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Das Quartär der Grone-Niederung westlich Göttingen

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Abb. 4. Tiefenlage der Basis Holozän im Bereich der Abb. 3. - Zahlenwerte in m unter Gelände­ höhe. Linien gleicher Tiefenlage. Zone maximaler Tiefenlage punktiert. Abbildung 3 zeigt zunächst für den in A b b . 1 d o p p e l t umgrenzten Ausschnitt der süd­ westlichen Gronesenke die erbohrten Mächtigkeiten alt- bis mittelholozäner T o r f e ( Z a h ­ len neben den Bohrpunkten in Metern, Torfverbreitung schraffiert). D i e größten Mächtig­ keiten mit 3,2 m wurden dabei ganz im Westen angetroffen; von hier nimmt die Dicke der Torfschicht nach allen Richtungen hin ab. In der Bildmitte und südöstlich davon (Bohr­ punkte ohne Zahlenangabe) sowie am nördlichen B i l d r a n d fehlt der T o r f völlig. In A b ­ bildung 4 ist für den gleichen Bereich die Tiefenlage der Holozänbasis in Metern unter Geländehöhe eingetragen; die Zone m a x i m a l e r T i e f e n l a g e im Westen ist punktiert d a r ­ gestellt und fällt nahezu mit dem Bereich großer Torfmächtigkeiten zusammen. Diese Zone erscheint völlig isoliert; nach allen Seiten hin steigt nämlich die Holozänbasis an, und z w a r auch nach Westen, w o ihr weiterer Verlauf z w a r nicht erbohrt werden konnte, aber durch das Auftauchen des Lößlehms in nicht allzu großer Entfernung außerhalb des Bildaus­ schnitts der Abb. 3 und 4 eingegrenzt werden kann. A n den großen Holozänmächtigkeiten im Innern der Gronesenke sind außer den altbis mittelholozänen T o r f e n noch Kalksinter- und Auelehmbildungen beteiligt, wie die beiden Ostwest-Profile A b b . 5 und 6 (vgl. die Profillinien in Abb. 3 mit entsprechender Bezifferung) oberhalb der kräftig ausgezogenen Grenzlinie Pleistozän/Holozän erken­ nen lassen. Sie zeigen aber auch, daß die holozänen Bildungen v o n E nach W mächtiger werden, und z w a r entgegen dem Gefälle der heutigen Grone-Senke und entgegen den eigentlichen Vorflutverhältnissen der Grone und Leine. Z w a r k o m m t es auch in den flacheren Teilen der Groneniederung zur Torf- und Kalksinterbildung, aber die größten Mächtigkeiten finden sich in einer Zone, die in dieser F o r m nicht nur der Erosionsphase zu Ende des Pleistozäns ihre Entstehung verdanken k a n n ; der a m tiefsten gelegene T e i l dieser Zone besaß praktisch keinen Abfluß zur Vorflut, und hier finden sich auch die Torfmächtig­ keiten bis über 3 m. Gleichsinnig mit der Mächtigkeitszunahme der holozänen Bildungen sinkt auch die Basis- und Oberflächenbegrenzung der Schluffschicht a b , und zwar ohne eine Mächtigkeitsreduktion — im Gegenteil, audi die Dicke der Schluffschicht nimmt hier lokal noch deutlich zu.

Quaternary Science Journal - Das Quartär der Grone-Niederung westlich Göttingen  

Durch Bohrungen und Baugrubenaufschlüsse wurden im Bereich der Grone-Niederung im südlichen Leinetalgraben besonders vielgestaltige spätplei...

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