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VERLAGSBEILAGE

n˚ 8

märz 2013

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WIR BEWEGEN UNS Wir reisen, fahren und pedalen aber auch, um geistig in Form zu bleiben. Niemand bringt diese beiden Aspekte des Sich-Bewegens so krass auf den Punkt wie Pedaleur Patrick Seabase: Er fährt mit einem Starrlauf-Eingänger die härtesten Pässe der Alpen hoch, um Kopf und Körper auf die Probe zu stellen. Seine Geschichte lesen Sie auf Seite 64. Wer’s gerne etwas komfortabler mag: Ein Motorrad ist beim gerade anbrechenden Frühling immer hochwillkommen. Wir haben also die schönsten Retro-Bikes der Saison fotografiert – Motorräder, die locker den Spagat zwischen Tradition und Moderne schaffen, finden Sie in dieser Ausgabe ab Seite 26. Dann gibt es natürlich auch jene Männer, die von Berufs wegen die ganze Zeit auf Achse sind, auf zwei, vier oder sechzehn Rädern. Ihnen ist unsere beliebte Porträtreihe von Berufsleuten ab Seite 6 gewidmet.

J er o e n va n

r o o ije n

NZZ-Stilfachmann, Kolumnist der «NZZ am Sonntag», Stilkritiker bei Radio SRF 3 und Autor mehrerer Bücher zum Thema Mode und Stil.

R e t o c a p re z

Fotografie: Nathan Beck

Spiritus rector hinter dem «Gentlemen’s Report». Geschäftsführer und Inhaber von ALFERANO, dem Schweizer Marktführer für Masskonfektion.

Diese Ausgabe des «Gentlemen’s Report» steht unter dem Motto «Was bewegt uns?». Im Sinn hatten wir natürlich die physische Bewegung, die für unsere rastlose Zeit so kennzeichnend ist … aber auch das, was uns auf emotionaler Ebene bewegt: gutes Handwerk, Musik die unter die Haut geht, oder sportliche Leistung, die einem Respekt abfordert. Wir haben versucht, zu allen diesen Aspekten des «Bewegtseins» (die so gar nichts mit Sönke Wortmanns so benanntem Film von 1994 zu tun hat) zeitgeistige Momentaufnahmen zu machen.

Auf intellektueller und emotionaler Ebene versetzen uns zwei Geschichten in Bewegung: einerseits der hinreissend schlaue und auch mit 61 Jahren noch stilprägende David Byrne, Ex-Frontmann der Talking Heads, der sich in reifen Jahren analytisch mit dem auseinandersetzt, was er sein Leben lang in aufregender Manier gemacht hat: Musik. Seine Einsichten sind ab Seite 14 nachzulesen. Schliesslich ist da – last, not least – der Schweizer WeltklasseRennfahrer Jo «Seppi» Siffert, dessen Leben viel zu kurz war, der aber bis heute fasziniert und inspiriert. Seinem unvergleichlichen Chic ist unsere grosse Stil-Studie zur Saison ab Seite 50 gewidmet. Bleiben Sie beweglich!

Physisch sich zu bewegen ist für den modernen Mann aus vielerlei Gründen unerlässlich: Man bleibt fit und beweglich. editorial 1

Reto Caprez und Jeroen van Rooijen, Macher des «Gentlemen’s Report»


inhalt dieser ausgabe

GENTLEMen’s Guide

SEITE 20, 31, 43

Jo Siffert

SEITE 50

UHren

SEITE 44

VELO AUF MASS

SEITE 22

männer auf achse

SEITE 6

David Byrne

SEITE 14

inhalt 2


EXTREMSPORT

SEITE 64

krawatten

SEITE 37

formel 1

SEITE 34

mein stil

SEITE 62

Retro-Bikes

SEITE 26

GR+SHOP

SEITE 40 Inhalt 3


mitarbeiter dieser ausgabe

p a t ri k

u rs

ba p t is t e

H A N S P E T E R

f u c h s

a f f o l t er

p la n c h e

K Ü FF E R

Der Zürcher Fotograf bezeichnet sich als fotografischer Sammler. Für diese Ausgabe hat er sportliche Chronographen im Studio fotografiert.

Stylist Urs Affolter, geboren in Zürich, ist bekannt für seinen scharfen Blick. Er inszeniert Fotoshootings für Magazine und Werbeagenturen.

Werbefilmer und Inhaber bei &Söhne, lizenzierter Soziologe, Historiker und Politologe. In der Freizeit Stehpaddler und FCB-Pazifist.

Als freier Journalist schreibt der leidenschaftliche Motorradfahrer für die NZZ, das Stilmagazin der «NZZ am Sonntag» sowie für die Fachzeitschrift «Töff».

c y rill

TO B I A S

J ürg

D A V I D

m a t t er

Weber

Zbi n d e n

TOrC A S S O

Der 22-Jährige Zürcher ist als selbständiger Fotograf tätig. Dabei liegt sein Fokus auf Menschen – ob bei Porträts oder Modeshootings.

lea

Der Winterthurer hat das Filmhandwerk an der London Film School gelernt und ist Regisseur und Mitinhaber von &Söhne.

G ia n

m eie n berg

Die 30-jährige Fotografin lebt in Zürich. Sie ist seit 5 Jahren selbständig und dabei stets auf der Suche nach überraschenden Bildern.

schreibt u.a. für «Brand Eins», «Das Magazin» oder «Die Zeit» über Gesellschaftsthemen. Er lebt in Berlin und Zürich.

Korrektor und freier Journalist für Popkultur-, Stil- und Vintage-Themen. Die Patina schätzt er eher als den Glanz des Neuen.

Pa u l

L OZZ A

Der Bündner Fotograf lebt in Zürich. Nach jahrelanger Tätigkeit in der Snowboardszene gilt er heute als Spezialist für Actionaufnahmen.

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E D

s u t er

H E U V I NK

Der Niederländer ist ein hoch angesehener Motorsport-Spezialist und hat das Standardwerk über das Leben von Jo Siffert geschrieben.

Der 28-Jährige arbeitet als selbständiger Fotograf, mag Snowboarden und japanisches Essen. Für diese Ausgabe fotografierte er Männer auf Achse.

C h ris t o p h

T I MM

m a n u el

j o n a t h a n

K ö s t li n

D E L F S

ri c k e n ba c h er

h e y er

Der 30-jährige, in Köln zum Fotografen ausgebildete Deutsche ist seit 2008 in Zürich als selbständiger Mode- und Porträtfotograf tätig.

Freelance-Journalist und Spezialist für alles, was mit Zeit und Zeitmessung zu tun hat. Schreibt u.a. für die «NZZ am Sonntag».

lebt in Zürich, 27 Jahre alt, tätig als selbständiger Fotograf, hauptsächlich in Bereichen wie Porträt, Lifestyle, Musik und Kultur.

f l o h

S ea n

A ND R E A

v o n

o � h aga n

HOH E ND A H L

36 Jahre jung, hat 2002 seine Lehre als Fotograf abgeschlossen und arbeitet seit bald zehn Jahren selbständig in Zürich.

grü n ige n

lebt in Bern und arbeitet als Primarlehrer, Maler und Songschreiber. Mit seiner Band Schöftland hat er bisher drei Alben veröffentlicht.

Der Kulturjournalist schreibt für den englischen «Guardian» und den «Observer» und wurde 2003 als «Interviewer des Jahres» ausgezeichnet. Contributors 4

Der am MAZ ausgebildete Journalist (38) ist für das «Panorama»-Ressort der NZZ tätig und schreibt den NZZ-Uhren-Blog «Rattrapante».


GA NT . CO M

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Michael M체ller, 31 transportiert jeden Tag Leichen durch die Stadt Z체rich. Manchmal bringt ihn sein Beruf sogar in andere L채nder, wo er von einem ganzen Dorf empfangen wird.

Reportage 6


Der Bestatter

Auf Achse Text: David Torcasso Fotografie: Yves Suter

Nicht nur Taxifahrer oder Buschauffeure sind ständig auf Achse. Diese fünf Männer sind immer in Bewegung, weil sie spezielle Fahrzeuge oder Objekte bewegen: Ferraris, Riesenräder, Leichenwagen, Fahrräder oder Lokomotiven.

GEDULDIGE PASSAGIERE

Müller fährt aber nicht in einem klassischen Leichenwagen durch Zürich, sondern in einem schwarzen Mercedes-Kastenwagen. «Einerseits kann man darin zwei Särge unterbringen, anderseits erschreckt ein weitherum sichtbarer Sarg heute manche Leute», erklärt Müller. In Zürich gibt es zwischen 15 und 20 Todesfälle pro Tag. Müller überführt täglich zwischen fünf und sieben Verstorbene. Der Beruf des Bestatters sei vielseitig: Müller fährt mit dem Leichenwagen, arbeitet aber auch mit den Händen, indem er Leichen trägt, einkleidet oder wäscht. Das geschieht entweder mit den Angehörigen zu Hause oder in Räumlichkeiten des Bestattungsamts. Neben diesen praktischen Tätigkeiten ist Müller auch Seelsorger. Er ist der erste Ansprechpartner der Hinterbliebenen, die nach einem Todesfall das Bedürfnis haben zu reden. «Die Angehörigen erzählen mir die Lebensgeschichte, die interessant, aber auch traurig sein kann.» Dabei erlebt er, wie die Menschen mit Trauer und Tod umgehen. «Manche Angehörigen weinen, bei anderen ist zu erkennen, dass sie froh sind, wenn eine Person von ihrem Leiden erlöst wurde.» Auch während der Fahrt im Wagen reagieren Passanten unterschiedlich. Ein schwarzer Kastenwagen, zwei Mitarbeiter im Anzug und die Aufschrift Bestattungsamt der Stadt Zürich. «Ein paar Leute bekreuzigen sich, andere wenden sich ab, aber sie lachen oder winken auch.»

Michael Müller fährt eine spezielle Fracht durch Zürich: Tote. Leichen hat in Zürich sonst niemand einfach so im Fond liegen. Der Bestatter der Stadt Zürich betrachtet sein Transportgut aber ganz nüchtern: «Taxis fahren lebendige Menschen ans Ziel, ich verstorbene Menschen», sagt er. In seinem Job als Bestatter sei das sein Transportgut. Müller ist sich aber der Bedeutung seiner Fracht bewusst und wählt deshalb einen «dezenten» Fahrstil, wie er sagt.

Reportage 7

Was viele nicht wissen: Das Be­ stattungsamt der Stadt Zürich bietet auch Auslandüberführungen an. Müller bringt die verstorbene Person dann in ihren Hei­ matort zurück, wo sie begraben wird. Dafür fährt er manchmal tagelang durch Europa. Beispielsweise nach Sizilien. «Dort hat uns das ganze Dorf empfangen. Die Leute standen am Strassenrand und winkten uns zu.»


Der Chilbi-Fahrer Kaum jemand kennt den Chilbibetrieb so gut wie René Bourquin, Schausteller in fünfter Generation. In seiner Jugendzeit musste er seinem Vater oft helfen und hatte kaum Freizeit. Dafür lebte er den Traum von vielen Kindern. «Ich konnte in jeder freien Minute gratis auf den Bahnen fahren, und kam fast nicht mehr runter davon», erinnert sich Bourquin. Und alle wollten mit ihm befreundet sein. «Früher haben wir auf dem Piratenschiff zu Abend gegessen und schwankten über eine halbe Stunde hinund her», lacht Bourquin. Seine erste Freundin, die jetzt seine Frau ist, hat Bourquin natürlich auf das Riesenrad ausgeführt. Am Abend, wenn die Besucher schon längst zu Hause waren und er mit seiner Angebeteten ganz allein den Blick auf den nächtlichen Zürichsee geniessen konnte. Noch heute fährt Bourquin Autoscooter und Eisenbahn auf der Chilbi, denn er besitzt eine Autoscooter-Anlage, eine Kindereisenbahn und ein Riesenrad, welches die meisten Zürcher vom Bürkliplatz kennen. Und natürlich fährt Bourquin deshalb ab und zu selbst Autoscooter und Riesenrad. Manchmal mit seinem Sohn, aber oft, um die Anlagen vor dem Einsatz am Bürkliplatz oder dem Knabenschiessen zu testen. «Ich nehme nach dem Aufbau Feinjustierungen vor und drehe selbst eine Runde. Ich achte darauf, ob die Geschwindigkeit angenehm für die Besucher ist, ob es nicht ruckelt», erklärt der 42-Jährige. Steht auch die Autoscooter-Anlage auf dem Chilbiplatz, fahren er und seine Mitarbeiter Testrunden. Ist genug Druck auf den Aussenreifen, damit die Gäste keinen zu harten Schlag verspüren?

Bourquins private Leidenschaft sind heute Autos. «Ich wollte früher Formel1-Rennfahrer werden». Manchmal hat er mit seinem Vater auch Autoscooters aufgemotzt, ein Licht angebracht, Auspuffe angebaut. Lachend winkt er ab und erzählt, wie sich das Chilbi-Business verändert habe und er auch etwas enttäuscht sei, dass er in diesem Jahr wegen der Bauarbeiten das Riesenrad nicht auf dem Bürkliplatz aufstellen dürfe.

René Bourquin , 43 ist Chilbi-Fahrer und Inhaber der René Bourquin Schaustellerbetriebe. Als Kind ist er kaum mehr von den Bahnen

DER WILL HOCH HINAUS

Heute hält sich Bourquin zurück – auch weil er in der Kindheit so oft rumgekurvt ist. «Es wäre doch komisch, wenn ich jeden Abend noch meine Runde auf dem Autoscooter drehen würde – was würden meine Angestellten denken.» Er setzt sich höchstens kurz in einen Autoscooter, um den Effekt eines neuen Discolichts in der Praxis zu testen. Sein Sohn hingegen will andauernd fahren, genauso wie der Senior früher.

Reportage 8

runtergekommen.


Der Velokurier Tobias Schär kam nach der Teilnahme an einer Velokurier-Meisterschaft in Zürich vor einigen Jahren zu Veloblitz. «Ich wusste nicht genau, was mich erwartet, habe aber schnell gemerkt, dass es nicht bloss velofahren ist», sagt Schär. Der Einstieg sei am schwierigsten gewesen. Schär hatte das falsche Velo, musste sich an den Zürcher Verkehr gewöhnen und auch daran, bei jedem Wetter rauszugehen. «Der Job als Velokurier ist auch Kopfarbeit. Ich bereite mich mental darauf vor, wenn es den ganzen Tag regnet, damit ich nicht schlechter Laune bin.» Mittlerweile ist Tobias Schär geübt: «Du lernst, welche Strassen schneller sind, wie du den Verkehr überlisten kannst und wie du dich am Ziel richtig und effizient bewegen musst.» Obwohl er die Strassen und die Stadt Zürich in- und auswendig kennt, geniesst Schär seine Fahrten noch immer – auch im Winter. «Ich entdecke Orte und Blickwinkel, die sonst niemand kennt», erzählt er. An einem verschneiten Wintermorgen sei die Uetlibergspitze golden von der Sonne beleuchtet worden. Das sei schön gewesen. Im Sommer macht das Fahren aber mehr Spass. «Auch weil ich nicht so viele Kleider tragen muss.» Schär ist ein Held des Alltags – besonders wenn er in einem Büro ankommt. Die Leute haben Mitleid, wenn es regnet, verspüren aber genauso Neid, wenn draussen ein schöner Sommertag ist. Der Zusammenhalt unter den Velokurieren habe sich etwas geändert: «Früher waren wir noch mehr eine Familie und etwas wilder unterwegs.» «Aber auch heute gehen wir manchmal feiern.» Er hat auch im kürzlich erschienenen Velokurier-Kinofilm «Dead fucking last», mit Mike Müller, als Statist mitgespielt.

Tobias Schär, 28 ist Velokurier bei Veloblitz und bei jedem Wetter unterwegs. Statt Briefe bewegt er im digitalen Zeitalter vermehrt Zahnprothesen, Blutproben oder Nahrungsmittel durch Zürichs Strassen.

DEN VERKEHR ÜBERLISTEN

Reportage 9

Verändert hat sich die Art der Lieferungen. Dokumente können dank mehr Datenleistung digital verschickt werden. Darum liefert Veloblitz vermehrt Laborproben aus, die man nicht digital versenden kann. Tobias Schär fährt alles in der Welt herum, was in seine Messenger-Bag passt – abends auch Thai-Nudeln. «Das Schrägste bisher war eine Ladung Blutegel oder die kaum verpackte Urinprobe», erzählt Schär. Der Veloblitz hat bis 22 Uhr geöffnet. «Wir spüren die 24-Stunden-Gesellschaft. Die Leute arbeiten länger, die Läden schliessen später.» Er hingegen brauche zur Kompensation der körperlichen Anstrengung im Winter viel Schlaf, um seine Schicht zu leisten.


Der Lokomotivführer Lokomotivführer war nicht der Bubentraum von Adrian Hofstetter. Er hat vorher bei der Swissair als Flight Attendant gearbeitet und verliess die Fluggesellschaft kurz vor dem Grounding. Durch einen Bekannten kam er zu den SBB und absolvierte dort die Ausbildung zum Lokführer. Seit zwölf Jahren ist Hofstetter im Raum Zürich tätig. «Es ist ein schöner Beruf, weil ich selbständig arbeiten und grosse Eigenverantwortung habe.» Mit dem dichten Schienenverkehr rund um den HB Zürich ist Hofstetter mittlerweile routiniert. «Alle Bahnhöfe und Strecken die ich befahre, kenne ich bis ins kleinste Detail.» Die «Streckenkundigkeit» gehört zur Ausbildung des Lokführers. Täglich führt Hofstetter Intercitys, Neigezüge, S-Bahnen oder Interregios durch die Schweiz. Er hat die Verantwortung über 1000 Tonnen Stahl und Hunderte Passagiere. Im Führerstand sitzt Hofstetter aber ganz allein. Kontakt mit Menschen hat er während seiner Arbeit selten. «Ich fühle mich aber nicht einsam», sagt der 39-Jährige. Manchmal kommuniziert Hofstetter doch mit den Passagieren – etwa bei einer Durchsage zu Verspätungen. Dann kann er den Ärger förmlich durch die Lokwand spüren. «Meist weiss ich bei Unterbrüchen aber nicht mehr als die Reisenden und verstehe den Ärger. Oder auch, wenn ich die S-Bahn-Tür schliesse, obwohl noch jemand angerannt kommt. Aber der Fahrplan ist mittlerweile sehr eng gehalten.» Obwohl Hofstetter in seinem Job Hunderte Menschen von A nach B bringt, sagt kaum jemand danke. Das mache ihm nichts aus: «Ich mache meinen Job und erwarte keinen Dank. Ich bin froh, wenn die Leute Zug fahren», sagt er bescheiden. Sehr nett seien die Menschen an Weihnachten. Dann hätten Leute schon an die Scheibe geklopft und ihm aufrichtig auch frohe Weihnachten gewünscht. «Das ist schön. Denn an diesem Tag fühlt man sich vielleicht ein wenig allein», räumt Hofstetter ein. Die Lokführer könnten aber bezüglich ihrer Einteilung Wünsche anbringen, die, wenn genügend Personal vorhanden ist, meist bewilligt werden.

TAUSEND TONNEN STAHL

Ob er manchmal davon träume, in einem Hochgeschwindigkeitszug wie dem ICE mit 300 km/h zu fahren? Hofstetter winkt ab. Er fahre manchmal mit dem TGV nach Basel, nicht Hochgeschwindigkeit, aber in den modernen Führerständen sitzend. Auf Dauer wären ihm die modernen Züge aber zu langweilig. «Das Salz in der Suppe beim Job als Lokführer ist die Abwechslung.» Je mehr Triebfahrzeuge Hofstetter fahren kann, desto spannender ist sein Job. «Ich mag auch die älteren Loks. Dort kommt die rohe Technik zur Geltung, und es ist noch mehr Handarbeit, den Zug zu führen und metergenau zu stoppen.»

Reportage 10

Adrian Hofstetter , 39 arbeitet seit über zehn Jahren bei der SBB und fährt täglich hunderte Tonnen durch die Schweiz.


Der Valet-Parker Valet Parking ist in der Schweiz nicht so verbreitet wie etwa in den USA. Deshalb gibt es in Zürich wenige Orte, wo dieser Service angeboten wird. Beim Luxushotel Park Hyatt Zürich im Herzen von Zürich gehört Valet Parking zur Tradition. Gäste oder Besucher der Bar können ihr Gefährt nach der Ankunft bei den Hotelangestellten abgeben. Sie stellen es im hauseigenen Parkhaus unter. «Die Gäste sollen stressfrei bei uns ankommen», erklärt AlKenani, der als Teamleiter Belldesk beim «Park Hyatt» arbeitet.

BIS AUF DEN LETZTEN ZENTIMETER

Besonders im Sommer bei schönem Wetter herrscht vor dem «Park Hyatt» zwischen Donnerstag und Samstagabend reger Verkehr. Ein Porsche, ein Ferrari, ein Lamborghini nach dem anderen kommt an. Die Besitzer überreichen Al-Kenani den Schlüssel und bestellen in der «Onyx Bar» einen Drink. Besonders junge Besitzer von Edelschlitten zelebrieren das Vorfahren regelrecht. Sie steigen langsam aus ihrem Lamborghini, schauen sich erst mal einige Minuten um, damit auch jeder sieht, dass sie ein solches Auto fahren, und geben den Schlüssel dann ab. Diese Show kümmert Al-Kenani wenig: «Es ist etwas ärgerlich, wenn jemand eine halbe Stunde mit seinem Auto vor dem Eingang parkt und den Schlüssel nicht abgeben will. Das hält die auf, die vom Valet Parking Gebrauch machen möchten.» Ob man mit einer alten Ente den Valet-Parking-Dienst in Anspruch nehmen könnte? «Ich würde mich sehr freuen, mit einer Ente zu fahren. Die neuen Autos sind nicht schwer zu lenken», sagt Al-Kenani. Und versichert: «Wir machen keinen Unterschied zwischen neuen oder alten Autos. Solange das Benzin reicht, um wieder aus der Garage raus zu fahren, sind alle willkommen.» Illusionen, es sei sein eigenes Auto, macht sich Al-Kenani nicht. «Ich freue mich immer, schöne Autos zu fahren. Aber seien wir mal ehrlich: Einparken ist nicht wirklich eine Freude. Wenn ich mit einem solchen Auto durch die Stadt fahren könnte, wäre der Genuss wohl anders.» So fährt Al-Kenani an einem guten Tag Dutzende von Autos raus und rein. Beschädigt hat er noch keins: «Ich kenne unsere Garage bis auf den letzten Zentimeter.» Das Tolle an seinem Job sei nicht das Parken der Autos, sondern dass er viele Menschen kennen­ lerne, meint er.

Mehdi Al-Kenani , 37 parkt im Hotel Hyatt teure Sportschlitten. Wie es sich für den Service eines Fünfsternehotels gehört, bleibt er dabei stets diskret und höflich. Ausser ein Gast ist betrunken.

Al-Kenani geht dabei so dezent vor, wie man es vom Personal eines Fünf­ sternehotels erwartet. Nur bei einem Thema ist er strikt: Wenn ein Gast nach einem Abend sein Auto zurückfordert und der Parking-Profi realisiert, dass er nicht mehr imstande ist zu fahren, rückt er den Schlüs­sel ausnahmsweise nicht heraus. Er weist den Gast freundlich darauf hin, eine Alternative wie ein Taxi oder einen Fahrdienst aufzusuchen. «Schliesslich haben wir auch ein wunderschönes Hotel zur Übernachtung», schmunzelt er. www.gentlemensreport.com/reportage

Reportage 11


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Get the movie !

M e n s w e a r C o l l e c t i o n S p r i n g / s u m m e r 201 3 n o w ava i l a b l e a t a l l Pa u l K e h l a n d P K Z S t o r e s w w w. pa u l k e h l .c o m


Ist dies das ende der popmusik? Einleitung: Jürg Zbinden Interview: Sean O’Hagan, «The Observer» Fotografie: Brantley Gutierrez

David Byrne, Ex-Frontmann der Talking Heads und als solcher ein höchst einflussreicher Pionier der Pop- und Rockmusik, hat ein Buch über den Einfluss von Musik auf unser Leben verfasst.

Er komponiert, schreibt, fotografiert, führte Regie («True Stories»), und nicht zuletzt führt er auf Tour immer sein Faltrad mit. Byrne ist mit dem Radl da, und das nicht erst seit Lance Armstrong, sondern seit über dreissig dopingfreien Jahren. Wer ist der Mann, der im zarten Alter von vier Jahren 1956 mit den Eltern vom schottischen Dumbarton nach Baltimore County auswanderte? Wir schreiben das Jahr 1975: Die Sex Pistols sorgten für Randale und Skandale, im Jahr darauf erschütterte ihre erste Single das Vereinigte Königreich: «Anarchy in the U.K.». Der Punk war geboren. Derweil in den Vereinigten Staaten von Amerika ein 23-Jähriger eine Gruppe mit quatschenden Köpfen beziehungsweise Talking Heads formierte, die zu beträchtlichem Ruhm und Ansehen gelangen sollte. Die Kopfgeburten galten als die erklärten Darlings der Musikkritiker, und dies, obwohl oder gerade weil gleich ihr erstes Album, «Talking Heads: 77», ein Volltreffer war, auch in kommerzieller Hinsicht. Die Band überzeugte mit ihrem Sound und Byrnes Lyrics, Songs wie «Psycho Killer» gerieten zu Hymnen der amerikanischen New-Wave-Intelligenzia. Bis zum Début einer weiteren US-Band, der B-52’s, zwei Jahre später blieb das Quartett praktisch konkurrenzlos in seinem Genre. David Byrne erkundete 1981 erstmals Solopfade mit seinem in Zusammenarbeit mit Brian Eno entstandenen Album «My Life in the Bush of Ghosts». Sein Soloalbum darf mit Fug und Recht als ein meisterliches Schlüsselwerk der sogenannten World Music bezeichnet werden. Im selben Jahr komponierte er die Musik zu einem von Twyla Tharp choreographierten TanzInterview 15


projekt. Es folgten zahlreiche Soloalben, welche die Kritiker mehr als die Massen begeisterten. Der jüngste Wurf von Byrne datiert vom September vorigen Jahres: Auf «Love This Giant» bildet er ein Duo mit Annie Clark, die unter dem Alias St. Vincent zu einer festen Grösse der US-Indie-Szene wurde. «Love This Giant» ist die bestechende Gemeinschaftsproduktion zweier Individualisten und präsentiert die beiden in Hochform. David Byrne ist ein waschechter Renaissance Man und Intellektueller, dem weder das Leiden an der Welt noch die Lust abhanden gekommen sind. Apropos Lust: Streitlustig ist der Mann auch – als seine ehemaligen Mitmusiker 1996 das Album «No Talking Just Head» einspielten, klagte der Frontmann in absentia auf Verwendung des Namens Talking Heads. Das verbliebene Trio musste klein beigeben und nannte sich trotzköpfig The Heads. Nur dass ihnen ihr wichtigster Kopf fehlte.

interview 16


Gelten diese Regeln heute unverändert? Was sich sehr verändert hat, ist die Geschwindigkeit, mit der sich die Kunde einer neuen Band heute verbreitet. Früher war das Entdecken von Musik eine müh­ selige Suche, die einen über persönliche Empfehlungen oder Beschreibungen in Medien irgendwann zum Ziel führte. Das ist heute anders. Damit ist vielleicht auch ein Stück Kultur verloren gegangen, denn einer der grossen Vorteile von kleinen Klubs mit kleinem Publikum war es, dass man als junge Band etwas ausprobieren und auch einmal scheitern durfte. Für die Talking Heads war das ein ganz entscheidender Moment der Entwicklung. Heute geht alles viel schneller, und in der Folge scheinen neue Gruppen rascher denn je zu kommen und zu verschwinden. Gentlemen’s Report: Sie haben mit «How Music Works» ein Buch geschrieben, in dem es darum geht, wie Musik unser Leben beeinflusst. Sie beginnen mit der Feststellung, dass in der zeitgenössischen Musik oft der Kontext übersehen wird, in dem sie gespielt wird. David Byrne: Der Kontext ist viel wichtiger, als ich ursprünglich realisierte. Einflüsse, von denen man bei flüchtiger Betrachtung nicht viel hält, haben tat­­­­ säch­l ich eine grosse Wirkung auf die Kreativität. Dazu gehören auch Technologie und Umwelt sowie natürlich der finanzielle Aspekt – auch der prägt Songs ganz ent­ scheidend mit. Der Markt hat einen ganz erheblichen Einf luss darauf, wie heute Musik entsteht.

gespielt wird, aber auch wie sie wahrgenommen wird. Das liegt ja auf der Hand.

Das klingt fast wie ein marxistisches Manifest zur Musikproduktion … Wohlan, Marx hat ja gerade ein Comeback? Man hört seinen Namen ja oft, wenn von der gegenwärtigen Situation auf den globalen Märkten und von dem weit verbreiteten Gefühl der damit verbundenen Ungerechtigkeiten gesprochen wird. Auch amerikanische Wirtschaftsfachleute beziehen sich wieder auf Marx, natürlich ohne das verpönte M-Wort zu benutzen. Er liegt also förmlich in der Luft.

Was ist zuerst da – die Konvention dieser Form oder der Gehalt dessen, was ein Künstler an Emotionen mitzuteilen hat? Das Format ist meistens der Ausgangspunkt, es ist schon da, bevor ein Song entsteht. Emotion wird also auch ganz entscheidend durch das Format in Form gebracht. Zwar sprechen wir Musiker in Interviews gerne von lyrischen und emotionalen Werten in einem Song, als ob das wichtiger wäre als die Form. Für mich ist jedoch die Form genauso wichtig. Man kann über eine Scheidung oder den Tod singen, aber es geschieht fast immer innerhalb dieser vordefinierten Form des Songs.

Die Feststellung, dass die Umwelt die Kreativität mitformt, ist für den Performer sicher wichtig – ist sie auch für den Zuhörer relevant? O ja. So schreibe ich in «How Music Works» über verschiedene Orte, wo Musik gespielt wird – von einem düsteren Hardcore- und Punkrock-Club wie dem CBGB in New York, wo ich mit den Talking Heads die ersten Gigs spielte, bis hin zu grossen Auditorien, Opernhäusern oder Open-Air-Festivals. All diese spezifischen Orte verändern die Musik – wie sie

Sie schreiben, dass Musiker heute praktisch darauf programmiert seien, Musik für bestimmte Formate zu schaffen. Man muss nur an die Pop-Single denken – das rund dreiminütige Format hat Jahrzehnte überlebt und bleibt sogar im Zeitalter der Musik-Downloads gültig. Die Bands halten sich an das strikte Format und arbeiten, oft sehr produktiv, innerhalb dieser klar definierten Parameter. Die Dance Music hat den Standard in den letzten Jahren mit Remixes etwas gedehnt, aber im Grunde bleibt die Single das, was sie schon vor sechzig Jahren war.

Sie mögen diese klaren Regeln aber irgendwie, nicht wahr? Das überrascht mich auch. Erst als ich das Buch geschrieben habe, ist mir bewusst geworden, wie wichtig solche Regeln sind. Es hat mich motiviert, die Zusammenhänge zu beschreiben, die dazu führen, dass eine bestimmte Musik oder eine dazu gehörende Szene entsteht. interview 17

Doch es geschieht immer noch, dass sich rund um eine bestimmte Musik eine Szene bildet, zu der sich dann eine Gruppe von Menschen hingezogen fühlt … Es gibt noch immer sehr viele kleine, zum Teil sehr lebendige Szenen, die sich um Leute scharen, die performen. Diese Szenen bilden sich nicht mehr so sehr um Bands als um einzelne Personen, die im Extremfall in ihrem Wohnzimmer auf dem Laptop neue Musik erschaffen. Allerdings hat dies nicht mehr die Anziehungskraft des gemeinschaftlichen Erlebnisses eines Konzerts, wenn Leute irgend­ wohin gehen, um eine Gruppe spielen zu sehen. Dabei ist physischer Kontakt mit anderen Individuen ein menschliches Urbedürfnis – so empfinde ich es zumindest. Vielleicht führt die zunehmende Isolation des digitalen Individuums ja auch dazu, dass die Leute wieder vermehrt an Konzerte gehen. Können Sie sich vorstellen, dass heute noch einmal so etwas wie Punk zustande kommt – Musik, die nicht nur dazu da ist, konsumiert zu werden? Ich kann mir so etwas wie Punk durchaus wieder vorstellen, ja. Es könnte natürlich nicht dasselbe sein, aber eine neue Eruption … Man muss sich ja nur all diese Unzufriedenheit mit dem wirtschaft­ lichen System anschauen, die Occupy-Bewegung. Das könnte ein Boden dafür sein. Allerdings war Punk auch die Reaktion junger Leute, die komplett entfremdet waren von der Musik, die damals prägend war. Es gab damals zum ökonomischen auch ein tief sitzendes kulturelles Unbehagen. Die Musik, die Sie mit den Talking Heads machten, ist bis heute auch für jüngere Gene-


interview 18


Alle Zeit der Welt seit 1760

rationen ein Meilenstein in der Geschichte der Popmusik. Kommen diese Kids heute noch an Ihre Konzerte? Ich treffe oft junge Leute, die meine Musik irgendwie kennen – sie kennen das «Package», weil sie sich fünf oder sechs Songs aus dem Repertoire gemerkt oder runtergeladen haben. Irgendwie scheint das noch immer zu funktionieren. Ich frage mich aber öfters, ob sie auch den ganzen Kontext verstehen. Das Album war für uns ein wichtiger Kontext. Und diesen verliert man, wenn man nur ein paar Schlüsselsongs runterlädt. Ihre Musik verwehrt sich in gewisser Weise der modernen Vorstellung davon, dass der Zuhörer – oder Konsument – quasi als «Kurator» eine Kollektion von Songs zusammenstellt. Es fühlt sich derzeit an, als würden wir derzeit das Ende der Geschichtsschreibung in der Popmusik erleben. Man kann heute alles nach Belieben neu zusammenstellen und anders konfigurieren. Interessant ist aber, dass es trotz dieser von Technologie getriebenen Kreativität auch wieder ein Interesse an der Performance von Musik gibt. Ich habe das Gefühl, dass die Leute wieder vermehrt das Gemeinschaftserlebnis der Live-Performance suchen, statt nur vor dem Bildschirm zu sitzen. Sie haben im Laufe Ihrer Karriere immer wieder mit anderen kreativen Grössen zusammengearbeitet. Für manche Kritiker haben einige dieser Kollaborationen den Bogen überspannt wurden Sie hierfür zu Recht kritisiert? Ich denke schon. Aber ich mag es einfach, mit anderen Menschen zusammen­ zuarbeiten. Darum ist es mir in der Musik immer gegangen. Auch eine Band ist doch nur eine Zusammenarbeit. Und ich mag Paarungen, die auf den ersten Blick unpassend sind und trotzdem interessante Ergebnisse abwerfen. Obwohl ich gestehen muss, dass manche meiner Kollaborationen nicht ganz so gut waren wie andere.

Was waren die wirklichen Katastrophen? Es gab eine Zusammenarbeit mit dem deutschen Techno-DJ Paul van Dyk. Ich schickte ihm übers Internet einen Song zu, aber der hatte aus Versehen die falsche Geschwindigkeit. Irgendwie hatte ich die Software nicht im Griff. Mir gefiel das Ergebnis total, aber ihm nicht – vielleicht nicht überraschend. In der Tanzmusik sind die Rahmen recht eng gesteckt. Sie haben sowohl mit den Talking Heads wie später auch solo mit Brian Eno zusammengearbeitet. Was macht ihn aus? Er ist sehr gut darin, Vorschläge zu machen. Wenn man etwa mit einer Band spielt, kommt er nur kurz rein, macht ein paar schnelle Änderungen und verschwindet wieder. Das kann im ersten Moment verstörend sein, aber Brian hat eine transformative Wirkung auf Menschen. Ihre jüngste Zusammenarbeit mit St. Vincent («Love This Giant») ist ein recht konzeptionelles Album, weil alle Songs um ein Bläser­ensemble herum entwickelt wurden – Sie denken also noch immer in Alben, nicht in Songs? Ja, und ich gebe zu, dass es mich vielleicht manchmal altmodisch wirken lässt. Aber sagten Sie wirklich «Konzept­ album»? Diesen Begriff finde ich nun doch beängstigend. Welches ist die fundamentalste Veränderung in der Popmusik, die Sie erlebt haben? Wow, eine grosse Frage. Es gibt eine neue Musik, die ganz ohne Performer auskommt. Als wir die Talking Heads gründeten, war jeder von uns ein Performer. Das ist heute nicht mehr so – man denke an die ganze Laptop-Szene. Das heisst, dass man heute noch nicht mal mehr ein Image schaffen muss. Dabei geht leider vergessen, wie entscheidend der Look für die Musik immer war – auch bei Punks. www.gentlemensreport.com/interview Interview 19

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«Wir führen nur Marken, die Geschichte geschrieben haben. So wie wir auch.»

René Beyer

Uhren & Juwelen Bahnhofstrasse 31 8001 Zürich beyer-ch.com


wollten mit Leuten arbeiten, die genau wissen, worum es geht.

The Gentlemen’s Guide

Feya Buchwald: Für Velofahrer geht es in erster Linie um Authentizität und Funktionalität, dann um den Style. Wenn heute sogenannte Vintage-Velomode getragen wird, dann deshalb, weil diese originalen Sachen heute noch so gut funktionieren wie damals, als sie geschaffen wurden. Velofahren ist gerade enorm in Mode – hat dieser Hype den Stil der Velofahrer verändert? Feya Buchwald: Es gibt ein grosses Interesse an Vintage-Velokleidung – der neue, urbane Velofahrer zieht sich lieber etwas im Stil der 60’s oder 70’s über als dieses ganze hochmoderne Lycrazeug.

Cycle with Style Text: Jeroen van Rooijen

Petter Klusell: Die neueste Entwicklung ist eine Fusion des althergebrachten Retro-Vintage-Stils mit Tweeds oder Wolljerseys mit den Materialien und Produktionstechniken moderner Sportbekleidung. Daraus entsteht wirklich interessante neue Mode, etwa der taillierte Blazer aus unserer Kollektion, der nach Tweed aussieht, aber aus einem dehnbaren Bio-Baumwollgewebe geschnitten ist.

Ein Schlüsselteil der BLB-Kollektion von Hennes & Mauritz ist das wattierte Hemd, das wahlweise drunter oder drüber getragen werden kann.

Gentlemen’s Report: Sie beide haben mit der Linie «H&M for Brick Lane Bikes» soeben eine modische Nischenkollektion für urbane Radler auf den Markt gebracht – was unterscheidet die velotaugliche von gewöhnlicher Alltagsbekleidung? Petter Klusell: Als wir die Arbeit an der H&M-Kollektion für Brick Lane Bikes auf-

nahmen, stellten wir fest, dass die meisten modernen Radler heute Performance-Kleidung oder aber ganz gewöhnliche Freizeitmode trugen – es gab aber nichts Brauchbares dazwischen. Diese Lücke wollten wir füllen, und deshalb haben wir Brick Lane Bikes kontaktiert, weil uns wichtig war, dass diese Kollektion authentisch ist. Wir

Welche spezifischen Anforderungen stellt der Velofahrer an Schnitt und Passform seiner Kleidung? Petter Klusell: Die Schnitte waren ein ganz entscheidender Moment im Design­ prozess. Schliesslich soll man sich mit der Brick Lane Bikes Collection auf dem Fahrrad frei bewegen können. Die Ärmel wurden nach vorne geschnitten, Bewegungsfalten sind im Rücken vorgesehen. Auch sind die Rückenpartien oft länger geschnitten, weil man nach vorne geneigt im Sattel sitzt. Schliesslich brauchen die Hosen ein vorgebeugtes Knie – das allerdings auch gut aussehen muss, wenn man nicht im Sattel sitzt. Feya Buchwald: Unsere Aufgabe war es, dafür zu sor-

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gen, dass alle Kreationen auf dem Velo auch wirklich funktionieren und nicht einfach modische Gags sind. So gibt es bei uns Leute im Team, die nie ein Shirt tragen würden, das im Rücken nicht deutlich länger geschnitten ist. Welche Materialien kommen in der Kollektion zum Einsatz? Petter Klusell: Die Materialien sind sehr entscheidend. Das Geheimnis eines funktionierenden Velo-Looks ist das Layering, mit dem man sein Outfit den Temperaturen und dem Wetter anpasst. Eines der vielseitigsten Teile in der Kollektion ist ein leicht wattier­ tes Hemd aus einer weichen, Baumwolle mit einem DenimLook. Es kann als Extraschicht drunter getragen werden, sieht aber auch als Jacke gut aus. Feya Buchwald: Es ist wichtig, dass die äusserste Schicht atmungsaktiv ist und die Teile einen gewissen Anteil an Stretchfasern haben, sodass man sich frei bewegen kann. Wir bestanden ausserdem darauf, dass wir eine moderne Interpretation des klassischen Henley-Wolljerseys bekommen. Für den Vintage-Look, den wir pflegen, ist das unerlässlich. Manche der verwendeten Materialien sind aus rezyklierten Fasern gewoben. Feya Buchwald: Velofahren ist umweltfreundlich, weil dadurch weniger Autokilometer entstehen und die Umwelt entlastet wird. Es ist also nur logisch, wenn die Zusammenarbeit mit H&M ähnlichen Maximen folgt. Petter Klusell: Wir ar­ beiten bei H&M kontinuierlich daran, unsere Kollektionen umweltfreundlicher zu gestalten und zu produzieren. An Fragen der Nachhaltigkeit zu denken, muss heute Teil der Arbeitsprozesse sein. Als Desi­ gner stellt das Thema einen vor neue Herausforderungen – so mussten wir neue Methoden finden, unsere aus Stoffen rezyklierter Fasern gefertigten


Jacken wasserfest und atmungsaktiv zu machen. Das Bionic Finish Eco ist technisch weit vorne und umweltfreundlich. Wer radelt, schwitzt – was kann man dagegen tun, dass der Velofahrer dann schlecht riecht? Feya Buchwald: Atmungsaktive Kleidung zu tragen ist entscheidend. In der Zusammenarbeit mit H&M haben wir also darauf geachtet, dass die Kreationen dem Anspruch gerecht werden, nicht nur gut auszusehen, sondern am Ziel der Reise auch gut zu riechen – so gibt es in vielen Teilen auch Ventilationslöcher oder Schlitze, welche die Luft besser zirkulieren lassen. Gibt es No-gos punkto Bekleidung auf dem Velo? Feya Buchwald: Mit sehr engen, unelastischen Hosen kommt man auf dem Velo nicht weit. Die Trendsetter un-

ter den urbanen Radlern sind noch immer die Velokuriere, sie bringen immer wieder neue Impulse in den Style – allerdings sehen sie manchmal ganz schön wild aus. Für die meisten Männer dürfte entscheidend sein, dass man sich easy anzieht, sodass man sich wohl fühlt auf dem Velo. Petter Klusell: Ich radle schon mein ganzes Leben und fahre in Stockholm jeden Tag, ausser im tiefsten Winter, mit dem Velo zur Arbeit. Das Velofahren hat meinen eigenen Kleidungsstil mitgeprägt. So trage ich keine knallengen Sachen, die mich einschränken, aber auch keine weiten Kleider, die im Wind flattern oder sich im Fahrrad verfangen. Die Sachen müssen einfach funktionieren. Velofahren führt also nicht nur zu einem entspannten Lifestyle, sondern auch zu einem entsprechenden Kleidungsstil.

M E I S T E R D E s ra d el n s Petter Klusell ist Designer bei Hennes & Mauritz in Stockholm und hat mit Feya Buchwald, Gründerin von Brick Lane Bikes in London, die Kollektion H&M for Brick Lane Bikes entwickelt. Die Linie richtet sich an urbane Radfahrer und ist grossteils aus nachhaltig produzierten Stoffen gefertigt. www.hm.com oder www.bricklanebikes.co.uk

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weber® grill Grenzenlose Grillvielfalt <wm>10CAsNsjY0MDQx0TU2MjA0NgIAxZXOAA8AAAA=</wm>

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Der neue Master touch GBs: Für den gentleman am grill

weber.com

der grill. das original.


AUF DEN LEIB GESCHNEIDERT Text: Jeroen van Rooijen Fotografie: Lea Meienberg

Die Sartoria Cicli in Mailand fertigt Fahrräder auf Mass. Simone Russo und Luca Lanzani erörtern die Bedürfnisse ihrer Klientel und entwerfen auf dieser Basis einzigartige, aufs individuelle Körpermass gearbeitete Velos. Ein Besuch in der Werkstatt.

Sartoria Cicli – eine Schneiderei für Fahrräder. Das klingt zuerst eigenartig, ist aber eigentlich logisch: In einer Zeit, in der Individualität das Mass aller Dinge ist und ein Statussymbol nur ein solches ist, wenn’s nicht auch ein anderer hat, gehört das Velo auf Mass ins Pflichtenheft des Stilbewussten. Hinter der Mailänder Sartoria Cicli stecken Simone Russo (37) und Luca Lanzani (49), zwei gut aussehende, grossgewachsene Norditaliener mit trendgerechtem Vollbart. Die Idee der «Schneiderei fürs Velo» entstand bei verschiedenen Projekten, während deren die Design- und Kommunikationsprofis zusammenarbeiteten und merkten, dass sie beide eine Leidenschaft für besondere Zweiräder teilen. «Wir entdeckten, dass wir beide seit Kindheit Fans von Velos waren», sagt Simone Russo, der aus dem Veltlin kommt. Lanzanis Mutter ist aus Bergamo, «wo ganze Scharen Veloverrückter leben», er aber ist in Mailand aufgewachsen. Luca Lanzani kann sich noch gut an sein erstes Velo erinnern: «Es gab mir ein unglaubliches Gefühl von Freiheit.» Mit zwölf Jahren wünschte er sich zum Geburtstag ein Bianchi-Rennvelo, «ich bekam aber ein gewöhnliches Strassenvelo mit geraden Lenkern und Schutzblechen von Bianchi. Also habe ich das Velo selber komplett umgebaut.» Simone Russo fährt, seit er in Mailand lebt, meistens mit dem Fahrrad. «Mit dem Fixie ist es allerdings ein bisschen gefährlich, man braucht eine gescheite Übersetzung und Bremsen», lacht der dunkelhaarige Pedaleur. Mailand entwickle sich in den letzten Jahren für Velofahrer zum Guten, beobachtet Russo: «Nicht nur in Paris und London, sondern auch hier tut sich etwas. Es gibt mehr Velos, man sieht sie in den Strassen.» Dabei sei festzustellen, dass auch ein Gesinnungswandel stattfindet. Die neuen Radler benutzen ihr Velo nicht bloss als billigen Ersatz fürs Auto, mit dem man in Mailand von Jahr zu Jahr weniger gut vorankommt, sondern als bewusstes Statement zu einem anderen Lifestyle. Design 22

DAS VELO AUF MASS BRAUCHT ZEIT UND MUSSE


Design 23


«Ein gutes Velo kann deinen Lebensstil genauso darstellen wie ein Maserati oder Bentley – da sehe ich keinen Unterschied», sagt Simone Russo. Die Sartoria Cicli befindet sich in einem eleganten Haus an der via Marcona, unweit des Corso XXII Marzo und des Parco Vittorio Formentano. Es ist kein Laden, den man von der Strasse aus sieht, sondern ein Atelier mit Werkstatt. Man klingelt an der Tür und betritt einen eleganten Salon, in dem einige Fahrräder ausgestellt sind – die meisten davon gehören Simone Russo und Luca Lanzani selbst. In der Werkstatt hängen halbfertige Projekte für Kunden von der Decke, eines steht in Schutzfolie eingepackt zur Auslieferung bereit. Wer hierher kommt, setzt sich zuerst einmal zu den «Schneidermeistern» an den grossen Tisch und bekommt einen Caffè. «Wir bitten die Leute, nicht von Materialien oder Rahmenformen zu sprechen, sondern uns ihr Leben zu schildern und zu erzählen, wozu sie das Zweirad brauchen», sagt Simone Russo. Dann wird Mass genommen. Auf Basis dieser Erkenntnisse und Daten entwirft die Sartoria Cicli dann ein Velo, das dem Kunden als Skizze bei einem zweiten Termin gezeigt wird. Gefällt dieses, wird der Rahmen auf Mass gebaut.

WIR MACHEN MANCHMAL EINE KLEINE PSYCHOANALYSE

Dieser Prozess nimmt gut drei Monate in Anspruch. «Manche Leute rufen erst einmal an, fragen sogleich nach dem Preis und melden sich dann nie wieder», erzählt Simone Russo, «Das ist die typisch italienische Art.» Dann gebe es aber auch jene, die mit einer sehr vagen Idee kommen. «Diese Kunden erzählen uns erst einmal drei Stunden lang ihr ganzes Leben», lacht Luca Lanzani, «Wir machen also manchmal wirklich eine kleine Psychoanalyse.» Für einen gut betuchten Kunden, der Besitzer eines seltenen Alfa Romeo 8C ist, hat die Sartoria Cicli unlängst ein Rennvelo passend zum Sportwagen gebaut. Soeben wurde ein grösseres Projekt mit einem Londoner Concept Store beschlossen, der 20 Velos auf Mass anbieten will. Und Ralph Lauren hat vor kurzem ein mit Stoff bezogenes Massvelo in seiner Mailänder Boutique ausgestellt. Ein Velo auf Mass kostet bei Sartoria Cicli ab 3500 Euro – nach oben ist die Skala naturgemäss offen. «Klar, die Preise sind hoch, aber wir machen jedes Velo auch komplett einzigartig. So gesehen sind unsere Fahrräder nicht teuer, sondern wertvoll», erklärt Simone Russo. «Und man darf später nie daran denken, was es gekostet hat oder dass es gestohlen werden könnte, sondern soll das Velo einfach so benutzen – mit Umsicht, aber möglichst regelmässig.» Noch sind es nur absolut Veloverrückte, die sich diese Dienstleistung beim Mailänder Veloschneider gönnen. Doch die Idee stösst auf internationales Echo. Die Kunden kommen von weit her an die Via Marcona. «Wir sind noch sehr klein», übt sich Simone Russo in Bescheidenheit, «Wenn wir ans Geschäft gedacht hätten, hätten wir diese Sache niemals angefangen. Aber es geht um eine Passion.» Bleibt die Frage, ob man zum massgeschneiderten Velo von Sartoria Cicli nicht auch gleich die auf Mass gearbeitete Velokleidung tragen sollte? «Wir arbeiten daran. Hoffentlich sind wir nächste Saison so weit», lachen Simone Russo und Luca Lanzani schelmisch.

Die Mailänder Sartoria Cicli wurde 2011 von Simone Russo, 37 (links), und Luca Lanzani, 49, gegründet und fertigt Fahrräder auf Feinmass an. www.sartoriacicli.it www.gentlemensreport.com/design Design 24


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showyourejockey.com


Das Rad der Zeit zurückgedreht Text: Hanspeter Küffer  Fotografie: Jonathan Heyer

Die neue NORTON COMMANDO 961 kann individuell ausgestattet werden.

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Seit elektronische Assistenzsysteme auf breiter Basis beim Motorrad Einzug halten, erinnert man sich heute gerne mit Wehmut an jene Zeiten, in denen ein Motorrad vor allem eins war – ein Motor-Rad. Moderne Bikes im Look von gestern sind derzeit schwer angesagt.

Der erste Eindruck täuscht – was wie ein perfekt restaurierter Oldtimer aussieht, ist heute immer öfter ein brandneues Motorrad. Retro-Bikes erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Hinter auf alt getrimmten Abdeckungen und Motorgehäusen steckt durchwegs aktuelle Technik. Motorräder dieser Gattung funktionieren dadurch gleichermassen zuverlässig und sicher wie jeder andere moderne Töff. Das emotionale Fahrerlebnis ist dabei mindestens ebenso gross wie auf einem echten Oldtimer. Dazu kommt, dass solche Replikas wesentlich einfacher und sicherer zu fahren sind. Meist sind es optische Gründe, die potenzielle Kunden dazu bewegen, ein Retro-Bike zu kaufen. «Das Design hat erste Priorität», weiss Freddy Oswald, Geschäftsführer von Kawasaki-Importeur Fibag in Härkingen. «Viele sind Wiedereinsteiger, vorwiegend Männer im reiferen Alter, die vor rund 20, 30 Jahren aufgrund von Familie und Karriere den Töff verkauften.» Ähnliches bestätigt Pacal Meyerhans, Mobil 27


der in der Schweiz für den Import von Motorrädern der Marke Triumph verantwortlich ist und zu dessen Highlights aktuell die Neuauflage der Bonneville gehört, mit der schon Steve McQueen waghalsige Sprünge machte. «Wer sich für ein RetroBike entscheidet, ist in der Regel Lifestyleorientiert. Statt Rasen und Reisen sind die genussvolle Feierabendrunde und/oder der kurze Wochenendausflug angesagt.» Im Ge­ gensatz zu Oswald und Meyerhans zählt Roland Müntener von Moto-Guzzi Importeur Motomix SA in Manno immer öfter auch Frauen zu den Kunden seiner Marke. Ein Trend, der sich nicht zuletzt aufgrund des derzeit stark wachsenden Modellangebotes im Retro-Segment verstärken dürfte. Eigentlich ist die neue W800 die perfekte Reinkarnation des Urmodells von Kawasaki, der legendären W1. Vom klassischen Rundscheinwerfer über die Speichenräder bis hin zum schlichten Heck sind alle Komponenten bis ins Detail liebevoll gestaltet. Fast alle Teile sind aus Metall gefertigt, was der W800 zu einer authentischen Ausstrahlung verhilft. Wie ein Monument steht im Mittelpunkt der luftgekühlte 773-ccm-Parallel-Twin-Motor mit bescheidenen 48 PS. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Nockenwellenantrieb mittels Königswelle auf der rechten Motorseite. Selbst die hintere Trommelbremse passt perfekt zum klassischen Styling. Offene Federbeine und stilechte Auspuffrohre tragen zur harmonischen Heckgestaltung bei. Der dumpfe Klang des Twins sowie das von den grossen Rädern geprägte Handling erinnern an das Fahrgefühl früherer Modelle.

Die HONDA CB1100 zitiert die Vergangenheit und feiert die moderne Technik.

Für Freunde klassischer Motorräder ist die neuste Interpretation der Norton Commando sehr begehrenswert. Der Klassiker der wiederauferstandenen britischen Traditionsmarke meistert den Spagat zwischen früher und heute nahezu perfekt. Zum spartanischen Konzept von einst gehören ein charakterstarker Motor, ein stabiler Rahmen, leichte Speichenräder, ein schmaler Tank sowie eine gut positionierte Sitzbank. Die modernen Federelemente im KlassikLook liefert Spezialist Öhlins, die üppig dimensionierten Bremsen die nicht minder renommierte Marke Brembo. Wie die übrigen Komponenten kommt auch der neu entwickelte Parallel-Twin-Motor im traditionellen Layout. Das luftgekühlte Aggregat leistet 80 PS und drückt 90 Nm Drehmoment auf die Strasse. Erhältlich ist die Norton Commando in drei Ausführungen, wobei der Schweizer Importeur auf Wunsch jedes Modell mit Liebe zum Detail individuell ausstattet und anpasst.

Die elegante MOTO GUZZI CALIFORNIA will nicht einfach nur ein Retro-Bike sein.

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DAS DESIGN HAT ERSTE PRIORITĂ&#x201E;T

Die KAWASAKI W800 ist eine liebevoll gestaltete Reinkarnation des Urmodells W1.

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Die TRIUMPH BONNEVILLE T100 ist eine Neuauflage des legendären Steve-McQueen-Töffs von 1963.

Befeuert von einem Reihenvierer, hat die CB750 in den späten sechziger Jahren den europäischen Motorradmarkt revolutioniert. In Erinnerung an diesen ersten in Serie gebauten VierzylinderTöff lässt Honda zur neuen Zweiradsaison jetzt die CB1100 anrollen. Vernünftige 90 PS leistet der wie damals luftgekühlte Motor. Schnörkelloses Design, klassischer Doppelschleifen-Rahmen aus Stahl, Stereo-Federbeine, grosse 18-ZollRäder mit schmalen Reifen und Schutzbleche aus Stahlblech gab es schon damals. Elektronisches Motormanagement, Einspritzung und wirkungsvolle Bremsen mit Dual-ABS beamen die CB1100 jedoch ins aktuelle Töffzeitalter. Die neuste Version des bekanntesten Motorrades von Moto Guzzi, die California, verbindet Klassik und Moderne

in einzigartiger Weise. Obwohl sie kein Retro-Bike sein will, trägt sie unverkennbare Merkmale ihrer Vorgängerinnen. Die Chromreling um den bequemen Sattel ist ebenso da wie der breite Lenker, die grosse Windschutzscheibe, die Zusatzscheinwerfer und die Koffer. Das aufregend geschwungene Heck, der ungewöhnlich geformte Scheinwerfer sowie das tolle Rundinstrument mit integriertem Multifunktionsdisplay weisen den Weg in die Moderne. Ähnliches gilt für den elektronischen Gasgriff, den Tempomaten, die mehrstufige Traktionskontrolle und das ABS-System. Mit 1665 Millimeter Randstand und 337 kg ist die neue «Cali» ein respekteinflössendes Motorrad. Der grösste Guzzi-V2-Motor aller Zeiten stampft 96 PS und beachtliche 120 Nm aus 1380 ccm Hubraum. Daten, welche die unvergleichlich starke Charakteristik erahnen lassen. Mobil 30

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The Gentlemen’s Guide

Start a fire Text: Anna Kaminsky

Monsieur Wiff, wie viele Feuer haben Sie in etwa schon entfacht? Mit aktuell rund 1312 entfachten Feuern gehöre ich wohl zu den routinierten Feuermachern. Nicht mit dabei sind die ungezählten Feuer, die ich im übertragenen Sinn bei vielen Menschen habe anzünden können. Was braucht es für ein Feuer? Konzentration und heitere Gelassenheit – so «husch, husch!» klappt es selten bis nie! Schliesslich ist Feuer machen eine ebenso archaische wie sinnliche Tätigkeit. Was, wenn es regnet? Feines Tannenreisig lässt sich auch bei schlechtem Wetter fast immer finden, und unter Fallholz oder im Wetterschutz findet sich immer genügend trockenes Brennmaterial. Und wenn die Flamme einmal entzündet ist, kann mit einzelnen feuchten Hölzern – allerdings unter Inkaufnahme grösserer Rauchentwicklung – langsam gesteigert werden … Welches Holz eignet sich besonders gut zum Feuermachen?

Tannenholz ist ein hoch emotionaler Brennstoff, um am Lagerfeuer die Funken sprühen zu lassen. In der Lagerküche habe ich jedoch lieber Harthölzer wie Buche oder Eiche, welche über längere Zeit mehr Wärme abgeben und eine gleichmässige Glut hinterlassen. Darf man sich im Wald frei beim Holz bedienen? Pfadfinder sprechen sich üblicherweise mit dem Förster oder dem Bauern ab, bevor sie grössere Fallholzmengen verbrennen. Wenn aber an der Nachtübung ein kleines Feuer entzündet wird, hinterlässt die Selbstsorge am Waldboden kaum ökonomische oder ökologische Schäden.

Wie hinterlässt man eine Feuerstelle? Wer gewohnt ist, seine Abfälle nach der Wanderung zu Hause zu entsorgen, macht es richtig: Die Nachfolger an einer Feuerstelle sollen sich ebenso willkommen fühlen … S-BahnAbteile am späten Abend können nicht als Referenzgrösse beigezogen werden! Feuer an und dann zum Schlafen daneben liegen? Ist das legitim? Aus emotionalen und aus Sicherheitsgründen würde

Wie erkennt man, ob man eine gute Stelle für ein Feuer ausgewählt hat? Idealerweise bin ich vom Wind geschützt und habe keine Bäume mit weit ausladenden Ästen in unmittelbarer Nähe. Im Nachhinein ist es deutlich einfacher, die schlechten Stellen zu beurteilen … wenn nach dem Feuer auch die Blätter oder Baumstämme angesengt sind, war es nicht ideal! Wie verhindert man, dass ein Feuer sich in die Erde frisst und unterirdisch weiterbrennt? Grosse Feuerstellen, beispielsweise für eine Lagerküche, sind üblicherweise auf einem Rost. Damit wird verhindert, dass die Mikroorganismen in der Erde unter dem Feuer durch die Hitze geschädigt werden. Zudem ist es bequemer für die Küchenarbeit. Beim Feuer am Boden gilt grundsätzlich die Löschpflicht. Wie löscht man ein Feuer, wenn es sein muss? Es muss immer sein. Und sollten die Löschmittel nicht ausreichen, so gilt ebenfalls die Feuerwehrregel der Brandwache. Und zumindest in der Bubenpfadi stehen nach wie vor pragmatische und über Jahrzehnte bewährte Löschmittel zur Verfügung!

ich jedenfalls nicht neben einem Feuer schlafen – das machen höchstens die Cowboys in den alten Western! Was ist für Sie das Schönste am Feuermachen? Wenn es selten genug gelingt, wie an der JungpfadiPrüfung gefordert, nur mit Reisig, Tannzapfen und einem einzigen Streichholz das Feuer in Gang zu setzen – unterdessen verwende ich beim Grillieren auf dem Holzfeuer in Petrol getränkte Korkzapfen.

Das Entfachen eines Lagerfeuers mit nur einem Streichholz gehört zu den Standards der Aufnahmeprüfung für angehende Pfadfinder.

m eis t er d es f e u ers Thomas «Wiff» Gehrig, 51, ist Politikwissenschafter, Kommunikationsfachmann und seit Herbst 2012 ehrenamtlicher Präsident der Pfadibewegung Schweiz. Gehrig ist seit 1972 Pfadfinder, mit einer Pfadfinderin verheiratet und Vater von vier Pfaditöchtern zwischen 10 und 17 Jahren. www.pbs.ch

Gentlemen’s Guide 31

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Fotografie: Nathan Beck  Styling: Anita Wey

Bier ist heute nicht mehr nur in Fussballstadien und Kneipen zu Hause, sondern wird – im Falle des Schweizer Premium-Amberbiers Ittinger – selbst im noblen Opernhaus ausgeschenkt. Man trinkt es entsprechend: mit Kultur.

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Hair & Make-up: Nicola Fischer  Mit einem herzlichen Dank an: Tina Bar, Niederdorfstrasse 10, Zürich für die zur Verfügung gestellte Location und Jelmoli – The House of Brands für die Anzüge.

vom genuss des bieres


ittinger

Zehn wichtige Dinge, die man zum stilvollen Genuss eines Amberbiers wissen sollte, zusammengestallt von Ittinger-Biersommelier Beat Hofmeister: Nº 1 Ittinger sollte nicht eiskalt sein – es entwickelt sein Aroma am besten bei einer Temperatur von 8 bis 12 Grad. So temperiert ist das Bier auch bekömmlicher. Nº 2 Das Ittinger Amberbier trinkt man am besten aus dem typischen Ittinger-Amberglas – seine Form unterstützt das kräftige Aroma, den besonderen Schaum und bringt die Farbe schön zur Geltung. Nº 3 Das Glas sollte vor dem Einschenken des Biers mit kaltem, klarem Wasser frisch ausgespült werden.

Bier hat einen weiten Weg wieder an die Spitze unserer Kulturlandschaft zurückgelegt. Von den ersten Vorläufern aus dem altmesopotamischen Raum über die vergorenen Brotlaibe der Ägypter und das Korma der Kelten hat es sich zu einem in zigtausend Sorten, Intensitäten und Farben erhältlichen Genussmittel ersten Grades entwickelt. Besonders beliebt sind derzeit die kräftigeren Amberbiere – eines der ersten seiner Art war in der Schweiz Original Ittinger Klosterbräu. Es ist noch heute die helvetische Perle für Genusstrinker, die nicht einfach nur ihren Durst löschen, sondern in die komplexe Geschmackswelt des Biers eintauchen möchten. Ittinger wird seit 1982 nach altbewährtem Rezept gebraut – früher nahe der Kartause Ittingen im Thurgau, die dem Bier den Namen gab und von wo noch heute der Hopfen stammt, der dem Bier seine typische Würzigkeit gibt. Heute ist Ittinger Teil des weltweit tätigen Heineken-Konzerns, der die Ostschweizer Feinschmecker-Spezialität zum Schweizer Marktführer seiner Art entwickelt hat. Ittinger ist ein erstrangiges Genussbier und wird etwa auch im Zürcher Opernhaus in den Pausen gezapft. Selbstverständlich kommt an solchen Orten das typische Ittinger-Glas zum Einsatz. ADVERTORIAL 33

Nº 4 Zum Einschenken setzt man die Flasche behutsam an den Rand des um 45 Grad geneigten Glases und lässt das Bier dem Glas entlang einfliessen. Nº 5 Zum Schluss des Schankvorgangs wird das Glas aufgerichtet und mit dem letzten Tropfen die Schaumkrone «aufgeschichtet», wie der Kenner sagt. Nº 6 Ein Amberbier trinkt man wie einen guten Wein: Langsam, genussvoll, in kleinen Schlucken. Benutzen Sie auch Ihre Nase, um die Aromen zu erfassen. Nº 7 Mit Bier prostet man sich genauso zurückhaltend und kultiviert zu wie mit Wein – allerdings verhindert die Kohlensäure im Glas, dass es auch so klingt. Nº 8 Bier kann man verschenken – idealerweise gleich mit dem passenden Ittinger-Glas. Nº 9 Bier kann man mit Limonaden mischen – nicht aber Ittinger. Für ein Panaché sollte man besser ein einfaches Lagerbier nehmen. Nº 10 Ein gutes Bier kann ein vollwertiger Essensbegleiter sein – auch im Nobelrestaurant.


Was Uhrmacher im Rennstall lernen

Die Formel 1 steht für die Neuauflage der Ingenieur-Uhren von IWC Pate. Text: Andrea Hohendahl

Nico Rosberg legt seine Gabel beiseite und trinkt einen Schluck Wasser. Der morgendliche Testlauf auf der Rennstrecke bei Barcelona hat den jungen Formel-1-Fahrer hungrig gemacht. «Mit meinem neuen Wagen bin ich sehr zufrieden», sagt der 28-jährige Grand-Prix-Sieger aus Wiesbaden. Während halb Europa noch im Winterschlaf schlummert, herrscht am Circuit de Catalunia bereits Hochbetrieb. Ende Februar beginnt die Formel 1 hier ihre Testläufe. Die milden Temperaturen in Katalonien sind ideal für die Rennteams, welche ihre Boliden bis aufs Äusserste quälen. Der brandneue und noch streng geheime Silberpfeil von Petronas Mercedes AMG läuft wie geschmiert. «Im Schnitt eine ganze Sekunde schneller pro Runde», triumphiert Rosberg. Doch an die Bestzeit von Fernando Alonso kann der junge Deutsche nicht anknüpfen. Vorerst. Formel 1 34


Die Ingenieure des Rennstalls betreten das Teamzelt hinter den Boxen und streifen ihre verschwitzten und schmutzigen Overalls ab. «Wer für die Formel 1 tätig ist, arbeitet hart und viel», kommentiert Teamchef Ross Brawn die Szene. Er selbst dagegen wirkt sehr entspannt, schliesslich muss er sich nichts mehr beweisen: Mit Ferrari hat der Brite Sieg um Sieg gefeiert und mit Michael Schumacher einen der grössten Formel-1-Fahrer überhaupt herangezogen. Allein das verdient gebührenden Respekt. «Er ist das Superhirn des Motorsports», wird uns versichert. Andere noch schneller Pilot Rosberg blickt zu Meister Brawn auf, dann wirft er einen Blick auf seine Uhr. Mit der Serviette wischt er seinen Mund sauber. «Noch zehn Minuten, dann muss ich wieder auf den Rundkurs.» Unter dem Overall lugt ein wuchtiger Chronograph von IWC hervor. «Meine erste Uhr bekam ich von meinem Vater zum Abitur geschenkt.» Auch eine IWC, erinnert er sich. «Allerdings war sie einen gewaltigen Tick kleiner als diese hier», schmunzelt er. Seine «Ingenieur Perpetual Calendar Digital Date-Month» aus der neuen Ingenieur-Kollektion misst satte 46 Millimeter. «Zum Fahren muss ich sie ablegen.» Im engen Cockpit seines Mercedes-Silberpfeils hat Rosberg keinen Bewegungsspielraum. Die Bestzeit muss er zum Glück auch nicht selber ermitteln; sie wird ihm per Funk übermittelt. 1 Minute, 22, 61 Sekunden. Fernando Alonso schaffte die Runde in 1 Minute und 21, 81 Sekunden.

Tatsächlich haben Motorsport und Uhrmacherei mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick erkennen mag. Beide investieren viel Mittel in Entwicklung, Service, Design und in Unterhalt. Standen die fünfziger Jahre noch im Zeichen des Magnetismus, tüfteln die Techniker in Schaffhausen heute vor allem mit neuen Materialien wie Kohlenfasern, Titan und Keramik. Wenn Martin Rohrbach aus der Abteilung Product Management bei IWC über Kohlenfasern zu sprechen beginnt, leuchten seine Augen. «Tasten Sie mal, wie glatt und leicht sie sich anfühlt.» Der 46 Millimeter breite und futuristisch geformte Zeitmesser mit der noch ungewohnten Bezeichnung «Carbon Performance» fühlt sich tatsächlich federleicht an. «Hier ist alles Handarbeit. Deshalb gibt es die Uhr auch nur hundert Mal.» Auch die Uhr von Rennfahrer Nico Rosberg ist alles andere als ein Schwergewicht, obschon die schiere Metallmasse dies erahnen liesse. Für das Gehäuse wurde die Legierung Titanaluminid verwendet. Der Werkstoff ist extrem leicht und sehr robust. «Diese Uhren aus der neuen «Ingenieur»-Familie sind das Resultat unserer Partnerschaft mit dem Mercedes AMG Petronas Formula One Team», fügt der Fachmann an. «Uns geht es dabei um Wissenstransfer. Das Branding steht nicht im Zentrum.» Kunden wünschten heute mehr Materialinnovationen und spannendere Werksfunktionen, sagt Rohrbach. Das haben die Ingenieure von IWC ernst genommen.

Team-Chef Brawn ist dennoch zufrieden. «Noch sind andere schneller als wir.» Er nippt an seinem Espresso. Der Motoringenieur aus Manchester beschäftigt in seinem Rennstall knapp 1100 Personen. Gegen 450 sind allein mit der Entwicklung des neuen Motors beschäftigt. «Der Entwicklungszyklus dauert bei uns 9 Monate». Zum Vergleich: Die Entwicklung eines neuen Uhrwerks dauert im Schnitt rund 60 Monate. Mit Getöse donnert Rosberg mit seinem Silberpfeil über die Zielgerade. Aus 2400 Kubikzentimetern Hubraum zaubert der Petronas Mercedes AMG bei 18 000 Umdrehungen pro Minute die unglaubliche Leistung von 800 PS. Wenn im nächsten Jahr die Boliden mit nur noch 6 statt wie bisher 8 Zylindern an den Start rollen, soll sowohl die Leistung als auch der Verbrauch «signifikant» verbessert werden, verspricht Brawn. Zwei, die sich mögen Innovation ist ein Attribut, welches die Uhrmacher aus Schaffhausen nicht erst seit der strategischen Partnerschaft mit dem Mercedes AMG Petronas Formula One Team gross schreiben. Bereits 1955 hat die Manufaktur am Rhein einen Zeitmesser entwickelt, der das Uhrwerk gegen Magnetfelder schützte. Die Ingenieure wendeten dafür einen simplen, aber wirksamen Trick an: Um den störungsanfälligen Mechanismus zu schützen, wurde das Uhrwerk in einen «Käfig» aus Weicheisen gepackt. Der Name der neuen Uhr war denn auch rasch gefunden: Die «Ingenieur» stand fortan für uhrmacherische Leistung und Savoir-faire aus der Ostschweiz. 1976 wurde der robuste Ticker vom Urvater aller Uhrengestalter überarbeitet. Gerald Genta verpasste ihm ein solideres Stahlgewand und ein kraftvolleres Aussehen. Statt aus Leder war nun auch das Armband aus rostfreiem Metall. Im Laufe der Jahrzehnte hat die «Ingenieur»-Familie an Massen und Zahlen zugelegt. Geblieben ist die DNA von Genta. Die charakteristischen fünf Bohrungen zur Befestigung der Lünette finden sich auch bei der «Royal Oak» von Audemars Piguet, die ebenfalls aus seiner Feder stammt. – Formel 1 35


Das Paradestück der neu gestalteten «Ingenieur»-Kollektion heisst «Constant-Force Tourbillon» und besitzt eine Doppelmond-Anzeige. Die Kraft dieses nicht gerade günstigen Zeitmessers – er kostet etwas über eine Viertelmillion Franken – wird über die gesamte Gangdauer gleichmässig präzise verteilt. Dem komplexen Mechanismus liegt auch ein Patent vor. «Darauf sind wir schon etwas stolz.» In den Boxen Daten abladen

NICO ROSBERG

Das ist auch bei den Uhren aus Schaffhausen nicht viel anders. Wie alles Mechanische benötigen auch diese von Zeit zu Zeit eine Überholung und Neujustierung. Komplizierte Uhren sollten wegen ihrer zahlreichen Einzelteile ohnehin regelmässig zum Service. IWC rät generell alle fünf Jahre zu einem Werkstattbesuch. «Unser Motor hält rund 500 Kilometer», sagt Ross Brawn mit etwas leiser Stimme, «danach muss er bereits zerlegt und revidiert werden.» Allenfalls könnten die Schaffhauser dem Formel-1-Rennstall im Zuge ihrer Partnerschaft noch etwas Nachhilfeunterricht in Effizienz und Langlebigkeit erteilen.

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Der 28-jährige Grand-Prix-Sieger aus Wiesbaden, dessen erste Uhr schon von IWC war, trägt eine «Ingenieur Perpetual Calendar Digital Date-Month» – allerdings nicht im Cockpit, denn dort hat der 46 mm grosse Zeitmesser keinen Platz.

Rennfahrer Rosberg hat derweilen seine Testrunden abgeschlossen. Kurz vor Ende der Testfahrten hat er zwischenzeitlich gefährlich nahe zu Fernando Alonsos Ferrari aufgeschlossen. Für ein Überholmanöver hat es aber dann doch nicht ganz gereicht. Der Silberpfeil nimmt Kurs auf die Boxen, wo das Service-Team von Rosberg zur Datenauswertung bereit steht. Nach drei Stunden Training ist der Wagen derart mit Daten vollgepackt, dass er erst einmal abladen muss.

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Die Wiedergeburt der Krawatte

Zwischen Gärtner und Gigolo:

Rosé Anzug von Hugo Boss, Schürze von Cumo bei DeeCee Style, Hemd von H&M, Krawatte von Windsor und Einstecktuch von DeeCeeStyle. Wallet: Hermès

Text: Jeroen van Rooijen Fotografie: Cyrill Matter  Styling: Urs Affolter

Eine Zeit lang, etwa 2008, sah es gar nicht gut aus für die Krawatte. Die Gilde der Finanzmanager, als deren verbindendes Symbol der traditionelle Schmuck des Mannes damals üblich war, hatte sich im Zuge der globalen Wirtschaftskrise gründlich blamiert und den Schlips aufs Schwerste diskreditiert. Man musste schon befürchten, dass das kollektive Versagen der Krawattenträger dem ohnehin nicht sonderlich geliebten Accessoire den Todes­stoss verpassen würde. Doch es kam anders. Während die

älteren Herren den verdächtig gewordenden Schlips auszogen und ihre Anzüge seither mit offenem Hemdkragen tragen, schnappte sich eine jüngere Generation die Krawatte, machte sie schlanker, befreite sie von ihrem pompösen Glanz und kombinierte sie in einer Vielzahl von Farben, Mustern und Materialien neu. Und zwar auch so, wie es bisher verpönt war: Zu Jeans, Muster zu Muster und absichtlich ein bisschen schräg. Man sollte sich diesen neuen, frischen Stil zum Vorbild nehmen!

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Die Wiedergeburt der Krawatte

Auf dunklem Fond: Veston von Tommy Hilfiger,

Camouflage: Lederveston von Tommy Hilfiger,

Mit Nadel: Veston von Windsor, Cardigan von Prada und Hemd von Gucci, beides bei Trois Pommes, Jeanskrawatte von DeeCee Style, Ledertasche von Hermès und Krawattennadel von Chanel.

Zweireihig: Federleichter Anzug von Hermès, Hemd mit Mikrodessin von Prada und Krawatte von Etro, beides bei Trois Pommes Uomo, Brille von Twentytwo bei Burri Optik.

Gilet von Windsor, Hemd von Gitman Bros. bei Marché de Luxe, Krawatte von Mr.Bathing Ape und Tuch von Printed Image, beides bei DeeCee Style.

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Stylingassistenz: Stefanie Hille

Hemd von H&M, Krawatte von Prada bei Trois Pommes, Hose von Windsor. Brille von Twentytwo bei Burri Optik. Etui und Gürtel von Hermès.


Zu Jeans:

Jeansjacke von Levi’s, Cardigan von RRL by Ralph Lauren bei DeeCee Style, Hemd von Hermès, Hose von H&M, Gürtel von Zara und Seidenkrawatte von Hermès.

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GR+shop:

ÜBERSTUNDEN SOLLTE MAN IM FRÜHLING VERMEIDEN. ES SEI DENN, SIE SITZEN EIN PAAR STUNDEN lÄNGER VOR DEM COMPUTER, UM DAS GR+SHOPANGEBOT GRÜNDLICH ZU DURCHFORSTEN. Weitere Informationen zu den abgebildeten, exklusiv für den «Gentlemen’s Report» hergestellten Produkten finden Sie direkt auf www.gentlemensreport.com/shop Text: Jeroen van Rooijen  Fotografie: Erwin auf der Maur

der ORGANIZER

Das vom Zürcher Peter Zeller entwickelte Whitebook ist Notizbuch, Nachrichtenzentrale, Organizer und Agenda in einem. Der Clou an dem in einer Behindertenwerkstatt in Leder gebundenen Buch ist seine Variabilität: Es ist mit bis zu vier Notizheften bestückbar und bietet eine sichere Halterung fürs iPad von Apple – neuerdings auch fürs kleine iPad Mini! So lässt sich das Leben übersichtlich strukturieren: je Projekt oder Kunde ein Notizheft, das online nachbestellbar ist, dazu eine Agenda sowie der elektronische Begleiter. Im vorderen Deckel ist ausserdem eine kleine

Tasche für lose Zettel vorhanden. Die «Gentlemen’s Report»-Edition des Whitebook ist mit vier Heften zu je sechzig leeren Seiten bestückt, hat ein Vorblatt im GR-Design und ist in feines Hirschleder gebunden. NEU: Als Whitebook «ML» fürs iPad Mini erhältlich! WHITEBOOK «ML» (14,5 × 21 cm), passt fürs iPad Mini, aus echtem Hirschleder, erhältlich in Schwarz oder Braun, 240 Franken.

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das HEMD

der gürtel

Auf vielfachen Wunsch zurück im Sorti­ ment: das «perfekte Hemd». Die Firma Bruli in Stabio/Tessin stellt die besten Hemden der Schweiz her – für exklusive Boutiquen in aller Welt sowie für die vornehmsten Masskonfektionäre Europas. Das GR-Hemd ist tailliert, aber nicht eng. Eine Reihe kleiner Details sorgt für Mehrwert: Der Haifischkragen ist weich verarbeitet und hat herausnehmbare Stäbchen, die Innenseiten der Manschetten und Ärmelschlitze sind mit einer kontrastierenden Baumwolle abgesetzt, und die Variomanschette kann mit oder ohne Manschettenknöpfe getragen werden. 100 % Pinpoint-Baumwolle, hellblau und weiss, slim fit, in drei Grössen, 189 Franken.

Der Kölner Lederspezialist Christoph Hack, seit Jahren ein GR-Favorit für robuste, männliche Dinge des Alltags, hat aus alten Schweizer Gewehrriemen wunderschönkernige Gürtel für Herren gemacht. Das alte, patinierte Rindsleder ist keinesfalls erschöpft, sondern verströmt für den zweiten Lebenszyklus eine geradezu ideale Authentizität. Mit massiven Messingschnallen sind die 3 cm breiten Gürtel ideal zu freizeitlichen Hosen kombinierbar. Achtung: Die Riemen wurden in ihrem ersten Leben stets gut gefettet, darum nicht mit weissen Hosen tragen (trägt man ja sowieso nicht, nebenbei). Echtes, patiniertes Rindsleder von Schweizer Gewehrriemen, Messingschnalle, 89 Franken. In drei Grössen. Für die Bestellung effektive Bundweite (nicht Gürtelgrösse) angeben!

die krawatten Für eine neue Generation von stilbewussten Männern ist der Schlips heute keine lästige Pflicht mehr, sondern ein Mittel, um ihre Persönlichkeit zu akzentuieren und auf diskrete Weise modische Kompetenz an den Tag zu legen. Die neuen, sommerlich karierten und deutlich schmaler geschnittenen Krawatten kommen aus der Mailänder Krawattenmanufaktur AD56, die eine eigene Produktion in der Nähe von Verona hat. Zur Auswahl stehen zwei verscheidene Farben eines expressiven Pepita-Musters aus Baumwollgarn. Die Krawatten sind 6,5 cm breit, in zwei Varianten erhältlich und kosten je 98 Franken. SHOP 41


dER Schirm Der April steht uns noch ins Haus – und damit die mitteleuropäische Monsunzeit, gegen die sich ein Gentleman mit dem entsprechenden Werkzeug rüstet. Dieses kommt naturgemäss von dort, wo man sich mit Regen bestens auskennt – aus England. Die Firma Fox Umbrellas aus London stellt schon seit den Zeiten von Queen Victoria (Mitte des 19. Jahrhunderts) exlusive Regenschirme her und belieferte in ihrer langen Geschichte schon die englischen und japanischen Königshäuser oder US-Präsident John F. Kennedy. Die GR+-Edition besteht aus zwei verschiedenen «Gents»-Regenschirmen mit feiner schwarzer Polyester-Bespannung – der gebogene Handgriff ist wahlweise aus echtem «Whangee»-Bambus gearbeitet oder mit Leder bezogen. Der Schrim misst zirka 91 cm Länge und hat in geöffnetem Zustand einen grosszügigen Durchmesser von 127 cm. One size, mit Leder- oder Bambushandgriff, je 198 Franken.

die MAGAZINTasche Ein Mann, der nicht liest, ist vermutlich ein Mann, der nicht denkt – und deswegen tut man gut daran, sich die von Christoph Hack in Köln entwickelte Magazintasche zuzulegen, in die ein Stapel von Magazinen und Büchern hineinpasst, mit dem man ein ganzes Weekend verbringen kann. Die Tasche ist extrem robust verarbeitet und trägt auch Kilos Papier, ohne zu murren. Der Baumwoll-Canvas ist wahlweise olivgrün oder rabenschwarz, der mit Leder ver­ stärkte Boden und die stabilen Trageriemen sind aus naturbraunem Leder. 29 × 40 × 18 cm, one size, 129 Franken

die socken Nichts schmückt ein Outfit mehr als ein gekonnt assortierter Strumpf – er bringt einen individuellen Farbtupfer ins Outfit und schont das Schuhwerk. Die «Gentlemen’s Report»-Frühlingsedition von knielangen Socken (98 % Baumwolle, 2 % Elastan) besteht aus einem Regenbogen von sechs Farben. Sie werden von Falke in Schmallenberg/D hergestellt. Das 6er-Set kostet 150 Franken und ist in vier Grössen erhältlich. Shop 42


The Gentlemen’s Guide

Take care of yourself Text: Jeroen van Rooijen

Warum denken Männer, durch Pflege an Männlichkeit einzubüssen? Das ist eine kulturelle Sache. Und es ist sicher auch eine Frage des Alters. Ich bin jetzt 46, und mein vier Jahre älterer Bruder braucht keine

Produkt kostet 38 Franken und hält bestimmt zwei Monate. Das ist weniger, als man für einen Kaffee am Tag ausgibt.

Sie blicken inzwischen auf 25 Jahre Erfahrung mit Gesichtspflege zurück – gibt es eine Art von Langzeitforschung, welche die Versprechungen dieser Produkte überprüft? Ich bin zwar ein engagierter Botschafter der Männerpflege, aber da müssen wir ehrlich sein: Ich sehe heute älter aus als vor 25 Jahren, klar. Als ich Pharmazeutik studierte, hatte ich eine andere Frische. Aber ich bin mir fast sicher, dass ich heute mit 46 noch immer jünger aussehe als meine Studienkollegen von damals. Das hat mit Sicherheit mit dem konsequenten Gebrauch von Hautpflege zu tun. Mit diesen Mitteln sieht man so gut aus, wie es das Alter eben zulässt.

Ihr neues Produkt ist eines, das mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt – pflegen, straffen und nähren … Mögen die Männer es simpel? Hautpf lege kann manchmal eine komplizierte Sache sein. Aus Männersicht muss man es aber so einfach wie möglich machen. Das gilt für eine Hautcrème ebenso wie für ein technologisches Produkt, ein Telefon oder Auto. Wir haben festgestellt, dass gerade die jüngere Generation von Männern, die recht selbstverständlich Gesichtspflege verwendet, einfache Lösungen bevorzugt. Ein Mann will keine fünf Tiegel herumstehen haben. Pro LS antwortet auf diesen Wunsch – es ist handlich, vielseitig und blitzschnell angewendet. Das Gefäss ist selbsterklärend ein schlichter Köcher mit einer Pumpe, basta.

In 25 Jahren sehen Sie also nicht aus wie 71, sondern wie ein 60-Jähriger? Das wäre auf jeden Fall wünschenswert. Dazu gehört aber auch, dass ich regelmässig Fitness mache und auf meine Ernährung achte. All das – inklusive der Hautpflege – ist eine Art Versicherungspolice fürs Älterwerden.

Pro LS All-in-one Face Treatment von Lab Series will dem Mann das Leben morgens leichter machen. Eine Packung kostet 38 Franken.

Wie viele Männer brauchen heute Hautpflege – ist es noch immer eine Minderheit? Es sind inzwischen wohl mehr als vermutet, weil es noch immer einen hohen Anteil an Männern gibt, die nicht zugeben würden, dass sie sich pflegen. Manche Männer finden sie noch immer unmännlich – besonders die pflegenden Produkte, nicht so sehr die Waschoder Rasiermittel.

länger frisch aussehen. Und sie leben bewusster: Sie achten auf ihr Figur und ihre modische Erscheinung.

Gesichtspflege, aber mein sechs Jahre jüngerer Bruder findet es ganz selbstverständlich. Ich denke, dass es bei den älteren Herren mehr Überzeugungsarbeit braucht, sie an Gesichtspflege zu gewöhnen. Hat es vielleicht auch mit Sprache zu tun – Gesichtspflege klingt irgendwie uncool … Aber sicher. Deswegen sprechen wir einfach von Grooming, das ist das männliche Wort für Pflege. Unter diesem Sammelbegriff versuchen wir die Männer davon zu überzeugen, dass ein pflegendes Produkt genauso hilfreich sein kann wie eine Sonnencrème, wenn man raus geht. Schliesslich wollen auch Männer heute

Ich rasiere mich nur einmal die Woche – ist das eine gute oder schlechte Idee? Ich bilde mir ein, dass es meine Haut vor zu viel Irritation schont. Vermutlich tut es das. Denn Rasieren ist für die Haut zwar nicht schädlich, aber auf jeden Fall belastend, weil es in gewisser Weise unnatürlich ist. Ich rasiere mich auch nicht jeden Tag. Männer mögen klare Botschaften. Welches Budget muss man als moderner Mann fürs Grooming einplanen? Punkt Zeit oder Geld? Wenn es um Zeit geht, so meine ich, dass fünf Minuten am Tag ausreichen sollten. Rasieren, Gesicht waschen, Pflege anwenden und fertig. Was das Monetäre betrifft: Unser neues

Gentlemen’s Guide 43

m eis t er d er p f lege Richard Sawyer, 46, lebt in Hongkong und ist International Education Director und Men’s Grooming Expert für die Marke Lab Series Skincare for Men. Er gibt Kurse, Seminare und betreibt eine GroomingWebsite, auf der er Männer bezüglich Fragen der Hautpflege berät. www.labseries.com www.gentlemensreport.com/howto


legenden fur manner Text: Timm Delfs Fotografie: Patrik Fuchs  Styling: Urs Affolter

Männer tragen ihre Uhren ähnlich wie Frauen ihren Schmuck: sie wollen damit etwas über ihre Persönlichkeit, gelegentlich auch über ihr Einkommen, zum Ausdruck bringen. Wer einen Chronographen trägt, sagt damit: «Schaut her, ich bin ein sportlicher Typ.» Eine Auswahl.

Chronographen, das sind Uhren, die nicht einfach nur die Tageszeit anzeigen, sondern gleich noch eine Stoppuhr eingebaut haben. Ein Chronograph sollte nicht mit einem Chronometer verwechselt werden, einer Uhr, deren Genauigkeit durch ein unabhängiges Institut gemessen und zertifiziert wurde. Ein Chronograph kann zwar durchaus auch ein Chronometer sein, ein Chronometer ist jedoch nicht zwingend ein Chronograph. Äusserlich sind Chronographen in der Regel leicht an den beiden Knöpfen zu erkennen, welche die Aufzugskrone flankieren. Mit dem oberen Drücker wird die Stoppuhr gestartet und gestoppt; beim Drücken des unteren schnellen die Zeiger der Stoppuhr wieder in die Ausgangsstellung zurück. Ausserdem sind Chronographen grösser und dicker als Uhren ohne Zusatzfunktionen, ganz einfach, weil mehr Technik drinsteckt. Mindestens drei zusätzliche Zeiger müssen bei diesem Typ Uhr bewegt und auf dem Zifferblatt untergebracht werden. Ein kompliziertes System von Hebeln und eines Programmrades, das zwischen «stop» und «go» hin und her schaltet, muss ins Uhrwerk integriert werden und soll dieses bei Gebrauch so wenig wie möglich beeinträchtigen. Wie so viele chronometrische Spezialitäten wurde die in eine Armbanduhr integrierte Stoppuhr ursprünglich fürs Militär entwickelt und kam im Zweiten Weltkrieg ausgiebig zum Einsatz, da man mit ihr allerhand anderes anstellen konnte, als nur Wettkampfzeiten zu nehmen. Angriffe konnten damit besser koordiniert werden, Piloten benutzten sie, um bestimmte Abläufe an Bord genau zu timen, und im Schützengraben halfen aufgedruckte Skalen, die gestoppte Zeit zwischen dem Lichtblitz eines feindlichen Geschützes und dem folgenden Donner in dessen Entfernung umzurechnen. Uhren 44


Chronograph El Primero Striking 10th von ZENITH, 11 100 Franken. Handschuhe von Hermès, Hemd von Tommy Hilfiger, Veston von Hugo Boss.

Uhren 45


Carrera Calibre 17 von TAG HEUER, 4750 Franken. Handschuhe von Böhny, Jeanshemd von H&M.

Der Instrumentencharakter dieser oft mit Skalen und Zeigern gespickten Uhren macht sie bis heute bei Männern sehr beliebt. Der Journalist Tom Wolfe beschreibt in seinem Tatsachenroman «The Right Stuff», dass grosse Chronographen zu den Insignien der von der Nasa angeheuerten Kampfpiloten gehörten. Kein Wunder, werben Uhrenmarken wie Breitling und IWC bis heute mit Piloten für ihre Uhren. Uhren 46


Oben links: Portofino Ref. 3910 von IWC, 6700 Franken. Handschuhe von Böhny, Hemd von RRL Ralph Lauren bei DeeCee Style, Veston von Strellson. Oben rechts: Capeland 10006 von BAUME & MERCIER, 7100 Franken. Handschuhe von Roeckl, Hemd, Manschettenknöpfe und Pullover von Hermès. Unten links: Speedmaster Moonwatch 9300 von OMEGA, 4100 Franken. Handschuhe von Böhny, Hemd von Etro bei Trois Pommes Uomo. Unten rechts: Heritage Chrono von TUDOR, 4200 Franken. Handschuhe von Roeckl, Hemd von Gitman Bros. bei Marché de Luxe, Veston von Hermès.

Uhren 47


Stylingassistenz: Stefanie Hille

Chronograph Modern von MAURICE DE MAURIAC, 2750 Franken. Handschuhe von Böhny, Hemd von Prada bei Trois Pommes Uomo, Veston von Strellson.

Dass ein Uhrentyp, der kompromisslos für Tempo steht, auch im Automobilrennsport Anklang fand, mag kaum erstaunen. Namen wie «Speedmaster», «Daytona» und «Carrera» belegen, welche Assoziationen die Hersteller bei den Käufern wecken wollen. Jack Heuer, ehemaliger Mitbesitzer der heutigen Tag Heuer, war ein Pionier in Sachen Marketing. Der rennbegeisterte Unternehmer kannte die meisten Formel 1-Fahrer seiner Zeit persönlich und brachte sie dazu, auf ihren Boliden Werbung für seine Marke anzubringen. Gleichzeitig engagierte sich Heuer in der Rennzeitmessung. Seine damaligen Einfälle wirken bis heute nach. Tag Heuer ist aus der Rennszene nicht mehr wegzudenken. Uhren 48

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Top 10: Roadmovies Ausgewählt von: Jürg Zbinden Illustration: Lea Geiger

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Death Proof (2007) Ein unterschätzter Tarantino und eine farbige Hommage an «Faster, Pussycat! Kill! Kill!». Kurt Russell wird nach allen Regeln der Kunst verdroschen.

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  N° 6 

Vanishing Point (1971) Barry Newman, der als Serienheld «Petrocelli» bekannt wurde, bolzt in einem weissen Dodge Challenger R/T von Denver nach Frisco, bis ihm eine Strassensperre tödlich in die Quere kommt.

10

  N° 7 

Convoy (1978) Sam Peckinpahs explosiver Stras­ senwestern basiert in groben Zügen auf dem gleichnamigen CountrySong C.W. McCalls von 1976.

7

2

8

  N° 8 

  N° 1 

It Happened One Night (1934) Wer hätte das gedacht: Die Mutter aller Roadmovies ist eine temporeiche Screwball Comedy, die gleich die fünf wichtigsten Oscars einfuhr. Mit Claudette Colbert und Clark Gable.

The Straight Story (1999) Dass David Lynch auch anders kann, bewies er mit diesem geradlinigen Roadmovie. Der greise Richard Farnsworth auf seinem kleinen roten Traktor, der Himmel blau so blau.

9

  N° 9 

5

Easy Rider (1969) An Dennis Hoppers und Peter Fondas Bikerfilm werden alle Roadmoviestars gemessen – die meisten ziehen den Kürzeren.

  N° 2 

Duel (1971) Steven Spielbergs an den Nerven zerrendes Début beweist: Es geht auch ohne Megamonsterbudgets. Wer den Film durchsteht, entwickelt eine Lastwagenphobie.

  N° 3 

  N° 10 

Paris, Texas (1984) Wim Wenders war mal richtig gut. Und der bald 87-jährige Harry Dean Stanton ist es immer noch.

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Mad Max 2 (1981) Das Sequel im Punk-Look bläst den Vorgänger in den Outback. Der Bastard unter den Roadmovies – nie wieder schienen Mel Gibsons Augen so strahlend blau.

  N° 4 

Faster, Pussycat! Kill! Kill! (1965) Schwarzweisses Meisterwerk mit Lesben-Touch, und das unter der Regie des Melonenfetischisten Russ Meyer! Glorios in den Hauptrollen: die gnadenlose Motorbiene Tura Satana und ihr schwarzer Porsche 356 C.

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Top Ten 49

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DER STILHELD Text: Ed Heuvink Fotografie: Christoph Köstlin Mode: Stephan Meyer

Nach den grauen fünfziger Jahren freute sich Europa darauf, etwas Farbe zu sehen. Die Sixties waren eine Zeit der Prosperität und des Erfolgs, aber auch des Wandels. Die Menschen suchten nach Identifikationsfiguren und Idolen – etwa Sportlern. Der Schweizer Rennfahrer Jo Siffert gehörte zu den stilvollsten Vorbildern der sechziger Jahre. Eine Hommage.


höchste Leistungslevel des automobilen Rennsports erreicht. Walker, ein britischer Whisky-Erbe, wurde Sifferts Arbeitgeber und Weggefährte. Der englische Millionär alter Schule, der seine Passion für den Rennsport stets nach dem Lifestyle eines Gentleman lebte, war für Siffert ein wichtiges Vorbild. Jo Siffert wurde 1936 in Fribourg als ältestes Kind einer Familie geboren, die nicht auf Rosen gebettet war. Im zarten Alter von 12 Jahren besuchte Jo den Grand Prix im nahen Bern und beschloss, dass er Rennfahrer werden wollte. Zuerst fuhr er auf Motorrädern, ab 1960 wechselte er auf Autos. Jo «Seppi» Siffert wurde in den folgenden Jahren ein bemerkenswerter Akteur des Autombilrennsports – notabene ein Sport, den die Schweizer nicht übermässig gerne mochten. Denn nach einem schweren Unfall im 24-Stunden-Rennen von Le Mans im Jahre 1955, bei dem fast hundert Zuschauer ihr Leben liessen, wurde der automobile Rennsport in der Schweiz verboten. Mit diesem Bann zerbrachen die Träume vieler junger Rennsportbegeisterter. Dennoch gab es auch in der Schweiz eine Reihe von Enthusiasten, die in den Rennsport investierten. Es war der Genfer Geschäftsmann George Filipinetti, der in den sechziger Jahren ein Team gründete, um die Schweiz wieder zurück auf die Landkarte des Automobilrennsports zu hieven. Der Fahrer, den sich Filipinetti ausgesucht hatte, war Jo Siffert aus Fribourg. Um seinem Land die Ehre zu erweisen, malte Siffert seinen Helm rot an und versah ihn mit einem Schweizerkreuz – so hatte es bereits der Rennfahrer Benoit Musy getan, der auch aus Fribourg kam und den der junge Siffert verehrte. Musy starb 1956. Jo Siffert musste hart an seinem Traum arbeiten. In den ersten Jahren lebte er zusammen mit seinen Freunden Oberson, Piller und Mader wie ein Zigeuner und reiste durch ganz Europa. Das Team arbeitete mit einem beschränkten Budget, aber mit viel Energie und Siegeswillen. Dann kam Filipinetti – das Engagment veränderte das Leben von Siffert und Tausenden von Schweizer Rennsportfans. Filipinetti gab dem jungen Fahrer die finanzielle Unterstützung, um auf ein höheres Level zu kommen. Kaum hatte Siffert dieses erreicht, beschloss Siffert allerdings, auf eigene Faust weiter zu machen. Mit Unterstützung aus Fribourg fuhr er ab 1963 in eigener Verantwortung und fuhr einige sensationelle Placierungen in Enna, Syracuse und Imola ein. 1965 wurde Jo Siffert Fahrer in Rob Walkers Formula One Team und hatte damit das

Jo Sifferts Leben veränderte sich total. Ab Mitte der sechziger Jahre lebte er das Leben des internationalen Jetsets. Er wurde zum Idol – weil er bewies, dass sich harte Arbeit auszahlt. Dennoch blieb Siffert der junge Mann aus Fribourg, den viele so gerne mochten, und er behielt intensiven Kontakt mit der Heimat. So traf sich Siffert wenn möglich am Sonntagabend mit Freunden im «Rex» neben dem Bahnhof von Fribourg. Der Star-Status stieg dem lebenslustigen, liebenswerten Mann nicht zu Kopf. 1968, nachdem er den Grossen Preis von England gewonnen hatte, flog Jo Siffert mit der Swissair in die Schweiz zurück. Eine Hostess gab dem Rennfahrer ihre Telefonnummer und hoffte, dass er sie anrufen würde. Doch Siffert zog es vor, bei seinen Freunden in Fribourg zu bleiben. 1968 veränderte sich der automobile Rennsport durch den Einstieg von Sponsoren grundlegend. Weil von nun an auch Marken, die nicht direkt mit dem Rennen zu tun hatten, auf den Autos Werbung placieren durften, flossen plötzlich grosse Summen in die Szene. Einer der ersten Sponsoren von Siffert war der Uhrmacher Jack Heuer. Seine Uhren wurden von vielen Rennfahrern jener Zeit getragen, doch in Siffert fand Heuer den Mann, der ihm ein idealer Imageträger schien. Andere Sponsoren wie Bio-Strath und Hart Ski folgten. Die Sponsoren versorgten Jo Siffert mit Geld und einer neuen Aufgabe: Er wurde zum Botschafter ihrer Produkte. «Siffert war ein Rennfahrer in jeder Hinsicht – er suchte am Steuer und sonst im Leben nach den sich bietenden Gelegenheiten», erinnert sich Jo Sifferts früherer Partner Brian Redman. Der Engländer fuhr während der erfolgreichen Jahre 1969 und 1970 zusammen mit Siffert im Porsche. «Er war ein wunderbarer Typ – nie aufbrausend und immer hilfsbereit. Er teilte stets seine Erkenntnisse zum Auto, sodass wir beide gut fahren konnten», so Redman. Siffert wurde von allen Fahrern im Formel-1-Geschäft geschätzt; für seine Hingabe und sein Engagment, aber auch für seine sportlichen Qualitäten und seine Schnelligkeit. Eine weitere Persönlichkeit, die Sifferts Leben beeinflusste, war der Filmstar Steve McQueen. Als dieser seinen Film zum Mode 52

24-Stunden-Rennen von Le Mans drehte, kontaktierte McQueen den Schweizer Rennfahrer und sagte, dass er sein wichtigstes Vorbild für diese Produktion sei. Der Schauspieler brauchte fachliche Beratung und Autos. Jo Siffert mochte Steve McQueen, und obwohl sie beide total verschiedene Typen waren, kamen sie gut miteinander aus – geschäftlich wie persönlich. Jeder lebte ein schnelles Leben und wurde von vielen – vorwiegend Frauen – verehrt. Steve McQueen und Jo Siffert arbeiteten während Monaten zusammen, teilten ihre Erfahrungen. Das intensive Leben, das Jo Siffert führte, hatte negative Auswirkungen auf sein Privatleben und seine Ehe. 1969 liess er sich von Sabine Eicher scheiden, mit der er während sechs Jahren verheiratet war. Ein Jahr später, zwischen den Rennen von SpaFrancorchamps und Nürburgring, heiratete Siffert seine Freundin Simone Guhl in London in einer kleiner Zeremonie. Die beiden hatten zwei Kinder – Tochter Veronique und Sohn Philippe. Und obwohl Jo Siffert in jeder Zeit rund vierzig Rennen pro Jahr in der ganzen Welt fuhr, versuchte er, auch ein Familienvater zu sein. 1971 fuhr Siffert erneut für Porsche in Sportwagenrennen und für BRM in der Formel 1 und landete im August des Jahres seinen zweiten Grand-Prix-Triumph. «Jo war ein aussergewöhnlicher Rennfahrer», erinnert sich BRM-Besitzer Louis Stanley, «Sein Weg an die Spitze des Rennsports machte klar, dass man schier Unmögliches schaffen kann, wenn man seine Ziele engagiert genug verfolgt.» Am 24. September 1971 hatte Jo Siffert sein Glück aufgebraucht. Während eines Rennens in Brands Hatch bei London verunfallte er aufgrund eines technischen Defekts schwer. Der Rennwagen überschlug sich, begrub Siffert unter sich und fing Feuer. Die Ärzte, die ihn aus dem Wrack zogen stellten fest, dass er als Folge des Unfalls bewusstlos gewesen sein musste und erstickte. An jenem Tag verlor die Schweiz einen ihrer grössten sportlichen Helden der frühen siebziger Jahre.

Jo Siffert, Live Fast – Die Young Der Bündner Men Lareida hat dem Leben des grossen Schweizer Rennfahrers Jo Siffert 2005 einen packenden Film gewidmet. Filmlänge: 87 Minuten. http://www.josiffert-film.ch


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mode 54


Fein gemusterter Anzug mit weissem Hemd, Krawatte und Pochette, dazu dunkelblaue Wildlederloafer, alles von ERMENEGILDO ZEGNA.


Hellgr端ner Cardigan 端ber gleichfarbigem Polo, beides aus Seide/Cashmere, dazu Baumwollt端cher, alles von GUCCI.

Mode 56


Blousonanzug aus festem Jersey, dazu ein cremefarbener Rollkragenpullover, alles von BOTTEGA VENETA. Vintage-Uhr von TAG HEUER, Sonnenbrille von JO SIFFERT SUNGLASSES.

Auf www.gentlemensreport.com ist der Jo-Siffert-Film-Trailer zu «Live Fast, Die Young» aufgeschaltet sowie ein Stimmungsfilm zu diesem Fotoshooting. Mode 57


Der Schweizer Champion und Frauenschwarm war sogar für den grossen Stilhelden Steve McQueen ein Vorbild für dessen Rennfahrerfilm «Le Mans».

Mode 58

Die Fotos dieser Stil-Hommage an Jo Siffert entstanden in der Oldtimer-Galerie Toffen. Hair & Make-up: Jehan Radwan  Fotoassistent: Tomas Dikk  Modeassistentin: Nina van Rooijen  Mit einem herzlichen Dank an: Dominik Kocher, Formel-3-Fahrer.

JO «Seppi» SIFFERT


Button-down-Hemd, Tuch und rote Chinos von POLO RALPH LAUREN, Vintage-Uhr von TAG HEUER, ein Einzelst端ck von Zeitzone in Z端rich.

Mode 59

www.gentlemensreport.com/mode


– JÜRG WIRTH –

Fotografie: Bernd Grundmann

WUND E R S T I E F E L

Fast am wichtigsten, so habe ich im Laufe meiner Arbeit herausgefunden, ist das Innenfutter der Stiefel. Jersey ist weitverbreitet und sieht erst noch ansprechend aus, doch ich schwöre auf Lederfutter. Dadurch werden die Stiefel praktisch atmungsaktiv, was wiederum dazu führt, dass man kaum kalte Füsse bekommt.

Die ersten Stiefel trug ich, als ich klein war, weil wir gerne von Pfütze zu Pfütze hüpften. Dann wieder bei den Pfadfindern, weil wir die Samstagnachmittage mit Vorliebe im Schlamm verbrachten. Danach ganz, ganz lange nicht mehr. Damals trug die in der Stadt niemand – und fischen ging ich nicht. Erst vor etwas mehr als zehn Jahren entwickelten sich Gummistiefel zu meinem meistgetragenen Schuhwerk. Fünf bis sechs Stunden täglich steh ich nun in diesen Tretern. Denn im Stall gibt’s nichts Besseres. Die Stiefel schützen vor Mist

und Gülle, halten im besten Falle warm, verhindern Stürze, und ja, sie verleihen einem ganz nebenbei den leicht schlurfend, abwartenden Gang, wie er den Bauern eigen ist. Vorausgesetzt, die Stiefel sind qualitativ hochwertig und erfüllen einige wichtige Anforderungen. Zum Beispiel bezüglich des Aussenmaterials, Gummistiefel heissen sie zwar, doch lange nicht alle sind aus Gummi respektive aus Natur­ kautschuk, sondern oft aus Plastic. Dies führt zu einem feuchtfröhlichen Klima im

Innern des Schuhs und untermauert das Vorurteil, Stiefel und Schweissfüsse gehörten untrennbar zusammen. Wichtig ist auch die Sohle, rutschfest muss die unbedingt sein. Denn es ist sehr, sehr unangenehm, beim Ausmisten zu rutschen und flach hinzufallen. Gute Pflege ist ebenfalls wichtig, regelmässig waschen und fetten gehört dazu, die Stiefel über Nacht auf die Heizung zu stellen eher nicht. Mach ich aber trotzdem, denn dies erleichtert den Start in den kalten Morgen.

Meine Lieblingsstiefel kommen aus dem Hause Le Chameau, sind aus Kautschuk, mit Leder gefüttert, heissen Zermatt und kosten Fr. 359.–, sie sind aber jeden Franken wert. Zum Testen hatte ich das Kautschuk-Modell mit JerseyFutter für den etwas weniger harten Einsatz. Tatsächlich bietet die französische Manufaktur, in der die Stiefel einzeln und von Hand gefertigt werden, eine breite Palette, von Jagd- über Fischer- bis hin zu Segel- oder Freizeitstiefeln. Denn heute trägt man ja auch in der Stadt wieder Stiefel, habe ich gehört.

jürg wirth Er ist Wirtschaftsingenieur und arbeitet als freier Journalist. Ist seit zehn Jahren als praktizierender Landwirt in Lavin/Graubünden tätig, bloggte für die NZZ und ist Kolumnist bei der «Südostschweiz».

www.gentlemensreport.com/haertetest KOLUMNE 60


Als Dankeschön für die Einladung Zum Dessert nach dem Dinner Ein einzigartiges Geburtstagsgeschenk Für den stilbewussten Mann

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P ar k Hyatt Züric h p rä se ntie r t hausge m a c h te To r t e n z u m M i tn e h me n . Dies e s üs s e Kö stl ic hke ite n gibt e s in drei v e rsc h i e d e n e n K re a ti o n e n aus f eins ten Zutate n und we rd e n in e ine r e x k lu si v d a fü r ge sta lte te n Ver packung übe rre icht. “C ake f or him ” a l s Zyl ind e r, “Ca ke for h e r” a ls Ha n d ta sc h e u n d “C ake f or kids” a l s Cup c a ke al s ganz pe rsö n li c h e Au fme rk sa mk e i t f ür jeden A nl a ss. Für w eiter e A uskünfte und Be ste l l unge n b i tte k o n ta k ti e re n Si e u n s unter +41 4 3 8 8 3 1 0 1 5 . P ar k Hyatt Zürich, Be e tho v e n-Strasse 2 1 , 8 0 0 2 Z ü ri c h

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mein stil alex hefter

Woher ist Ihre Brille? Als meine Augen vor drei Jahren in Bezug aufs Lesen schwächer wurden, habe ich nach Formen und Materialien recherchiert und festgestellt, dass es verschiedene Acetate gibt. Meine Brille ist aus japanischem Acetat, auf Mass gemacht. Sie tragen auch Hemden auf Mass … Ich trage grundsätzlich immer ein Hemd. Ich liebe es, morgens ein Hemd zu bügeln, es gibt mir ein gutes Gefühl. Ich trage auch gerne Doppelmanschetten mit Manschettenknöpfen, durchaus auch zum Pullover. Andere Möglichkeiten, Akzente zu setzen, hat man als Mann ja kaum …

Text: Jeroen van Rooijen Fotografie: Manuel Rickenbacher

Der gebürtige Deutsche Alex Hefter, 47, ist Creative Director von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) und damit Herr der Ästhetik auf helvetischen Bildschirmen. In seinem privaten Refugium nahe Zürich frönt er seinen Leidenschaften Kunst, Kaffee und Kameras.

Alex Hefter, 1965 in Baden-Baden geboren, ist seit 2004 Creative Director des Schweizer Fernsehens und Radios SRF. Unter Alex Hefter wurden das Rebranding und die neue Markenarchitektur des Schweizer Fernsehens und Radios im Herbst 2012 umgesetzt. Vor seinem Wechsel nach Zürich war der studierte Kommunikationsdesigner Designchef beim ZDF in Mainz. Für seine Arbeit hat Hefter mehrere internationale und nationale Auszeichnungen erhalten. Alex Hefter ist Vater eines vierjährigen Sohnes und lebt in einem eleganten Parterre-«BachelorPad» am Zürichsee.

Gentlemen’s Report: Wie wichtig ist Ihnen Stil und Ästhetik – brauchen Sie privat eher Distanz dazu, oder ist das ein 24-Stunden-Modus, der da in Ihnen läuft? Alex Hefter: Die Wahrnehmung von Ästhetik und Design zieht sich durchs Leben. Ich bin immer aufmerksam, aber muss es nicht permanent persönlich zelebrieren. Ich bin auch gerne mal ganz entspannt. Sie tragen einen Bart – sieht man Sie auch glattrasiert? Vor fünf Jahren das letzte Mal. Ich finde Bart ganz okay. Am Fernsehen sollte er aber gepflegt sein, also gut getrimmt. Es kommt ganz auf den Typen an.

Ihre Uhr ist eine eher naheliegende Wahl. Ich besitze nicht viele Uhren. Die Daytona von Rolex habe ich mir vor Jahren mal selbst zum Geburtstag geschenkt. Ich trage sie fast täglich, gerne auch mit Stoffarmbändern, die der Uhr im Handumdrehen wieder einen neuen Look geben. Wie kaufen Sie Ihre Dinge des täglichen Lebens ein? Ich habe eine Aversion gegen Wegwerfprodukte und versuche Dinge zu finden, die lange halten. Meine Schuhe kaufe ich etwa bei Eduard Meier in München, die halten ohne weiteres zwanzig Jahre und können auch renoviert werden. Solche soliden Dinge gefallen mir – in die Kategorie gehören auch meine Kaffeemaschine und meine Kameras. Sie sammeln Kameras? Ach, eine Sammlung ist es nicht, aber ich habe ein paar sehr schöne Stücke. Eine meiner Leicas ist so alt wie ich – 47 Jahre – und sie ist noch besser im Schuss als ich! Ich habe sie mal mit blauem Leder beziehen lassen. Abgesehen davon ist diese Kamera heute mehr wert als früher. Sie haben einen recht exotischen Plattenspieler im Wohnzimmer – sind Sie ein Vinylfreak? Ich bin kein Schallplattenfetischist, aber ich habe festgestellt, dass in dieser analogen Welt eine wahnsinnige Qualität liegt. So habe ich diesen MicroSeiki-Plattenspieler entdeckt – mit einer neuen Nadel sind neue akustische Welten aufgegangen.

Sie sieht man am Bildschirm ja nicht, im Gegen­ satz zu den Moderatoren, bei denen solche Details immer Anlass zu Diskussionen bieten … Trotzdem trage ich im Büro immer einen Anzug oder wenigstens ein Sakko. Ich versuche, mit meiner Kleidung eine Grundfreundlichkeit gegenüber meinen Mitmenschen an den Tag zu legen. Kleidung ist ja nicht nur für einen selber da, sondern auch für die, mit denen man im Verlaufe des Tages so zu tun hat.

Ihre Kaffeemaschine scheint auch eine zentrale Rolle in Ihrem Leben zu spielen? Ich liebe diese Espressomaschine von Rocket aus Italien – alles Mechanik, sehr präzise. Ich mag es sehr, morgens damit einen Espresso oder Cappuccino zu machen. Die Maschine bietet mir einen idealen Start in den Tag – sie zu bedienen ist ein kleines Ritual. Man braucht seine Sinne und muss genau hinhören, wie die Milch klingt, wenn man sie schäumt. Ich kaufe auch gerne Bohnen von kleinen, lokalen Röstereien. Da tun sich auch wieder Welten auf. Am liebsten habe ich diese schokoladigen, intensiven Röstungen.

Sie tragen expressive Socken … Ich tendiere mehr und mehr zu bunten Socken – ist das etwas, worüber ich mir Sorgen machen müsste? Ich habe mir sogar schon überlegt, eine eigene Socken­ linie zu beginnen.

Die Kaffeemühle gehört aber zwingend dazu? Die Mühle ist eigentlich fast wichtiger als die Kaffeemaschine, die nur möglichst präzise sein muss, aber die Unterschiede holt man aus den Bohnen vor allem über die Mühle heraus.

Mein Stil 62


EXPRESSIV Rechts oben: Alex Hefters 47-jährige Leica. Unten: Rosefarbene Socken von Falke, Massschuhe von Ed.Meier.

H A LT B A R Alex Hefter trägt gerne Masshemden mit Doppelmanschette. Die Uhr ist eine Daytona von Rolex. Die Espressomaschine (links) ist von Rocket.

K A F F EEK U LT Das Zubereiten eines perfekten Espresso gehört für Alex Hefter zum allmorgendlichen Ritual. Mein stil 63

www.gentlemensreport.com/meinstil


MIT EINEM GANG RAUF, OHNE BREMSE RUNTER Text: Baptiste Planche Fotografie: Gian Paul Lozza

Am Anfang war der Berg. Col du Galibier, 2645 m ü.M.. Monument der Tour de France. Dann kamen Marco Pantani und Lance Armstrong. Übrig blieb der Berg und die Frage nach dem Doping. Patrick Seabase braucht nicht mehr als ein paar Schlucke Koffein, um den Galibier anzupacken. Davon abgesehen gönnt er sich nicht viel. Alkohol, Fleisch und anderweitige Nebensächlichkeiten haben im Leben des drahtigen Extremsportlers keinen Platz. Auch was die Technik angeht, beschränkt sich Patrick Seabase aufs Wesentliche. Er fährt ein Bahnrad – auch als Fixie bekannt – mit einem einzigen Gang. Im Oktober 2012 hat er die auf 1936 Höhenmeter verteilten 37 km Höllenqualen zwischen Saint-Michel-de-Maurienne und dem Col du Galibier in 2 Stunden und 12 Minuten zurückgelegt. Mit dieser Leistung lässt Seabase die allermeisten hartgesottenen Gümmeler im Regen stehen. Und all die urban-individuellen Fixie-Follower duscht er sowieso kalt ab. Wie kommt jemand darauf, einen der anspruchsvollsten Berge des Radsports mit einer Übersetzung in Angriff zu nehmen, die bestenfalls für die Stadt geeignet ist? Patrick Seabase erklärt seine Materialwahl so: «Die 47/17-Übersetzung ist extrem hart, wenn es lange den Berg raufgeht. Aber man hat kein Theater, wenn man den Berg runterfährt. Man muss eine gesunde Mitte finden.»

Für die Knie, den Rücken und die Handgelenke ist diese Art des Velo-Alpinismus nicht gesund, sondern schmerzhaft. Patrick Seabase legt immer und immer wieder sein Körpergewicht und seine ganze Muskelkraft in die Pedale. Der Schreibende bekommt alleine schon vom Gasgeben und Kuppeln im Begleitfahrzeug Gelenkschmerzen. Richtig hart wird es auf den letzten acht Kilometern mit Steigungen von 12 % und mehr. Seabase nimmt Serpentine um Serpentine. Sein schmerzgepeinigter Blick fixiert den vorbeiziehenden Asphalt. Und ab und zu ein Blick nach oben. Die letzten Meter Weg sind das Ziel. Sport 64

Auf der Passhöhe ultimative Erschöpfung, beissender Wind und absolute Erlösung. Patrick Seabase wirft sich eine wärmende Decke um und wird diesen Zustand und die zugrunde liegende Leistung später mit einem einzigen Wort beschreiben: «Episch.» Die zwanzig Kilometer Abfahrt vom Col nach La Grave stehen unter dem Motto Risiko. Seabase konzentriert sich auf die Minimierung der Eintretenswahrscheinlichkeit und blendet die möglichen Konsequenzen erfolgreich aus. Und somit bleiben Adrenalin und Ästhetik oberstes Gebot. Den waghalsigen Ritt bei


AUF PASSHÖHE DIE ultimative Erschöpfung

höchstmöglicher Trittkadenz unterbricht er nur für «Skidding»-Bremsmanöver vor den Kurven. Dazwischen strampelt er sich das Leben von der Seele. Früher war Seabase Skater. Davon zeugt nur noch das tätowierte «Live to Skate» auf seiner Brust. Eines Tages hat er ein Bahnrad gesehen und sich von dessen Minimalismus in den Bann ziehen lassen. Erste Ausfahrten führten von Dorf zu Dorf. Dann in die Stadt. Und in die Berge. Das minimalistische Bahnrad habe ihm den Ansporn gegeben, körperliche und mentale Limiten zu überschreiten: «Der Punkt ist, dass ich im inneren Kampf nur gegen mich selbst etwas Grosses erreiche. Ich versuche mit wenig viel herauszuholen, das ist in meiner Natur.» Inzwischen hat Seabase etwa 20 Pässe in Europa, Afrika und Australien mit seinem Sport 67


Eingänger befahren. Wie viele noch folgen, ist nicht relevant. Es zählt einzig und alleine das Wie: radikal, konsequent, ästhetisch. Unterwegs saugt Seabase die feinen Farbnuancen der Landschaft am Galibier in sich auf. Dennoch behauptet er: «Ich sehe schwarzweiss. Die Zwischentöne versperren mir irgendwie die Sicht.» Auf www.gentlemensreport.com ist ein Film zu sehen, der Seabase bei seiner Galibier-Bezwingung zeigt. www.gentlemensreport.com/sport Sport 68


Pedaleure, in den sattel! Der 3. Zürcher «Gentlemen’s Run» führt am Samstag, dem 15. Juni 2013, durch die Limmatstadt. Den elegantesten Fahrern winken tolle Preise.

Save the Date samstag, 15. 6. 2013

Am Nachmittag des Samstags, 15. Juni 2013 werden wiederum über hundert elegante, gut gekleidete und individualistische Velofahrerinnen und Velofahrer zum «Gentlemen’s Run» aufbrechen, einer unpolitischen «Demonstration» des kultivierten Lebens auf

zwei Rädern. Es geht darum, das erha- der Kalanderplatz in Sihlcity. Den origibene Gefühl der lautlosen Fortbewe- nellsten Pedaleuren winken wiederum gung mit Gleichgesinnten zu teilen exklusive Preise, etwa eine wertvolle und seinen Style auf lustvolle Weise in «Ingenieur»-Uhr von IWC, dem «official die Stras­ sen der grössten Stadt der timekeeper» des «Gentlemen’s Run». Schweiz zu tragen. Gestartet wird vor dem Museum für Gestaltung, Ziel ist www.gentlemensreport.com/club

der «gentlemen’s run» Wird unterstützt durch:

RUn 69


Stilrad, die Veloboutique unseres Vertrauens in den Zürcher Viaduktbögen, begibt sich neuerdings auch in den boomenden Markt der EBikes – allerdings nicht mit irgendwelchen klobigen Strom­drahteseln, sondern mit dem Premium-Brand Grace aus Deutschland. Das abgebildete Modell «Easy» unterstützt den Fahrer bis zu 45 km/h Geschwindigkeit beim Pedalen und hat wie ein Formel-1-

Bolide eine Bremsenergierekuperation, welche die Batterie beim Abbremsen (mit Magura-Scheiben) und Bergabfahren speist. Der Wechselakku verschwindet diskret im schlichten Rahmen, statt mit einer Kette wird die Kraft von den Pedalen zum bürstenlosen BionX-Motor mit einem Carbondrive-Band übertragen. Das appetitlich aussehende Kraftpaket kostet 4490 Franken. www.stilrad.com

Text: Jeroen van Rooijen und Anna Kaminsky

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Letzte Saison war alles «Deep Black» – schwärzer als schwarz -, doch jetzt scheinen die Kreuzlinger Konfektionäre von Strellson wieder zu Licht und Lebensmut gefunden zu haben, denn der Frühling erstrahlt in einem Regenbogen an Farben. Da gibt es für Männer vertraute Töne wie Schlammgrün und Indigoblau, doch viel spannender sind die ungewohnten Harmonien aus staubigen und verwaschenen Rottönen in der aktuellen Strellson-Kollektion. Wetten, dass man sich damit im Thurgau den Spruch «Bist du jetzt bei Bhagwan?» gefallen lassen muss? Doch das hält ein

DIE FARBE

FÜr die nachfolgend gezeigten 15 entdeckungen der saison sollten sie ein paar budgetäre PlÄne schmieden.

PLANWIRTSCHAFT

Mann, dessen Horizont über den Bodensee hinaus reicht, natürlich locker aus. Der abgebildete Look besteht aus dem Jacket «Dion», dem Hemd «Joe», der Jeans «Rob», einem kleinen Strohhut und einer Sporttasche. Würden wir, ohne mit der Wimper zu zucken, anziehen. www.strellson.com

1

das bike


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Der Hosenspezialist Closed hat in den letzten Jahren den Markt für Chinos mit seinen geschmirgelten, gewaschenen und farbigen Kreationen dominiert und

kann sich aus dieser Position der Stärke heraus die eine oder andere Spielerei ausserhalb seines Kerngebiets leisten. So präsentieren die Hamburger diesen Frühling neben frischer Mode auch eine limitierte Serie von Longboards. In der Vergangenheit gab es schon ein Closed-Fahrrad und ein Closed-Surfbrett – das Longboard sieht die Firma nun als logisches nächstes «Vehicle» im Sortiment. Das Board wird zusammen mit Spezialisten in Kanada produziert. Es ist ab Ende März in ClosedStores und online erhältlich. Der Preis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. www.closed.com

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die tasche

Die Gepäckindustrie hat in den letzten Jahren allerhand smarte Behältnisse auf Rollen entwickelt. Doch seien wir mal ehrlich: Schön sind diese Business-Köfferli selten. Ausserdem: Ein Mann, der sein Gepäck nicht lässig an der Hand tragen kann, ohne damit überfordert zu sein, ist kein echter Kerl. In diesem Sinne raten wir zum kernigen Fairfax Duffle Weekender von Tommy Hilfiger. 349 Franken. www.hilfiger.com

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Das Gestell

Das Longboard

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NEWS 71

Wir in der Schweiz haben Lehni (für Puristen), USM (für Statussymboliker) und Errex (für Sparfüchse), wenn es um die systematische Versorgung mit Gestellen geht. Die Schweden setzen hierfür gerne auf das Regalsystem von String, das es in praktisch unveränderter Form bereits seit 1949 gibt und das sich geschmeidig auch in zeitgenössische Interieurs einfügt. Und weil Schweden in vielen Dingen vorbildlich ist, wollen wir dies gerne weiterempfehlen. Das System lässt eine grosse Bandbreite von individuellen Konfigurationen zu und kann auch nach Jahren noch erweitert werden. Dank der relativ dünnen Träger wirkt das Gestell auch bei ordentlicher Beladung noch leicht. In Zürich bei Bord oder Holm, in St. Gallen bei Nordish. www.string.se

der laufschuh

Eine Extraportion Schub für Läufer bietet der «Boost» von Adidas. Dank einem mit BASF neu entwickeltem Sohlenmaterial dämpft der Schuh mehr denn je. Das wie weisser Schaumstoff aussehende Material besteht aus TPUGranulat, das in 2500 Kügelchen zerlegt und dann wieder zu einem festen Stück verdichtet wird. Der neue «Boost» will aber nicht nur zum Joggen einladen, sondern auch als Alltagsschuh eine gute Figur machen – Adidas will diesbezüglich an Nike verlorenes Terrain zurückgewinnen. Ab 230 Franken. www.adidas.com


Der Lifestyle

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Desert Boots haben ihren Namen in der Wüste Hinterindiens bekommen, wo der britische Schuhmacher Nathan Clark sie während des Zweiten Weltkriegs an den Füssen von Soldaten sah und die Idee nach England importierte. Sein Gespür trügte nicht: Der Schuh wurde zum Welterfolg, der Clark’s Desert Boot zum Synonym für einen lässigen Schuhtyp, den heute jede rechtschaffene Marke im Programm hat. Unser Favorit für dieses Frühjahr: die flaschengrünen Modelle von Church’s aus Northampton. www.church-footwear.com

weise Kerngebiet von Jockey, muss man sich erst einmal dazudenken, denn das Kernthema der Bilder sind Jeans: Man trägt sie natürlich an den Beinen, aber auch als Hemd. Sowie neuerdings auch drunter, denn bei Jockey gibt es auch Unterhosen in Jeans-Optik – fast zu schade zum Druntertragen. www.jockey.ch

der schuh

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«Sich frei fühlen, zu jeder Zeit, an jedem Ort» – dieses Motto hat sich der USUnterwäschehersteller Jockey für 2013 auf seine Fahnen geschrieben. Und was stünde mehr für den global gültigen Traum von Freiheit und Weite als die amerikanische West Coast Kaliforniens, wo die aktuelle Kampagne für die USOriginals von Jockey foto­­­grafiert wurde. Hier sind die Typen mit Pickups ständig in Bewegung, die Stars & Stripes flattern lässig im pazifischen Wind – California Dreaming. Die Unterhosen, traditioneller­-

Das Buch

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Die Zürcher Brandingagentur Branders hat sich seit 2011 mit demgutgemachten Online-Magazin «TheBrander» profiliert und gibt nun die besten 29 Episoden ihrer auch optisch anregenden Handwerksund Atelierrecherchen als Buch heraus. Mit dabei sind grosse Namen und kleine Nischenplayer (im Bild die Schuhmacherei von Kiton in Neapel), die alle in ihrer Art beispielhaft für Handwerkskunst und Savoir-faire einstehen. Wer wissen will, woher die guten Dinge kommen und wer dahinter steckt, wird hier gut versorgt. 288 Seiten, 46 Franken, Hardcover, Verlag Eden, Hamburg. www.thebrander.com


Slowear ist ein Mar­ kenverbund von vier italie­ nischen Marken, die alle etwas besonders gut können: Incotex macht freizeitliche Hosen auf Weltklasse-Niveau, Zanone feinste Strickwaren, Montedoro Jacken und Westenfürs Leben und Glanshirt feine Hemden und Blusen. Jede dieser vier Marken wäre für sich genommen zu klein,

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tionellen Acetatbügel wurden durch leichte Metallbügel ersetzt. Unverkennbares Markenzeichen der abgebildeten zwei Unisex-Sonnenbrillen im Vintage-Style: Der «Supreme»-Pfeil von Persol auf dem Scharnier. Die zwei Brillen sind auch mit leichten Polar- und PhotoPolar-Gläsern ehältlich, welche Blendlicht an Orten mit hoher Rückstrahlung mindern. 210 Euro pro Brille. www.persol.com

um auf sich aufmerksam zu machen, doch zusammen, als Slowear, sind sie unüberhörbar. Alle versprechen höchste Produktqualität und stehen für einen relaxten, klassischmodernen Stil. Seit kurzem gibt es das Konzept, das in ganz Europa wunderbare kleine Stores und Shops er­öffnet, auch im Jelmoli in Zürich. www.slowear.com

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Der Look

11 Beim englischen Auktionshaus Bonhams, einer der besten Adressen für VintageCars, kommt im Mai ein originaler 1964er DB5 Sports Saloon von Aston Martin unter den Hammer, der dreissig Jahre lang in einer Scheune stand. Der Eigentümer hatte das Auto 1972 für 1500 englische Pfund gekauft und bald eingestellt. Jetzt könnte der Scheunenfund, nach einer sorgfältigern Restauration bei Aston Martin in Newport Pagnell, auf der Auktion vom 18. Mai leicht den hundertfachen Wert er­­­zielen. Denn der «007-Aston» ist Sammlern inzwischen rund 150 000 bis 200 000 Pfund wert. www.bonhams.com

NEWS 73

Für seine «Reflex Edition» hat sich der zur LuxotticaVGruppe gehörende italienische Brillenhersteller Persol die Technik von analogen Spiegelreflexkameras angeschaut. Die Annäherung an die Welt der Fotografie zeigt sich etwa in der Schutzhülle, die an traditionelle Kamerataschen erinnert, und an der Verpackung, die ein stilisiertes Objektiv darstellt. Die Brille ist allerdings nur äusserlich retro: Die tradi-

DAS FUNDSTÜCK

Die Sonnenbrille


Die Hoffnung

Die Krawatte ist zu­ rück (siehe Seiten 37 bis 39 dieser Ausgabe). Und damit kommt die Frage wieder aufs Tapet, wie man den Schlips am besten davor schützt, dass er versehentlich in die Suppe oder in die Kloschüssel hängt. Bis vor kurzem hätte man gesagt: Jacke zu, aber auf keinen Fall eine dieser alt­mo­dischen Krawattennadeln! Doch die Zeiten ändern sich, und was

gestern pfui war, ist morgen hui, und entsprechen erwägen Trendsetter wieder das klassische Schmuckstück für die krawattierte Heldenbrust. Ermenegildo Zegna hat aktuell schöne Krawattennadeln im Sortiment – super-schlicht, quadratisch und mit wertvollen Perlmutt- oder Seideneinlagen. Die kann man also ab sofort wieder schenken. www.zegna.com

Die Socken

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NEWS 74

Natürlich trägt man die kurz ge­ schnittenen Modelle (24 Franken) zu Freizeithosen wie Chinos oder Shorts, nicht aber zum Anzug, wo knielange Socken – gerne auch farbige! – Pflicht bleiben. www.burlington.de

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die nadel

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Tod’s, Hogan und Fay zu den smartesten Erfolgstypen und gleichzeitig zu den wichtigsten Botschaftern unseres südlichen Nachbarlandes gehört. Della Valle verachtet die Politik und würde sich niemals in diese Niederungen begeben. Da ist ihm die Mode doch lieber, wo er geschickt auf den einen anderen zeitgeistigen Schnellzug aufspringt, aktuell etwa auf das Stil-Megathema des Zweirads. Für Tod’s liess Della Valle vom Fotografen Pietro Olivetta und der Stylistin Virginia Galateri eine Velo-Kampagne inszenieren, die so entspannt aussieht, dass man einen Funken Hoffnung dafür empfindet, dass auch die notorisch autoverrückten Italiener das Fahrrad eines Tages noch ins Herz schliessen werden. www.tods.com

Socken machen Männer manchmal ratlos – stimmt man sie auf die Farbe von Hose oder Schuhe ab? Oder sollen die Strümpfe zur Krawatte passen? Die Antwort: Alles ist Ermessenssache. Die meisten Ratgeber empfehlen, Socken auf die Hose abzustimmen, im Zweifel etwas dunkler. Man kann aber auch versuchen, mit Socken einen prägnanten farblichen Akzent ausserhalb von Schuhen und Hosen zu setzen. Keineswegs stillos sind auch lautere Farben, wie sie Burlington diesen Frühlingmit seiner Neon-Serie im Angebot hat. Zur Verfügung stehen fünf frische Töne: Gelb, Orange, Grün, Pink und Blau.

Italien kommt nicht vom Fleck. Die Parlamentswahlen von Ende Februar haben dem Land keine neue Hoffnung auf Besserung gegeben, und das schmerzt nie­ manden mehr als Diego Della Valle, der mit seinen Marken


DAS TRÄGT MANn JETZT SO! Eine Kolumne von Hannes Hug

Schweden – das klingt nach frischem Himbeersaft aus dem Feenwald, nach unverwüstlichen Autos und Sexheftli aus den siebziger Jahren. Nach grosser Freiheit und freizügiger Offenheit in Wesen, Wirken und Werken menschlicher Existenz. Der DNA von ACNE liegt naturgemäss dieselbe Idee zugrunde. Mitte der Neunziger als Kompetenzzentrum für schwedischen Lifestyle ersonnen, tritt die «Ambition to Create Novel Expressions», so der Markenname in seiner ganzen Pracht, auf den Plan. Vier junge Schweden, unter ihnen der Möbeldesigner Jonny Johansson, vereinen Fashion, Grafikdesign, Werbung und Film unter einem Dach. Als Werbevehikel schneidert Johansson eine dunkle Röhrenjeans mit roten Nähten. In einer limitierten Auflage von hundert Stück wird das Beinkleid zur Hose des Jahres 1997 und ACNE zum Inbegriff des «Scandinavian Chic». 2005 eröffnet in Berlin-Mitte, wo denn sonst, der erste Flagship-Store ausserhalb Schwedens. Drei Jahre später folgt die erste Kollaboration mit Lanvin. Heuer singt die Modewelt das Hohelied des Minimalismus und trägt dazu Schwarzweiss.

In einer Zeit, die vor Orientierungslosigkeit nur so strotzt und an Unübersichtlichkeit kaum zu übertreffen ist, treffen ACNE mit ihrer Version von Reduktion zwar den Nerv der Zeit. Die ACNE-Entwürfe zeugen aber auch davon, wie breit der Begriff von Freiheit und Offenheit im Zeit­­alter der Political Correctness interpretiert wird. Erst recht in Skan­ dinavien. Astrid Lindgren heisst jetzt Stieg Larsson. Und Pippi Langstrumpf ist längst Pipifax. Schwach vernehmen wir noch das Lachen der Kinder von Bullerbü. Wir, die Eingemauerten in einen Brückenpfeiler am Öresund. Hier knallt die Peitsche, hier fliesst das Blut. Der Pyjamalook soll gemässigtes Blockdenken suggerieren, aber Gefangener bleibt Gefangener. Freiwilliges Knast­ kleider­ t ragen – so weit haben die Schweden von ACNE den gesellschaftlichen Backlash bereits vor­­an­­getrieben.

Illustration: Alina Günter

Da halte ich mich lieber an Doktor Mabuse – Bei Akne hilft weder Kratzen noch Waschen. Bei Akne hilft nur Warten, weil die Zeit bekanntlich alle Wunden heilt.

Hannes Hug, 44, war in jungen Jahren Sprücheklopfer vom Dienst beim Schweizer Fernsehen («Zebra»). Heute arbeitet er als freier Mitarbeiter für verschiedene Medien. Unter anderem moderiert Hug die Talksendung «Focus» auf Radio SRF 3. Als eine Hälfte von «Andreas & Conrad» berät er Prominente, wie man beim Pirouettendrehen auf dem sozialen Parkett nicht der Länge nach hinfällt. Hannes Hug mag schlichte Kleidung, aber keine Uniformen.

www.gentlemensreport.com/kolumne kolumne 75


leserbriefe

«Gentlemen’s Report» N° 7 vom 24. November 2012

Die nächste Ausgabe erscheint am

25. mAI Wir leben in Zeiten, in denen offenbar nur wenig Wissen um die europäische Vergangenheit vorhanden ist. Die Bilder der Models im letzten «Gentlemen’s Report» entsprechen einer faschistischen Ästhetik. Scharf geschnittene Gesichter, kein Haar am falschen Ort, drei Herren, militärisch gleichgeschaltet – Geschichte ist vielleicht im Kontext von Mode manchmal lästig. Samuel S., Dietikon

Schon auf der Titelseite zeigen Sie «geistreiche» (?) Herren, die an das Reich erinnern. Muss das sein? Seien wir doch froh, dass das Dritte Reich mit all seinen schlimmen Folgen vorbei ist. René L., Basel

Habe in der NZZ auch den «Gentlemen’s Report» gefunden und beim Lesen darin ganz das Morgenessen vergessen … Brillant, gut für den Geist – und für die schlanke Linie. Albert S., Utzenstorf

IMPRESSUM Der «Gentlemen’s Report» ist das Magazin der NZZ für Männer. Die Publikation wird an ausgewählten Samstagen der «Neuen Zürcher Zeitung» beigelegt. www.gentlemensreport.com HERAUSGEBERIN Verlag Neue Zürcher Zeitung AG, Albert P. Stäheli (CEO) PRODUCTMANAGEMENT VERLAG Markus Will Redaktionsleitung Jeroen van Rooijen (jvr.) jvr@gentlemensreport.com Projektleitung Reto Caprez (rcz.) rcz@gentlemensreport.com St ylE consultant Stephan Meyer (sme.)

Die Nr. 7 habe ich aufmerksam durchgeblättert und mir auch einige Beiträge zu Gemüte geführt, bevor mein Partner die neuste Ausgabe konfisziert hat! Zum Glück habe ich heute noch ein Exemplar im Büro vorgefunden, so dass ich nochmals etwas tiefer abtauchen konnte. Als visueller Mensch meine ich: GR hebt sich optisch wie auch haptisch wohltuend ab. Sylvie M., Suhr

Ich bin seit vierzig Jahren ein treuer NZZ-Leser und hoffe, dass der «Gentlemen’s Report» möglichst rasch wieder verschwindet: völlig nutzlos, reine Papierverschwendung und ein Ärgernis für die Leser. Ich hätte Ihnen gerne das Gegenteil berichtet, aber das ist bei dieser Substanzlosigkeit leider nicht möglich. Ruedi W., Vandoeuvres

REDAKTIONSASSISTENZ Anna Kaminsky (aky.) KORREKTORAT Jürg Zbinden (jzb.) kreation / Produktion dd com AG, Seefeldstrasse 301 8008 Zürich, contact@ddcom.ch Creative Director Daniel Müri Art Director Cornelia Hess, Marc Hahn GRAFIK Martina Keusch Produktion Melanie Hanimann Redaktion und Verlag NZZ AG, «Gentlemen’s Report» Falkenstrasse 11, Postfach, 8021 Zürich info@gentlemensreport.com ADVERTORIAL Die als «Advertorial» ausgewiesenen Seiten 32 und 33 dieser Ausgabe sind gemeinsam mit Marken und Dienstleistern erarbeiteter redaktioneller Inhalt mit kommerziellem Charakter.

Bezugsquellen Acne www.acnestudios.com – Adidas www.adidas.com – Bathing Ape www.bape.com – Baume&Mercier www. baume-et-mercier.com – Böhny www.boehny.ch – Bottega Veneta www.bottegaveneta.com – Bricklane Bikes www.bricklanebikes.co.uk – Burlington www.burlington.de – Burri Optik www.burrioptik.ch – Chanel www.chanel. com – Church’s www.church-footwear.com – Closed www.closed.com – COS www.cosstores.com – Dee Cee Style www.deeceestyle.ch – Ermenegildo Zegna www.zegna.com – Etro www.etro.com – Gitman Bros www.gitman. com – Grace Bikes www.grace.de – Gucci www.gucci.com – Hermès www.hermes.com – H&M www.hm.com –

Honda www.hondamoto.ch – Hugo Boss www.hugoboss.com – Ittinger www.ittinger.ch – IWC www.iwc.com – Jelmoli www.jelmoli.ch – Jockey www.jockey.ch – Joop! www.joop.com – Jo Siffert Sunglasses www.josiffertsunglasses.ch – Kawasaki www.kawasaki.ch – Lab Series www.labseries.com – Le Chameau www.catrade.ch – Levi�s www.levi.com – Marché de Luxe www.marchedeluxe.ch – Maurice de Mauriac www.mauricedemauriac.ch – Moto Guzzi www.guzzimoto.ch – Norton www.nortonmotorcycles.com – Omega www.omegawatches.com – Orlebar Brown www.orlebarbrown.de – Persol www.persol.com – Prada www.prada.com – Ralph Lauren, RRL www. ralphlauren.com – Sartoria Cicli www.sartoriacicli.it – Slowear www.slowear.com – Stetson www.stetson-europe.com – Stilrad www.stilrad.com – Strellson www.strellson.com – String www.string.se – Tag Heuer www.tagheuer.com – The Brander www.thebrander.com – Tod�s www.tods.com – Tommy Hilfiger www.hilfiger.com – Triumph www. triumphmotorcycles.ch – Trois Pommes www.troispommes.ch – Tudor www.tudorwatch.com – Windsor www.windsor. de – Zara www.zara.com – Zeitzone www.zeitzone.ch – Zenith www.zenith-watches.ch service 76

Verbreitete Auflage 135 000 Exemplare Druck Multicolor, Baar NZZ Print, Schlieren Anzeigenverkauf NZZ Media – eine Filiale der Publicitas AG, Seehofstrasse 16, Postfach, 8021 Zürich, Telefon 044 258 16 98, Fax 044 258 13 70, anzeigen@nzzmedia.ch Copyright alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung der redaktionellen Texte einschliesslich Speicherung und Nutzung auf optischen und elektronischen Datenträgern nur mit Zustimmung der Redaktion. Die ganze oder teilweise Verwertung von Inseraten (inkl. Einspeisung in Online-Dienste) durch unberechtigte Dritte ist untersagt. ISSN 2235-5332. © 2013 Neue Zürcher Zeitung AG


JASPER fährt fahrrad Illustration: Floh von Grünigen

Daran arbeiten wir derzeit intensiv mit unserem Redaktionshund: Jasper (*2008, Lagotto Romagnolo, italienischer Trüffelhund) bewirbt sich um den Titel «Best of Show» für den 3. «Gentlemen’s Run» im Juni. Noch wird ihm im Körbchen schwindlig.

JASPER’S WORLD 77


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Gentelemen's Report No.8  

Verlagsbeilage der NZZ. Das Magazin für Männer. Erschienen am 23.März 2013

Gentelemen's Report No.8  

Verlagsbeilage der NZZ. Das Magazin für Männer. Erschienen am 23.März 2013

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