. Wenn dein Körper dir meldet, dass die Blase voll ist, wird der Urin durch die Harnröhre ausgeschieden. Pro Minute filtern die Nieren einen Liter Blut. Aber nur ein Prozent davon bildet den fertigen Urin. Der Rest wird dem Blutkreislauf wieder zugeführt. Ohne diese lebenswichtige Arbeit der Nieren würde der Körper von innen vergiftet werden.

Die Harnuntersuchung Neben der Blutuntersuchung ist die Harnuntersuchung die wichtigste Methode, um Erkrankungen von Niere, Blase, Harnleiter und Harnröhre festzustellen. Zur Untersuchung muss man etwas Urin in einem dafür vorgesehenen Becher beim Arzt abgeben. Der Urin kann dann mit speziellen Streifen, die hineingehalten werden, untersucht werden. Dieser Test heißt Harnstreifentest. Es ist auch möglich, dass man den Urin über einen ganzen Tag lang sammelt und ihn dann untersucht. Man kann ihn auch unter dem Mikroskop betrachten. So lässt sich feststellen, ob rote oder weiße Blutkörperchen enthalten sind, ob es Eiweiß oder Zucker gibt und ob Bakterien vorhanden sind. Diese Werte geben Hinweise auf bestimmte Erkrankungen wie Diabetes (Zuckerkrankheit) oder auch Infektionen. Sogar aus der Farbe des Urins kann der Arzt Hinweise herauslesen.

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Wusstest du schon, … … dass die Blase bis zu einem Liter Urin aufnehmen kann? … dass ein Mensch in seinem Leben etwa 30.000 Liter Urin ­ausscheidet? … dass Wüstenreptilien ihre Harnstoffe durch Niesen ausscheiden? … dass auch mit dem Schweiß Harnstoffe ausgeschieden werden? … dass Urin so giftig ist, dass 90 ml ausreichen, ein erwachsenes Kaninchen zu töten? … dass Urin in Salben ein wirksames Mittel gegen Neurodermitis ist?

Experimente zum Nachmachen 1. Du kannst leicht selber feststellen, wie dein Körper zum Beispiel über das Atmen Wasser verliert: Lege einen kleinen Spiegel eine Weile in den Kühlschrank, wische ihn dann ab und hauche ihn an. Der Wasserdampf im Atem wird zu kleinen Tröpfchen. 2. Stecke deine Hand in eine kleine durchsichtige Plastiktüte und befestige sie locker mit einem Klebestreifen am Handgelenk. Nach wenigen Minuten entstehen kleine Tröpfchen in der Tüte. Jetzt wird es auch Zeit, dass du die Tüte wieder entfernst.

Nieren

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Blase

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Regionale Raffinessen

und internationaler Flair

Der Küchenchef der »Piazza Leopoldina« empfiehlt.

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Mehr als gute Medizin. Für uns bedeutet das auch, jeden Tag dafür zu sorgen, dass sich unsere Patienten wohlfühlen. Ganz maßgeblich daran beteiligt ist unser Team aus Küche und Service. Unsere Mitarbeiter geben ihr Bestes um mit abwechslungsreichen und gesunden Speisen zu überzeugen. Wir setzen auf regionale Produkte mit kurzen Lieferstrecken und einen schonenden Umgang mit Ressourcen, wo immer dies möglich ist – frei nach dem  Motto: »Von der Region, für die Region«. Wir beziehen unsere Lebensmittel und Produkte für Küche und Catering fast ausschließlich aus der Region oder von regionalen Händlern. Das Fleisch stammt aus Schweinfurt, die Backwaren kommen aus dem Landkreis und das frische Gemüse aus dem oberfränkischen Raum. Wir sind davon überzeugt, auch damit einen kleinen Beitrag zur Gesundheit zu leisten. Die Kreativität und Qualität unserer Küche hat sich herumgesprochen – Privatpersonen und Unternehmen aus der Region greifen immer öfter auf den Veranstaltungs- und Cateringservice unserer Tochtergesellschaft Leo-Service zurück. Mehr Informationen hierzu finden Sie unter www.leo-service.com.

Übrigens, die leckeren Gerichte aus unserer »Piazza Leopoldina« erhalten Sie über den Menüservice der Johanniter Schweinfurt bequem nach Hause. Wir wünschen viel Freude und Genuss mit den Rezeptideen unseres Chefkochs Alfons Walter. Guten Appetit!

Gutschein Gegen Vorlage dieses Gutscheins erhalten Sie am 6. und 7. 5. 2017 in unserem Restaurant »Piazza Leopoldina« das Menü »Entenbrust auf Wok-Gemüse« mit »Erdbeermousse« statt für 10,90 € für nur 5,90 €.

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Medizin&Menschen


Entenbrust auf Wok-Gemüse süß-sauer mit Mie-Nudeln

Zutaten für vier Personen:

• 1.200 g Entenbrust • 100 g Karotten in Streifen • 100 g Pastinaken in Streifen • 100 g Paprika in Streifen • 100 g Schalotten in Scheiben • 100 g Champignons in Scheiben • 100 g Kaiserschoten • 400 g Mie-Nudeln (ungekocht) • 1 Knoblauchzehe • Erdnussöl • Gewürze: Salz, Pfeffer, Koriander, Ingwer, Zitronenabrieb, Woksauce süß-sauer

• ¼ Liter Milch • 3 Eigelb • 50 g Zucker • 4 Blatt rote Gelatine • 250 g frische Erdbeeren, püriert • 250 g geschlagene Sahne • 100 g frische Erdbeeren für die Garnitur • frische Minze

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Zutaten für sechs Personen:

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Erdbeermousse mit frischer Minze

Zubereitung: Zubereitung: Entenbrüste würzen, auf der Hautseite kurz scharf anbraten und im Ofen bei 140 °C fertig garen. In einer Wokpfanne Erdnussöl erhitzen, Gemüse anbraten, würzen und mit Woksauce ablöschen. Mie-Nudeln kochen, zum Gemüse geben, durchschwenken und kurz aufkochen. Gemüse-Nudeln auf einem Teller anrichten. Entenbrust in Scheiben schneiden, darauflegen und servieren.

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Fleisch & Wurst

Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Milch, Eigelb, Zucker im Wasserbad bei 80 °C schaumig schlagen. Gelatine mit der Hand auspressen und unter die schaumig geschlagene Masse rühren. Pürierte Erdbeeren hinzufügen und kalt rühren, geschlagene Sahne unterheben. In Gläser abfüllen und mit Erdbeeren und frischer Minze garnieren.

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Der Johanniter-Menüservice! Frische, die auf Porzellan kommt.

aus der Hand des Fachmanns

Niederwerrner Straße 70 97421 Schweinfurt Tel.: 09721 / 82551 Fax: 09721 / 805106

Filiale Luitpoldstraße 23 97421 Schweinfurt Tel.: 09721 / 201777

Testen Sie unsere drei täglich frisch zubereiteten Menüs und überzeugen Sie sich selbst von der Frische bei einem kostenlosen TestEssen. Wir liefern überall in Schweinfurt und bis zu einem Umkreis von 15 km außerhalb. Reichen Sie einfach den Coupon bei Ihren Johannitern in Schweinfurt ein.

Weitere Informationen unter: 09721 7037-31

E-Mail: info@metzgerei-uehlein.de

Das Magazin des Leopoldina-Krankenhauses Schweinfurt

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Fotos: vm.photodesign

Der Gesundheitspark Schweinfurt – alles unter einem Dach. In der Robert-Koch-Straße in Schweinfurt und damit in unmittelbarer Nachbarschaft zum Leopoldina-Krankenhaus bündelt der Gesundheitspark verschiedene Fachkompetenzen des Gesundheitswesens unter einem Dach. Vergleichbar mit großen Ärztehäusern, in denen verschiedene Ärzte aus unterschiedlichen Bereichen in eigener Praxis oder MVZ tätig sind, bietet der Gesundheitspark Schweinfurt darüber hinaus weitere Gesundheitsdienstleistungen wie Apotheke, Physiotherapie und Sanitätshaus an.

Darüber hinaus haben sich gesundheitsorientierte Bildungseinrichtungen im Gesundheitspark niedergelassen. Die Auszubildenden der Fachakademie für Physiotherapie (Hans Weinberger Akademie) profitieren von der engen Nachbarschaft zu den Partnern im Gesundheitspark Schweinfurt. Seit September 2015 ist auch die Krankenpflegeschule des Leopoldina ihre neuen Räumlichkeiten im Gesundheitspark eingezogen. Der Gesundheitspark Schweinfurt – alles unter einem Dach, von Arzt bis Z.

Die Vorteile für die Patienten liegen auf der Hand: Die Wege vom Arzt zu Arzt, zu Therapie oder Apotheke sind kurz, die Informationen zwischen den verschiedenen an einer Behandlung beteiligten Personen fließen schneller und die Patienten können mehrere Termine an einem Tag an einer Adresse erledigen. Ein weiterer Vorteil ist die enge Zusammenarbeit mit dem Leopoldina-Krankenhaus. Viele der Mediziner aus MVZ oder Praxis sind sowohl dort als auch im Krankenhaus tätig. Ambulante und stationäre Behandlung liegen somit in einer Hand.

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Medizin&Menschen Medizin&Menschen


Chefärztin Dr. med. Jutta Albrecht Telefon: 09721 720-6405 Fax: 09721 720-2935 www.leopoldina.de

Ambulantes Operationszentrum Leopoldina Leitender Arzt Dr. med. Christian Nüchter Telefon: 09721 720-2771 Fax: 09721 720-882770 www.mvz-leopoldina-gesundheitspark.de .......................................................................................

Sprechzeiten: Mo. bis Fr.: 8:00–16:00 Uhr, nur nach vorheriger Terminvereinbarung .......................................................................................

MVZ Leopoldina Medizinisches Versorgungszentrum xen siehe Telefon: 09721 720-2710 Arztpraite Se 29 www.mvz-leopoldina-gesundheitspark.de .......................................................................................

Dr. med. Markus Helmreich Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin Kinderkardiologie/Neonatologie

Sanitätshaus Häusner Fachgeschäft für Orthopädie und Sanitätsfachhandel

Telefon: 09721 25272 Fax: 09721 25665 www.kinderarzt-helmreich.de Sprechzeiten: Mo.-Fr.: 9:00–11:30 Uhr sowie Mo., Di. und Do.: 15:00–17:30 Uhr, sowie nach Vereinbarung. Um telefonische Terminvereinbarung wird gebeten. ....................................................................................... Reha City Park Telefon: 09721 3880300 www.reha-city-park.de

Telefon: 09721 188950-0 Fax: 09721 188950-1 www.sanitaetshaus-haeusner.de info@sanitaetshaus-haeusner.de Öffnungszeiten: Mo. bis Do.: 9:00–12:00 Uhr und 13:00–17:00 Uhr Fr.: 9:00–12:00 Uhr und 13:00–15:00 Uhr ....................................................................................... Berufsfachschule für Physiotherapie Hans-Weinberger Akademie

Krankenpflegeschule (Zweckverband Berufsfachschulen Haßfurt/Schweinfurt) Telefon: 09721 720-3542 E-Mail: krankenpfleges@leopoldina.de ....................................................................................... Bistro im Gesundheitspark Telefon: 09721 720-2792 Öffnungszeiten: Mo. bis Fr.: 8:00–15:00 Uhr ....................................................................................... Apotheke im Gesundheitspark Matthias Krimmel e.K. Telefon: 09721 7304277 Fax: 09721 7304279 E-Mail: apotheke-im-gesundheitspark@t-online.de ....................................................................................... Eisenbrand Ästhetik Alexander Eisenbrand Telefon: 09721 2912200 E-Mail: info@eisenbrand-aesthetik.de www.eisenbrand-aesthetik.de ....................................................................................... Praxis für ganzheitliche Orthopädie

Öffnungszeiten: Mo. bis Fr.: 7:00–20:00 Uhr Sa. 9:00–13:00 Uhr .......................................................................................

Telefon: 09721 20951-40 Fax: 09721 20951-49

Praxis für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie Dres. Isabell und Tobias Reuther

www.hwa-online.de .......................................................................................

Telefon: 09721 18481 E-Mail: praxismenzler@t-online.de www.praxis-menzler.de .......................................................................................

Telefon: 09721 605 1840

Orthopädische Facharztpraxis Dr. med. Andreas Handschuh

Radiologie im Gesundheitspark Privatpraxis für Kernspintomographie

Telefon: 09721 6050974 Fax: 09721 7598929

Telefon: 0951 980300 www.radiologie-im-gesundheitspark.de

www.praxishandschuh.de .......................................................................................

Termine nach Vereinbarung .......................................................................................

www.mkg-reuther.de Sprechzeiten: Mo. bis Do.: 8:00–13:00 Uhr und 14:00–17:00 Uhr Fr.: 8:00–13:00 Uhr Termine nach Vereinbarung .......................................................................................

Legende Krankenhausleitung ∙ Aufnahmebereich Fachabteilungen und Stationen Psychosomatik ∙ Strahlentherapie ∙ Nuklearmedizin ∙ Labor Technik

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Tagesklinik für Spezielle Schmerztherapie

Dr. med. Werner Menzler

Sie erreichen den Gesundheitspark Schweinfurt bequem mit der Buslinie 52, Haltestelle Museum Otto Schäfer. Falls Sie mit dem Auto anreisen, stehen Ihnen in der Mainberger und der Robert-Koch-Straße ausreichend Parkplätze zur Verfügung. Gesundheitspark Schweinfurt Robert-Koch-Straße 10 97422 Schweinfurt

La Casa ∙ Verwaltung Kinder- und Jugendpsychiatrie Gesundheitspark ∙ Medizinisches Versorgungszentrum Parkhaus

Das Magazin des Leopoldina-Krankenhauses Schweinfurt

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Wichtig für ein schmerzfreies Leben: eine gute Balance von Körper, Geist und Seele. Interview mit Dr. Werner Menzler, Reha City Park Schweinfurt, zum Thema Rückenschmerzen. Herr Dr. Menzler, viele Menschen werden im Laufe ihres Lebens zumindest einmal mit Rückenschmerzen konfrontiert. Woran liegt das? Dr. Menzler: Hierzu würde ich gerne einige Worte zum Aufbau und zur Funktionsweise des Rückens bzw. unserer Wirbelsäule vorausschicken. Die Wirbelsäule ist die zentrale Stütze unseres Körpers. Allerdings ist sie kein starrer, unbeweglicher Stab. Vielmehr ist sie durch das Zusammenspiel von Muskulatur, Bindegewebe, den Bandscheiben, kleinen Gelenken und insbesondere dem Steuerungssystem »Nervengewebe – Rückenmark – Gehirn« ein sehr bewegliches und elastisches Ganzes, das sich an vielerlei Bewegungen und Belastungen des Alltags wie zum Beispiel Sitzen, Stehen, Gehen, Laufen, Bücken und Drehen anpassen kann. Eine wesentliche Ursache der Schmerzproblematik ist das Sitzen, genauer gesagt das »Sitzenmüssen« des modernen Menschen. Durch die einseitige Belastung im Sitzen und Stehen und durch die gleichzeitig einDr. Werner Menzler geschränkte Bewegung werden die Zwischenwirbelräume, in denen sich die Bandscheiben als elastischer Puffer befinden, zusammengedrückt, was den natürlichen Verschleißprozess beschleunigt. Gleichzeitig wird die Muskulatur durch die monotone Haltearbeit überfordert, sie wird sauer, verspannt und wird »fest«. Als Folge spüren wir die bekannten schmerzhaften Verspannungszustände in Kopf- und Nackenbereich, Schultergürtel, Rücken und Kreuz. Es können Gefühlsstörungen der Hände auftreten, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen von oben bis unten, ohne dass ich dann als untersuchender Orthopäde auch nur die geringsten krankhaften strukturellen Veränderungen nachweisen könnte. Was kann man gegen diese Schmerzen unternehmen? Dr. Menzler: Diese eher einfachen bzw. unspezifischen Rückenschmerzen werden durch konservative Behandlung gebessert

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oder verschwinden wieder komplett von alleine. Was jeder selbst tun kann, lässt sich zunächst auf einen Satz reduzieren: »Sich regen bringt Segen.« Ich rate allgemein zu mehr körperlicher Aktivität und Bewegung. Hierzu gehört unter anderem das Training der Rücken- und Bauchmuskulatur durch dem körperlichen Zustand angemessene Gymnastik, außerdem zum Beispiel Schwimmen, Walken oder Radfahren. Verwenden Sie Treppen statt Aufzüge, gehen Sie kürzere Strecken zu Fuß und lassen Sie das Auto stehen! Zudem gilt es, alltägliche Tätigkeiten schnellstmöglich wiederaufzunehmen. Dabei ist aber auf rückenschonendes Verhalten zu achten, etwa bei schwerem Heben und Tragen. Weiterhin sollten länger andauernde Belastungshaltungen wie langes Sitzen vermieden werden, beispielsweise durch häufige Lageänderungen oder durch aktives Sitzen. Generell sind Harmonie und Ausgewogenheit wichtig. Dies betrifft eine bewusste Lebensführung im Hinblick auf Ernährung und Beruf ebenso wie etwa die Reduktion von Stress. Was aber, wenn die Schmerzen über einen längeren Zeitraum bestehen und trotz der beschriebenen Maßnahmen keine spürbare Besserung eintritt? Dr. Menzler: Bestehen die Beschwerden länger und sind in ihrer Intensität stärker, muss eine ärztliche Untersuchung und Diagnostik erfolgen, zum Beispiel durch einen Orthopäden. Eine genaue Abfrage des bisherigen Schmerzverlaufes und eine gründliche körperliche Untersuchung geben dann exaktere Hinweise auf mögliche Ursachen der Beschwerden. Falls erforderlich, können bildgebende Verfahren die Ursache erhellen. Die Therapie wird sich dann nach den erhobenen Befunden richten und kann sehr unterschiedlich ausfallen. Im Vordergrund aller Bemühungen muss eine schnelle Schmerzreduktion stehen, um eine Chronifizierung zu vermeiden. Ab wann bezeichnet man Schmerzen als chronisch und welche Folgen kann dies nach sich ziehen? Dr. Menzler: Von einer Chronifizierung sprechen wir, wenn die Schmerzen länger als ein viertel bzw. ein halbes Jahr andauern. Ist dies der Fall, kommt es häufig zu unerwünschten Einschränkungen des Alltags mit der Gefahr einer Verselbstständigung bei gleichzeitiger Therapieresistenz mit allen möglichen negativen Folgen für den Betroffenen – von längeren Arbeitsunfähigkeitszeiten bis hin zu Berufs- oder gar Erwerbsunfähigkeit. Selten sind

Medizin&Menschen Medizin&Menschen


aber operative Maßnahmen erforderlich. Sollten die zunächst einfachen Behandlungen nicht anschlagen, ist eine intensive Behandlungsform anzustreben: Im Allgemeinen wird heute eine multimodale Schmerztherapie eingeleitet, die ambulant oder (kurz-)stationär stattfindet. Warum zeigen bildgebende Verfahren wie Röntgen häufig keine Ursache für die beklagten Symptome? Dr. Menzler: Wie bereits erwähnt, sind für Rückenschmerzen häufig funktionelle Störungen ursächlich, zumeist ausgelöst durch Fehlhaltungen oder -bewegungen mit folgender Muskelverspannung. Diese haben einfach kein sichtbares Korrelat! Das bedeutet, dass die Bildgebung wie zum Beispiel ein Röntgenbild oder gar weiterführende Untersuchungen wie Computertomographie (CT) und Kernspintomographie (MRT) die eigentliche Ursache der beklagten Schmerzen nicht erklären, selbst wenn sich dort ein krankhafter Befund zeigen würde. Dabei kann es sich um die normalen, weil altersüblichen Verschleißerscheinungen handeln, die keinen krankhaften Wert haben, da sie auch bei völlig symptomfreien, das heißt schmerzfreien Menschen nachzuweisen sind. Andererseits können wir völlig unauffällige Röntgenbilder, CTs und MRTs der Wirbelsäule sehen und der Patient hat trotzdem mehr oder weniger starke Schmerzen.

Kann es sein, dass jeder Mensch Schmerzen unterschiedlich wahrnimmt und entsprechend unterschiedlich reagiert? Welche Konsequenz hat das für den Patienten? Dr. Menzler: Wir erleben es immer wieder, wie unterschiedlich Schmerzen wahrgenommen werden: Was dem einen die Tränen in die Augen treibt, lässt den anderen völlig kalt. Tatsächlich ist es so, dass Schmerzen individuell unterschiedlich empfunden werden. Bekannt sind aber auch die geschlechtsspezifischen Unterschiede: Bei Frauen sind Schmerz- und Toleranzschwelle niedriger als bei Männern. Auch die Tendenz zur Chronifizierung ist beim weiblichen Geschlecht häufiger anzutreffen. Des Weiteren gibt es Unterschiede in den verschiedenen Kulturen, wie Schmerzen empfunden, geäußert und verarbeitet werden. Dies ist ein deutliches Zeichen dafür, wie komplex das sich im Körper abspielende Geschehen ist, weil es durchaus von vielen äußeren und inneren Faktoren abhängig ist. Entsprechend möchte ich nochmals betonen, wie wichtig gerade bei Rückenbeschwerden ein harmonisches Miteinander von Körper, Geist und Seele ist. Auch wenn ich hierbei etwas esoterisch klingen mag: Diese Balance ist von großem Belang für ein glückliches, gesundes und schmerzfreies Leben. Vielen Dank für das Interview.

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Das desdes Leopoldina-Krankenhauses SchweinfurtSchweinfurt DasMagazin Magazin Leopoldina-Krankenhauses

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Veranstaltungen · Fort- und Weiterbildung Arzt-Patienten-Seminare Dienstag, 02.05.17, 18:00 bis 19:30 Uhr Arthrose: Moderne alternative – operative – rehabilitative Behandlungsverfahren Donnerstag, 04.05.17, 18:00 bis 19:30 Uhr Hexenschuss und Rückenschmerz: Ursachen vermeiden – schonend behandeln! Donnerstag, 11.05.17, 18:00 bis 19:00 Uhr Psychosomatische Behandlung – Für was? Für wen? Wie? Montag, 15.05.2017, 19:30 bis 21:00 Uhr Wir bekommen ein Kind Dienstag, 16.05.17, 18:00 bis 19:30 Uhr Durchblutungsstörungen im Bein – chirurgische Therapie Mittwoch, 17.05.17, 18:00 bis 19:30 Uhr Neue Behandlungsmöglichkeiten der Schulter: Rotatorenmanschette, Impingement, Arthrose

Donnerstag, 21.09.17, 18:00 bis 19:30 Uhr Wenn die Blase drückt: Blasenentleerungsstörung – Therapieoptionen beim reifen Mann Dienstag, 10.10.17, 18:00 bis 19:30 Uhr Venenleiden – Ursache und Therapie Mittwoch, 11.10.17, 18:00 bis 19:30 Uhr Moderne Arthrose-Therapie: Von der ACP-/HyaluronInjektion bis zum künstlichen Gelenk Donnerstag, 12.10.17, 18:00 bis 19:30 Uhr Grundpflegekurs für alle werdenden und frischgebackenen Eltern Mittwoch, 25.10.17, 18:00 Uhr Patientenverfügung – Vorsorgevollmacht

Montag 19.06.17, 19:30 bis 21:00 Uhr Ernährung von Säuglingen

Montag, 06.11.17, 19:30 bis 21:00 Uhr Wir bekommen ein Kind

Dienstag, 20.06.17, 18:00 bis 19:30 Uhr Die Operation der Schilddrüse und Nebenschilddrüse

Montag, 13.11.17, 19:30 bis 21:00 Uhr Unser Kind ist da!

Donnerstag, 22.06.17, 18:00 bis 19:30 Uhr Grundpflegekurs für alle werdenden und frischgebackenen Eltern

Dienstag, 14.11.17, 18:00 bis 19:30 Uhr Darm-Divertikel – muss man operieren? Wenn ja, wann und wie?

Montag, 03.07.17, 19:30 bis 21:00 Uhr Wir bekommen ein Kind

Mittwoch, 15.11.17, 18:00 bis 19:30 Uhr Moderne Handchirurgie – Vom schnellenden Finger bis zum Morbus Dupuytren

Donnerstag, 06.07.17, 18:00 bis 19:30 Uhr Wenn die Blase drückt: Blasenentleerungsstörung – Therapieoptionen beim reifen Mann Montag, 10.07.17, 19:30 bis 21:00 Uhr Wie kann mein Kind entspannen? Mittwoch, 12.07.17, 18:00 bis 19:30 Uhr Vom Hallux valgus bis zur Hammerzehe – moderne Therapiemethoden Montag, 07.08.17, 19:30 bis 21:00 Uhr Wir bekommen ein Kind Montag, 04.09.17, 19:30 bis 21:00 Uhr Wir bekommen ein Kind Montag, 02.10.17, 19:30 bis 21:00 Uhr Wir bekommen ein Kind

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Montag, 09.10.17, 19:30 bis 21:00 Uhr Mein Kind kann nicht schlafen

Montag, 27.11.17, 18:00 Uhr Nebenwirkungen der Chemotherapie – Was kann ich dagegen tun? Montag, 04.12.17, 19:30 bis 21:00 Uhr Wir bekommen ein Kind Montag, 11.12.17, 19:30 bis 21:00 Uhr Unfallverhütung und Erste Hilfe bei Säuglingen und Kleinkindern

Alle Arzt-Patienten-Seminare finden, soweit nichts anderes angegeben ist, bei freiem Eintritt im ­Leopoldina-Krankenhaus statt. Bitte beachten Sie vor Ort die Wegweiser. Nähere und aktuelle Infos auf unserer Homepage unter www.leopoldina.de.

Medizin&Menschen


Gesundheitsakademie – Berufliche Qualifikation Dienstag, 09.05.2017, 14:15–15:30 Uhr Hormonerkrankungen Konferenzraum B81, 8. OG Referent: Dr. Jürgen Schiemann, Oberarzt Medizinische Klinik 2 Teilnahmegebühr: 25,00 € (für externe TeilnehmerInnen) Donnerstag, 11.05.2017, 14:15–15:30 Uhr Das diabetische Fußsyndrom Konferenzraum B81, 8. OG Referentin: Helga Then, Diabetesassistentin DDG Teilnahmegebühr: 25,00 € (für externe TeilnehmerInnen) Dienstag, 16.05.2017, 14:15–15:30 Uhr Umgang mit Zytostatika Konferenzraum B81, 8. OG Referentin: Julia Moritz, Apothekerin Teilnahmegebühr: 25,00 € (für externe TeilnehmerInnen) Dienstag, 23.05.2017, 18:00–20:00 Uhr Angehörigen-Seminar Rückenschonender Patiententransfer Konferenzraum B81, 8. OG Referenten: Franz Wager und Florian Berchtold Teilnahme frei! Donnerstag, 01.06.2017, 14:30–16:00 Uhr Diagnose Krebs: Hilfen zur mentalen und emotionalen Bewältigung für Patienten und Angehörige Glasdurchgang, 8. OG Referent: Stefan Menz, Psychoonkologe (DKG) Teilnahme frei!

Montag, 19.06.2017, 14:15–15:30 Uhr Grundwissen EKG Konferenzraum B81, 8. OG Referent: Dr. Michael Weberpals, Oberarzt Medizinische Klinik 1 Teilnahmegebühr: 25,00 € (für externe TeilnehmerInnen)

Mittwoch, 28.06.2017, 14:15–15:30 Uhr Der dialysepflichtige Patient Konferenzraum B81, 8. OG Referent: Michael Mann, Leitung Dialyse Teilnahmegebühr: 25,00 € (für externe TeilnehmerInnen)

Qualifizierungen/Weiterbildungen Weiterbildung Stationsleitung (DKG) 2017/2018 Pflegerische Leitung eines Bereichs im Krankenhaus und anderen pflegerischen Versorgungsbereichen nach DKG-Empfehlungen Start am Dienstag, 19.09.2017 Dauer und Ablauf • 13 Wochen Theorie als Blockunterricht nach Plan + Hospitationen • Gesamtstundenzahl: 720 h Kosten: auf Nachfrage (für externe TeilnehmerInnen) Praxisanleiter-Refresher 2017 Refresher-Tag für PraxisanleiterInnen, die bereits seit zwei Jahren im Einsatz sind. Ziel ist es, Rolle und Aufgaben der Praxisanleiter zu klären und zu stärken. Mittwoch, 17.05.2017 oder Freitag, 29.09.2017 (1 Tag) Kosten: 100,00 € (für externe TeilnehmerInnen)

Nähere Infos und Anmeldung bei: Stefan Menz, 09721 720-6886 smenz@leopoldina.de.

»Medizin im Gespräch« – der Medizintalk aus dem Leopoldina Jeden 2. Dienstag immer um 18:30 Uhr auf TV-Touring (bei SAT-Empfang bereits um 17:30 Uhr) Alle bisherigen Folgen finden Sie in der Mediathek auf unserer Homepage oder auf dem Leopoldina YouTube-Channel unter www.youtube.com/user/LeopoldinaSW Impressum: Herausgeber: Leopoldina-Krankenhaus der Stadt Schweinfurt GmbH · Gustav-Adolf-Straße 6–8 · 97422 Schweinfurt · Telefon: 09721 720-0 · Fax: 09721 720-2975 · www.leopoldina.de Redaktion und Konzept: Veit Oertel (verantwortlich) · Christian Kirchner Gestaltung: Gerryland Advertising GmbH Würzburg Titelfoto: Adobe Stock Erscheinungsweise: 2 x im Jahr · Druckauflage 75.000 Stück · Druck: Druckerei Weppert, Schweinfurt

Das Magazin des Leopoldina-Krankenhauses Schweinfurt

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KLAR KANNST DU AUCH STAUBSAUGERBEUTEL VERKAUFEN. Ist halt echt mieses Karma. Mach‘s besser und komm in die Pflege! Erlebe die Vorteile einer Ausbildung im LeopoldinaKrankenhaus, das als größter städtischer Arbeitgeber mit 17 Kliniken/ Fachabteilungen eine ganz besondere Bedeutung für Schweinfurt und die Region hat. Weitere Infos unter

www.leopoldina.de

facebook.de/LeopoldinaKrankenhaus youtube.de > Leopoldina Krankenhaus Schweinfurt

Leopoldina-Krankenhaus der Stadt Schweinfurt GmbH Krankenpflegeschule · Tel. 09721 720-3542 krankenpflegeschule@leopoldina.de Gustav-Adolf-Straße 6–8 · 97422 Schweinfurt

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