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Cadaques: Mythos an der nördlichen Costa Brava Mehr Informationen zur Costa Brava gibt es hier!

Am (nordöstlichen) Ende der iberischen Halbinsel und einer kurvenreichen Bergstraße liegt das weiße Fischerdorf Cadaques. Die felsige Küste und später ein rigider Bebauungsplan haben dazu geführt, das in Cadaques praktisch keiner der Appartmentanlagen und Hotelblöcke entstanden sind, die das Bild der Costa Brava im öffentlichen Bewusstsein so unglücklich geprägt haben. Die weißen Häuser des kleinen Fischerdorfs scharen sich wie Schafe um die auf einem Hügel gelegene weithin sichtbare Pfarrkirche Santa María. Und auch wenn die Stadt in den letzten Jahrzehnten etwas in die Hügel hineingewuchert ist, kann man sich doch noch gut vorstellen, wie es hier vor 150 Jahren ohne asphaltierte Straßen und ohne Strom ausgesehen haben mag. Cadaques hat eine lange Geschichte, auf der Halbinsel Cap de Creus siedelten schon vor 3.000 Jahren Menschen, das Dorf selber hat wohl mehr als 1.000 Jahre auf dem Buckel. Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts war es einfacher, von Cadaques aus nach Kuba zu gelangen, als über den Berg nach Figueres zu kommen. Eine Straße gab es damals noch nicht, und so bewegte man sich am bequemsten mit dem Schiff. Ursprünglich lebten die Menschen in Cadaques von den Oliven und vom Fischfang. Nachdem aber zu Anfang des 20. Jahrhunderts der Tourismus langsam anfing, sich zu entwickeln und ein großer Teil der Olivenbäume während eines heftigen Frosteinfalls im Februar 1952 zugrunde gingen, wandten sich immer mehr Cadaquescenser diesem weniger harten Brotwerwerb zu. Bis heute lebt ein großer Teil der Bevölkerung (wie anderswo an der Costa Brava) direkt oder indierekt vom Tourismus. Sehenswertes in und um Cadaques: Da sind zunächst einmal die Gassen des alten Stadtkerns mit ihren weiß getünchten Häusern, ihren kleinen Läden, Galerien und Restaurants. Vom Hauptstrand (Platja Gran) aus läuft man am Casino (schönes Café) vorbei durch einen Torbogen direkt in das ehemals jüdischen Viertel von Cadaques hinein. Allerdings ist davon nichts geblieben als ein Straßenname: Es Call. Ratsam! Auf dem höchsten Punkt der Altstadt liegt die Pfarrkirche Santa María, wegen ihrer schönen Lage auch bei der B- und C-Prominenz des Landes für Hochzeiten beliebt. Unter der Woche ist die Kirche geschlossen, man kann aber durch die gläserne Eingangstür einen Blick auf den spektakulären, üppig vergoldeten Barockaltar werfen. Etwa zwei Kilometer (ein Spaziergang von 15 – 20 Minuten) vom Stadtzentrum entfernt liegt Port Lligat, ein winziger Fischerfleck, der nur aus ein paar Häusern besteht, aber nichts destrotrotz jedes Jahr Tausende von Touristen aus aller Welt anzieht. Das liegt daran, das Salvador Dali, der schon während


seiner Kindheit mit seinen Eltern für die Sommermonate nach Cadaques kam, sich hier eine Sommerresidenz gebaut hatte. Aus einer einfachen Fischerkate entstand im Lauf der Jahre durch An- und Umbauten ein Labyrint aus Räumen und Gängen, die von Dali selber mit seinen Werken und mit Kitsch und Kuriosem dekoriert und ausgestattet wurden. Da gibt es Blumentöpfe in Form einer Teetasse, Kamele im Garten und einen Bär im Wohnzimmer – insofern ist das Dali-Haus durchaus auch unterhaltsam für Kinder. Neben dem Haus wurde in den letzten Jahren ein kleiner Anleger für die Fischer für Cadaques gebaut, viele sind es nicht mehr aber hin und wieder kann man sie hier dabei beobachten, wie sie ihren Fang ausladen oder die Netze säubern. Das Dali-Haus kann man nur im Rahmen eines geführten Rundgangs besichtigen – besonders in den Sommermonaten ist eine frühzeitige Anmeldung ratsam! Strände in und um Cadaques: Um es gleich vorweg zu sagen: Cadaques hat keinen richtigen Sandstrand und nur eine der zahlreichen Buchten ist zumindest teilweise mit Sand ausgestattet (Platja Ros, östlich des Zentrums). Der Rest der kleinen Buchten und Calas, auf die man entlang der Küste trifft, sind mehr oder weniger felsig oder steinig. Gut schwimmen lässt es sich an der Platja Gran direkt im Zentrum und an der Platja Llané Gran westlich des Zentrums. Kleinkind-geeignet sind die Strände Ros (wie schone erwähnt) und Portdouguer (unterhalb der Kirche). Ausflüge um Cadaques: Der östlichste Zipfel der Iberischen Halbinsel hat von jeher die Fantasie der Menschen hier angeregt. Salvador Dalí, der von seinem Haus in Port Lligat einen guten Blick aufs Cap de Creus hatte, wird mit der Äußerung zitiert, dass er sich als erster Mensch auf der Iberischen Halbinsel, der jeden Morgen die Sonne sieht, privilegiert fühlte. Landschaftlich gehört die Halbinsel zum Schönsten, was Katalonien und die Costa Brava zu bieten haben. Lieblich sind sie allerdings nicht, die Felsen vom Cap de Creus, eher herb und wild. Der ewige Wind und der steinige Untergrund verhindern, dass sich mehr als ein paar vereinzelte Bäume ansiedeln können. Die Vegetation ist eher unspektakulär und besteht hauptsächlich aus niederen Büschen und Gräsern. Allerdings steuert sie eine olfaktorische Komponente bei, die den Eindruck des Wanderers prägt. Überall duftet es: Wachholder und Schopflavendel, Rosmarin und verschiedene Zistrosenarten – diese Landschaft ist mit allen Sinnen erlebbar. Die Geologie am Cap de Creus ist kompliziert und vielfältig (deshalb sieht man auch immer wieder Studentengruppen mit Geologenhämmern im Gelände herumkraxeln - nicht zur Nachahmung empfohlen, man braucht eine ExtraGenehmigung von der Parkverwaltung!). Vulkane und die Kräfte der Plattentektonik haben über Jahrmillionen hinweg eine Landschaft aus wildzerklüfteten bizarren Felsengebilden geschaffen, die nur notdürftig von der Vegetation verhüllt werden.


Praktische Hinweise: Von Cadaques aus gibt es einen Wanderweg nach Cap de Creus, hin und zurück sind es etwa 16 km. Am Kap kann man im Restaurant Cap de Creus ewas essen (die indischen Currys sind unübertroffen! Es gibt aber auch ganz bodenständige Fischgerichte und Bratwurst, die Preise sind moderat) oder einen Kaffee auf der Terrasse trinken, direkt am Leuchtturm gibt es auch eine Bar, die aber nur während der Saison geöffnet ist. Der Parque Natural Cap de Creus unterhält am Leuchtturm ein Informationszentrum mit einer kleinen Ausstellung zum Park.

Faro de Cala Nans: ein schöner Spaziergang führt vom Dorf aus nach Westen zu Faro de Cala Nans. Man sieht den Leuchtturm von Cadaques aus, er schließt die Bucht nach Westen ab und bietet auch nachts einen Orientierungspunkt. Der Weg ist zum Faro de Cala Nans ist einfach zu finden: vom Zentrum aus läuft man die Küstenstraße entlang Richtung Westen, passiert zunächst die Kirche und dann die Strände Llané und Llané petit. Nun folgt man der Straße Richtung Sa Conca (ausgeschildert), rechter Hand sieht man eine kleine, in eine Mauer eingelassene Jungfrau, die Virge del Carme, die Schutzpatronin der Fischer. Oft ist sie mit frischen Blumen geschmückt. Ab der Bucht Sa Conca ist der Leuchtturm ausgeschildert, nach einem kurzen heftigen Anstieg an den letzten Häusern vorbei geht es jetzt mehr oder weniger eben weiter ins Gebiet des Parc Natural Cap de Creus hinein. Kurz vor dem Leuchtturm passiert man dein einzigen Strand auf dem Weg, die Platja Sa Sebolla. Der Abstieg ist nicht sehr komfortabel aber der Strand ist schön und auch im Sommer selten überlaufen. Vom Leuchtturm aus hat man einen weiten Blick aufs Mittelmeer, auf Cadaques und bis zum Cap de Creus hinüber. Für den Hin- und Rückweg muss man als reine Laufzeit jeweils eine stunde einrechnen. Besonders im Sommer sollte man nicht ohne Wasser- (und sonstige) Vorräte loslaufen, einen Laden oder eine Bar gibt es in dieser Gegend nicht! Wichtige Daten zu Cadaques: – Oficina de turisme, C. De Cotxe, 1 (hinter dem Casino), Tel.: 972258315 – CAP Hospital de Cadaques, Carrer Nou, Tel.: 972-258807 – Policia Local: 972-159343 – Fiesta Mayor: 11 – 13 Septemer – Festival de Musica de Cadaques: zwei Wochen im August – Wochenmarkt: Montags vormittags Anreise: Nach Cadaques kommt man entweder mit dem eigenen Auto oder per Bus,


eine Verbindung gibt es (über Empuria-Brava und Roses) nach Figueres Hotels in Cadaques: - Der Campingplatz (Crta. Port Lligat 17, Tel.: 792-258125) ist sicher die günstigste Übernachtungsmöglichkeit in Cadaques. Er liegt oberhalb des Zentrums (ca. 10 Minuten Fußmarsch zum Zentrum und zum Strand), in der Nähe gibt es einen kleinen Supermarkt. Er ist nur die Sommermonate über geöffnet, hat nicht allzu viel Charme, aber dafür heftige Preise... - Das Hotel Nou Estrellas ist eine freundliche und familiäre Unterkunft, zum Dorfzentrum sind es zwei Minuten zu Fuß, zum Strand fünf. Die Zimmer sind sehr sauber, das Besitzerehepaar freundlich und der Preis auch zur Hochsaison noch günstig. - Die angenehmste Budget-Unterkunft in Cadaques ist ohne Zweifel das Hostal Cristina direkt im Dorfzentrum (C. Rierassa s/n, Tel.: 972-258138) . Gerade frisch renoviert, sind die Zimmer zwar nicht groß aber hinreichend ausgestattet und picobello sauber, komplettiert wird das Angebot durch einen netten Aufenthaltsbereich mit TV und Computer mit Internetzugang. Man sollte allerdings besonders während der Saison früh ankommen: wer zuerst kommt, mahlt zuerst, Reservierungen werden nicht entgegen genommen, das Hostal ist auch so (fast) jeden Tag voll belegt. - Das Hotel Octavia ist einer der letzten Hotelneubauten im Zentrum von Cadaques – modern, komfortabel und seinen Preis wert – mit diesen Stichworten lässt sich das Octavia charakterisieren. Zum Haupstrand von Cadaques sind es geschlenderte zwei Minuten, Supermärkte und Restaurants liegen ebenfalls „über die Straße“. Den alten Stadtkern des Ortes hat man im Rücken, zentraler kann man in Cadaques kaum wohnen. Die Zimmer sind eher nüchtern, dafür aber modern ausgestattet und picobello sauber und zu jedem der 41 Zimmer gehört eine kleine Terrasse. Es gibt Zimmer für bis zu vier Personen und das Hotel Octavia ist eines der wenigen Hotels in Cadaques, die auch Zimmer für Rolli-Fahrer anbieten. - Klein aber fein – so kann man das Hotel El Hostalet beschreiben. Sehr zentral gelegen, bietet es acht modern ausgestattete, nicht allzu große Zimmer, jedes dekoriert mit der Panorama-Fotografie einer emblematischen Bucht der Gegend. Das Hotel wurde 2008 eröffnet, dementsprechend ist das Dekor modern- zurückhaltend und picobello in Ordnung, alle Zimmer haben Klimaanlage und Heizung, Kabelfernsehen und Wifi. Für wen ist das Hostalet geeignet? Für junge Leute, die gerne Feiern und Ausgehen (viele der interessantesten Bars und Restaurants liegen direkt nebenan), für alle, die Wert auf eine gepflegte und moderne Ausstattung legen. Das Hotel Playa Sol liegt direkt am Strand an einer freundlichen kleinen


Bucht, die Zimmer gehen entweder aufs Wasser oder auf eine gepflegte Gartenanlage an. Der Park-ähnliche Garten mit seinem großen Pool ist (neben der zentralen Lage), einer der großen Pluspunkte; hier hat kann man Cadaques auch während der Hochsaison in Ruhe genießen. Innerorts ist das Playa Sol ohne Zweifel das erste Haus am Platz. Wer es gerne ein wenig ruhiger hat, kann sich für das Hotel Sol Ixent entscheiden. Es liegt eine viertel Stunde Fußmarsch vom Zentrum entfernt fast schon in Es Caials (mit dem Auto sind es ins Zentrum drei Minuten). Das Sol Ixent ist ganz neu, verfügt über moderne Zimmer, einen schönen Pool, ein gutes Restaurant und einen unvergleichlichen Blick aufs Mittelmeer.

Restaurants in Cadaques – gut und günstig isst man im Restaurant Bahia (Miquel Roset s/n, Tel.: 972-258524), hier stehen Fischgerichte und solide katalanische Küche zu moderaten Preisen auf der Karte – Noch günstiger (aber auch einfacher) ist das Restaurant La Cala direkt im Zentrum (Avda. Caritat Serinyana 4 , Tel: 972-258504) – Wer es urig mag und Hunger auf Humus oder Falafel hat, wird sich im Gato Azul (C. Curós 10, Tel. 972-258844) wohl fühlen. Auf der Karte findet man eine bunte Auswahl an Gerichten (nicht nur katalanische Küche), so das sicher jeder fündig wird, die Preise sind mehr als moderat. Sehr zu empfehlen: der Salat mit Ziegenkäse – Ebenfalls sehr günstig (und deshalb besonders während der Saison immer rappelvoll): Das Celeste (C. Nou 2, Tel.: 972-159420) hier gibt es Pasta in allen Variationen und phantastische Vorseisen. Zu späterer Stunde bekommt man hier auch gute Coctails – Schön mit Blick aufs Meer sitzt man im Restaurant Sa Gambina (Riba Nemesi Llorens, Tel.: 972-258127), hier gibt es gute Fischgerichte und klassische katalanische Küche. Während viele der Restaurants in Cadaques außerhalb der Saison lange Betriebsferien einlegen, ist das Sa Gambina eigentlich immer offen – Wer sich etwas besonderes gönnen will, sollte das Restaurant Can Tito

(hinter dem Casino 50 m den Berg hinauf, C.Vigilant s/n, Tel. 972259070) ausprobieren, das sicher zu den besten in Cadaques gehört. Hier stehen katalanische Gerichte innovativ interpretiert auf der Karte, auf das Desert sollte man auf keinen Fall verzichten


– Ausgezeichneten Fisch und Meeresfrüchte (die allerdings auch ihren Preis haben) bekommt man im Restaurant Es Baluard (Riba Nèmesi Llorens 2, Tel.: 972-258183)

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Cadaqués: Mythos an der Costa Brava