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Untersuchungen an nordwestdeutschen

Interglazialen

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Untersuchungen an nordwestdeutschen Interglazialen V o n P. W o l d s t e d t , 1. V o r k o m m e n und

U. R e i n

L a g e r u n g (P.

und

W. S e i l e .

Mit 4 A b b .

WOLDSTEDT)

Bei m e i n e n langjährigen geologischen A u f n a h m e n in Nordwestdeutschland e r h o b sich i m m e r w i e d e r die Frage der G l i e d e r u n g des dortigen Pleistozäns und insbesondere die F r a g e der E i n o r d n u n g der Interglaziale. Ü b e r das A l t e r der verschiedenen Interglazialbildungen Nordwestdeutschlands ist auch früher schon viel diskutiert w o r d e n . Ich erinnere an die lebhaften E r ö r t e r u n g e n ü b e r das A l t e r der L a u e n b u r g e r T o r f v o r k o m m e n . Eine erste pollenanalytische U n t e r 6 •


P. Woldstedt, U. Rein und W . Seile

suchung nordwestdeutscher Interglazialvorkommen ist durch JESSEN und M I L T H E R S in ihrem großen, 1928 erschienenen W e r k geschehen. Sie glaubten da­ mals zwei Interglazialperioden mit verschiedener Sedimentbildung unterschei­ den zu können: eine j ü n g e r e Interglazialzeit mit v o r w i e g e n d e r Bildung v o n Torfen, und eine ältere mit der Bildung v o n Seekreiden. Bestimmte Beobachtungen ließen mich an d e r Richtigkeit dieser Auffassung zweifeln. Ich hielt deshalb eine nochmalige genauere Untersuchung der n o r d ­ westdeutschen Interglaziale für dringend erwünscht. D i e Preußische Geologische Lahdesanstalt stellte im Jahre 1936 auf meinen Antrag hin Geld für eine Reihe von B o h r u n g e n zur Verfügung. Es gelang, eine Bohrfirma zu finden, die mit Hilfe eines sog. Stoßkernrohres vollständige, lückenlose Probenserien der Interglazialablagerungen nehmen konnte, und so w u r d e n zusammenhängende P r o b e n ­ folgen der Interglaziale v o n Honerdingen, Godenstedt, Mengebostel und Munster gewonnen. Weiter w u r d e n v o n W . S E L L E und U. REIN in mehreren im A b b a u begriffenen M e r g e l - und Kieselgurgruben (u. a. Lehringen, Hützel, Grevenhof, Oberohe, Munster) vollständige Profile v o n der Basis bis zur Oberfläche g e ­ nommen. Ungefähr zur gleichen Zeit hatte W . S E L L E mit einer pollenanalytischen Untersuchung des Torfes v o n Honerdingen s o w i e der Interglaziale v o n Gr-Hehlen und U m m e n d o r f begonnen (veröffentlicht 1941). Er und U. REIN nahmen dann die pollenanalytische Untersuchung der g e w o n n e n e n Probenserien in Angriff. U. REIN (1938) veröffentlichte eine abgekürztes D i a g r a m m v o n Lehringen. Ein vollständiges D i a g r a m m v o n Mengebostel, untersucht v o n W. SELLE, und ein Teildiagramm v o n H Ü T Z E L , untersucht v o n U. REIN, w u r d e n 1942 in einer A r ­ beit v o n mir veröffentlicht. W ä h r e n d des Krieges konnte noch eine Reihe er­ gänzender B o h r u n g e n ausgeführt und pollenanalytisch v o n W . S E L L E unter­ sucht werden. Im Folgenden sollen die Hauptergebnisse der gemeinsamen U n ­ tersuchungen dargelegt werden. Eine ausführliche Behandlung w i r d demnächst an anderer Stelle erfolgen. Bei dem V o r k o m m e n handelt es sich zunächst um eine G r u p p e v o n S ü ß ­ w a s s e r m e r g e l n : Honerdingen, Lehringen, Neddenaverbergen, Godenstedt, Mengebostel, Neuenförde u. a. Bei diesen Bildungen, ebenso w i e bei den später zu besprechenden Kieselgurablagerungen, liegt die Ausfüllung alter Seen, meist glazialer Rinnenseen, vor. Die allgemeine A u s b i l d u n g dieser alten Seebildungen (vgl. A b b . 1) ist die, daß meist ein Süßwassermergel o d e r ein Kieselgurlager (4—10 m mächtig und mehr) den größten Teil der alten H o h l f o r m ausfüllt. D a ­ rüber liegt in zahlreichen Fällen ein 1—3 m mächtiger Torf, der die Verlandung

A b b . 1: Schematisches Bild eines Interglazialvorkommens vom sog. Bröruptyp. a = Sand und Kies („Unterer Sand"), b = Geschiebemergel, c = Unterer Beckensand und -ton. d = Unteres Torflager, e = Süßwassermergel oder Kieselgur, f = Oberes Torflager, g = Oberer Beckensand und -ton. h = Geschiebedecksand.


Untersuchungen an nordwestdeutschen Interglazialen

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des ehemaligen Sees anzeigt. Ü b e r diesen Interglazialbildungen folgen w i e d e r eiszeitliche A b l a g e r u n g e n sehr verschiedener Ausbildung und Mächtigkeit. In keinem Falle ist bei einem der o b e n genannten Interglaziale eine echte G r u n d ­ moräne im Hangenden gefunden w o r d e n ; sondern stets handelt es sich u m san­ dige Bildungen mit m e h r o d e r weniger Geschieben. Verhältnismäßig gering­ mächtig sind diese Deckschichten z. B. in Lehringen. Dort bestehen sie am Ost­ rand der G r u b e aus einem nur V2 m mächtigen ungeschichteten Sand mit Kiesen und Geschieben,über d e m 40 c m feiner grauer Sand folgen. Nach Westen, d. h. zum ehemaligen Ufer des Sees hin, w e r d e n die Schichten gröber und mächtiger. Ähnlich ist es in Neddenaverbergen, w o ebenfalls in einiger Entfernung v o m ehemaligen Seeufer die Deckschichten ganz geringmächtig werden. Bei einer anderen Gruppe v o n Interglazialen sind die Deckschichten mäch­ tiger. Meist lassen sich in diesem Fall zwei Abteilungen in den Deckschichten unterscheiden: zu unterst Beckenbildungen, d. h. Bändertone und geschichtete feine Sande, die oft mehrere Meter mächtig w e r d e n (Schicht g der A b b . 1). D a ­ rüber folgen dann in meist nach dem Rande hin zunehmender Mächtigkeit G e ­ schiebesande (h). W i r haben also als ersten V o r g a n g nach der Bildung der eigent­ lichen Interglazialschichten zunächst eine weitere Ausfüllung der vorhandenen Becken, aber nun nicht m e h r mit organischen Absätzen, d. h. mit SüßwasserMergel, Torf, Kieselgur usw., sondern mit rein anorganischen, mineralischen Sedimenten. Die Sedimentationsbedingungen müssen sich gegenüber denen der Interglazialzeit grundsätzlich geändert haben. W o in der Interglazialzeit die Becken noch nicht ganz ausgefüllt waren, da macht die Vorstellung einer weiteren Ausfüllung in der darauffolgenden Eiszeit keine weitere Schwierigkeit. W o aber die Ausfüllung der Hohlformen bis zum ehemaligen Wasserspiegel schon in der Interglazialzeit beendet w a r — und das w a r der Fall, w o Torfbildungen den Mergel oder die Kieselgur überlagern — da erscheint es zunächst schwer verständlich, w i e eine nochmalige Überflutung des Beckens zustande kam. Solche Verhältnisse liegen z. B. im Falle H o n e r ­ dingen vor. Dort bedeckt ein bis sechs Meter mächtiger Beckensand den Torf. Das schematische Profil (Abb. 1), das auf Grund eigener Beobachtungen in Honerdingen und Lehringen sowie unter Berücksichtigung der früheren Bear­ beitung Honerdingens durch C. A . W E B E R (1896) gezeichnet wurde, läßt aber erkennen, daß diese Beckensande, w i e der unterlagernde Torf, muldenförmig gelagert sind und daß sie in der Mitte des Beckens ihre größte Mächtigkeit haben. Auch die Torfschicht erreicht hier ihre größte Dicke, die nach C. A . W E B E R 3 V 2 m beträgt. Muldenförmige Lagerung und Z u n a h m e der Mächtigkeit v o n Torf und Beckensanden müssen ihre Ursache w o h l hauptsächlich in Schrumpfun­ gen des unterlagernden Mergels haben ) . Diese begannen schon in der Inter­ glazialzeit, w i e die nach der Mitte zunehmende Mächtigkeit des Torfes zeigt. Sie setzte sich während der darauffolgenden (letzten) Eiszeit fort. Der T o r f sank allmählich unter den Wasserspiegel. Zugleich w u r d e v o n den seitlichen Höhen sandiges Material eingeschwemmt, das sich schließlich in beträchtlicher Mächtig­ keit über der immer noch nachsackenden Unterlage anhäufte. Beim Torf spielte dabei auch die Zusammendrückbarkeit unter der Last des Sandes eine Rolle. Schließlich aber waren die Sackungen beendet und w a r der über der alten H o h l ­ form neu entstandene See zugefüllt. 1

O b in einzelnen Fällen vielleicht auch dadurch die alten Hohlformen neu geschlossen wurden, daß A b d ä m m u n g e n durch Fließerden und dgl. stattfanden, ') Auf entsprechende Schrumpfungen bei nacheiszeitlichen Wiesenmergeln machte mich Prof. K. R I C H T E R freundlicherweise aufmerksam.


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P. Woldstedt, U. Rein und W. Seile

oder o b eine H e b u n g des Wasserspiegels im Zusammenhang mit einem Frost­ boden in der höheren Umrandung eintreten konnte, bedarf noch näherer Unter­ suchung. Ü b e r den Beckenbildungen finden w i r dann als zweite Schicht, w i e schon gesagt wurde, meist Geschiebesande. Sie wurden zweifellos subaerisch abge­ lagert, d. h. sie wanderten v o n den Seiten herein, nachdem die Becken bis zum Wasserspiegel ausgefüllt waren. Häufig sind v o m R a n d e der Becken her alle Übergänge v o n echter G r u n d m o r ä n e ü b e r Pseudogrundmoränen zu Geschiebe­ sanden vorhanden. Ü b e r d e m Hauptteil der Interglaziale, und z w a r s o w o h l der M e r g e l l a g e r der L ü n e b u r g e r Heide w i e der gleich zu besprechenden K i e ­ s e l g u r l a g e r , ist noch in keinem Falle j e echter Geschiebemergel gefunden worden. Randlich tritt gelegentlich Geschiebemergel auf; aber in allen Fällen steht nicht ganz fest, o b es sich um anstehenden echten Geschiebemergel handelt oder u m umgelagerten. Was nun die K i e s e l g u r l a g e r anbelangt, so gilt für die Deckschichten ganz dasselbe w i e für die Mergellager. D i e Kieselgurlager treten, w i e die M e r ­ gellager, s o w o h l i m Bereich des Warthestadiums w i e außerhalb v o n diesem auf. Die wichtigste G r u p p e v o n V o r k o m m e n i n n e r h a l b des Warthestadiums liegt im oberen Luhetal. Hier sind die Deckschichten vielfach nur ganz geringmächtig, besonders w e n n die V o r k o m m e n m e h r in der Mitte des Tales belegen sind Für die Altersverhältnisse der V o r k o m m e n im Luhetal ergibt sich folgendes: Die K i e s e l g u r v o r k o m m e n stellen die Ausfüllung einer Seenkette dar, die im oberen Luhetal w ä h r e n d des Warthestadiums subglaziär gebildet w u r d e . Hier w a r ein Tunneltal vorhanden, das aus zahlreichen, durch Schwellen getrennten, hintereinander liegenden Becken bestand und an der Hauptrandlage des Warthe­ stadiums endete. Das Alter dieses Tunneltals liegt also fest: es ist warthestadial. Es steht weiter fest, daß dies Gebiet nicht nochmal w i e d e r v o m Eis bedeckt w o r ­ den ist. Die K i e s e l g u r v o r k o m m e n gehören also eindeutig in die nach dem WartheStadium folgende Interglazialzeit, d. h. in die letzte. Damit stimmen die Pollen­ diagramme, soweit sie aus dem oberen Luhetal gemacht w o r d e n sind, aufs beste überein. Es ergibt sich aber noch eine weitere wichtige Tatsache: Die K i e s e l g u r v o r ­ k o m m e n zeigen sich auch im oberen Luhetal teilweise stark gestört. Einzelne Partien erscheinen gegenüber anderen verschoben. Vielfach sind auch größere Teile zu Sätteln und Mulden aufgestaucht. Da ein Gletscher die Lager nicht mehr überschritten hat, kann das Eis nicht für diese Störungen verantwortlich gemacht werden. Die Ursache m u ß in anderen Kräften gesucht werden, d. h. vielleicht in G l e i t b e w e g u n g e n während eines noch nicht ganz verfestigten Z u standes; Gleitbewegungen, die minstens zum Teil mit einer ungleichmäßigen Belastung durch die Deckschichten zusammenhängen. Es zeigt sich auch als durchgehende Gesetzmäßigkeit, daß die Störungen um so größer werden, j e mächtiger die Deckschichten sind. Für die Altersbestimmung der außerhalb des Warthestadiums liegenden K i e s e l g u r v o r k o m m e n ergibt sich aus den eben g e ­ machten Darlegungen, daß die Störungen in diesen Kieselgurlagern nicht als Beweis für eine nochmalige Eisbedeckung angeführt w e r d e n können. Ich k o m m e damit zum Alter der außerhalb des Warthestadiums gelegenen K i e s e l g u r v o r k o m m e n . W e n n auch, w i e e b e n gesagt wurde, aus den Stauchungen der Kieselgurlager nicht auf eine nochmalige Eisbedeckung geschlossen werden kann, so darf doch nicht ohne weiteres gesagt werden, eine solche Eisbedeckung habe sicher nicht stattgefunden. W ü r d e n die Kieselgurlager außerhalb des Warthestadiums dasselbe Pollendiagramm zeigen, w i e die im oberen Luhetal


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und w i e fast alle bisher untersuchten Süßwassermergel, dann könnten w i r mit ziemlicher Sicherheit sagen, daß auch die K i e s e l g u r v o r k o m m e n v o n O b e r o h e und Munster in die letzte Interglazialzeit (Saale-Weichsel) gehörten. Die Pollen­ diagramme v o n Munster und O b e r o h e sind aber nicht dieselben w i e die des oberen Luhetals, sondern weisen wesentliche Unterschiede auf (vgl. die A u s ­ führungen v o n W . SELLE). Theoretisch müssen w i r mit der Möglichkeit rechnen, daß w i r in der L ü n e ­ burger Heide Kieselgurbildungen verschiedenen Alters haben können. O b es in einem See zur Kieselgur- oder Süßwassermergelbildung kam, hing v o n der Natur der umgebenden Landschaft ab. W a r diese v o r w i e g e n d aus kalkhaltigen Schichten aufgebaut, z. B. aus frischer kalkhaltiger Grundmoräne, s o kam es zum Absatz v o n Mergeln. Waren es aber m e h r Sande, s o w u r d e n nach Verbrauch der geringen K a l k m e n g e n die kieseligen Gurbildungen abgesetzt. V o r w i e g e n d san­ dige U m g e b u n g kann s o w o h l w ä h r e n d der Elster-Saale-Interglazialzeit w i e in der Saale-Weichsel-Interglazialzeit in der L ü n e b u r g e r Heide vorhanden g e ­ wesen sein. Alles in allem genommen, sprechen aber die Lagerungsverhältnisse doch eher für ein letztinterglaziales Alter auch der K i e s e l g u r v o r k o m m e n v o n Ohe und Munster, als für eine Zugehörigkeit zur Elster-Saale-Interglazialzeit. Für die Z u o r d n u n g dieser K i e s e l g u r v o r k o m m e n zu einer besonderen Saale-WartheInterglazialzeit liegen keine Anzeichen vor. Es bedarf weiterer Untersuchungen über die m e r k w ü r d i g e n Pollendiagramme v o n Ohe und Munster, deren genaue stratigraphische Stellung also noch offen bleiben muß. Ein kurzes W o r t noch über die vielfach die Interglazialbildungen unterlagern­ den Schichten. In mehreren Fällen, so z. B. in Lehringen, fand sich unter dem Süßwassermergel nochmals w i e d e r eine Torfschicht v o n allerdings geringer Mächtigkeit. Sie liegt heute in der Mitte des Beckens tief unten und findet sich auch m e h r oder w e n i g e r zusammenhängend an den ehemaligen Ufern des Sees ( A b b . 1, Schicht d). Die Torf Schicht enthält nach einer vorläufigen Untersuchung v o n S. S C H N E I D E R u. a. Betula nana, Birken- und Kiefernholz, dagegen außer Knospenschuppen v o n Populus tremula keine Laubbäume. Die Torfschicht kann in dieser F o r m nicht abgelagert sein, sondern m u ß früher annähernd horizontal gelegen haben. Unter d e m Torf findet sich Sand und Bänderton. Wir haben hier also ganz ähnliche Ablagerungen, w i e sie in klassischer Weise v o n M E I E N D O R F beschrieben w o r d e n sind (vgl. RUST, G R I P P und S C H Ü T R U M P F 1937). In der Hohlform des Sees lag zunächst ein Toteisklotz. Er w u r d e unter Sand und Schutt begraben. Nur ganz langsam schmolz er ab, und es w u r d e n Bändertone und Sand über ihm abgelagert. Schließlich k a m es zu einer geringen Torfbildung an der damaligen Oberfläche. Dann aber begann die interglaziale Wärmezeit zu wirken, u n d nun taute das begrabene Toteis sehr schnell auf, die Torfschicht sank her­ unter oder legte sich in Fetzen auf die seitlichen Ufergehänge. Der eigentliche tiefe Rinnensee entstand erst jetzt. Er w u r d e allmählich mit Süßwassermergel angefüllt, bis das Wasser so seicht war, daß sich die obere Torfschicht bilden konnte. Ähnliche Bildungen dürften auch bei anderen Interglazialen zu finden sein. Es ist bisher auf diese Dinge verhältnismäßig w e n i g geachtet worden. A b e r auch S T O L L E R (1910) erwähnt von Neddenaverbergen eine Sumpfschicht v o n der Basis des Mergels. Hier liegt offenbar eine ähnliche Bildung v o r w i e in L e h ­ ringen. Im übrigen reichten die Seen verschieden tief in ältere Ablagerungen


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P. Woldstedt, U. Rein und W. Seile

herunter, meist in die sog. Unteren Sande, d. h. Sande, die unter der Saale- b z w . WartheGrundmoräne liegen (a der A b b . 1). A u s der g r o ß e n Reihe von Einzeluntersu­ chungen seien im Fol­ genden einige w e n i g e kurz behandelt. Das von U. REIN bereits 1938 kurz beschriebene Vorkommen von Leh­ ringen hat inzwischen dadurch ein b e s o n d e ­ res Interesse erhalten, als dort 1948 i m S ü ß ­ wasser-Mergel das fast vollständige Skelett eines Elephas antiquus zusammen mit einer 2V2 m langen Stoßlan­ ze aus Eibenholz sowie mit Steinwerkzeugen gefunden w u r d e . Eine monographische B e a r ­ beitung des Mergella­ gers Lehringen mit sei­ nen verschiedenen Funden ist seitens des Landesmuseums Han­ 100% n o v e r geplant. In die­ sem Zusammenhange w i r d U. REIN eine ein­ 3 gehende Behandlung C der Vegetationsent­ >> "3 CD & CD Eh .»-» wicklung auf Grund CO O 3 < ü Ol O neuer Untersuchungen m A b b . 2: Abgekürztes Pollendiagramrn des interglazialen geben. Süßwassermergels von

Godenstedt bei

Zeven.

2. Die Vegetationsentwicklung in der Interglazialablagerung von s t e d t b e i Z e v e n (U. REIN)

Goden­

G r o ß e Ähnlichkeit mit dem 1938 v o n mir beschriebenen V o r k o m m e n v o n Lehringen weist s o w o h l in den Lagerungsverhältnissen als auch in der V e g e ­ tationsentwicklung während seiner A b l a g e r u n g der Süßwassermergel v o n G o ­ denstedt bei Z e v e n auf. A u c h in ihm ist der bekannte Wechsel des Klimas u n d der Vegetation, deren Blütenstaub w ä h r e n d der Auffüllung der Senke mit M e r ­ gel in diesen hineingeweht w u r d e , zu erkennen. Unter einer 2 m mächtigen Schicht v o n D ü n e n - und Geschiebesanden liegen 2 m Torf, eine dünne Faul­ schlammschicht und 4,6 m Süßwassermergel.


Untersuchungen an nordwestdeutschen Interglazialen

V o n den 70 untersuchten P r o b e n w u r d e n 16 zur Darstellung der Entwicklung in einem Übersichtsdiagramm ( A b b . 2) ausgewählt. In den untersten P r o b e n ist ein M a x i m u m v o n Kiefer und Birke zu erkennen. W ä h r e n d der Anteil der B i r k e sehr rasch zurückgeht u n d erst in den obersten P r o b e n w i e d e r an Bedeutung gewinnt, gibt die Kiefer nur zögernd R a u m und hat auch zum A u s g a n g der Inter­ glazialzeit schon früher w i e d e r ihre Herrschaft angetreten. Zwischen diesen bei­ den M a x i m a liegt der Höhepunkt der Eichenmischwaldzeit. Neben dem frühen und raschen Anstieg der Eichenwerte ist gleichzeitig ein großes M a x i m u m der Hasel zu beobachten. Im oberen Abschnitt des Profils klingen beide Arten g e ­ meinsam aus. Die U l m e und die L i n d e lassen einen ersten V o r s t o ß und daran anschließend eine Blütezeit erkennen. D i e Hainbuche u n d die Fichte treten fast gleichzeitig und sehr früh auf, sind aber oberhalb der Eichenmischwaldzeit nach­ einander die wichtigsten Repräsentanten v o n Vegetationsgemeinschaften. Z u ­ nächst erreicht die Hainbuche nach dem M a x i m u m v o n Eiche und Linde ihren Höhepunkt in der Verbreitung, und daran anschließend ist die Fichte mit größten Werten vertreten. Gleichzeitig ist die Tanne in Erscheinung getreten, die dann zum Ausgehenden des Interglazials hin verschwindet. Somit lassen sich in diesem Profil folgende Vegetatdonsphasen erkennen (von oben nach unten): V I . Kiefern-Tannen-Birkenzeit V. Fichten-Tannenzeit IV. Hainbuchenzeit III. Eichenmischwaldzeit II. Erlen-Kiefern-Eichenmischwaldzeit mit Haselgipfel I. Birken-Kiefernzeit Das Pollendiagramm läßt eine weitgehende Übereinstimmung der Vegetations­ entwicklung mit der v o n weiteren bekannten letztinterglazialen A b l a g e r u n g e n erkennen. Das Mergellager v o n Godenstedt liegt auf A b l a g e r u n g e n der Saale­ eiszeit und ist offensichtlich nicht m e h r v o n einem jüngeren Eisvorstoß über­ fahren w o r d e n . Bei d e n hangenden Sanden handelt es sich, abgesehen v o n den Dünen, wahrscheinlich u m periglazial abgelagerte Geschiebesande. Wenngleich die Vegetationsentwicklung in den Ablagerungen v o n Godenstedt identisch zu sein scheint mit derjenigen, die aus d e m unmittelbar v o r der W e i c h seledszeit liegenden Interglazial bekannt ist, so bedarf es nach w i e v o r der K l ä ­ rung, o b in gleich alten interglazialen A b l a g e r u n g e n die im Pollendiagramm er­ kennbare Vegetationsentwicklung i m m e r gleichartig sein w i r d und o b in v e r ­ schieden alten A b l a g e r u n g e n die Entwicklung verschieden sein m u ß . Das W e c h ­ selspiel v o n Großklima und ökologischer Standortsbedingung in A u s w i r k u n g auf die Vegetation scheint mir für die Zwischeneiszeiten noch nicht so hinreichend geklärt zu sein, als daß eine interglaziale Bildung bei ungeklärten Lagerungs­ verhältnissen in j e d e m Fall allein aufgrund des Pollendiagramms stratigraphisch eingeordnet w e r d e n kann. In diesem Sinne müssen auch die Unterschiede z w i ­ schen Lehringen (kleiner Haselgipfel und sehr spätes Eichenmaximum) und Godenstedt erneut untersucht werden. Eine Klärung kann nur v o n stratigraphisch gesicherten Profilen her erfolgen. 3. Zusammenfassende Betrachtungen über die Vegetationsentwicklung bei den verschiedenen Interglazialvorkommen (W. SELLE) V o n H o n e r d i n g e n , das durch C. A . W E B E R (1896) bekannt g e w o r d e n ist, wurden bereits zwei Pollendiagramme veröffentlicht, die an Aufschlüssen der


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P. Woldstedt, U. Rein und W. Seile

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A b b . 3: Abgekürztes

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stilliegenden G r u b e gewonnen waren. Es ist daher erklär­ lich, daß nur die obere Hälfte des Interglazials erfaßt w u r d e (SELLE 1941). Um die gesamte K l i ­ ma- und Vegeta­ tionsentwicklung zu bekommen, wurde eine Kernbohrung niedergebracht, durch die w i r alle Schichten untersu­ chen konnten. Die große Mächtigkeit des Süßwassermer­ gels gestattete es uns, eine eingehende Analyse durchzu­ führen, so daß es möglich war, diese Warmzeit gut zu er­ forschen. L e i d e r sind die arktischen und subarktischen Zei­ ten, die sicherlich die Interglaziale w i e die Nacheiszeit einlei­ teten, nicht erfaßt w o r d e n . D i e Profile beginnen in der R e ­ gel mit einer B i r kenzejt, in der b e ­ reits einige w ä r m e ­ liebende B ä u m e v o r ­ handen waren. Sie kann daher mit der Birkenzeit der Nacheiszeit paralle­ lisiert werden, die auch h i e r der eigent­ lichen Warmzeit vor-ausging. In der folgenden Aufstel­ lung bedeuten die kleinen eingeklam­ merten Buchstaben die Zonengliederung von JESSEN und


Untersuchungen an nordwestdeutschen Interglazialen

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M I L T H E R S (1928), w ä h r e n d die römischen Ziffern unsere Einteilung w i e d e r ­ geben, die infolge der eingehenderen Untersuchungen weiter differenziert w e r ­ den mußten. A u s diesem Grunde w a r es nicht zweckmäßig, an der Gliederung v o n JESSEN und M I L T H E R S festzuhalten (vergl. die stark vereinfachte A b b . 3, die nicht alle Einzelheiten hervortreten läßt). III (c):

IV (d):

V (e):

V i a (f):

B i r k e n z e i t : Betula-Pollen herrschen vor; Kiefer daneben stärker vertreten; w ä r m e l i e b e n d e B ä u m e sporadisch vorhanden; Picea-Pollen vereinzelt; die W e r t e der N B P (Kräuterpollen) deuten auf einen fast geschlossenen Baumbestand; beginnende Wärmezeit, K l i m a kontinental. K i e f e r n - B i r k e n z e i t : Betula und Pinus in der Regel gleich, Pinus jedoch des öfteren dominierend; Eiche und Ulme w a n d e r n ein; Picea-Pollen sporadisch; N B P deuten auf geschlossene Wälder; K l i m a warm-kontinental. K i e f e r n - E M W - Z e i t : K i e f e r n k u r v e dominierend; Eiche gewinnt rasch an Bedeutung und hat mit etwa 4 0 % ihr erstes M a x i m u m ; U l m e n ­ kurve durchgehend vorhanden, 1 0 % aber nicht übersteigend; A l n u s Pollen vereinzelt; empirische Pollengrenze v o n Corylus am Ende dieses. waldgeschichtlichen Zeitabschnittes; B e t u l a - K u r v e stark sinkend, ihre Werte liegen durchschnittlich zwischen 10 und 2 0 % ; K l i m a w a r m ­ kontinental.

K i e f e r n - E M W - - H a s e l z e i t : Haselkurve rasch ansteigend, ihre Werte liegen zwar hoch, aber gewöhnlich noch unter 100%; zweites M a x i m u m der Eiche u m 4 0 % ; Kiefer etwas abnehmend; Birke verliert weiter; Ulmus behält ihre Werte; Linde gering vertreten; Erlenkurve w i r d zusammenhängend; Picea-Pollen vereinzelt; K l i m a w a r m mit langsam wachsender atlantischer Tönung. V I b (f): E M W - H a s e l z e i t : D i e Haselkurve erreicht mit über 3 0 0 % ihre höchsten Werte; die Eiche hat ihr drittes M a x i m u m a m Ende dieses Abschnittes, ihre Kulmination liegt jedoch etwas tiefer als vorher; die U l m e n k u r v e sinkt etwas; die Linde erhält ihre empirische Pollengrenze; Hainbuche und Fichte sporadisch vertreten; die Erlenwerte steigen an und erreichen mit ca. 5 0 % ihren höchsten Stand; K i e f e r n k u r v e fällt weiter; K l i m a warm-atlantisch. V I c (f): L i n d e n - H a s e l z e i t : Haselkurve sinkt unter 100%, bleibt aber noch dominierend; Linde kulminiert mit ca. 4 0 % ; U l m e erreicht mit gut 1 0 % ebenfalls ihre höchsten Werte; Eiche verliert an Bedeutung; die abnehmende Tendenz der Kiefer ist weiter vorhanden; Hainbuche und Fichte w a n d e r n ein; die Erlenkuve liegt etwas tiefer als zur E M W Haselzeit; Birke weiterhin gering beteiligt; Höhepunkt der Wärmezeit, feucht-warm. V l l a (g): H a i n b u c h e n z e i t : Spontane Ausbreitung der Hainbuche, ihre Kulmination befindet sich bei ca. 6 0 % ; Hasel- und Lindenkurve nehmen stark ab; Eichen- und Ulmenwerte im Durchschnitt unter 10%; die Erle hat einen ähnlichen Stand w i e zur Linden-Haselzeit; die Kiefer erreicht ihre geringste Beteiligung; Fichte gewinnt an Bedeutung; K l i m a kühlatlantisch. V l l b (g): H a i n b u c h e n - F i c h t e n z e i t : Fichte steigert ihre Werte, w ä h ­ rend die Hainbuchenkurve sinkt. Die Pollenbilder dieses Zeitabschnit­ tes, w i e auch die v o n V l l a und VIII sind oft durch die Torfe stark g e ­ stört. Die Hainbuchenwerte treten in den Süßwassermergeln gut in Erscheinung, in den Torfen dagegen kann die Fichte bereits während


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der Z o n e V l l a stark überrepräsentiert werden. Sie stockte in den Bruchwaldmooren, w o d u r c h ihr Pollenniederschlag das D i a g r a m m stark beeinflußt. VIII (h): F i c h t e n z e i t : D i e Mergelablagerungen klingen in diesem Zeitab­ schnitt aus und w e r d e n v o n Torfen abgelöst. W i e bereits erwähnt, b e ­ ginnen die Bruchwaldbildungen zum Teil schon in der Hainbuchenzeit. Die Süßwassermergel spiegeln ebenfalls die Klimaänderungen wider, so daß bereits an den A b l a g e r u n g e n die waldgeschichtlichen Zeiten deutlich in Erscheinung treten, so sind z. B. die Kalkgyttjen der Hain­ buchenzeit dunkel gefärbt. W o die Mergelablagerungen spät ausklin­ gen, tritt die Fichtenzeit nur kurz in Erscheinung, w ä h r e n d in den Torfen die Fichte sehr hohe W e r t e erreicht, die sicherlich die Beteili­ g u n g v o n Picea stark überbetonen.

I X (h):

X(i):

Die T a n n e w a n d e r t ein, und die wärmeliebende Flora nimmt lang­ sam ab. Erlenkurve sinkt; Eiche unter 10°/o; Ulme und Linde verlieren ihre zusammenhängende K u r v e ; K l i m a kühl-atlantisch. Fichten-Kiefern-Tannenzeit: Tanne kulminiert mit ca. 10%>; Fichtenkurve sinkt; Kiefern w e r t e steigen schnell an und werden dominierend; Birke gewinnt; Eiche unter 10°/o; Ulme und Linde spora­ disch; Hainbuche n u r einige Prozente; Erlenkurve oft unter 1 0 % ; Klima montan, kühle Sommer, aber verhältnismäßig milde Winter. K i e f e r n z e i t : K i e f e r dominierend; Eiche und Erle verlieren ihre zusammenhängende K u r v e ; Birke steigert w e i t e r ihre Werte; Hain­ buche sporadisch; Salix gering vertreten; Fichte in der R e g e l unter 1 0 % ; N B P n e h m e n zu und zeigen die Auflockerung der W ä l d e r an (subark­ tische Steppe); K l i m a subarktisch.

Charakteristisch für diese Interglazialzeit sind die scharf abgegrenzten w a l d ­ geschichtlichen Phasen, in denen in der Regel die betreffenden Bäume sich s p o n ­ tan ausbreiten. Es folgen so aufeinander v o m A n f a n g bis zum Ende der W a r m ­ zeit: Birke, Kiefer, Eiche, Hasel, Linde, Hainbuche, Fichte und Kiefer. Die S ü ß ­ wassermergel verändern sich in ihrer Zusammensetzung (Farbe, Gewicht, B e ­ standteile) und Mächtigkeit mit den Waldphasen. Besonders auffallend ist der Wechsel mit dem Beginn der Hainbuchenzeit, die teilweise die Torfbildung ein­ leitet. Mit der Fichtenzeit k o m m t die A b l a g e r u n g des Süßwassermergels zum Erliegen. Die Torfe, die auf die Kalkgyttjen folgen, ändern w i e d e r u m ihre Z u ­ sammensetzung mit den waldgeschichtlichen Zeiten. W a r e n es anfangs Flach­ m o o r - u n d Bruchwaldbildungen, so folgen ihnen mit der Fichten-Kiefern-Tannen­ zeit, b z w . der Kiefernzeit m e s o - bis oligotrophe Ablagerungen, die z. T. i m m e r stärker mit Sand durchsetzt werden. Das K l i m a prägt sich nicht nur in der Florenzusammensetzung aus, sondern ist auch bestimmend für die A b l a g e r u n g e n in den Becken. Ein weiterer gemeinsamer Z u g ist ihr Auftreten in Talniederungen; so liegt Godenstedt im Talgebiet der Oste, Neddenaverbergen-Lehringen i m Lehrde-Tal, Mengebostel u n d Honerdingen im B ö h m e - T a l und die K i e s e l g u r - V o r k o m m e n v o n Schwindebeck, Grevenhof, Steinbeck, Hützel und Hützel-Bispingen, die ebenfalls die o b e n beschriebene Waldentwicklung haben, im Luhe-Tal. Ihre Becken dürf­ ten demnach Ausstrudelungen in Schmelzwasserrinnen, also subglaziärer Ent­ stehung sein (SELLE 1947). Eine ähnliche Waldentwicklung weisen die Pollendiagramme auf, d i e JESSEN und M I L T H E S (1928) als B r ö r u p - T y p bezeichnet haben, u n d die sie ebenfalls in die letzte Interglazialzeit stellen. In Nordwestdeutschland haben Godenstedt,


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Lehringen (REIN 1938), Mengebostel (SELLE in Woldstedt 1942), N e d d e n a v e r ­ bergen, Örrel, Lauenburg ( S C H Ü T R U M P F 1937) und Römstedt (JESSEN und M I L T H E R S 1928) dieselben waldgeschichtlichen Phasen, und aus Schleswig-Hol­ stein, Ostdeutschland und Polen sind Oldenbüttel (HECK 1932), Rinnersdarf ( S T A R K , F I R B A S und O V E R B E C K 1932), Elbinger Yoldienton, Dzbanki (PIECH 1932), Poniemun ( D Y A K O W S K A 1936) und Samostrzelniki ( T R E L A 1935) in die gleiche Zeit einzureihen, so daß es unter der nötigen Vorsicht möglich ist, einige regionale Unterschiede herauszuschälen. Linde und Tanne weisen z. B. allem Anschein nach ein Ostwestgefälle auf, w i e aus der folgenden Aufstellung her­ vorgeht: Godenstedt Nedden-Averbergen Honerdingen Rinnersdorf Poniemun Dzbanki

Linde 28% 32% 40% 63% 56 %

Tanne 9% 8% 42% 90%.

Die geringe Beteiligung der Tanne bei Oldenbüttel (8°/o) und in dem Elbinger Yoldienton ( 3 % ) ist vermutlich auf die A u s d e h n u n g des Eem-Meeres zurückzu­ führen, w o d u r c h der atlantische Einfluß bis nach Ostpreußen reichte, w ä h r e n d das Binnenland Ostdeutschlands und Polens ein kontinentales K l i m a besaß. Selbstverständlich bedürfen diese Schlüsse noch weiterer Untersuchungen, b e v o r sie als gesichert angesehen w e r d e n können. Viel ungenauer sind bislang unsere Kenntnisse über die älteren Interglaziale. Da sie der Erdoberfläche nicht so nahe liegen, w i e das bei den jüngeren Interglazialvorkommen der Fall ist, kann es nicht anders erwartet werden. Ü b e r die Kieselgurlager v o n M u n s t e r ( A b b . 4) und O b e r - O h e gehen die Ansichten stark auseinander, w a s beweist, daß w i r im Augenblick nicht in der L a g e sind, sie eindeutig in die pleistozäne Schichtenfolge einzugliedern. G I S T L (1928) hat umfangreiche Pollenanalysen v o n d e r Neu-Oher Kieselgur ausgeführt, nach denen er folgende Waldphasen aufstellte (von unten nach oben): 1. Kiefern-Birkenzeit 2. Kiefern-Haselzeit (Hasel 38°/o) 3. Hainbuchenzeit (Hainbuche 19%) 4. Fichtenzeit (Fichte 22%) 5. Kiefernzeit. Die Kiefern-Birkenzeit am A n f a n g der A b l a g e r u n g e n und die Kiefernzeit im Hangenden zeigen, daß das gesamte Interglazial erfaßt ist. W e n n w i r v o n diesen beiden Waldphasen absehen, können w i r feststellen, daß das Pollendiagramm eine große Gleichförmigkeit aufweist. Kiefer und Erle sind dominierend, w o ­ durch die anderen B a u m p o l l e n w e r t e stark zurückgedrängt erscheinen. Eine weitere charakteristische Erscheinung ist die durchgehende Beteiligung der Fichte und Hainbuche, w e n n w i r v o n der Birke und den E M W - B i l d n e r n absehen, die auch im Honerdinger T y p fast w ä h r e n d des gesamten Interglazials auftreten. Allerdings weisen sie hier eine differenzierte Beteiligung auf, die der E M W bei Neu-Ohe vermissen läßt. D i e aufeinanderfolgenden Kulminationen v o n Hasel, Hainbuche und Fichte, die zwar außer der Hasel nur schwach sind, lassen v e r ­ muten, daß die Profile nicht durch Rutschungen getrübt sind, w i e sie z. B. im Kieselgurlager v o n G r e v e n h o f im Luhetale nachgewiesen w e r d e n konnten. Die plastischen Kieselgursedimente geraten bei einer steilen B e c k e n w a n d leicht ins Gleiten, s o daß diese Möglichkeit bei der Beurteilung v o n Kieselgurprofilen zur Vorsicht mahnt.


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Die Bänderung der G u r bei O b e r - O h e und Munster ließ die Möglichkeit zu, die Zeitdauer des Interglazials zu errechnen. Beide Läger haben ergeben, daß die Warmzeit e t w a 10—12 000 Jahre umfaßte (vergl. G I E S E N H A G E N 1926). Bislang w u r d e angenommen, daß die dunklen Sedimente im Winter zum Absatz kamen, w ä h r e n d die helleren ein Niederschlag des S o m m e r s seien. B e i d e zusam­ men umspannen einen Jahreszyklus, w i e es auch bei den W a r w e n der Fall ist. Bei den Sedimenten der Eisstauseen mußten die dunklen Streifen im Winter entstehen, da im S o m m e r durch die größere Schmelztätigkeit der Gletscher hel­ lere Absätze sich bildeten. In einem See sind die Verhältnisse auf die Tätigkeit der Organismen zurückzuführen, die im S o m m e r ihr größtes O p t i m u m haben, w o d u r c h die sommerlichen Niederschläge im S e e durch g r ö ß e r e Mengen v o n organischen Resten eine dunkle Färbung erhalten. Im Winter dagegen gedeihen die Diatomeen gut, deren absinkende Panzer hell sind. A u c h die Ansichten ü b e r die grüne, braune und w e i ß e G u r bedürfen einer eingehenden Nachprüfung. W i e bereits oben ange­ führt wurde, sind die A b l a g e r u n g e n der letz­ ten Warmzeit klima­ tisch bedingt. Ähnlich w e r d e n die verschiede­ nen Gurfärbungen die Entwicklungsphasen des Interglazials reprä­ sentieren. Die w e i ß e Gur ist vermutlich nicht sekundär durch A u s l a u g u n g der dunk­ len Bestandteile gebil­ det, sondern ist der Niederschlag einer kal­ ten Zeit, in der außer den Diatomeen w e n i g andere Organismen g e ­ deihen konnten (vergl. D E W A L L 1929, G I S T L 1928 und S O E R G E L 1937).

--X--

< A b b . 4: Abgekürztes Pollendiagramm von Munster I.

Da G I S T L die Tan­ nenpollen nicht von d e ­ nen der Fichte getrennt gezählt hat, waren neue Untersuchungen notwendig, die zu dem überraschenden E r g e b ­ nis führten, daß die Fichte neben der Tan­ ne n u r eine geringe Beteiligung besaß. D a ­ durch erhalten die P o l ­ lendiagramme von Munster ( A b b . 4) und


Untersuchungen an nordwestdeutschen Interglazialen

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O b e r - O h e eine g r o ß e Ähnlichkeit mit der Kiefern-Fichten-Tannenzeit des H o n e r ­ dinger T y p u s , so daß der Schluß nahe lag, b e i d e zu paralleiisieren. Die lange Z e i t ­ dauer des Interglazials schließt diese A n n a h m e aber aus. K l i e k e n zeigt ein ä h n ­ liches P o l e n b i l d w i e Munster und O b e r - O h e , so daß infolge der w e i t e n V e r b r e i t u n g lokale T r ü b u n g e n unwahrscheinlich sind. Mit den D i a g r a m m e n der P a l u d i n e n Schichten (HECK 1930), v o n A n g e r b u r g ( K R A U S E und G R O S S 1941) und Olsz e w i c e ( T R E L A 1929) h a b e n sie das d u r c h g e h e n d e V o r k o m m e n des T a n n e n ­ pollens g e m e i n s a m . Da diese D i a g r a m m e a b e r eine g r ö ß e r e waldgeschichtliche Differenzierung besitzen, stehen einer Parallelisierung g r o ß e B e d e n k e n entgegen. Eine h o h e Fichtenfrequenz in der ersten Hälfte der W a r m z e i t weisen ebenfalls die A b l a g e r u n g e n v o n U m m e n d o r f auf (SELLE 1941), d e r e n E i n o r d n u n g in die Elster-Saale-Interglazialzeit durch die geologischen Verhältnisse gesichert er­ scheint. Eichenberg, N o r t h e i m (HECK 1929), Z w e i d o r f ( W O L D S T E D T 1930) und H e l g o l a n d ( F I R B A S 1928) haben eine gewisse Ä h n l i c h k e i t mit U m m e n d o r f . Das F e h l e n der T a n n e n in diesen P o l l e n d i a g r a m m e n läßt sich vielleicht aus i h r e r westlichen L a g e erklären. W e g e n der g r o ß e n P r o b e n a b s t ä n d e k ö n n e n gesicherte Schlüsse nicht gezogen w e r d e n , so d a ß w i r es vorläufig mit diesen Hinweisen b e w e n d e n lassen müssen. Schrifttum D E W A L L , W . V.: Geologisch-biologische Studie über die Kieselgurlager der Lüne­ burger Heide. — Jb. preuß. geol. L . - A . 49, 1929. D Y A K O W S K A , J.: Interglaoial in Poniemun near Grodno (Poln. mit engl. Zusfssg.). — Polska Akad. Umiejetn., Stanunia Nr. 14. Krakau 1936. F I R B A S , F.: Über die Flora und das interglaziale Alter des Helgoländer Süßwassertöcks. — Senkenbergiana, 10. 1928. G I E S E N H A G E N , K.: Kieselgur als Zeitmaß für eine Interglazialzeit. — Z . f. Gletscherkd. 14. 1926. GISTL, R.: Die letzte Interglazialzeit der Lüneburger Heide, pollenanalytisch betrach­ tet. — Bot. Archiv 21, 1928. H E C K , H. L.: Pollenanalytische Untersuchungen altdiluvialer Tone und Torfe von Northeim und Eichenberg im Flußgebiet der Leine. — Jb. preuß. geol. L . - A . 49, II, 1929. — Z u r Fossilführung der Berliner Paludinenschichten, ihre B e ­ schaffenheit und Verbreitung. — Z . deutsch, geol. Ges. 82, 1930. — Die E e m und ihre begleitenden Junginterglazial-Ablagerungen bei Oldenbüttel in Holstein. — Abh. preuß. geol. L . - A . , N. F. 140. Berlin 1932. JESSEN, K . und M I L T H E R S , V.: Stratigraphical and Paleontological Studies of Interglacial Fresh-Water Deposits in Jutland and Northwest Germany. — Danm. Geol. Undersög., II. Raekke, Nr. 48. Kopenhagen 1928. K R A U S E , P. G. und GROSS, H.: Das Interglazial von Angerburg nebst Bemerkungen über einige andere ostpreußische Interglaziale. — Jb. Reichsst. f. Bodenforschg. 60, 1941. PIECH, K.: Das Interglazial in Szczercow (östlich von Wielun, Wojewodschaft Lodz). — Rocznik Polsk. Tow. Geol. 8, II, 1932. REIN, U.: Die Vegetationsentwicklung des Interglazials von Lehringen. — Z. deutsch. geol. Ges. 90, 1938. R U S T , GRIPP, S C H Ü T R U M P F : Das altsteinzeitliche Rentier Jägerlager Meiendorf. — Neumünster 1937. S C H Ü T R U M P F , R.: Das Interglazialprofil von Lauenburg a. d. Elbe (Kuhgrund II) im Lichte der Pollenanalyse. — Mitt. geol. Staatsinst. Hamburg, 16, 1937. SELLE, W . : Beiträge zur Mikrostratigraphie und Paläontologie der nordwestdeutschen Interglazlale. — Jb. Reichsst. f. Bodenforschg. 60, 1941. — Interglaziale S ü ß ­ wassermergel- und Kieselgur-Vorkommen in Niedersachsen. — N. Arch. f. Landes- und Volkskd. von Niedersachsen, H. 3, 1947. S O E R G E L , W . : Dia Vereisungskurve. — Berlin 1937. S T A R K , P., F I R B A S , F. und O V E R B E C K , F.: Die Vegetationsentwicklung des Inter­ glazials von Rinnersdorf in der östl. Mark Brandenburg. — Abh. Nat. Ver. Bremen 28, 1932.


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Das Interglazial von Wallensen im Hils Glaziale U m l a g e r u n g e n interglazialer

Moore

V o n Paul W . T h o m s o n - L i b l a r . Mit 3 A b b . Die Hilsmulde dürfte vielleicht das schönste geologische Modell im n o r d w e s t ­ deutschen Räume sein. Ihre geologische Bedeutung ist aber damit nicht erschöpft. Salztektonisch bedingte Senkungserscheinungen haben hier Schichtenfolgen aus verschiedenen Abschnitten des Tertiärs u n d Quartärs, z. T. übereinander, in w u n d e r v o l l e r F o r m erhalten. Hier befindet sich das bekannte B r a u n k o h l e n l a g e r v o n Wallensen, über dessen Alter bis jetzt keine Klarheit herrschte. D e r umgelagerte sekundäre Pollen dieser Braunkohle spielt in der Hangendschichte des Interglazials eine Rolle. Ich habe hier 2 Profile, gegen 70 Einzelproben, untersucht. A u ß e r allen , im Quartär auftretenden Pollenformen, auch dem v o n Fagus, der i m Interglazial fehlt, Hex, cf. Hedera u. a. tritt hier der Pollen typischer tertiärer A r t e n und Gat­ tungen auf. D e r Pinus cf. h a p l o x y l o n - P o l l e n ist häufiger als d e r v o n Pinus silvestris. Nicht selten sind g r o ß e pinusartige Pollenkörner, die vielleicht der Gat­ tung Keteleeria angehören dürften, neben den v o n Abies und Picea vorhanden. Kleine nur 70 fi g r o ß e Piceapollenkörner dürften v o n der Picea omorica o d e r einer nahe verwandten A r t stammen. Sehr häufig, oft vorherrschend ist der Pollen der Gattung Tsuga, sowohl der v o m Tsuga canadensis-, w i e der v o m Tsuga heterophylla-Typus. Im ganzen lassen sich 4 Tsugaformen unterscheiden. Ich habe hier Frequenzen bis 4 8 % beobachtet. Die Tsugaarten dürften neben den Fichten und Tannen zu den häufigsten W a l d b ä u m e n dieser Zeit gehört haben. Der sehr charakteristische Pollen v o n Sciadopitys ist sehr verbreitet, w i e auch der v o m Sequoiatypus, der w o h l durch lokale Bestände bedingt (Holzfunde, b e ­ stimmt v o n R. K R Ä U S E L ) in einzelnen P r o b e n in Massen auftreten kann. A l s Pollenlieferant könnte hier auch die Gattung Cryptomeria in Betracht gezogen werden. Dasselbe gilt auch für ungflügelte, glatte Coniferenpollenkörner, die v o n Taxodiaceen, w i e Taxodium u. a., und v o n Cupressineen, w i e Thuja, Chamaecyparis u. a. herrühren dürften. V o n tertiären L a u b b ä u m e n tritt hier der N y s sapollen in mindestens 2 Formen in einzelnen P r o b e n m i t Frequenzen v o n 2 5 % und m e h r auf, die w o h l durch Lokalbestände bedingt sind. Regelmäßig ist auch der Pollen v o n Liquidambar anzutreffen. Dasselbe gilt auch für Carya und b e ­ sonders für Pterocarya, w ä h r e n d der v o n Juglans sehr selten ist. Nur ganz zer­ streut sind Pollenformen v o n Castanea u. a. anzutreffen. D i e typischen miozänen Leitformen fehlen praktisch.


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