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Eiszeitalter

und

Gegenwart

Band

12

Seite

6o-65

öhringenIWürtt.

i. November

ig6i

Interglaziale marine S t r ä n d e in Australien (Berichte über eine Reise zum Studium des Pleistozäns auf der Südhalbkugel II) Von P A U L W O L D S T E D T , Bonn, z. Zt. Perth, West-Australien Mit 1 Abbildung im Text Z u s a m m e n f a s s u n g . Australien als ein verhältnismäßig stabiles Gebiet der Erdkruste bietet günstige Möglichkeiten zum Studium der interglazialen Meereshochstände. Ganz besonders ist dies im südöstlichen Teil von Süd-Australien und im angrenzenden Victoria, weiter aurch in Tasmanien der Fall. Die alten Strände dieser Gebiete werden kurz betrachtet, besonders solche aus dem Südostteil von Süd-Australien. Die Faunen dieser alten marinen Hochstände der Südhalb­ kugel waren warm, nicht kalt. Sie gehören zu Interglazialen, die auf beiden Halbkugeln gleichzeitig waren. Die Bedeutung der alten Strände für stratigraphische Fragen des Pleistozäns wird betont. A b s t r a c t . Australia is in wide parts a fairly stable area of the earth-crust. So it is a suitable region for studying the old interglacial high sea-levels. The "raised" beaches of the SouthEast of South-Australia, the adjoining parts of Victoria and of Tasmania are critically reviewed. The faunas of the old high sea-levels of the Southern Hemisphere were warm, not cold. So they must belong to interglacials, which were contemporaneous on both hemispheres. The importance of the old ocean-levels for stratigraphic purposes is emphasized. Die F r a g e der interglazialen marinen S t r ä n d e ist in den letzten Jahrzehnten viel dis­ kutiert worden. Es hat sich gezeigt, daß trotz mancher dagegen geäußerter Bedenken die Existenz bestimmter N i v e a u s nicht geleugnet werden kann. A m stärksten hat sich F. Z E U N E R (zuletzt 1959) für das Vorhandensein dieser N i v e a u s eingesetzt. Auf einer Reise zum Studium des Pleistozäns auf der Südlichen H a l b k u g e l w a r es mir möglich, einen großen Teil der alten marinen Strände in Australien (und Neuseeland) kennen zu lernen. Zahlreiche Fachgenossen aus den in F r a g e kommenden Gebieten haben mich dabei unterstützt. Ihnen allen, ganz besonders den H e r r e n E . D . G I L L , Melbourne, und P. H O S S F E L D , Adelaide, möchte ich für ihre Hilfe herzlich danken. D e r Deutschen Forschungsgemeinschaft, die die Reise mit einem namhaften Betrag unterstützte, bin ich zu größtem D a n k verpflichtet. 1. Eine weltweite Verbreitung hat insbesondere das von Z E U N E R als "Late Monastirian" bezeichnete N i v e a u in etwa 7-8 m u.d.M. E s ist offenbar dasselbe, das M . G I G O U T (1949) als O u 1 j i e n bezeichnet hat. Es gehört überall, w o es festgestellt worden ist, d. h. in M a r o k k o , N o r d a m e r i k a (Ostküste), Westeuropa usw., in die L e t z t e Interglazialzeit (Eem, S a n g a m o n usw.), und z w a r anscheinend in deren späteren Abschnitt. In Australien ist als hierher gehörig die besonders von E . D . G I L L (1956 u . a . ) in Victoria verfolgte Strand­ fläche in etwa 25 Fuß u.d.M. zu nennen. Sie enthält als charakteristische Molluskenart die marine Schnecke Ninella torquata, eine F o r m , die heute in Victoria nicht mehr vorkommt. Eine C - B e s t i m m u n g (mit Schalen von Ninella torquata) ergab nach G I L L ein Alter von „mehr als 35 000 J a h r e n " . 14

Die Strandbildungen mit den genannten Mollusken sind verwittert und oxydiert; in sie sind außerdem tiefe Flußrinnen eingeschnitten, die wiederum mit jungen, unverwitter­ ten marinen Bildungen angefüllt sind. Letztere gehen bis höchstens 10 Fuß u.d.M. herauf. In dieser H ö h e findet sich in Australien eine weitverbreitete junge Strandfläche — so in Victoria, in West-Australien, bei Sydney usw. — , in der die wärmeliebende Muschel Anadara trapezia nochmals auftritt. Nach C - B e s t i m m u n g e n gehört diese junge 10-FußTerrasse in das postglaziale K l i m a - O p t i m u m . D a s tiefe Einschneiden von Rinnen zwischen den beiden Stränden deutet auf den kräftig (ca. 100 m?) abgesenkten Meeresspiegel der Letzten Eiszeit. N a c h C - B e s t i m m u n g e n ( H o l z von Eucalyptus camaldulensis) war vor ca. 9 000 Jahren der Meeresspiegel noch nicht höher als — 73 Fuß (22,3 m) ( G I L L 1956). 14

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Rh. FAIRBRIDGE (1954) glaubt, außer diesem Strand in 10 Fuß H ö h e noch zwei jünge­ re, und z w a r in 5-6 und 2-3 Fuß H ö h e , feststellen zu können. Sie sind im Gelände nicht immer leicht zu erkennen. Nicht alle Strände in 10 Fuß u.d.M. sind jedoch postglazial. Nach E . D . G I L L (1956) muß ein Strand in dieser Höhe bei T w o Mile Bay, westl. Port Campbell, Victoria, älter sein. N a c h der C - B e s t i m m u n g („älter als 30 000 J a h r e " ) gehört dieser S t r a n d noch in die Letzte Interglazialzeit. Wenn in einem tektonisch nicht gestörten Gebiet, wie es z. B. in Amerika die Ostküste der Vereinigten Staaten oder in Australien die Westküste und weite andere Küstenbereiche sind, eine marine T e r r a s s e in 7-8 m (25 Fuß) u.d.M. auftritt, dann handelt es sich um den Meeresstrand der späteren Letzten Interglazialzeit. D i e s e r i s t a u c h a u f der S ü d h a l b k u g e l mit einer w a r m e n F a u n a v e r b u n d e n , muß also a u c h h i e r i n t e r g l a z i a l s e i n . E s geht daraus hervor, daß die E i s - und Inter­ glazialzeiten auf beiden Halbkugeln gleichzeitig gewesen sein müssen. W ä r e für die inter­ glazialen marinen Hochstände der Welt allein das Abschmelzen der großen nordhemisshärischen Inlandeise maßgebend, so müßten, wenn die Vereisungen auf den Halbkugeln alternierten, die marinen Hochstände a u f der Südhalbkugel mit k a l t e n , nicht mit warmen Faunen verknüpft sein. Die 25-Fuß-Terrasse ist an einem großen Teil der Küsten Australiens (einschließlich Tasmaniens) entwickelt. Sie ist eine synchrone Fläche, die als Basis für weitere stratigraphische Verknüpfungen dienen kann. 14

2.

Wesentlich schwieriger liegen die D i n g e bei den höheren und älteren marinen Stränden. Es gibt aber einzelne besonders stabile Gebiete der Erdoberfläche, in denen mehr oder weniger vollständige Terrassentreppen entwickelt sind. H i e r z u gehören z. B . Teile der atlantischen Küsten N o r d a m e r i k a s , M a r o k k o s und Portugals, Teile des östlichen Mittel­ meerraumes usw., besonders aber ein in seiner Art wohl einzigartiges Gebiet im Südosten von Süd-Australien. H i e r sind in einem bis 100 km breiten Streifen hinter der Küste zahl­ reiche Ketten verfestigter Dünen entwickelt, die mehr oder weniger der heutigen Küste parallel laufen (vgl. A b b . 1). Die im südlichen und mittleren Teil vorwiegend aus kalki­ gen Bildungen (zerriebenen Molluskenschalen u. dgl.) bestehenden Dünen sind meist zu einem festen Ä o 1 i a n i t geworden, wie er auch im Mittelmeergebiet vielfach auftritt. Die Verfestigung geschieht in feuchteren Zeiten durch absteigende Sickerwässer, die oben K a l k auflösen und ihn weiter unten wieder ablagern. In trockenen Zeiten ist aber auch die entgegeengesetzte Wasserbewegung vorhanden, die den K a l k oben zu einer festen Kruste absetzt; es entstehen die sog. K u n k a r b i l d u n g e n . Im Großen gesehen, ist die Entstehung der Äolianite in den feuchteren Zeiten (Pluvialen) vor sich gegangen. Die Ent­ stehung der K u n k a r - K r u s t e n muß aber in den trockenen Zeiten, d. h. in den wärmsten Zeiten der Interglaziale, erfolgt sein. D i e bei der Verwitterung der Äolianite an der Oberfläche zurückbleibenden Quarzsande sind später vielfach weiter verweht worden. Die Dünenketten erreichen relative Höhe v o n 30 m. Die östlichste dieser verfestigten Dünenketten ist die E a s t N a r r a c o o r t e R a n g e , deren Basis im Süden des Gebietes bei ca. 75-78 m u.d.M. liegt. Nicht weit westlich davon ist die W e s t N a r r a c o o r t e R a n g e mit einer nur wenig niedrigeren B a ­ sis vorhanden. Weiter nach Norden verschmelzen beide Rücken. Nach P. H O S S F E L D (1950) liegt noch weiter im N o r d e n die West N a r r a c o o r t e R a n g e ö s t l i c h der East N a r r a ­ coorte R a n g e (entsprechend einer späteren, nach N zunehmenden Senkung dieses Gebietes — siehe unten!). N a c h N . B. T I N D A L E (freundliche mündliche Mitteilung) dagegen sind beide auch im N o r d e n weiter östlich in derselben H ö h e n l a g e und in derselben räumlichen Anordnung wie im Süden vorhanden. N a c h Westen hin folgt ein ganzes System jüngerer


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Abb. 1. Fossile Dünenketten ( 1 ) im Südosttteil von Süd-Australien (nach P. HOSSFELD 1950). 2 = Höhenkurven in Fuß; L = Binnenseen. Dünenketten mit jeweils tieferer Basis. D i e wichtigsten sind (von Osten nach Westen; vgl. A b b . 1) die C a v e R a n g e auf einer zwischen 49 und 62 m liegenden Basis, die P e a ­ c o c k - , B a k e r s - und E a s t A v e n u e R a n g e (Basis 45-32 m),die W e s t A v e n ­ u e R a n g e (Basis 2 8 - 2 2 m ) , die R e e d y C r e e k R a n g e (Basis 15-19 m ) , und schließlich die W o a k w i n e R a n g e (Basis 7,5-9 m). D a ß es sich hier um alte marine Strände handelt, geht einwandfrei daraus hervor, daß sich in fast allen N i v e a u s marine Mollusken gefunden haben (die höchsten nach C R O C K E R & C O T T O N 1946 in ca. 70 m u.d.M.). S o liegt hier offenbar eine Küste vor, an der ziemlich alle interglazialen Hochstände des Pleistozäns registriert worden sind. I n bezug auf die Alterseinstufung dieser Terrassentreppe gehen die Ansichten aller­ dings erheblich auseinander. R . C . S P R I C G (1952) glaubt eine völlige Übereinstimmung mit der MiLANKOviTCH-Kurve zu erkennen. Sämtliche Gipfel der K u r v e , ob sie nun Inter­ glaziale oder Interstadiale repräsentieren, treten nach SPRIGG'S Ansicht als Strände in Erscheinung. Aber diese Übereinstimmung ist zu schön, um w a h r zu sein. N a c h P. S. H O S S F E L D (1950) sind fünf G r u p p e n von Stränden zu unterscheiden, jedes­ mal ein Hochstand, dem mehrere H a l t e beim jeweiligen Absinken des Meeresspiegels folgten. Dieser G e d a n k e , daß in einer Interglazialzeit (bzw. in den Übergangszeiten zu den Glazialen) mehrere S t r ä n d e mit entsprechenden Dünenrücken gebildet worden sind, dürfte grundsätzlich richtig sein. D a s Absinken des Meeresspiegels von seinem höchsten Stande


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in einer Interglazialzeit wird im allgemeinen nicht gleichmäßig erfolgt sein, sondern war von Stillständen oder kurzen Wiederanstiegen unterbrochen. In solchen Fällen müssen sich tiefere Strände u n d Dünenketten entwickelt haben. Sie konnten bei weiterem A b ­ sinken des Meeresspiegels erhalten bleiben und im V e r l a u f der Glazialzeit verfestigt werden. Auch d a s Wiederansteigen des Meeresspiegels wird in Stufen erfolgt sein, und es müssen sich dabei Dünen gebildet haben. D i e Bedingungen für ihre Erhaltung waren aber weit weniger künstig als bei absteigendem Meeresspiegel. D e n n den Dünen blieb zu wenig Zeit zur Verfestigung, ehe der weiter ansteigende Meeresspiegel sie der B r a n d u n g aus­ setzte u n d überflutete. S o w i r d jede Zeit absteigenden Meeresspiegels (vom H ö h e p u n k t eines Interglazials bis zum Minimum eines Glazials) eine g a n z e Treppe v o n Stränden und Dünenketten hinterlassen. Es können dabei die tieferen Strände einer früheren Interglazialzeit über­ lagert werden von solchen einer jüngeren, w i e dies H O S S F E L D angenommen hat. S o bedarf es eingehender Untersuchungen über die Altersfolge der S t r ä n d e . Es braucht nicht unbe­ dingt ein tieferer Strand immer der jüngere z u sein. E r kann auch aus der vorhergehenden Zeit absteigenden Meeresspiegels stammen. Wenn wir uns vergegenwärtigen, d a ß die ältesten marinen Strände des Pleistozäns mindestens bis 100 m (Sizil) heraufgehen, d a ß andererseits der Meeresspiegel der letzten Glazialzeit bei — 100 m stand, dann können wir damit rechnen, daß die ganze Zone zwischen + 1 0 0 m und — 1 0 0 m mit zahlreichen alten Stränden und Dünenketten besetzt ist, die sehr verschiedenen Alters sein können. Es steht nur soviel fest, daß die höchsten die ältesten, die tiefsten (mit einiger Wahrscheinlichkeit) die jüngsten sind. F ü r die dazwi­ schenliegenden Strände aber bedarf es g a n z genauer Untersuchungen über ihr Alter. Die v o n H O S S F E L D ( 1 9 5 0 ) vorgenommene Gruppierung, die, wie hervorgehoben wurde, theoretisch durchaus möglich wäre, stimmt allerdings mit unseren bisherigen Vorstellun­ gen über die Höhe der alten Strände in den verschiedenen Interglazialzeiten nicht überein. So liegt es näher, vorläufig — bis neue Untersuchungen vorliegen — eine Gruppierung vor­ zunehmen, wie sie N . B . T I N D A L E (1947) ausgeführt hat. Wir folgen ihr mit wenigen Ausnahmen in T a b . 1. D i e W o a k w i n e - R a n g e — offenbar mit mehreren Phasen — dürfte aber mit größerer Wahrscheinlichkeit in die Letzte Interglazialzeit zu stellen sein, nicht in Interstadiale der Letzten Eiszeit, in denen wir nach allen Beobachtungen in anderen GeTab. 1. Alterseinstufung der alten Strände in Süd-Australien Name Würm-Kaltzeit Canunda Riss/WürmWoakwine Warmzeit Reedy Creek Riss-Kaltzeit West Avenue Mindel/RissEast Avenue Warmzeit Peacock, Bakers Mindel-Kaltzeit Günz/Mindel| Cave Warmzeit \ Harpers Günz-Kaltzeit Donau/Günz| West Narracoorte Warmzeit I East Narracoorte Donau-Kaltzeit

Ungefähre Höhenlage

Mutmaßl. europ. Äquivalent

7,5— 9 m 19,5 m

Monastir II Monastir I

22—28 m

Tyrrhen II

32—45 m

Tyrrhen I

49—62 m

Milazzo

70—80 m

Sizil


Paul Woldstedt

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bieten keinen so hohen Meeresspiegel hatten wie in den Interglazialen. Wir können also d a m i t redinen, daß wir in diesem Gebiet das Sizil mit 7 5 - 8 0 m u.d.M., d a s Milazzo mit 4 9 - 6 2 m, das Tyrrhen mit Stränden von 45 - ca. 33 m und 22 m, schließlich d a s Monastir I mit 19-20 m und das Monastir II mit 7,5-9 m haben. Diese Gliederung stimmt im wesent­ lichen mit der in anderen Gebieten überein. Wie besonders von P. H O S S F E L D (1950) und von R. S P R I G G (1952) immer wieder her­ vorgehoben worden ist, sinkt die Basis der Dünenketten nach Norden hin langsam ein. Zugleich konvergieren die Ketten etwas nach Norden. D a s wird in Zusammenhang ge­ bracht mit einem allmählichen langsamen Einkippen des Gebietes nach N o r d e n hin. Die Absenkung ist so am stärksten bei den ältesten Ketten und nimmt zu den jüngeren hin ab. 3. Auch in T a s m a n i e n ist eine größere Anzahl von interglazialen Stränden vorhanden. A. B . EDWARDS (1941) gibt von der Nordwestküste T a s m a n i e n s solche in 100-150 Fuß (30-45 m ; Tyrrhen ? ) , in 40-60 Fuß (13-18 m; Monastir I?) und in 10-15 Fuß an. D a s 60 F u ß - N i v e a u ( " C a m b r i d g e S t a g e " von LEWIS 1945) findet sich auch in Südost-Tas­ manien. In weiter Verbreitung tritt dort auch das Monastir I I (in ca. 25 F u ß = 7,5 m) auf, hier als „ R a l p h B a y S t a g e " bezeichnet und schon von Charles DARWIN beobachtet. An der Nordwestküste von T a s m a n i e n ist nach G I L L & BANKS (1956) westlich Smithton eine alte Strandfläche in 60-70 Fuß (18-21 m) Höhe entwickelt, die marinen Sand über alten Schichten (z. T . Präkambrium) zeigt. Der obere T e i l des Sandes ist zu küstenparal­ lelen Rücken aufgeweht. In den dazwischenliegenden Senken hat sich ein T o r f entwickelt, der allmählich die g a n z e Oberfläche überdeckt hat. In seinen tieferen Partien sind aus­ gestorbene Riesenformen von Beuteltieren gefunden worden (Nototherium, Palorcbestes, Phascolonus usw.). V o n dem T o r f und einer eingelagerten Mergelschicht liegen zwei C Bestimmungen vor, die beide ein Alter von „mehr als 37 7 6 0 Jahren" ergaben. Die Strand­ fläche kann also nicht jünger sein als die Letzte Interglazialzeit („Monastir I " ?). 1 4

4. Australien bietet als ein verhältnismäßig stabiles Gebiet der Erdkruste gute Möglich­ keiten zum Studium der interglazialen Meereshochstände. Hier wie in den anderen sta­ bilen Gebieten (Ostküste der Vereinigten Staaten usw.) muß die H ö h e n l a g e und Aus­ bildung der alten Strände studiert werden. Dann erst kann versucht werden, diesen Dingen in den anderen, weniger stabilen Gebieten nachzugehen. Eine einfache Vergleichung der Höhenlagen kann z u schweren Irrtümern führen. Zunächst muß in allen Gebieten ver­ sucht werden, das Alter einer früheren Strandfläche mit anderen Mitteln stratigraphisch zu bestimmen. D a n n erst kann eine Verknüpfung mit anderen Gebieten vorgenommen werden. Ist aber eine einwandfreie Parallelisierung möglich, dann kann die alte Strand­ fläche als Basis für weitere stratigraphische Verknüpfungen dienen. Sie kann weiter eine Bezugsfläche bilden für die Ableitung tektonischer oder isostatischer Bewegungen, wie ich dies für das Rheindelta (1952) und das Mississippi-Delta (1960) versucht habe.

Schriften

-Nachweis

CROCKER, R. L., & COTTON, B . C.: Some raised beaches of the Lower South East of South Australia and their significance. - Trans roy. Soc. South Australia 7 0 , 6 4 - 8 2 , Adelaide 1946. EDWARDS, A. B . : The north-west coast of Tasmania. - Proc. roy. Soc. Victoria 5 3 (n. s.), 2 3 3 - 2 6 7 , Melbourne 1 9 4 1 . FAIRBRIDGE, Rh. W.: Quaternary eustatic data for Western Australia and adjacent States. - Proc. Pan Indian Ocean Congr., Sect. S., 6 4 - 8 4 , Perth 1 9 5 4 . GIGOUT, M.: Definition d'un etage Ouljien. - C. R. Acad. Sei. 2 2 9 , 5 5 1 - 5 5 2 , Paris 1949. G I L L , E. D.: Radiocarbon Dating of Late Quaternary Shorelines in Australia. - Quaternaria 3, 1 3 3 - 1 3 8 , Rom

1956.


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GILL, E. D., SC BANKS, M. R . : Cainozoic History of Mowbray Swamp and Other Areas of North­ western Tasmania. - Records Queen Victoria Museum, Launceston, N.S. 6, 1-42, Launceston (Tasmania) 1 9 5 6 . HOSSFELD, P. S.: The late Cainozoic history of the South-East of South Australia. - Trans, roy. Soc. South Austr. 7 3 , 232-279, Adelaide 1 9 5 0 . LEWIS, A. N . : Pleistocene glaciation in Tasmania. - Pap. Proc. roy. Soc. Tasmania for 1 9 4 4 , 4 1 - 5 6 , Hobart 1 9 4 5 . SPRIGG, R . O : Stranded Pleistocene sea beaches of South Australia and aspects of the theories of MILANKOWITCH and ZEUNER. - Rep. Intern. Geol. Congr., 1 8 . Sess. Great Britain 1948, Part XIII, 2 2 6 - 2 3 7 , London 1 9 5 2 . TINDALE, N . B.: Subdivision of Pleistocene Time in South Australia. - Ree. South Austral. Mus. 8, 6 1 9 - 6 5 2 , Adelaide 1 9 4 7 .

WOLDSTEDT, Paul: Interglaziale Meereshochstände in Nordwest-Europa usw. - Eiszeitalter und Gegenwart 2 , 5 - 1 2 , Öhringen 1 9 5 2 - - Mississippi und Rhein. - Ebendort 1 1 , 3 1 - 3 8 , 1960.

ZEUNER, F . E . : The Pleistocene Period. - 2. ed. London 1959. Manuskr. eingeg. 17. 6. 6 1 Anschrift des Verf.: Prof Dr. Paul Woldstedt, Bonn a. Rh., Argelanderstr. 118.

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Eiszeit und Gegenwart


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