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N r. 4 2012

Engagier t und vernetzt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendverb채nde im Landesjugendring Saar

www.landesjugendring-saar.de


Einstieg

Liebe LeserInnen

W

ieder neigt sich ein bewegtes Jahr dem Ende

lung unserer Handlungsfähigkeit für das kommende Jahr.

zu. Die Auflösung der Jamaika-Koalition mit

Wir sind also immer noch im Geschäft und können euch

der darauf folgenden Neuwahl des Landtages,

auch noch 2013 in unserem Info-aktuell über die Arbeit

das Ende des Bergbaus an der Saar und die Neuerungen

von uns und unseren Mitgliedern berichten.

durch das Bundeskinderschutzgesetz sind nur einzelne

Den Zusammenhalt und die Kooperation unter den Verbän-

Ereignisse, die die Zeit wie im Flug vergehen ließen. Das

den stärken helfen wird auch die Broschüre zum Projekt

Schlüsselwort der Arbeit des Landesjugendrings lautet

„JuleicaNetzwerk“ mit Aus- und Weiterbildungsangeboten

dabei „Partizipation“. Ob beim „Wahl-o-Mat on tour“ oder

aus den Jugendverbänden. Das gleichzeitig begonnene

bei unserem kürzlich gestarteten Großprojekt DingDein-

Projekt „JuleicaVielfalt“ wird ebenfalls nächstes Jahr in

Dorf – es geht um Eure Beteiligung.

die nächste Runde gehen. Da freuen wir uns natürlich

Nach den anstrengenden Wochen, die nun hinter uns lie-

besonders, dass im Landeshaushalt JunOst, einer der

gen – Stichworte sind etwa der Umzug der Geschäftsstel-

Kooperationspartner aus der diesjährigen Schulungsreihe,

le in die Stengelstraße und die Jugendserver-Fachtagung

mit 10.000 € bedacht wurde. Mit anderen Worten: Das

in St. Wendel – stimmen wir uns im Schnee und bei einem

neue Jahr kann kommen!

wärmenden Glühwein ein auf die Adventszeit. Ich wünsche Euch und Euren Familien eine besinnliche Der Landesjugendring Saar hat sein Weihnachtsgeschenk

Adventszeit, nicht ganz so stressige Weihnachten und

indes bereits zugesichert bekommen: 14.000 € zusätz-

einen guten Rutsch ins Jahr 2013.

liche Landesmittel für das kommende Jahr. „Pecunia non

Eure

olet“, sagte einst ein römischer Kaiser, „Geld stinkt nicht“. Für den LJR Saar bedeutet diese Erhöhung der Förderung nicht mehr – aber auch nicht weniger – als die Sicherstel-

Impressum

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Hrsg.: Landesjugendring Saar Stengelstraße 8 66117 Saarbrücken Tel.: 0681/63331; Fax: 0681/63344 E-mail: info@landesjugendring-saar.de V.i.S.d.P.: Rieke Eulenstein Redaktion: Georg Vogel, Claudia Eisenstein (Jugendserver-Saar) Layout: Georg Vogel Das Abonnement kostet 2012 für 4 Ausgaben 10 Euro. Darin enthalten ist die Zeitschrift Offline des Jugendserver-Saar


„Starkes Netzwerk bleibt gesichert“ LJR freut sich über bessere Förderung „Dies ist ein guter Tag für die ehrenamtliche Jugendarbeit im Saarland.“ Catharina Becker, die Vorsitzende des Landesjugendrings Saar zeigte sich heute anlässlich der Beschlussfassung über den Landeshaushalt 2013 sehr erfreut. Trotz angespannter Haushaltslage seien keine Kürzungen bei der Förderung der Jugendverbände vorgesehen. „Die Erhöhung der Mittel für den Landesjugendring um 14.000 Euro sichert unsere Handlungsfähigkeit und zeigt die Wertschätzung der Landesregierung für die Leistungen der Arbeitsgemeinschaft von 24 Kinder- und Jugendverbänden.“ Catharina Becker begrüßte gleichzeitig, dass die Koalition aus CDU und SPD besonders die Situation der Migrantenorganisation JunOst, dem Verband der russischsprachigen Jugend in Deutschland,

in den Blick genommen hat. Deren erfolgreiche Gründung eines Treffpunkts in Saarbrücken

mit musisch-kulturellen Projekten wie einem „Patchwork“-Musikstudio war durch den Auslauf einer Bundesförderung gefährdet. Durch einen Zuschuss von 10.000 Euro im Jahr 2013 besteht nun die Chance, diese Aufbauarbeit fort-

Uwe Conradt zu Besuch beim LJR Mit Uwe Conradt, dem neuen jugendpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion trafen sich Thorsten Schmidt und Georg Vogel am 21. November in der Geschäftsstelle des

Jugendrings. Er kennt die LJR-Arbeit schon aus früheren Zeiten. Schmidt und Vogel stellten ausführlich die Schwerpunkte der Arbeit in den letzten Monaten vor. Besonders beeindruckte Conradt das Jugendserver-Projekt KomComm zur Sozial- und Medienkompetenz Jugendlicher und die Gedenkstättenarbeit. Thema war selbstverständlich auch der jugendpolitische Teil des Landeshaushalts 2013, wo Conradt sich zu diesem Zeitpunkt optimistisch zur Förderung des LJR zeigte. Uwe Conradt war erfreut über die vielfältigen Akzente die der Landesjugendring für die Jugendarbeit im Land setzt und sprach seinen Dank für das Engagement aus.

Büroparty in neuen Räumen Mareike Überraschungspakete - bestückt mit Raritäten und Kuriosem aus dem LJR-Archiv. Souvenirs wie hölzerne Karteikasten stießen da - besonders bei der jüngeren Generation auf ganz überraschte Gesichter... Mit dem Erlös ist ein nicht unwesentlicher Beitrag zum nächsten Betriebsausflug der LJRMitarbeiterInnen gesichert.

zusetzen und ihr eine stabilere Basis zu geben. Nach einer Kürzung des Landeszuschusses an den Jugendring um 25.400 Euro im Jahr 2011 mussten einige Arbeitsgebiete eingeschränkt werden. So erschien die Zeitschrift für ehrenamtliche MultiplikatorInnen „Info-aktuell“ nur noch mit stark eingeschränkter Auflage. Andere Aktivitäten, wie das internetbasierte Gedenkstättenportal „Erinnert-euch.de“ konnten weder weiterentwickelt noch aktualisiert werden. „Nicht zuletzt haben uns bei unseren Forderungen auch die Oppositionsparteien unterstützt“, betont Becker „ So helfen alle Landtagsfraktionen unser starkes Netzwerk zu sichern.“

Haushaltsanhörung bei der SPD-Fraktion Besonders gerne nahmen die LJR-VertreterInnen des Vorstands Ende November die jährliche Anhörung zum Landeshaushalt bei der SPDFraktion wahr. Die Abgeordneten Reinhold Jost (Fraktionsgeschäftsführer), Günter Waluga und Sebastian Thul (v.o.n.u.) konnten berichten, dass sie ihr Versprechen im Wahlprogramm, die Kürzungen beim Landesjugendring rückgängig zu machen, in den Koalitionsverhandlungen mit der CDU zumindest zum Teil durchgesetzt haben. Dies sei nun zu guter Letzt bei den Haushaltsberatungen für 2013 umgesetzt worden. Thorsten Schmidt vom Landesjugendring-Vorstand begrüßte diesen Verhandlungserfolg und bedankte sich dafür, dass die SPD nach den Versprechungen zu Oppositionszeiten nun auch Taten folgen lasse. Auf Unterstützung stießen auch die weiteren Forderungen des Landesjugendrings (siehe Seite 6), die aber wegen der angespannten Haushaltslage derzeit nicht umsetzbar seien. Jedoch wolle man sehen, ob sich bei der Förderung von Migrantenorganisationen eine einjährige Projektförderung auflegen lasse.

kurz berichtet

Nach dem Umzug in die neuen Büroräume des LJR in die Saarbrücker Stengelstraße gab es Anfang November bei der Büroparty für die zahlreichen Gäste und Partner der Arbeitsgemeinschaft natürlich erst einmal die neue Heimat der Arbeitsgemeinschaft zu besichtigen. Die Raumaufteilung und zentrale Lage in der City überzeugte. Zwar wurde vereinzelt die Parkplatzsituation moniert, dafür entschädigt jedoch die gute Nahverkehrsanbindung. Bei der Party gab´s dann diverse selbst mitgebrachte Leckereien. Als Hauptattraktion versteigerte Catharina und

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kurz berichtet

LJR und Piraten: Wahlalter 16 bleibt auf der Tagesordnung „Die Herabsenkung des Wahlalters auf 16 Jahre ist bereits in der Hälfte der Bundesländer durchgesetzt. Das sollte auch fürs Saarland möglich sein, vor allem weil das Wahlrecht ein fundamentales Beteiligungsrecht darstellt. Gerade in einer älter werdenden Gesellschaft muss der jüngere Teil eine Stimme bekommen und darf nicht davon ausgeschlossen werden.“ So fasste Catharina Becker, die Vorsitzende des Landesjugendrings Saar die gemeinsame Position mit der Landtagsfraktion der Piraten am Montag (22.10.2012) in Saarbrücken zusammen. In dem ersten Gespräch des LandesjugendringVorstands mit der jugendpolitischen Sprecherin Jasmin Maurer und dem Abgeordneten Michael Neyses ging es neben dem gegenseitigen Kennenlernen um die Beteiligung junger Menschen. Dabei interessierten sich die Abgeordneten der Piraten besonders für das Projekt DingDeinDorf, mit dem saarländische Jugendliche in den kom-

den auch bei der Forderung nach ausreichender Grundförderung. „Wir setzen uns dafür ein, dass die Jugendarbeit im Saarland sich weiterhin selbst organisieren kann“, betonte Jasmin Maurer. „Ein starkes und handlungsfähiges Netzwerk wie der Landesjugendring Saar ist der beste Garant zur Interessensvertretung, Beratung und Unterstützung der vielfältigen Aktivitäten der Kinder- und Jugendverbände. Deshalb bedarf es dringend einer Erhöhung seiner Regelförderung.“

menden Monaten sich aktiv für jugendfreundlichere Gemeinden einsetzen werden. Dabei werden erstmals auch ergänzend Online-Werkzeuge des Web 2.0 angewendet. Unterstützung fanden die VertreterInnen der Arbeitsgemeinschaft von 24 Mitgliedsverbän-

Alles Gute, liebe Doris! Am 10. Dezember war ihr letzter Arbeitstag im Büro und nun ist sie im verdienten Ruhestand. Doris Burgard war über 27 Jahre als Sachbearbeiterin für unser Netzwerk der Jugendverbände engagiert. Lohnbuchhaltung, Geremienzuarbeit und vor allem der Kulturring der Jugend: das waren ihre Hauptarbeitsgebiete. Sie hat Generationen von Jugendarbeits-Leitungskräften erlebt und im Büro eine regelrechte digitale

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Revolution mitgemacht. Beides hat sie mit Bravour bewältigt! Vielen Dank liebe Doris, es war eine gute Zeit mit dir! Dass sie nicht beschäftigungslos ist, hat sie schon klar gestellt. Weiter geht´s ehrenamtlich - wie schon zuvor - bei den Naturfreunden. Im Büro haben wir sie schon mal mit einigen Tränen in den Augen verabschiedet. Der offizielle Abschied im Hauptausschuss folgt noch.

Doris Burgard (Mitte) mit KollegInnen Birgit Rauen-Oberst und Georg Vogel

Weitere Gesprächsthemen waren der Jugendserver-Saar mit seinen Angeboten zur Medienkompetenz, die Qualifizierung Ehrenamtlicher mit der Jugendleitercard (Juleica), die Auswirkungen des neuen Kinderschutzgesetzes auf die Jugendarbeit und die Kooperation von Landesjugendring und Migrantenorganisationen mit dem Projekt JuleicaVielfalt.

Linke und Grüne im Austausch mit Landesjugendring

Treffen mit den Grünen... Auch mit den Oppositionsparteien steht der Landesjugendring Saar in regelmäßigem Austausch. Wichtiger Tagesordnungspunkt war dieses Mal beim Gespräch mit der Linken-Fraktion vor allem die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit im Landeshaushalt 2013. Weiterer Gesprächspunkt war die Bildungspolitik, insbesondere das acht- und neunjährige Gymnasium. Mit Catharina Becker und Thorsten Schmidt vom LJRVorstand sowie Geschäftsführer Georg Vogel sprachen der neue jugendpolitische Sprecher Ralf Georgi und die

stellvertretende Fraktionsvorsitzende Barbara Spaniol. Anschließend ging´s dann direkt zu den Grünen, wo die LJR-VertreterInnen zum ebenfalls zum Haushalt mit der sozial- und jugendpolitischen Sprecherin Simone Peter zusammen trafen. Aber auch das Thema der Beteiligung von Kindern und jugendlichen wurde intensiv besprochen. Linke und Grüne befürworteten die Anliegen des Landesjugendrings (siehe Seite 6) und wollen diese im Rahmen ihrer parlamentarischen Arbeit unterstützen.

... und den Linken


Satzung, Jahresprogramm und mehr

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Klausurtagung des LJR-Hauptausschusses

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Landesjugendring

uleicaVielfalt, JuleicaNetzwerk, DingDeinDorf, KomComm-Projekttage, Jugendserver-Portale, Workcamp, Gremientermine, jede Menge jugendpolitische Gespräche, Büroparty: dies sind nur die Highlights aus dem fast abgelaufenen Jugendarbeits-Jahr des Landesjugendrings. Der Hauptausschuss, in dem alle Mitgliedsverbände des Landesjugendrings vertreten sind, nahm sich in seiner Klausurtagung am 23. und 24. November Zeit alle Projekt und Aktivitäten nochmals genau in den Blick zu nehmen und auszuwerten. Neben den überwiegend positiven Rückmeldungen wurde festgestellt, dass vieles von dem, was in den letzten beiden Jahren angestoßen wurde, auch 2013 eine große Rolle spielen wird, so dass für die Umsetzung weiterer Programmpunkte nicht viel Spielraum bleibt. Immerhin wird die anstehende Bundestagswahl die „Wahlwutz“ wieder in Trab setzen, um junge Menschen zu den Wahlen zu informieren und zu motivieren. Mit dem bewährten und bundesweit einmaligen Diskussionsformat „Wahl-O-Mat on tour“ soll diese Kampagne komplettiert werden. Weiteres Highlight ist natürlich die Beteiligungsaktion DingDeinDorf (siehe eigener Artikel), sowie die Fortsetzung des Projekts JuleicaVielfalt. Neue Wege geht die Arbeitsgemeinschaft beim traditionellen Workcamp am 4. Mai auf der Gedenkstätte „Gestapo-Lager Neue Bremm“. In Kooperation mit Studierenden der Uni Trier werden die Modelle „Buddeln“ und „Bilden“ noch stär-

ker miteinander verzahnt und die Aufklärung über die Nazi-Zeit im Saarland noch anschaulicher gestaltet. Neben dem anstehenden Jahresprogramm gab es eine intensive Diskussion über eine Satzungsreform des Landesjugendrings. Im Mittelpunkt: Wie soll der Vorstand sich zusammensetzen? Ein Vorsitz oder mehrere? Fünf oder Sechs Vorstandsmitglieder? Verpflichtende oder anzustrebende Geschlechterquotierung? Viele Argumente wurden ausgetauscht und die große Mehrheit der Verbände ist dafür das bisherige Modell zu ergänzen. Dies sah bisher eineN VorsitzendeN vier Vorstandsmitglieder vor. Mindestens zwei Vorstandsmitglieder müssen weiblich sein. Diese Passage soll nun erweitert werden durch die Regelung dass auch mindestens zwei männlich sein müssen. Daneben gab es Berichte aus den Außenvertretungen, diesmal insbesondere aus dem SRRundfunkrat und dem Medienrat. In beiden Gremien bemühen wir uns, die Perspektiven junger Menschen in die Gestaltung der Medienlandschaft einfließen zu lassen. Erste Hoffnungszeichen bezüglich einer besseren Ausstattung des LJR-Haushalts im kommenden Jahr vermeldete der Vorstand, der in Gesprächen mit den Koalitionsparteien Signale bekam, dass die prekäre finanzielle Situation der Arbeitsgemeinschaft sich zumindest zum Teil lichtet. Gespannt sind nun alle auf die Vollversammlung am 28. Februar im Jugendzentrum Försterstraße in Saarbrücken, in der es neben der Satzungsdiskussion auch um jugendpolitische Fragen, wie die Beteiligung junger Menschen im Saarland , geht. Nicht zuletzt wird hier das Projekt DingDeinDorf 2013 sicher eine Duftmarke setzen. Auf einen prominenten Gast der Vollversammlung können sich die Delegierten schon jetzt freuen. Sozialminister Andreas Storm hat schon jetzt sein Kommen zugesagt.


Landesjugendring

Verbesserungen notwendig Der LJR-Vorstand zum Regierungsentwurf des Landeshaushalts 2013 (Jugendpolitik)

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iele Gespräche mit den Landtagsfraktionen führte der LJR-Vorstand in diesem Herbst um für die Förderung der verbandlichen Kinderund Jugendarbeit im Saarland notwendige Verbesserungen zu erwirken. Dies war schließlich auch von einem nicht unbeachtlichen Erfolg gekrönt (siehe die Berichte auf Seite 3 und 4). Grundlage war die hier abgedruckte Stellungnahme des Vorstands. Der Vorstand des Landesjugendrings Saar (LJR) begrüßt es, dass auch 2013 trotz der schwierigen Finanzlage bei der Förderung der Kinder- und Jugendarbeit keine weiteren

Landesjugendring sichern Nach wie vor bedarf es dringend der Rücknahme der Kürzungen beim Landesjugendring, um unsere Handlungsfähigkeit zu sichern. Einjährige Projektförderungen wie sie 2011 und 2012 bewilligt wurden, sind für uns keine zufriedenstellende Lösung, zumal diese weit unter der Kürzungssumme von 25.400 Euro lagen. Wenn die Finanzierung des LJR dauerhaft sichergestellt werden soll, muss die gesamte Finanzierung der Regelarbeit, wie bis 2010 erfolgt, aus der Haushaltsposition des LJR erfolgen. Projektmittel schaffen einen riesigen jährlichen Gesprächs-, Antrags- und Bürokratieaufwand und keine Fördersicherheit. Sie machen politisch abhängig und sind nicht im Sinne des SGB VIII, nach dem die Verbände in ihrer Selbstorganisation zu fördern sind. Wenn hier nicht zu deutliche Verbesserungen erzielt werden, kommen wir nicht umhin, Personalkürzungen bzw. weitere Einschränkungen unseres Angebots vorzunehmen. Wir können als LJR nur dann erfolgreich Aktivitäten initiieren und für die ehrenamtliche Jugendarbeit vorhalten, wenn die Geschäftsstelle handlungsfähig bleibt und unsere Demokratiekosten für die Selbstorganisation gedeckt sind. Zuschüsse an den LJR zur Durchführung seiner zentralen Führungsaufgaben (684 06) Migrantenorganisationen stärken Wir halten es für notwendig, Migrantenorganisationen, die wir seit einigen Jahren verstärkt begleiten und unterstützen, mit einem Förderprogramm zu unterstützen und zu stärken. Deshalb sollte der Etat zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe entsprechend aufgestockt werden. Wir erleben zur Zeit ein gutes Potential, junge Engagierte mit ausländischen Wurzeln an der Kinder- und Jugendarbeit im Saarland partizipieren zu lassen. Bis zur Integration in das klassische Förderprogramm ist hier noch aufbauende Projektarbeit notwendig. Weiterentwicklung der Jugendhilfe (684 05) BildungsreferentInnen für Jugendverbände zur Qualifizierung Ehrenamtlicher Der Bedarf der Mitgliedsverbände an geförderten BildungsreferentInnen ist mit der Verbesserung aus 2010 nicht gedeckt. Aufgrund einer Bedarfsmeldung der Verbände beim Landesjugendring aus 2010 wären 4,5 neue Stellen zu finanzieren, die wir in unserem Forderungskatalog berücksichtigt haben. Zuwendungen für Personal- und Sachkosten an die Träger der Jugendarbeit (684 11)

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Kürzungen vorgenommen werden sollen und somit wenigstens ein gewisser Bestand an unterstützender Infrastruktur für die ehrenamtliche Kinder- und Jugendarbeit gesichert bleibt. In vier Bereichen halten wir jedoch Verbesserungen für notwendig.

Internationale/interregionale Jugendbegegnungen ausreichend fördern Die geplanten Mittel für 2013 wurden dem Ergebnis von 2011 nicht gerecht. 2013 werden deshalb insbesondere weniger interregionale Maßnahmen durchgeführt werden können. Zuschüsse zur Durchführung von Jugendbegegnungen und Maßnahmen der Jugendbildung (684 12) Der Vorstand November 2012


Wir werden was bewegen D

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as Jugendpartizipationsprojekt DingDeinDorf geht in die 2. Runde. Nach einer überaus erfolgreichen ersten Aktion in den Jahren 2008/09 soll in der Version 2.0 erneut eine Plattform für die kommunale Beteiligung von Jugendlichen geschaffen werden. Mit DingDeinDorf soll die Jugendfreundlichkeit und die Jugendtauglichkeit der saarländischen Städte und Gemeinden bewertet und exemplarisch verbessert werden. Der Fokus liegt auf der digitalen Welt der Jugendlichen, die heute immer öfter im Internet bei Chatrooms und sozialen Netzwerken aktiv sind. Zentrales Mittel zur Datenerhebung ist ein Fragenkatalog, der auf den Fragen von 2008/09 basiert und mit Hilfe von Jugendlichen auf den heutigen Stand gebracht wurde. Die Fragen können sowohl analog als auch online beantwortet werden. Die Fragebögen werden von einer im Internet geführten Diskussion flankiert, bei der Jugendliche konkrete Verbesserungsvorschläge zu ihrer Kommune machen und mit Kommunalvertretern und anderen Jugendlichen über dieses Thema ins Gespräch kommen können. Damit wird eine weitere Möglichkeit der e-Partizipation eröffnet. Am Ende des Befragungs- und Diskussionszeitraums (Januar – Mai 2013) werden zehn Vereinbarungsgespräche zwischen kommunalen Entscheidungsträgern und Jugendlichen vor Ort arrangiert, an deren Ende die Umsetzung der Verbesweiter Seite 8

Staatssekretärin Gaby Schäfer überreicht Zuwendungsbescheide für DingDeinDorf

Thorsten Schmidt nimmt die Bewilligungsbescheide von Staatssekretärin Gaby Schäfer entgegen

Staatssekretärin Schäfer dankte dem Landesjugendring Saar für die langjährige gute Zusammenarbeit: "Der Landesjugendring hat seit über 10 Jahren das Thema Jugendbeteiligung immer weiter voran getrieben und Verantwortliche in Politik und Verwaltung dazu bewegt, über die Mitspracherechte von jungen Menschen nachzudenken." (Pressemitteilung Sozialministerium)

Landesjugendring

Anlässlich der Fachtagung "Posten, liken, voten" hat Familienstaatssekretärin Gaby Schäfer zwei Zuwendungsbescheide über insgesamt 7.065 Euro aus Landesmitteln und Toto-Mitteln für die Fortsetzung des Partizipationsprojekts "DingDeinDorf" überreicht. Bereits im Jahr 2008/2009 wurde DingDeinDorf mit Unterstützung aus Landesmitteln durchgeführt. Dabei erhielten Kinder und Jugendliche die Gelegenheit, die Jugendfreundlichkeit ihrer Wohnorte per Fragebogen und in Gesprächen zu bewerten und mit den Entscheidungsträgern vor Ort moderierte Gespräche zu führen, deren Ziel Vereinbarungen waren für konkrete Verbesserungen in den Städten und Gemeinden. In Absprache mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie hat der Landesjugendring nun das weiterentwickelte Projekt konzipiert, das im Oktober gestartet und auf ein Jahr angelegt ist. "Dieses Projekt trägt maßgeblich zu einer weiteren Stärkung der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei“, so Staatssekretärin Gaby Schäfer. „Ich hoffe, dass sich die Jugendlichen in den saarländischen Gemeinden zahlreich an der Aktion beteiligen."


Landesjugendring 8

serungsvorschläge derJugendlichen steht. Die Einhaltung der Vereinbarungen wird ebenfalls im Rahmen des Projekts bis Ende 2013 kontrolliert. Mit Dennis Forster und Alexander Quirin hat der Landesjugendring zwei Honorarkräfte eingestellt. Ihre Aufgaben bestehen unter anderem in der Koordination der verschiedenen Akteure des Projekts, die Anleitung der beteiligten Jugendlichen und Information der Projektpartner, die Umsetzung von Beschlüssen in den Gremien wie Projektgruppe und Lenkungsgruppe sowie der Erarbeitung des neuen Fragebogens. Dieses Projekt wird mit Unterstützung der Europäischen Union durch das Programm JUGEND IN AKTION und durch das saarländische Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie finanziert. Projektpartner sind die Hochschule für Technik und Wirtschaft, der Jugendserver-Saar, juz-united und 103.7 UnserDing. Damit ist das Projekt jugendpolitisch, wissenschaftlich und medial gut aufgestellt.

kratischen Abstimmung aus 4 möglichen Farb- und Motivvarianten ausgewählt. Koordiniert wird die Gruppe über das soziale Netzwerk Facebook, in dem sowohl kommuniziert, als auch über Ideen und Vorschläge abgestimmt wird. Die realen Treffen finden in wechselnden Orten im Raum Saarbrücken statt. Der Internetauftritt von DingDeinDorf wird von einer ProfiAgentur erstellt und bietet sowohl die Plattform für die Diskussion im Internet als auch die Möglichkeit der Datenerfassung über die online-Version des Fragebogens. Um eine möglichst konstruktive Diskussion zu ermöglichen, hat jede der 52 saarländischen Kommunen die Möglichkeit, sich an den Gesprächen zu beiteiligen. Die Diskussion wird für jede Kommune separat geführt, dadurch haben Kommunalvertreter immer einen umfassenden Überblick über die aktuelle Gesprächslage in ihrem Zuständigkeitsbereich. DingDeinDorf arbeitet mit der Hochschule für Technik und

Von Anfang an wird DingDeinDorf von einer Projektgruppe begleitet. Sie besteht aus Jugendlichen zwischen 14 und 26 Jahren und den Honorarkräften und ist an allen wichtigen Schritten während der einzelnen Projektphasen beteiligt. Sie ist in die Entwicklung des neuen Fragebogens involviert, entscheidet mit über die adäquate Werbemaßnahmen und den Außenauftritt von DingDeinDorf. Ebenso werden Projektgruppenmitglieder an der Moderation der online-Diskussion, der Auswahl von Kommunen für Vereinbarungsgespräche und der Kontrolle der Umsetzung von Vereinbarungen teilnehmen. Die Projektgruppe hat in der Anfangsphase von DingDeinDorf bereits wichtige Entscheidungen getroffen, so hat sie unter anderem das verwendete Logo in einer demo-

Wissenschaft des Saarlandes zusammen. Dadurch wird eine höchstmöglich wissenschaftliche Herangehensweise in der Erarbeitung der Fragebögen garantiert. Die Ergebnisse fußen auf anerkannten Standards der Datenerhebung und können somit in die politische Arbeit im Saarland und auch bundesweit einfließen. Mit dem Jugendserver-Saar hat DingDeinDorf einen weiteren Partner, der mit jahrelanger Erfahrung in social-media und e-Partizipation aufwartet. juz-united bietet große Erfahrung in der Jugendarbeit vor Ort und bietet mit seinen Jugendzentren, die in den meisten Kommunen des Saarlands vorhanden sind, eine breite Grundlage für die Datenerhebung. Mit dem Jugendradio des Saarländischen Rundfunks 103.7 UnserDing ist das Projekt auch medial gut aufgestellt. Die professionelle journalistische Arbeit aus dieser Anstalt des öffentlichen Rechts bietet die Möglichkeit, die Ergebnisse des Projekts einem breiten Publikum im Saarland zur Verfügung zu stellen.


Positionen zu vielfältigen Themen

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DBJR-Vollversammlung tagte in Berlin

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ie Vollversammlung des DBJR hat sich zu vielen Themen positioniert. Die Delegierten beschlossen in Berlin unter anderem eine Position zur Bildung, zur Beteiligung im und mit dem Internet sowie zur aktuellen Lage in Europa. Weitere Themen waren Geschlechterdemokratie, internationale Arbeit, mehr Grün im urbanen Raum oder sicherer Berufseinstieg. In der Position „Jugendverbände machen Bildung – und noch viel mehr“ fordert der DBJR eine 35-Stunden-Woche für SchülerInnen, also mehr zeitliche Freiräume außerhalb der Schule. Es ist wichtig, dass junge Menschen auch an anderen Bildungsorten – beispielsweise in den Jugendverbänden – Raum und Zeit haben, sich zu entfalten und Erfahrungen zu sammeln. Über Beteiligung im und mit dem Internet wird breit diskutiert. Der DBJR steht für eine wirksame Beteiligung junger Menschen – auch im und mit dem Internet. Wichtig sind Kriterien für Beteiligung: Angemessene Zeiträume müssen eingeplant werden, ein hohes Maß an Transparenz bestehen, eine Wirksamkeit des

Vorstandswahlen Die Vollversammlung hat offene Positionen im Vorstand besetzt. Neue DBJR-Vorsitzende ist Lisi Maier. Sie folgt auf Ursula Fehling, die von ihrem Amt zurücktrat. Neu im Vorstand ist außerdem Stephan Groschwitz als stellvertretender Vorsitzender. Die Amtszeiten des Vorsitzenden Sven Frye sowie der stellvertretenden Vorsitzenden Julia Böhnke, Hetav Tek, Alexander Bühler und Gunnar Czimczik enden erst 2013. Lisi Maier ist hauptamtlich Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Stephan Groschwitz ist jugendpolitischer Referent der Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend in Deutschland (aej).

jugendpolitik

Ergebnisses gegeben sein. Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Krise in Europa nimmt der DBJR noch einmal deutlich eine positive Haltung zu Europa ein. Die Jugendverbände bekennen sich zur europäischen Idee, wollen die

Begegnung junger Menschen in Europa fördern. Die Vollversammlung ist zugleich Startpunkt für die Aktion „Standpunkt“ des DBJR zur Bundestagswahl. Die Jugendverbände und Jugendringe fordern von PolitikerInnen einen klaren Standpunkt sowie ein klares Bekenntnis zur Arbeit der Verbände. Sie fordern eine angemessene und verlässliche Förderung. „Seit Jahren stagniert die öffentliche Förderung, die allgemeine Kostensteigerung wird nicht ausgeglichen. De facto sind diese Nullrunden schmerzhafte Kürzungen“, sagt Sven Frye, Vorsitzender des DBJR. Die Arbeit der Jugendverbände wird eingeschränkt. Mit rund 1,5 Millionen Euro mehr im Jahr 2013 ließe sich die Arbeit für und mit mehr als sechs Millionen Kindern und Jugendlichen ersteinmal stabilisieren.


Mitgliedsverbände 10

Kommunale Entsorger gefährden Bolivien-Altkleidersammlung Geplanter Aufbau einer kommunalen Altkleidersammlung durch die ZKE bedroht langjähriges ehrenamtliches Engagement

BDK J

Der Zentrale Kommunale Entsorgungsbetrieb (ZKE) in der Landeshauptstadt Saarbrücken plant den Einstieg in die Sammlung von Altkleidern durch den Aufbau eines eigenen Systems mittels bereits vorhandener Papiertonnen. Gemeinnützigen Sammlungen wie der Bolivien-Kleidersammlung, die weiterhin durchgeführt werden können, wird dadurch das Wasser abgegraben.

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Trier, verantwortlich für die Kleidersammlung der Bolivienpartnerschaft, ist von der ZKE über den geplanten Einstieg der kommunalen Entsorgung in die Sammlung und Vermarktung von Altkleidern informiert worden. Mittels der Papiertonne, in die nach der Leerung die Altkleider gegeben werden sollen, ist die Sammlung der Altkleider geplant. In einem

sie – wie bisher – ihre Sammeltätigkeit fortführen dürfen. „Wir sehen die große Gefahr, dass die einmal jährlich durchgeführte Bolivien-Kleidersammlung, als größte Straßensammlung in der Stadt Saarbrücken, durch die regelmäßigen Straßensammlungen der ZKE ins Abseits gedrängt wird und zukünftig keine Chance mehr hat“, so Frank Kettern der Vorsitzende des BDKJ im Bistum

Falls sich diese geplante Sammlung von Altkleidern mittels der Papiertonne bewährt, bleiben wohl keine nennenswerten Mengen mehr für die Bolivien-Kleidersammlung. Einer seit über 45 Jahren bewährten, hauptsächlich ehrenamtlich durchgeführten Aktion droht in der Stadt Saarbrücken das Ende.

regelmäßigen Zyklus von acht Wochen soll die Abfuhr für die Altkleider durchgeführt werden. Das Ziel sei, den vielen gewerblichen und dubiosen Sammlern, die Tätigkeit in der Stadt Saarbrücken zu untersagen und das Stadtbild zu verbessern. Den langjährig tätigen gemeinnützigen Sammlern gewähre man „Bestandsschutz“, da

Trier und Verantwortlicher für die Bolivien-Kleidersammlung. Hintergrund für das plötzliche Interesse der Stadt Saarbrücken am Sammeln und Vermarkten von Altkleidern ist zum einen die Neufassung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, das u.a. eine Meldepflicht auch für Altkleidersammlungen vorsieht und die Möglichkeit,


gewerbliche Sammlungen zu untersagen, wenn die Durchführung „überwiegend öffentlichen Interessen“ entgegensteht. Der BDKJ fordert seit langem mehr Transparenz und Kontrolle bei Kleidersammlungen und hat sich von der Einführung des Gesetzes entsprechende Fortschritte versprochen. Andererseits wird in der guten Marktlage für gebrauchte Kleidung ein weiterer Grund für das Engagement der ZKE vermutet. Aktuell stetig steigende Preise locken nicht nur eine Vielzahl von mehr oder weniger legalen Sammlern, wie wir sie alle kennen, auf den Schirm. Attraktive Preise locken auch Kommunen und nähren die Hoffnung, mit zusätzlichen Einnahmen die Löcher maroder Haushalte in den Kommunen

stopfen zu können. Grundsätzlich versteht der BDKJ dieses finanzielle Interesse, es darf aber nicht zulasten des ärmsten Landes in Lateinamerika gehen. „Die Bolivien-Kleidersammlung wird seit über 45 Jahren im gesamten Bistum Trier durchgeführt. Allein im Saarland engagieren sich jährlich ca. 3.500 Ehrenamtliche, vorwiegend junge Menschen. Diese Kleidersammlung wird mit den anspruchsvollen Kriterien von FairWertung (www. fairwertung.de) durchgeführt und ist eingebettet in eine Partnerschafts- und Bildungsarbeit, durch die viele junge Menschen für die Anliegen der Einen Welt mobilisiert und sensibilisiert werden. Durch diese einzigartige Sozialaktion wurden über die Partnerorganisationen des BDKJ in

Bolivien alleine im Jahr 2012 über 2000 arme und benachteiligte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene finanziell unterstützt.“, führt Kettern fort. Der BDKJ fordert deshalb von der Stadt Saarbrücken, den geplanten Einstieg in die Sammlung von Altkleidern (neu) zu überdenken und die Bolivien-Kleidersammlung und ihre vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern angemessen zu integrieren. Dieses bewährte ehrenamtliche Engagement darf nicht gefährdet und anderen Interessen geopfert werden. Öffentliche und gemeinnützige Interesse sollten gemeinsam durchgesetzt und nicht gegeneinander ausgespielt werden.

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„Offen für Vielfalt“ Das neue Projekt von juz-united Neue Herausforderungen Die Lebenswelten von Jugendlichen sind in den letzten Jahren grundlegenden Veränderungen mit hoher Dynamik unterworfen: Ausweitung bzw. Verdichtung des Schulalltags, Migrationsprozesse, soziale Spaltungstendenzen, unsichere Berufsperspektiven, die demographische Entwicklung und die Medialisierung des Alltags haben weitreichende Auswirkungen auf das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Wie sich diese Veränderungen auf das Freizeitverhalten und damit die Infrastruktur der selbstorganisierten Jugendzentren und Jugendtreffs im Saarland auswirken, diese Frage steht im Mittelpunkt des dreijährigen XENOS-Projektes „Offen für Vielfalt“ – mit besonderem Blick auf die Verlierer und Gewinner der beschriebenen Prozesse.

Auf den ersten Blick scheinen diese generellen Tendenzen eine auf sozialem Engagement basierende Jugendarbeit vor große Herausforderungen zu stellen: So wird uns vielfach rückgemeldet, dass die Zeitressourcen, die für ehrenamtliche Arbeit zur Verfügung stehen, deutlich zurückgehen. Eine weitere spürbare Tendenz stellt die immer stärkere Präsenz von Jugendlichen aus benachteiligten Milieus und mit zum Teil sehr problematischen Biographien in den Jugendtreffs, vor allem im städtischen Bereich, dar. Hier ergeben sich bei den ehrenamtlich verantwortlichen Jugendlichen häufiger Überforderungssituationen, die professionell aufgefangen werden müssen, bevor die Engagementbereitschaft belastet wird. Auch die demographische Entwicklung und der Strukturwandel ist in einigen Regionen des Saarlandes

juz-united deutlich spürbar und Facebook und digitale Spielwelten scheinen zunehmend in Konkurrenz zu den Angeboten der Jugendtreffs zu stehen.

mitgliedsverbände

Erkundungen vor Ort Um diese Veränderungen und die Bedarfe der Jugendlichen konkret zu erfassen, führt juz-united in den kommenden zwei Jahren an verschiedenen Standorten im Saarland gemeinsam mit den Jugendlichen vor Ort eine Sozialraumanalyse durch. Dadurch sollen dringende Fragen beantwortet werden: Welche Jugendlichen nutzen das JUZ und warum machen einige einen großen Bogen um die Einrichtung? Welche Angebote im Sozialraum (Vereine, kommerzielle Angebote, informelle Treffpunkte) werden von den Jugendlichen genutzt und welche Angebote fehlen ihnen noch? Wie gehen die Jugendlichen mit dem Strukturwandel um und wie stellt sich die Spaltung in Bildungsgewinner und Bildungsverlierer vor Ort konkret dar? Und welche Unterstützungsangebote brauchen die in den Jugendzentren- und Treffs engagierten Jugendlichen – bei aller Unterschiedlichkeit der Einrichtungstypen? Erste interessante Ergebnisse der Sozialraumanalysen lassen sich aus der Gemeinde Großrosseln vermelden, die sich zum Teil verallgemeinern lassen. Hier hat sich z.B. herausgestellt, dass es


Mitgliedsverbände

einen großen Bedarf an einem informellen Treff vor allem für jüngere Jugendliche gibt, dass ein Problem für die Jugendlichen die Mobilität von den Dörfern hin in die Stadt darstellt und dass es insbesondere im Gemeindebezirk Dorf im Warndt an einem JUZ mangelt, nachdem das alte vor drei Jahren geschlossen wurde. Dank dieser Erkenntnissen konnten erste Anstöße für eine Weiterentwicklung der Jugendarbeit in der Gemeinde gegeben werden. Durch eine pädagogisch begleitete Öffnung treffen sich seit einigen Wochen regelmäßig eine größere Gruppe von jüngeren Jugendlichen im JUZ Großrosseln und eine Gruppe engagierter Jugendlicher fordert in der Politik unermüdlich den Bau eines neuen JUZes für Dorf im Warndt ein. Die Frage nach der politischen Überzeugungsarbeit versuchen sie zu beantworten, indem sie sich an die Presse wenden, mit einer kurzen Doku „Unser Kaff“ den Entscheidungsträgern vor Ort ihre Lebenswelt vor Augen führen oder eine eigene Webseite zur medialen Kommunikation ihre Forderungen entwerfen. Dadurch erklärt Dustin (16) positiv: „Am Anfang haben wir immer gedacht, dass wir nur da stehen, und doch nur angeschnauzt werden, aber mit etwas Unterstützung geht’s halt doch, dass wir etwas bewirken können.“ Vielfalt an Angeboten Neben der modellhaften Analyse der Lebenswelten von Jugendlichen und der Ausweitung ihrer Beteiligungsmöglichkeiten – im Juz und in der Gemeinde - stehen noch weitere Aktivitäten im Mittelpunkt des Projektes. So z.B. die grenzüberschreitende Jugendarbeit, denn auch hier gilt es jede Menge Vorurteile abzubauen. Als erstes Austauschprojekt hat der Verband zusammen mit dem Jugendkulturhaus MJC St.

Avold ein Hip-Hop Festival in Saint-Avold, Frankreich, organisiert. Hier sind sich knapp 500 Jugendliche und Familien aus Deutschland und Frankreich begegnet, um entweder als Tänzerinnen und Tänzer bzw. Rapper auf der breiten Theaterbühne im battle gegeneinander anzutreten oder als Zuschauende das Festival zu feiern. Weitere Projektaktivitäten sind die Planung einer Kampagne und die Entwicklung eines Juleica-Moduls zum Thema Diskriminierung und Umgang mit Vielfalt, die Kooperation mit dem Landesjugendring bei „Ding Dein Dorf“, die Organisation einer Fachtagung und noch einiges mehr.

„Offen für Vielfalt“ ist ein Teilprojekt von QuarteT – „Quartiere eröffnen Teilhabe“, das im Projektverbund zusammen mit dem bfw (Tochterunternehmen des DGB), dem Jugendamt im Regionalverband Saarbrücken und der Gemeinde Schmelz durchgeführt wird. Das Projekt wird im Rahmen des ESF-Bundesprogramms „XENOS - Integration und Vielfalt“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert und durch das Sozialministerium des Saarlandes unterstützt.

Neuwahlen des Vorstands Zum zweiten Mal fand in diesem Jahr die Jahreshauptversammlung der VSK-Jugend am 14.09.2012 statt. Die Besonderheit dieser Sitzung waren die Neuwahlen des Vorstandes. Nach einem Grußwort

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und Begrüßung der Ehrengäste von Stefan Regert dem 1. Vorsitzenden wurde der Jahresbericht verlesen. Im Anschluss der Kassenbericht durch den Schatzmeister Helmut Wagner. Über den Antrag auf Entlastung des alten Vorstands wurde einstimming entschieden. Im gleichen

Rahmen wurde dann auch der Kassenprüfungsbericht vorgestellt. Anschließend wurde der Haushaltsplan für das kommende Jahr vorgestellt und ebenso einstimmig beschlossen. Darauffolgend wurde über die Änderung der Jugendordnung abgestimmt und auch diese wurde einstimmig beschlossen, daraufhin begannen dann die Neuwahlen. Es waren 10 Ämter zu vergeben die alle eintsimmig gewählt wurden. 1.Vorsitzender: Stefan Regert, 2. Vorsitzdender: Thomas Albert, Kassierer: Tobias Wolfanger, Schriftführer: Tobias Philippi, Referendarin für Öffentlichkeitsarbeit: Tatjana Septimus, Referendar für Aus- und Fortbildung: Steven Hahn, Beisitzer: Celina Hilgers, Laura Kartes,Tobias Schneider, Jenny Hermann, Anna-Lena Hecker, Kassenprüfer: Sabrina Massing und Helmut Wagner. Im letzten Teil der Versammlung wurde der Punkt Verschiedenes angesprochen, es wird eine Juleica Nachschulung noch in diesem Jahr sowie eine Juleica Neuschulung im nächsten

VSK-Jugend Jahr geben. Des Weiteren findet auch wieder ein Büttenrednerseminar statt, und unsere Veranstaltung Königliche Niedlichkeiten. Der im vorigen Jahr so erfolgreiche „Tag der VSK-Jugend“ findet im nächsten Jahr eine Neuerung indem diese Veranstaltung über zwei Tage mit Übernachtung stattfindet. Es gab ein großes Lob von Hans-Werner Strauß für die bisherig geleistete Arbeit der VSK-Jugend. Und auch 2013 wird mit viel Engagement und Ehrgeiz gearbeitet um einen tollen Verein zu präsentieren.


Landessessionseröffnung Am 11.11. war es wieder soweit. Die närrische Zeit hat um genau 11.11 Uhr mit insgesamt 11 Schüssen aus 11 Gewehren begonnen. Vizepräsident Günter Simon begrüßt mehrere Hundert Gäste bei den „Burgnarren“ aus Kirkel, die in diesem Jahr anlässlich ihres 1x11 Jubiläums das ganze Land in ihr Dorf eingeladen hatte. Gemeinsam feierten Jung und Alt mit Büttenreden sowie Show- und Gardetänzen den Einstieg in die fünfte Jahreszeit. Die Burghalle war gefüllt mit Prominenz aus der Saarländischen Fastnacht sowie auch aus der regionalen Politik. So ließ es sich der Bürgermeister nicht nehmen, das VSK sowie das Jugend-Präsidium zu einem Empfang willkommen zu heißen und sich gemeinsam auf die kommenden vier Monate voller Spaß und Kappensitzungen einzustimmen. Auch die VSK-Jugend war zahlreich vor Ort und unterstütze die Veranstaltung ihres Hauptverbandes tatkräftig. Die Saarländische Fastnacht, mit ihren insge-

samt 32.000 Mitgliedern (davon ca. 10.000 Kinder und Jugendliche) in insgesamt 173 Vereinen auf das gesamte Land verteilt, wird wieder bis zum Aschermittwoch Kopf stehen

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und den typischen Saarländischen Gruß wird man dieser Tage des Öfteren bei den Kappensitzung, Maskenbällen und Umzügen hören: Alleh Hopp!

aej saar wählt neue Verbandsspitze Auf ihrer Vollversammlung am 24.November wählten die Delegierten der aej saar ihren Vorstand. Neue Vorsitzende der aej saar ist die 20jährige Studentin (Theologie) Miriam Lehberger aus Völklingen. In ihrem Amt als stellvertreten-

de Vorsitzende bestätigt wurde die 24jährige Studentin (Geschichtswissenschaft) Rieke Eulenstein aus St. Wendel. In den Vorstand gewählt wurden Astrid Feldmann, Luisa Neufang, Lorena Venitz, Katharina Storb, Mathias Schulze, Philipp Lavall,

aej saar

mitgliedsverbände

Mark Harlos, Markus Mielcarek. Die christlichen Jugendverbände vertritt im Vorstand Martin Rybak vom VCP. Weiterhin gehören zum Vorstand Reinhard Loos, Jugendpfarrer an der Saar und Rainer Trappmann, Leiter der Geschäftsstelle. Neben der Entgegennahme der Jahresrechnung 2011 und dem Beschluss über den Haushalt 2013 beschloss die Vollversammlung auch das Jahresprogramm 2013. Unter dem Motto „ Denk um – denk anders – hand’le unerwartet“ wird die aej saar ein vielfältiges Bildungsangebot für ehrenamtlich Mitarbeitende und Jugendliche bereithalten. MitarbeiterInnenausbildung, Angebote zur Ökologie, Globalisierung, interreligiöser Dialog, musisch-kulturelle Angebote, Projekte besonderer Art, SchülerInnenarbeit und als Schwerpunkt „Gedenkstättenpädagogik“ sind die Stichworte zum Jahresprogramm. Weiter Infos unter: www.aej-saar.de http://www.facebook.com/aej.saar Mail: trappmann@aej-saar.de


Wir w체nschen allen Leserinnen und Lesern ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Der Vorstand und die MitarbeiterInnen der Gesch채ftsstelle des Landesjugendrings Saar


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Info-aktuell Nr.4 2012  
Info-aktuell Nr.4 2012  

Zeitschrift des Landesjugendrings Saar

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